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Selbstbetrug ‚Sexuelle Befreiung‘

Mittwoch 13. Mai 2015 von Jörgen Bauer


Jörgen Bauer

Das Gegenteil von Ordnung ist Chaos. Der gesamte Kosmos ist ein bis ins Kleinste geordnetes System, in das auch der Mensch und das menschliche Leben als Teil der göttlichen Schöpfung eingeschlossen ist. Vor einiger Zeit wurde die Chaosforschung kreiert und eine Chaostheorie entwickelt, die unter anderem aufzeigt, was geschieht, wenn geordnete Systeme ins Chaos zurückfallen. Die Forschungsergebnisse fand ich sehr erstaunlich, weil sie zeigen, was für ein großes Wunder und Rätsel es ist, dass trotz der Fülle störender Einflüsse alles seinen geordneten Gang geht, wozu gehört, dass auch die Erde gleichmäßig ihre Bahn um die Sonne zieht. Ordnung herzustellen und zu erhalten erfordert Energie. Eine Erfahrung, die man bereits dann macht, wenn man ein Zimmer aufräumt und in Ordnung hält. Bricht eine Ordnung zusammen, ergeben sich analoge Messdaten und Diagramme, egal ob es sich um ein Herzversagen, einen Motor oder ein technisches System handelt. Chaos bedeutet in jedem Fall Tod und Zerstörung.

Jetzt gibt es aber Menschen, die ein Faible für Unordnung und Chaos haben. Das nicht aus Nachlässigkeit, Faulheit oder Bequemlichkeit – wir alle neigen ja dazu – sondern aus Prinzip, weil sie jede Form von Ordnung als Unterdrückung und Fremdbestimmung ablehnen oder weil sie darauf hoffen, dass nach dem Zusammenbruch der Ordnung etwas möglich wird, was ihrer Chaotenideologie entspricht und damit “besser” ist. Solche Menschen kann man guten Gewissens als “Chaoten” bezeichnen, wobei ich hier sofort an die 68er Chaoten* denke, die jede Ordnung infrage stellten und Dinge wie die antiautoritäre Erziehung und die sexuelle Befreiung propagierten und im übrigen zu Aufruhr und Anarchie aufriefen.

Anmerkung zu den “68er Chaoten”: Das waren die Studenten die 1968 revoltierten und “den Marsch durch die Institutionen” – insbesondere der Medien und Teilen der Politik – angetreten haben”. Die Folge ist eine bis heute anhaltende Linkslastigkeit, wie sie in extremer Form bei der Antifa zu finden ist. Gesetzlose Chaoten gehen weit ĂĽber das hinaus, was an Reformen von Zeit zu Zeit notwendig ist. Ihnen geht es um “Systemveränderung”.

Bei der “Sexuellen Befreiung” ging es darum, Sitte, Anstand und Moral als Unterdrückung hinzustellen und stattdessen den ungezügelten, hemmungslosen, triebhaften Sex ohne Grenzen, der sich keinerlei Regeln unterwirft, als “befreiend” zu verherrlichen. Seitens der Gesellschaft kam so gut wie kein Widerspruch. Die Folge ist eine anhaltende Sexualisierung der gesamten Gesellschaft, und bis heute wird durch den politisch medialen Komplex ein sexualisiertes Weltbild vermittelt.

Dazu gehört zum Beispiel die Pille für Jugendliche zu Lasten der Krankenkasse, Ehebruch kein Scheidungsgrund, Prostitution als anerkannter Beruf, freizügige Sexdarstellungen in Unterhaltungsfilmen, Freigabe der Pornographie; alles Dinge, die vordem den Staatsanwalt wegen Unsittlichkeit und Jugendgefährdung auf den Plan gerufen hätten.

Offenbar reicht das jetzt alles nicht mehr. Denn bei allem “freien Sex” galt immer noch die Norm der Heterosexualität. Das gilt jetzt aber nicht mehr, weil jetzt auch sexuelle Absonderlichkeiten aller Art zur “sexuellen Befreiung” gehören, was auch so publiziert wird.

Es geht in diesem Beitrag aber speziell darum, den Selbstbetrug der „Sexuellen Befreiung“ aufzuzeigen.

Die Forschung hat herausgefunden, was eigentlich schon immer klar war, nämlich, dass es fĂĽr die Regeln von Sitte, Anstand und Moral gute GrĂĽnde gibt, und dass diese nicht “unterdrĂĽcken“, sondern eine Schutzfunktion haben.

Sexuelle Beziehungen bleiben nämlich nicht folgenlos, und das nicht nur im Hinblick auf unerwünschten Nachwuchs und dessen “Regulierung” durch Abtreibung; denn die Sexualität dient nicht nur der Fortpflanzung, sondern hat tiefgreifende seelische Auswirkungen.

Die körperlich-seelische Verschmelzung in einer Liebesbeziehung bindet Menschen aneinander und macht sie verletzlich. Nicht umsonst spricht man von Hingabe an einen anderen Menschen, weil das Sexuelle etwas mit unserer Persönlichkeit zu tun hat und damit ebenso einmalig ist. Das sexuelle Gedächtnis ist dabei tief im Unterbewusstsein verankert.

