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Die geistigen Grundlagen Europas

Montag 16. Dezember 2013 von Pastor Jens Motschmann


Pastor Jens Motschmann

Die EuropÀische Union (EU) ist ein aus 28 europÀischen Staaten bestehender Staatenverbund. Seine Bevölkerung umfasst derzeit (2013) rund eine halbe Milliarde Einwohner.

Die Organe er EU sind:
das EU-Parlament in Straßburg,
die EU-Kommision (je Land ein Mitglied) in BrĂŒssel
und der EU-Gerichtshof in Luxemburg.

Innerhalb der EU bilden 17 Staaten die EuropĂ€ische Wirschafts- und WĂ€hrungsunion. Sie haben sich eine gemeinsame WĂ€hrung, den Euro, gegeben. Der von den EU-Mitgliedstaaten gebildete EuropĂ€ische Binnenmarkt ist der am Bruttoinlandsprodukt gemessen grĂ¶ĂŸte gemeinsame Markt der Welt. Eine ganz wesentliche Voraussetzung zum Gelingen der EuropĂ€ischen Gemeinschaft wird allerdings darin bestehen, daß sie sich nicht nur als bloße Wirtschaftsgemeinschaft, sondern als Wertegemeinschaft versteht. Wenn die EU als politische Union bestehen will, muß sie an ein Wir-GefĂŒhl appellieren können. Der Euro allein kann dieses Wir-GefĂŒhl nicht schaffen!

Welches aber sind die geistigen Werte und Grundlagen Europas?

Diese Frage lĂ€ĂŸt uns auf die AnfĂ€nge Europas zurĂŒckblicken. Unser Kontinent ist der einzige, der nach einer Frau benannt wurde. Bereits im 8. Jahrhundert v. Chr. taucht der Name Europa bei dem griechischen Dichter Hesiod auf – als Name fĂŒr eine junge Göttin. (Hesiod: Theogonie, Vers 357)

SpĂ€ter, bei Herodot (490 – 420), dem Ă€ltesten griechischen Historiker, dem „Vater der Geschichtsschreibung” (Cicero), taucht der Name Europa wieder auf – nun aber als Name einer bildhĂŒbschen Prinzessin. Die griechische Sage berichtet, daß Europa von Eltern abstammt, die aus Ägypten in das Land Kanaan gekommen waren – also in den Landstrich, der sich am Mittelmeer im Gebiet des heutigen Israel bis hin zum Libanon erstreckt.

Darin drĂŒckt sich sehr aufschlußreich eine geschichtliche Erinnerung aus, nĂ€mlich die, daß sozusagen im Erbgut Europas wesentliche kulturelle Anteile Afrikas und Asiens enthalten sind:

Aus Ägypten, also aus Afrika, kamen die Grundbegriffe der Mathematik, der Architektur, der Zeiteinteilung. Aus Mesopotamien, nach anderen Überlieferungen aus Phönizien, also auf jeden Fall aus Asien, kam die Schrift. Ebenfalls aus Mesopotamien, aus der Heimat Abrahams, kam der Glaube an einen einzigen unsichtbaren Gott.

ZurĂŒck zur griechischen Sage von Europa: Eines Tages, so erzĂ€hlt nun diese Sage, hĂ€lt sich eine Gruppe von MĂ€dchen am Strand des Mittelmeeres auf. Unter diesen MĂ€dchen befindet sich die schöne Prinzessin Europa. Die MĂ€dchen sind ausgelassen und fröhlich, sie spielen und tanzen und winden hĂŒbsche KrĂ€nze, als plötzlich ein weißer Stier auftaucht. Die MĂ€dchen sind erschrocken. Nur Europa wagt es, auf den Stier zuzugehen, sie streichelt ihn, sie schmĂŒckt ihn mit Blumen, hĂ€ngt Girlanden ĂŒber seine Hörner und steigt schließlich auf seinen RĂŒcken.  Dem Stier gefĂ€llt das sehr. Er trabt mit ihr zum Meeresufer hinab – lĂ€ĂŸt sich in den Wellen nieder. Plötzlich aber schwimmt er mit ihr auf dem RĂŒcken fort – bis er in Kreta mit seiner kostbaren Last wieder ans Land geht.

Zeus war es, der sich listig in diesen prachtvollen Stier verwandelt hatte. Aus der Verbindung zwischen Zeus und Europa kamen drei Söhne – so erzĂ€hlt die Sage. Einer davon war Minos, der erste Herrscher von Knossos. Knossos ist uns bekannt als eine der Keimzellen des klassischen Griechenlands. Darum ist es richtig, wenn man sagt: die Wiege Europas steht in Griechenland.

