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Predigt ├╝ber Psalm 68,19: Des Herrn triumphierende Himmelfahrt

Mittwoch 24. Mai 2017 von Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)


Charles Haddon Spurgeon (1834-1892)

┬źDu bist in die H├Âhe gefahren und hast das Gef├Ąngnis gefangen; Du hast Gaben empfangen f├╝r die Menschen, auch f├╝r die Abtr├╝nnigen, da├č Gott, der Herr, dennoch daselbst bleiben wird┬╗ (Psalm 68,19).

Der Berg Zion war den H├Ąnden der Jebusiter entrissen worden. Sie hatten denselben noch behauptet, nachdem das ├╝brige Land bereits eingenommen worden war; aber David hatte ihn endlich doch genommen. Dies war der Berg, der von alters her von Jehova zum Tempelplatz bestimmt war. David brachte deshalb die Lade Gottes unter freudigem Jauchzen aus dem Hause Obed-Edoms nach der St├Ątte, wo sie bleiben sollte. Dies ist die buchst├Ąbliche Tatsache, auf welche sich das Bild des Textes bezieht.

Wir befinden uns hinsichtlich der geistlichen Auslegung in keiner Verlegenheit, denn wir wenden uns zu Epheser 4,8, wo der Apostel Paulus, der mehr den Sinn als die genauen Worte der Stelle wiedergibt, sagt: ┬źEr ist aufgefahren in die H├Âhe, und hat das Gef├Ąngnis gefangen gef├╝hrt, und hat den Menschen Gaben gegeben.┬╗ Denselben Sinn finden wir Kolosser 2,15: ┬źUnd hat ausgezogen die F├╝rstent├╝mer und die Gewaltigen, und sie Schau getragen ├Âffentlich und einen Triumph aus ihnen gemacht.┬╗ Wir werden also nicht durch unsre Phantasie irre gef├╝hrt, sondern von dem klaren Licht des untr├╝glichen Wortes in der Erkl├Ąrung unsers Textes geleitet. In Davids Worten haben wir eine Anrede an unsern Herrn Jesum Christum, die sich auf seine Auffahrt zu seiner Herrlichkeit bezieht.

Unser Heiland stieg herab, als Er als S├Ąugling zur Krippe Bethlehems kam, und Er stieg ferner herab, als Er, ┬źein Mann der Schmerzen, vertraut mit Qual┬╗ wurde. Er stieg noch tiefer herab, als Er gehorsam ward bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz, und noch tiefer, als sein toter Leib ins Grab gelegt wurde. Mit Recht sagt unser Apostel: ┬źDa├č Er aber aufgefahren ist, was ist es anders, denn da├č Er zuvor hinuntergefahren ist in die untersten ├ľrter der Erde?┬╗ Lang und dunkel war das Hinabsteigen; es gab keine Tiefen der Erniedrigung, der Versuchung und der Leiden, die Er nicht ergr├╝ndete. Da Er an Stelle der S├╝nder dastand, ging Er so tief, wie die Gerechtigkeit es von den S├╝ndern erforderte, welche es gewagt hatten, das Gesetz Gottes zu mi├čachten. Der ├Ąu├čerste Abgrund der Verlassenheit h├Ârte Ihn rufen: ┬źMein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?┬╗ Tief unten im Grabe lag Er; aber sein Angesicht war nach oben gewandt, denn die Verwesung konnte Er nicht sehen.

Am dritten Tage verlie├č Er das Lager der Toten und erhob sich zum Licht der Lebendigen. Er hatte seinen herrlichen Aufstieg begonnen. Um zu beweisen, wie wirklich seine Auferstehung war, blieb Er vierzig Tage auf Erden und zeigte sich vielen Zeugen. Er gab untr├╝gliche Beweise davon, da├č Er wirklich vom Tode auferstanden war, und diese haben wir als historische Tatsachen noch heute. Er ass, um zu beweisen, da├č Er kein Phantom war. Einer legte seine Finger in seine N├Ągelmale und seine Hand in seine Seite. Selbst die Zweifel der J├╝nger wurden gebraucht, um den Beweis klarer zu machen. Die Tatsache, da├č Jesus gestorben war, wurde durch den Speerstich zweifellos festgestellt, und die Tatsache, da├č Er in materieller Gestalt wieder lebte, wurde durch die Ber├╝hrung des Thomas ebenso festgestellt. Es ist ├╝ber alle Zweifel erhaben: Jesus Christus ist auferstanden von den Toten und der Erstling geworden unter denen, die da schlafen.

Nachdem dies zweifellos festgestellt war, kam die Zeit f├╝r unsern Herrn, seine heimw├Ąrts und aufw├Ąrts gerichtete Reise fortzusetzen und zu der Herrlichkeit zur├╝ckzukehren, von welcher Er herabgekommen war. Vom ├ľlberg aus wurde Er, w├Ąhrend die J├╝nger Ihn umgaben, aufgenommen, und ┬źeine Wolke nahm Ihn vor ihren Augen weg.┬╗ Den weiteren Verlauf k├Ânnen wir nicht beschreiben. Die Einbildung und der Glaube sieht Ihn sich ├╝ber alle uns bekannten Regionen, ├╝ber jede nur denkbare H├Âhe erheben. Er n├Ąhert sich dem Himmel, und der Befehl ergeht: ┬źTut euch auf, ihr ewigen Tore, da├č der K├Ânig der Ehren einziehe.┬╗ Wie hoch Er gestiegen, nachdem Er das Perlentor passiert hat, kann uns Paulus nicht sagen, au├čer, da├č er sagt: ┬źEr ist aufgefahren ├╝ber alle Himmel┬╗, und da├č er Ihn beschreibt als Den, ┬źden Gott gesetzt hat zu seiner Rechten im Himmel, ├╝ber alle F├╝rstent├╝mer, Gewalt, Macht, Herrschaft┬╗, und ┬źder da wohnt in einem Licht, da niemand zukommen kann.┬╗ Der Mensch Christus Jesus ist zu dem Platz zur├╝ckgekehrt, von welchem seine Gottheit kam. Du, Christus, bist der K├Ânig der Ehren! Du bist der ewige Sohn des Vaters! Du thronst im h├Âchsten Himmel, bekleidet mit aller Herrlichkeit und Macht, als K├Ânig aller K├Ânige und Herr aller Herren. Deinem Namen bringen wir in Demut jetzt und in Ewigkeit unsre Hallelujas dar!

