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Sind Kritiker homosexueller Praxis homophob?

Montag 19. Juni 2017 von Pastor Klaus JĂŒrgen Diehl


Pastor Klaus JĂŒrgen Diehl

In der Diskussion um die ethische Bewertung homosexueller Lebenspraxis wird den Kritikern immer hĂ€ufiger vorgeworfen, sie seien homophob. 
 Ähnliches widerfĂ€hrt ĂŒbrigens denen, die aus theologischen GrĂŒnden den Islam ablehnen: Ihnen unterstellt man, islamophob zu sein. Homophobie bzw. Islamophobie sind inzwischen zu gern benutzten Schlagworten avanciert, die eine sachliche Auseinandersetzung ĂŒber strittige Überzeugungen offensichtlich sinnlos erscheinen lassen sollen. Denn wer von einer Phobie bestimmt wird, leidet unter einer pathologischen Angststörung, die sein rationales Verhalten einschrĂ€nkt, wenn nicht gar unmöglich macht.

Wer homophob ist, wird von einem irrationalen AngstgefĂŒhl gegenĂŒber Homosexuellen geleitet, weswegen ein sachliches GesprĂ€ch nicht mehr möglich ist. Es sei denn, der Betreffende lasse seine krankhafte Homophobie erfolgreich therapeutisch behandeln. Die Verwendung des Begriffs Homophobie ist bestenfalls die gedankenlose Abwehr einer missliebigen Überzeugung. Vermutlich stellt sie aber eher eine bewusst kalkulierte Diffamierung dar, mit der man Kritiker der HomosexualitĂ€t in die Ecke psychisch gestörter Angsthasen stellen möchte.

So einfach aber möchte ich es meinen Kontrahenten in dieser Frage nicht machen. Ich habe keine Angst vor Homosexuellen; im Gegenteil! Wo ich ihnen begegnet bin, bin ich auf liebenswerte Menschen gestoßen, die nicht selten eine grĂ¶ĂŸere SensibilitĂ€t und Empathie auszeichnet als die sogenannten heterosexuellen „Normalos“. Wenn ich im Blick auf ihre Lebensweise dennoch zu gegenteiliger Auffassung gelangt bin, dann nicht aus einem AngstgefĂŒhl Homosexuellen gegenĂŒber, sondern aus in der Bibel begrĂŒndeter Einsicht heraus. Das, was mich von homosexuell Lebenden in der ethischen EinschĂ€tzung ihrer Lebensweise trennt, rĂŒhrt aus einem kontroversen BibelverstĂ€ndnis her. Und eben darĂŒber mĂŒsste man zunĂ€chst streiten und herauszufinden versuchen, inwieweit die Bibel auch in ihren ethischen Aussagen zeitlos Verbindlichkeit fĂŒr Christen beanspruchen kann bzw. nach welchen Kriterien ich solche Aussagen heute glaube relativieren zu können.

Pastor Klaus JĂŒrgen Diehl

war von 1971 bis 1995 Bundeswart/GeneralsekretĂ€r des CVJM-Westbundes, danach bis zu seinem Ruhestand 2008 Leiter des Amtes fĂŒr Missionarische Dienste der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dieser Text erschien zuerst in idea Spektrum.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 19. Juni 2017 um 12:37 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik, Sexualethik.