{"id":9698,"date":"2013-06-30T17:32:05","date_gmt":"2013-06-30T15:32:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9698"},"modified":"2013-07-01T12:45:40","modified_gmt":"2013-07-01T10:45:40","slug":"der-sundenfall-1-mose-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9698","title":{"rendered":"Der S\u00fcndenfall (1. Mose 3)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.) <\/b><b>Der S\u00fcndenfallbericht in 1. Mose 3,1-5<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unmittelbar nach dem Sch\u00f6pfungsbericht und der Paradiesgeschichte folgt in der biblischen Urgeschichte der Bericht vom S\u00fcndenfall Adams und Evas. Lange Zeitr\u00e4ume zwischen der Erschaffung des Menschen und seinem Abfall von Gott sind nicht anzunehmen. Der S\u00fcndenfallbericht ist in seiner rhetorischen Pr\u00e4gnanz und seiner geistlichen Tiefe ein Meisterst\u00fcck der Weltliteratur. Er zeigt in einmaliger Weise die Verf\u00fchrungsstrategie Satans, wie sie immer wieder abl\u00e4uft, wenn er Menschen von Gott abspenstig machen will und wie sie auch bei der Versuchung Jesu zum Vorschein kam.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das erste Auftreten Satans gibt tiefe Einblicke in sein Wesen und sein Wollen. Er ist ein Geistwesen, das in die Kreaturen hineinfahren kann, und er ist in der Lage, die menschliche Sprache nachzuahmen. Er tritt nicht als derjenige auf, der er in Wirklichkeit ist, n\u00e4mlich als Engelf\u00fcrst, der Gott nachzuahmen und Gottes Pl\u00e4ne zu torpedieren versucht, sondern er verstellt sich. Wenn es im Text hei\u00dft, da\u00df die Schlange listiger war als die anderen Feldtiere, dann ist damit Satans listiges Wesen gemeint, mit dem er die Menschen verf\u00fchren will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon am ersten Satz, den er spricht, merkt man die Absicht: Er will Mi\u00dftrauen und Ungehorsam gegen Gott und Gottes Wort sch\u00fcren. Man kann den Satz als Frage oder als Ausruf \u00fcbersetzen. &#8222;Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen B\u00e4umen im Garten?&#8220; (M. Luther) oder &#8222;Ob schon Gott sprach: E\u00dft nicht von allen B\u00e4umen des Gartens!&#8220; (M. Buber). Die Frau durchschaut die Verf\u00fchrung nicht und l\u00e4\u00dft sich auf ein Gespr\u00e4ch ein. Es entsteht die Frage, warum sich Satan an die Frau und nicht an den Mann wendet. Der Text selber gibt keine Antwort. Unter Berufung auf Paulus in 1. Tim. 2,14 k\u00f6nnte man vielleicht sagen, da\u00df die Frau schutzloser den Verf\u00fchrungen Satans ausgeliefert ist als der Mann und in versuchlichen Situationen des m\u00e4nnlichen Schutzes bedarf. Da Adam bei seiner Frau war (V. 6), ist ihm jedenfalls anzulasten, da\u00df er sie nicht gen\u00fcgend sch\u00fctzte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort der Frau l\u00e4\u00dft erkennen, da\u00df das Mi\u00dftrauen gegen Gott schon ges\u00e4t war und aufkeint. Anstatt klar zu sagen, da\u00df es sich um den &#8222;Baum der Erkenntnis des Guten und B\u00f6sen&#8220; handelt, umschreibt sie den verbotenen Baum, indem sie vom Baum &#8222;mitten im Garten&#8220; spricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle Versprechen Satans sind furchtbare L\u00fcgen, denn er ist der &#8222;Vater der L\u00fcge&#8220; (Joh. 8,44). Das Versprechen, da\u00df die Menschen nicht sterben w\u00fcrden, war eine L\u00fcge, denn in Wahrheit wurde das erste Menschenpaar noch am selben Tag vom Baum des Lebens getrennt (1. Mose 3,23f.). Das Versprechen, da\u00df die Menschen ge\u00f6ffnete Augen bekommen w\u00fcrden, war