I.

Hinsichtlich des Textes selbst nun, der von der Himmelfahrt unsers gelobten Herrn handelt, wollen wir zuerst sagen, das unsers Herrn Triumph durch seine Himmelfahrt dargestellt wurde.

Er kam hierher, um Gottes und der Menschen Feinde zu bek├Ąmpfen. Es war ein furchtbarer Kampf, den der Herr nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen S├╝nde, Tod und H├Âlle, den Ha├č gegen Gott und die Liebe zur Falschheit f├╝hrte. Er kam, um unser Verfechter zu sein. Er rang, bis sein Schwei├č zu gro├čen Blutstropfen wurde; ja, Er sch├╝ttete seine Seele im Tod aus. Nachdem Er den Kampf beendet, verk├╝ndete Er durch seine R├╝ckkehr zu des Vaters Thron seinen Sieg.

Nun hat sein Hinabsteigen ein Ende. Es war nicht n├Âtig, da├č Er unter den Menschen bleibe, die Ihn verachteten. Schmach und Leiden und L├Ąsterung und Tadel ÔÇô alles ist nun weit unter Ihm. Er ist nun au├čer dem Bereich der spottenden Sadduz├Ąer und der Ihn beschuldigenden Pharis├Ąer. Der Verr├Ąter kann Ihn nicht wieder k├╝ssen; Pilatus kann Ihn nicht wieder gei├čeln und Herodes Ihn nicht mehr verspotten.

Nun war auch unsers Herrn Werk getan. Wir sind gewi├č, da├č die Absicht seiner Liebe gesichert ist, sonst w├╝rde Er zu seiner Ruhe nicht zur├╝ckgekehrt sein. Die Liebe, die Ihn hierher brachte, w├╝rde Ihn hier festgehalten haben, wenn nicht alles vollbracht w├Ąre, was zu unserm Heil notwendig war. Christus ist kein Enthusiast, der schnell ein Unternehmen beginnt, dessen Er m├╝de wird, ehe es ausgef├╝hrt ist. Er gibt ein einmal angefangenes Werk nicht auf. Weil Er sagte: ┬źIch habe vollendet das Werk, das Du mir gegeben hast, da├č ich es tun sollte┬╗, und dann zum Vater auffuhr, kann ich mit Gewi├čheit behaupten, da├č, was hinsichtlich der Unterwerfung der M├Ąchte der Finsternis von Ihm gefordert wurde, was zum Heil seiner Erl├Âsten n├Âtig war, auch erf├╝llt und erduldet worden ist. Was auch immer die Absicht und der Zweck des Todes Christi war, er ist vollst├Ąndig erreicht worden; sonst w├Ąre Er nicht aufgefahren. Ich glaube nicht an einen geschlagenen und entt├Ąuschten Heiland, auch nicht an ein g├Âttliches Opfer, das seinen Zweck verfehlt hat. Ich glaube nicht an ein Vers├Âhnungsopfer, das wunderbar gro├č, aber bedenklich unwirksam ist. Welches auch die Absicht des Christus Gottes in dem gro├čen Vorgang am Kreuz sein mochte ÔÇô sie ist v├Âllig erreicht worden. Jesus hat darauf geachtet, da├č sein Werk in keinem Punkt vereitelt wurde. Von seinen Bundes-Verbindlichkeiten ist nichts uneingel├Âst geblieben. ┬źEs ist vollbracht┬╗ ist die Inschrift auf jede Einzelheit der g├Âttlichen Arbeit, und darum ist Er in die H├Âhe gefahren. Ich sage es noch einmal, die Liebe, die unsern Herrn hernieder brachte, w├╝rde Ihn hier gehalten haben, wenn Er sich dessen nicht absolut gewi├č gewesen w├Ąre, da├č sein ganzes Werk zu unsrer Seligkeit v├Âllig erf├╝llt war.

Beachtet ferner, da├č seine Auffahrt zum Vater eine repr├Ąsentierende ist. Mit Ihm erhob sich jeder Gl├Ąubige und ergriff das Erbe. Als Er auferstand und auffuhr, lehrte Er uns den Weg f├╝r unsre F├╝├če. Schlie├člich wird sein Volk dem Herrn entgegenger├╝ckt werden und wird also bei dem Herrn sein allezeit. Er hat f├╝r seine Gl├Ąubigen eine Leiter hergestellt, auf welcher sie zu ihrer Gl├╝ckseligkeit hinansteigen, und Er hat sie zuerst erstiegen, uns zu versichern, da├č der neue und lebendige Weg uns zug├Ąnglich ist. In seiner Himmelfahrt nahm Er sein ganzes Volk mit sich. Wie Levi in den Lenden Abrahams war, da Melchisedek ihm begegnete, so waren alle Gl├Ąubigen in Christo, als Er in die H├Âhe fuhr. Nicht eins der Glieder wird dort fehlen, wo Christus eingegangen ist; sonst w├Ąre Jesus das Haupt eines unvollkommenen und verst├╝mmelten Leibes. Obgleich ihr kein andres Mittel habt, zur Herrlichkeit zu gelangen, als den Glauben an Jesum, so wird dieser Weg euch doch unfehlbar dorthin bringen. Wir sind eins mit Ihm, und wo Er ist, da mu├č auch sein Volk sein. In Jesu, unserm Repr├Ąsentanten, sind wir in der h├Âchsten Herrlichkeit, und durch den Glauben sind wir samt Ihm auferweckt und samt Ihm in das himmlische Wesen versetzt.

