{"id":9948,"date":"2013-08-29T10:10:18","date_gmt":"2013-08-29T08:10:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9948"},"modified":"2013-09-17T09:17:45","modified_gmt":"2013-09-17T07:17:45","slug":"was-ist-die-ehe-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9948","title":{"rendered":"Was ist die Ehe wert?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Eine biblische Orientierung als Antwort auf die \u201eOrientierungshilfe\u201c der EKD \u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit\u201c<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die im Juni 2013 erschienene Familienschrift der EKD fordert dazu auf, \u201eFamilie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterst\u00fctzen\u201c. Diese Aufforderung wird von der Verfasser-Kommission \u201eals eine normative Orientierung\u201c verstanden, d.h. als neue Norm und Aufgabe evangelischer Ethik. Zur Begr\u00fcndung hei\u00dft es \u201eDie traditionellen Leitbilder halten den neuen Herausforderungen in Wirtschaft und Gesellschaft sowie den vielf\u00e4ltigen Erwartungen an Familien nicht mehr stand\u201c. Die Ehe ist also nach Meinung der Verfasser den Anforderungen der modernen Gesellschaft letztlich nicht mehr gewachsen. Demzufolge wird am christlichen Ehebild massive Kritik ge\u00fcbt.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Die in der Bibel bezeugte Einsetzung der Ehe durch Gott wird bestritten. \u201eEin normatives Verst\u00e4ndnis der Ehe als \u201ag\u00f6ttliche Stiftung\u2018 und eine Herleitung der traditionellen Geschlechterrollen aus der Sch\u00f6pfungsordnung\u201c wird wegen \u201eder historischen Bedingtheit des famili\u00e4ren Zusammenlebens\u201c in den biblischen Erz\u00e4hlungen abgelehnt.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. Die biblische Zuordnung von Mann und Frau in der Ehe wird als zeitbedingt und \u00fcberholt zur\u00fcckgewiesen. Das Hilfesein der Frau und das Hauptsein des Mannes werden problematisiert. Den biblischen Texten wird unterstellt, dass sie eine \u201eGeschlechter-Hierarchie\u201c und eine \u201eDominanz des Mannes\u201c in Kirche und Theologie etabliert h\u00e4tten.<sup>2<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. Die Ehe ist in der Familienschrift nur noch eine Lebensform unter vielen anderen, ein zwischenmenschlicher, jederzeit aufl\u00f6sbarer Vertrag, durch den man sich gegenseitige Hilfe zusichert. \u201eDie evangelische Kirche w\u00fcrdigt die Ehe als besondere St\u00fctze und Hilfe, die sich auf Verl\u00e4sslichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe gr\u00fcndet\u201c. Das Versprechen lebenslanger Treue wird dabei als Zumutung empfunden.<sup>3 <\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Angesichts dieser eheabwertenden Auffassungen entsteht die Frage, was eigentlich die Ehe gegen\u00fcber anderen Lebensformen von Mann und Frau auszeichnet und worin ihr spezifischer Wert liegt. Diese Brosch\u00fcre gibt Antwort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Die Ehe \u2013<\/b> <b>eine g\u00f6ttliche Stiftung und Wohltat<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Gott am Anfang Mann und Frau erschuf und einander zuf\u00fchrte, hat er die Ehe als lebenslange Gemeinschaft von Mann und Frau eingesetzt (1 Mose 2,4b-25). Indem er beide mit Fruchtbarkeit segnete, gab er ihnen die F\u00e4higkeit, Nachkommen zu zeugen und zu erziehen (1 Mose 