Gemeindenetzwerk

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Predigt „Vom heiligen Abendmahl“

Samstag 8. M├Ąrz 2014 von Ludwig Harms (1808-1865)


Ludwig Harms (1808-1865)

Ich habe es von dem HErrn empfangen, das ich euch gegeben habe. Denn der HErr Jesus in der Nacht, da Er verraten ward, nahm das Brot, dankte und brach es und sprach: Nehmet, esset, das ist Mein Leib, der f├╝r euch gebrochen wird; solches tut zu Meinem Ged├Ąchtnis. Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: Dieser Kelch ist das Neue Testament in Meinem Blut; solches tut, so oft ihrÔÇÖs trinket, zu Meinem Ged├Ąchtnis. Denn so oft ihr von diesem Brote esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des Herrn Tod verk├╝ndigen, bis da├č Er kommt. Welcher nun unw├╝rdig von diesem Brot isset, oder von dem Kelch des HErrn trinket, der ist schuldig an dem Leibe und Blute des HErrn. Der Mensch pr├╝fe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unw├╝rdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber das Gericht, damit, da├č er nicht unterscheidet den Leib des HErrn. 1. Kor. 11, 23-29

Wir kennen die wundersch├Âne Geschichte, wie der HErr zwei Seiner J├╝nger hinschickte nach Jerusalem, um das letzte Osterlamm zu bereiten, welches Er mit Seinen J├╝ngern essen wollte. Es ist eine rechte Glaubensgeschichte, vor der Welt lauter Torheit und Narrheit, vor Gott lauter Herrlichkeit und Klarheit. Wunderlich war der Auftrag, welchen Jesus Seinen J├╝ngern gab. Gehet hin in die Stadt Jerusalem, sprach Er, da werdet ihr antreffen einen Menschen, der tr├Ągt einen Wasserkrug, dem folget nach; in das Haus, wo der hineingehet, da gehet auch ihr hinein und fraget den Hausherrn: wo ist der Saal, darin unser Meister das Osterlamm essen kann mit Seinen J├╝ngern? Und alsbald wird er euch einen gro├čen, gepflasterten Saal zeigen, daselbst bereitet das Osterlamm.

Ist es nicht eine n├Ąrrische Geschichte vor der Vernunft? In einer Stadt wie Jerusalem soll ein Mann, der einen Wasserkrug tr├Ągt und ihnen so zuf├Ąllig begegnet, ihnen den Weg weisen zu dem von Christo bestimmten Hause. Wenn Er noch gesagt h├Ątte, geht auf die und die Stra├če und sucht die und die Hausnummer und fragt den und den Mann, der so und so hei├čt, das w├Ąre vern├╝nftig und verst├Ąndlich gewesen, da h├Ątten die lieben J├╝nger nicht irren k├Ânnen. Aber ein solcher Befehl, das ist denn doch zu arg! K├Ânnen ihnen nicht in der gro├čen Stadt hundert Wassertr├Ąger in einer Stra├če begegnen? Und wennÔÇÖs nur einer ist, solch ein unbekannter, zuf├Ąllig ihnen aufsto├čender Mensch, der soll ihr Wegweiser sein zu einem unbekannten Herrn in einem unbekannten Hause! Wie, wenn sie nun hineingehen, und der Hausherr schaut sie ganz verwundert an und sagt etwa: ich habe keinen Saal f├╝r so unbekannte Leute, wie ihr seid, was bildet ihr euch ein? Soll ich alle unbekannte Leute nur so von der Stra├če aufnehmen und ihnen meine beste Stube einr├Ąumen?

Ich glaube, wenn wir in der J├╝nger Stelle gewesen w├Ąren, wir h├Ątten etwa so r├Ąsoniert und den HErrn Jesum lieber gebeten, Er m├Âge doch so gut sein, uns den Namen der Stra├če und die Hausnummer und den Namen des Mannes sagen. Ja, das w├Ąre auch recht verst├Ąndig gewesen, aber niedertr├Ąchtig ungl├Ąubig. Gottlob, bei den J├╝ngern ist es anders, denen f├Ąllt solches Fragen gar nicht einmal ein. In ihrem kindlichen, unbedingten Glauben an den HErrn und das Wort Seines Mundes ist ihnen genug; der HErr hatÔÇÖs gesagt! Was Er sagt, ist allezeit recht, und wie ErÔÇÖs sagt, ist es auch allzeit recht, und nie etwas dabei auszusetzen. In diesem Glauben gehen sie mit Kindeseinfalt den Weg, den der HErr ihnen gesagt hat, und machen es so, wie der HErr es ihnen gesagt hat. Und kommt vielleicht etwas Verkehrtes dabei heraus? Nein, sie treffen es geradeso, wie der HErr gesprochen hat.

