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Iran: Konvertiten wegen ‚falschen Glaubens‘ zu fĂŒnf Jahren Haft verurteilt

Samstag 30. Juli 2022 von Internationale Gesellschaft fĂŒr Menschenrechte


Internationale Gesellschaft fĂŒr Menschenrechte

Als „Gefangene des Monats August“ haben die Internationale Gesellschaft fĂŒr Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur IDEA die drei Christen Ahmad (Youhana) Sarparast (25), Ayoub Pourrezazadeh (28) und Morteza Mashoudkari (38) aus der nordiranischen Stadt Rascht benannt. Sie rufen dazu auf, sich fĂŒr die ehemaligen Muslime mit Hilfe von Appellen einzusetzen. Nach Razzien am 8. Mai dieses Jahres in ihren privaten Wohnungen wurden die AnhĂ€nger der evangelischen „Kirche des Iran“ festgenommen. „Propaganda fĂŒr einen abweichenden, dem islamischen Recht widersprechenden Glauben“ wird ihnen vorgehalten; auf diese Weise dienten sie angeblich „fremden MĂ€chten“. Am 9. April 2022 verurteilte sie das Revolutionsgericht in Rascht zu fĂŒnf Jahren GefĂ€ngnis.

Der pakistanische Christ Ashfaq Masih ist am 4. Juli 2022 wegen angeblicher Blasphemie (GotteslĂ€sterung) zum Tode verurteilt worden. Das Mitglied einer evangelischen Pfingstkirche sitzt seit dem 15. Juni 2017 hinter Gittern, als die Polizei den Fahrradmechaniker in seiner Werkstatt in Lahore (Provinz Punjab) festnahm. Ein Kunde hatte ihn zuvor im Zuge einer Auseinandersetzung vor Schaulustigen lautstark beschuldigt, den islamischen Propheten Mohammed beleidigt zu haben. Der Streit war ĂŒber die Bezahlung der Reparatur eines Fahrrads entbrannt.

„Die Hasskampagne gegen die Ahmadiyya war schon immer groß, aber dieses Regime hat sie durch sein Beispiel ermutigt und zu einem neuen Höhepunkt gefĂŒhrt“, so lautet die ernĂŒchternde Bilanz der Regierungsjahre unter Imran Khan von 2018 bis zum April 2022 als Premierminister Pakistans. Das ist ein Zitat aus einem Bericht der Menschenrechtsabteilung der Ahmadiyya-Auslandsmission, die darin 99 Attentate fĂŒr diesen Zeitraum angibt, wobei elf Ahmadis diese nicht ĂŒberlebten. Die Verfahren gegen VerdĂ€chtige endeten mit FreisprĂŒchen. Erschreckend ist zudem die Zahl der SchĂ€ndungen: 26 Moscheen und 374 GrĂ€ber von Ahmadis wurden zur Zielscheibe. FĂŒhrende Regierungsmitglieder zeigten öffentlich ihre GeringschĂ€tzung dieser Minderheit.

Der russisch-orthodoxe Priester Ioann Kurmoyarov hat aus GewissensgrĂŒnden mutig den Krieg gegen die Ukraine kritisiert und seinen Standpunkt in Videobotschaften verbreitet. Daraufhin wurde er festgenommen. Kumoyarov wird der neu eingefĂŒhrte Straftatbestand der Verbreitung „bewusst falscher Informationen ĂŒber das russische MilitĂ€r“ nach Artikel 207.3 des Strafgesetzbuchs zur Last gelegt. Er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft im Kresty-GefĂ€ngnis in St. Petersburg und erwartet dort seinen Prozess. Seine Kirche entließ ihn aus dem Klerikerstand.

Zum 23. Jahrestag des Beginns der Verfolgung von Falun Gong im kommunistischen China haben vom 15. bis 17. Juli in Berlin Demonstrationen, Mahnwachen und Autokorsos stattgefunden. Am 20. Juli 1999 erklĂ€rte der damalige chinesische Staats- und Parteichef Jiang Zemin die ursprĂŒnglich in China staatlich geförderte buddhistische Qigong-Schule Falun Gong zum Staatsfeind und forderte deren physische Vernichtung.

Quelle: Religionsfreiheit im Focus August 2022
www.igfm.de und www.menschenrechte.de

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 30. Juli 2022 um 19:51 und abgelegt unter Christentum weltweit.