Europa ist aber nicht nur ein geographischer Begriff, nicht nur ein ethnischer, sondern vor allem ein geistiger. Geographisch wĂŒrde man diese Halbinsel am westlichen Rand Asiens kaum als einen Kontinent bezeichnen können. Von dem französischen Schriftsteller Paul Valery (1871-1945) stammt das Bonmot: Europa sei „ein kleines VorgelĂ€nde des asiatischen Kontinents”. Mit anderen Worten: geographisch ist es nicht besonders markant. Bedeutend und prĂ€gend ist es nur durch seine Kultur und Religion geworden. FĂŒr diese kulturelle und religiöse PrĂ€gung sind drei Namen kennzeichnend: Athen, Rom und Jerusalem.

Europa hat drei Fundamente

Unser erster BundesprÀsident, Professor Theodor Heuss, sagte am 16. September 1950 bei einer Schulfeier in Heilbronn:

„Es gibt drei HĂŒgel, von denen das Abendland seinen Ausgang genommen hat: Golgatha, die Akropolis in Athen, das Capitol in Rom. Aus allen ist das Abendland geistig gewirkt, und man darf alle drei, man muß sie als Einheit sehen.“ (Theodor Heuss: Reden an die Jugend, R. Wunderlich TĂŒbingen 1956, S. 32)

Papst Benedikt XVI. hat in einer eindrucksvollen Rede vor dem Deutschen Bundestag im September 2011 genau dieses Bild aufgegriffen und gesagt:

„Die Kultur Europas ist aus der Begegnung von Jerusalem, Athen und Rom – aus der Begegnung zwischen dem Gottesglauben Israels, der philosophischen Vernunft der Griechen und dem Rechtsdenken Roms entstanden.“

Die Akropolis in Athen steht also fĂŒr griechische Philosophie und Kultur, das Kapitol in Rom fĂŒr römisches Recht und staatliche Ordnung und Golgatha steht fĂŒr den biblischen Glauben.

Das Christentum ist aus dem Judentum hervorgegangen. Immer dann, wenn sich das Christentum von diesen jĂŒdischen Wurzeln emanzipieren wollte, hatte das schreckliche Folgen. Die Etappen der Christianisierung Europas sind Meilensteine der stufenweise Einbeziehung unterschiedlichster Völker auf einem Kontinent in eine gemeinsame christliche Kultur. Und das alles begann damit, daß der Apostel Paulus, als er sich auf seiner zweiten Missionsreise gerade im Ă€ußersten Westen Kleinasiens aufhielt, in einer Nacht eine Erscheinung hatte.

„ein Mann aus Mazedonien stand da und bat ihn:Komm herĂŒber nach Mazedonien und hilf uns!

Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Mazedonien zu reisen, gewiß, daß uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen.“ (Apostelgeschichte 16,9-10)  Damit beginnt die Geschichte des christlichen Abendlandes. Es wird uns in der Apostelgeschichte weiter berichtet, daß Paulus vor den Toren der mazedonischen Stadt Philippi an einem Fluß Frauen trifft, mit ihnen ins GesprĂ€ch kommt und ihnen das Evangelium von Christus verkĂŒndigt:

„Und eine gottesfĂŒrchtige Frau mit Namen Lydia, eine PurpurhĂ€ndlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, so daß sie darauf achtete, was von Paulus geredet wurde. Als sie aber mit ihrem Haus getauft war, bat sie uns und sprach: Wenn ihr anerkennt, daß ich an den Herrn glaube, so kommt in mein Haus und bleibt da.“ (Apostelgeschichte 16,14-15)

Der erste Christ in Europa ist eine Frau – eben jene Lydia. Wie hatte doch Christus am Himmelfahrtstag zu seinen JĂŒngern gesagt?

„… ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz JudĂ€a und Samarien und bis ans Ende der Erde.“ (Apostelgeschichte 1,8)

So steht es auf der ersten Seite der Apostelgeschichte, die von den AnfĂ€ngen der ersten Gemeinde und der Ausbreitung des Evangeliums berichtet. Was dort steht, erfĂŒllte sich nach und nach.

Trotz aller Hindernisse, trotz aller UnterdrĂŒckung und Verfolgung nahm das Evangelium seinen Lauf „bis an das Ende der Erde”. Griechische Kultur, römisches Recht und christlicher Glaube haben maßgeblich Europa geprĂ€gt in einem spannungsreichen Miteinander und Gegeneinander.

Um noch einmal auf die Sage um die schöne Prinzessin Europa zurĂŒckzukommen. Jemand hat treffend gesagt: In dieser Sage seien bereits alle Eigenschaften erwĂ€hnt, durch die der Kontinent dieses Namens die Geschichte im Guten wie im Bösen beeinflußt hat (Manfred Barthel).