Unser Herr fuhr auf zum h├Âchsten Himmel. Ich habe dies bereits bemerkt; aber la├čt mich euch noch einmal daran erinnern, damit uns kein wesentlicher Punkt entgehe. Der Herr nimmt in dem herrlichen Lande keinen untergeordneten Platz ein. Hier war Er ein Knecht; aber dort ist Er es nicht. Ich wei├č, da├č Er F├╝rbitter ist, und so um unsertwillen eine Art Dienst verrichtet; aber mit seiner F├╝rbitte vermischt sich kein Geschrei und keine Tr├Ąnen. Er bittet mit Autorit├Ąt. Er ist ein Priester auf dem Thron, der mit seinen Bitten die Autorit├Ąt seiner pers├Ânlichen Verdienste verbindet. Er sagt: ┬źMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden┬╗, und darum ist Er in seinen Gebeten f├╝r uns herrlich. Er ist Herr ├╝ber alles; Er lenkt die R├Ąder der Vorsehung und leitet den Flug der Engel; sein Reich herrscht ├╝ber alles. Er ist erh├Âht ├╝ber alles, das genannt mag werden, und alles ist unter seine F├╝├če getan. O, welchen Christus haben wir, den wir lieben, dem wir vertrauen k├Ânnen!

Und um deswillen werden wir im Text aufgefordert, seiner herrlichen Person viel zu gedenken. Wenn wir von dem sprechen, was Christus getan hat, m├╝ssen wir viel der Taten, noch mehr aber des T├Ąters gedenken. Wir d├╝rfen bei den Wohltaten, die uns durch Ihn zuflie├čen, nicht des Wohlt├Ąters vergessen. Beachtet, wie David das zum Ausdruck bringt. Ihm ist der Herr der erste und hervorragendste. Er sieht Ihn; Er spricht zu Ihm. ┬źDu bist in die H├Âhe gefahren. Du hast das Gef├Ąngnis gefangen. Du hast Gaben f├╝r Menschen empfangen.┬╗ Dreimal redet er Ihn mit ┬źDu┬╗ an. Verweile bei der Tatsache, da├č der Sohn Davids, welcher um unsertwillen auf die Erde herabkam und in der Krippe lag und an eines Weibes Brust lag, in die unendliche Herrlichkeit eingegangen ist. Er, der seufzte und hungerte und weinte und blutete und starb, ist nun hoch ├╝ber alles erh├Âht. Siehe unsern Herrn am Kreuz; beachte die schmachvolle Gei├čelung und Bespeiung und die Wunden, die Er erduldete. Sieh‘ wie dieser herrliche Leib, der vom Heiligen Geist f├╝r die Inwohnung der zweiten Person der anbetungsw├╝rdigen Dreieinigkeit zubereitet worden, so ├╝bel behandelt wurde! Aber das alles ist zu Ende. ┬źDu bist in die H├Âhe gefahren.┬╗ Der der Erde Spott war, ist nun das Wunder des Himmels. Ich sah Dich, in Spezereien geh├╝llt, ins Grab gelegt werden; aber Du bist in die H├Âhe gefahren, wo der Tod Dich nicht anr├╝hren kann. Der hier begraben ward, ist nun auf dem Thron. Das Herz, das hier gebrochen wurde, schl├Ągt nun in seinem Busen so voller Liebe und Herablassung, als da Er unter Menschen wohnte. Er gedenkt noch an Gethsemane und an Golgatha. Selbst wenn du von dem h├Âchsten Glanz seines erh├Âhten Zustandes geblendet werden solltest, so glaube dennoch, da├č Er ein Bruder ist, in der Not erfunden.

Wir wollen uns der Himmelfahrt Christi freuen, da sie das Ehrenzeichen seines Sieges und das Symbol desselben ist. Er hat sein Werk erf├╝llt. Wenn Du das Gef├Ąngnis nicht gefangen gef├╝hrt h├Ąttest, o Christus, h├Ąttest Du nie auffahren k├Ânnen, und wenn Du nicht f├╝r die S├╝nden der Menschen Gaben des Heils erworben h├Ąttest, w├╝rdest Du hier noch leiden m├╝ssen! Das Heil und die Rettung der Menschen hatte Dich aber so erf├╝llt, da├č Du f├╝r die Dir dargebotene Freude das Kreuz erduldetest und der Schande nicht achtetest, und nun wissen wir, da├č alles erf├╝llt ist, sonst w├╝rdest Du bei Deinem gnadenvollen Unternehmen noch besch├Ąftigt sein. Die Stimme der Himmelfahrt ist: ┬źEs ist vollbracht!┬╗

II.

Nachdem ich eure Gedanken nach dieser Richtung gelenkt habe, m├Âchte ich euch zweitens daran erinnern, da├č des Herrn Triumphzug die Niederlage aller unsrer Feinde beweist. ┬źDu hast das Gef├Ąngnis gefangen┬╗ ist ebenso gewi├č, wie das: ┬źDu bist in die H├Âhe gefahren.┬╗

Br├╝der, wir waren einst Gefangene, Gefangene der Tyrannen, welche uns Wehe bereiteten und uns bald den Tod gebracht hatten. Wir waren Gefangene der S├╝nde, Gefangene des Satans, und darum Gefangene unter dem geistlichen Tode. Wir waren Gefangene durch mancherlei L├╝ste unsers eignen Herzens; vom Irrtum und Betrug gefangen. Aber der Herr Jesus hat das Gef├Ąngnis gefangen. Hier ist unser Trost. Doch verge├čt nicht, da├č wir in allem hoffnungslose Gefangene waren. Die Feinde waren uns zu stark, und wir k├Ânnten ihrer grausamen Knechtschaft nicht entrinnen.