eine L\u00fcge, denn in Wahrheit wurde ihr Sinn verblendet, so da\u00df sie nicht mehr Gottes Herrlichkeit sehen und statt dessen das Sichtbare anbeten (2. Kor. 4,4; R\u00f6m. 1,22f.). Das Versprechen, da\u00df die Menschen wie Gott sein w\u00fcrden und selber den Ma\u00dfstab von gut und b\u00f6se setzen k\u00f6nnten, war ebenfalls eine L\u00fcge, denn in Wahrheit verloren sie den Ma\u00dfstab Gottes f\u00fcr gut und b\u00f6se (R\u00f6m. 3,10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen uns vor der Gewalt dieser L\u00fcgen nur sch\u00fctzen, indem wir uns genauso wie Jesus es getan hat auf die Wahrheit des Wortes Gottes berufen. Die L\u00fcge Satans, da\u00df die Menschen nicht sterben m\u00fc\u00dften, f\u00fchrt sie dazu, nicht an ihren Tod zu denken. Das Wort Gottes sagt uns demgegen\u00fcber: &#8222;Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht&#8220; (Hebr. 9,27). Die L\u00fcge Satans, da\u00df der Mensch ohne Gott die Wahrheit erkennen kann, f\u00fchrt ihn in Okkultismus, Verblendung, Irrtum und Angst vor der sichtbaren Welt. Das Wort Gottes sagt uns demgegen\u00fcber: &#8222;Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis&#8220; (Spr. 1,7). Die L\u00fcge Satans, da\u00df wir Menschen so sein k\u00f6nnen wie Gott und selber den Ma\u00dfstab f\u00fcr gut und b\u00f6se h\u00e4tten, f\u00fchrt die Menschen in Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung. Das Wort Gottes sagt uns demgegen\u00fcber: &#8222;Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir verlangt: Gottes Wort halten, Liebe \u00fcben und dem\u00fctig sein vor deinem Gott&#8220; (Micha 6,8).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.) <\/b><b>Die Folgen des S\u00fcndenfalls (1. Mose 3,6-13)<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Abschnitt wird der S\u00fcndenfall mit seinen Folgen geschildert. Die L\u00fcge der Schlange, da\u00df der Mensch nach dem Genu\u00df der Frucht so sein w\u00fcrde wie Gott, war zu verf\u00fchrerisch f\u00fcr Eva. Alles was Gott f\u00fcr sie und ihren Mann getan hatte, trat in den Hintergrund. Wie Gott zu sein und selber bestimmen zu k\u00f6nnen, was gut und b\u00f6se ist, das war pl\u00f6tzlich die alles bestimmende Sehnsucht ihrer Seele geworden. Es zeigte sich damals beim ersten Menschenpaar und zeigt sich seitdem immer wieder, da\u00df der Mensch in dem Moment anf\u00e4llig wird f\u00fcr die Verf\u00fchrungen Satans, wo er die Dankbarkeit gegen\u00fcber Gott vergi\u00dft und verliert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Tat der Frau, nachdem sie die Frucht genommen hatte, ist schon die erste Folge ihres S\u00fcndenfalls. Da\u00df sie n\u00e4mlich die Frucht ihrem Mann gab, ist nicht als f\u00fcrsorglicher Akt zu verstehen, sondern als gebieterischer. Sie n\u00f6tigte Adam davon zu essen. Anstatt ihrem Mann zu helfen, was ihre Verantwortung nach 1. Mose 2,18 gewesen w\u00e4re, sch\u00e4digt sie ihn. Adams S\u00fcndenfall bestand seinerseits darin, da\u00df er seiner Frau gehorchte, obwohl er das klare Verbot von Gott erhalten hatte, von dieser Frucht nicht zu essen (1. Mose 2,17). Diese Zusammenh\u00e4nge werden deutlich, wenn man V. 17 betrachtet. Gott bestraft Adam deswegen, weil er der Stimme seiner Frau gehorcht hat. So wie die gottesf\u00fcrchtige Frau ihrem Mann viel Segen bringt, so bringt die von Gott losgel\u00f6ste Frau ihrem Mann Unsegen. Biblische Beispiele sind Sara und Isebel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der S\u00fcndenfall zieht eine doppelte tiefe Tragik f\u00fcr das erste Menschenpaar nach sich. Ihr