Europa steht fĂŒr Neugier, Selbstbewußtsein, Wagemut.

In der Wissenschaft und Technik, in der Kunst, in der Politik – es lĂ€uft immer wieder auf ein und dasselbe hinaus: auf Neugier, auf Selbstbewußtsein, auf Wagemut. Diese Akzentuierung des europĂ€ischen Geistes hatte eine doppelte Wirkung: Sie war der Motor fĂŒr ĂŒberragende, glanzvolle Leistungen. Sie mobilisierte aber auch die dunklen KrĂ€fte der Zerstörung. Neugier, Selbstbewußtsein, Wagemut wirkten und prĂ€gten die Menschen im europĂ€ischen Raum, als das Christentum noch gar nicht auf dem Plan war.

Anders als die Ägypter, Babylonier, Sumerer, Assyrer, Inder und Chinesen haben die Griechen alles in Frage gestellt und die Römer alles ausprobiert. Die asiatische Geistigkeit und Kultur z.B. hatte ohne Frage schon im Altertum ein hohes Niveau, aber ihre gestaltende KrĂ€fte entstammen anderen TriebkrĂ€ften. Asien war von alters her ein Arsenal erhabener Antworten, von sakralen Satzungen mit zeitlos sein wollendem Anspruch, von Weisungen, die allenfalls auszulegen, aber nicht zu befragen sind.

Ganz anders stellte sich damals im Altertum der griechische Geist dar. Nehmen wir nur ein herausragendes Beispiel:

Homers berĂŒhmt gewordene Dichtung der Odyssee aus dem 8. Jahrhundert v. Chr.: Der homerische Odysseus ist das sich aus mythischer Verstrickung erhebende Urbild des rationalen EuropĂ€ers.

Er ist Forscher, Erfinder, Entdecker, wißbegierig, listenreich und experimentierfreudig, dabei von einer Geistesfreiheit, die vor nichts zurĂŒckschreckt, selbst die Götter hinterfragt.

Dem Geist der Griechen verstand sich nichts von selbst. Staunend schwĂ€rmten sie in alle Himmelsrichtungen aus. Der schon erwĂ€hnte Herodot aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. selbst war z.B. ein solcher, den es zu Hause nicht hielt, der weltoffen-neugierig Ägypten, Babylon und die Landschaften am Schwarzen Meer bereiste.

Da schwelte der Wunsch, hinter die Horizonte zu schauen, hinter die geistigen wie die geographischen. Dazu gehörte geistiges Interesse und Mut, eine schöpferische Unruhe, das Unvorstellbare zu wagen. Und war es nicht genau diese wagende Neugier, von der schon die sagenhafte Prinzessin Europa beseelt war?

Der Genuese Cristobal Columbus wird sich mit drei kleinen Karavellen auf das hohe Meer hinauswagen, um in Richtung Westen einen Seeweg nach Indien zu suchen, diesen zwar nicht findet, aber stattdessen einen neuen Kontinent – Amerika – entdeckt.

Oder ich denke an den Portugiesen Vasco da Gama, der dann tatsÀchlichen den Seeweg nach Indien finden wird.

Man denke an an all‘ die anderen Expeditionen, die dann folgten, die EuropĂ€er auf sich genommen haben:

– durch die WĂŒsten und Steppen Asiens,
– durch die UrwĂ€lder Afrikas,
– entlang am Amazonas in SĂŒdamerika,
– durch die EiswĂŒsten der Arktis und Antarktis,
– bis hin zu den GipfelstĂŒrmern, die die höchsten Berge der Welt
– bestiegen haben
– und denen, die in die tiefsten Tiefen der Meere hinabgetaucht sind.

Ist es nicht auffĂ€llig, daß sich nicht Asiaten oder Afrikaner auf den Weg machten, um ihren eigenen Kontinent – geschweige denn die anderen Kontinente und ihre Geheimnisse – zu entdecken? Europa war immer weltoffen-neugierig im krassen Gegensatz etwa zu Afrika, Indien oder dem flĂ€chenmĂ€ĂŸig etwa genauso großen chinesischen Reich, das sich bis an die Schwelle des vorigen Jahrhunderts sogar völlig vom Rest der Welt abgeschottet hatte, sich buchstĂ€blich mit einer Mauer einschloß.

Neugier, Selbstbewußtsein und Wagemut brachten Wissenschaft und Technik, insbesondere auch die Medizin in Riesenschritten voran. Was könnte man da alles aufzĂ€hlen? FĂŒr unsere Betrachtung ist allerdings eine andere Frage wichtig: Welche Rolle spielte in diesem Kraftfeld der christliche Glaube?