Der Wassertr├Ąger zeigt sich, das Haus tut sich auf, der Hausherr r├Ąumt den Saal ein, und sie k├Ânnen fr├Âhlichen Herzens das Osterlamm bereiten und warten, bis der HErr kommt mit den ├╝brigen J├╝ngern. Der kommt auch zur rechten Zeit und sie feiern zum letztenmal miteinander das Passahmahl, wie es Moses auf Gottes Befehl eingesetzt hatte. Das ist aber auch ├╝berhaupt das letzte Passahmahl gewesen, das auf Erden gegessen worden ist. Denn nach diesem Passahmahl hat der HErr Jesus das heilige Abendmahl eingesetzt, von welchem jenes ja nur das Vorbild war, und eben damit hat das Vorbild aufgeh├Ârt, nachdem es im Abendmahl seine Erf├╝llung gefunden hat.

Was ist das heilige Abendmahl?

Unser HErr Jesus Christus, in der Nacht, da Er verraten ward, nahm Er das Brot, dankte und brachÔÇÖs und sprach: Nehmet, esset, das ist Mein Leib, der f├╝r euch gebrochen wird. Solches tut zu Meinem Ged├Ąchtnis. Desselbigengleichen auch den Kelch nach dem Abendmahl und sprach: dieser Kelch ist das Neue Testament in Meinem Blut; solches tut, so oft ihr es trinket, zu Meinem Ged├Ąchtnis.

In diesen Einsetzungsworten liegt die Antwort auf die Frage, was das heilige Abendmahl sei! Es kann diese Antwort nicht klarer, einfacher und sch├Âner ausgedr├╝ckt werden als mit den Worten unsers lieben Katechismus: das heilige Abendmahl ist der wahre Leib und das wahre Blut unsers HErrn Jesu Christi, unter dem Brot und Wein uns Christen zu essen und zu trinken von Christo selbst eingesetzt. Unser HErr Jesus nahm Brot und Wein; es ist also wirkliches Brot und wirklicher Wein da.

Es ist mithin nicht wahr, was die Katholiken sagen, da├č im Abendmahl kein wirkliches Brot und kein wirklicher Wein mehr vorhanden sei, sondern nur noch die Gestalt und das Aussehen von Brot und Wein. Christus hat wirkliches Brot und wirklichen Wein genommen und sagt nun: Dies Brot und dieser Wein, also wirkliches Brot und wirklicher Wein. Und von diesem wirklichen Brote und wirklichen Weine sagt nun der HErr weiter: das ist Mein Leib und das ist Mein Blut. Ebenso gewi├č also, als wahres Brot und wahrer Wein da ist, ebenso gewi├č ist dies Brot der wahre Leib und dieser Wein das wahre Blut Christi. Es ist mithin nicht wahr, was die Reformierten sagen, da├č kein wirklicher Leib und kein wirkliches Blut Christi im Brot und Wein sei, sondern da├č das Brot und der Wein den Leib und das Blut Christi nur bedeute. Christus sagt: dies Brot ist Mein Leib, und dieser Wein ist Mein Blut, es ist also dies Brot wirklicher Leib Christi und es ist dieser Wein wirkliches Blut Christi, denn Christus hat es gesagt, und Christus l├╝gt nicht. Durch das allm├Ąchtige Wort des Herrn vereinigt sich also der wahre Leib und das wahre Blut Christi mit dem wirklichen Brot und Wein, und so ist beides im heiligen Abendmahl vorhanden, Brot und Wein, und in dem Brot und Wein Leib und Blut Christi.

Aber kommt denn so viel darauf an, so steif und fest und unersch├╝tterlich auf dieser lutherischen Lehre und diesem lutherischen Glauben zu verharren? Ja, so viel, da├č man lieber Gut und Blut und Leib und Leben aufgeben m├╝sse, als einen T├╝ttel von dieser Lehre fahren lassen. Denn ohne diese Lehre w├╝rde eigentlich das Abendmahl ganz aufh├Âren, Abendmahl zu sein. Gesetzt den Fall, es w├Ąre nach der Lehre der Katholiken kein Brot und Wein mehr da, sondern das Brot und der Wein w├Ąre ganz in Leib und Blut Christi verwandelt, so da├č von Brot und Wein nur noch die ├Ąu├čere Gestalt und der Schein da w├Ąre, so k├Ânnte ich ja mit meinem irdischen Munde und mit meinen irdischen Lippen den Leib und das Blut Christi, welches eine himmlische Gabe ist, gar nicht empfangen, wenn nicht diese himmlische Gabe in irdischen Elementen w├Ąre, wodurch sie allein von meinen irdischen Lippen empfangen und genossen werden kann. Und auf der andern Seite, wenn im heiligen Abendmahle nach der Lehre der Reformierten nur Brot und Wein, aber nicht Leib und Blut Christi im Brot und Wein gegenw├Ąrtig w├Ąre, so ist zwischen Abendmahl und anderweitigem Genu├č von Brot und Wein kein wesentlicher Unterschied. Ich w├╝├čte in der Tat nicht, weshalb ich noch zum Abendmahl gehen und Brot und Wein essen und trinken sollte, was ich zu jeder andern Zeit und an jedem andern Ort auch kann. Sicherlich, der Genu├č von Brot und Wein kann mir den Genu├č von Leib und Blut Christi nicht bringen, wenn nicht der Leib und das Blut Christi im Brot und Wein ist.

