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Predigt √ľber das Christusbekenntnis des Petrus (Mk 8,27-33): Wie kann ich Jesus erkennen?

Freitag 2. Juni 2017 von Johann Hesse


Johann Hesse

Unterwegs nach Cäsarea Philippi

Jesus hatte in der galil√§ischen Stadt Betsaida einen Blinden geheilt, der Geburtsstadt der beiden Br√ľder Andreas und des Philippus. Betsaida lag an der Nordostseite des Sees Genezareth, wo der Jordan vom Norden kommend in den See flie√üt. Von hier wanderten Jesus und die J√ľnger hinauf in das fruchtbare Quellgebiet des Jordans unterhalb des 2.800 Meter hohen Hermons in das Gebiet um die Stadt C√§sarea Philippi. Um diese Gegend zu erreichen, war eine Strecke von 35 km zu laufen. Jesus und die J√ľnger wanderten durch eine wundersch√∂ne Landschaft mit √ľppiger Vegetation immer am Flusslauf entlang, so dass die Trinkwasserversorgung zu jeder Zeit gesichert war.

C√§sarea Philippi war eine heidnisch-hellenistisch gepr√§gte Stadt und bekannt f√ľr sein Pan-Heiligtum, das direkt an einer der Jordanquellen lag (Banjas). In dieser landschaftlich reizvollen Umgebung und in sicherer Entfernung des religi√∂s aufgeheizten Jerusalems (160 km) kam es zu einem Gespr√§ch zwischen Jesus und den J√ľngern √ľber die Identit√§t Jesu.

Das Christusbekenntnis des Petrus

Und Jesus ging fort mit seinen J√ľngern in die D√∂rfer bei C√§sarea Philippi. Und auf dem Wege fragte er seine J√ľnger und sprach zu ihnen: Wer, sagen die Leute, dass ich sei?¬† Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der T√§ufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten.¬†Und er fragte sie: Ihr aber, wer, sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten. ¬†Und er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den √Ąltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und get√∂tet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen. Und Petrus nahm ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um, sah seine J√ľnger an und bedrohte Petrus und sprach: Geh weg von mir, Satan! Denn du meinst nicht, was g√∂ttlich, sondern was menschlich ist. (Mk 8,27-33).

Petrus bekennt in diesem Dialog Jesus als den Christus und Sohn des lebendigen Gottes. Damit stand er ganz im Gegensatz zur Mehrheitsmeinung in Israel, denn das Volk hielt Jesus f√ľr einen der Propheten. Wie konnte Paulus Jesus als den Messias erkennen und bekennen? Wir wollen dieser Frage auf den Grund gehen und frage, wie wir Jesus als Messias und Gottessohn erkennen und bekennen k√∂nnen.

1          Höre nicht auf Meinungen

1.1¬†¬†¬†¬†¬†¬† Die Vielfalt der Meinungen √ľber Jesus

Wer, sagen die Leute, dass ich sei? Sie antworteten ihm: Einige sagen, du seist Johannes der T√§ufer; einige sagen, du seist Elia; andere, du seist einer der Propheten (Mk 8,27-28). Wir sehen bereits an der Antwort, dass Jesus damals in aller Munde war. Die Menschen machten sich Gedanken √ľber Jesus, der Blinde heilte, der den Tauben die Ohren √∂ffnete, der den Stummen die Sprache wiedergab, der Brot vermehrte und St√ľrme stillen konnte. Die Antwort der J√ľnger verr√§t uns auch, was die Menschen in Israel damals √ľber Jesus dachten und f√ľr wen sie ihn hielten:

a.) Johannes der T√§ufer: Johannes der T√§ufer war zu diesem Zeitpunkt bereits hingerichtet worden. Ganz Israel hatte in ihm einen Propheten Gottes gesehen. Je bekannter Jesus wurde, desto mehr kam das Ger√ľcht in Umlauf, Johannes der T√§ufer k√∂nnte von den Toten auferstanden sein. Jesus wurde f√ľr eine Reinkarnation des Johannes gehalten. Selbst Herodes glaubte das. Als er die Ger√ľchte und das Gerede √ľber Jesus h√∂rte, sagte er: ‚ÄěEs ist Johannes, den ich enthauptet habe, der ist auferstanden‚Äú (Mk 6,16).