Verh\u00e4ltnis zueinander und zu Gott wird vergiftet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das Verh\u00e4ltnis zueinander<\/b>: Pl\u00f6tzlich merken die beiden, da\u00df sie nackt sind. In 1. Mose 2,25 hie\u00df es noch, da\u00df sie sich nicht sch\u00e4mten. Jetzt bedecken sie sich voreinander. Jetzt bestimmen pl\u00f6tzlich Mi\u00dftrauen, Mi\u00dfgunst und Angst ihr Verh\u00e4ltnis zueinander. Das menschliche Schamgef\u00fchl ist eine Folge des S\u00fcndenfalls und dr\u00fcckt die unbewu\u00dfte Sehnsucht nach Bedeckung der Schuld aus. Die Bl\u00e4tterschurze, die Adam und Eva sich gemacht hatten, zeigen, da\u00df sie diese Botschaft ihres Schamgef\u00fchls nicht erkannten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Satan hatte ihre Augen ge\u00f6ffnet, aber nicht so wie sie es dachten, da\u00df sie nun ohne Gott noch mehr sehen und noch mehr Erkenntnisse gewinnen w\u00fcrden, sondern so, da\u00df ihr Blick begehrlich und \u00e4ngstlich wird und sie meinen, sich vor dem Egoismus des anderen sch\u00fctzen zu m\u00fcssen. Die Schurze, die sie sich umlegen, bedeuten Abwehr des anderen und sind ein \u00e4u\u00dferes Zeichen ihrer inneren Entfremdung. Sie wollen miteinander nichts mehr zu tun haben. Die Macht des B\u00f6sen hatte einen Keil zwischen sie getrieben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das Verh\u00e4ltnis zu Gott: <\/b>Die beiden verstecken sich vor Gott unter den B\u00e4umen im Garten. Das zeigt, da\u00df ihr Verh\u00e4ltnis zu Gott schlagartig kaputt gegangen war. Anstatt nach dem Fall sofort Gott zu suchen und um Vergebung zu bitten, versuchen beide vor Gott zu fliehen. Was Satan gesagt hatte, da\u00df sie nun selber gut und b\u00f6se bestimmen k\u00f6nnen, erf\u00fcllt sich, aber wiederum in ganz anderer Weise als sie es sich gedacht hatten. Ihr Verstand und ihr Gewissen erinnern sie zwar noch an die Gebote und Verbote Gottes und damit an das, was er gut und b\u00f6se genannt hatte. Aber sie sind nicht mehr willens, die Ma\u00dfst\u00e4be Gottes anzuerkennen. Sie richten sich nun nach ihren eigenen Ma\u00dfst\u00e4ben. Die Macht des B\u00f6sen zwingt sie zu einem Verhalten gegen ihr eigenes Gewissen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gottes erste Frage richtet sich nur an Adam, denn Adam hatte er die Gebote und Verbote gegeben. Die Frage &#8222;Wo bist du?&#8220; meint &#8222;Wo bist du hingeraten?&#8220; bzw. &#8222;Was ist aus dir geworden?&#8220; An Adams Antwort wird deutlich, da\u00df er seine Nacktheit nicht nur als Bl\u00f6\u00dfe vor seiner Frau, sondern auch als Bl\u00f6\u00dfe vor Gott empfindet. Die weitere Frage Gottes an Adam, die ihn seiner Schuld \u00fcberf\u00fchrt, beantwortet Adam mit einer doppelten Schuldabw\u00e4lzung. Er wirft Gott vor, ihm die Frau zugesellt zu haben, und er wirft ihr vor, ihm von der Frucht gegeben zu haben. Die eigene Schuld gibt er nicht zu. \u00c4hnlich w\u00e4lzt auch seine Frau ihre Schuld auf die Schlange ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beider Reaktionen zeigen, da\u00df sie nun begonnen haben, nach ihrem eigenen neuen Wertesystem zu leben: Schuld haben die anderen, Vergebung habe ich nicht n\u00f6tig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.) Der Fluch Gottes und die Strafe Gottes (1. Mose 3,14-19)<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Abschnitt ist klar abgegrenzt. Er enth\u00e4lt die Fluch- und Strafworte Gottes nach dem S\u00fcndenfallgeschehen. Es mu\u00df beachtet werden, da\u00df nur die Schlange und der Ackerboden verflucht werden, nicht aber