Ich wei├č wohl, da├č Katholiken und Reformierte in ihrem Abendmahl wirklich Himmelsg├╝ter und Himmelsspeise bekommen trotz ihrer falschen und unrichtigen Lehre; denn Gottes Gnade ist immer viel gr├Â├čer als die Schwachheit und der Irrtum der Menschen, Gott tut ja ├╝berschwenglich ├╝ber Bitten und Verstehen und siehet das verlangende und nach Ihm begehrende Herz an; aber wenn Gott nicht in Seiner Gnade also handelte mit den Menschen, so w├╝rde nach der Lehre der Katholiken und Reformierten eigentlich kein Abendmahl vorhanden sein.

So ist also erstlich ein irdisches Element im heiligen Abendmahl, n├Ąmlich Brot und Wein; zu diesem irdischen Elemente kommt das allm├Ąchtige Wort des HErrn: das ist Mein Leib und das ist Mein Blut, und so vereinigt sich mit dem irdischen Elemente die himmlische Gabe, n├Ąmlich der Leib und das Blut des HErrn Jesu Christi, und so wird das Element zum Sakrament, das uns mit Jesu Christo, unserem Heiland, selber pers├Ânlich vereinigt, so da├č ich fr├Âhlich und selig singen kann: Der HErr ist bei mir eingekehrt und h├Ąlt mich der Bewohnung wert; ich habe Christi Fleisch und Blut, dar├╝ber jauchzet Herz und Mut!

Der HErr sagt es ja auch selbst: wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der bleibet in Mir und Ich in ihm. So wird es nun durch das heilige Abendmahl eine buchst├Ąbliche Wahrheit, und nicht mehr eine blo├če, sch├Âne Redensart, da├č Jesus mein Br├Ąutigam ist und ich Seine Braut, da├č wir in eins verbunden sind, da├č ich sein mu├č, wo Er ist, und da├č auch die Ewigkeit uns nicht voneinander trennen kann. Selbst unser Name: Christ erh├Ąlt nun erst vollkommene Wahrheit.

Wie das Weib ihren Namen aufgibt und dagegen den Namen ihres Mannes annimmt, so ist es nun ganz in der Ordnung, nachdem ich durch das heilige Abendmahl mit Christus verm├Ąhlt bin, da├č ich Christ hei├če, da Er Christus hei├čt. Eile, wie Verlobte pflegen, deinem Br├Ąutigam entgegen, sagt der Gesang, und so ist es auch. O und welche wunderbare Liebe zeigt der HErr in diesem teuren Sakrament; hat sie doch in allem, was sich Liebe nennt auf Erden, ihresgleichen gesucht! Wohl die h├Âchste, reinste und treueste Liebe auf Erden ist die Mutterliebe. Hat doch eine Mutter ihr Kind unter dem Herzen getragen und tr├Ągt es auf dem Herzen, und n├Ąhrt es mit der Milch ihrer Brust. Aber was selbst die Mutterliebe nicht tut, das tut die Liebe Christi: Christus speiset uns mit Seinem Fleische und tr├Ąnket uns mit Seinem Blute und gibt sich uns dadurch ganz zu eigen mit allem, was ER ist und hat. Nun ist Christus mein Leben, und Sterben ist mein Gewinn; Christus ist der Weinstock, ich bin eine Rebe an diesem Weinstock; Christus ist der Leib, ich bin ein Glied an diesem Leibe. Darum ist auch in unserer teuren lutherischen Kirche, wenn es recht in ihr hergeht, Sonntag f├╝r Sonntag der Tisch des HErrn gedeckt f├╝r alle, die da hungert und d├╝rstet nach seinem Fleische und Blute, Sonntag f├╝r Sonntag treten zu dem Altar des HErrn Seine seligen Abendmahlsg├Ąste, die Himmelsspeise und den Himmelstrank zu empfangen, und man kann sich keinen lutherischen Sonntagsgottesdienst denken ohne Abendmahl. Das Herz blutet einem, wenn man in Gemeinden kommt, in denen man Sonntage ohne Abendmahl feiert. Und solcher Gemeinden gibt es jetzt leider in lutherischen Landen ├╝ber und ├╝ber genug.

Was n├╝tzt das heilige Abendmahl?

