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Paulus und die Evangeliumspredigt auf dem Areopag (Apg 17,16-34)

Dienstag 27. April 2021 von Pfr. Ulrich Hauck


Pfr. Ulrich Hauck

Als aber Paulus in Athen auf sie wartete, ergrimmte sein Geist in ihm, da er die Stadt voller Götzenbilder sah. 17 Und er redete zu den Juden und den Gottesfürchtigen in der Synagoge und täglich auf dem Markt zu denen, die sich einfanden. 18 Einige Philosophen aber, Epikureer und Stoiker, stritten mit ihm. Und einige von ihnen sprachen: Was will dieser Schwätzer sagen? Andere aber: Es sieht aus, als wolle er fremde Götter verkündigen. Denn er verkündigte das Evangelium von Jesus und von der Auferstehung. 19 Sie nahmen ihn aber mit und führten ihn auf den Areopag und sprachen: Können wir erfahren, was das für eine neue Lehre ist, die du lehrst? 20 Denn du bringst etwas Neues vor unsere Ohren; nun wollen wir gerne wissen, was das ist. 21 Alle Athener nämlich, auch die Fremden, die bei ihnen wohnten, hatten nichts anderes im Sinn, als etwas Neues zu sagen oder zu hören.

22 Paulus aber stand mitten auf dem Areopag und sprach: Ihr Männer von Athen, ich sehe, dass ihr die Götter in allen Stücken sehr verehrt. 23 Denn ich bin umhergegangen und habe eure Heiligtümer angesehen und fand einen Altar, auf dem stand geschrieben: Dem unbekannten Gott. Nun verkündige ich euch, was ihr unwissend verehrt. 24 Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darinnen ist, er, der Herr des Himmels und der Erde, wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind. 25 Auch lässt er sich nicht von Menschenhänden dienen wie einer, der etwas nötig hätte, da er doch selber jedermann Leben und Odem und alles gibt. 26 Und er hat aus einem Menschen das ganze Menschengeschlecht gemacht, damit sie auf dem ganzen Erdboden wohnen, und er hat festgesetzt, wie lange sie bestehen und in welchen Grenzen sie wohnen sollen, 27 dass sie Gott suchen sollen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 28 Denn in ihm leben, weben und sind wir; wie auch einige Dichter bei euch gesagt haben: Wir sind seines Geschlechts. 29 Da wir nun göttlichen Geschlechts sind, sollen wir nicht meinen, die Gottheit sei gleich den goldenen, silbernen und steinernen Bildern, durch menschliche Kunst und Gedanken gemacht. 30 Zwar hat Gott über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen; nun aber gebietet er den Menschen, dass alle an allen Enden Buße tun. 31 Denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er richten will den Erdkreis mit Gerechtigkeit durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, und hat jedermann den Glauben angeboten, indem er ihn von den Toten auferweckt hat. 32 Als sie von der Auferstehung der Toten hörten, begannen die einen zu spotten; die andern aber sprachen: Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören. 33 So ging Paulus weg aus ihrer Mitte. 34 Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig; unter ihnen war auch Dionysius, einer aus dem Rat, und eine Frau mit Namen Damaris und andere mit ihnen.  (Apg. 17, 16-34)

Liebe Gemeinde!

Vor genau einer Woche war es 500 Jahre her, dass Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms vor dem Kaiser und vor der ganzen kirchlichen Obrigkeit treu und standhaft geblieben ist, indem er sich allein auf die Heilige Schrift gegründet und sich auf sein Gewissen vor Gott berufen hat. Ohne diesen großen Reformator hätte es eine biblische Prägung unseres Volkes und Kulturkreises, sowie ein freies Bekennen des Glaubens nicht gegeben. Die Reformation als Rückkehr zu den biblischen Grundlagen hat epochale Veränderungen in Kirche und Staat hervorgebracht. Und dies alles hat hineingewirkt bis in unser Grundgesetz. Die Väter und Mütter des Grundgesetzes wussten noch sehr wohl, dass die Demokratie in der Bundesrepublik nur auf dem Grundpfeiler des Christentums tragfähig und lebensfähig sein kann. Das wird deutlich am Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes: „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen, von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.

Und all die im Grundgesetz formulierten Grundrechte haben ihre Entfaltungskraft nicht auf dem Papier, sondern nur, indem sie beherzigt, gelebt und immer wieder neu verteidigt werden – auch heute –, gegen alle zeitgeistlichen Anpassungen und vor obrigkeitlichen Zugriffen und Einschränkungen.

