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Wo bleibt der Mann? – Teil II

Dienstag 22. April 2008 von Christian Hausen


Christian Hausen

Wo bleibt der Mann? – Teil II
Seine Abwertung durch Gender-Mainstreaming

7. Gezielte Sprachverwirrung der Gender-Ideologen

„Unser Volk, das ja nicht nur ein Volk der Dichter und Denker, sondern vor allem der Erfinder und Ingenieure ist, wird von der Muttersprache des Wissens abgeschnitten, die seit Luther eine wissenschaftlich-technische Revolution nach der anderen, eine hohe InnovationsfĂ€higkeit hervorbrachte“ (Klaus DĂ€ĂŸler). Warum wird nicht frank und frei ein deutscher Begriff gewĂ€hlt? Man kann mit dem Stilkritiker Wolf Schneider mitfĂŒhlen, der sein neuestes Buch betitelt: „Speak German. Warum Deutsch manchmal besser ist“. Wörtlich ĂŒbersetzt heißt Gender Mainstreaming etwa so: Hauptstrom im Sinne des sozialen Geschlechts. Um das unklare Wort richtig zu deuten, lautet die amtliche Definition: „Gender Mainstreaming besteht in der (Re-)Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung von Entscheidungsprozessen, so daß von den Akteur/Innen, die ĂŒblicherweise in Entscheidungsprozesse eingebunden sind, eine Perspektive der Gleichberechtigung der Geschlechter in allen Vorgehensweisen, auf allen Ebenen und in allen Phasen eingenommen wird“ (Council of Europe). Der beschönigende Charakter kommt in dem Wort “gut” zum Vorschein. Am erschreckendsten ist der Absolutismus, der mit Demokratie nichts zu tun hat, nĂ€mlich ausgedrĂŒckt durch das dreifache Wort „allen“.

Beispielhaft fĂŒr die Freude an Fremdwörtern ist der Versuch, den Diskursbegriff zu klĂ€ren: „Diskurs ist das Netzwerk von Textzirkulationen, womit sowohl materielle, institutionelle Ereignisse als auch symbolische oder unsichtbare Effekte gemeint sind“ (Regina Frey). Bei GM gilt offenbar das Bonmot: „Ein Wort anzubieten bedeutet eine Welt anzubieten“ (Paula-Irene Villa). In der Tat bietet bereits erhebliche Schwierigkeiten, eine eindeutige Übersetzung von „Gender“ ins Deutsche zu finden. Nach dem Oxford-Duden von 1996/97 wird Gender als grammatisches Geschlecht, als Genus bezeichnet. Das Paar Ideologie und Irritation hat sich als Strategie bewĂ€hrt. Man denke etwa an den Nationalsozialismus oder den Kommunismus. Bezeichnend ist regelmĂ€ĂŸig die BegrĂŒndungsarmut. Hinzu kommen Bestrebungen, den „Gegner“, also den Mann, zu diskriminieren sowie dessen Denk- und Handlungsweise ins LĂ€cherliche zu ziehen. Ich habe mir ĂŒber diese Art des Vorgehens interdisziplinĂ€r Gedanken gemacht und kam im Kontext mit dem ideologischen Erfolgsprinzip zu den „vier B“.

a) Bildungsarmut: Es mangelt an der Übersicht und Gesamtschau des selektiv vorgehenden Traditionskritikers,

b) Beschimpfungen: Die hilflos wirkenden Glaubensgegner lenken mit Verbalinjurien und Verunglimpfungen zulasten des GegenĂŒbers von ihren Argumentationsdefiziten ab,

c) BegrĂŒndungslosigkeit: Man beschrĂ€nkt sich im Wesentlichen auf reine Behauptungen und tut so, als ob es sich um SelbstverstĂ€ndlichkeiten handelt, die zur Allgemeinbildung gehören,

d) BeschrĂ€nkungslust: Vom Gegner nicht erreichte Ziele werden hervorgekehrt, ohne daß die erheblich grĂ¶ĂŸeren Eigendefizite eingerĂ€umt werden.

AuffĂ€llig ist, daß in anderen Staaten diese feministischen Errungenschaften nicht ĂŒbernommen wurden, selbst in dem progressiven DĂ€nemark, in dem z. B. eine Bischöfin mit „Frau Bischof“ angeredet wird, ein mĂ€nnlicher Krankenpfleger traditionell mit „Krankenschwester“. Selten ist in Zeitungen zu lesen, daß etwa jemand „unter die RĂ€uber/Innen gefallen“ ist. Begriffe wie „Terrorist/Innen“ oder „Dieb/Innen“ kommen in den Medien bei Unkenntnis ĂŒber die IdentitĂ€t der Kriminellen nicht vor. Die Doppelungen mit „innen“ sind nach den Forderungen des Feminismus und der daraus zumindest teilweise abgeleiteten „Political Correctness“ nur mit positiver Ausrichtung zu verwenden. Das wird auch in der „Bibel in korrekter Sprache“ deutlich, wo zwar immer wieder von der Göttin die Rede ist, nicht aber von einer Teufelin oder Satanin.