Auch auf diese Frage finden wir die Antwort in den Einsetzungsworten. Der HErr spricht: das ist Mein Leib, f├╝r euch gegeben; das ist Mein Blut, f├╝r euch vergossen zur Vergebung der S├╝nden. Auch da wiederum antwortet unser lieber Katechismus so un├╝bertrefflich sch├Ân: das zeigen uns diese Worte: f├╝r euch gegeben und vergossen zur Vergebung der S├╝nden; n├Ąmlich da├č uns im Sakramente Vergebung der S├╝nden, Leben und Seligkeit durch solche Worte gegeben wird, denn wo Vergebung der S├╝nden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Zuerst also, ich erhalte Vergebung der S├╝nden. Die Vergebung der S├╝nden ist eigentlich immer das Eine, was not ist, sie ist das t├Ągliche Brot, das wir bed├╝rfen; denn wir t├Ąglich viel s├╝ndigen und wohl eitel Strafe verdienen. Darum wird uns auch die Vergebung der S├╝nden auf mannigfaltigste Weise zuteil. So oft du im Glauben betest um die Vergebung der S├╝nden, so oft erlangst du sie auch gewi├č und wahrhaftig; denn der HErr hat versprochen, da├č ER Gebete erh├Ârt, und ER l├╝gt nicht. Darum kann man ja auch keinen Abend zu Bette gehen, ohne erst um Vergebung der S├╝nden gebetet zu haben. Und wenn du die Predigt h├Ârst von dem S├╝nderheiland, der am Kreuze gestorben ist f├╝r die S├╝nden der ganzen Welt, da quillt aus der Predigt von dem gekreuzigten Christus allezeit der Trost f├╝r die Vergebung deiner S├╝nden; denn ER ist auch f├╝r deine S├╝nden ein Fluch geworden, um dich von dem Fluch zu erl├Âsten.

So oft du zur Beichte kommst und durch den Diener Gottes die heilige Absolution empf├Ąngst, so oft empf├Ąngst du die wahrhaftige Vergebung deiner S├╝nden; denn Gott spricht dich durch Seinen Diener frei, los und ledig von deinen S├╝nden, nach dem eignen Worte Seines Mundes, da ER sagt zu Seinen Dienern: Wem ihr die S├╝nden erlasset, dem sind sie erlassen; was ihr auf Erden l├Âset, das ist auch im Himmel los. Das ist unbeschreibliche Gnade vom HErrn, da├č uns so auf die allermannigfaltigste Weise immer das Eine, was not ist, zuteil wird, die Vergebung der S├╝nden, nach welcher man immer inniger und hei├čer verlangt, je mehr man die S├╝ndennot erkennt und f├╝hlt.

Aber nirgends ist die Vergebung der S├╝nden so kr├Ąftig, so handgreiflich, so g├Âttlich versiegelt, so unmittelbar und unzweifelhaft gewi├č, als im heiligen Abendmahl. Denn erstlich Christus, der S├╝nderheiland, kehrt im heiligen Abendmahl pers├Ânlich und leibhaftig bei mir ein und wohnet in mir. Mu├č denn da nicht die S├╝nde hinweggenommen sein, wo der selber wohnt, der das Lamm Gottes ist, das aller Welt S├╝nden tr├Ągt? Wie kann Christus mit der S├╝nde zusammenwohnen? Nein, so gewi├č Christus im heiligen Abendmahl bei mir pers├Ânlich einkehrt, so gewi├č nimmt ER alle S├╝nden hinweg.

Und dazu kommt noch dies. Der HErr sagt zu den Abendmahlsg├Ąsten: Nehmet, esset, nehmet, trinket, das ist Mein Leib, f├╝r euch gegeben, das ist Mein Blut, f├╝r euch vergossen zur Vergebung der S├╝nden. Da hei├čt es nicht etwa blo├č so im allgemeinen: Christus hat Sein Blut f├╝r alle S├╝nder vergossen; sondern hier sagt der HErr zu dir insbesondere, was also nur auf dich allein zu beziehen ist, wie es dir insbesondere gesagt wird: Du, der du issest Meinen Leib, du, der du trinkest Mein Blut, f├╝r dich ist Mein Leib, den du issest, gegeben, f├╝r dich ist Mein Blut, das du trinkest, vergossen, f├╝r dich zur Vergebung der S├╝nden. Da wird es dir ganz insbesondere und vor allen andern zugesagt und noch dazu durch den Genu├č Seines Leibes und Blutes versiegelt, da├č du Vergebung der S├╝nden hast. Du h├Ârst es aus dem Munde des HErrn bei Seinem Altar, und zum Pfande dessen, was dein Ohr h├Ârt, isset und trinket dein Mund des HErrn Leib und Blut, da├č du Vergebung der S├╝nden habest. Da wird ja alle Ungewi├čheit, aller Zweifel aufgehoben, und die vollkommene Gewi├čheit ist da durch das Wort und Siegel des HErrn. Selbst der Gedanke, der sonst so oft den Christen anficht und peinigt, kann dich nun nicht mehr qu├Ąlen, als ob deine S├╝nden zu gro├č w├Ąren, als da├č sie dir vergeben werden k├Ânnten. Wer ist so gro├č als der HErr Jesus? Und der kehrt im Abendmahl bei dir ein, m├╝ssen da nicht deine S├╝nden verschwinden als klein gegen den gro├čen Jesus?