b.) Elia, der Prophet: Elia galt in Israel als einer der wichtigsten Propheten und man hatte die Erwartung, dass er auftreten w√ľrde, bevor der Messias kommen w√ľrde. Denn Gott hatte durch den Propheten Maleachi gesagt: ‚ÄěIch will euch senden den Propheten Elia, ehe der gro√üe und schreckliche Tag des Herrn kommt‚Äú (Maleachi 3,23). Jesus beeindruckte die Menschen so sehr, dass sie Jesus f√ľr Elia hielten. Sie sahen in ihm also den Vorl√§ufer des Messias.

c.) Einer der Propheten: Andere wiederum sahen in Jesus einen anderen der alten Propheten. Es wurde dar√ľber spekuliert, ob nicht Jeremia oder ein anderer Prophet von den Toten auferstanden sei, um nun das Volk zu Gott zur√ľckzurufen: ‚ÄěAndere sagten aber, es sei einer der alten Propheten auferstanden‚Äú. Bei Matth√§us lesen wir, dass die Menschen besonders an Jeremia dachten (Mt 16,14).

Alle diese Spekulationen √ľber Jesus gingen auf eine Prophetie zur√ľck, die der Herr 1.400 Jahre fr√ľher gegeben hatte. So hatte Mose gesagt: ‚ÄěEinen Propheten wie mich wird dir der Herr, dein Gott, erwecken aus dir und deinen Br√ľdern‚Äú (5 Mose 18,15). Das Volk sah in Jesus, seinen Taten und Worten, die Erf√ľllung dieser Zusage. Die Meinungen der Menschen waren vielf√§ltig, doch alle hielten Jesus f√ľr einen von Gott bevollm√§chtigten und gesandten Propheten. Auch wird deutlich, dass im ganzen Volk √ľber Jesus geredet wurde. Seine Taten und Worte waren so au√üergew√∂hnlich, dass die Menschen f√∂rmlich gezwungen waren, Stellung zu beziehen und sich eine Meinung zu bilden.

1.2¬†¬†¬†¬†¬†¬† Die Vielfalt der Meinungen √ľber Jesus heute

Bis heute fordert uns die Person Jesus heraus. Wir m√ľssen Stellung beziehen und eine Antwort auf die Frage finden, wer er ist. Tats√§chlich machen sich die Menschen seit 2.000¬† Jahren Gedanken √ľber Jesus. √úber keine Person der Menschheitsgeschichte wurden so viele B√ľcher geschrieben. Das Buch, das von ihm handelt, die Bibel, ist mit Abstand das meistverkaufte, meistgelesene und meist√ľbersetzte Buch der Weltgeschichte. Allein das Internet liefert 890 Millionen Eintr√§ge zum Namen Jesus. Die Meinungen √ľber Jesus sind un√ľberschaubar. Wer ist Jesus? Ich m√∂chte hier nur ein paar Meinungen unserer Zeit skizzenhaft nennen:

a.) Jesus als Vorbild: So wie die Juden sich zur Zeit Jesu darauf einigen konnten, dass er ein Prophet gewesen sei, k√∂nnen sich die Menschen von heute darauf einigen, dass Jesus ein gro√ües Vorbild war: ‚ÄěDie modernen Bestseller (√ľber Jesus) zeigen Jesus so, wie ihn der heutige Mensch lieber sieht: als biologisch normal ausgestatteten, nicht von einer Jungfrau, sondern infolge eines sexuellen Aktes geborenen Mann, dessen Wirken nicht auf einem himmlisch-metaphysischen Erl√∂sungsakt beruht, sondern innerhalb des Rahmens der Naturgesetze steht. Jesus wird hier wegen seines vorbildlichen Lebens geliebt und seiner Lehre vom Vorrang der Liebe.‚Äú (Sybille T√∂nnies).

b.) Der schlechthin abh√§ngige Jesus: F√ľr den Theologen Schleiermacher war Jesus ein Mensch, der das ‚Äěvollkommene Gottesbewusstsein‚Äú verk√∂rperte. Christen eifern Jesus nach, um wie er in einem Gef√ľhl der schlechthinnigen Abh√§ngigkeit zu leben wie er.

c.) Der adoptierte Jesus: Nach dieser Theorie war Jesus ein normaler Mensch, den Gott ausw√§hlte und als Sohn adoptierte, um seinen Willen zu verk√ľnden.

d.) Der Kaschmir-Jesus: Jesus war demnach ein Prophet, der nicht am Kreuz starb, sondern nach Kaschmir ging zu den verlorenen St√§mmen, dort eine Familie gr√ľndete und starb.

e.) Der √∂kologische Jesus: Jesus war f√ľr Franz Alt nicht nur Theologe, sondern auch √Ėkologe. Durch ihn und in seiner Nachfolge finden wir wieder zum Einklang mit der Sch√∂pfung.

f.) Der islamisierte Jesus: Im Koran, der 600 Jahre n. Chr. aufgeschrieben wurde, wird Jesus ebenfalls als Prophet verstanden. Die Muslime sehen ihn also ganz ähnlich wie die Juden zur Zeit Jesu. Jesus war nicht der Sohn Gottes, sondern ein Prophet und damit aus islamischer Sicht ein Vorläufer des Propheten Mohammed.

