{"id":974,"date":"2008-10-10T16:06:04","date_gmt":"2008-10-10T14:06:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=974"},"modified":"2009-09-02T11:00:07","modified_gmt":"2009-09-02T09:00:07","slug":"974","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=974","title":{"rendered":"Und das ist nicht gut so"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Und das ist nicht gut so<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will in diesem Herbst ein Gesetz durchbringen, das homosexuell lebenden Paaren ein uneingeschr\u00e4nktes Adoptionsrecht erm\u00f6glicht. Eine kritische Analyse zeigt: Begr\u00fcndet wird das zuerst emanzipatorisch mit der vermeintlichen Diskriminierung der Homosexuellen, nicht mit dem Wohl des Kindes \u2013 es wird gesellschaftspolitisch instrumentalisiert und nicht als Subjekt mit eigenen Rechtsanspr\u00fcchen ernstgenommen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das M\u00e4dchen war 17 Monate alt, als die Mutter sich von ihrer lesbischen Partnerin trennte. Das Kind, das durch Samenspende gezeugt war, lebte fortan allein bei der Mutter, den Vater hat es nie gesehen. Jetzt hat die fr\u00fchere Partnerin das Sorgerecht f\u00fcr das heute sechsj\u00e4hrige M\u00e4dchen beantragt. M\u00f6glich wurde der Antrag, weil der US-Bundesstaat Vermont die lesbische Partnerin zum zweiten, gleichberechtigten Elternteil, zur zweiten Mutter, erkl\u00e4rte. Noch im Oktober soll die Entscheidung fallen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kanadierin Dawn Stefanowicz beschreibt in ihrer lesenswerten Autobiografie \u201eOut from Under\u201c (2007) ihr Leben als Kind mit einem homosexuellen Vater. Obwohl sie ihren Vater sehr liebte, hat ihre Entwicklung und ihr Leben durch die zahlreichen, rasch wechselnden Sexualpartner des Vaters und dadurch, da\u00df sein Leben im Wesentlichen um seine Partner und um Sex kreiste, Schaden genommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2007 wurde in England der sexuelle Mi\u00dfbrauch an vier Jungen (acht bis 14 Jahre alt), die bei einem homosexuell lebenden M\u00e4nnerpaar in Pflege waren, lange nicht aufgedeckt. Die zust\u00e4ndigen Sozialarbeiter bef\u00fcrchteten, als homophob gebrandmarkt zu werden und gingen deshalb ersten Hinweisen auf Mi\u00dfbrauch nur z\u00f6gerlich nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Einzelbeispiele, gewi\u00df. Doch weisen sie auf grundlegende Fragen hin, die sich beim Thema Gleichstellung von homosexuell lebenden Paaren mit Ehepaaren im Adoptionsrecht aufdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eHomosexuelle Familie\u201c als Alternative?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt kaum ein anderes Gebiet, in dem die sozialwissenschaftlichen Fakten so umfangreich und so eindeutig sind: Die Familienstruktur hat Einflu\u00df auf die Entwicklung des Kindes. Kinder wachsen am besten auf, wenn sie mit beiden biologischen Eltern zusammenleben und diese miteinander verheiratet sind. In diesem Setting gibt es die gr\u00f6\u00dften Entwicklungsm\u00f6g-lichkeiten, die wenigsten psychischen Erkrankungen und die besten Chancen f\u00fcr das Kind, sp\u00e4ter selbst eine gelingende, tragf\u00e4hige Partnerschaft einzugehen. Die Forschung zeigt au\u00dferdem eindeutig, da\u00df Mutter und Vater in der Beziehung zu ihren Kindern nicht austauschbar sind. Ausf\u00fchrlich stellen etwa die f\u00fchrenden Bindungsforscher Klaus und Karin Grossmann dar, da\u00df Vater und Mutter geschlechtsabh\u00e4ngig Verschiedenes in die Erziehung ein-bringen und erst in ihrer Erg\u00e4nzung die Grundlagen f\u00fcr die psychische Sicherheit des Kindes legen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Folgen von Vater- und Mutterentbehrung sind bekannt. Nach amerikanischen Studien kommen 63 Prozent der jugendlichen Selbstm\u00f6rder, 71 Prozent der schwangeren Teenager, 85 Prozent der Jungkriminellen und 75 Prozent der Drogenabh\u00e4ngigen aus vaterlosen Familien. Eine Langzeitstudie aus Schweden (2003) zeigt, da\u00df Kinder, die ohne Vater oder ohne Mutter aufwachsen, h\u00e4ufiger psychisch krank sind, suizidgef\u00e4hrdeter sind und h\u00e4ufiger an Suchtkrankheiten leiden. Das gilt auch dann, wenn die Entbehrung nicht mit sozio\u00f6konomischen Nachteilen verbunden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht beim Adoptionsrecht also nicht zuerst darum, ob homosexuell lebende Paare Kinder