Das ist also das erste, was dir das heilige Abendmahl n├╝tzt, du empf├Ąngst die gewisse, unzweifelhafte, handgreifliche, von Christo selbst ausgesprochene und versiegelte Vergebung der S├╝nden. Und dazu kommt nun weiter: du empf├Ąngst Leben und Seligkeit. Das eine folgt so notwendig aus dem andern, da├č der Katechismus mit Recht den unwiderleglichen Schlu├č macht: denn wo Vergebung der S├╝nden ist, da ist auch Leben und Seligkeit. Es ist ja lediglich um meiner S├╝nden willen, da├č ich sterben und verdammt werden mu├č. Habe ich nun Vergebung der S├╝nden, wie ist es da m├Âglich, da├č ich noch sterben und verdammt werden kann? Wo die Ursache aufh├Ârt, da mu├č ja auch die Folge und Wirkung aufh├Âren. Aber, damit unser Glaube nicht etwa auf einer blo├čen Schlu├čfolgerung beruhe, sondern wiederum auf dem ausdr├╝cklichen Worte des HErrn, so sagt der HErr Jesus ausdr├╝cklich Joh. 6: Wahrlich, wahrlich, Ich sage euch, wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben und Ich werde ihn am j├╝ngsten Tage auferwecken. Da sagt es der Herr nicht nur, Er schw├Ârt es sogar, da├č Sein Abendmahlskind, weil es Sein Fleisch i├čt und Sein Blut trinkt, das ewige Leben und die Auferweckung des Leibes habe.

Und es ist ja auch nicht anders m├Âglich. Ist Christus nicht das ewige Leben selber? Ist ER nicht, als der wahre Gott, der Weg, die Wahrheit und das Leben? Und dieser Christus ist es ja, der im heiligen Abendmahl bei dir einkehrt und Wohnung bei dir macht. Da m├╝ssen ja Tod und Teufel und Verdammnis weichen, wo Christus einkehrt, der das Leben selber ist. Darum kannst du im Tode jauchzen: Tod, wo ist dein Stachel? H├Âlle, wo ist dein Sieg? Gott sei Dank, der mir den Sieg gegeben hat durch Jesum Christum, meinen lieben HErrn! Denn siehe, sobald das kommt, was die Leute Sterben hei├čen, so schickt dein Jesus Seine heiligen Engel, die tragen deine Seele in Abrahams Scho├č, wo kein Teufel sie mehr anr├╝hren kann. Dein Leib wird zwar in die Erde gelegt. Aber er ist nicht tot, er schl├Ąft nur. Wie k├Ânnte der Leib tot sein, welcher den lebendigen Christus, den F├╝rsten des Lebens gegessen hat?

So liegt denn dein Leib schlafend im K├Ąmmerlein des Grabes, und am j├╝ngsten Tage kommt dein Herr Jesus, ruft hinein in dein Grab mit Seiner allm├Ąchtigen Stimme, und dein Leib steht auf aus dem Grabe in verkl├Ąrter HErrlichkeit, ├Ąhnlich dem verkl├Ąrten Leibe deines HErrn Jesu Christi. Denn es ist unm├Âglich, da├č Christus Seine Glieder im Grabe lassen kann, und auch dein Leib ist ein Glied an Christo um des heiligen Abendmahls willen, denn dein Mund hat ja Jesu Leib gegessen und Sein Blut getrunken am Altare des HErrn. Darum sehnet sich auch ein kranker Christ auf seinem Krankenbette so sehr nach dem heiligen Abendmahl und wei├č nichts mehr von Schrecken des Todes, wenn er es empfangen hat.

Welches ist das Hauptst├╝ck im heiligen Abendmahl?

Zuerst, da├č wir essen und trinken. Gott sagt ausdr├╝cklich: nehmet hin und esset, nehmet hin und trinket. Es gibt Leute, die kommen gar nicht oder nur selten zum Abendmahl, und wenn man sie fragt: Warum tut ihr also? so antworten sie: O, auf den leiblichen Genu├č des heiligen Abendmahls kommt es so sehr nicht an, das ist nur etwas f├╝r den gew├Âhnlichen Schlag von Christen, die noch nicht so hoch ausgebildet sind als wir, sondern die nur an der ├Ąu├čeren Schale kauen. Der eigentliche Kern ist, da├č wir im Geist das heilige Abendmahl feiern, und das k├Ânnen wir alle Tage und tun es auch alle Tage, und dazu bed├╝rfen wir des leiblichen Genusses nicht. Diese Leute sind um kein Haar besser als die gemeinsten und gottlosesten Abendmahlsver├Ąchter, und werden einst sicher mit ihnen verdammt werden. Christus, unser HErr, sagt: esset und trinket, und diese greulichen Leute treten vor lauter Geistlichkeit den Befehl Christi mit F├╝├čen, und sagen: Ja, Christus befiehlt es zwar, aber wir haben das nicht n├Âtig, f├╝r uns gilt das nicht. Woher haben diese Leute solchen Freibrief? Der Segen des heiligen Abendmahls ist nur denen versprochen, die das Abendmahl gebrauchen, die also essen und trinken nach dem Befehle des HErrn. Wer diese Bedingung nicht erf├╝llt, der kann auch nat├╝rlich den Segen des Abendmahls nicht empfangen und ist ein sch├Ąndlicher Abendmahlsver├Ąchter, ganz einerlei, ob er es verachtet aus ├╝bergro├čer Geistlichkeit oder aus sch├Ąndlicher Gottlosigkeit.