Aber unser Kulturkreis ist nicht nur durch das Christentum geprägt, sondern maßgeblich auch vom Denken der Griechen und von der Geisteswelt der Römer. Auch die Ideale der Antike haben in Kunst und Bildung nachhaltige Wirkung bis in die Neuzeit.

Der erste Bundespräsident unserer Republik, Theodor Heuss, fasste dies 1950 so zusammen: „Es gibt drei Hügel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muss sie als Einheit sehen.

  • In Athen entstand die griechische Philosophie. Platons Schrift „politeia“ war die erste umfassende Staatsphilosophie. Aristoteles hat die Grundformen der Demokratie entwickelt und mit der „Nikomachischen Ethik“ beschrieben wie man als guter Mensch leben und handeln kann.
  • Der zweite Hügel war Rom. Ihm verdanken wir das Rechtsstaatsprinzip und die bürgerlichen Rechte, also Staats- und Zivilrecht. Unsere demokratischen Prinzipien sind ohne Rechtssicherheit nicht durchzuhalten.
  • Und zum dritten Hügel: nach Jerusalem. Golgatha ist die Wiege des Christentums. Die dynamische Entfaltung des Evangeliums, der frohe Botschaft vom Sterben und Auferstehen des Sohnes Gottes, hat seit dem ersten Pfingstfest in Jerusalem einen Lauf genommen über die ganze Welt.

So weit so gut. Das Problem war nur, dass das Christentum seit dem 18. Jahrhundert seine Prägkraft aus unterschiedlichen Gründen immer mehr verloren hat. In der Zeit der Aufklärung und des Humanismus hat man angefangen, Gott immer mehr bei Seite zu schieben und den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Und die Kirchen waren zu schwach, dieser falschen Grundlegung entgegen zu halten bzw. sie haben sich teilweise von dieser falschen Ideologie gefangen nehmen lassen und daran mitgewirkt. Und auch wenn Theodor Heuss mit seinen drei Hügeln Recht hat, so haben wir das neuzeitliche Problem, dass immer mehr Geistesströmungen und Ideologien sich verselbständigen und der Gottesbegriff sehr unklar und blaß geworden ist. Was das für die Kirche Jesu Christi bedeutet und auch für das Verhältnis der Kirche zum Staat, darüber könnten wir jetzt stundenlang diskutieren. Aber für die Predigt an diesem Sonntag möchte ich Euch die Augen dafür öffnen, dass trotz 2000 Jahre Christentum manches bei uns gar nicht so unähnlich ist, wie damals in Athen. Zumindest können auch wir heute davon lernen, wie Paulus den Menschen damals das Evangelium nahegebracht hat.

Wir bedenken das in drei Punkten:

  1. Dem unbekannten Gott
  2. Keinem ist Gott fern
  3. Kehre um und glaube

1. Dem unbekannten Gott

Auch wenn vieles von dem Athen damals mit der Situation heute bei uns nicht vergleichbar ist, so stellen auch wir fest, dass unsere Gesellschaft auf ihre Art und Weise gott-los geworden ist. Es gibt bei uns zwar in jedem Dorf mindestens einen Kirchturm, aber wie viele gehen sonntags in die Kirche und leben ihren Glauben? Bei Umfragen sind es durchaus nicht wenige, die einen Glauben an Gott bejahen. Aber ist das der eine Gott, der sich in Jesus Christus geoffenbart hat, so wie es die Heilige Schrift bezeugt? Oder sind das nicht oftmals Vorstellungen von einem lieben Gott, die man sich selbst irgendwie zusammengereimt hat? Einen Gott, den man gerne im Himmel sein lässt. Einen Gott, den man für bestimmte Anliegen in Anspruch nehmen kann. Aber ja keinen Gott, der die Autorität für unser Leben ist, der unser Denken, Reden und Handeln auf dieser Welt prägen darf.

Das hängt mit dem Sündenfall zusammen, als der Mensch ungehorsam geworden ist. Und obwohl Gott danach weiterhin für den Menschen gesorgt hat, der Mensch wollte nicht auf Gott hören. Es kam die Sintflut und Gott hatte mit dem gläubigen Noah und den Seinen einen Neuanfang gemacht. Aber das Herz der Menschen blieb böse von Jugend auf. Und so folgt kurz darauf der Turmbau zu Babel. Die Menschen wollten nicht zur Ehre Gottes und nach seinem Willen leben, sondern sie sprachen: „Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche, damit wir uns einen Namen machen.“ Der Mensch will selbstbestimmt leben, wir schaffen das. Aber losgesagt von Gott kann sein Leben nicht gelingen. Der Mensch bekommt Angst. Warum? Weil wenn der lebendige Gott abserviert wird, wenn das Leben so leer geworden ist, dann ziehen dort die Götter und Dämonen ein. So war es auch im alten Athen. Die Menschen hatten viele Götter und doch nicht Gott. Sie hatten viele Götter und doch Angst, mit ihren Opfern irgendeinen vergessen zu haben. Deshalb stellten sie in Athen einen großen Altar auf, geweiht „dem unbekannten Gott“.