Die Hingabe an einen anderen Menschen setzt deshalb Vertrautheit und ein genaues gegenseitiges Kennen und gegenseitiges Annehmen voraus. Im Menschen ist die Idealvorstellung von einer einmaligen, nicht austauschbaren Beziehung, das was man gemeinhin als “große Liebe” bezeichnet, angelegt.

Deshalb stimmt es nicht, dass “eine neue Liebe wie ein neues Leben ist”. Nach dem Aus einer intimen Beziehung bleibt eine exklusive emotionale Verbindung zu dieser vertrauten Person. Gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse kommen immer wieder an die Oberfläche, auch im Alltag der neuen Beziehung.

Deshalb möchte man in einer neuen Beziehung das wiederholen, was man an Einmaligem in seiner ersten Beziehung erlebt hat, und gerade das ist nicht möglich. Das kann dann dazu führen, dass ständig nach neuen sexuellen Erlebnissen Ausschau gehalten wird, die in neue Enttäuschungen führen. Je mehr Beziehungen jemand hatte, um so mehr nimmt die Bindungsfähigkeit ab, weil in jeder Beziehung etwas von der Persönlichkeit hängen bleibt, das später vermisst wird.

Zahlreiche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Männer und Frauen, die nur mit ihrem Ehepartner Sex hatten, ein geringeres Scheidungsrisiko haben, als jene, die mit verschiedenen Partnern Sex hatten. Ehemalige Beziehungen scheinen sich deshalb negativ auf die Stabilität einer Ehe auszuwirken.

Die Psychotherapeutin Tabea Freitag warnt davor, Teenager, deren Persönlichkeitsentwicklung voll im Gange ist, noch extra zu ermutigen, vielfältige sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Wobei das mit der “Erfahrung” auch ein Selbstbetrug ist, weil sich höchst persönliche intime Erlebnisse nicht einfach auf eine andere Beziehung übertragen lassen.

Wer schnell sexuelle Beziehungen eingeht, wie es uns heute immer wieder vorgeführt wird, galt früher als “leichtsinnig” und “unzuverlässig”, eine Frau wurde als “leichtes Mädchen” angesehen, derer man sich zwar gerne bediente, sie aber nicht zur Frau haben wollte.

Das wird rein gefühlsmäßig auch heute noch so empfunden, weil sich die menschliche Natur nicht verändert. Im Grunde seines Herzens bleibt der Mensch “altmodisch” und wünscht sich eine “ungebrauchte” Partnerin bzw. einen “ungebrauchten” Partner, ganz exklusiv und ungeteilt nur für sich allein.

Auch wenn sich jemand noch so “modern und fortschrittlich” gibt, ändert dies nichts an dieser Grundhaltung. Wie verletzlich die Menschen hier sind, ist an den als solche bezeichneten “Beziehungstaten” erkennbar, wo es zu Mord und Totschlag kommt.

Wie ist das alles zu bewerten?

Auch wenn es schon immer außereheliche Beziehungen und Sex vor der Ehe gab und auch weiterhin geben wird, bestand doch eine unausgesprochene Übereinkunft, dass dies nicht der Idealzustand ist, weshalb man sich bedeckt hielt. Ich erinnere mich noch an den Kuppeleiparagraphen, wonach Wirte, Vermieter oder auch Eltern, die ihren Gästen, unverheiratet zusammenlebenden Mietern bzw. erwachsenen Kindern unehelichen Sex ermöglichten, empfindlich bestraft werden konnten.

Ehebruch war eine strafbare Handlung, die auf Antrag verfolgt wurde. Man kann sich das heute nicht mehr vorstellen. Aber solche Gesetze zeigen, dass man ein Gespür für den Wert und die Bedeutung der Sexualität hatte.

Der Zerfall einer Gesellschaft nimmt seinen Anfang oftmals auf sexuellem Gebiet, was bei uns unverkennbar ist. Merkwürdig ist, dass auf der einen Seite freizügigster und unverbindlicher Sex propagiert und bereits die Schüler dazu verführt werden, während man auf der anderen Seite äußerst prüde ist, wenn es um “sexuelle Belästigung” geht.

So kann bereits ein lockerer Spruch böse Folgen haben. Und wer zu direkt ist, kann auch gleich mal so etwas wie eine “versuchte Vergewaltigung” am Hals haben. Demnach ist Sexualität also doch etwas, mit dem man nicht leichtfertig umgehen darf.

Auch daran erkennbar, dass der “sexuelle Missbrauch” in den Fokus gerückt und man bemüht ist, Fälle von sexuellem Missbrauch aufzudecken, Opfer zu therapieren und zu entschädigen.