Überhaupt wird das Problem der MĂ€nner immer akuter. Sie gelten in wissenschaftlichen Kreisen immer mehr als das schwĂ€chere Geschlecht. Die GesprĂ€chsbereitschaft lĂ€sst nach, MĂ€nner antworten zu selten oder nur ausweichend (Wiek, Hurrelmann, Simmank). Dabei können MĂ€nner doch so positiv auf die Gesellschaft einwirken. Der Leiter der „Promise Keepers“, Pastor J. Metzger, drĂŒckt das so aus: „Der politische Wandel beginnt mit dem einzelnen Menschen. Wenn Sie einen Mann verwandeln, dann verwandeln Sie die Familie. Wenn Sie die Familie verwandeln, dann verwandeln Sie die Stadt. Wenn Sie die Stadt verwandeln, dann verwandeln Sie die Nation.“ MĂ€nnliche und weibliche Gehirne unterscheiden sich in etwa einem Dutzend anatomischer Merkmale. Das mĂ€nnliche ist grĂ¶ĂŸer, und zwar um durchschnittlich etwa 10 %. Allerdings arbeitet es vergleichsweise asymmetrisch: Wenn MĂ€nner sprechen, dann ist vor allem die linke GehirnhĂ€lfte aktiv. Bei Frauen hingegen arbeiten die rechte und die linke GehirnhĂ€lfte zusammen.

Heute mĂŒssen die weniger sprachbegabten MĂ€nner z. T. Schweres durchmachen: Man denke etwa an die VorwĂ€nde in Sorgerechtsprozessen, mit welchen es Frauen immer wieder schaffen, den VĂ€tern das Recht, mit ihren Kindern zu verkehren, vorzuenthalten. Frauen konnten im tiefsten Mittelalter erstaunliche Positionen erreichen im WirtschaftsgefĂŒge von StĂ€dten; der soziale Status der Frau war mitnichten nur schlicht, aber man kann auch nicht generell von Emanzipation sprechen.“ Die Frau war eigentlich seit eh und je die „graue Eminenz“. Hören wir eine echt emanzipierte Frau: Es war so, „daß Frauen zu allen Zeiten, zu allen gesellschaftlichen Stellungen, unabhĂ€ngig von Religion oder Weltanschauung, mehr oder minder aus dem Verborgenen Einfluss geĂŒbt haben. Meine Auslegung des hĂ€ufig negativ zitierten biblischen UntertĂ€nigkeitsgebots (Epheser 5) lautet: WĂ€hrend wir uns unserer WĂŒrde und unseres Wertes bewusst bleiben, stĂ€rken wir unsere Umwelt (Partner, Kind, Eltern) und bauen sie auf“ (Dagmar Schmidt). BestĂ€tigt wird dies durch Äußerungen der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamaro, deren Erfolgroman „Anima mundi“ gerade ins Deutsche ĂŒbersetzt worden ist: „Frauen sind MĂ€nnern ĂŒberlegen, davon bin ich ĂŒberzeugt. Das ist die Tragödie der Frauen“ (Spiegel Interview). Das heißt im Klartext, daß die Forderung der Frau, dem Mann untertan zu sein, das Verlangen zum verantwortungsbewußten StĂ€rken des schwachen Partners bedeutet. Diese Untersuchungen zeigen, daß die MĂ€nner gar nicht die Überlegenen sind, auch wenn sie bei einem sportlichen Vergleich in vielen Disziplinen Sieger sein werden, so sind sie im seelischen Bereich regelmĂ€ĂŸig schwĂ€cher.

Dabei hat die Wissenschaft lĂ€ngst erkannt: VĂ€ter sind durch nichts zu ersetzen. Darauf hat der Ethiker Thomas Schirrmacher in seinem Buch „Moderne VĂ€ter – weder Waschlappen noch Despoten“ aufmerksam gemacht. Es heißt darin u. a.: „Die psychologische oder physische Abwesenheit der VĂ€ter von Familien ist eine der grĂ¶ĂŸten unterschĂ€tzten Tragödien unserer Zeit“. Ein Drittel der Kinder wĂŒrden unter den Folgen einer mĂ€nnerlosen Erziehung leiden. Es komme ĂŒberdurchschnittlich zu Schulversagen, Drogensucht und sozialen AuffĂ€lligkeiten. MĂ€dchen mit einer fehlenden oder gestörten Vaterbindung wĂŒrden hĂ€ufiger Opfer von Mißbrauch und öfter als Teenager schwanger. Es bleibt dabei: Frauen und MĂ€nner sind bei ihrer Unterschiedlichkeit gleichwertig und können einander in wunderbarer Weise ergĂ€nzen.