Eva und Adam. Sie werden statt dessen geschlechtsspezifisch gestraft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.1\u00a0 Der Fluch \u00fcber die Schlange <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter der Schlange mu\u00df man sich urspr\u00fcnglich ein drachenartiges Tier vorstellen. In dieses Tier war Satan listigerweise hineingefahren, um sich vor den Menschen unkenntlich zu machen. Nun wird es deswegen verflucht. Es verliert die Beine und wird aus der \u00fcbrigen Tierwelt versto\u00dfen. Das kann man als symbolisches Geschehen deuten: Genauso wird Satan am Ende der Zeiten aus dem Himmel versto\u00dfen werden (Offb. 12,9).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V. 15 nennt man das &#8222;Erstevangelium&#8220; der Bibel, weil hier die ganze Heilsgeschichte aufleuchtet. Die letzte und eigentliche Bedeutung dieses g\u00f6ttlichen Spruchs mu\u00df im endgeschichtlichen Horizont gesucht werden. Gott setzt eine Feindschaft zwischen einem bestimmten Nachkommen Satans und einem bestimmten Nachkommen Evas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beim Nachkommen Satans kann es sich nur um den falschen Messias handeln, der am Ende der Zeiten auftreten wird, und beim Nachkommen der Frau um Jesus Christus, den wahren Messias, der als Mensch auf die Welt kommt und als g\u00f6ttlicher Richter und K\u00f6nig wiederkommen wird. Diese Feindschaft wird sich nach V. 15 in zwei gro\u00dfen weltgeschichtlichen Akten auswirken. Den ersten Akt vollzieht Satan, indem er Jesus Christus &#8222;in die Ferse stechen&#8220; wird, womit vielleicht das Gift der S\u00fcnde der Menschheit angedeutet wird, das Jesus in sich aufnahm und das zu seinem freiwilligen Opfertod auf Golgatha f\u00fchrte. Den zweiten Akt vollzieht am Ende der Zeiten der wiederkommende Christus, der als der Nachkomme der Frau dem Satan &#8222;den Kopf zertreten&#8220; wird. Satan wird dann zun\u00e4chst f\u00fcr 1000 Jahre in den Abgrund (Offb. 20,3) und danach endg\u00fcltig in den Feuer- und Schwefelsee geworfen (Offb. 20,10).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.2\u00a0 Das Strafwort an die Frau<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Strafe f\u00fcr ihren Ungehorsam und ihre Verf\u00fchrung Adams wird die Mutterschaft der Frau erschwert. Gleichzeitig wird sie wieder in ihr urspr\u00fcngliches Verh\u00e4ltnis zu ihrem Mann zur\u00fcckgerufen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Schwangerschaft soll m\u00fchsam werden und die Geburt schmerzhaft. Die unmittelbare Begegnung mit Satan hatte Eva und Adam total aus der Bahn geworfen, ihre Ehe war faktisch zerbrochen. Eva war aus ihrer Bestimmung zum Hilfesein herausgetreten und hatte ihren Mann zum B\u00f6sen verf\u00fchrt. Adam hatte ihr gehorcht anstatt Gott. Nun wird ihr Verh\u00e4ltnis zueinander wiederhergestellt. Die Frau, die ihr Verlangen auf die Frucht gerichtet hatte, wird neu auf ihren Mann hin ausgerichtet (&#8222;Dein Verlangen wird nach deinem Mann sein&#8220;). Mit sexueller Begierde hat dieses Wort absolut nichts zutun. Es war nach 1. Mose 2,18 die urspr\u00fcngliche Sinnbestimmung der Frau, ihrem Mann eine ganzheitliche Hilfe zum Leben zu sein. Da\u00df die Frau hier zur Strafe dem Mann zwangsunterstellt und gewisserma\u00dfen ihm ausgeliefert wird, also eine viel h\u00e4rtere Strafe als der Mann erh\u00e4lt, ist ein Mi\u00dfverst\u00e4ndnis unserer Stelle und w\u00e4re mit der bleibenden F\u00fcrsorge Gottes f\u00fcr beide Geschlechter unvereinbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die urspr\u00fcngliche Sinnbestimmung des Mannes wird bekr\u00e4ftigt (&#8222;Er wird dein Herr sein&#8220;), n\u00e4mlich sich f\u00fcrsorglich und sch\u00fctzend um seine Frau zu k\u00fcmmern, was er beim S\u00fcndenfall vers\u00e4umt hatte. Der Begriff &#8222;Herr&#8220; ist hier positiv gemeint im Sinn des f\u00fcrsorglichen Besch\u00fctzers (vgl. 1. Petr. 3,6, wo Petrus auf Sara hinweist, die Abraham &#8222;mein Herr&#8220; nennt).