Europas Weg zum christlichen Abendland

ZunÀchst wurde der christliche Glaube bis zum Jahr 325 n. Chr. durch die Gesetzgebung des bis dahin heidnischen Römischen Reiches bekÀmpft. Das Christentum galt als Widerspruch zur Weisheit der Griechen und zur Religion der Römer, die in den ersten Jahrhunderten nach Christi die tonangebende Macht in Europa darstellten.

Die Christen wurden im Römischen Reich in mehreren Wellen verfolgt, bis Kaiser Konstantin der Große im Kampf um die Herrschaft ĂŒber das Abendland am 28. Oktober 312 vor den Toren Roms gegen seinen Rivalen Maxentius siegte und diesen Sieg der Hilfe des Christengottes zuschrieb. Daraufhin sorgte er dafĂŒr, daß das Christentum als erlaubte Religion anerkannt wurde.

Einen Schritt weiter ging Kaiser Theodosius der Große, der durch ein Gesetz, ein Religionsedikt, im Jahr 380 anordnete, daß alle BĂŒrger des Reiches den Glauben an die Gottheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes anzunehmen hĂ€tten.

Die christliche Kirche wurde – durchaus problematisch – zur alleinberechtigten Staatskirche. Der Übertritt zum Heidentum wurde verboten. Das bedeutete, daß nun die anderen Religionen verfolgt und verdrĂ€ngt wurden. Griechentum und Römertum mußten sich dem Christentum unterwerfen.

Es gehört zu den ganz seltsamen FĂŒgungen in der Geschichte, daß in einem einzigen Jahr diese Entwicklung zu drei markanten historischen Daten fĂŒhrte.

Es ist das Jahr 529 n. Chr.

In den GeschichtsbĂŒchern werden unter dieser Jahreszahl drei bedeutsame Ereignisse genannt:

1. Die Aufzeichnung des geltenden römischen Rechtes im Corpus juris, das eine Grundlage des europÀischen Rechtes wurde.

2. Auf staatliche Anordnung muß die Akademie in Athen schließen, weil sie der Kirche ein Dorn im Auge war. Im Jahr 387 v. Chr. war die Akademie von dem Philosophen Plato gegrĂŒndet worden. Durch 900 Jahre war sie eine Schule der antiken Weisheit gewesen.

3. In Italien wird durch Benedikt von Nursia auf dem Mons Casinus (Monte Cassino) ca. 150 km sĂŒdöstlich von Rom das Mutterkloster des Abendlandes gegrĂŒndet.

Welch eine tiefe Symbolik in diesen drei Ereignissen des einen Jahres 529! Das Kreuz Christi hatte fĂŒr alle Welt sichtbar ĂŒber die Weisheit der Griechen gesiegt, und das römische Recht wird ihm dienen.

Die Ordensregel der Benediktiner hat maßgeblich den Weg des abendlĂ€ndischen Christentums bis in die Neuzeit hinein bestimmt. Das Leitwort der Benediktiner Ora et labora (Bete und arbeite!) ist die kĂŒrzeste Formel, in der sich das VerhĂ€ltnis des Christen zur Welt und zu Gott ausdrĂŒcken lĂ€ĂŸt. Das durch Benedikt begrĂŒndete abendlĂ€ndische Mönchtum erlangte grĂ¶ĂŸte religiöse und kulturelle Bedeutung fĂŒr die Ausformung all dessen, was wir Abendland oder Europa nennen. Die Umgangssprache der Mönche, das Latein, setzte sich als europĂ€ische Gemeinschaftssprache des Mittelalters durch. Die kulturelle Einheit des Abendlandes konnte sich auf dieser gemeinsamen sprachlichen Grundlage ohne nennenswerte Schwierigkeiten verwirklichen. Die Klöster wurden fĂŒr Jahrhunderte TrĂ€ger der europĂ€ischen Kultur. Politik und Rechtswesen wurden von nun an zunehmend vom römischen Recht gestaltet. Insofern ist es verstĂ€ndlich, wenn einige Historiker die Zeitenwende vom Altertum zur abendlĂ€ndischen Geschichte auf eben dieses Jahr 529 festgesetzt haben.

Karl der Große – um 800 n. Chr. – war dann der erste Herrscher, der mit großem Geschick, aber auch mit rĂŒcksichtsloser Machtpolitik dieses geistige Fundament des christlichen Glaubens nutzte, um das Ziel eines Europas der VaterlĂ€nder in die Praxis umzusetzen. Bedeutender als seine Eroberungen war eine andere Tat: der Aufbau eines europĂ€ischen Schulsystems. Lehrer aus aller Herren LĂ€nder wurden angeworben. Visitatoren wurden in die Bischofssitze geschickt, um zu ĂŒberprĂŒfen, ob die braven GottesmĂ€nner auch wirklich brav waren. Wenn nicht, wurden ihnen ganz energisch die Leviten gelesen. Heute ist das eine allgemeine Redewendung fĂŒr eine ernste, strenge Ermahnung. Damals war dieser Ausdruck ganz wörtlich zu nehmen. Im 3. Buch Mose, dem Buch Levitikus, stehen nĂ€mlich die Verhaltensregeln fĂŒr Priester.