8. Verantwortungslose Finanzierung gesetzwidriger Praktiken

Die Gender-Ideologie will nicht nur die Lage der Menschen Ă€ndern, sondern die Menschen selbst. Das allein bedeutet schon einen unermeßlichen Aufwand, um die Umwandlung zu finanzieren. Wichtig fĂŒr die Propagandisten ist der Einfluß auf die Kinder. So sollen sie möglichst frĂŒh sexualisiert werden. DafĂŒr sorgt die Bundeszentrale fĂŒr gesundheitliche AufklĂ€rung (BZgA). In dem Heft „MĂ€dchensache(n)“ findet man Folgendes: „So wie die meisten Menschen beim Thema Sex neugierig sind, fragen sich viele auch, was lesbische Frauen im Bett (oder sonst wo
) machen. Bei MĂ€dchen, die mit MĂ€dchen zusammen sind ist es nicht anders, als bei anderen Paaren auch: Sie machen alles, worauf sie Lust haben. Das kann KĂŒssen oder Streicheln sein, mit dem Mund, der Zunge oder den Fingern.“ Die Publizistin und Mutter von drei Kindern Gabriele Kuby denkt darĂŒber sehr kritisch: „Dies ist die Familienpolitik eines Staates, der von der demografischen Krise in seiner Existenz bedroht ist. Weil Gender Mainstreaming die globale und nationale Agenda mit oberster PrioritĂ€t ist, kann das Problem des Familienzusammenbruchs, der massenhaften Tötung ungeborener Kinder und der sinkenden Geburtenrate nicht gelöst werden. Die von Staat und Medien betriebene moralische ZerrĂŒttung des Volkes ist die Wurzel des Übels“ (Pro Conscientia).

Ein „Ratgeber fĂŒr Eltern zur kindlichen Sexualerziehung vom ersten bis zum dritten Lebensjahr“ fordert Eltern auf, das Kind beim Saubermachen zu kitzeln und an verschiedenen Stellen zu kĂŒssen. Die Stadt Berlin, die fĂŒr sich mit „am aber sexy“ wirbt, offeriert eine Anleitung zur Homosexualisierung der SchĂŒler, u. a. in den FĂ€chern Deutsch und Ethik; die „Handreichung fĂŒr weiterfĂŒhrende Schulen“ mit einem Umfang von 198 Seiten hat der Senat zum Thema „lesbische und schwule Lebensweisen“ herausgegeben. Der Staat finanziert eine Vielzahl von LehrstĂŒhlen an deutschen UniversitĂ€ten fĂŒr „Gender Studies“. Die familienfeindliche Lehre wird vom Staat in einer Weise unterstĂŒtzt, welche im Laufe der Geschichte wohl einmalig ist. Das gipfelt im „GenderKompetenzZentrum“ an der Berliner Humboldt-UniversitĂ€t. Das Bundesfamilienministerium ist Sponsor. Die kritische Publizistin Kuby spricht von der „Kaderschmiede“.

FĂŒr das bereits erwĂ€hnte Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz wurde eine Antidiskriminierungsstelle geschaffen mit einem Etat von jĂ€hrlich wenigstens 5 Millionen €. Es soll die vermeintlich diskriminierten Personen bei ihren Kontrollen ĂŒber die Meinungsfreiheit unterstĂŒtzen. Letztlich werden damit – wie im Dritten Reich – Bestrebungen, andere Menschen zu denunzieren, unterstĂŒtzt. HĂ€lt man sich vor Augen, mit welchen SchĂ€den die Wirtschaft im Zusammenhang mit dem Antidiskriminierungsgesetz rechnet, so geht es um zig Milliarden jĂ€hrlich. „Der Spiegel“ zĂ€hlt noch weitere kostspielige Gender-Projekte auf: In jedem Berliner Bezirksamt hĂ€ngt am Schwarzen Brett inzwischen ein Fortschrittsbericht der „Gender-GeschĂ€ftsstelle“. Das Verkehrsministerium zahlte 324000 € fĂŒr das Papier „Gender Mainstreaming im StĂ€dte-Bau“. 180000 € hat das Bundesumweltministerium fĂŒr die Studie „Gender Greenstreaming“ zur VerfĂŒgung gestellt; es sei geschlechterpolitisch sinnvoll, wenn es auch „MotorsĂ€genkurse fĂŒr Frauen“ gĂ€be.

Nun sollen Milliarden fĂŒr den Krippenausbau ausgegeben werden, und zwar nicht nur fĂŒr eine Notmaßnahme, z. B. zugunsten alleinerziehender MĂŒtter. Es handelt sich hier auch um einen Ausfluss des GM: Geld wird fĂŒr etwas ausgegeben, das nicht nachgewiesen konstruktiv ist.

In Bezug auf den finanziellen Aufwand allein schon ist es opportun, in Bezug auf GM „zurĂŒckzurudern“.

9. Gender Mainstreaming ist antichristlich

Die Anlehnung an den Marxismus indiziert bereits das Antichristliche – auch wenn es mit der Ideologie so manche naive Verantwortliche gut meinen. Die Entlehnung außerchristlicher Elemente, insbesondere in der EU, bewirkt, daß eine Ideologie, die nicht mit der christlich-abendlĂ€ndischen Kultur konform geht, eingefĂŒhrt worden ist. Dabei hat sich das Christentum in Europa und Deutschland bewĂ€hrt; der positive Einfluss kann nicht dadurch wegdiskutiert werden, daß es zu AusfĂ€llen gekommen ist, welche auf bibelwidriges Handeln zurĂŒckzufĂŒhren sind. Man denke etwa an die KreuzzĂŒge, Inquisitionen oder Hexenverbrennungen. Die VorzĂŒge christlich orientierter Lebens- und Handlungsweisen ĂŒberwiegen bei Weitem.

