Gemeindenetzwerk

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Hilfe zum Leben

Freitag 14. September 2018 von Beratungsstelle Ausweg


Beratungsstelle Ausweg

Manchmal sind selbst wir ĂŒberrascht von der Dramatik der FĂ€lle im Schwangerschaftskonflikt. So rief uns eine Frau an, die die 1. Tablette Mifegyne fĂŒr einen medikamentösen Schwangerschaftsabbruch schon genommen hatte. Nach medizinischer AbklĂ€rung befanden wir uns in einem intensiven Austausch mit ihr. Sie entschied sich tatsĂ€chlich fĂŒr ihr Kind. Die behandelnde GynĂ€kologin unterstĂŒtzte ihre Entscheidung zum Abbruch der Abtreibung. Eine andere Frau kam mit der festen Überzeugung, sie wolle kein Kind und es komme nur ein Abbruch in Frage. Trotzdem ließ sie sich auf ein langes GesprĂ€ch zu dritt ein. Leider haben wir nichts mehr von ihr gehört.

Auch das gehört zu unserem Alltag: Das tiefe Bereuen und der Schmerz nach einem Schwangerschaftsabbruch. Viele Frauen und Paare wenden sich nach dem Eingriff an uns. Man kann sich kaum vorstellen, wie es solchen Frauen psychisch gehen kann: Beziehungen zerbrechen, weitere Kinder werden durch den Abbruch massiv in Mitleidenschaft gezogen. Es ist oft ein langwieriger therapeutischer Prozess, auf dem diese Frauen wieder zurĂŒck in ihr Leben finden können. Über dieses Thema redet kaum jemand. Es wird von der Gesellschaft und Politik bewusst verschwiegen.

PrĂ€vention und Öffentlichkeitsarbeit sind sehr wichtig. Immer wieder erfolgten Einladungen zu Informationsveranstaltungen oder Besuche von Gruppen in der Beratungsstelle Aus-WEG?!. So stellten wir im Pfarrkonvent Pforzheim-Land die vielfĂ€ltigen Angebote vor. Konfirmanden- und andere Jugendgruppen kamen mit ihren Mitarbeiterteams zu uns. Auch einzelne SozialpĂ€dagogen, Jugendreferenten, Pfarrer usw. informierten sich ĂŒber die Arbeit. Im FrĂŒhling waren wir mit dem Aus-WEG?! – Infostand auf dem Katholikentag in MĂŒnster. Zum ersten Mal konnten wir bei einem Katholikentag zwei Seminare gestalten.

Leider hat sich Frau Hirschbach nach einem Jahr beruflich verĂ€ndert. Ihr Herz schlĂ€gt mehr fĂŒr die Jugendarbeit. Die Stelle ist inzwischen wieder ausgeschrieben. Es ist schwer, eine geeignete und qualifizierte Fachkraft zu finden.

Seit November 2017 wird in Deutschland ĂŒber die Abschaffung des § 219a StGB (Werbeverbot fĂŒr SchwangerschaftsabbrĂŒche) gestritten. In verschiedenen Regionen Deutschlands gibt es Strafverfahren gegen GynĂ€kologen, die auf ihrer Homepage fĂŒr SchwangerschaftsabbrĂŒche werben. Große Teile der Politik, Pro Familia und auch ein lautstarker kleiner Teil der Bevölkerung und der GynĂ€kologen will die Abschaffung. Dies halten wir fĂŒr falsch und haben uns in dieser Sache an alle Bundestagsabgeordneten und an betroffene Gerichte und Staatsanwaltschaften gewandt. Der niedersĂ€chsische LandtagsprĂ€sident bat uns um eine Stellungnahme zu AntrĂ€gen zweier Landtagsfraktionen auf Abschaffung des § 219a StGB.

Wir sind dankbar fĂŒr alle UnterstĂŒtzung, die wir immer wieder erfahren. Das ermutigt uns bei unserer nicht leichten Arbeit. Wir sind auf Sie angewiesen.

Quelle: Hilfe zum Leben Pforzheim e.V. (Sommerrundbrief)

Beratungsstelle Aus-WEG?!
Westliche Karl-Friedrich-Str. 31, 75172 Pforzheim

www.ausweg-pforzheim.de

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 14. September 2018 um 16:15 und abgelegt unter Allgemein, Lebensrecht.