Der christliche Glaube wurde dann auch gut drei Jahrhunderte nach Karl dem Großen zum geistigen Antrieb der KreuzzĂŒge mit ihren höchst problematischen Begleiterscheinungen. Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Kontinents gab es eine Organisation, die sich ĂŒbernational zusammenfand: die Kreuzritter, Vereinigungen Adliger, die sich als Johanniter zusammenschlossen mit dem Ziel, Pilgern im Heiligen Land zu helfen und spĂ€ter den Mittelmeerraum vor den TĂŒrken zu schĂŒtzen.

Der christliche Glaube wurde also zur weltanschaulich bestimmenden Kraft in Politik und Gesellschaft. Und dennoch konnten sich die Christen der Faszination des griechischen Geistes nicht entziehen. So blieb es bei einem spannenden Miteinander und Gegeneinander zwischen diesen beiden GeistesmĂ€chten. Man konnte an manchen Orten der Christenheit den Eindruck gewinnen, daß im Nachhinein doch die Akademie von Athen gesiegt hatte.

Das spiegelt z.B. die Auseinandersetzung zwischen den Reformatoren mit ihrer christozentrischen Theologie auf der einen Seite und den sog. Humanisten um Erasmus von Rotterdam und Johannes Reuchlin auf der anderen Seite wider. Gerade das Zeitalter der Reformation muß man verstehen vor dem Hintergrund der Sehnsucht einer Wiedergeburt der Kultur aus dem Geist der Antike. Diese Bewegung, die um 1350 einsetzte und bis ins 16. Jahrhundert andauerte, bekam den Namen Renaissance, was ĂŒbersetzt „Wiedergeburt” heißt.

Diese ganze Epoche stand unter dem Reformruf ad fontes – zurĂŒck zu den Quellen:

ZurĂŒck zu den Quellen der Kirche, wie sie in der Bibel und in der Alten Kirche gegeben waren.
ZurĂŒck zu den Quellen der Kultur, wie sie aus dem Griechentum ĂŒberkommen waren.
ZurĂŒck zu den Quellen der staatlichen Ordnung, wie sie sich bei den Römern bewĂ€hrt hatten.

An der Wurzel Europas steht die große Antithese von Antike und Christentum; beide bekĂ€mpfen sich und vereinigen sich bis heute.

Der Philosoph Karl Jaspers hat in seiner Rede „Vom europĂ€ischen Geist“ ĂŒber dieses SpannungsverhĂ€ltnis gesagt:

„EuropĂ€isch sind die fruchtbaren GegensĂ€tze von Kirche und Staat, von Nationen und Reich, von romanischen und germanischen Nationen, von Katholizismus und Protestantismus, von Theologie und Philosophie… Europa bindet aneinander, was es zugleich in die letzte GegensĂ€tzlichkeit treibt: Welt und Transzendenz, Wissenschaft und Glaube, Weltgestaltung und Religion.“

Europa hat durch die ganze Geschichte hindurch immer wieder zu jeder Position auch eine Gegenposition entwickelt. Aber immer dann, wenn im HochgefĂŒhl der eigenen Macht und Kraft, des Gelingens und Forschens die Korrektur des Wortes Gottes mißachtet wurde, geschah etwas Unheimliches. Es stand dann die dunkle Seite der Neugier, des Selbstbewußtseins, des Wagemutes auf. Es war immer dieser innere Kampf, der in Europa stattfand.

Der Kampf zwischen dem Geist gottloser Hybris und dem Geist des Evangeliums.

Wir erinnern uns: die sagenhafte Europa packte beherzt den Stier bei den Hörnern und schwang sich auf ihn. Wir dĂŒrfen aber nicht ungestraft jeden Stier bei den Hörnern packen. Bereits die schöne, anmutige Europa mußte dafĂŒr einen hohen Preis zahlen: sie wurde nĂ€mlich nach der Sage auf Kreta von Zeus vergewaltigt.

Wie oft wurden in der Geschichte Europas die schönsten und edelsten Gedanken, dazu das mĂŒhsam und fleißig erworbene Wissen vergewaltigt von denen, die sich weiß wie die Unschuld gaben, aber in denen finstere Hybris herrschte. Neugier, Selbstbewußtsein, Wagemut – so sagte ich – waren der Motor des europĂ€ischen Geistes im Guten, aber eben auch im Bösen. Neben dem Guten ging immer auch ein dunkler Schatten einher, dem schon die alten Griechen den Namen „Hybris” gegeben hatten.