Der Herr Jesus hat durch seinen herrlichen Sieg hienieden alle unsre Widersacher unterworfen und in seiner Auffahrt hat Er ├╝ber sie alle triumphiert und sie als Troph├Ąen dargestellt. Dieser Siegeszug l├Ą├čt sich durch den Triumph der r├Âmischen ├ťberwinder illustrieren. Sie waren gewohnt, die Via Sacra zu passieren und zu dem Kapitol hinaufzufahren mit den besiegten F├╝rsten, deren H├Ąnde auf den R├╝cken gebunden waren, hinter ihren Wagen her. Alle jene M├Ąchte, die euch gefangen hielten, hat Christus ├╝berwunden. Welche Form eure geistliche Sklaverei auch annehmen mochte ÔÇô ihr seid davon errettet; denn der Herr Jesus hat die zu Gefangenen gemacht, deren Gefangene ihr waret. ┬źDie S├╝nde wird nicht mehr herrschen ├╝ber euch.┬╗ Was den Satan betrifft, so hat der Herr ihm den Kopf zertreten. Der Tod ist auch ├╝berwunden, und sein Stachel ist weg. Der Tod ist kein K├Ânig der Schrecken mehr: ┬źDer Stachel des Todes ist die S├╝nde; die Kraft aber der S├╝nde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unsern Herrn Jesum Christum.┬╗ Was da auch war oder ist, das unsre Seele bedr├╝ckt oder in Banden h├Ąlt ÔÇô der Herr Jesus hat es unterworfen und zu seinem Gefangenen gemacht.

Was nun? Nun, hinfort ist die Macht aller unsrer Widersacher gebrochen. Mut, ihr Christen! Ihr k├Ânnt euch auf dem Wege zum Himmel durchk├Ąmpfen, denn die Feinde, die euch den Weg streitig machen, sind bereits auf dem Felde geschlagen worden. Sie tragen die Markzeichen der Tapferkeit eures Anf├╝hrers an sich. Es ist wahr, des Herrn Herde ist zu schwach, sich ihren Weg zu erzwingen; aber h├Âre: ┬źEs wird ein Durchbrecher vor ihnen herauffahren, und ihr K├Ânig vornean.┬╗ Die Schafe k├Ânnen leicht folgen, wenn der Hirte den Weg bahnt. Wir haben nur jenen himmlischen F├╝├čen zu folgen, welche einst durchsto├čen wurden, und unsre Tritte werden nicht gleiten. Vorw├Ąrts, ihr Soldaten Jesu, denn euer Herzog ruft: ┬źFolgt mir!┬╗ Wird Er euch in Gefahr bringen? Hat Er nicht gesagt: ┬źAuf den L├Âwen und Ottern wirst du gehen, und treten auf den jungen L├Âwen und Drachen?┬╗ Euer Herr hat euren Feinden seinen Fu├č auf den Nacken gesetzt; ihr f├╝hrt Krieg mit ├╝berwundenen Feinden. Welche Ermutigung gibt diese herrliche Himmelfahrt Christi jedem versuchten Gl├Ąubigen!

Bedenkt ferner, da├č der Sieg unsers Herrn Jesu der Sieg aller ist, die in Ihm sind. ┬źDes Weibes Same soll der Schlange den Kopf zertreten.┬╗ Nun, des Weibes Same ist zun├Ąchst der Herr Jesus, aber auch alle, welche in Verbindung mit Ihm stehen. Es gibt noch zweierlei Samen in der Welt: der Schlangensame und der Weibessame, welche nicht von dem Gebl├╝t, noch von dem Willen eines Mannes, noch von dem Willen des Fleisches, sondern von Gott geboren sind; diese sind von dem lebendigen und unverg├Ąnglichen Samen, welcher ewiglich bleibt. Jesus, unser Herr, repr├Ąsentiert sie in allem, das Er tut. Sie starben in Ihm, wurden in Ihm begraben und in Ihm auferweckt, und an dem Tage, da Er triumphierte, f├╝hrten sie in Ihm das Gef├Ąngnis gefangen. Auf den gro├čen Kampf, der jetzt in der Welt w├╝tet, blicke ich mit freudigem Vertrauen hin. Wir k├Ąmpfen mit dem Papsttum, mit dem Mohammedanismus, mit dem G├Âtzendienst in den h├Ą├člichsten Formen; aber die Schlacht ist eigentlich gewonnen. Wir k├Ąmpfen mit dem schrecklichen Unglauben, welcher sich gleich einem Krebs in die Gemeinde Gottes eingefressen hat, und wie oft seufzen wir, weil der Kampf sich nicht gestaltet, wie wir es w├╝nschen m├Âchten! Aber es ist kein Grund zur Verzagtheit vorhanden. Gott hat nicht solche Eile, wie wir, und Er f├╝rchtet sich nie, wie wir. Wir lesen hinsichtlich der Menge, die gespeist werden sollte, da├č Jesus eine Frage an Philippus richtete; aber es wird hinzugef├╝gt: ┬źJesus aber wu├čte wohl, was Er tun wollte.┬╗ So mag der Herr manche Frage an seine K├Ąmpfer richten; aber Er wei├č, was Er tun wird, und wir k├Ânnen unser Haupt an seine Brust legen und ganz ruhig sein. Wenn Er es uns nicht sagt, wie Er seine Pl├Ąne auszuf├╝hren gedenkt, so wird Er sie doch gewi├č ausf├╝hren. Seine Sache tr├Ągt sicherlich den Sieg davon; denn nie kann Er geschlagen werden. Ein ├╝berwundener Christus! Wir haben es nicht gelernt, zu l├Ąstern, und so weisen wir diese Idee ganz ab. Nein, Br├╝der, durch jene blutenden H├Ąnde und F├╝├če hat Er den Ausgang des Kampfes gesichert. Besonders durch seine Auferstehung und durch seine Besteigung des Thrones Gottes hat Er den Sieg seiner Wahrheit, den Sieg seiner Gemeinde, seinen Sieg sicher und gewi├č gemacht.

III.