1,28). Jesus hat die g\u00f6ttliche Stiftung der Ehe best\u00e4tigt. In einem Streitgespr\u00e4ch mit den Pharis\u00e4ern stellte er fest \u201eDer am Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau\u201c (Mt 19,4). Auch der Epheserbrief bekr\u00e4ftigt die g\u00f6ttliche Stiftung der Ehe. In Eph 5,31 wird 1 Mose 2,24 zitiert, wo die eheliche Verbindung von Mann und Frau auf Gottes Willen zur\u00fcckgef\u00fchrt wird. Nach Eph 5,32 ist am ehelichen Einssein von Mann und Frau die geistliche Einheit von Christus mit seiner Gemeinde ablesbar. Es gibt also keinen Zweifel, dass die Bibel Alten und Neuen Testaments ein \u201enormatives Verst\u00e4ndnis der Ehe als g\u00f6ttliche Stiftung\u201c hat. Wer das nicht sieht, ist blind vor der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Gro\u00dfen Katechismus r\u00fchmt Luther den Ehestand als den \u201eallgemeinsten, edelsten Stand, der durch den ganzen Christenstand, ja durch alle Welt geht und reicht\u201c. Gott hat ihn \u201eals einen g\u00f6ttlichen, seligen Stand\u201c eingesetzt und \u201evor allen St\u00e4nden aufs reichlichste gesegnet\u201c. \u201eDarum habe ich immerdar gelehrt, dass man diesen Stand nicht verachte noch gering sch\u00e4tze, wie die blinde Welt und unsere falschen Geistlichen tun, sondern ihn nach Gottes Wort ansehe, mit dem er geschm\u00fcckt und geheiligt ist, so dass er nicht nur anderen St\u00e4nden gleichgesetzt ist, sondern vor und \u00fcber sie alle geht, es seien Kaiser, F\u00fcrsten, Bisch\u00f6fe und wer sie wollen.\u201c<sup>4<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir nach der Wohltat der Ehe fragen, m\u00fcssen wir die Grundbed\u00fcrfnisse der menschlichen Seele kennen. Jeder Mensch braucht Grunderfahrungen von Heimat, Treue und Geborgenheit, denn er lebt in einer Welt, die ihm keine dauerhafte Heimat, keine absolute Treue und keine letzte Geborgenheit in den N\u00f6ten seines Lebens bietet. Um ihm diese Erfahrungen zu geben, hat Gott in seiner F\u00fcrsorge und Weisheit zwei Gemeinschaftsformen gestiftet, die Ehe und die christliche Gemeinde. Durch die Ehe segnet er die ganze Menschheit, den Segen der Gemeinde erfahren diejenigen, die kraft Taufe und Glauben zu Christus geh\u00f6ren. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen Ehe und Gemeinde keine vollkommene Heimat, Treue und Geborgenheit vermitteln, denn sie werden von fehlbaren Menschen gestaltet, aber sie k\u00f6nnen trotzdem einen Vorgeschmack auf die himmlische Herrlichkeit geben, wo die Erl\u00f6sten die vollkommene Treue und Geborgenheit Gottes empfangen. Deswegen kann man Ehe und Gemeinde als g\u00f6ttliche Stiftungen nicht hoch genug sch\u00e4tzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei sollte klar sein, dass nur die \u00f6ffentlich auf Lebenszeit geschlossene Ehe von Mann und Frau diese Grunderfahrungen vermitteln kann. Nur wenn sich beide verbindlich und d.h. \u00f6ffentlich die lebenslange Treue zusprechen und ihr Versprechen mit Gottes Hilfe einl\u00f6sen, wird die Ehe zur Wohltat und schenkt Heimat und Geborgenheit. Ebenso sollte klar sein, dass der Segen Gottes f\u00fcr die Ehe eben nur der Ehe von Mann und Frau gilt und nicht den immer \u00fcblicher werdenden anderen sexuellen Lebensformen, zu denen sich Menschen zusammenschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geh\u00f6rt zu den grundlegenden theologischen Fehlern der EKD-Familienschrift, dass sie \u201edie neue Vielfalt von privaten Lebensformen\u201c der Ehe gleichstellt, sie kirchlich legitimiert und dadurch den Eindruck vermittelt, dass auch sie in gleicher Weise unter Gottes Segen stehen.