Allen diesen Jesus-Bildern ist gemeinsam, dass sie einen Aspekt betonen, der nicht falsch ist, diesen aber √ľberh√∂hen. Man nennt dies auch selektive Rezeption. Der Kern seiner Identit√§t wird dabei aber verfehlt und sein wahres Wesen nicht erkannt.

1.3       Höre nicht auf Meinungen

Wie kann ich Jesus erkennen? Eine erste Grundregel, die wir hier lernen k√∂nnen. H√∂re nicht auf Meinungen, denn die k√∂nnen in die Irre f√ľhren. Meinungen √ľber Jesus enthalten oft √ľberbetonte Halbwahrheiten, so dass das wahre Wesen Jesu nicht erkannt wird. Auch liegt die Meinung der Mehrheit oft daneben. So auch in der Frage nach der Identit√§t Jesu – damals und heute. Wahrheit wird nicht nach Stimmen gez√§hlt, sondern von Gott offenbart.

2          Suche das direkte Gespräch

‚ÄěUnd er fragte sie: Ihr aber, wer, sagt ihr, dass ich sei? Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Du bist der Christus! Und er gebot ihnen, dass sie niemandem von ihm sagen sollten.‚Äú (Mk 8,29)

Jesus fragt nun die J√ľnger: F√ľr wen haltet ihr mich? Die Antwort des Petrus war eine zweiteilige, von der der Evangelist Markus den ersten Teil berichtet: ‚ÄěDu bist der Christus!‚Äú Matth√§us berichtet uns die etwas l√§ngere Fassung: ‚ÄěDu bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn!‚Äú (Mt 16,16). Petrus legt hier ein Doppelbekenntnis ab, in dem er bekennt, dass Jesus der verhei√üene Messias und der Sohn des lebendigen Gottes ist.

2.1       Jesus ist der verheißene Messias

Petrus bekennt sich zu dem Christus. Christus ist die griechische √úbersetzung des hebr√§ischen ha‚Äėmaschiach. Das bedeutet der mit √Ėl Gesalbte. Die K√∂nige Israels wurden mit √Ėl gesalbt. Darum wurde der K√∂nig in Israel auch der Messias (ha‚Äėmaschiach) genannt. Der Christus! Petrus erkennt in Jesus nicht einen auferstandenen Propheten wie die Masse des Volkes, sondern den Messias Gottes, den die Propheten als kommenden Erl√∂ser der Menschheit und des Volkes Israel angek√ľndigt hatten. Das Bekenntnis des Petrus war also viel mehr. Petrus hatte in Jesus Christus die personifizierte Erf√ľllung aller messianischen Hoffnungen und Erwartungen Israels und damit indirekt auch der Menschheit erkannt.

2.2       Jesus ist der Sohn des lebendigen Gottes

Im zweiten Teil seines Bekenntnisses bekannte Petrus, dass Jesus kein normaler Mensch war, sondern der Sohn des lebendigen Gottes. Nur kurze Zeit nach diesem Bekenntnis des Petrus zur messianischen und g√∂ttlichen Identit√§t Jesu bekannte sich Gott selbst auf dem Berg der Verkl√§rung zu seinem Sohn Jesus Christus: ‚ÄěDas ist mein lieber Sohn, den sollt ihr h√∂ren‚Äú (Mk 9,7). Dieser Jesus, der da als Mensch vor den J√ľngern stand, war von Ewigkeit her beim Vater gewesen: ‚ÄěIm Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist….Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit‚Äú (Joh 1,1-14).

2.3       In der Begegnung erkennen

Petrus konnte zu dieser Erkenntnis nur gelangen, weil er Jesus unmittelbar begegnete und mit Jesus sprach. Petrus hatte Jesus begleitet, er hatte seine Wunder gesehen, sein Verhalten studiert und seine Worte mit den Worten der Bibel verglichen. Aus dieser persönlichen Begegnung und im direkten Gespräch mit Jesus konnte die Christus-Erkenntnis entstehen.