La├čt uns drittens beachten, das des Herrn triumphierende Himmelfahrt durch Gaben verherrlicht wurde. Die Weise, nach dem Siege Gaben zu gew├Ąhren, wurde nach dem Gesang der Deborah bei den Morgenl├Ąndern beobachtet. Die, welchen in dem alten Rom ein Triumph beschieden war, warfen der Bev├Âlkerung Geld zu. Zuweilen schien es, als ob jedermann in der Stadt durch seinen Anteil an dem Raube ├╝berwundener F├╝rsten reich gemacht wurde. So empfing unser Herr, als Er in die H├Âhe fuhr, Gaben f├╝r die Menschen und streute sie reichlich aus.

Der Psalm sagt: ┬źDu hast Gaben empfangen f├╝r die Menschen.┬╗ Das Hebr├Ąische sagt: ┬źDu hast Gaben empfangen in Adam┬╗, das hei├čt in der menschlichen Natur. Als Herr hatte Jesus Christus alles; aber als der Mensch, als der Mittler, hat Er Gaben vom Vater empfangen. Der ewige, unsterbliche, unsichtbare K├Ânig hat seinem glorreichen Feldherrn viel verliehen und hat bestimmt, da├č Er den Raub mit den Starken teile.

Indem Paulus die Stelle anf├╝hrt, sagt er: ┬źEr hat den Menschen Gaben gegeben.┬╗ Zitierte Paulus ungenau? Ich glaube nicht. Ohne Zweifel zitierte er nach der griechischen Ausgabe. Ist diese mit der Hebr├Ąischen vereinbar? Gewi├č; denn Dr. Owen sagt, da├č das Wort, das mit ┬źempfangen┬╗ gegeben wird, auch ┬źgegeben┬╗ gelesen werden kann. Und wenn nicht, so ist f├╝r Christum das Empfangen von Gaben f├╝r die Menschen gleichbedeutend mit dem Geben an die Menschen; denn Er empf├Ąngt nie f├╝r sich selbst, sondern um es sogleich denen zu geben, die in Ihm sind. Paulus gibt uns den innersten Sinn der Stelle. Er beabsichtigt gar nicht w├Ârtlich zu zitieren, sondern uns kurz den Inhalt zu geben. Der Herr Jesus hat nichts, das Er nicht seiner Gemeinde gibt. Er gab sich f├╝r uns und f├Ąhrt noch immer fort, sich uns zu geben. Er empf├Ąngt die Gabe; aber Er handelt nur als der Kanal, durch welchen uns die Gabe Gottes zuflie├čt. Es gefiel dem Vater, da├č in Ihm alle F├╝lle wohnen sollte, und aus seiner F├╝lle haben wir alle empfangen.

Welches sind diese gro├čen Himmelfahrtsgaben? Ich antworte, da├č die Summa derselben der Heilige Geist ist. Ich bitte um eure ehrerbietige Aufmerksamkeit f├╝r die heilige Dreieinigkeit, die uns hier geoffenbart wird. Wie erquickend ist es, die Dreieinigkeit gemeinsam das Heil der Menschen bewirken zu sehen! ┬źDu bist in die H├Âhe gefahren┬╗ ÔÇô da ist Christus Jesus. ┬źDu hast Gaben empfangen f├╝r die Menschen┬╗ ÔÇô da ist der Vater, der die Gaben verleiht. Die Gabe selbst ist der Heilige Geist. Dies ist die gro├če Gabe der Himmelfahrt Christi, welche Er an Pfingsten seiner Gemeinde verlieh. So habt ihr den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist gemeinsam wirkend f├╝r die Wohlfahrt der Menschen, zur ├ťberwindung des B├Âsen, zur Aufrichtung der Gerechtigkeit. Freue dich, meine Seele, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Eine der S├╝nden der neuern Theologie ist, da├č sie diese g├Âttlichen Personen in den Hintergrund stellt, so da├č sie in ihren verschiedenen Wirkungen und ├ämtern kaum erw├Ąhnt werden. Die Theologie, welche eure Seelen n├Ąhren kann, mu├č voll sein von der Gottheit und dem Vater dem Sohn und dem Heiligen Geist best├Ąndig Lob und Preis bringen.

Geliebte, die Gaben, davon hier gesprochen wird, sind die, welche der Heilige Geist bringt. ┬źDas Wasser, das ich ihm geben werde┬╗, sagt Christus, ┬źwird in ihm ein Brunnen des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.┬╗ Er sagte ferner: ┬źWen da d├╝rstet, der komme zu mir und trinke.┬╗ Wir lesen, da├č Er redete ┬źvon dem Geist, welchen empfangen sollten die an Ihn glaubten┬╗. Um die Welt f├╝r Christum zu ├╝berwinden, bed├╝rfen wir nichts, als den Heiligen Geist, und in der Stunde seines pers├Ânlichen Sieges sicherte Er uns dieses Gut. Wenn der Heilige Geist uns gegeben wird so haben wir in Ihm alle die Waffen zu unserm heiligen Krieg.

Aber beachtet, da├č nach Paulus diese Gaben, welche der Herr gab, in Menschen verk├Ârpert sind; denn der Heilige Geist kommt ├╝ber seine Erw├Ąhlten und wirkt durch sie nach seinem Wohlgefallen. Deshalb gab Er Apostel, Evangelisten, Hirten und Lehrer. Von niemand kann man annehmen da├č er in einem dieser ├ämter der Gemeinde gegeben ist, wenn nicht der Heilige Geist in ihm wohnt. Alle, auf denen der Heilige Geist ruht, sind von Gott gegeben, welcher Art auch ihr Amt sein mag. Paulus, Apollo, Kephas ÔÇô sie alle sind Gaben des auferstandenen Christus an seine Erl├Âsten zu ihrer Erbauung und Vervollkommnung. Je nachdem der Heilige Geist in diesen Knechten bleibt, macht Er sie seinem Volk zu k├Âstlichen Himmelsgaben und sie werden die Vork├Ąmpfer, durch welche die Welt dem Herrn unterworfen wird