<sup>5<\/sup> Es wird nicht mehr unterschieden zwischen Lebensformen, die Gott eingesetzt hat und die damit unter seinem Segen stehen, und solchen, zu denen sich Menschen eigenm\u00e4chtig zusammenschlie\u00dfen. Ulrich Eibach stellt dazu fest, dass es nach dieser \u201eLegitimationsethik\u201c \u00fcberhaupt keine Lebensform mehr gibt, \u201edie man als Missachtung des Gebots Gottes, als S\u00fcnde bezeichnen kann und darf. Ethik wird so immer mehr zur Legitimation des faktisch gelebten Lebens, zur Best\u00e4tigung menschlicher W\u00fcnsche\u201c<sup>6<\/sup>. Die Folge dieser kirchlichen Gleichstellung aller Lebensformen hat Gerhard M\u00fcller gezeigt: \u201eWir kehren zur\u00fcck in die hellenistische, vorchristliche Zeit. Auch damals lebten die Menschen vielf\u00e4ltig. Es war die j\u00fcdisch-christliche Lehre, die den Hedonismus zur\u00fcckdr\u00e4ngte, den Wunsch, sich das Leben so angenehm wie m\u00f6glich zu machen.\u201c <sup>7<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen festhalten: Die Ehe ist von Gott gestiftet und steht unter seinem Segen. Andere Formen des sexuellen Umgangs und Zusammenlebens werden in der Bibel zur\u00fcckgewiesen bzw. unter Strafe gestellt (1 Kor 6,9; Gal 5,21; Kol 3,5f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Die Zuordnung von Mann und Frau \u2013 ein geniales Konzept Gottes<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit gro\u00dfer Anma\u00dfung (\u201eHeute wissen wir\u2026\u201c) zieht die EKD-Familienschrift gegen die von Gott verf\u00fcgte unterschiedliche Bestimmung von Mann und Frau zu Felde. In den biblischen Sch\u00f6pfungsberichten spiegele sich eine \u201eGeschlechter-Hierarchie\u201c, in einigen biblischen Texten w\u00fcrde sich \u201edie Dominanz des Mannes\u201c abbilden, das \u201eSch\u00f6pfungsgeschehen\u201c sei \u201evom Mann her gedacht\u201c, die Frau werde \u201eals \u201aGef\u00e4hrtin\u2018 des Mannes\u201c verstanden, die biblischen Erz\u00e4hlungen w\u00fcrden u.a. von \u201eeinem \u00fcberholten Rollenverst\u00e4ndnis\u201c zeugen.<sup>8 <\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Klischee-Urteile sind s\u00e4mtlich falsch. Was sagen die biblischen Texte wirklich zur g\u00f6ttlichen Bestimmung von Mann und Frau?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem <i>Ehemann<\/i> wird die Aufgabe \u00fcbertragen, f\u00fcr seine Frau Verantwortung, Schutz und F\u00fcrsorge zu \u00fcbernehmen. Die Bibel verwendet daf\u00fcr den Begriff \u201eHaupt\u201c. Was er bedeutet, wird aus 1 Kor 11,3 deutlich, wo vom Hauptsein Gottes f\u00fcr Christus die Rede ist. Als Haupt Christi gibt Gott alles, was er ist und hat, seinem geliebten Sohn. Was das hei\u00dft, steht sehr sch\u00f6n und anschaulich in Hebr 1,1-5. Gott \u00fcbertr\u00e4gt ihm sein ganzes Erbe, er erschafft durch ihn die ganze Welt, er gibt ihm vollen Anteil an seinem g\u00f6ttlichen Charakter, er verleiht ihm die Kraft, den gesamten Kosmos in der Existenz zu halten, er reinigt durch ihn die Menschheit von den S\u00fcnden, und er best\u00e4tigt seinem Sohn seine Vaterschaft immer wieder aufs Neue. Das ist also das g\u00f6ttliche Hauptsein. Keine Spur von Dirigismus, von Beherrschen und bestimmender