lieben, es geht um etwas ganz anderes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein homosexuelles Paar wird dem Kind immer, und zwar vors\u00e4tzlich, eine Mutter- oder Vaterentbehrung zumuten. Es kennzeichnet die homosexuelle Beziehung, da\u00df das andere Geschlecht geplant und strukturell aus der N\u00e4hebeziehung ausgeschaltet bleibt. Diese bewu\u00dfte Distanz und Abwendung entweder vom M\u00e4nnlichen oder vom Weiblichen wird sich auf Jungen und M\u00e4dchen \u2013 jeweils verschieden \u2013 destruktiv auswirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alternative Familienmodell der homosexuellen Familie mutet dem Kind noch eine zweite, entscheidende Verletzung zu: Kinder mit alleinstehender Mutter oder Vater d\u00fcrfen wissen, da\u00df jemand in der Familie fehlt. Sie k\u00f6nnen die L\u00fccke betrauern und damit konstruktiv verarbeiten. Homosexuellenverb\u00e4nde behaupten aber, die alternative Familie mit \u201ezwei M\u00fcttern\u201c und \u201ezwei V\u00e4tern\u201c sei eine \u201ekomplette\u201c Familie, es fehle ihr nicht wirklich etwas. Wer anderes behauptet, diskriminiere die neue Familienform. Genau hier geschieht das zweite Unrecht am Kind: Nicht nur leidet es an der Vater- oder Mutterentbehrung \u2013 es kann diesen Verlust weder benennen noch betrauern. Damit bleibt die Wunde abgespalten und kann nicht heilen. Noch einmal: Es geht beim Adoptionsrecht nicht zuerst darum (wie immer wieder behauptet wird), ob homosexuell lebende \u201eEltern\u201c gut f\u00fcr Kinder sorgen k\u00f6nnen, es geht viel wesentlicher um die Familienstruktur, um die Pr\u00e4senz des Weiblichen und des M\u00e4nnlichen in der Familie. Wo eines davon tragischerweise und ungeplant fehlt, mu\u00df dies vom Kind betrauert werden k\u00f6nnen. Wo dies strategisch verhindert wird, leidet das Kind doppelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt bisher keine wissenschaftliche Untersuchung, die eine Ebenb\u00fcrtigkeit \u201ehomosexueller Elternschaft\u201c mit heterosexueller Elternschaft nachweisen k\u00f6nnte. Viele Befragungen bestehen aus eher oberfl\u00e4chlichen Interviews mit homosexuell lebenden \u201eEltern\u201c und deren Kindern. Die \u201eEltern\u201c haben verst\u00e4ndlicherweise ein Interesse daran, ihre Beziehung zu den Kindern m\u00f6glichst positiv darzustellen. Die Kinder wiederum werden einem fremden Interviewer gegen\u00fcber ihre \u201eEltern\u201c zu sch\u00fctzen suchen. Handfeste empirische Resultate sind davon kaum zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Belastete Lebensumst\u00e4nde und chronischer Stre\u00df<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Immer wieder wird behauptet, die durchschnittlichen Lebensumst\u00e4nde eines homosexuell Lebenden und eines heterosexuell Lebenden unterschieden sich in nichts au\u00dfer im Geschlecht der Partner. Das stimmt aber nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei homosexuell lebenden M\u00e4nnern und Frauen ist die H\u00e4ufigkeit psychischer Erkrankungen etwa dreimal so hoch wie unter heterosexuell Lebenden. Es gibt kaum eine andere Gruppe vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfe in unserer Gesellschaft, in der psychische Erkrankungen so geh\u00e4uft vorkommen. Dazu geh\u00f6ren Depressionen, Suizidversuche, Angstst\u00f6rungen und Substanzenabh\u00e4ngigkeiten. Da\u00df diese Probleme im Wesentlichen auf eine Diskriminierung der Homosexualit\u00e4t durch die Gesellschaft zur\u00fcckzuf\u00fchren seien, konnte bisher nicht belegt werden. Psychische Erkrankungen der Erwachsenen aber f\u00fchren zu chronischem Stre\u00df und Depressionen bei Kindern. Psychisch anf\u00e4llige Erwachsene k\u00f6nnen ihren Kindern gegen\u00fcber auch nur begrenzt emotional pr\u00e4sent sein. Hier wird zwar behauptet, man pr\u00fcfe jeden Einzelfall. Doch gibt es heute schon weit mehr stabile Ehepaare, die ein Kind adoptieren m\u00f6chten als Kinder, die zur Adoption freigegeben sind. Warum sollte man also angesichts der genannten psychischen Risikofaktoren den Personenkreis f\u00fcr ein Adoptionsrecht erweitern?