Gemeindenetzwerk

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„Hier ist das rechte Osterlamm“

Freitag 25. März 2016 von Gottfried Daniel Krummacher (1774-1837)


Gottfried Daniel Krummacher (1774-1837)

„Wir haben auch ein Osterlamm, das ist Christus, fĂĽr uns geopfert.“ (1. Korinther 5,7)

Ihr wisset, wozu das erste Osterlamm geschlachtet wurde. Wir lesen es 2. Buch Moses 12. Es wurde geschlachtet und mit seinem Blute die oberste Türschwelle und die beiden Pfosten bestrichen, damit sie keine der Plagen treffe, womit Gott Ägypten schlug, und von den Strafen an den Göttern desselben. Wäre dies Lamm nicht geschlachtet, dies Blut nicht vergossen worden, so würden Ägyptens Plagen auch Israel getroffen haben, die es mit seinen Sünden auch eben so verdient hatte. Seht da das Hauptsächlichste. Wir sind Sünder. Wir haben Strafe in Zeit und Ewigkeit verdient. Wir können sie selbst nicht abwenden. Gestehen wir das bußfertig, mit Leidwesen über und Hass wider die Sünde ein, bekümmert uns das – sehet, so haben auch wir ein Osterlamm, für uns geopfert.

Das hat’s nun durch sein BlutvergieĂźen bewirkt, dass uns keine Strafe wegen der SĂĽnde treffen soll, wie sehr wir sie auch verdient haben. Nur mĂĽssen auch wir mit dem Blute dieses Lammes besprengt sein, und wenn diese Besprengung bei uns geschehen ist, so werden wir dessen auch schon gewahr worden sein, oder uns doch darnach sehnen, dass es geschehen möge. Dadurch wird man dermaĂźen los vom bösen Gewissen, dass man kein Gewissen mehr hat von der SĂĽnde, sondern mit völliger Freudigkeit hinzunaht zum Gnadenthron, zu dienen dem lebendigen Gott, welches nie leichter, fröhlicher und glĂĽcklicher vonstatten geht, als wenn das Gewissen recht grĂĽndlich durch das Blut Christi von den toten Werken gereinigt ist. – Nicht die untere, sondern die obere TĂĽrschwelle wurde mit Blut besprengt, anzudeuten, dass die wahrhafte Zueignung des Blutes Christi auch zugleich das Herz mit Liebe und seligen Gesinnungen erfĂĽllt, indem es das Gewissen mit Friede labt, dass aber derjenige dies heilige Blut als mit FĂĽĂźen tritt, der dabei in SĂĽnden bleibt, und sich fälschlich einbildet, als hätten sie nichts zu bedeuten und möge man darin nur fortfahren, – das wäre ein schrecklicher Missbrauch dieses allerheiligsten Blutes.

Hier ist das rechte Osterlamm.
Davon Gott hat geboten:
Des Blut zeichnet uns’re TĂĽr,
Das hält der Glaub‘ dem Tode fĂĽr.
Der WĂĽrger kann uns nicht rĂĽhren.

Gottfried Daniel Krummacher

Aus: „Tägliches Manna fĂĽr Pilger durch die WĂĽste“, Gottfried Daniel Krummacher, Hrsg. von Thomas Karker. Das Andachtsbuch kann beim Herausgeber bestellt werden: t@karker.de

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Freitag 25. März 2016 um 6:00 und abgelegt unter Allgemein.