{"id":961,"date":"2008-03-29T14:47:50","date_gmt":"2008-03-29T12:47:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=961"},"modified":"2009-09-02T15:41:33","modified_gmt":"2009-09-02T13:41:33","slug":"961","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=961","title":{"rendered":"Der benachteiligte Mann"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der benachteiligte Mann<br \/>\n<\/strong><strong>Neue Ergebnisse der Geschlechterpsychologie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 40 Jahren haben wir Frauen in Deutschland zu wissen: Wir seien ein elend benachteiligtes Geschlecht. Von Kindesbeinen an wird den M\u00e4dchen durchg\u00e4ngig beigebracht: Wenn sie nicht Acht geben, sind und bleiben sie die Ausgebeuteten der M\u00e4nner. Dieser Trend hinein in einen neuen Geschlechterkampf schien insofern befremdlich, als die Frauenemanzipation doch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts l\u00e4ngst erfolgreich abgeschlossen war. Schon an dessen Beginn hatten die sogenannten \u201eBlaustr\u00fcmpfe\u201c die Berechtigung zu gleichen Bildungsg\u00e4ngen der M\u00e4dchen wie f\u00fcr die Jungen in Schule, Universit\u00e4t und fast allen Ausbildungsg\u00e4ngen erstritten \u2014 ein sinnvoller Kampf kluger Frauen um ihre Eigenst\u00e4ndigkeit. Wozu nun aber ab 1968 dieser neue Vorsto\u00df eines oft geradezu militanten Feminismus? \u201eWir wollen nicht die Quote\u201c erkl\u00e4ren die streitbaren Feministinnen, \u201ewir wollen die Macht \u00fcber die M\u00e4nner.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber mit keiner anderen Wortwahl l\u00e4\u00dft sich so m\u00fchelos Unzufriedenheit und Unruhe stiften wie durch die lautstarke Verwendung des Wortes \u201eBenachteiligung\u201c in bezug auf gesellschaftliche Gruppen \u2014 auf welchem Sektor auch immer. Seit Jahrzehnten wird nun bereits von den Feministinnen gegen die \u201eBenachteiligung\u201c der Frau gek\u00e4mpft, was zum Beispiel bewirkt hat, da\u00df immer mehr Ehen geschieden wurden und werden, weil die Frauen oft Anspr\u00fcche entwickeln, denen die M\u00e4nner nicht gen\u00fcgen k\u00f6nnen. Die M\u00e4nner heute ducken sich zwar ziemlich lange geduldig, aber irgendwann ist das Ma\u00df dann doch voll. Sie werden w\u00fctend, sie hauen um sich, sie setzen sich ins Unrecht \u2014 und schon reicht seine Frau Gemahlin die Scheidung ein. In 67% der F\u00e4lle geschieht Ehescheidung heute auf den Antrag der Frau! 200 000 M\u00e4nnern geschieht in unserer Republik dergleichen pro Jahr!!! Und dann mu\u00df gezahlt werden! Aber nicht nur f\u00fcr die Kinder bedeutet das seelischer Schaden, oft wird so die gesamte Familie zerst\u00f6rt von den Problemen mit den sog. neuen Patchwork-Familie ganz abgesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstaunlicherweise setzten die M\u00e4nner diesem k\u00e4mpferischen Feldzug frontal keinerlei Widerstand entgegen. Oft helfen sie sogar aktiv mit, das angeblich ungerechte Ungleichgewicht zu beseitigen \u2014 besonders in der Familie. Einiges ist dabei auch durchaus begr\u00fc\u00dfenswert und positiv: Heute sind die V\u00e4ter bei der Geburt ihrer Kinder anwesend, sie wechseln die Win-deln, sie finden sich bereit zur Beaufsichtigung ihres Nachwuchses. Manche lassen sich sogar l\u00e4ngerfristig zum Hausmanndienst abordnen. Das ist ein Fortschritt, wenn es dabei ma\u00dfvoll und in Gemeinsamkeit zugeht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber oft neigt sich die Waage der Gerechtigkeit bereits zur entgegengesetzten Seite. Die M\u00e4nner in der psychotherapeutischen Praxis jedenfalls sind z.Z. in der Mehrzahl solche, die durch die Anspr\u00fcche ihrer Ex-Frauen in existentielle Not oder auch in gro\u00dfes Leid geraten sind, besonders wenn ihre Einflu\u00dfm\u00f6glichkeit auf die Kinder auf den Nullpunkt gesunken ist. Es sind M\u00e4nner mit sie niederdr\u00fcckendem Liebeskummer, weil ihre Partnerinnen ihnen den Stuhl vor die T\u00fcr setzten, es sind Arbeitslose, die ihren Arbeitsplatz verloren, weil ihnen die Kraft zur Arbeit abhanden kam, weil sie nach der Scheidung den Alkohol als Tr\u00f6ster gesucht haben. Manchmal sitzen dann sogar die eigenen Exfrauen auf ihrem Stuhl im einstigen Betrieb! Wer fragt, ob jetzt nicht bereits die M\u00e4nner das echt benachteiligte Geschlecht sind, und wenn ja,\u00a0ob das eine positive Entwicklung ist. Darf es beim sogenannten Geschlechterkampf um die Macht des einen Geschlechts \u00fcber das andere gehen? Ist es der Zukunft dienlich, da\u00df die Frauen so zahlreich verm\u00e4nnlichte Lebensweisen bevorzugen, da\u00df die Familie \u2014 und schlie\u00dflich auch die gesamte Zukunft \u2014 dabei auf der Strecke bleibt? Eine Vielzahl der 4\u00f8j\u00e4hrigen Akademikerinnen ist