Dominanz. Vielmehr sehen wir bedingungslose Liebe, die alles f\u00fcr den anderen gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An diesem liebevollen Hauptsein Gottes f\u00fcr Christus soll der Mann Ma\u00df nehmen und sein eigenes Haupt-sein ausrichten. Dabei wird er (und seine Frau!) allerdings bald merken, dass er damit restlos \u00fcberfordert ist, weswegen ihm Eph 5,25 den Rat gibt, bei Christus hingebungsvolle Liebe zu lernen. Der liebende und verantwortungsf\u00e4hige Mann ist eine Wohltat f\u00fcr seine Frau und Familie. Wir merken: Gott hat sein Ehekonzept auf Christus hin entworfen, denn nur durch Christus kann der Mann sein Hauptsein in Liebe verwirklichen. Ohne die Liebe Christi verf\u00e4llt er schnell der Versuchung, seine Frau und Kinder beherrschen zu wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der <i>Ehefrau<\/i> wird die Aufgabe \u00fcbertragen, ihrem Mann zur Seite zu stehen (wie sie ja auch aus seiner \u201eSeite\u201c entnommen ist, 1 Mose 2,21f.). Sie soll ihm durch Ermutigung und Ermahnung helfen, ein verantwortungsf\u00e4higer Mann zu werden. Aufgrund ihrer Berufung zur Schwangerschaft verf\u00fcgt sie \u2013 selbst wenn sie niemals Mutter wird \u2013 \u00fcber eine besondere soziale Kompetenz, die sie dazu in die Lage\u00a0versetzt.<sup>9<\/sup> Die Bibel verwendet an dieser Stelle den herausgehobenen und sonst fast nur auf Gott bezogenen Begriff der Hilfe bzw. des Helfers (1 Mose 2,18).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir das Hilfe-sein der Ehefrau ernstnehmen, ergibt sich daraus logischerweise die Hilfsbed\u00fcrftigkeit des Mannes. Manche M\u00e4nner h\u00f6ren das nicht gern. Aber wenn man sich vergegenw\u00e4rtigt, dass Gott die Frau aus dem Mann heraus geformt hat (was \u00fcbrigens im Zeitalter der Molekularbiologie keineswegs eine absurde Vorstellung ist) und dass ihm nun ein St\u00fcck seines Wesens fehlt, dann versteht man das Angewiesensein des Mannes auf die Frau besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hilfesein der Ehefrau ist keine Degradierung f\u00fcr sie, sondern eine unerh\u00f6rte Aufwertung. Sie besitzt damit den Schl\u00fcssel zur Seele und zum Charakter ihres Mannes, sie ist in der Lage, ihm zu helfen, ein wirklicher Mann nach dem Bild Gottes zu werden. Viele Frauen haben leider ihre entsprechenden Bem\u00fchungen resigniert aufgegeben. Sie haben vergessen, Gott um Weisheit zu bitten (vgl. Jak 1,5).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir merken also auch im Blick auf die Frau, dass Gott seine Zuordnung der beiden Geschlechter auf Christus hin entworfen hat. Nur mit Christi Hilfe kann Gottes Konzept vom Mannsein und Frausein verwirklicht werden. Ohne Christus verf\u00e4llt die Frau schnell in Resignation, oder sie versucht, ihren Mann zu dominieren, oder sie geht eigene Wege, um sich zu \u201everwirklichen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes Konzept findet in unserer Zeit nicht viele offene Ohren. Dar\u00fcber sollte sich niemand wundern. Wer den postmodernen Traum der Autonomie des Individuums tr\u00e4umt, f\u00fchlt sich durch diese Zuordnung der Geschlechter schnell fremdbestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dietrich Bonhoeffer hat das vorhergesehen. \u201eEs sind ungesunde Zeiten und Verh\u00e4ltnisse, in denen die Frau ihren Ehrgeiz darin sucht, zu sein wie der Mann, und der Mann in der Frau nur das Spielzeug seiner Herrschsucht und Freiheit erblickt. Es ist der Beginn der Aufl\u00f6sung und des Zerfalls aller menschlichen Lebensordnungen, wenn das Dienen der Frau als Zur\u00fccksetzung, ja als Kr\u00e4nkung ihrer Ehre, und die ausschlie\u00dfliche Liebe des Mannes zu seiner Frau als Schw\u00e4che oder gar als Dummheit angesehen wird.