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Geschichtsunterricht aus Jahren unter dem Islamismus

Montag 26. Februar 2018 von Gatestone Institute


Gatestone Institute

Im Iran wird meine Generation, die erste, die nach der Machtergreifung des Islamismus kam, als Verbrannte Generation (persisch: Nasl-e Sukhteh) bezeichnet. Unsere Generation hat diesen Namen verdient, weil sie die BrutalitĂ€t des islamistischen und theokratischen Regimes von der Geburt bis zum Erwachsenenalter ertragen musste. Diese BrutalitĂ€t beinhaltete die gnadenlosen BemĂŒhungen des Regimes, seine Macht zu etablieren, wie Massenhinrichtungen, seine barbarischen und restriktiven Regeln durchzusetzen, Kinder einer GehirnwĂ€sche zu unterziehen und die jĂŒngere Generation mit ihrer extremistischen Ideologie durch verschiedene Methoden zu indoktrinieren, darunter Grundschulen, UniversitĂ€ten, staatlich kontrollierte Medien, Imame und lokale Moscheen, und die Förderung von GesĂ€ngen wie „Tod fĂŒr Amerika“ und „Tod fĂŒr Israel“.

Frauen und MĂ€nner wurden segregiert. Teenager wurden daran gehindert, alltĂ€gliche AktivitĂ€ten auszufĂŒhren, die vom grössten Teil der Welt als harmlos angesehen werden. Jede Art von angenehmen sozialen AktivitĂ€ten wurde ausgeschlossen, einschließlich Musik hören, Tanzen, Trinken, Dating, Frauen, die an einer Schachmeisterschaft teilnehmen, ausser sie tragen einen Hijab, oder die ein Fußballspiel oder ein anderes Sportereignis besuchen, wenn MĂ€nner darin spielen. Wenn es dich zum LĂ€cheln brachte, wenn es dir Hoffnung gab, dann war es wahrscheinlich gegen das Gesetz, wie z.B. was man tragen konnte, mit wem man reden durfte, was man hören konnte, und ob man wĂ€hrend des Ramadan betet oder fastet. Selbst die persönlichsten und privatesten Angelegenheiten wurden zur Angelegenheit der KrĂ€fte des Regimes.

Der Hauptzweck dieser EinschrÀnkungen und der intensiven Kontrolle der Menschen, insbesondere der Jugendlichen, bestand darin, dass das Regime seine islamistische Agenda im In- und Ausland ausweiten konnte. Diese Gesetze wurden mit grausamen und gewalttÀtigen Strafen wie öffentlichen Auspeitschungen und der Androhung noch schlimmerer Konsequenzen wie Steinigung, öffentliches ErhÀngen und Amputationen durchgesetzt. Meine Generation wuchs in einer AtmosphÀre des Terrors auf. WÀhrend der Rest der Welt immer moderner und entwickelter wurde, mussten wir uns mit den islamistischen Gesetzen und EinschrÀnkungen herumschlagen, die unmöglich zu befolgen waren.

Meine Generation im Iran sollte als eine Lektion fĂŒr den Westen gesehen werden. Fast jeder Staat (und nichtstaatliche Akteure) unterschĂ€tzte die Macht, die diese Islamisten ausĂŒben konnten. Warnzeichen wurden ĂŒbersehen. Niemand glaubte, dass solch eine massive VerĂ€nderung eintreten wĂŒrde und durchgesetzt werden könnte. Viele unterschĂ€tzten die Verbrechen, die diese Islamisten zu begehen bereit waren, um ihre Macht aufrechtzuerhalten, sobald sie die Kontrolle ĂŒbernahmen. Bis heute beweisen sie immer noch, dass es keine Grenzen fĂŒr die Grausamkeit und den Mangel an Menschlichkeit gibt, an denen sie sich beteiligen, wie die DurchfĂŒhrung von Massenhinrichtungen, die Hinrichtung von Kindern und Schwangeren, Steinigung, Amputationen, öffentliches ErhĂ€ngen, Auspeitschen, Folter und Vergewaltigung, bloß um ihre Macht aufrechtzuerhalten.