Und wie viele Altäre gibt es bei uns im privaten und öffentlichen Raum?

Der gott-lose Mensch unseres Kulturkreises baut sich andere Altäre und Tempel: Prachtbauten von Unternehmen, der Finanzindustrie und der Politik. Aber auch Theater, Filmpaläste, Sportarenen. Auch All-Inklusiv-Reisen und digitale Welten sind für viele zu Altären geworden. Der Mensch opfert auf diesen modernen »Altären« keine Tiere oder Feldfrüchte mehr, dafür aber viel Zeit, Kraft und Geld.

Und ganz hoch im Kurs steht der Altar der Gesundheit: Fitnesskult, Yoga, Vegane Ernährung. Ich spreche dabei überhaupt nicht gegen eine gesunde und schöpfungsgemäße Lebensweise, im Gegenteil, dafür haben wir eine Verantwortung. Wenn aber Gesundheit verabsolutiert wird, losgelöst von den biblischen Vorgaben, dann wird sie uns zu einem Götzen. Und wenn in der aktuellen Situation Gesundheit als das höchste Gut betrachtet wird, dem alles andere untergeordnet wird, die Freiheits- und Bürgerrechte ebenso wie die Bildung und das wirtschaftliche Wohlergehen der nächsten Generationen, dann müssten eigentlich die Alarmglocken schrillen.

Und es gibt ja auch noch den Altar der Macht: Wer hat das Sagen? Wem dient auch diese Krise oder wer will sie sich zu Nutzen machen, um andere Ziele zu erreichen? Wer die Strukturen von Ehe, Familie, Völkern und Nationen auflösen will zugunsten von Globalisierung, Einheitsbestrebungen und einer Weltregierung, der dient nicht dem Willen Gottes, sondern fremden Göttern oder eigenen Interessen.

Damals in Athen lautete die Frage: Welches ist der wahre Gott? Weil sie diese Frage nicht befriedigend beantworten konnten, beteten sie viele Götter an. Einer würde schon helfen, meinten sie. Neben den falschen Altären und den vielen Götzen, gibt es bei uns heute zusätzlich noch die Frage: Gibt es Gott überhaupt?

Und liefe der Apostel Paulus heute durch unsere Städte und Dörfer würde er sicherlich genauso „im Geiste ergrimmen“ über die Götzen der modernen Gesellschaft und deren Gottlosigkeit. Und selbst diejenigen, die der Meinung sind, es gäbe einen Gott, sind oftmals weit weg von einer lebendigen Gottesbeziehung. Wir haben zwar noch den Hintergrund und die Auswirkung des christlichen Abendlandes, aber wir erleben und erleiden gerade ein riesengroßes Wegbrechen. Deshalb ist es bei uns genauso notwendig wie damals in Athen, den Menschen den lebendigen Gott zu verkündigen und nahe zu bringen. Paulus sagte damals in Athen den Menschen ein Wort, das auch heute noch gilt und ihnen zugesprochen werden muss: Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns.

2. Keinem ist Gott fern

Die Athener haben damals zugehört, weil sie neugierig waren. Der Mensch unserer Tage könnte noch eine weitere Motivation zum Zuhören haben: Die Angst. Der Mensch des 21. Jahrhunderts hat viele Ängste: Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Wohlstandsverlust, Angst vor dem Klimawandel, Angst vor Krebs und jetzt Angst vor dem Corona-Virus. Es ist überall zu spüren, welch eine Last gerade über den Menschen liegt. Man hat Angst, dem Nächsten zu begegnen. Angst verunsichert und lähmt. Die Praxen der Psychologen und Psychotherapeuten sind auf Monate hin ausgebucht.