Die Leugnung der christlichen Errungenschaften – etwa in der EU – wirkt als historische LĂŒge, zumal es in Europa kaum einen etwas grĂ¶ĂŸeren Ort gibt, ohne daß mindestens eine Kirche herausragt. Kaum ein Komponist, Maler oder Dichter von Weltrang ist in seiner Kunst ohne die christliche Grundlage zu erfassen. Stellvertretend wird der norddeutsche Schriftsteller und NobelpreistrĂ€ger Thomas Mann zitiert: Es werde „auf der kulturellen Christlichkeit abendlĂ€ndischen Menschentums mit aller Freiheit und Festigkeit bestanden werden mĂŒssen“. Nach Auffassung des Literaten seien wieder herzustellen „die Gebote des Christentums, aus ihnen muß das Grundgesetz fĂŒr das zukĂŒnftige Zusammenleben der Völker abgeleitet werden, vor dem alle sich werden beugen mĂŒssen“.

Man denke etwa auch an bekennende Nichtchristen wie Sonja Zekri und ihren Artikel „Lob der Gottlosigkeit“ aus der Kulturabteilung der „SĂŒddeutschen Zeitung“. Sie beginnt mit den Worten „Halleluja! Plötzlich wollen alle wieder glauben“, und beschreibt in bewegenden Formulierungen die Verunsicherung der Atheisten im Blick auf die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse: „Studien belegen, daß fromme Menschen gesĂŒnder und glĂŒcklicher leben und besser wirtschaften, womit Gottlosigkeit nicht nur zum Gesundheitsrisiko, sondern auch zum Armutsfaktor wird“.

Gender Mainstreaming findet in der Heiligen Schrift keine Grundlage. Gott schuf den Menschen als „einen Mann und eine Frau“ (Genesis 1, 27). So heißt es, daß die Frau „des Mannes Ehre“ sei (1. Korinther 11, 7). Ein Anlaß fĂŒr GM könnte der Ärger ĂŒber Verse sein wie das Gebot, daß die Frau in der Gemeinde schweigen soll, um daheim ihren Mann zu fragen (1. Korinther 14, 35) oder „die Frauen seien untertan ihren MĂ€nnern“ (Epheser 5, 22). Die Empörung von Frauen, auch MĂ€nnern, kann man verstehen. Die historisch-kritische Forschung hat viel versucht, um diese Passagen zu eliminieren. Spöttisch könnte man den Bibelkritikern unterstellen, daß die Worte „in der Gemeinde“ hinzugefĂŒgt seien, also eigentlich Frauen immer schweigen sollten. Nach den Gesetzen der Logik lĂ€ĂŸt sich aber folgende Auffassung vertreten: Der Apostel hatte diese Verse, die Frauen zu diskriminieren scheinen, in weiser Vorausschau gewĂ€hlt, letztlich um GM zu verhindern! Dabei mag tröstlich sein, daß nach Paulus die Menschen einander untertan sein sollen, also auch der Mann der Frau (Epheser 5, 21).

Heute wird in vielen Bereichen nach Vorbildern gesucht. Tatkraft ist etwas, das dem heutigen Mann dringend zu empfehlen ist. Vom Apostel Paulus kann man wirklich nicht sagen, daß er etwa im negativen Sinne „weich“ gewesen sei. Mut und Tatkraft haben ihn ausgezeichnet. Eine zentrale Vorschrift bei ihm ist: „Wachet, steht im Glauben, seid mĂ€nnlich und seid stark!“ (1. Korinther 16, 13). Das hat nichts mit autoritĂ€rem Gehabe zu tun, zumal es im folgenden Vers heißt: „Alle eure Dinge lasset in der Liebe geschehen“. Patriarchalische Exzesse schließen den Gedanken der Liebe bereits aus logischen GrĂŒnden aus. Mit einer liebevollen Gesinnung kann ein Mann auch ohne weiteres „Familienoberhaupt“ sein, auch wenn es mancher Frau nicht gefĂ€llt.

Der vollkommene Mann ist weder Macho noch Weichei (Paulus spricht von „Weichlingen“ im 1. Korinther 6, 9), aber er ist ein Streiter fĂŒr das Gute. „Die Kampfbereitschaft eines Mannes zeigt sich nicht im Kampf um die eigene Ehre, sondern darin, daß er fĂŒr die Wahrheit eintritt mit allem, was ihm zur VerfĂŒgung steht“ (so der Chemiker Dr. Daniel Meinzer). Das bedeutet, daß man auch zur Wahrheit steht, selbst am Arbeitsplatz, auch wenn es unbequem und mit Nachteilen verbunden ist. Man muß sich nur vor Augen halten, was eine Vielzahl von großen Denkern bestĂ€tigt: „Der Mensch ist unheilbar religiös“. Die Gender-AnhĂ€nger mĂŒssen sich ehrlich sagen, daß ihre Perspektive letztlich auch religiösen Charakter hat. Sie scheuen aber den öffentlichen Disput.