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Homosexuelle (m\u00e4nnliche) Partnerschaften, das zeigen zahlreiche Studien, sind weniger stabil als Ehen. Der Basler Psychologieprofessor und Protagonist der Homosexuellenbewegung Udo Rauchfleisch schreibt, das h\u00e4ufige Wechseln von Sexualpartnern sei der \u201eerste Unterschied\u201c zwischen Homosexualit\u00e4t und Heterosexualit\u00e4t. Eine Studie aus Holland (2003) mit jungen, homosexuell lebenden M\u00e4nnern kommt zu dem Schlu\u00df, da\u00df die M\u00e4nner, die in einer festen homosexuellen Partnerschaft lebten, im Durchschnitt acht sexuelle Nebenbeziehungen pro Jahr hatten. Diese Instabilit\u00e4t, das sich immer wieder neue Einlassen auf die wechselnden Partner des Vaters, ist f\u00fcr ein Kind eine emotionale \u00dcberforderung und tr\u00e4gt zu chronischem Stre\u00df bei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es darf auch nicht vergessen werden, da\u00df es in unserer Gesellschaft durchaus sehr unterschiedliche Auffassungen dar\u00fcber gibt, wie homosexueller Sex moralisch zu sehen ist. In dieser Auseinandersetzung k\u00f6nnen verwundbare, wehrlose Kinder leicht instrumentalisiert werden, um \u00fcber sie eine gleichberechtigte Anerkennung homosexueller Verhaltensweisen durchzusetzen. Das ist genau genommen eine Form von Mi\u00dfbrauch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Umfrage in der Homosexuellenzeitschrift \u201eGenre\u201c (1996) unter mehr als 1000 Lesern ergab, da\u00df 52 Prozent Sex in \u00f6ffentlichen Parks hatten, 46 Prozent in \u00f6ffentlichen Saunen, 26 Prozent hatten f\u00fcr Sex bezahlt und 32 Prozent fesselten sich gegenseitig w\u00e4hrend sadomasochistischer Handlungen. Homosexuell Lebende benutzen h\u00e4ufiger Sexspielzeuge wie etwa Dildos. Hat es keinen Einflu\u00df auf ein heranwachsendes Kind, wenn es das zu Hause findet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Familie mit Mutter und Vater ist Sexualit\u00e4t in der Regel auf die Beziehung der Ehepartner begrenzt, Promiskuit\u00e4t gilt weitgehend als Versto\u00df. F\u00fcr homosexuell lebende M\u00e4nner ist nach ihren eigenen Angaben sexuelle Treue die Ausnahme und Promiskuit\u00e4t die Norm. Das aber tr\u00e4gt zu einer massiven latenten oder offenen Sexualisierung der Lebens- und Beziehungswelt des Kindes bei. Wie etwa soll ein adoptierter Heimjunge im Jugendlichenalter erkennen, ob das gemeinsame Duschen mit seinen homosexuell sich verhaltenden \u201eV\u00e4tern\u201c auch ihn atmosph\u00e4risch sexuell mit einbezieht oder nicht? Es mu\u00df ihn verwirren und verletzen. F\u00fcr einen Heranwachsenden ist es eine \u00dcberforderung, in einem sexualisierten Umfeld die eigene sexuelle Nichtverf\u00fcgbarkeit zu formulieren und die eigenen Grenzen zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Grenzverletzungen in einer sexualisierten Atmosph\u00e4re<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Forschung hat noch keine abschlie\u00dfenden Erkenntnisse dar\u00fcber, ob homosexuell Lebende zum Beispiel minderj\u00e4hrige Jugendliche h\u00e4ufiger sexuell bel\u00e4stigen als es heterosexuell Lebende tun. Einiges spricht aber daf\u00fcr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Studie (1988) fand: Junge M\u00e4nner, die als Kinder homosexuell bel\u00e4stigt worden waren, bezeichneten sich sp\u00e4ter im Vergleich mit denen, die keinen homosexuellen Mi\u00dfbrauch erlitten hatten, siebenmal h\u00e4ufiger selbst als homosexuell. Viele von ihnen stellten einen Zusammenhang zwischen Mi\u00dfbrauch und sp\u00e4terer Homosexualit\u00e4t her. Zu \u00e4hnlichen Ergebnissen kommt eine Studie (2001), die fast 1000 Studenten (M\u00e4nner und Frauen) und Teilnehmer einer Gay-Parade befragte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bevor \u00fcber ein allgemeines Adoptionsrecht nachgedacht wird, mu\u00df ein struktureller Zusammenhang zwischen sexueller Grenzverletzung von Kindern\/Minderj\u00e4hrigen und homosexuellem Umfeld eindeutig ausgeschlossen werden. Dabei geht es nicht nur um die beiden sich homosexuell verhaltenden \u201eEltern\u201c, sondern auch um das damit verbundene homosexuelle Umfeld, in dem Sex und sexuell get\u00f6nte Verhaltensweisen eine wesentlich zentralere Rolle spielen als in einer \u00fcblichen ehelichen Beziehung von Mutter und Vater.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Die Tagespost 7.10.2008<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Und das ist nicht gut so Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will in diesem Herbst ein Gesetz durchbringen, das homosexuell lebenden Paaren ein uneingeschr\u00e4nktes Adoptionsrecht erm\u00f6glicht. 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