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Die Wiederkunft Christi zum Gericht – biblische Leitlinien

Mittwoch 13. Dezember 2017 von Dr. Joachim Cochlovius


Dr. Joachim Cochlovius

1.) Jesus Christus ist ewiger Prophet, Priester und K├Ânig

Prophet ist Christus seit Ewigkeiten, denn er ist das Wort Gottes. Als Mensch gewordener Gottessohn ├╝bte er das Prophetenamt in Israel aus. Seit seiner H├Âllen- und Himmelfahrt und Erh├Âhung ├╝bt er es durch den Heiligen Geist an der ganzen Menschheit aus. Sein Priesteramt ├╝bt er aus, seitdem er in den Himmel eingegangen ist (Hebr. 9,24). Priester sein bedeutet, dass er die Not der Welt zu Gottes Thron tr├Ągt und Gottes Segen in die Welt bringt. Sein K├Ânigsamt wird er nach seiner Wiederkunft auf der neuen Erde im Neuen Jerusalem ewig aus├╝ben (Luk 1,33). Vorher mu├č er in Gottes Auftrag das B├Âse und den B├Âsen richten (Apg 10,42; 17,31). Im Alten Testament ist das K├Ânigsamt immer mit dem Richteramt verbunden. Die 7-fach versiegelte Schriftrolle (Offb 5,1) ist die Einsetzungsurkunde zum Richter und K├Ânig. Die Entsiegelungen l├Âsen die Gerichte aus, die aufgeschlagene Rolle dokumentiert den Beginn des K├Ânigtums.

2.) Das biblische Zeugnis

Die sichtbare, leibliche Wiederkunft Jesu Christi┬áist durch zahlreiche biblische Aussagen belegt. Eine Auswahl: Mt 24,27ff.; 26,64; Joh 14,3; Apg 1,11; Phil 3,20f.; Offb 1,7; 19,11ff. Christus kommt auf einem wei├čen Pferd (Kampfsymbol, zeigt die bevorstehenden Gerichtsakte), ebenso sind die Feueraugen, das Schwert aus seinem Mund (Offb 19,11-15) und sein blutgetr├Ąnkter Mantel (Jes 63,1-3) Hinweise auf seine Gerichte. Im Apostolischen Glaubensbekenntnis hei├čt es: ÔÇ×Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die TotenÔÇť.

3.) Die geistliche Erweckung Israels

Sacharja spricht von einem Drittel des Volkes (Sach 12,8f). Es sind diejenigen, die trotz der Verf├╝hrung und Verfolgung durch den falschen Messias an ihrer Hoffnung auf den vom Himmel kommenden wahren Messias festgehalten haben. Wenn sie Christus sehen, empfangen sie „den Geist der Gnade und des Gebets“ (Sach 12,10). Es sind Angeh├Ârige aller St├Ąmme┬áIsraels. Sie┬áwerden in einem ersch├╝tternden Bu├čgebet Jesaja 53 sprechen. Paulus k├╝ndigt dieses Geschehen in R├Âm 11,26f an: „So wird das ganze Israel gerettet werden“. Die Geretteten werden in die Gemeinde Jesu inkorporiert und mit ihr in den Himmel entr├╝ckt. „Die Ersten werden die Letzten sein“ (Mt 19,30).

4.) Die vier abschlie├čenden Gerichtsakte Christi bei seiner Wiederkunft

4.1 Der erste Gerichtsakt

Der wahre Christus richtet den falschen Christus und den falschen Propheten, denn sie haben Gott gel├Ąstert, Israel verf├╝hrt und verfolgt und die V├Âlker sich gef├╝gig gemacht. Beide Gestalten werden in den Feuersee geworfen (Offb 19,20).

4.2 Der zweite Gerichtsakt

Die ÔÇ×K├Ânige der Erde und ihre HeereÔÇť werden gerichtet (Offb 19,19.21). Sie haben sich versammelt, um gegen Christus zu k├Ąmpfen (Joel 4,1f). Jerusalem wird zum Laststein f├╝r die V├Âlker, an dem sich die christusfeindlichen V├Âlkerheere blutig heben (Sach 12,3). Gott lacht ihrer (Ps 2,4). Sie kommen alle elend um (Sach 14,12f). Christus schl├Ągt sie allein mit seinem Wort (Offb 19,15).

4.3 Der dritte Gerichtsakt

Der dritte und der vierte Gerichtsakt finden gleichzeitig statt. Der dritte Akt ist das Gericht ├╝ber die Toten. Das Endgericht wird in Offb 20 in zwei Etappen beschrieben. Zun├Ąchst werden Gerichtsthrone aufgestellt f├╝r 24 himmlische Priester├Ąlteste. Die j├╝dischen M├Ąrtyrer erhalten einen neuen unzerst├Ârbaren Leib und werden am Gericht beteiligt. Die Zeit des Gerichts wird mit 1000 Jahren angegeben (evtl. Symbolzahl f├╝r die ganze Menschheit). In der Mitte steht Christi wei├čer Thron. Die Toten stehen in ihrem Totenleib vor dem Thron. Juden werden nach Gottes schriftlichem Gesetz, Heiden nach ihren Gedanken und ihrem Gewissen beurteilt (R├Âm 2,11-16). Der Mensch erntet, was er ges├Ąt hat (Gal 6,7). Im Lebensbuch stehen diejenigen, die im Endgericht durch Christi Gnade gerettet werden. Die Gemeinde Jesu ist durch die Entr├╝ckung geistlich mit Christus vereinigt und kommt nicht in das Endgericht (Joh 5,24).

4.4 Der vierte Gerichtsakt

Das Gericht ├╝ber Satan. Es findet parallel zum Gericht ├╝ber die Toten in den 1000 Jahren statt. Als Dauerankl├Ąger der Menschheit darf Satan nicht am Endgericht teilnehmen, sondern wird w├Ąhrend dessen gebunden im Abgrund festgehalten. Danach wird er kurz freigelassen, sammelt D├Ąmonenheere (Gog und Magog), belagert erfolglos die christustreuen Juden und Jerusalem und wird dann in den Feuersee geworfen. Die Zeit seines Gebundenseins hat bei ihm keine Sinnes├Ąnderung bewirkt.

5.) Die Neusch├Âpfung von Himmel und Erde und das Neue Jerusalem

Ein neuer Himmel und eine neue Erde werden erschaffen. Schon in Dan 7,27 werden die K├Ânigsherrschaft Israels und die ewige Gottesherrschaft auf der neuen Erde geweissagt. Die j├╝dischen M├Ąrtyrer, die zu Beginn der 1000 Jahre einen unzerst├Ârbaren neuen Leib erhalten haben und am Endgericht beteiligt waren, werden Christus in Ewigkeit dienen. In Offb 21 bis 22,5 wird das Neue Jerusalem auf der neuen Erde geschildert. Dort steht der Thron des Lammes.┬áJetzt beginnt die eigentliche K├Ânigsherrschaft Christi, die ihm auf der 7-fach versiegelten Schriftrolle zugesprochen ist. Im Neuen Jerusalem wird das Zentrum der neuen Menschheit sein. Dorthin pilgern die Menschen, um Christus zu huldigen (Sach 8,22; Offb 21,24-26).

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 13. Dezember 2017 um 19:03 und abgelegt unter Gemeinde, Israel, Theologie.