Wenn wir heute frage, wer Jesus wirklich ist, dann brauchen wir diese unmittelbare Begegnung und das direkte Gespr√§ch mit Jesus. Wir m√ľssen uns ihm aussetzen und mit ihm √ľber uns, √ľber Gott und √ľber die Bibel sprechen. Das ist m√∂glich, weil Jesus lebt. Wenn Du Jesus als den erkennen willst, der er wirklich ist, dann suche die Begegnung und das Gespr√§ch mit ihm: Jesus hier bin ich! Wer bist du? Ich will dich erkennen! Ich will dich verstehen! Ich will nicht Meinungen √ľbernehmen! Ich will von dir wissen, wer du wirklich bist. Zeige dich mir! Lass mich dich erkennen, damit ich dich bekennen kann.

3          Erwarte Hilfe von oben

Wir haben bereits gesehen, dass Matth√§us noch einige zus√§tzliche Informationen bietet. So antwortete Jesus auf das Bekenntnis des Petrus mit folgenden Worten: ‚ÄěSelig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel‚Äú (Mt 16,17).

3.1       Der Verstand erkennt Jesus nicht aus sich heraus

Jesus macht hier deutlich, dass wir Jesus Christus niemals aus uns heraus als Messias und Sohn Gottes erkennen k√∂nnen: ‚ÄěDenn Fleisch und Blut haben dir das nicht offenbart‚Äú. Petrus hatte Jesus nicht von sich aus erkannt, sondern Gott √∂ffnete ihm daf√ľr die Augen des Herzens: ‚ÄěMein Vater im Himmel hat es dir offenbart‚Äú. Wenn wir also fragen: ‚ÄěWie kann ich Jesus erkennen?‚Äú, dann m√ľssen wir wissen, dass wir Hilfe brauchen. Hilfe von oben. Um Jesus zu erkennen, m√ľssen wir unseren Verstand zwar nicht ausschalten. Das w√§re ein gro√ües Missverst√§ndnis. Der Verstand reicht allerdings nicht aus, um in Jesus den Messias und Sohn Gottes zu erkennen. Der Verstand braucht Hilfe von au√üen. Gott muss von au√üen und oben her eingreifen, damit wir seinen Sohn Jesus erkennen k√∂nnen.

3.2       Die Gabe des Heiligen Geistes

Zehn Tage nach Christi Himmelfahrt und f√ľnfzig Tage nach Ostern fand das erste Pfingstfest statt (hebr√§isch: Schavuot / Wochenfest). Der Geist Gottes wurde auf die J√ľnger ausgegossen, wie Jesus es angek√ľndigt hatte: ‚ÄěUnd ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und ihr werdet meine Zeugen sein‚Äú (Apg 1,8).

Jesus hatte die Kraft des Heiligen Geistes versprochen. Dieser kam damals mit Brausen und Feuerzungen auf die in Jerusalem versammelten J√ľnger. Jesus hatte die Ausgie√üung des Geistes als Tr√∂ster und Beistand in den Abschiedsreden angek√ľndigt und das Werk des Geistes erkl√§rt:

‚ÄěAber der Tr√∂ster (Beistand), der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe‚Äú (Joh 14,25).

‚ÄěWenn aber der Tr√∂ster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir‚Äú (Joh 15,26).

Der Geist Gottes kommt von au√üen und von oben zu uns und schlie√üt uns die Worte und die Lehre Jesu auf. Dieser Geist offenbart uns, wer Jesus ist, denn er legt Zeugnis ab von Jesus. Der Geist Gottes will dir pers√∂nlich offenbaren, dass Jesus der Messias und Sohn Gottes ist, in dem Du die Vergebung deiner S√ľnden, die Vers√∂hnung mit Gott und die Hoffnung auf die Auferstehung von den Toten findest.

Der Geist Gottes erleuchtet meinen Verstand, so dass ich plötzlich erkennen kann: Jesus ist nicht nur ein Mensch, nicht nur ein Vorbild, nicht nur ein Prophet, nicht nur ein Wundertäter: Er ist tatsächlich der Messias und Sohn des lebendigen Gottes.

3.3       Was muss ich tun?

Willst Du unabhängig von den Meinungen der Menschen erkennen, wer Jesus wirklich ist? Hast Du Sehnsucht, ihn in der Klarheit zu erkennen, wie ihn Petrus erkannte? Dann brauchst Du deinen Verstand nicht ausschalten. Aber Du brauchst mehr als Verstand. Du brauchst den Geist Gottes. Bitte den himmlischen Vater, dass er dir dein ganz persönliches Pfingstfest schenkt. Dass er dir den Geist Gottes schenkt, der dir hilft, Jesus zu erkennen als Messias und Sohn Gottes, deinen Heiland, Herrn und Gott.