\u201c<sup>10<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer hingegen das Hauptsein des Mannes und das Hilfesein der Frau als g\u00f6ttliche Verhei\u00dfung und als lohnende Lernaufgabe begreift, der hat den Schl\u00fcssel zu einem gelassenen und frohmachenden Miteinander der Geschlechter gefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/b><b>Ein Leben lang \u2013 mit Gottes Hilfe<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach Auffassung der EKD-Familienschrift gr\u00fcndet sich die Ehe \u201eauf Verl\u00e4sslichkeit, wechselseitige Anerkennung und Liebe\u201c<sup>11<\/sup>. \u00c4hnlich hei\u00dft es schon im Pfarrdienstgesetz der EKD von 2010, dass kirchliche Amtstr\u00e4ger \u201ein ihrer Lebensf\u00fchrung im famili\u00e4ren Zusammenleben und in ihrer Ehe\u201c an \u201eVerbindlichkeit, Verl\u00e4sslichkeit und gegenseitige Verantwortung\u201c gebunden sind.<sup>11<\/sup> Wir haben hier eine rein anthropologische Ehebegr\u00fcndung vor uns. Menschen \u201esuchen nach verl\u00e4sslichen Partnerinnen und Partnern\u201c, Menschen sollen \u201eeinander zu verl\u00e4sslichen B\u00fcndnispartnern und zum Segen werden\u201c, der Mensch ist derjenige, durch den die Ehe \u201egestaltet werden muss.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber: welch eine Verkennung der menschlichen Kr\u00e4fte und M\u00f6glichkeiten! Welch eine Verkennung der Macht der S\u00fcnde! Als ob der Mensch aus eigener Kraft ein Leben lang eheliche Treue und Liebe aufbringen k\u00f6nnte! Bei solch einem Ansatz sind Entt\u00e4uschung und Verzweiflung schon vorprogrammiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Wolfhart Pannenberg muss man einer solchen Begr\u00fcndung der Ehe \u201eauf die Liebesgemeinschaft der Partner\u201c deutlich widersprechen. \u201eIm christlichen Verst\u00e4ndnis ist die Ehe gerade nicht auf die gegenseitige Zuwendung der Partner und auf ihr Gef\u00fchl der Zusammengeh\u00f6rigkeit gebaut, obwohl der Entschluss zur Ehe davon ausgehen mag. Die Dauerhaftigkeit der christlichen Ehe gr\u00fcndet darin, dass sie vor Gott geschlossen wird. In ihr erneuert sich darum die liebende Zuwendung der Partner immer wieder aus der vergebenden Liebe Christi. Dadurch wird es m\u00f6glich, der Unvollkommenheit des Partners ebenso wie dem Bewusstsein der eigenen Unvollkommenheit standzuhalten und aus der Erfahrung gegenseitigen Verstehens und gegenseitiger Vergebung ein vertieftes Bewusstsein der Verbundenheit zu gewinnen.\u201c<sup>13<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt in einer der sch\u00f6nsten Ehegeschichten der Bibel, wie Isaak seine Frau Rebekka bekam, eine kurze Bemerkung, die diese Einsicht auf den Punkt bringt: \u201e\u2026sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb\u201c (1 Mose 24,67). Nicht die Liebe tr\u00e4gt die Ehe, sondern die Ehe die Liebe. Nicht wir sind es, die eine eheliche Verbindung \u201everl\u00e4sslich\u201c machen, sondern Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie \u00e4u\u00dfert sich die EKD-Familienschrift zum notvollen Thema Ehescheidung? Anstatt Ehepaaren in einer Ehekrise seelsorgerlich Mut zu ihrer \u00dcberwindung zu machen und einen Neuanfang der Ehe durch Beichte und Vergebung zu er\u00f6ffnen, spricht sie unter merkw\u00fcrdiger Bezugnahme auf Gal 3,26-28 von der \u201eFreiheit, die Schicksalhaftigkeit famili\u00e4rer und sozialer Bindungen aufzul\u00f6sen, den eigenen Lebensentwurf zu gestalten, der eigenen Berufung zu folgen und sich aus eigener Entscheidung in neue Bindungen zu stellen.