{"id":977,"date":"2007-04-24T17:50:04","date_gmt":"2007-04-24T15:50:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=977"},"modified":"2009-09-04T17:10:50","modified_gmt":"2009-09-04T15:10:50","slug":"977","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=977","title":{"rendered":"Angepa\u00dfte Kirche  &#8211; verratene Ehe"},"content":{"rendered":"<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Angepa\u00dfte Kirche\u00a0 &#8211; verratene Ehe<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Zum ersten Mal hat im Herbst des vergangenen Jahres eine Pastorin mit ihrer Ehe-Frau in Neum\u00fcnster das Vicelin-Pastorat bezogen. Sie ist bekennende und \u201everpartnerte\u201c Lesbe. Das nordelbische \u201eKirchenparlament\u201c hat diese Entwicklung m\u00f6glich gemacht.<!--more-->\u00a0In den 90er Jahren war die gro\u00dfe Mehrheit der nordelbischen Synodalen &#8211; betroffen und indoktriniert &#8211; den Thesen der politischen Schwulen- und Lesbenbewegung verfallen. Diese hatte sich aufgemacht mit dem Ziel, Ehe und Familie den Garaus zu machen. Der Abschied von den lebensdienlichen biblischen Leitbildern in Kirche und Gesellschaft ist seither gef\u00e4hrlich gr\u00fcndlich gelungen. Aus diskriminierten Schwulen und Lesben wurden in der Gesellschaft Trendsetter, in der Kirche \u201etolle\u201c Pastorinnen und Pastoren. Schwul- oder Lesbischsein wurde bisweilen geradezu zum Karriere-Aphrodisiakum \u2013 auch in der Kirche. Inzwischen ist auch in weiten Teilen unserer Kirche vergessen und verdr\u00e4ngt, dass Homosexualit\u00e4t eine in vielen F\u00e4llen heilbare psycho-erotische Sch\u00e4digung in der Ausreifung der Geschlechtsidentit\u00e4t ist.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Geistlich-theologisch scheiden sich hier die Geister: Gott selbst scheidet durch sein Wort die an Schrift und Bekenntnis gebundene Kirche von einer kirchlichen Institution, in der nicht wenige der Amtstr\u00e4ger Teile seines Wortes \u201eaufgekl\u00e4rt\u201c im Kuriosit\u00e4tenkabinett der Theologiegeschichte entsorgt haben. Gottes Wort sagt unmi\u00dfverst\u00e4ndlich: Selbst eine gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft mit homosexuellen Praktiken ist institutionalisierte Unzucht. J\u00fcrgen Becker, Neutestamentler der Universit\u00e4t Kiel, fasst pr\u00e4zis die neutestamentliche Sicht in die Feststellung: \u201eDie Ehe ist der einzige Ort, an dem Sexualit\u00e4t unter das Stichwort der Heiligung gestellt ist, darum f\u00e4llt alles andere unter die Hurerei&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Fallbeschreibung<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Provokant schrieb im Herbst des vergangenen Jahres die lesbische Pastorin Wierk im Gemeindebrief: \u201eMein Weg f\u00fchrt mich nun nach Vicelin. Gemeinsam mit meiner Frau Anke Buchin&#8230;\u201c Der Holsteinische Courier stellte die neue Pastorin der Stadt\u00f6ffentlichkeit vor und berichtete: \u201eSeit Oktober hat Silke Wierk sich mit ihrer Frau im Pastorat an der Vicelinkirche h\u00e4uslich niedergelassen. Erste Bef\u00fcrchtungen, dass ihr gleichgeschlechtliches Eheleben zu Problemen mit der Gemeinde f\u00fchren w\u00fcrde, haben sich nicht best\u00e4tigt.\u201c Die Pastorin nennt ihre Partnerin wie selbstverst\u00e4ndlich \u201emeine Frau\u201c, und der Journalist, der sich in kirchlicher Rabulistik nicht auskennt, spricht von ihrem gleichgeschlechtlichen Eheleben. Dies neben anderem emp\u00f6rte Christen aus Gemeinden der Stadt, und einige reagierten mit zornigen Leserbriefen, die, sieht man genau hin, nicht dem Menschen Wierk, sondern der kirchlichen Institution galten. Die Lokalpresse, die politisch korrekt mit der lesbischen Pastorin sympathisierte, brachte sofort einen zweiten Artikel unter der \u00dcberschrift: \u201ePropst verteidigt lesbische Pastorin\u201c. Der Neum\u00fcnsteraner Propst nennt sie hier \u201eeine tolle Pastorin\u201c, erkl\u00e4rt, \u201eman habe keinen Zweifel, dass sie die Ehe als Leitbild der evangelischen Kirche vertrete\u201c und dekretiert: \u201eAlles andere geht keinen etwas an.