Ist nun das Essen und Trinken das erste Hauptst├╝ck, so ist es aber damit nicht das einzige Hauptst├╝ck, sondern es kommt dazu noch das andere Hauptst├╝ck, n├Ąmlich der Glaube. Ich mu├č im Glauben essen und trinken, sonst hilft mir das Essen und Trinken nichts. Erstlich hat unser Heiland befohlen, wir sollen das heilige Abendmahl genie├čen zu Seinem Ged├Ąchtnis. Denn wie kann ich das heilige Abendmahl zu Jesu Ged├Ąchtnis genie├čen, wenn ich nicht an Jesum Christum glaube? Glauben, da├č Jesus Christus mein Gott und Heiland ist, glauben, da├č Er Seinen Leib hat kreuzigen und am Kreuze Sein Blut hat flie├čen lassen zu meiner Erl├Âsung, glauben, da├č Er mir zugut das heilige Abendmahl eingesetzt hat, um mich mit Seinem Leibe zu speisen, und mit Seinem Blute zu tr├Ąnken, glauben, da├č Er durch solchen Genu├č des heiligen Abendmahls mir Vergebung der S├╝nden, Leben und Seligkeit schenkt, wie Er ja ausdr├╝cklich gesagt hat: f├╝r euch gegeben und vergossen zur Vergebung der S├╝nden, das hei├čt das Abendmahl genie├čen zu Seinem Ged├Ąchtnis.

Darum sollen wir auch durch unser Abendmahlgehen den Tod des Herrn verk├╝ndigen, bis da├č Er kommt. So oft ich zum Abendmahl gehe, lege ich ├Âffentlich vor den Menschen ein Zeugnis ab, da├č ich an den Vers├Âhnungstod des HErrn Jesu glaube, da├č ich glaube, dieser Vers├Âhnungstod Christi sei die einzige Ursache meiner Seligkeit. Und was Christus durch Seinen Vers├Âhnungstod mir erworben hat, das teilt Er mir mit, das schenkt Er mir im heiligen Abendmahl dadurch, da├č ich Seinen f├╝r mich geopferten Leib esse und Sein f├╝r mich vergossenes Blut trinke, und also die Vergebung der S├╝nden empfange, die Er mir durch Seinen Tod erworben hat. Eben dies verk├╝ndige und bezeuge ich durch mein ├Âffentliches Hinzutreten zu dem heiligen Abendmahl vor der versammelten Gemeinde. Das ist auch der Grund, weshalb das Abendmahl ├Âffentlich mit und vor der Gemeinde gefeiert werden soll, nach dem rechten Gebrauch der lutherischen Kirche, nicht an Wochentagen einzeln, oder familienweise, oder privatim, sondern sonnt├Ąglich, ├Âffentlich, vor und mit der Gemeinde. Das teure Abendmahl soll nicht zu einer Winkelmesse erniedrigt werden.

Darum pflegt man auch das heilige Abendmahl eine Kommunion zu nennen, d. h. eine Gemeinschaft, durch welche die Gemeinschaft des HErrn mit Seiner Gemeinde und die Gemeinschaft der Gemeindeglieder untereinander und miteinander bezeugt und ├Âffentlich dargestellt werden soll.

Haben wir nun als erstes Hauptst├╝ck im heiligen Abendmahl das leibliche Essen und Trinken erkannt, als zweites Hauptst├╝ck den Glauben, und zwar vorz├╝glich an die Worte: das ist Mein Leib und das ist Mein Blut, und an die andern Worte: f├╝r euch gegeben und vergossen zur Vergebung der S├╝nden, so k├Ânnen wir keinen Zweifel haben, da├č die, welche Jesu Leib und Blut im Glauben essen und trinken, Vergebung der S├╝nden, Leben und Seligkeit empfangen, denn der HErr hat es gesagt, und Er ist nicht ein Mensch, da├č Er l├╝ge, noch ein Menschenkind, da├č Ihn etwas gereue. Ja, der HErr hat es gesagt, das ist der einzige Grund, auf welchem dein Glaube ruht, wie es denn ├╝berhaupt keinen andern Grund des wahren Glaubens gibt, als Gottes Wort. Der HErr hat es gesagt: das ist Mein Leib und das ist Mein Blut, darum glaube ich und zweifle nicht, da├č ich Jesu Leib und Blut wahrhaftig esse und trinke im gesegneten Brot und Wein. Der HErr hat gesagt: f├╝r euch gegeben und vergossen zur Vergebung der S├╝nden, darum glaube ich und zweifle nicht, da├č ich wahrhaftig empfange im heiligen Abendmahl Vergebung der S├╝nden. Der HErr hat es gesagt: wer Mein Fleisch isset und trinket Mein Blut, der hat das ewige Leben, darum glaube ich und zweifle nicht, da├č durch das heilige Abendmahl das ewige Leben mein ist.