Hybris – so nennt man die SelbstĂŒberhebung, die frevelhafte Überheblichkeit. Diese Verbindung von vollendeter Kultur und Zivilisation auf der einen Seite mit BrutalitĂ€t und Hinterlist, mit dem Geist der LĂŒge auf der andern Seite hat Europa durch die ganze Geschichte hindurch immer wieder ein Doppelgesicht gegeben.

Mit welcher Grausamkeit wurde z.B. teilweise missioniert? Mit welcher Anmaßung traten z.B. EuropĂ€er als Herren dieser Welt auf und unterwarfen die Ureinwohner der anderen Kontinente: Afrika, Amerika, Australien.

Aber es waren wiederum auch EuropĂ€er, die mit einem Herzen voller Mitleid und Hilfsbereitschaft in diese fremde Welt gingen, den Menschen das Evangelium brachten, soziale und medizinische Hilfe. MĂ€nner wie der Missionar und Afrikaforscher David Livingston oder wie der Urwaldarzt und Theologe Albert Schweitzer, Frauen wie Florence Nightingale oder Mutter Teresa kommen aus Europa. Oder auch die Aktion „Ärzte ohne Grenzen“, 1971 von dem französischen Arzt Bernard Kouchner gegrĂŒndet. Ein solche intensive und opferbereite Hinwendung zu den Ärmsten der Armen ging nicht von Asien oder von Afrika aus.

Amerika und Australien kann ich hier ĂŒbergehen, da sie ja ebenfalls zunehmend von Europa aus geprĂ€gt und gestaltet wurden. Und es waren EuropĂ€er, die dafĂŒr sorgten – leider viel zu spĂ€t! -, daß weltweit die Sklaverei geĂ€chtet wurde.

EuropĂ€er haben die beiden gigantischsten Kriege, die die Welt je erleiden mußte, ausgelöst: den Ersten und den Zweiten Weltkrieg. Bereits die vorangehenden Kriege ließen aufgrund der sich immer weiter entwickelnden Waffentechnik Schlimmes ahnen.

Aber es waren auch EuropĂ€er, die erschĂŒttert durch das Leid auf den KriegsschauplĂ€tzen die Initiative ergriffen zur GrĂŒndung einer Einrichtung, die zwischen den Fronten ohne Ansehen der Person Verletzten half.

Auf Anregung von Henri Dunant, dem Vorsitzender der Evangelischen Allianz in der Schweiz, wurde 1863 in Genf – also genau vor 150 Jahren – das Rote Kreuz gegrĂŒndet. Und es waren wiederum EuropĂ€er, die nicht nur Wunden verbinden, sondern das kriegerische Wundenschlagen unterbinden wollten und sich unermĂŒdlich fĂŒr eine Weltfriedensordnung einsetzten:

1920 nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges wurde der Völkerbund gegrĂŒndet, 1945 nach der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges die Vereinten Nationen. Die meisten technischen Erfindungen, die das Leben der Menschen erleichtern, kommen aus dem Kraftfeld des europĂ€ischen Geistes, aber eben auch die Kenntnisse und FĂ€higkeiten, eine Atombombe herzustellen oder ein Schaf zu klonen.

Es waren EuropÀer, die die Idee des Reiches Gottes weltweit ausbreiteten. Keine andere Religion hat so starke Verbreitung gefunden wie die christliche Botschaft vom Anbruch des Reiches Gottes in Jesus Christus. Aber es waren auch EuropÀer, die daneben ihre eigenen Weltreich-Visionen entwickelten und umzusetzen versuchten. Darin wetteiferten miteinander Spanier und Portugiesen, Italiener, HollÀnder, EnglÀnder, Schweden, Russen, Franzosen, Deutsche.

Wir denken an den Stolz, mit dem Kaiser Karl V., der Luther zum Reichstag nach Worms eingeladen hatte, sagen konnte: In meinem Reich geht die Sonne nicht unter. Wir denken an Napoleon, der von der Hybris gepackt wurde, ganz Europa in seine AbhĂ€ngigkeit zu bringen. Wir denken an die englische Politik, die im 19. Jahrhundert vom Ehrgeiz gepackt wurde, ein Weltreich zu errichten – das britische Commonwealth unter der englischen Krone. Friedrich Nietzsche hat in seinem Werk „Jenseits von Gut und Böse” (Aph. 239) die griechische Sage vom Raub der Europa aufgegriffen:

„O Europa! Europa! Man kennt das Tier mit Hörnern, welches fĂŒr dich immer am anziehendsten war, von dem dir immer wieder Gefahr droht! Deine alte Fabel könnte noch einmal zur ‘Geschichte’ werden – noch einmal könnte eine ungeheure Dummheit ĂŒber dich Herr werden und dich davon tragen! Und unter ihr kein Gott versteckt, nein! nur eine ‘Idee’, eine ‘moderne Idee’. – Eben „nur“ eine Ideologie!