\u201c Geschickt f\u00fchrt die lesbische Pastorin selbst in einem dritten Artikel, der im Holsteinischen Courier zu ihrer Einf\u00fchrung erschien, am Ende den als konservativ geltenden Schleswiger Bischof Knuth ins Feld: \u201eAls ich 2002 meine Lebenspartnerschaft eintragen lie\u00df, hat er mir gratuliert: \u201aIch bin theologisch anderer Ansicht, w\u00fcnsche aber Ihnen und Ihrer Partnerin Gottes Segen\u2019.\u201c Als ginge es in der Kirche nur noch um theologische \u201eAnsichten\u201c!<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Lehrbeispiel theologischer Unaufrichtigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Die Ehe ist in der Bibel und den Bekenntnissen der Kirche Form und Norm f\u00fcr das sexuell bestimmte Zusammenleben von Mann und Frau. Weil den leitenden Gremien in Nordelbien der Mut fehlt, das lutherische Bekenntnis au\u00dfer Kraft zu setzen, wird zwar von Pastoren \u2013 also auch von \u201eschwulen\u201c oder lesbischen Amtstr\u00e4gern &#8211; gefordert, das \u201eLeitbild Ehe\u201c zu vertreten. Diese Forderung erweist sich aber als Muster ohne Wert. Weder dem Propst, der die geistliche Dienstaufsicht hat, noch der Bisch\u00f6fin Wartenberg-Potter, die der neuen Vicelinpastorin zur Pfarrstelle verholfen hat, ist offenbar aufgefallen, dass Pastorin Wierk mit ihrer \u00f6ffentlich gebrauchten Formulierung \u201emeine Frau\u201c v\u00f6llig ungeniert die \u201eEhe-Sprache\u201c f\u00fcr ihr Verh\u00e4ltnis beansprucht. Genau so hat sie der Journalist verstanden, und f\u00fcr die darin enthaltene Botschaft wurde er in Kirche und Gesellschaft zum Multiplikator: Er spricht von ihrem Eheleben. Schon das beweist, dass diese lesbische Pastorin weder willens noch f\u00e4hig ist, f\u00fcr das biblische Leitbild der Ehe einzutreten. Sie bekennt sich vielmehr zum programmatischen Paradigmen-Wechsel im Geschlechter-Ethos, der seit Jahren von der politischen Schwulen-Lobby international vertreten und eingefordert wird. Angesichts dieses in der \u00d6ffentlichkeit vorgetragenen Bekenntnisses werden die Beteuerungen von Bisch\u00f6fin und Propst, die Pastorin werde sich bekenntniskonform verhalten, zur \u00f6ffentlich erkennbaren Farce, und die Glaubw\u00fcrdigkeit kirchlichen Sprechens wird wieder einmal der L\u00e4cherlichkeit preisgegeben. Das f\u00e4llt vermutlich nur deswegen kaum auf, weil sich in Fragen der Sexualethik eine augenzwinkernde Komplizenschaft zwischen politisch korrekter Kirche und politisch korrekter Gesellschaft formiert hat, in der man Jesus Christus drau\u00dfen vor der T\u00fcr h\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Das Spiel mit dem Feuer<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der Neum\u00fcnsteraner Vorgang ist unter einem weiteren Aspekt erschreckend. Er zeigt n\u00e4mlich ein leichtfertiges Handeln, das die Kirche weder vor Gott, noch den Menschen verantworten kann: Frau Wierk, berichtete der \u201eHolsteinische Courier\u201c, solle die Jugendarbeit der Gemeinde ausbauen. Als Pastorin, die Kinder und Jugendliche leitet und, wenn sie gut ist, begeistert, wird sie f\u00fcr manchen Jugendlichen in bestimmtem Alter nat\u00fcrlich zur Identifikationsfigur. Was, wenn sie in dieser Rolle die sexuelle Identit\u00e4tsfindung von Jugendlichen behindert? Eine Umfrage in den USA kam zu dem beunruhigenden Ergebnis, dass von den befragten 12-J\u00e4hrigen 25,9 % sich noch unsicher \u00fcber ihre Sexualit\u00e4t und ihre sexuelle Orientierung waren. Hier enth\u00fcllt sich ein Risiko f\u00fcr die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, das bisher verdr\u00e4ngt wurde, weil man den Dogmen der Schwulenbewegung wohlwollend unkritisch glaubt. Es l\u00e4sst sich keineswegs ausschlie\u00dfen, da\u00df Jugendliche, die in ihrer geschlechtlichen Neigung verunsichert sind oder \u00c4ngste vor der Begegnung mit dem anderen Geschlecht haben, durch das Vorbild der Pastorin zu der Ansicht verf\u00fchrt werden, homosexuell zu leben, sei genau so normal und gut wie heterosexuell zu lieben. An Programmen, die diese gottlose Ideologie in Schulen und Kinderg\u00e4rten an Kinder und Jugendliche herantragen sollen, wird im Auftrag von Kultusministerien bereits gearbeitet. Biographien zeigen, dass auch hier neben anderem vitale Ursachen f\u00fcr jahrelange homosexuelle oder bisexuelle Verirrungen liegen. Kann Kirche das verantworten?