{"id":983,"date":"2009-07-24T18:18:10","date_gmt":"2009-07-24T16:18:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=983"},"modified":"2009-09-01T14:19:15","modified_gmt":"2009-09-01T12:19:15","slug":"die-ethik-einer-staatlichen-schwangerschaftskonfliktberaterin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=983","title":{"rendered":"Die Ethik einer staatlichen Schwangerschaftskonfliktberaterin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Ethik einer staatlichen Schwangerschaftskonfliktberaterin f\u00fcr Schulen<br \/>\nStatements aus einem Interview mit einer deutschen Sch\u00fclerzeitung aus Bayern<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abtreibung und Schwangerschaftskonfliktberatung geh\u00f6ren zu den besonders sensitiven gesellschafts- und frauenpolitischen Themen. Wie kaum ein anderes Ereignis greifen die Empf\u00e4ngnis menschlichen Lebens und seine gewaltsame Beendigung durch die Abtreibung in das Leben zweier Menschen ein: in das Leben der Frau und in das Leben eines ungeborenen Kindes. Ist das Leben des Kindes der Frau nicht willkommen, kommt es zum Konflikt: Will die Frau das Kind nicht annehmen oder nicht vorbehaltlos annehmen, stehen ihr Wille und ihre Vorbehalte dem Leben des Kindes entgegen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Konflikt wurde durch das Schwangerschaftskonfliktgesetz geregelt, das die Parlamentarier f\u00fcr das deutsche Volk im Jahre 1992 verabschiedet haben: &#8222;Die nach \u00a7 219 des Strafgesetzbuches notwendige Beratung ist ergebnisoffen zu f\u00fchren. Sie geht von der Verantwortung der Frau aus. Die Beratung soll ermutigen und Verst\u00e4ndnis wecken, nicht belehren oder bevormunden. Die Schwangerschaftskonfliktberatung dient dem Schutz des ungeborenen Lebens.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Untermauert wird diese Regelung mit schlagkr\u00e4ftigen Argumenten: Keine Frau macht es sich leicht. Frauen in Not mu\u00df geholfen werden. Das Leben des Kindes kann nicht gegen die Frau verteidigt werden. Die Entscheidung mu\u00df alleine in der Verantwortung der Frau liegen. Das alles sind vielfach geh\u00f6rte Argumente, mit denen begr\u00fcndet wird, warum die Frau das Recht haben mu\u00df, eine Abtreibung in ihrer alleinigen Verantwortung straffrei vornehmen zu lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesen Argumenten wird in Anspruch genommen wird, dass die Frau eine Entscheidung trifft, mit der sie sich zumindest nicht leichtfertig \u00fcber Leben eines ungeborenen Kindes hinwegsetzt. Diesem Wertma\u00dfstab ist auch die Schwangerschaftskonfliktberatung verpflichtet, die Bedingung f\u00fcr eine straffreie Abtreibung ist. Dennoch \u00fcbersteigt die Zahl ungeborener Kinder, die j\u00e4hrlich abgetrieben werden, mit weit mehr als 100.000 Abtreibungen nach der offiziellen Statistik die Einwohnerzahl deutscher Gro\u00dfst\u00e4dte. Schon dies ist ein gewichtiger Grund anzuzweifeln, dass gesetzlicher Anspruch und Wirklichkeit \u00fcbereinstimmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die praktizierte Wirklichkeit best\u00e4tigt solche Zweifel und liefert mitunter auch deutliche Belege daf\u00fcr, dass das hohe Gut des menschlichen Lebens nicht immer an oberster Stelle steht. Das ungeborene Leben spielt nur eine untergeordnete Rolle, wenn etwa sozialen oder wirtschaftlichen Interessen und Lebensumst\u00e4nden Vorrang vor dem Lebensrecht gew\u00e4hrt wird. Solche Haltungen, die dem Anspruch auf Schutz des ungeborenen Lebens kaum gerecht werden, wurden in einem Interview deutlich, das eine Diplom-Sozialp\u00e4dagogin der Sch\u00fclerzeitschrift &#8222;Tumult&#8220; eines bayerischen Gymnasiums gegeben hat. Die Beraterin einer staatlichen Gesundheitsbeh\u00f6rde erkl\u00e4rte den Sch\u00fclern nach dem Rat, &#8222;professionelle&#8220; Beratung in Anspruch zu nehmen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Falls sich die Schwangerschaft wirklich nicht mit der momentanen Situation der Mutter vereinbaren l\u00e4sst, und die Schwangere das Kind auch nicht austragen m\u00f6chte, liegt die M\u00f6glichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs nahe&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist das also, mit dem Leben eines Menschen in seiner noch wehrlosesten Phase: Wenn sich das menschliche Leben nicht mit der momentanen Situation vereinbaren l\u00e4sst, ist sein Tod naheliegend. Dies ist die implizite Botschaft der P\u00e4dagogin. Sieht so eine Beratung aus, die dem Schutz des ungeborenen Lebens dient?