Viele unterschĂ€tzten die Strategie der sanften Rede, mit der diese Islamisten jahrzehntelang die Macht an sich gerissen haben. Die radikale Gruppe von Ayatollah Khomeini tĂ€uschte viele Iraner und die internationale Gemeinschaft in dem Glauben, dass sie friedliche und göttliche Menschen seien. Sobald sie die Macht hatten, wurde die Wahrheit enthĂŒllt; dann war es aber zu spĂ€t, den Missbrauch, der sich entfaltete, zu verhindern.

Die Generation meines Vaters lebte im Iran in einem Umfeld, in dem sich die islamistische Partei des Klerus des Landes listig als nicht schĂ€dlich, volksfreundlich und nicht an der Macht interessiert darstellte. So dachten viele Iraner vor der Revolution nicht, dass Khomeinis Partei die GrĂ€ueltaten begehen wĂŒrde, die sie jetzt begehen, oder dass sie einen so unerbittlichen Machthunger haben wĂŒrden.

Stattdessen dachte das Land, es befinde sich auf einem direkten Weg Richtung Demokratie, ohne eine RĂŒckkehr in eine barbarische Ära zu erwarten. Sogar der damalige US-PrĂ€sident Jimmy Carter betrachtete Khomeini als einen guten, religiösen, heiligen Mann. Laut kĂŒrzlich freigegebener Dokumente ebnete die Carter-Administration sogar den Weg fĂŒr Khomeini, in den Iran zurĂŒckzukehren. Viele international bekannte Gelehrte wie Michelle Foucault hielten hohe StĂŒcke auf die islamische Revolution. Foucaults Enthusiasmus zeigt sich in seinen Artikeln in europĂ€ischen Zeitungen, die unmittelbar vor und nach der Revolution geschrieben wurden.

Sie stellten sich selbst als FĂŒhrer des Volkes dar, als spirituell und friedlich. Doch als die Islamisten an die Spitze stiegen, brach die Hölle los. Sobald sie ihren WĂŒrgegriff ĂŒber das Land hatten, schalteten sie einen anderen Gang ein, um eines der rĂŒcksichtslosesten Regime der Geschichte zu werden. Sobald sie an der Macht waren, wurde ihr wahres Gesicht enthĂŒllt; an diesem Punkt gab es keine Möglichkeit mehr, umzukehren.

Tausende und Abertausende von Menschen wurden hingerichtet, nur weil sie ihre Meinung geĂ€ußert hatten. Viele starben fĂŒr Verbrechen, die sie wahrscheinlich nicht begangen haben. Das islamische Gesetz (Scharia) der regierenden schiitischen Partei wurde allen auferlegt. Die Frauen wurden gezwungen, einen Hidschab zu tragen und wurden ihrer Rechte beraubt. Sie konnten das Land nicht mehr ohne die Erlaubnis ihrer EhemĂ€nner verlassen. Eine Frau konnte in keinem Beruf arbeiten, wenn ihr Mann nicht damit einverstanden war. Die Zeugenaussage der Frauen vor Gericht ist unter der Scharia nur halb so viel wert wie die Aussage eines Mannes. Frauen ist es untersagt, bestimmte Bildungsbereiche oder Berufe auszuĂŒben, wie z.B. Richterin zu sein. Frauen ist es untersagt, Sportstadien zu betreten oder MĂ€nnersportarten zuzuschauen. Frauen haben nur Anspruch auf halb so viel Erbschaft wie ihre BrĂŒder oder andere mĂ€nnliche Verwandte.

Viele waren schockiert, dass diese politische Partei, die von der Religion des Friedens redete, solche Dinge tat. Die Iraner unterwarfen sich jedoch nicht einfach diesen neuen Gesetzen, sondern erhoben sich unter Protest. Diesem Aufstand wurde mit Folter, Vergewaltigung und Tod begegnet. Da das Regime bestrebt war, jeden zu vernichten, der es wagte, Widerstand zu leisten, blieb dem Volk nichts anderes ĂŒbrig, als sich zu ergeben. Die tĂ€glichen AktivitĂ€ten von jedermann wurden nun von den Islamisten genau beobachtet und unter die Lupe genommen.

In einem Zeitraum von vier Monaten wurden etwa 30.000 politische Gefangene gehĂ€ngt, nur weil vermutet wurde, dass ihre LoyalitĂ€t bei anti-theokratischen Widerstandsgruppen, vor allem der PMOI, war – VorfĂ€lle, die von den Medien weitgehend ignoriert wurden.