Man darf auch nicht ĂŒbersehen, daß aus christlicher Perspektive die VerfĂŒhrung eine erhebliche Rolle in unserer Gesellschaft spielt. Die Demagogie hat besonders bei den großen vernichtenden Ideologien des 20sten Jahrhunderts maßgeblichen Einfluß gehabt. Paulus ist bewußt, daß sich Gottes Gegenspieler durchaus als „Engel des Lichts“ verstellt (2. Korinther 11, 14). Nach dem Gesagten trifft dies zumindest teilweise fĂŒr GM zu.

Nun ist es durchaus nachvollziehbar, daß derartige AusfĂŒhrungen Gender-Ideologen stören. Allein schon die biblischen Äußerungen ĂŒber die verantwortungsschwere Stellung des Mannes wirken als Sakrileg. Das gilt auch fĂŒr die persönliche Beziehung des Menschen mit Jesus Christus, weil diese in gewisser Hinsicht auch die Subordination des Menschen beinhaltet.

10. Unvereinbarkeit von Gender Mainstreaming
mit kirchlichem Bildungsauftrag

Die Gender-Ideologie ist bei aller Nettigkeit der Kirchen nicht wĂŒrdig. Die katholische hĂ€lt sich zurĂŒck und fĂ€hrt damit gut; die evangelische hat sich dem neuen Diktat teilweise unterworfen. Die Nordelbische Kirche hat selbst verfĂŒgt, daß die Menschen befĂ€higt werden sollen, in ihrem Glauben kritikfĂ€hig gegenĂŒber menschlichen Ideologien zu werden (NEK Synode online, Februar 2008). Diese Organisation erweckt den Eindruck, als ob sie einfache Regelungen wie die des Grundgesetzes ĂŒber die Gleichberechtigung geistig nicht erfaßt hat.

Grundlage ist eine Synodalentscheidungvon 2004. Es wird die Gender-Ideologie im vollen Umfang ĂŒbernommen, ohne Anhaltspunkte dafĂŒr, daß sich die EntscheidungstrĂ€ger wissenschaftlich und kritisch damit auseinandergesetzt haben. Die Synode beschließt das Konzept zur Umsetzung des Gender-Mainstreaming-Verfahrens und bittet die Kirchengemeinden, Kirchenkreise sowie die Dienste, Werke und Einrichtungen, dieses „bis zum Jahre 2010 zu implementieren“. Die EU-Förderprogramme, insbesondere der EU-Strukturfonds – sind an die ErfĂŒllung des Gender-Mainstreaming-Prinzips gebunden. Insbesondere die Diakonischen Werke, die Fördermittel beantragen, mĂŒssen bereits jetzt das Prinzip anwenden. „Stellungnahmen, Positionsbestimmungen und Forderungen zu wichtigen gesellschaftlichen und kirchlichen Themen werden kĂŒnftig nur mit der Gender-Perspektive vollstĂ€ndig, angemessen und zureichend erscheinen.“

Nun ist die NEK seitdem wirklich aktiv gewesen. Sie hat die Umsetzung bereits in die Wege geleitet. Dem Juristen fallen besonders zwei Handlungsbereiche auf. ZunĂ€chst irritiert der „Kirchliche Arbeitnehmerinnen Tarifvertrag (KAT) vom 01.12.2006“. AuffĂ€llig ist, daß es hier nicht nur um das bisherige feministische „I“ geht, sondern um die rein weibliche Formulierung. Der Begriff „Arbeitnehmerin“ ist in dem Gesetz Standard. Die MĂ€nner kommen allenfalls nebenbei vor, und zwar im zweiten Absatz von § 1: „Die im Tarifvertrag verwendete Bezeichnung Arbeitnehmerin umfaßt weibliche und mĂ€nnliche Arbeitnehmer“. Der Leser denkt hier unvermittelt an Satire.

Entsprechendes gilt auch fĂŒr die „Bibel in gerechter Sprache“, die zu einem großen Teil von der LĂŒbecker Bischöfin Frau Wartenberg-Potter verantwortet wird. In der PrĂ€ambel der „Verfassung der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche“ heißt es u. a.: Sie ist verpflichtet, „VerfĂ€lschungen abzuwehren“. Die „Bibel in gerechter Sprache“ weist ehrlich auf die „Mitwirkenden“ hin. Die Bischöfin ist auf S. 2400 aufgefĂŒhrt im „Beirat zur Förderung, UnterstĂŒtzung und Begleitung des Projektes“. Anstatt die Überwachungspflicht zu erfĂŒllen, hat sie selbst die kirchliche Verfassung mit FĂŒĂŸen getreten. Das ergibt sich aus dem Gutachten des Theologieprofessors und Altbischofs Ulrich Wilckens. Die Fassung sei von einer „tiefen HĂ€resie“, also von Irrlehre durchzogen. Er wirft seiner spĂ€teren Nachfolgerin auf dem Bischofsstuhl VersĂ€umnisse ihres geistlichen WĂ€chteramtes vor. Der Begriff „Vater“ fĂŒr Gott wird vermieden. Damit wird das Wesen des biblischen Gottes mutwillig verĂ€ndert. Jesus erscheint nicht als Sohn Gottes und Erlöser, sondern als „vorbildlicher Mensch“, der den Menschen die weiblichen ZĂŒge seiner Gotteserfahrung nahe bringt. Die gutachterliche Stellungnahme unterstreicht, daß es sich hier im juristischen Sinne um eine „UrkundenfĂ€lschung“ nach § 267 StGB handelt. Danach muß mit einer Freiheitsstrafe bis zu fĂŒnf Jahren derjenige (fĂŒr die Betreffenden auch: „diejenige“) rechnen, der (die) zur TĂ€uschung im Rechtsverkehr eine echte Urkunde verfĂ€lscht. Als solche lĂ€ĂŸt sich der Urtext der Heiligen Schrift ansehen. Man muß bei dem Produkt wohl von „selbstgerechter Bibel“ reden.