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.3\u00a0 Das Strafwort an den Mann<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Mann wird &#8211; im Unterschied zur Frau &#8211; ausdr\u00fccklich auf seinen Ungehorsam behaftet. Weil er nicht Gott, sondern seiner Frau gehorcht hat, wird er bestraft. Wie die Frau zur Schwangerschaft berufen bzw. bestimmt ist, so ist der Mann zur k\u00f6rperlichen Arbeit und zur F\u00fcrsorge f\u00fcr seine Frau und seine Kinder bestimmt. Wie bei der Frau werden auch seine spezifischen Lebensumst\u00e4nde erschwert. Der Ackerboden wird verflucht, so da\u00df er nicht mehr den urspr\u00fcnglichen Ertrag liefert, sondern statt dessen mit Unkraut durchsetzt wird, ein Zustand, der erst mit der Neusch\u00f6pfung der Erde beseitigt wird (vgl. R\u00f6m. 8,21). Die k\u00f6rperliche Arbeit des Mannes wird m\u00fchsam (V. 19a).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Zugang zum Lebensbaum, der ihm und seiner Frau im Paradies offenstand, wird beiden verschlossen (vgl. V. 22). Beide m\u00fcssen sterben, wenn die leiblichen Funktionen aufh\u00f6ren. Erst Christus er\u00f6ffnet der Menschheit wieder den Zugang zum ewigen Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>4.)\u00a0<\/b><b>Die Ausweisung aus dem Paradies (1. Mose 3,20-24)<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz der Fluch- und Strafworte Gottes kommt es weder bei Adam noch bei Eva zu einer Reue bzw. Umkehr. Beide verharren in ihrer Auflehnung gegen Gott. Es erf\u00fcllt sich, was Satan angek\u00fcndigt hatte, da\u00df sie nun selber dar\u00fcber bestimmen, was gut und b\u00f6se ist. Diese unbu\u00dffertige Herzenshaltung kennzeichnet den Menschen bis heute. Wenn Gott ihn nicht ruft und anr\u00fchrt, so bekehrt er sich nicht (vgl. Jer. 31,18: &#8222;Bekehre du mich, so will ich mich bekehren&#8220;).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Adam nennt seine Frau &#8222;Eva&#8220;. Im hebr\u00e4ischen Wort steckt der Begriff &#8222;Leben&#8220;. Von Gott hatte er h\u00f6ren m\u00fcssen, da\u00df sein irdisches Leben nun begrenzt ist. Eine Umkehr zu Gott kommt ihm nicht in den Sinn. So will er nun wenigstens in seinen Kindern weiterleben. Man kann diese Namensgebung durchaus als eine trotzige Antwort an Gott deuten: Du nimmst mir das Leben &#8211; ich hole es mir wieder in Gestalt meiner Kinder. V. 20b klingt wie ein Kommentar Moses: &#8222;.denn sie wurde die Mutter aller Lebenden&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz der Unbu\u00dffertigkeit der beiden ersten Menschen handelt Gott an ihnen f\u00fcrsorglich. Es lassen sich drei F\u00fcrsorgeakte Gottes erkennen. Alle drei betreffen das k\u00fcnftige Leben Adams und Evas, haben aber auch eine grunds\u00e4tzliche Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>4.1\u00a0 Gott legt Adam und Eva Kleidung an<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kleidung kennzeichnet den Menschen im Unterschied zum Tier. Gott selber ist mit Licht bekleidet (Ps. 104,2), der wiederkommende Christus ist mit einem langen Gewand und einem goldenen G\u00fcrtel bekleidet (Offb. 1,13). Offensichtlich dr\u00fcckt die Kleidung die