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch eine weitere \u00c4u\u00dferung dieser Beraterin ist aufschlu\u00dfreich: &#8222;Die Kosten werden bei Sch\u00fclern von einer beliebigen Krankenkasse getragen (es muss nicht die der Schwangeren sein; somit kann verhindert werden, dass die Eltern der werdenden Mutter ungewollt von der Abtreibung etwas mitbekommen) &#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist das also, mit dem Recht und der Verantwortung der Eltern f\u00fcr die Erziehung und Betreuung ihrer Kinder: Um zu verhindern, dass die Eltern etwas mitbekommen, wird die Abtreibung von irgendeiner Krankenkasse bezahlt. Auf diese Weise wird Abtreibung mit System hinter dem R\u00fccken von Eltern und ihrer Verantwortung betrieben, und dieses Vorgehen wird von der Mitarbeiterin einer staatlichen Beh\u00f6rde auch noch unverhohlen propagiert. Die \u00c4u\u00dferungen der Beraterin entlarven einen Umgang mit dem Lebensrecht des Menschen, mit der elterlichen Verantwortung und der Wahrhaftigkeit, der ethisch verantwortungsbewu\u00dftes Handeln schmerzlich vermissen l\u00e4sst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Beitrag der Sch\u00fclerzeitschrift zu dieser Beraterin endet, wie es in diesem Fall auch naheliegend erscheint, n\u00e4mlich mit dem Hinweis auf die Befugnis der Beraterin, auch den f\u00fcr eine Abtreibung n\u00f6tigen Beratungsschein ausstellen zu d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verantwortlichen f\u00fcr Bildung und Erziehung an deutschen Schulen m\u00fcssen sich fragen, ob eine solche Einflu\u00dfnahme durch eine staatlichen Beraterin mit dem Anspruch einer ethisch verantwortungsvollen Aufkl\u00e4rung, Bildung und Erziehung vereinbar ist. Viel naheliegender, als deutsche Schulen mit dem Nationalen Aktionsplan eines Volker Beck gegen Homophobie zu penetrieren, scheint es zu sein, einen Nationalen Aktionsplan f\u00fcr die Achtung und Wertsch\u00e4tzung des ungeborenen Lebens und f\u00fcr die Erziehung der jungen Generation zu Werten der Kinder- und Menschenliebe zu verabschieden. Nicht Homophobie ist ein Problem von strategischer Bedeutung f\u00fcr diese Gesellschaft, sondern der Unwert der Kinderlosigkeit, die Geringsch\u00e4tzung des ungeborenen Lebens und Kinderreichtums, der Niedergang des Wertes der Familie und mit ihm der demographische Absturz der Gesellschaft und in seinem Gefolge die Zerr\u00fcttung unserer sozialen Fundamente mit dem Zusammenbruch der Sozialsysteme. Doch das k\u00fcmmert weder einen Volker Beck noch staatliche Schwangerschaftskonfliktberaterinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Medrum 24.7.09<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ethik einer staatlichen Schwangerschaftskonfliktberaterin f\u00fcr Schulen Statements aus einem Interview mit einer deutschen Sch\u00fclerzeitung aus Bayern Abtreibung und Schwangerschaftskonfliktberatung geh\u00f6ren zu den besonders sensitiven gesellschafts- und frauenpolitischen Themen. Wie kaum ein anderes Ereignis greifen die Empf\u00e4ngnis menschlichen Lebens und seine gewaltsame Beendigung durch die Abtreibung in das Leben zweier Menschen ein: in das Leben [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,8],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/983"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=983"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/983\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2589,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/983\/revisions\/2589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=983"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=983"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=983"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}