\u201c<sup>14<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die reformatorische \u201eFreiheit eines Christenmenschen\u201c wird hier zur Freiheit, den eigenen Lebensentwurf notfalls auf Kosten anderer durchzusetzen. Wenn man meint, die eigene Ehe k\u00f6nnte der pers\u00f6nlichen Lebensplanung im Weg stehen, dann kann man sie nach dieser Definition von Freiheit durchaus wieder verlassen. Krasser kann man christliche Freiheit nicht verkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Bibel<\/em> geht an das Thema Scheidung ganz anders heran. Sehen wir uns einmal die Bem\u00fchungen Gottes an, mit denen er versucht, die Ehe ein Leben lang zu sch\u00fctzen und zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In 1 Mose 2,24 hei\u00dft es w\u00f6rtlich, dass Gott Mann und Frau in der Ehe aneinander \u201eanklebt\u201c. Er kennt die zentrifugalen Kr\u00e4fte, die an der Ehe r\u00fctteln, nur zu gut. Aber weil er in seiner Weisheit und Liebe den Eheleuten ihr ganzes Leben lang Heimat, Treue und Geborgenheit vermitteln m\u00f6chte, f\u00fcgt er sie ganz fest zusammen, k\u00f6rperlich, seelisch, geistlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit dem Gebot \u201eDu sollst nicht ehebrechen\u201c stellt er sich sch\u00fctzend vor die Ehe, wehrt Angreifer ab und bedroht sie mit dem Ausschluss aus dem Reich Gottes (1 Kor 6,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus sagt klipp und klar, dass die Ehe eine lebenslange Stiftung und Wohltat Gottes ist und nicht geschieden werden soll. \u201eWas Gott zusammengef\u00fcgt hat, soll der Mensch nicht scheiden\u201c (Mt 19,6).<sup>15<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus verbietet den Christen genauso eindeutig die Scheidung ihrer Ehe (1 Kor 7,10f).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch das allerst\u00e4rkste Bollwerk gegen jegliche Eheresignation hat Jesus in seinen Ich-bin-Worten aufgerichtet. \u201eIch bin der Weg\u201c (Joh 14,6) \u2013 dieses Wort fegt alle Entt\u00e4uschung, Resignation und Verzweiflung hinweg. Wenn Jesus Christus der Weg ist, dann hat er auch einen Weg aus jeder Ehekrise. Der Weg mag versch\u00fcttet sein, Ger\u00f6ll aus vielen Jahren mag darauf liegen. Aber der Weg ist vorhanden. Es gilt dann, die Ger\u00f6llmassen wegzur\u00e4umen, allein, zu zweit, durch Vergebung, mit Hilfe eines Seelsorgers. \u201eGott ruft dem, was nicht ist, dass es sei\u201c (R\u00f6m 4,17). Wo keine Liebe, keine Hoffnung, kein Glaube mehr da ist, dort kann Neues entstehen, denn Gott ist ein sch\u00f6pferischer Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Fazit<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ehe ist eine gute Sch\u00f6pfungsordnung Gottes. Gott hat sie gestiftet als gro\u00dfartigen Lebens- und Kommunikationsraum f\u00fcr das Miteinander der beiden Geschlechter. Er hat sie beschenkt mit der Weitergabe des menschlichen Lebens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mann und Frau haben unterschiedliche St\u00e4rken und Schw\u00e4chen und k\u00f6nnen sich hervorragend erg\u00e4nzen. Aber Gottes Vorgaben f\u00fcr den Ehemann und die Ehefrau k\u00f6nnen aus eigener Kraft nicht erf\u00fcllt werden. Geduld, Barmherzigkeit, Hoffnung, Weisheit, Vergebungskraft, die Liebe Gottes, das hat niemand in ausreichendem Ma\u00df in sich. Insofern treibt die Ehe ins Gebet und zu Christus. Er ist der Weg, er kennt f\u00fcr jede Ehe gangbare Wege.