Sind nun solche Gnadeng├╝ter im heiligen Abendmahl vorhanden, so m├╝ssen wir aus den Worten: so oft ihr von diesem Brote esset und so oft ihr von diesem Kelche trinket, noch ein drittes Hauptst├╝ck herleiten, n├Ąmlich da├č wir oft zum heiligen Abendmahl kommen. Luther sagt einmal: der am wenigsten zum heiligen Abendmahl kommt, sollte doch mindestens viermal im Jahr kommen. Einen rechten, lebendigen Christen aber braucht man nicht stark zum Abendmahlgehen zu treiben, den treibt sein eigner Hunger und Durst genug dazu.

Wer empf├Ąngt das heilige Abendmahl w├╝rdig?

Darauf ist eigentlich die Antwort schon im vorigen mit enthalten, n├Ąmlich: wer im Glauben das heilige Abendmahl genie├čt. Auch hier├╝ber sind die Worte unsers teuren Katechismus so sch├Ân: Fasten und leiblich sich bereiten, ist wohl eine feine, ├Ąu├čerliche Zucht. Aber der ist recht w├╝rdig und wohl geschickt, der den Glauben hat an diese Worte: f├╝r euch gegeben und vergossen zur Vergebung der S├╝nden. Wer aber diesen Worte nicht glaubt oder zweifelt, der ist unw├╝rdig und ungeschickt; denn das Wort ÔÇ×f├╝r euchÔÇť fordert eitel gl├Ąubige Herzen. So gibt es also nur Eine W├╝rdigkeit zum Abendmahl, das ist der Glaube, und Eine Unw├╝rdigkeit zum Abendmahl, das ist der Unglaube. Und wenn der heilige Apostel so dringend sagt: der Mensch pr├╝fe sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch, so sollst du dich besonders danach pr├╝fen, ob du glaubest oder nicht. Kommst du im Glauben zum heiligen Abendmahl, so kommst du w├╝rdig und issest und trinkest dir den Segen.

Kommst du im Unglauben, so kommst du unw├╝rdig zum Abendmahl und issest und trinkest dir das Gericht. Das ist aber schrecklich und ist auch ganz gegen den Willen des HErrn, denn Er hat das Abendmahl nicht zum Gericht, sondern zum Segen gesetzt. Wird es dir zum Gericht, so hast du selbst es dir zum Gericht gemacht. Und zwar dadurch wird es dem Ungl├Ąubigen zum Gericht, weil ÔÇ×er nicht unterscheidet den Leib des HErrnÔÇť, d. h. nicht glaubt, und also auch nicht bedenkt, da├č im Abendmahl nicht gew├Âhnliches Brot und gew├Âhnlicher Wein ist, sondern Jesu Leib und Blute im Brot und Wein. Darum, wie der Apostel weiter sagt, vers├╝ndigt sich ein solcher Mensch an dem Leibe und Blute des HErrn, ist schuldig an Seinem Leibe und Blute.

Daraus erhellt klar, da├č auch derjenige, der ungl├Ąubig und also unw├╝rdig das heilige Abendmahl empf├Ąngt, dennoch in dem gesegneten Brot und Wein den wirklichen Leib und das wirkliche Blut des HErrn empf├Ąngt, denn sonst k├Ânnte er sich nicht durch den unw├╝rdigen Genu├č an dem Leibe und Blute des HErrn vers├╝ndigen. Das ist auch der Grund, warum ein treuer und rechtschaffener Prediger einen offenbar ungl├Ąubigen Menschen gar nicht zum heiligen Abendmahl zul├Ą├čt, ihn auch gar nicht zulassen darf und kann. Darum ermahnt er seine lieben Abendmahlsleute ├Âffentlich und sonderlich, da├č sie sich ernstlich pr├╝fen sollen, ob sie auch im Glauben kommen oder nicht. Er kann ja in ihre Herzen nicht hineinsehen, er ist kein Herzensk├╝ndiger, kann deshalb auch niemand vom Abendmahl zur├╝ckweisen als die offenbar Ungl├Ąubigen; aber er mu├č es doch allen sagen, da├č der ganze Segen, die ganze Frucht des heiligen Abendmahls von dem Glauben abh├Ąngt, und da├č gewi├č ein jeder, der im Unglauben kommt, sich den Fluch und das Gericht holt.

Gott bewahre doch einen jeden vor solcher greulichen Heuchelei, ohne Glauben zum Abendmahl zu kommen! Lieber bleibe ganz vom heiligen Abendmahle weg. Zwar gewi├č, ein Abendmahlsver├Ąchter geht verloren, er kann ja nicht selig werden, denn er verachtet den HErrn Jesum, indem er Jesu Abendmahl verachtet. Aber ein Ungl├Ąubiger, der zum Abendmahl kommt trotz seines Unglaubens, der geht sicher zwief├Ąltig verloren, denn er will durch sein Abendmahlgehen seinen Prediger, seine Gemeinde und den HErrn Christum selbst betr├╝gen. Ist ├╝berhaupt Heuchelei scheu├člich, so ist sie bei Gelegenheit des heiligen Abendmahls noch viel scheu├člicher.