Das Ratsmitglied der EKD Peter Hahne schrieb in den „LĂŒbecker Nachrichten“: „Schade um die schönen RegenwĂ€lder, denn diese private Pseudo-Bibel ist die Druckerinnen- und DruckerschwĂ€rze nicht wert. Da wollen Spießer eine große, alte Kultur in ihre kleine, ideologische Welt zwingen.“ Der „Spiegel“ spottet ĂŒber die „Frauenpower-Bibel“ und stellt sie als „nicht seriös“ hin. Die Übersetzer ĂŒbersehen aber, daß sie sich letztlich auf eine Stufe mit den Nazis gestellt haben. Im Dritten Reich wurde auch „zeitgerecht“ an theologischen LehrstĂŒhlen verkĂŒndet, daß Jesaja 53 erst um 800 nach Christi Geburt von den Juden erfunden worden sei, um den arischen Völkern einen Schuldkomplex zu suggerieren, damit sie besser ausgebeutet werden konnten (Meskemper in „Erneuerung und Abwehr“). Die Feministen wollen offensichtlich mit ihrer neuen Bibel den „Patriarchen“ einblĂ€uen, daß sie aufgrund ihrer SchuldgefĂŒhle gegenĂŒber Frauen und Juden angeblich Zukunftsweisendes bejahen und fördern sollen. Wie war das doch damals bei den Nationalsozialisten mit den BemĂŒhungen um eine „völkische Evangelienharmonie“? Haben die Feministinnen von den Nazis gelernt, wie man Zensur ausĂŒbt? Immerhin hat die Kirchliche Sammlung den RĂŒcktritt von Bischöfin Wartenberg-Potter gefordert.

Ich sehe hier intellektuelle Probleme der NEK. Aufgefallen ist mir, der ich einige Jahrzehnte in SĂŒddeutschland gelebt habe, daß es in der Nordelbischen Kirche weder eine Akademie (wie in Bad Boll oder in Tutzing) gibt, ferner es an einer Autobahnkirche fehlt und schließlich der epd-Wochenspiegel nicht Regionalseiten fĂŒr die Nordelbische Kirche bietet.

In der Synode im Februar 2008 wurde ĂŒber die erfolgte Umsetzung berichtet, vorgesehen war, daß bis zum Jahr 2010 das Gleichstellungskonzept vollstĂ€ndig umgesetzt werden sollte. Bedauert wurde, daß der Gender-Gedanke sich in der Kirche nur langsam durchsetze, etwa die geschlechterspezifische Besetzung von AusschĂŒssen zu wenig beachtet werde. So wurde in Bezug auf die Problematik „hĂ€usliche Gewalt“ das Vorurteil verfestigt, MĂ€nner seien immer die TĂ€ter und Frauen ausschließlich die Opfer. Die BemĂŒhungen des nordelbischen MĂ€nnerbeauftragten Thomas Schollas, eine gewisse Ausgewogenheit zu erreichen, waren vergeblich. Zwar berichtet die Synode begeistert von der „großen Resonanz“ (einer Tagung mit den Ministerien Schleswig-Holsteins), sie rĂ€umt aber ein, daß Gender Mainstreaming „einer breiteren Öffentlichkeit“ noch nicht bekannt und sichtbar sei.

Das Gemeindeglied wird hellhörig, wenn dann die Rede von den „Informationen ĂŒber wissenschaftliche Erkenntnisse der Geschlechterforschung“ ist. Zumindest lĂ€ĂŸt sich nicht so ohne weiteres in den kirchlichen BeschlĂŒssen die Wissenschaftlichkeit erkennen, man muß den Verantwortlichen viel glauben! Vor allem gibt es keine Hinweise dafĂŒr, daß insoweit Forschung getrieben wird mit der Maßgabe, daß sie ergebnisoffen ist. Den Alleinerziehenden wird bereits rein optisch mehr als doppelt so viel Raum eingerĂ€umt wie der Ehe. Der Familienbegriff wird ausgeweitet. Die Synode spricht von „Ein-Elternteil-Familien“. Es heißt dann – entgegen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen –, „daß homosexuelle Orientierung zur IndividualitĂ€t und IdentitĂ€t zahlreicher Menschen unablösbar hinzugehört. Daher muß eine entsprechende Lebensgestaltung möglich sein“. Die Synodalen haben nicht einmal gemerkt, daß es nach dem Stand der Forschung keine homosexuelle „IdentitĂ€t“ gibt. Sie handelten bereits im Vorgriff auf Gender Mainstreaming, die Ideologie, die ja bekanntlich dem Menschen suggeriert, seine Befindlichkeiten seien Grundlage fĂŒr seine Selbstidentifikation. Der geistige Austausch ist nicht gewĂŒnscht.