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit Gottes Hilfe wird die Ehe haltbar. Ehescheidungen m\u00fcssen nicht sein. Kranke Beziehungen k\u00f6nnen heil werden. Die Freude aneinander kann wiederkehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ehe hat alle bisherigen Angriffe \u00fcberstanden. Sie wird Bestand haben, bis Jesus wiederkommt. Wir Christen sollten den Dreieinigen Gott immer wieder loben und ihm danken f\u00fcr die Wohltat der Ehe. Und wir sollten unsere Stimme erheben gegen alle Versuche, sie zu ver\u00e4ndern und zu zerst\u00f6ren.<sup>16<\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\"><i>Pastor Dr. Joachim Cochlovius<\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit. Familie als verl\u00e4ssliche Gemeinschaft st\u00e4rken. Eine Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. G\u00fctersloh 2013, S. 54 und 58.<br \/>\n(2) a.a.O. S. 56 und 58.<br \/>\n(3) a.a.O. S. 143 und 56. Dass die Ehe nur ein Vertrag sei, wurde erst durch Immanuel Kant (\u201eMetaphysik der Sitten\u201c) zur allgemeinen Auffassung.<br \/>\n(4) Die Bekenntnisschriften der evang.-luth. Kirche, 2. Aufl. G\u00f6ttingen 1955, S. 612f. Wenn Luther in seinem Traub\u00fcchlein von 1529 die Hochzeit und den Ehestand ein \u201eweltlich Gesch\u00e4ft\u201c nennt, will er sagen, dass Gott die Ehe f\u00fcr alle Menschen, Christen und Nichtchristen, gestiftet hat und demzufolge die Trauungszeremonien und Ehegesetze Sache des Staates sind. Dass nach Luther die Ehe von Gott eingesetzt ist, geht auch aus dem folgenden Zitat aus seinem Genesiskommentar von 1536 hervor: \u201eEine legitime Verbindung von Mann und Frau beruht n\u00e4mlich auf g\u00f6ttlicher Anordnung und ist eine g\u00f6ttliche Institution\u201c (WA Bd. 45,100).<br \/>\n(5) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 141 und 143.<br \/>\n(6) U. Eibach, Ethische Normativit\u00e4t des Faktischen? Kritische Stellungnahme zur Orientierungshilfe der EKD; <a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9733\">http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9733<\/a><br \/>\n(7) G. M\u00fcller, Postmoderner Rat. Der breite Weg der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD); <a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9796\">http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9796<\/a><br \/>\n(8) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 56-59.<br \/>\n(9) Helmut Burkhardt spricht von der \u201egenerell mehr an pers\u00f6nlichen Beziehungen interessierten Frau\u201c (Ethik, Bd. II\/2, Gie\u00dfen 2008, S. 49); Doris Bischof-K\u00f6hler stellt als besondere Kompetenzen der Frau heraus die \u201ePflege pers\u00f6nlicher Beziehungen, die Anteilnahme am Schicksal anderer, das Eingehen auf das seelische Wohl\u201c (Von Natur aus anders. Die Psychologie der Geschlechtsunterschiede, 4. Aufl. Stuttgart 2011, S. 350); John Gray kennzeichnet die Frauen als \u201eeher beziehungsbewu\u00dft\u201c (M\u00e4nner sind anders, Frauen auch, 37. Aufl. M\u00fcnchen 1998, S.34).