1957 erschien das Buch “Sprechstunden mit Deinem Ich” des Autors Ernst zur Nieden, das ich im jugendlichen Alter geschenkt bekam und mit großem Gewinn gelesen habe. Wie ich gesehen habe, wird es bei Amazon noch angeboten. Damals waren “sexuelle Befreiung” und “Gendermainstreaming” noch nicht im Schwange, wobei der Autor aber bereits um die Möglichkeit solcher Verirrungen wusste. Er schreibt von Vorschlägen in alten und neuen Ehebüchern, wo es um Probeehe, Ehe zu dritt u.a., geht, die ein Vergehen am Glück der Menschen seien. Die Einehe sei die natürliche und dem seelischen Leben entsprechende Form des Zusammenlebens der Geschlechter. Jeder, der sich gegen dieses Gesetz versündigt, bestrafe sich selbst.

Schon frĂĽher gab es AufklärungsbĂĽcher, wo man zur Sache kam – aber immer ging man behutsam vor und machte deutlich, dass der Geschlechtsverkehr nicht mit dem Niesen vergleichbar und keine „Nummer fĂĽr zwischendurch“ ist.

Das weiße Brautkleid ist ein Sinnbild für die jungfräuliche Braut und die goldenen Eheringe für Beständigkeit. Gold geht keine Verbindungen mit anderen Stoffen ein, weshalb es als Edelmetall bezeichnet wird. Auch wenn viele damit nichts mehr anfangen können und das nicht so genau genommen wird, lohnte es sich trotzdem darüber nachzudenken, ebenso auch darüber, dass die Ehe ein Abbild der Verbindung zwischen Gottheit und Menschheit ist.

Ganz am Rande kommt aber noch etwas anderes ins Spiel:

Die Muslime, die hier sehr sittenstreng sind – was man im Ăśbrigen auch in anderen Kulturen ist – verachten deshalb den Westen und nehmen diesen nicht ernst. Im “homophoben” Russland wird Westeuropa abwertend als “Gayropa” – gay = schwul – bezeichnet. Das ist mit ein Grund, weshalb es die Russen in der Ostukraine mehr nach Russland zieht.

Was kann vom Wort Gottes dazu gesagt werden?

„Oder wisst ihr nicht: wer sich an die Hure hängt, der ist ein Leib mit ihr? Denn die Schrift sagt: “Die zwei werden ein Fleisch sein”. Flieht der Hurerei! Alle SĂĽnden, die der Mensch tut, bleiben auĂźerhalb des Leibes. Wer aber Hurerei treibt, der sĂĽndigt an seinem eigenen Leib.“

1. Korinther 6, Verse 16 und 18

Es geht hier um den Begriff der Hure, der nach wie im abwertenden Sinne gebraucht wird. Das Wort “Hure” wird deshalb auch in anderen Zusammenhängen verwendet. “Hure” und “Hurerei” steht für etwas Rückgratloses, das sich mit allem und jedem einlässt und deshalb nichts wert ist.

Bezogen auf das Sexuelle wird deutlich, dass dies auch für jemanden gilt, der in dieser Art mit der Sexualität umgeht, wobei das nicht nur für die Hure (weiblich) sondern auch für den “Hurenbock” (männlich) gilt.

Wer also herumhurt, gibt etwas von seiner Persönlichkeit preis, wenn er sich mit der Hure verbindet, bei der er etwas lässt, das ihr nicht zusteht. Das wird auch von einer Ehefrau so empfunden, wenn sie davon oder von einem Seitensprung erfährt. Die Ausrede “das hatte für mich keine Bedeutung”, überzeugt nicht.

Umgekehrt gilt das auch für die Hure, wenn sie behauptet, nur ihren Körper als etwas weniger Wertvolles zur Verfügung zu stellen, wobei ihre Seele davon unberührt bleibt. Für Paulus ist klar, dass der Mensch eine Einheit aus Körper und dem Geistig-Seelischen ist, was sich nicht trennen lässt.

Mit dem Begriff “Rotlichtmilieu” wird ausgedrückt, dass es sich hier um etwas Fragwürdiges, Unsolides handelt, das sich verstecken muss. Nicht ohne Grund gibt es hier oft genug Verbindungen zur organisierten Kriminalität.

Hier wird deutlich, dass ein Zusammenhang zwischen einer fehlgeleiteten und damit missbrauchten Sexualität sowie der Unordnung und damit letztlich dem Zerfall der gesamten Gesellschaft besteht.

Schon deshalb muss einer weiteren Steigerung der VerfĂĽhrung durch Gendermainstreaming Einhalt geboten werden.

Jörgen Bauer
Am Jagdschlössle 15
89520 Heidenheim
Tel.: 07321 / 739115

Anmerkung: Zu diesem Beitrag wurde ich durch den Artikel “Nicht fit für die Liebe” in der JUNGEN FREIHEIT vom 24.04.2015, Seite 12, angeregt, in dem es darum geht, dass häufiger Partnerwechsel unfähig zur Liebe macht.

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Dieser Beitrag wurde erstellt am Mittwoch 13. Mai 2015 um 16:41 und abgelegt unter Ehe u. Familie, Gesellschaft / Politik, Sexualethik.