Diese in Gestalt von Menschen gegebenen Gaben sind f├╝r Menschen gegeben. Gemeinden existieren nicht f├╝r Prediger, sondern Prediger sind f├╝r Gemeinden da. Die eure Prediger sind, sind eure Knechte um Christi willen. Jeder von Gott gesandte Prediger, welcher seine Pflicht richtig erf├╝llt, bedient die Braut Christi mit liebevollem Flei├č und freut sich hoch, des Br├Ąutigams Stimme h├Âren zu k├Ânnen. Die verschiedenen F├Ąhigkeiten derer, durch welche der Herr seine Gemeinde baut, sind alle durch unendliche Weisheit geordnet, und wir sollten sie nach besten Kr├Ąften verwenden. Ein Prediger mag f├╝r dich besser sein, denn ein andrer; aber ein andrer mag f├╝r jemand anders besser sein, als der, den du vorziehst. Der am d├╝rftigsten Begabte mag f├╝r eine Klasse von Geistern gerade wesentlich sein, darum verachte keinen. Wenn Gott Gaben gibt, d├╝rfen wir sie dann ver├Ąchtlich entehren und sagen: ┬źDiese gef├Ąllt mir gut, jene andre mag ich nicht?┬╗ Wenn der Vater diese Gaben seinem Sohn gew├Ąhrt und der Heilige Geist sie in verschiedene irdene Gef├Ą├če legt, auf da├č die ├╝berschwengliche Kraft sei Gottes, wollt ihr dann anfangen, sie zu richten? Nein, Geliebte, der Herr hat mich gesandt, sein Evangelium zu predigen, und ich freue mich, zu f├╝hlen, da├č ich um euretwillen gesandt worden bin. Ich bitte euch, soviel ihr irgend k├Ânnt, euch meinen Dienst am Evangelium zunutze zu machen durch h├Ąufiges H├Âren, durch festen Glauben an das Wort und durch praktischen Gehorsam gegen das Wort. Macht euch alle Knechte Gottes zunutze, soviel ihr nur k├Ânnt. H├Ârt ihnen unter Gebet zu, nicht um eure Neugierde zu befriedigen oder euer Ohr zu vergn├╝gen, sondern damit ihr durch das Wort Gottes f├╝hlen k├Ânnt, wie der Geist Gottes in euren Herzen den Plan seines Willens ausf├╝hrt. Unsre Bekehrung, Heiligung, Tr├Âstung, Belehrung und Brauchbarkeit ÔÇô alles wird uns durch den Heiligen Geist, und dieser Geist sendet seine kr├Ąftigen Botschaften durch die Menschen, die Er andern Menschen gegen├╝ber als sein Mundst├╝ck gebraucht. Seht, wie wundervoll die Himmelfahrt des Herrn war, in welcher Er so reiche und angemessene Gaben unter die Menschenkinder ausstreut. Von seiner herrlichen H├Âhe aus sendet Er Hirten und Prediger und Evangelisten, durch welche der Heilige Geist m├Ąchtiglich in denen wirkt, die da glauben. Durch sie sammelt Er die Erl├Âsten zusammen und baut sie auf als eine Gemeinde zu seiner Herrlichkeit.

IV.

Ich w├╝nsche mir nun die Aufmerksamkeit aller, welche unbekehrt sind, denn ich habe herrliche Botschaften f├╝r sie. Unsers Herrn Triumph hat eine ganz besondere Beziehung.

┬źDu hast Gaben empfangen f├╝r die Menschen┬╗, nicht f├╝r Engel, nicht f├╝r Teufel, sondern f├╝r Menschen, f├╝r arme gefallene Menschen. Ich lese nicht, da├č es hei├čt ┬źf├╝r Bisch├Âfe oder Prediger┬╗, sondern ┬źf├╝r Menschen┬╗, und doch ist hier ein besonderer Charakter erw├Ąhnt. Erw├Ąhnt der Text insbesondere ┬źHeilige┬╗ oder die, welche ihre Kleider nicht besudelt haben? Nein, ich lese hier von ihnen nicht. Welche seltsame Souver├Ąnit├Ąt liegt doch in der Gnade Gottes! Wahrlich, Er erbarmt sich, welches Er will; denn in diesem Beispiel erw├Ąhlt Er zur besondern Erw├Ąhnung die, welche ihr und ich ohne Wort ├╝bergangen sein w├╝rden. ┬źJa, auch f├╝r die Rebellischen.┬╗ Ich mu├č pausieren, um meine Tr├Ąnen zu trocknen. Wo seid ihr, ihr Rebellen? Wo sind die, welche ihr Leben in Auflehnung wider Gott zugebracht haben? Ach, ihr habt in offener Auflehnung wider Ihn gestanden; ihr habt in euren Herzen wider Ihn getobt und mit euren Zungen wider Ihn gesprochen. Manche haben als Trunkenbolde ges├╝ndigt; andre haben die Gesetze der Reinheit, der Wahrheit, der Ehrlichkeit gebrochen. Viele lehnen sich auf gegen das Licht, tun ihrem Gewissen Gewalt an und sind dem Wort ungehorsam; diese geh├Âren auch zu den Rebellischen, ebenso die Stolzen, die Zornigen, die Tr├Ągen, die Ungl├Ąubigen, die Ungerechten. H├Ârt alle diese Worte und nehmt sie mit nach Hause, und wenn sie eure Herzen nicht brechen und mit Dankbarkeit erf├╝llen, seid ihr wirklich hart. ┬źJa, auch f├╝r die Rebellischen.┬╗ Als der Herr im Triumph heimfuhr, hatte Er ein mitleidiges Herz gegen die Rebellischen. Als Er die h├Âchste Stelle betrat, zu welcher Er auffahren konnte, war Er noch der Freund der S├╝nder. Er wandte sein Auge denen zu, die Ihn gekreuzigt hatten und verlieh ihnen Gaben.