Ist nun der Glaube die einzige W├╝rdigkeit zum heiligen Abendmahl, so erkenne daraus abermals die unendliche Liebe, G├╝te und Barmherzigkeit des HErrn. Du sollst Ihm im Abendmahl nichts bringen, du sollst nur von Ihm nehmen. Du sollst nicht kommen als ein Gerechter, als einer, der so und so viel Stufen der Heiligkeit erstiegen hat, sondern als ein armer S├╝nder, der gern seine S├╝nden los sein wollte, und fest glaubt, da├č er sie im heiligen Abendmahle los wird durch das teure Gnadenwort des HErrn: f├╝r euch gegeben und vergossen zur Vergebung der S├╝nden. Dabei versteht sich aber das ganz von selbst, da├č ein gl├Ąubiger Abendmahlsgast, der gern seine S├╝nden los sein will, nat├╝rlich nicht die Absicht haben kann, in seinen S├╝nden bleiben zu wollen, sondern ernstlich entschlossen und gesonnen sein mu├č, sich zu bessern. Es ist ja ein f├Ârmlicher Unsinn und der geradeste Widerspruch in sich selbst, seine S├╝nden los sein wollen, und seine S├╝nden behalten wollen.

Will ich meine S├╝nden los sein, so kann ich sie nicht behalten wollen. Und will ich sie behalten, so kann ich sie nicht los sein wollen. Ferner, ich nehme ja den HErr Jesum durch den Genu├č des heiligen Abendmahls bei mir auf und trete mit Ihm in eine solche pers├Ânliche Vereinigung, da├č Er in mir bleibet und ich in Ihm. Nehme ich aber Jesum auf, so ist es nicht m├Âglich, da├č ich neben Jesu den Teufel beherbergen kann. Ich mu├č also fest entschlossen sein, dem Teufel g├Ąnzlich abzusagen, wenn ich im heiligen Abendmahl Jesum empfangen will. Denn Jesum und den Teufel nebeneinander herbergen lassen wollen, das ist wiederum der offenbarste Unsinn und der geradeste Widerspruch in sich selbst. Wo Christus bleiben soll, mu├č der Teufel weichen; wo aber der Teufel bleiben soll, da mu├č Christus weichen. Das alles folgt aus dem Einen: im Glauben zum Abendmahl gehen.

Gebet

Lieber HErr Jesu Christe, wir danken Dir, da├č Du uns das heilige Abendmahl gegeben hast, dies teure Sakrament, in welchem Du uns speisest mit Deinem wahrhaftigen Leibe und uns tr├Ąnkest mit Deinem wahrhaftigen Blute im gesegneten Brot und Wein. Ja, der gesegnete Kelche, welchen wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Und das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Wahrlich, das ist mehr als Vater- und Mutterliebe, das ist Liebe, mit welcher nur Gott lieben kann. Ich S├╝nder soll Gast sein an Gottes Tisch, ich S├╝nder soll gespeiset und getr├Ąnket werden mit Himmelsspeise und Himmelstrank, mein HErr will bei mir einkehren und Wohnung bei mir machen. Und wir danken Dir noch mehr, da├č Du uns durch dies teure Abendmahl das gibst, was wir n├Âtiger haben als das t├Ągliche Brot, n├Ąmlich die gewisse Vergebung unserer S├╝nden und damit das Leben und die ewige Seligkeit, da├č fortan der Tod keinen Stachel und die H├Âlle keinen Sieg mehr f├╝r uns hat. Nun m├╝ssen wir ja selig werden, denn wir haben Vergebung der S├╝nden, und diese Vergebung ist uns zugesprochen und noch dazu versiegelt im heiligen Abendmahl. Ja, es ist ein k├Âstlich Ding, da├č das Herz fest werde, und das geschieht so recht durch die Gnade Deines heiligen Abendmahls.

Aber nun kommen wir auch noch mit Bitten: HErr, schenke uns den Glauben, HErr, st├Ąrke uns den Glauben, wir glauben, lieber HErr, hilf unserm Unglauben, damit wir allezeit als selige Kinder kommen zu Deinem Abendmahle, die nichts bringen, sondern nur nehmen, aber die auch als Kinder nehmen im Glauben und nicht zweifeln. So soll uns Dein heiliges Abendmahl stets neuen Segen bringen und uns immer mehr mit Kraft erf├╝llen, den guten Kampf zu k├Ąmpfen gegen Satan, Welt und Fleisch, und den Sieg zu gewinnen. Das hilf uns, lieber himmlischer Vater durch Jesum Christum, Deinen lieben Sohn, in der Kraft des Heiligen Geistes!

Wiedergegeben nach der 1939 im Hermannsburger Verlag der Missionshandlung ver├Âffentlichten Fassung, behutsam der heutigen Schreibweise angepa├čt. Auszug aus: Predigt zum Gr├╝ndonnerstag, Louis Harms, Predigten ├╝ber die Episteln des Kirchenjahres, Gro├č Oesingen 1995, S. 472-485.

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Samstag 8. M├Ąrz 2014 um 8:06 und abgelegt unter Gemeinde, Predigten / Andachten, Theologie.