Stellung und die T\u00e4tigkeit des Bekleideten aus, und sie kann dar\u00fcber hinaus ein Schmuck sein. Da\u00df Gott den Menschen kleidet, ist also grunds\u00e4tzlich als ein W\u00fcrdeakt zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn hier der Mensch mit Tierfellen bekleidet wird, dann gibt Gott damit Adam und Eva und der gesamten Menschheit eine wichtige Botschaft. Sie lautet: So wie Tierblut flie\u00dfen mu\u00df, damit der Leib bedeckt werden kann, so mu\u00df das Blut des Sohnes Gottes flie\u00dfen, damit die S\u00fcnden der Menschen bedeckt werden k\u00f6nnen. Nur s\u00fcndloses Leben kann in S\u00fcnde gefallenes Leben retten. Die Tierfelle sind also nach dem Fluchwort \u00fcber Satan die zweite Ank\u00fcndigung des Messias. Der Bericht \u00fcber Kain und Abel in Kapitel 4 zeigt, wie die Botschaft der Tierfelle bei den Nachkommen Adams und Evas aufgenommen wurde. W\u00e4hrend Kain ein Opfer aus Feldfr\u00fcchten darbringt und damit zu verstehen gibt, da\u00df er diese Botschaft nicht verstanden hat, zeigt Abel, da\u00df er erkannt hat, da\u00df er ein blutiges Opfer braucht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>4.2\u00a0 Gott verhindert, da\u00df Adam und Eva vom Lebensbaum essen<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit verhindert Gott, da\u00df die beiden in S\u00fcnde gefallenen Menschen ewig in S\u00fcnde leben m\u00fcssen. Das mu\u00df man grunds\u00e4tzlich als eine f\u00fcrsorgliche Handlung verstehen. Wenn die beiden als s\u00fcndhafte, unbu\u00dffertige Menschen Zugang zum Lebensbaum behalten h\u00e4tten, h\u00e4tten sie sich als S\u00fcnder ein immerw\u00e4hrendes Leben verschafft und h\u00e4tten das Todesurteil Gottes zunichte gemacht. Die gro\u00dfe Mahnung des Todes (&#8222;Der Tod ist der S\u00fcnde Sold&#8220;, R\u00f6m. 6,23) w\u00fcrde nicht zum Tragen kommen. Der Mensch h\u00e4tte keinen Anla\u00df, zu Gott umzukehren, und er m\u00fc\u00dfte in alle Ewigkeit ein gottloses Leben f\u00fchren. Der Lebensbaum ist dem gefallenen Menschen durch Christus wieder zug\u00e4nglich, denn Christus ist das Leben in Person (Joh. 14,6), und auch die neue Menschheit nach Christi Wiederkunft wird Zugang zum Lebensbaum haben, denn im Neuen Jerusalem stehen Lebensb\u00e4ume (Offb. 22,2).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>4.3\u00a0 Gott erneuert den Auftrag an Adam und Eva<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hatte Adam und seiner Frau den Auftrag gegeben, \u00fcber die Erde zu herrschen und den Garten Eden zu bebauen und zu bewahren. Jetzt wird der Mensch erneut beauftragt, die Erde zu bebauen. Damit erneuert Gott die k\u00f6nigliche Sonderstellung des Menschen im Kosmos und gibt ihm f\u00fcr sein irdisches Leben einen Lebenssinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Auszug aus: Joachim Cochlovius, Wie es war im Anfang. Die biblische Urgeschichte. 2010. Das Buch kann zum Preis von 5,00 Euro zuz\u00fcgl. Versandkosten \u00fcber die Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode oder \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.gemeindehilfsbund.de\">www.gemeindehilfsbund.de<\/a>\u00a0bestellt werden.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.) Der S\u00fcndenfallbericht in 1. Mose 3,1-5 Unmittelbar nach dem Sch\u00f6pfungsbericht und der Paradiesgeschichte folgt in der biblischen Urgeschichte der Bericht vom S\u00fcndenfall Adams und Evas. Lange Zeitr\u00e4ume zwischen der Erschaffung des Menschen und seinem Abfall von Gott sind nicht anzunehmen. 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