Diese Bezeichnung schlie├čt diejenigen ein, welche sich gegen Gott aufgelehnt haben, obgleich sie einst bekannt hatten, seine treuen Untertanen zu sein. Vielleicht spreche ich zu etlichen, die so weit abtr├╝nnig geworden sind, da├č sie alle Religion aufgegeben haben und wieder zur Welt und ihren S├╝nden zur├╝ckgekehrt sind. Diesen m├Âchte ich, falls sie zum Herrn zur├╝ckkehren wollen, ein Wort der Ermutigung sagen. Einst befand sich John Bunyan eine Zeitlang unter einer gro├čen Versuchung. ├ťber dieses Leiden berichtet er in seinem ┬ź├ťberschwengliche Gnade.┬╗ Er dachte, da├č Gott ihn aufgegeben und auf immer verworfen habe, und doch fand er Hoffnung in diesem Text. Ich habe ein klein wenig, das sich darauf bezieht, abgeschrieben: ┬źIch f├╝rchtete auch, da├č dies das Zeichen sei, welches der Herr an Kain gemacht, n├Ąmlich best├Ąndiges F├╝rchten und Zittern unter der schweren Schuldenlast, die er sich durch das Blut seines Bruders Abel zugezogen hatte. Da wand und qu├Ąlte ich mich unter der Last, die auf mir lag und die mich so dr├╝ckte, da├č ich weder stehen noch gehen noch liegen konnte. Doch zuweilen kam mir das Wort in den Sinn: ÔÇ╣Er hat Gaben empfangen auch f├╝r die Abtr├╝nnigen.ÔÇ║ Die Abtr├╝nnigen, dachte ich; nun gewi├č sind das solche, die einst ihrem F├╝rsten untertan waren und die, nachdem sie seiner Herrschaft Unterwerfung geschworen hatten, die Waffen wider ihn ergriffen, und dies, dachte ich, sei gerade mein Fall. Einst liebte ich Ihn und f├╝rchtete Ihn und diente Ihm; aber jetzt bin ich ein Rebell und habe Ihn verkauft, und doch hat Er Gaben f├╝r Rebellen, und warum dann nicht auch f├╝r mich?┬╗

O da├č ich jedes verzagte Herz veranlassen k├Ânnte, ebensolche Schlu├čfolgerungen zu ziehen: ┬źUnd warum dann nicht auch f├╝r mich?┬╗ Komm heim, lieber Bruder, komm heim; denn da sind Gaben f├╝r die Abtr├╝nnigen, und warum nicht f├╝r dich? Ich wei├č, du hast den Tisch des Herrn verlassen; ich wei├č, du hast, so weit du konntest, Christo einen Meineid geleistet und hast selbst gew├╝nscht, deine Taufe r├╝ckg├Ąngig zu machen; aber das ging nicht, und der Herr will dich auch nicht verloren gehen lassen. Ich wei├č, du hast dich hergegeben, B├Âses zu tun, und vielleicht lebst du jetzt in einer erkannten S├╝nde, und wenn du heute heimkehrst, wirst du sie vor deinen Augen sehen. Doch trotz dessen bitte ich dich: Kehre sofort zum Herrn zur├╝ck. Komm zu deinem Herrn und Heiland, welcher noch betet: ┬źVater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun.┬╗ Siehe, wie Er in seiner Herrlichkeit Gaben auch f├╝r die Abtr├╝nnigen hat. Und du bist ein Abtr├╝nniger gewesen. Wollte Gott, da├č ihr dieses Wort in gl├Ąubiger Bu├če und im heiligen Ha├č gegen die S├╝nde mit nach Hause nehmen m├Âchtet: Ja, auch f├╝r die Abtr├╝nnigen.

V.

Ich schlie├če, nachdem ich den f├╝nften Punkt behandelt habe: Unsers Herrn triumphierende Himmelfahrt sichert die Vollendung seines ganzen Werkes. Wie hei├čt es? ┬źDa├č Gott, der Herr, unter ihnen wohnen m├Âge.┬╗ Als der Herr Christus zuerst hierher kam, war Er bereit genug unter uns zu ┬źwohnen┬╗; aber es konnte nicht sein. ┬źDas Wort ward Fleisch und wohnte unter uns┬╗, gleich einem Beduinen in seinem Zelt, aber nicht gleich einem daheim Wohnenden. Er war hier nur ein Besucher, und wurde als solcher ├╝bel behandelt. ┬źSie hatten keinen Raum in der Herberge┬╗, wo sonst jedermann gern willkommen war. ┬źEr kam in sein Eigentum┬╗ ÔÇô gewi├č werden sie Ihm gern Logis bereiten ÔÇô ┬źaber die Seinen nahmen Ihn nicht auf.┬╗ Es war kein Raum f├╝r Ihn im Tempel ÔÇô dort mu├čte Er die Gei├čel gebrauchen. Es war kein Raum f├╝r Ihn auf offener Stra├če; denn sie hoben Steine auf, da├č sie Ihn steinigten. Aus der Synagoge vertrieben sie Ihn und suchten Ihn vom Abhang des Berges hinabzusto├čen. ┬źHinweg mit Ihm! Hinweg mit Ihm!┬╗ war der Ruf des w├╝sten Haufens. Diesen lieben Besucher, welcher ganz unbewaffnet, ohne Schwert und Bogen kam, behandelten sie, als ob Er ein Spion w├Ąre, der sich bei den Menschen eingeschlichen hatte, um ihnen Schaden zuzuf├╝gen. Und so liefen sie mit einem Speer auf Ihn zu und Er verlie├č dieses ungastlich Gebiet, wo man Ihn nicht kannte und nahm die Malzeichen der Unart der Menschen mit heim. O Welt, Welt, wie konntest du deinen besten Freund vertreiben und Ihn n├Âtigen, gleich einem Fremden zu sein, der nur ├╝ber Nacht darinnen bleibt?