Als Nietzsche diese Zeilen 1886 schrieb, befand sich Europa auf dem Höhepunkt seiner Macht. Die Weltgeschichte war europazentrisch ausgerichtet. Über die Erde verfĂŒgten einige europĂ€ische GroßmĂ€chte – an ihrer Spitze England. Rußland galt seit dem ausgehenden 17. Jahrhundert, genau seit Peter dem Großen und erst recht seit dem Wiener Kongreß 1815 ebenfalls als eine europĂ€ische Großmacht. Wenn damals ein europĂ€ischer Staat sich bedroht fĂŒhlte, dann nur von einem anderen europĂ€ischen Staat.

Noch einmal zu Nietzsche. Er hat gegen Ende des 19. Jahrhunderts hellsichtig vorausgesehen, wohin die europĂ€ische Hybris fĂŒhren wird. Es wird Kriege geben, wie es noch keine auf Erden gegeben hat:

„Unsre ganze europĂ€ische Kultur bewegt sich seit langem schon mit einer Tortur der Spannung, die von Jahrzehnt zu Jahrzehnt wĂ€chst, wie auf eine Katastrophe los: unruhig, gewaltsam, ĂŒberstĂŒrzt: einem Strom Ă€hnlich, der ans Ende will, der sich nicht mehr besinnt, der Furcht hat, sich zu besinnen.“

So heißt es in der Vorrede zu seinem unvollendeten Werk „Der Wille zur Macht”. Nietzsche starb 1900. 14 Jahre spĂ€ter brach der Erste Weltkrieg aus. Als dieser Krieg zuende ging, war Europa nicht mehr Mittelpunkt der Welt, ja, es hatte seitdem MĂŒhe, Herr auf dem eigenen Kontinent zu sein.

1917 war das Jahr, in dem zum ersten Mal eine außereuropĂ€ische Macht entscheidend in die kriegerische Auseinandersetzungen europĂ€ischer Staaten eingriff: die Vereinigten Staaten von Amerika. AusgerĂŒstet mit dem Wissen des alten Europa, mit kĂŒhner Weiterentwicklung dieser AnsĂ€tze und ausgestattet mit wirtschaftlichen Möglichkeiten, von denen Europa nur trĂ€umen kann, fing Amerika an, zunehmend die Rolle in der Welt zu ĂŒbernehmen, die jahrhundertelang Europa innehatte.

Ein Vierteljahrhundert spĂ€ter lieferte Hitler das extremste Beispiel fĂŒr Hybris in der abendlĂ€ndischen Geschichte. Europa hat eben ein Doppelgesicht: eine dunkle und eine helle Seite der Neugier, des Selbstbewußtseins, des Wagemutes. Die helle Seite ist seit dem Zweiten Weltkrieg auffallend stĂ€rker geworden. Das Christentum ist verflochten in diese Geschichte segensreicher Entwicklungen, aber auch schuldhafter Verstrickungen. Das Christentum ist aber auch die Quelle von Schulderkenntnis und Neubeginn.

Was ist das Bleibende an Europa?

Noch heute treffen wir in Europa ĂŒberall in Staat und Gesellschaft auf diese Grundlagen, die in einem ca. 3.000 Jahre wĂ€hrenden Prozeß aus dem leidenschaftlichen Wissensdrang der griechischen Antike, dem nĂŒchternen Rechtsdenken der Römer und dem Geist des christlichen Glaubens, der biblischen Gebote und Verheißungen entstanden sind. Das prĂ€gte Europa. Die christliche PrĂ€gung wird allerdings auffallend schwĂ€cher. Dabei ist es gerade dieser Bereich, der Europa sozusagen die Seele gegeben hat. Verliert Europa diese PrĂ€gung, so steht es in der Gefahr, seine Seele zu verlieren.

Fragen wir zum Schluß noch einmal: Was ist denn der besondere Beitrag des Christlichen fĂŒr Europa?