<br \/>\n(10) D. Bonhoeffer, Traupredigt aus der Zelle (1943); <a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9736\">http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9736<\/a><br \/>\n(11) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 143; 65; 7; 63.<br \/>\n(12) PfDG.EKD \u00a7 39.<br \/>\n(13) W. Pannenberg, Anthropologie in theologischer Perspektive, G\u00f6ttingen 1983, S. 430f.<br \/>\n(14) Zwischen Autonomie und Angewiesenheit S. 61<br \/>\n(15) Die Ausnahmeklausel in Mt 5,32 und 19,9 bezieht sich wahrscheinlich auf die im A.T. strikt verbotene Ehe unter Blutsverwandten, wie sie z.B. K\u00f6nig Herodes Antipas z.Zt. Jesu f\u00fchrte.<br \/>\n(16) Zum Gesamtthema Ehe vgl. auch Joachim Cochlovius, Lieben und Helfen. Ein Eheseminar. 6. Aufl. 2010; Der Bund f\u00fcrs Leben, 10-teiliges Ehe-Seminar auf 3 DVD mit J. Cochlovius. Beides erh\u00e4ltlich in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Zustimmende Verb\u00e4nde, Vereine und Gemeinden<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Arbeitskreis Bekennender Christen in Bayern (ABC)<br \/>\nChristus Bewegung Baden<br \/>\nCVJM Winterlingen<br \/>\nDie Apis-Evang. Gemeinschaft Rutesheim<br \/>\nEvang. Gemeinschaftsverband AB<br \/>\nEvang. Gemeinschaftsverband Herborn<br \/>\nEvang. Gemeinschaftsverband Siegerland-Wittgenstein e.V.<br \/>\nEvang. Kirchengemeinde Igelsberg<br \/>\nEvang.-Luth. Bekenntnisgemeinschaft Sachsens<br \/>\nEvang.-Luth. Gebetsgemeinschaft<br \/>\nEvang.-Luth. Elia-Kirchengemeinde Langenhagen<br \/>\nEvang.-Luth. Kirchengemeinde Berg\/Oberfranken<br \/>\nEvang.-Luth. Kirchengemeinde St. Jakobi Itzehoe<br \/>\nEvang.-Luth. Kirchengemeinde zum Guten Hirten Elmshorn<br \/>\nEvang.-Luth. Paulus-Kirchengemeinde Bielefeld<br \/>\nEvang. St. Martini-Gemeinde Bremen<br \/>\nEvang. Vereinigung f\u00fcr Bibel und Bekenntnis in Hessen und Nassau<br \/>\nGemeinschafts-Diakonissenmutterhaus Hensoltsh\u00f6he<br \/>\nKirchl. Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern<br \/>\nKirchl. Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Evang.-Luth. Kirche in Norddeutschland<br \/>\nMecklenburger Gemeinschaftsverband<br \/>\nNetzwerk bekennender Christen Pfalz (NbC)<br \/>\nPregizer-Gemeinschaft Baden-W\u00fcrttemberg<br \/>\nS\u00e4chsische Bekenntnis-Initiative<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die 12-seitige Brosch\u00fcre &#8222;Was ist die Ehe wert?&#8220; kann <a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2013\/09\/Was-ist-die-Ehe-wert.pdf\">hier<\/a> heruntergeladen oder in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes, M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode (info@gemeindehilfsbund.de) bestellt werden. Kosten: bis 20 Exemplare kostenlos, dar\u00fcber gegen Spende.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>\u00a0<\/i><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine biblische Orientierung als Antwort auf die \u201eOrientierungshilfe\u201c der EKD \u201eZwischen Autonomie und Angewiesenheit\u201c Die im Juni 2013 erschienene Familienschrift der EKD fordert dazu auf, \u201eFamilie neu zu denken und die neue Vielfalt von privaten Lebensformen unvoreingenommen anzuerkennen und zu unterst\u00fctzen\u201c. 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