Es handelt sich hier um ein allgemeines gesellschaftliches Problem, wobei zutiefst zu bedauern ist, daß sich die profilierte Evangelische Kirche, die bald ein halbes Jahrtausend lang die geistige Entwicklung in Deutschland bestimmt hat, nunmehr an den Zeitgeist verkauft hat. Gesetz und Rechtsprechung kennen den Begriff „Kartell“. Gedacht ist an Verhinderung, EinschrĂ€nkung und VerfĂ€lschung des Wettbewerbs in der Wirtschaft. Auch hier gibt es Parallelen zur NEK. Es sind in theologischer und gesellschaftlicher Hinsicht Monopole gebildet worden, wobei es am geistigen Wettbewerb fehlt (z. B. hat die historisch-kritische Forschung die Deutungshoheit inne und trĂ€gt zur ‚kumulativen Marktabschottungswirkung’ bei. Wenn ĂŒberhaupt, dann mĂŒĂŸte doch bei BeschlĂŒssen, die eindeutig gegen den Wortlaut der Bibel verstoßen, wenigstens Einstimmigkeit gefordert sein. Das synodale Verhalten in Bezug auf GM berechtigt zu der in der Christenheit immer wieder auftauchenden Frage, wieweit gesetzestreue Gemeindeglieder den BeschlĂŒssen Folge leisten sollen. Auch wenn es sich rein formal um Empfehlungen handelt – etwa vergleichbar mit den „Richtlinien der EU“ –, wird von Bischöfen, Pröpsten, Pastoren und Kirchenvorstandsmitgliedern letztlich doch erwartet, sich jenen zu unterwerfen. Wenn etwas gegen den „reformatorischen Ordre Public“ verstĂ¶ĂŸt, so muß, wie im Grundgesetz vorgesehen, den Gemeinden ein Widerstandsrecht zuerkannt werden. Die Bibel kennt ja das Postulat, Gott mehr als den Menschen zu gehorchen!

Die Bibel ist sehr streng mit den Pastoren, die ja – ĂŒbersetzt – Hirten sein sollen. Jesus spricht von sich indirekt als dem guten Hirten, der sein Leben fĂŒr die Schafe lĂ€ĂŸt. „Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verlĂ€ĂŸt die Schafe und flieht; und der Wolf erhascht und zerstreut die Schafe“ (Johannes 10, 12). Es erhebt sich die Frage, wieweit es korrekt ist, diejenigen, die den „Wolf im Schafspelz“, das nett erscheinende GM, haben kommen sehen und die Herde verlassen, als Mietlinge anzusehen sind. Die Kirche, der die Gesellschaft das NĂ€chstenliebegebot zu verdanken hat, mĂŒĂŸte gerade danach lechzen, die MĂ€nnerverhöhnungen zu unterbinden. Die Bezeichnung als „Volltrottel“ könnte man vielleicht noch scherzhaft hinnehmen, wenn aber die FDP-Politikerin Cornelia Pieper den Mann als „halbes Wesen“ bezeichnet, als einen Unfertigen, der „von der Evolution und dem weiblichen Geschlecht ĂŒberholt“ worden sei, dann wird es höchst kritisch. Radikalfeministinnen wie Andrea Dworkins sprechen unverblĂŒmt ĂŒber die Erforderlichkeit der MĂ€nnervernichtung – das erinnert an die Eingangsworte von Sartre. Die Kirche könnte fordern: Geist statt Feminismus! In beeindruckender Weise engagiert sich die bekehrte Sozialistin, nĂ€mlich die Soziologin und Publizistin Gabriele Kuby, selbst Mutter von drei Kindern. Sie fragt: „Warum verschließt sich die Bundesrepublik den wissenschaftlichen Erkenntnissen

Wenn es der NEK schwer fĂ€llt, sich von einer Frau belehren zu lassen, bietet sich ein wissenschaftliches Institut an, an welchem Frauen und MĂ€nner arbeiten. Es handelt sich sogar um eine christliche Organisation mit dem Namen „Deutsches Institut fĂŒr Jugend und Gesellschaft“ in Reichelsheim/Odenwald. Dieses gibt regelmĂ€ĂŸig Bulletins heraus, die gerade Gender-Mainstreaming betreffende Probleme behandeln. Echte Forschung ist anstrengend. Es gibt in der Bibel ein gutes Beispiel: Paulus ist stolz darauf, „viel mehr gearbeitet“ zu haben, als alle anderen (2. Korinther 11, 239. In diesem Kontext verweist er aber auch darauf, daß das alles Gnade gewesen sei. Hier wird der Gedanke der BipolaritĂ€t und Kontrastharmonie sehr deutlich: MĂ€nner dĂŒrfen stolz sein auf das Geleistete, geben aber Gott die Ehre. GegensĂ€tzlich Erscheinendes paßt gut zusammen, wenn es in kluger Weise miteinander verbunden wird. FĂŒr die NEK bedeutet dies: SelbstverstĂ€ndlich sich optimal fĂŒr die Geschlechtergerechtigkeit einsetzen, aber Abstand nehmen von der tiefen Verbeugung vor der christentumsfeindlichen GM-Ideologie. Das grundsĂ€tzlich begrĂŒĂŸenswerte Anliegen der Kirche lĂ€ĂŸt sich viel besser statt durch die Modeströmung durch solide biblische Grundlagen in die Tat umsetzen. Die staatliche und die Nordelbische Kirchenverfassung brauchen das Surrogat nicht.

