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Andacht zu Kol. 2,8f.

Samstag 28. Dezember 2013 von Jörgen Bauer


Jörgen Bauer

Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegrĂŒndet auf die Lehre von Menschen und auf die MĂ€chte dieser Welt und nicht auf Christus. Denn in ihm wohnt die ganze FĂŒlle der Gottheit leibhaftig (Kolosser 2,8f).

Als ich am Morgen des Heiligen Abends den Predigttext fĂŒr den kommenden Sonntag las, der unter anderem die obigen Verse enthĂ€lt, fragte ich mich, wie das zum Heiligen Abend passt, wo es bevorzugt um die Geburt des Erlösers geht. Wie genau dieser Text zum Heiligen Abend passt, wurde mir bewusst, als ich nach der Bibellese die Tageszeitung aufschlug und die philosophisch-gutmenschlichen, religiös verbrĂ€mten Betrachtungen las, wie sie zu Weihnachten ĂŒblich sind, in denen es um Frieden, Freude, Hoffnung usw. geht.

Das ist ja alles richtig, nur bleibt es eben an der OberflĂ€che, und von daher eignet sich Weihnachten, wie zu lesen war, „auch als ein Fest fĂŒr alle Menschen und Religionen“. Aber nur sofern man an der OberflĂ€che bleibt. Nicht aber wenn es um die eigentliche Weihnachtsbotschaft und um das Evangelium geht. Denn da geht es um „Christ der Retter ist da!“ Retter aus Tod und VergĂ€nglichkeit, der den Abgrund der SĂŒnde, der uns von Gott trennt, ĂŒberwunden hat und durch den wir das ewige Leben geschenkt bekommen, wenn wir sein Heilswerk – fĂŒr unsere SĂŒnden gestorben und zu unserer Rechtfertigung auferstanden – im Glauben annehmen. Jesus muss als der einzige Weg zu Gott groß gemacht werden!

Gleich auf einer der ersten Seiten der Zeitung Ă€ußerte sich eine promovierte und wissenschaftlich qualifizierte Theologin und Psychoanalytikerin zum Thema. FĂŒr sie ist klar, dass „biblische Geschichten als Transportmittel fĂŒr tiefe Wahrheiten dienen.“ So ist, nach ihrer Ansicht, „das Weihnachtsfest voller Symbolkraft“. Mit anderen Worten: Die biblische Geschichte muss nicht wahr sein. „Der Zauber dieser wunderbaren Legende“, so die Theologin, „zeigt dass Wendungen im Leben möglich sind“. Das ist es dann, was Hoffnung vermittelt, „ebenso, wie die Tatsache, dass Gott im Unscheinbaren zu den Menschen kommt“.

Die Schlussfolgerungen als solche sind nicht falsch, aber eben nur die halbe Wahrheit und eben deshalb verfĂŒhrerisch. Philosophie und leerer Betrug – letztlich sind es nur Binsenweisheiten – gegrĂŒndet auf die Lehre der Menschen. Und gerade davor warnt der Apostel Paulus die Korinther und damit auch uns.

Und wie viele Predigten sind es, die ĂŒber Weihnachten in diesem Sinne gehalten werden? Mit ein Grund, warum wir gottesdienstliche Veranstaltungen meiden und stattdessen in die Gemeinschaftsstunde gehen. Rechte und rettende Predigt muss dem Hörer immer Jesus Christus als den Retter vor Augen fĂŒhren, ohne den wir als verlorene SĂŒnder ewig von Gott getrennt blieben. Es geht um sehr viel mehr, als um diesseitiges Friede, Freude, Eierkuchen. Es geht um die Ewigkeit und wo wir diese, ohne Jesus, zubringen mĂŒssten.

Und was auch gesagt werden muss: Jetzt kommt Jesus als armes Kind in der Krippe. Beim nĂ€chsten Mal kommt ER als der Herr aller Herren und König aller Könige und zum Weltgericht. Was nĂŒtzen uns die schönsten philosophischen Betrachtungen, wenn sie uns nicht fĂŒr Zeit und Ewigkeit gesunden lassen? Und in Sachen der gelehrten Theologin fĂ€llt mir nur der Jubelruf Jesu ein: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den UnmĂŒndigen offenbart.” (MatthĂ€us 11, 25). Und der Apostel Paulus schreibt: „Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.“ (1. Korinther 1, 21)

Von menschlicher Weisheit und Klugheit, die naturgemĂ€ĂŸ sehr begrenzt ist, hĂ€lt die Bibel ohnehin nicht sonderlich viel. Und das völlig zu Recht. Um was wir bitten mĂŒssen, sind geisterfĂŒllte Prediger, die erkannt haben um was es geht und deshalb Wegweiser auf Jesus Christus sein können. Was wir am allerwenigsten brauchen, sind mit Menschenweisheit abgefĂŒllte „TheologInnen“.

Gelobet seist du, Jesu Christ,
dass du Mensch geboren bist.
Von einer Jungfrau, das ist wahr,
des freuet sich der Engel Schar.
Kyrieleis.

Des ewgen Vaters einig Kind,
jetzt man in der Krippen findt,
in unser armes Fleisch und Blut
verkleidet sich das ewig Gut.
Kyrieleis.

Den aller Welt Kreis nie beschloss,
der liegt in Marien Schoß,
er ist ein Kindlein worden klein,
der alle Ding erhÀlt allein.
Kyrieleis.

Das ewig Licht geht da herein,
gibt der Welt einÂŽ neuen Schein,
es leucht wohl mitten in der Nacht
und uns des Lichtes Kinder macht.
Kyrieleis.

Der Sohn des Vaters, Gott von Art,
ein Gast in der Welt hier ward
und fĂŒhrt uns aus dem Jammertal,
macht uns zu Erben in seim Saal.
Kyrieleis.

Er ist auf Erden kommen arm,
dass er unser sich erbarm
und in dem Himmel machet reich
und seinen lieben Engeln gleich.
Kyrieleis.

Das hat er alles uns getan,
sein groß Lieb zu zeigen an.
Des freu sich alle Christenheit
und dank ihm des in Ewigkeit.
Kyrieleis.
Martin Luther, 1524

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 28. Dezember 2013 um 14:29 und abgelegt unter Predigten / Andachten.