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Ein Raumfahrtmanager entdeckt den Sinn des Lebens

Freitag 20. Mai 2016 von Dr. Albrecht Kellner


Dr. Albrecht Kellner

Die Frage nach dem Sinn des Lebens beschäftigte mich schon seit meiner Teenagerzeit und dementsprechend verlief mein Leben mehr oder weniger bewusst als explizite Suche nach dem Sinn des Lebens, als „Expedition zum Ursprung“ (s. auch das gleichnamige Buch, erschienen im SCM Brockhaus Verlag). Der erste Schritt war das Studium der Physik. Schon früh musste ich hier allerdings feststellen, dass die Naturwissenschaft – entgegen der landläufigen Meinung – in keiner Weise die Instanz ist, die Antworten auf die Frage des Woher und Wozu hat. Sie erklärt nichts, sondern entdeckt und beschreibt nur Gesetze in der Natur, deren Existenz ihr aber ein vollkommenes Rätsel bleiben.

Pforten der Wahrnehmung

In gewisser Weise folgerichtig wandte ich mich von der rein verstandesmäßigen Suche nach einer Antwort ab und experimentierte mit bewusstseinserweiternden Pflanzen und fernöstlichen Meditationsverfahren. Eine Antwort auf meine Frage brachte das auch nicht, sondern an die Stelle eines tieferen Eindringens in physikalische Phänomene trat nun ein tieferes Eindringen in psychische Phänomene – in beiden Fällen blieb die Welt ein Rätsel.

Ein unerwarteter Hinweis

Eines Tages legte mir jemand nahe, die Bibel zu lesen. Von meiner Konfirmation und den gelegentlichen Kirchenbesuchen zu Weihnachten oder Ostern her zu urteilen, war hier allerdings keine Antwort zu erwarten. Umso mehr verblüffte mich, was ich da las. Laut Bibel ging es überhaupt nicht um einen blinden Glauben an unbeweisbare Aussagen und um das ethische Regelwerk einer Religion, sondern um eine konkrete, unmissverständliche innere Erfahrung, die allerdings anderen, die diese Erfahrung nicht haben, nur ansatzweise vermittelbar ist: Man weiß mit innerer Evidenz, dass man von niemand Geringerem als dem Urheber dieses Daseins bedingungslos geliebt ist, in ihm vollkommen geborgen ist und das eigene Leben in einen endgültigen Sinn eingemündet ist.

Hindernisse

Von entscheidender Bedeutung war für mich dabei die Logik des Zuganges zu einer solchen Erfahrung: Laut Bibel ist der Schöpfer (glücklicherweise) seinem Wesen nach vollkommen gut. Anderseits sind wir Menschen alle keine Engel und häufen im Laufe unseres Lebens allerhand Schuld auf, und eine bedingungslose Liebe zu uns in dieser Verfassung würde Gott kompromittieren. Als Voraussetzung für den Zugang konstatiert die Bibel daher folgerichtig, dass man zunächst alle Schuld loswerden muss.

Überwindung der Hindernisse

Und hier stieß ich auf den entscheidenden Punkt, den das Christsein von allen Religionen unterscheidet: Die Bibel sagt eindeutig, kein Mensch sei in der Lage, durch Einhalten religiöser Gesetze, Beten, Fasten, Meditation, Zugehörigkeit zu einer Kirche, durch gute Werke usw. vor dem Urheber des Seins „clean“ zu werden. Seinem unermesslichen Standard könnte damit nie Genüge getan werden. Somit könnte er nur selbst es sein, der das bewerkstelligt. Und genau das ist die Kernaussage dieses Bestsellers der Welt: Der Urheber des Seins tut es, indem er bedingungslos vergibt. Was für eine Erleichterung empfand ich da gegenüber meinen bisherigen religiös-esoterischen Versuchen, bei denen das menschliche Bemühen (Meditation, Einhaltung der Gebote, Fasten …) die vermeintliche Basis für die Sinnfindung war!

Ein Widerspruch

Aber wird mit der bedingungslosen Vergebung nicht dem Bösen Tür und Tor geöffnet? Doch dann las ich, dass es sich beileibe nicht so verhält. Es kommt eine Abrechnung für alles Fehlverhalten – auch das kleinste. Doch andererseits wäre das ein Widerspruch zur Vergebung aller Schuld! Man kann einem Menschen nicht gleichzeitig vergeben und ihn dennoch für alle Fehler bezahlen lassen.

Eine unerwartete Entdeckung

Und genau hier entdeckte ich wieder die Logik des Evangeliums. Denn es gibt nur eine einzige Auflösung dieses Widerspruchs: Die Abrechnung geschieht, aber nicht mit uns, sondern stellvertretend mit jemand anderem, der selber ohne Schuld ist (damit man nicht sagen kann, er erleidet das aufgrund seiner eigenen Schuld): mit Jesus Christus am Kreuz. Er hat diese Abrechnung für mich bereits geleistet! Zum ersten Mal begriff ich die eigentliche, mir bis dato völlig unbekannte Bedeutung der Kreuzigung Jesu. Sie ist sozusagen ein juristischer Akt, der meinen Freispruch vor der allerhöchsten Instanz ermöglicht.

Ende der Expedition

Den letzten Schritt in der Logik des Evangeliums fand ich in der Anleitung der Bibel, wie man den so durch Jesus gesicherten Zugang für sich persönlich „aktiviert“:

Da es sich bei der Vergebung der Schuld um ein geistiges Geschenk handelt, muss es dementsprechend auch mit einer geistigen Funktion erfasst werden. Diese Funktion ist der Glaube.

Ich tat es, und kam vom Glauben zu der beschriebenen, konkreten Erfahrung. Dann und nicht vorher, setzte bei mir zu meinem eigenen Erstaunen die beschriebene Erfahrung und die Entfaltung des Sinns des Lebens ein. Das hatte ich vorher nicht gewusst. Und doch ist es die klare Aussage des am meisten gekauften aber vielleicht auch am wenigsten gelesenen Buches der Welt.

Dr. Albrecht Kellner

In Namibia geboren und aufgewachsen.
Studium der Physik in Göttingen und San Diego, Kalifornien. Verheiratet, 2 Söhne.
Beruflicher Werdegang: Vom Software-Entwickler in der Firma Interatom zum Technischen Direktor (i.R.) der Raumfahrtfirma Astrium GmbH, Bremen.
Seit 2013 Mitglied der Exekutive der IVCG.

Quelle: www.ivcg.org (Internationale Vereinigung Christlicher Geschäftsleute)

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Verfassers.

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 20. Mai 2016 um 16:01 und abgelegt unter Allgemein, Seelsorge / Lebenshilfe.