<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><strong>Kirche mit amputierter Bibel<\/strong><\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Den hier sichtbaren Infektionsprozessen sind evangelische Kirchen wehrlos ausgesetzt, wenn sie sich historisch-kritisch und theologisch-hermeneutisch das Fundament unter den F\u00fc\u00dfen weggesprengt haben und so ohne haltendes biblisches Widerlager dem \u201eZeitgeist\u201c verfallen, statt durch Gottes Wort vitalisiert in Jesu Christi Namen Kontrastgesellschaft zu leben. Da\u00df Kirche sich dem Geist, der Christus widerspricht, prostituiert, ist nichts Neues f\u00fcr jeden, der ein wenig Kirchen- und Theologiegeschichte studiert hat. Heute ist es das geradezu luziferische Konzept einer \u201emodisch-toleranten\u201c, seelsorglich schillernden Liebe, mit der man Gottes klares Wort um seine Sprache bringt, nachdem man es historisch-kritisch pr\u00e4pariert und f\u00fcr die eigenen Bed\u00fcrfnisse verf\u00fcgbar gemacht hat. Das entscheidende theologisch-hermeneutische Grundproblem besteht in einem antinomistisch verstandenen Verh\u00e4ltnis von Gesetz und Evangelium. Ausgezeichnet formuliert der B\u00fcckeburger Oberkirchenrat Dr. F\u00fchrer: \u201eGottes Gesetz wird nicht als Anrede geh\u00f6rt, in der Gott selbst das Wort ergreift, sondern es wird historisiert und dadurch um seine Funktion gebracht, zur Erkenntnis der S\u00fcnde zu f\u00fchren (R\u00f6m 3,20). Daraus folgt die Entwertung des Evangeliums, das nicht zur Rechtfertigung des S\u00fcnders dient, sondern \u2013 horribile dictu \u2013 zur Rechtfertigung der S\u00fcnde herhalten mu\u00df\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Der systematische Angriff der 68er auf Ehe und Familie, intellektuell unterf\u00fcttert durch die Frankfurter Schule, zeigt heute schon unheimlich destruktive Folgen. 1971 sagte der damalige EKD-Ratsvorsitzende Bischof Dietzfelbinger im Bericht vor der EKD-Synode die prophetischen S\u00e4tze: \u201eWenn nicht alles t\u00e4uscht, so stehen wir heute in einem Glaubenskampf, einem Kirchenkampf, gegen\u00fcber dem der Kirchenkampf des Dritten Reiches ein Vorhutgefecht war. Das Unheimliche daran ist, da\u00df dieser heutige Kampf vielfach kaum erkannt, zu allermeist verharmlost wird und unter Tarnworten wie \u201aPluralismus\u2019 voranschreitet.\u201c<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\">Auch in Neum\u00fcnster l\u00e4sst sich der tiefe geistliche Bruch wahrnehmen, der die evangelischen Volkskirchen zerrei\u00dft. Pr\u00f6pste und Bisch\u00f6fe haben das W\u00e4chteramt und das Amt der Einheit. Beide, der Propst und die Bisch\u00f6fin, haben beidem in Neum\u00fcnster einen B\u00e4rendienst erwiesen. Nun gilt: Kein Christ mu\u00df Mitglied der Neum\u00fcnsteraner Vicelingemeinde bleiben. Jedes Gemeindeglied kann sich in eine der Gemeinden umgemeinden lassen, in denen Gottes Wort bestimmt, was Wahrheit und was L\u00fcge, was richtig und was falsch, was gut und was b\u00f6se ist. In Neum\u00fcnster gibt es sie noch, diese Gemeinden, die dem Ganzen der Heiligen Schrift verpflichtet sind.<\/p>\n<p style=\"TEXT-ALIGN: justify\"><em>Quelle: Kirchliche Sammlung. Herausgeber: Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis in der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche e.V. 29. Jahrgang \/ Nr. 1\/2007, April 2007<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angepa\u00dfte Kirche\u00a0 &#8211; verratene Ehe Zum ersten Mal hat im Herbst des vergangenen Jahres eine Pastorin mit ihrer Ehe-Frau in Neum\u00fcnster das Vicelin-Pastorat bezogen. Sie ist bekennende und \u201everpartnerte\u201c Lesbe. 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