Dies sind nur einige wenige Beispiele fĂŒr die GrĂ€ueltaten der Islamisten, die ein einst blĂŒhendes und sich modernisierendes Land unter ihre Kontrolle gebracht haben. Informationen ĂŒber ihre Verbrechen gegen die Menschlichkeit wĂŒrden mehrere BĂŒcher fĂŒllen. So schlimm das alles auch sein mag, man muss verstehen, dass die RealitĂ€t noch viel, viel schlimmer ist. Die Islamistische Republik Iran wurde nach Angaben von Human Rights Watch weltweit fĂŒhrend bei der Hinrichtung von Kindern. Das gesetzliche Heiratsalter fĂŒr MĂ€dchen wurde auf 9 Jahre herabgesetzt. Frauen brauchten die Zustimmung ihrer Eltern, um zu heiraten, und MĂ€dchen konnten sich nicht gegen die Entscheidung ihrer Erziehungsberechtigten wehren, sie zu verheiraten.

Es mag schwer sein, zu glauben, dass eine solche mörderische Kraft so leicht und schnell an die Macht kommen konnte. Es ist wichtig zu verstehen, dass die Islamisten und ihre AnhĂ€nger jahrzehntelang verdeckt in einer Gesellschaft arbeiten, um die Menschen zu tĂ€uschen und an die Spitze zu gelangen. Der Regimewechsel im Iran war eine akribisch geplante Übernahme, die niemand kommen sah. Die Bereitschaft der Islamisten, geduldig zu sein, um ihre Kontrolle ĂŒber die Gesellschaft zu komplettieren, ist nicht zu unterschĂ€tzen.

Trotzdem wir das alles offen lesen können, werden viele immer noch denken, dass es unmöglich ist, dass so etwas in ihrem Land passiert. Was sie nicht verstehen, ist, dass der Iran ein Beispiel dafĂŒr ist, wie erfolgreich diese akribische Machtergreifung sein kann.

Angesichts dieser klugen und berechnenden Strategien verfolgen Islamisten in anderen LĂ€ndern einschließlich des Westens dieselben Techniken auf dem Weg zur Machtergreifung. Es ist ein ruhiger, subtiler Prozess, bis zu dem Moment, an dem man aufwacht ohne Rechte, in einer Kultur der Angst und ohne Garantie, dass man in Freiheit leben oder sogar den nĂ€chsten Tag erleben wird.

Nun sind die Islamisten, von denen fast alle schon im Scheinwerferlicht gestanden haben, nicht nur seit fast vier Jahrzehnten an der Macht, sie haben ihre expansionistische Ideologie auf andere Nationen ausgedehnt und den ersten Preis als weltweit fĂŒhrender staatlicher Sponsor von Terrorismus und unter seinen fĂŒhrenden Henkern zu sein gewonnen.

Dies ist eine Geschichtsstunde, die zu ignorieren sich westliche und nicht-islamistische LĂ€nder nicht leisten können. Es geht nicht nur um Geschichte, es geht auch darum, was in jedem Moment, in jedem Land, passieren kann. Es geht darum, was gerade jetzt passiert, unter unseren Augen – in Ostasien, Kanada, SĂŒdamerika und Europa. Die einzige Verteidigung besteht darin, sie zu erkennen und sie bei ihren Wurzeln zu packen, bevor sie die Gelegenheit haben, Eure Politiker zu umwerben. Sobald sie sich mehr um ihre PopularitĂ€t bei den WĂ€hlern sorgen als um die Zukunft des Landes, in dem sie gewĂ€hlt werden, habt Ihr fertig. Sobald sie die Kontrolle ĂŒber die Wahlurnen haben, wird es mehr und mehr Kontrolle ĂŒber jeden Aspekt Eures Lebens geben, jede Zukunft zerstören, die Ihr geplant hattet, und das Land, das Ihr einst geliebt hattet, in TrĂŒmmern zurĂŒcklassen.

Dr. Majid Rafizadeh ist Business-Stratege und Berater, Harvard-gebildeter Gelehrter, Politologe, Vorstandsmitglied der Harvard International Review und PrĂ€sident des International American Council on the Middle East. Er ist Autor mehrerer BĂŒcher ĂŒber den Islam und die US-Außenpolitik. Er ist erreichbar unter Dr.Rafizadeh@Post.Harvard.Edu

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 26. Februar 2018 um 15:06 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik, Weltreligionen.