Jesus kennt uns und weiß, wie es uns geht. In seiner Abschiedsrede zu den Jüngern hat er gesagt: In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Die Welt ist voller Dinge, die uns Angst bereiten. Die bekommen wir nicht los. Der Trost für uns liegt nicht im Kampf gegen die Angst, sondern in Jesus Christus, der die Welt mit ihrer Angst überwunden hat. Wenn wir zu ihm gehören und ihm vertrauen, dann bekommen wir den Trost mitten in dieser Welt voller Angst. Als Christen sind wir getröstete Menschen, die jeden Tag neu aus Gottes Wort und seinem Heil heraus leben. Und obwohl dieses Evangelium eine alte Botschaft ist, kann sie heute jeder als neu und befreiend erfahren, wenn er nur Ohren und Herz öffnet.

Manche sagen ja, in jeder Krise liegt eine Chance. Ich halte diesen Satz nicht immer für tröstlich und zielführend, insbesondere nicht bei Menschen, die tief in einem Loch stecken. Was die Corona-Krise allerdings betrifft, die uns ja alle seit über einem Jahr im Bann hält, so muss man feststellen, dass einige darin eine riesengroße Chance sehen. Mächtige Vertreter aus Politik und Finanzwelt, Ideologen und Lobbyisten arbeiten gerade an einem Great Reset, an einem großen Neustart, mit dem Ziel einer globalen Veränderung durch eine digitale Revolution. Ich stimme da Pastor Wolfgang Nestvogel zu, der vor einer Woche in seiner Predigt dies als einen neuen babylonischen Turmbau entlarvt hat, als eine Selbstermächtigung des Menschen über diese Welt, wo Gott keinen Platz mehr hat.

Dennoch: Die Corona-Krise bietet tatsächlich die Chance zu einem Great Reset, zu einem Neustart ganz anderer Art. Jeder Einzelne und alle Völker „sollen Gott suchen, ob sie ihn wohl fühlen und finden könnten; und fürwahr, er ist nicht ferne von einem jeden unter uns“.

Jeder einzelne Mensch und alle Völker haben die Möglichkeit zu einem Neustart in ihrer Beziehung zu dem lebendigen Gott, der der Schöpfer von Himmel und Erde ist und auch ihr Erhalter und Vollender.

Dazu ist es aber notwendig, dass die Kirchen und wir Christen landauf und landab, den auferstandenen Gottessohn Jesus Christus verkündigen. Warum ist aber so wenig von dem Evangelium zu hören, gerade in dieser schweren Zeit? Warum fehlt in weiten Teilen der Kirchen eine geistliche Beurteilung der Corona-Krise? – Weil Kirchen von Anfang an gesagt haben, die Corona-Krise hätte nichts mit Gott zu tun. Dazu wäre theologisch viel zu sagen, nur soviel: Wenn Gott der Allmächtige und Barmherzige ist, dann hat er diese Krise zumindest zugelassen oder sie gar als Buß- oder Gerichtsruf über diese Welt kommen lassen. Und dann ist neben allen möglichen menschlichen Hilfsmaßnahmen das beste Mittel gegen diese Krise die Hinwendung zum lebendigen Gott. In aller Krankheit, im Sterben, in den Ängsten, der Einsamkeit und den Hoffnungslosigkeiten ist es wichtig, Gott zu suchen, ihn anzurufen, zu ihm zu beten. Viel wichtiger als Gedenkkerzen im Fenster wären Bußrufe und Bußgottesdienste, um Gott zu suchen und ihm mit unseren Nöten in den Ohren zu liegen und zu hören, was er uns in und mit dieser Pandemie sagen will.

Und das gilt gerade auch, wenn so viele Menschen in unserem Land, in der Politik und in den Kirchen die lebendige Beziehung zu Gott verloren haben oder ihn gar nicht kennen.

Der Apostel Paulus ist damals auf den Areopag gegangen, also auf den großen Ratsplatz von Athen und hat zu den Menschen gepredigt und sie aufgefordert: Diesen Gott müßt ihr suchen. Er wußte ja, was der Herr Jesus Christus den Menschen versprochen hat: Suchet, so werdet ihr finden (Mt 7,7). Damit die Menschen Gott erkennen können, deshalb ist er ja in Jesus Christus Mensch geworden, hat für die Menschen am Kreuz das Heil erworben und wirkt mit seinem Heiligen Geist bis heute. Gott hat nichts lieber, als die Menschen in seiner Nähe. Menschen, die ihn lieben, die das Heil in Christus annehmen, die Gott die Ehre geben und ihr Leben mit ihm und in seinen Geboten gestalten. Und der Apostel Paulus war in den Auftrag berufen, das Evangelium zu verkündigen und die Menschen zu Christus zu führen. Damit sind wir beim dritten Punkt:

3. Kehre um und glaube

Gott hat gewollt, daß Menschen ihn suchen, damit sie ihn finden können, denn er ist jedem Menschen nahe. Denn in ihm leben, weben und sind wir. Gott will uns nicht nur helfen in den vielleicht 70, 80 Jahren unseres Lebens. Er will uns bei sich haben, auch über den Tod hinaus. Warum? Weil er uns liebt! Und weil er weiß, daß Menschen ohne ihn verloren sind: denn er hat einen Tag festgesetzt, an dem er das Erdreich richten will mit Gerechtigkeit. Christus, der Auferstandene, kann und will alle, die ihm vertrauen, vor dieser Stunde des Gerichts bewahren. So spricht Christus im JohEv: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen.

Seit Jesus Christus hier auf Erden war, ist die Zeit der Unwissenheit vorbei. Jesus wird überall verkündigt. Die Menschen können ihn suchen und finden. Und Paulus sagt den Athenern: Gott hat über die Zeit der Unwissenheit hinweggesehen – nun aber gebietet er den Menschen, daß sie alle an allen Enden Buße tun sollen.

Das Leben hinkehren zu Gott, umkehren und Buße tun. Was heißt das praktisch? Buße tun heißt:

  1. Gottes Größe anerkennen und meine Gottferne erkennen.
  2. Gott meine Verfehlungen bekennen und dankbar annehmen, daß Jesus Christus zur Vergebung meiner Schuld gestorben ist.
  3. Sich dem auferstandenen Jesus anvertrauen und sich zu ihm öffentlich bekennen.
  4. Gott danken, daß wir durch ihn leben und sich von ihm verändern lassen.

Hier sind wir am Punkt der Entscheidung und Scheidung. Die Philosophen und Menschen damals in Athen hatten voller Interesse dem Paulus zugehört, als er aber vom Gericht Gottes und der Auferstehung anfing, da sind sie aus ihren Latschen gekippt. Die einen haben angefangen darüber zu spotten. Heute gibt es leider auch viele, die den Gedanken eines richtenden Gottes von sich weisen. Menschen lachten auch, als Noah die Flut vorhersagte. Sie lachten über Lot, als er die Menschen vor dem Untergang Sodoms retten wollte. Sie lachten über Jeremia, als er die Zerstörung Jerusalems ankündigte. Sie lachten über Amos, als er Israel wegen des kommenden Gerichtes warnte. Aber alle diese Gerichte sind dann eingetroffen.

Gibt es heute in der globalen Corona-Pandemie einen Gerichts- und Bußruf Gottes? Wer predigt den Menschen die Auferstehung von den Toten? Wer predigt ihnen den Heiland und Retter aus dem Gericht?

Es gelten die allerersten Worte von Jesus, mit denen er seine Wirksamkeit hier auf Erden begonnen hat (Mk 1,15): „Die Zeit ist erfüllt und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“

Also die einen haben über die Predigt damals gespottet. Daneben gab es eine weitere Gruppe von Menschen, die fanden das alles sehr interessant. Aber sie konnten sich nicht für die Annahme des Evangeliums entscheiden. Sie sagten zu Paulus: „Wir wollen dich darüber ein andermal weiterhören.“ Ein ander Mal. Die typische „Verschieberites“ gab es damals und sie gibt es heute. Ob Gott nochmals mit seinem Wort zu ihnen sprach? Ob sie nochmals die Chance bekommen haben, Buße zu tun und das Evangelium zu glauben?

Und es gab noch eine dritte Gruppe von Menschen: „Einige … schlossen sich ihm an und wurden gläubig.“ Diese Menschen haben erkannt, daß ihre Schuld und Sünde sie vom wahren Gott trennt. Sie haben Buße getan und glauben, daß Jesus zur Vergebung ihrer Schuld gestorben ist, daß er aber nicht im Grabe blieb, sondern auferstand und dadurch dem Tod die Macht genommen hat. Es war die Stunde ihrer Bekehrung, der Anfang eines neuen Lebens mit Jesus Christus, das Bestand hat in aller Ewigkeit.

Wie die Reaktion der Menschen damals in Athen so geschieht es auch heute in New York, Berlin und in der Südpfalz. Die einen spotten, die anderen wollen sich nicht festlegen, einige aber lassen sich rufen, tun Buße und glauben das Evangelium. Zu welcher Gruppe gehörst Du?

Amen.

© Pfr. Ulrich J. Hauck, Sonntag Jubilate, 25.4.2021, NbC-GHB-Gottesdienst LD-Mörzheim

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 27. April 2021 um 11:47 und abgelegt unter Predigten / Andachten.