Nachdem Er auferstanden war, ging Er heim, um von seinem Thron aus ein Werk zu leiten, durch welches die Erde ein Platz werde, da Gott bleiben k├Ânne. Und der Tempel Gottes ist bei den Menschenkindern und Er wird unter ihnen wohnen. Diese unsre Welt ist mit dem teuren Blute Christi besprengt worden und ist nichts Unreines mehr. Jesus ist das Lamm Gottes, welches die S├╝nden der Welt so hinwegnimmt, da├č Gott unter Bedingungen der Gnade mit Menschen handeln und ein freies Heil verk├╝ndigen kann. Jesus, der Aufgefahrene, sch├╝ttet solche Gaben ├╝ber diese s├╝ndenkranke Welt aus, da├č sie doch noch eine neue Erde wird, in welcher Gerechtigkeit und der Gott der Gerechtigkeit wohnt.

Diese Verhei├čung ist zum Teil heute vor unsern Augen erf├╝llt; denn zu Pfingsten kam der Heilige Geist, und Er ist nie zur├╝ckgekehrt. Jesus sagte: ┬źDa├č Er bei euch bleibe ewiglich.┬╗ Die heilige Taube ist oft schmerzlich betr├╝bt worden; aber sie hat nie ihre Fl├╝gel ausgebreitet, um die Welt zu verlassen. Dies ist noch das Zeitalter des Geistes. Ihr habt kaum n├Âtig, darum zu beten, da├č der Heilige Geist ausgegossen werde; denn das ist bereits geschehen. Was ihr n├Âtig habt, ist eine Taufe des Heiligen Geistes, n├Ąmlich pers├Ânlich in die herrliche Flut zu steigen, die ausgegossen worden ist. O, in den Heiligen Geist und in Feuer getauft sein; bedeckt sein mit seinem heiligen Einflusse; eingetaucht sein in die Tiefen seiner Gottheit und sich in seiner Unerme├člichkeit verlieren zu k├Ânnen! Hier ist unser Leben und unsre Kraft, denn so wohnt Gott, der Herr, unter uns. Seit der Himmelfahrt ist der Heilige Geist stets unter Menschen geblieben, obgleich Er nicht zu allen Zeiten gleich t├Ątig gewesen ist. W├Ąhrend der ganzen Nacht des Romanismus ist Er hier gewesen; selbst in jenen tr├╝ben Tagen waren dem├╝tige Herzen da, die sich freuten, seine Tempel sein zu k├Ânnen. Heute ist Er noch bei seinen Wiedergebornen. Trotz des unklugen Haderns wider die g├Âttliche Inspiration der Heiligen Schrift und trotz der Torheiten der kirchlichen Wirren und Vergn├╝gungen ist Er bei seinen Auserw├Ąhlten. Herr, was ist der Mensch, da├č Dein Geist bei ihm wohnt? Aber es ist so, und darum ging unser Herr in den Himmel und empfing g├Âttliche Gaben, damit durch Ihn Gott der Herr unter uns wohne.

Aber es kommt ein Tag, da dies bis auf den Buchstaben erf├╝llt wird. Es ist mir, als h├Ârte ich die Engel sagen: ┬źIhr M├Ąnner von Galil├Ąa, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser Jesus, der von euch ist aufgenommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren.┬╗ Nun, dies ┬źwie┬╗ mu├č hei├čen in Person. In Person fuhr Er gen Himmel und in Person wird Er wiederkommen, und wenn Er kommt, wird Gott, der Herr, wirklich unter uns wohnen. Wir harren seiner herrlichen Erscheinung; denn dann wird Er in einer vollkommenen Weise unter Menschen wohnen. Welche seligen Tage wird es geben, wenn Jesus hier ist! Welch ein Millennium wird seine Gegenwart bringen! Erst mu├č Er kommen, und dann wird das goldne Zeitalter beginnen. Die Zentralherrlichkeit dieser Zeit wird sein, da├č der Herr hier ist. ┬źDer Herr, unser Gott, wird unter ihnen wohnen.┬╗ Dann wird der Gesang geh├Ârt werden, welcher nie enden wird; die Erde wird dem Herrn huldigen, welcher den Himmel und die Erde neu macht und seine Wohnung darin aufschl├Ągt. Bisher hat das Werk seinen Fortgang gehabt; aber noch ist es unvollst├Ąndig. Der ranzige Geruch der S├╝nde verdirbt die lieblichen D├╝fte dieser Welt, so da├č der reine und heilige Gott nicht darin bleiben kann; aber seit der Herr Jesus sie mit seinem heiligen Verdienste vers├╝├čt hat und der Geist sie durch sein Wohnen in Menschen reinigt, riecht der Herr den lieblichen Duft, und Er wird diesen armen gefallenen Planeten nicht aufgeben. Selbst jetzt kommen seine Engel und machen mit den Erw├Ąhlten himmlische Gesch├Ąfte. Bald wird das kleine Boot dieser Erdkugel zu dem gro├čen Schiff dicht herangezogen werden und die Erde wird neben dem Himmel liegen. Der Himmel wird seine Chors├Ąnger unter den Erl├Âsten aus den Menschen finden. Die ganze Welt wird sein wie ein Rauchfa├č, gef├╝llt mit dem R├Ąuchwerk f├╝r den Herrn Zebaoth. Und dies alles wegen jener Gaben, die unser Herr an dem Tage, da Er, die Gefangenschaft gefangen f├╝hrend, zu seiner Herrlichkeit zur├╝ckkehrte, empfing und austeilte. Herr, beschleunige Deine Wiederkunft! Wir sind uns dessen gewi├č, da├č Deine dauernde Gegenwart und glorreiche Herrschaft seiner Zeit kommen wird. Dein Herabkommen sicherte Deine Auffahrt; Deine Himmelfahrt sichert uns Deine Wiederkunft. Darum loben und erh├Âhen wir Dich, Du aufgefahrener Herr, von ganzem Herzen, und erheben uns Dir nach, da Du uns von niedern Dingen aufw├Ąrts zu Dir ziehst. Amen.

Charles Haddon Spurgeon, Predigt über Psalm 68,19

Aus Christus im Alten Testament, Verlag J. G. Oncken Nachfolger, 1901

Im Internet unter www.schriftenarchiv.ch

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 24. Mai 2017 um 23:38 und abgelegt unter Predigten / Andachten.