4          Erkenne ihn in Tod und Auferstehung

Petrus hatte bekannt: ‚ÄěDu bist der Christus‚Äú. Daraufhin machte Jesus eine Anweisung: Sie sollten dies noch nicht weitersagen. Warum gab Jesus diese Anweisung? Sie hatte mit dem Zeitplan Gottes und dem Weg des Messias zu tun. Jesus w√ľrde sich sp√§ter vor dem Hohen Rat zu seiner Messianit√§t und Gottessohnschaft bekennen. Auf dieses Bekenntnis hin wurde er zum Tode verurteilt. Die J√ľnger hatten noch nicht verstanden, dass dieser Messias leiden, sterben und auferstehen musste. Petrus hatte sich Jesus als den Messias bekannt, doch er hatte die Vorstellung, dass dieser Messias die Macht der R√∂mer brechen und sie aus dem Lande werfen w√ľrde. Petrus korrigierte dieses Messiasverst√§ndnis:

‚ÄěUnd er fing an, sie zu lehren: Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den √Ąltesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und get√∂tet werden und nach drei Tagen auferstehen. Und er redete das Wort frei und offen‚Äú (Mk 8,31-32).

4.1       Der leidende Messias

Jesus zeichnete hier prophetisch seinen Weg vor. Der Menschensohn (das ist der Messiastitel aus dem Propheten Daniel 7) wird viel leiden, er wird von den f√ľhrenden Theologen und F√ľhrern des Volkes gepr√ľft, abgelehnt und get√∂tet werden. Der Messias sollte nicht kommen, um die Herrschaft der R√∂mer, sondern um die Herrschaft der S√ľnde, des Todes und des Teufels zu brechen.

4.2       Der auferstandene Messias

Doch Jesus sagt auch voraus, dass er nach drei Tagen auferstehen werde. Der Messias muss leiden, sterben und auferstehen. In der Auferstehung wird der Sieg √ľber die S√ľnde, den Tod und den Teufel offenbar gemacht. Gott, der Vater, stellt sich zu seinem Sohn und zu den Worten und Taten des Messias. In seiner Auferstehung bekr√§ftigt der Vater: Dies ist mein geliebter Sohn. Dem sollt ihr gehorchen und dem sollt ihr folgen. Wer ihm folgt, geh√∂rt zu mir. Wer ihn erkennt, erkennt mich.

4.3       Willst du Jesus erkennen?

Wie kann ich Jesus erkennen? Wie kann ich Jesus bekennen, so wie Petrus ihn erkannte und bekannte? Indem Du deine S√ľnden erkennst! Indem Du dich als S√ľnder begreifst! Sieh, dein Leben an! Du kannst so vor Gott nicht bestehen. Gottes Wort sagt: ‚ÄěDu sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Gem√ľt … Du sollst deinen N√§chsten lieben wie dich selbst‚Äú (Mt 22,37.39). St√§ndig √ľbertreten wir diese beiden h√∂chsten Gebote und alle anderen Gebote auch. Du sollst in deinem Herzen nicht hassen, ehebrechen, neidisch oder eifers√ľchtig sein. Du sollst nicht l√ľgen und l√§stern. Du sollst nicht stehlen. Du sollst den Feiertag heiligen und die Eltern ehren. Wir sollen den Namen Gottes nicht missbrauchen. √úberall wirst Du schuldig. Jesus musste leiden und sterben um deine Schuld zu bezahlen. Wir brauchen einen leidenden und sterbenden Messias, um mit Gott ins Reine zu kommen.

Wenn Du das glaubst und dem gekreuzigten Messias deine S√ľnden bekennst, dann wirst Du ihn erkennen, wie er und wer er wirklich ist. Dann wird er sich dir als der auferstandene Christus und Gottessohn offenbaren. Dann wirst Du begreifen, dass Jesus mehr war als ein Prophet Gottes. Du wirst ihn erkennen als Messias, Gottessohn, Herrn und Erl√∂ser – wahrer Mensch und wahrer Gott.

Amen

Johann Hesse, Predigt zum Pfingstfest am Sonntag, den 4. Juni 2017 in Walsrode-D√ľshorn

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 2. Juni 2017 um 17:41 und abgelegt unter Predigten / Andachten.