Die Nordelbische Kirche soll sich auch von ihren denkenden Mitgliedern gelegentlich etwas sagen lassen: „Was wir erleben, ist eine Reform eher von oben“(Professor Hans-JĂŒrgen Benedict). Wo bleibt das viel gerĂŒhmte allgemeine Priestertum? Wo spĂŒrt man noch Luthers Geisteskraft: „Der Kaiser muß kein Christ sein, es genĂŒgt, daß er Vernunft besitzt“? Protestanten sind erschĂŒttert, wenn sie vom katholischen weltbekannten Journalisten Peter Scholl-Latour hören mĂŒssen, daß der Protestantismus sich nicht mehr im Siechtum befinde, sondern bereits gestorben sei. Es ist schon auffallend, daß die Schwesternkirche um ein Vielfaches öfter in den Medien vorkommt als die Evangelischen – Mitte April 2008 wieder der Papst im Zusammenhang mit seiner US-Reise, mit welcher er gerade die Protestanten stark beeindruckt hat.

Im Ergebnis lĂ€ĂŸt sich festhalten, daß der deutsche Mann sich offensichtlich im Gender-Gewirr verlaufen hat. Es wird höchste Zeit, daß er sein Mannsein wieder findet. Dazu gehört nicht nur scharfe Kritik gegen die Ideologie des Gender Mainstreaming, sondern auch aktives Handeln. Es wĂ€re eine schöne Aufgabe der MĂ€nner, nunmehr mit Geist, Scharfsinn, Witz und auch emotionaler Intelligenz Staat und Kirche auf deren Verantwortungslosigkeit in Bezug auf GM hinzuweisen. Dabei soll durchaus in bipolarer Weise auf den gutmenschlichen Charakter der Ideen aufmerksam gemacht werden. So schön das neue Gemeinschaftsdenken auch ist – einen „Zwangskonsens“ hatten wir bereits in den Großideologien des vergangenen Jahrhunderts.

Gender Mainstreaming ist kein einfach zu behandelndes Thema. Man muß nicht alles in diesem Beitrag verstanden haben. Hilfreich ist vielleicht folgende Überlegung: Marxisten und Sozialisten leiden immer noch sehr darunter, daß ihre Ideologie im Ostblock gescheitert ist. Mit Hilfe des Gedankenguts aus der 68er Kulturrevolution haben sie sich gesagt, daß sie retten mĂŒssten, was zu retten ist. Entstanden ist die Ideologie der „Politischen Korrektheit“ mit dem freundlichen Grundgedanken, Minderheiten zu schĂŒtzen, sowie GM mit der Idee, ĂŒber die Aufhebung der Geschlechtsunterschiede die Gleichberechtigung der Frau durch Überzeichnung zu erreichen. Es ist nicht meine Art, andere bloßzustellen. Die GM-Aktivisten sollten aber nicht vergessen, daß ein Verbrecher wie Reichs-Propagandaminister Joseph Goebbels die Umfunktionierung von traditionell BewĂ€hrtem ĂŒber eine Bewußtseinsrevolution realisieren wollten. Zumindest die Gebildeten unter den jetzigen RevolutionĂ€ren sollten die Sorgen ihrer geistigen Kontrahenten respektieren. Sie mĂŒssen auch verstehen, daß, wenn sie mit AggressivitĂ€t und autoritĂ€rem Gehabe vorgehen, die Mittel begrenzt sind, ihnen nur mit „Engelszungen“ zu begegnen. Das Handeln der arrogant und indoktrinĂ€r wirkenden EntscheidungstrĂ€ger muß bei aller Achtung vor ihrer Person bekĂ€mpft werden. Daß sich manch unfreundliches Wort nicht vermeiden lĂ€ĂŸt, liegt auf der Hand. Persönlich ist das nie gemeint – in Anlehnung an Jesus, der Menschen, die ein GedankengebĂ€ude errichten, welches auf Unredlichkeit fußt, als „Schlangenbrut“ oder „OtterngezĂŒcht“ bezeichnet. Daher kann man mit den 68ern sagen: „Die Hierarchie ist wie ein Regal, je höher, desto nutzloser“. Selbst Ironie ist zulĂ€ssig, wie der bekannte Theaterregisseur Peymann im ZDF forderte. Daß dieser Beitrag fĂŒr einige Zuhörer anstrengend gewesen sein mag, nehme ich in Kauf. Ich wĂŒnsche allen Interessierten Zivilcourage und Gottes Segen.

MĂ€nnertreff Andreaskirche 24.04.2008

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Dienstag 22. April 2008 um 16:25 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik.