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Predigt: Welch ein Geschenk ist die Ehe!

Montag 29. Oktober 2018 von PrÀdikant Wolfgang Wilke


PrÀdikant Wolfgang Wilke

Die Ehe ist etwas ganz Besonderes. Sie ist keine menschliche oder gesellschaftliche Errungenschaft, sondern eine göttliche Stiftung. Als Gott am Anfang Mann und Frau erschuf und sie einander zu­fĂŒhrte, hat ER die Ehe als lebenslange Gemeinschaft von Mann und Frau eingesetzt. Das ist ein Segen. Warum? In dieser Welt, die uns keine dauerhafte Heimat, keine ab­solute Treue und keine letzte Geborgenheit in den Nöten unseres Lebens bietet, sehnen wir uns nach Heimat, Treue und Geborgen­heit. Um uns diese Erfahrungen von Heimat, Treue und Geborgenheit zu geben, hat Gott in seiner FĂŒrsorge und Weisheit zwei Gemeinschaftsformen gestiftet, die Ehe und die christliche Gemeinde. Durch die Ehe segnet er die ganze Menschheit, den Segen der Gemeinde erfahren nur diejenigen, die kraft Taufe und Glauben zu Christus gehören.

NatĂŒrlich können Ehe und Gemeinde das nicht vollkommen vermit­teln, denn wir sind fehlbare Menschen, die darin leben. Aber den­noch können sie uns einen Vorgeschmack auf die himmlische Herr­lichkeit geben, wo die Erlösten die vollkommene Treue und Gebor­genheit Gottes empfangen. Deshalb kann man Ehe und Gemeinde als göttliche Stiftungen gar nicht hoch genug wertschĂ€tzen.

Es sollte aber auch klar sein, dass nur die öffentlich und auf Lebens­zeit geschlossene Ehe von Mann und Frau diese Grunderfahrungen vermitteln kann. Nur wenn sich beide verbindlich und d.h. öffentlich die lebenslange Treue zusprechen und ihr Versprechen mit Gottes Hilfe einlösen, wird die Ehe zur Wohltat und schenkt Heimat und Ge­borgenheit.

Die Ehe ist eine gute Schöpfungsordnung Gottes. Gott hat sie gestif­tet als großartigen Lebens- und Kommunikationsraum fĂŒr das Mitei­nander der beiden Geschlechter. Beiden hat ER ihre unterschiedli­chen Aufgaben zugewiesen. Der Ehemann ist lt. Schöpfungsbericht Abbild und Abglanz Gottes. Ihm wird die Aufgabe ĂŒbertragen, fĂŒr seine Frau Verantwortung, Schutz und FĂŒrsorge zu ĂŒbernehmen. Die Bibel verwendet dafĂŒr den Begriff ‚Haupt‘. Was er bedeutet, wird aus 1.Korinther 11,3 deutlich, wo vom Hauptsein Gottes fĂŒr Christus die Rede ist.

“Christus ist das Haupt eines jeden Mannes; der Mann aber ist das Haupt der Frau; Gott aber ist das Haupt Christi.“

Als Haupt Christi gibt Gott alles, was ER ist und hat, Seinem gelieb­ten Sohn. Sehr schön und anschaulich steht das in Hebr 1,1-5.

  • Gott ĂŒbertrĂ€gt ihm Sein ganzes Erbe.
  • ER erschafft durch IHN die ganze Welt.
  • ER gibt ihm vollen Anteil an Seinem göttlichen Charakter.
  • ER verleiht Ihm die Kraft, den gesamten Kosmos in der Exis­tenz zu halten,
  • ER reinigt durch IHN die Menschheit von den SĂŒnden,
  • und ER bestĂ€tigt Seinem Sohn Seine Vaterschaft immer wie­der aufs Neue.

Das ist also das göttliche Hauptsein. Keine Spur von Dirigismus, von Beherrschen und bestimmender Dominanz. Vielmehr sehen wir die bedingungslose Liebe, die alles fĂŒr den anderen gibt. An diesem liebevollen ‚Hauptsein‘ Gottes fĂŒr Christus soll der Mann Maß nehmen und sein eigenes ‚Hauptsein‘ ausrichten. Dabei wird er (und seine Frau) allerdings bald merken, daß er damit restlos ĂŒberfordert ist. Deshalb soll er bei Christus hingebungsvolle Liebe lernen (vgl. Eph 5,25).

Der liebende und verantwortungsfĂ€hige Mann ist eine Wohltat fĂŒr seine Frau und fĂŒr seine Familie. Wir merken: Gott hat sein Ehekon­zept auf Christus hin entworfen, denn nur durch Christus kann der Mann sein Hauptsein in Liebe verwirklichen. Ohne die Liebe Christi verfĂ€llt er schnell der Versuchung, seine Frau und Kinder be­herr­schen zu wollen.

Die Ehefrau ist der Abglanz des Ehemannes. Ihr wird von Gott die Aufgabe ĂŒbertragen, ihrem Mann zur Seite zu stehen (wie sie ja auch aus seiner „Seite“ entnommen ist, vgl. 1. Mose 2,21f). Sie soll ihm durch Ermutigung und Ermahnung helfen, ein verantwortungsfĂ€higer Mann zu werden.

Aufgrund ihrer Berufung zur Schwangerschaft verfĂŒgt sie – selbst wenn sie niemals Mutter wird – ĂŒber eine besondere soziale Kompe­tenz, die sie dazu in die Lage versetzt. Die Bibel verwendet an dieser Stelle den Begriff der Hilfe bzw. des Helfers (1. Mose 2,18), der sonst fast nur auf Gott bezogenen ist.

Wenn wir das ‚Hilfesein‘ der Ehefrau ernstnehmen, ergibt sich daraus logischerweise die HilfsbedĂŒrftigkeit des Mannes. Manche MĂ€nner hören das nicht gerne. Aber wenn man sich vergegenwĂ€rtigt, daß Gott die Frau aus dem Mann heraus geformt hat, und daß ihm nun ein StĂŒck seines Wesens fehlt, dann versteht man das Angewie­sensein des Mannes auf die Frau besser.

Ich selbst habe das in all den Jahren bis zu meiner Ehe ganz deutlich empfunden, daß mir etwas Wesentliches fehlt, um ein Ganzes zu sein.

Das ‚Hilfesein‘ der Ehefrau ist aber in keiner Weise eine Degradie­rung, sondern im Gegenteil eine unerhörte Aufwertung. Sie besitzt damit den SchlĂŒssel zur Seele und zum Charakter ihres Mannes, dadurch ist sie in der Lage, ihm zu helfen, ein wirklicher Mann nach dem Bilde Gottes zu werden. Viele Frauen haben leider ihre entsprechenden BemĂŒhungen resigniert aufgegeben. Sie haben vergessen, Gott um Weisheit zu bitten (Vgl. Jak 1,5).

Wir merken also, auch im Blick auf die Frau, daß Gott seine Zuord­nung der beiden Geschlechter auf Christus hin entworfen hat. Nur mit Christi Hilfe kann Gottes Konzept vom Mannsein und Frausein verwirklicht werden. Ohne Christus verfĂ€llt die Frau schnell in Resig­nation, oder sie versucht ihren Mann zu dominieren, oder sie geht ei­gene Wege, um sich zu „verwirklichen“

Wenn Sie, liebe Ehepaare, ihre Ehe nun unter Gottes Segen stellen, dann beziehen Sie Gott in ihre Ehe ein. Ihre Ehe ist dann eine Drei­erbeziehung, aus Mann, Frau und Gott. Sie gleicht dann einer drei­fachen Schnur, wie es König Salomo ausdrĂŒckt (vgl. Pred 4,9-12), die bei Belastung nicht so schnell reißt.

Es ist ein wunderbares Geschenk, ja ein Segen, daß Gott uns in un­serer Ehe nicht uns selbst ĂŒberlĂ€ĂŸt. ER will, als unser Schöpfer, der Dritte im Bunde sein und unserer Ehe das Fundament und die Stabi­litĂ€t geben und sie heiligen.

Der gemeinsame Glaube an Gott und das tÀgliche gemeinsame Ge­bet haben eine starke Bindekraft in der Ehe. Wir stehen mit all unse­ren Freuden, Vorhaben, Problemen und Nöten vor unserem himmli­schen Vater.

ER schenkt uns Liebe, damit wir einander lieben können. ER schenkt uns den Willen und die Kraft zur Versöhnung, wenn wir aneinander schuldig geworden sind. Er schenkt uns Weisheit, Hilfe und Gebor­genheit.

Durch Sein göttliches Wort gibt ER uns Anleitung, wie wir in der Ehe und als Familie miteinander umgehen sollen. Dadurch sollen wir ein Zeugnis fĂŒr die Welt sein und Gott damit die Ehre erweisen.

Welch ein Geschenk ist die Ehe!

Amen.

„Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem HERRN!“ Amen.

PrĂ€dikant Wolfgang Wilke, Predigt anlĂ€sslich eines Segnungsgottesdienstes fĂŒr mehrere Ehepaare in einer persischen Gemeinde (20.10.2018)

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 29. Oktober 2018 um 11:33 und abgelegt unter Predigten / Andachten.