Der Historiker Heinrich August Winkler, bis 2007 Professor an der Berliner Humboldt-UniversitĂ€t und Sozialdemokrat wurde von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gefragt: „Was haben Christentum und Europa miteinander zu tun?“

Seine Antwort: „Man kann die Geschichte der Menschenrechte und der Gewaltenteilung nicht schreiben, ohne auf die christlichen Wurzeln einzugehen. Der revolutionĂ€re Satz, daß alle Menschen vor Gott gleich sind, ist nun einmal christlichen Ursprungs. Und die Idee der Gewaltenteilung lĂ€ĂŸt sich bis auf das Wort (Jesu, J.M.) zurĂŒckfĂŒhren: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist.“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Nr. 50 v. 12.12.2004, S. 9)

Die geistigen Grundlagen Europas sind in der Charta der Grundrechte der EuropÀischen Union aus dem Jahr 2000 wie folgt formuliert.

In der PrĂ€ambel heißt es gleich zu Beginn: „In dem Bewußtsein ihres geistig-religiösen und sittlichen Erbes grĂŒndet sich die Union auf die unteilbaren und universellen Werte der WĂŒrde des Menschen, der Freiheit, der Gleichheit und der SolidaritĂ€t. Sie beruht auf den GrundsĂ€tzen der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit.“

Diese Werte – Freiheit, Gleichheit, SolidaritĂ€t, Rechtsstaatlichkeit – sind eindeutig aus dem Geist des Evangeliums geprĂ€gt. Insofern gehört das christliche Menschenbild an erster Stelle zum gesellschaftlichen Wertekonsens Europas. In der Bibel drĂŒckt sich eine Vorstellung von der menschlichen Person aus, deren WĂŒrde deshalb unantastbar ist, weil sie in der Gottebenbildlichkeit ihren Ursprung hat.

Und nun verstehen Sie auch, warum es uns so wichtig sein muß, dieses Fundament Europas zu erhalten und auf ihm unser privates und gesellschaftliches Leben und damit auch unsere Zukunft zu gestalten.

Unsere verehrte Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in ihrer RegierungserklĂ€rung am 27. Oktober 2011 vor dem Deutschen Bundestag den berĂŒhmt gewordenen Satz: „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa.“ Ich weiß, wie sie das gemeint und in welchem Zusammenhang sie das gesagt hat. Aber aus dem Zusammenhang finanzpolitischer Überlegungen gelöst, kann dieser Satz keine allgemeine Geltung haben.

Die Zukunft Europas steht und fĂ€llt nicht mit dem Euro, sondern damit, ob dieser Kontinent auf dem Fundament seines „geistig-religiösen und sittlichen Erbes“ bleibt. Das heißt im Klartext:

Die Zukunft Europas steht und fĂ€llt damit, ob dieser Kontinent unter dem Kreuz Christi bleibt oder nicht. Denn wenn die Werte, die aus der biblischen Botschaft kommen, verlorengehen, wĂŒrde Europa seine geistige Orientierung verlieren. Dazu zum Schluß zwei nachdenklich stimmenden Zitate.

Das eine stammt von dem Physiker und NobelpreistrÀger Werner Heisenberg:

 „Wenn man in dieser westlichen Welt fragt, was gut und was schlecht, was erstrebenswert und was zu verdammen ist, so findet man doch immer wieder den Wertmaßstab des Christentums auch dort, wo man mit den Bildern und Gleichnissen dieser Religion nichts mehr anfangen kann. Wenn einmal die magnetische Kraft ganz erloschen ist, die diesen Kompaß gelenkt hat – und die Kraft kann doch nur von der zentralen Ordnung herkommen -, so fĂŒrchte ich, daß sehr schreckliche Dinge passieren können, die ĂŒber die Konzentrationslager und Atombomben hinausgehen.” (Werner Heisenberg: Der Teil und das Ganze. 1973, S. 254)

Und August Winnig, GewerkschaftsfĂŒhrer und Christ, schloß sein 1938 veröffentlichtes Buch „Europa. Gedanken eines Deutschen” mit den Worten:

„Man denke sich aus der Geschichte Europas alles fort, was allein dem Bekenntnis zum Kreuz und der in diesem Bekenntnis begrĂŒndeten Verbundenheit zu danken ist: was bleibt ĂŒbrig? Was Europa geworden ist, ist es unterm Kreuz geworden. Das Kreuz steht ĂŒber Europa als das Zeichen, in dem es allein leben kann. Entweicht Europa dem Kreuz, so hört es auf, Europa zu sein.“

Möge es dazu nie kommen!

Es gehört zu unseren Aufgaben, dass wir diese Erkenntnis aus unserer Lebens- und Glaubenserfahrung in unserem politischen Engagement miteinbringen, damit das Haus „Europa“ auf festem Fundament gegrĂŒndet bleibt – zum Wohl der Menschen in unserem Land, in Europa, in der Welt.

Pastor Jens Motschmann, Bremen im November 2013

 

 

 

 

 

 

 

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 16. Dezember 2013 um 11:48 und abgelegt unter Gesellschaft / Politik.