kinderlos. Das bedeutet: Unsere Bildungselite ist bereits im Aussterben begriffen \u2014 und nicht nur sie allein. Soll dieser Machtkampf bis zur Vernichtung des christlichen Abendlandes weitergehen? Steht diese Gefahr nicht bereits als drohende Wolke am Horizont unserer Zukunft? Unser Land einzunehmen und das Christentum zum Teufel zu jagen, steht jedenfalls durchaus auf dem Programm der radikalen Islamisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist also durch eine Ubertreibung mit der gewi\u00df berechtigten und notwendigen Frauenemanzipation eine bedenkliche Schieflage entstanden, die uns alle gef\u00e4hrdet &#8211; M\u00e4nner und auch die Frauen &#8211; in den einzelnen Familien ebenso wie in der Gesellschaft. Deshalb mu\u00df die Gefahr in unser Bewu\u00dftsein, um der negativen Entwicklung erst einmal im eigenen Haus ent-gegenzuwirken. Das geht aber nur \u00fcber den Weg der Erkenntnis, \u00fcber eine Analyse der Ursachen. Dem will der Vortrag heute bei Ihnen dienen; denn Wirklichkeit sind Mann und Frau doch nicht auf chronischen Machtkampf miteinander, sie sind vielmehr auf Erg\u00e4nzung hin angelegt. Konstruktive Gemeinsamkeit in sinnvoller Arbeitsteilung erbringt deshalb grunds\u00e4tzlich die besseren Ergebnisse, so besonders auch beim gemeinsamen Aufziehen von Kindern. Studien haben z. B. l\u00e4ngst erwiesen, da\u00df Kinder am besten in Familien gedeihen, in denen die Eltern eine harmonische Einheit sind, in denen nicht fortgesetzt um die l\u00e4cherlichsten Dinge gestritten wird. Das bekommt ihnen sehr viel weniger! In christlichem Geist l\u00e4\u00dft sich hier von beiden Seiten eine ganze Menge tun, ganz so, wie es uns schon der Apostel Paulus ins Stammbuch geschrieben hat. Er r\u00e4t den Frauen, es zuzulassen, da\u00df der Mann der Kapit\u00e4n auf dem Familienschiff ist, und er fordert die M\u00e4nner auf, ihre Frauen zu lieben und zu besch\u00fctzen. Das ist deshalb nicht veraltet, weil das den unterschiedlichen Aufgaben vom Vater und von der Mutter in der Familie entspricht, und, weil &#8211; wie wir heute wissen &#8211; die Hormonlage von M\u00e4nnern und Frauen diesen Funktionen geradezu wie angemessen, wie eingepa\u00dft ist. Nicht ein \u201eRollenklischee\u201c l\u00e4\u00dft M\u00e4nner und Frauen verschieden an die Aufgaben der Familie herangehen, sondern ihre Ausstattung mit Testosteron bei den Herren, bzw. \u00d6strogen bei den Frauen und mit einem erheblich unterschiedlichen Gehirn! Das Testosteron bewirkt z.B., da\u00df der Mann k\u00f6rperlich st\u00e4rker ist als die Frau, ja, da\u00df er viel mehr auf grobe Motorik, auf k\u00e4mpferische Verteidigung eingestellt ist. Sein Gehirn bef\u00e4higt ihn (durch technische Begabung) f\u00fcr die Behausung ebenso zu sorgen wie die k\u00e4mpferische Verteidigung der ihm Anvertrauten. Das sitzt ganz, ganz tief in seinem Gehirn. Das m\u00f6chte sich bet\u00e4tigen! Die Frau hat davon viel weniger \u2014 aber von anderem mehr. Sie ist lange nicht so k\u00e4mpferisch, das Hormon \u00d6strogen verhindert das. Aber sie soll ja auch geduldig mit ihren Kindern umgehen \u2014 endlos geduldig und liebevoll; denn durch eine Kindheit hindurch gepr\u00fcgelte Kinder werden gef\u00e4hrlich gewaltt\u00e4tig, wei\u00df die Statistik. Die Frau hat in ihrem Gehirn auch ein Mehr: 30% gr\u00f6\u00dfer als beim Mann ist die sog Wernicke-Region, in der die Sprechbegabung sitzt! Und die ist dringlich besonders in den ersten Lebensjahren der Kinder n\u00f6tig\u201a damit diese die Muttersprache lernen. Muttersprache und Vaterhaus sagen wir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon daran k\u00f6nnen Sie erkennen, wie anders wir \u2014 von Gott! &#8211; als Mann und als Frau vorgepr\u00e4gt sind: Ein optimales Funktionieren von Familie, speziell der Eltern und damit Aufw\u00e4rtsentwicklung der Menschheit durch die junge Generation ist der Sinn! Das sind Vorgaben des Sch\u00f6pfers! Zu unserem Heil! Wir k\u00f6nnen die zwar, wie es heute geschieht, mi\u00dfachten, (mit der Freiheit dazu sind wir auch begabt) \u2014 aber sehen wir heute nicht bereits \u00fcberall, wie gef\u00e4hrlich schief sich solche Eigenm\u00e4chtigkeiten auswirkten, wenn wir sie uns in der Familie herausnehmen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pr\u00e4misse des Christentums \u2014 Ihr Eheleute, liebet einander! \u2014 l\u00e4\u00dft sich heute durch die neue Hirn- und Hormonforschung ebenso untermauern, wie auch die verheerend negativen Auswirkungen der 68er-Revolte, der wir nun seit fast 40 Jahren zu unserem Unheil aufsitzen \u2014 und auch heute ist erst ein kleines Tr\u00fcppchen von Christen bereit, aus diesen so bedenklichen Erfahrungen Schl\u00fcsse zu ziehen, f\u00fcr unser Familiengl\u00fcck, f\u00fcr die Zukunft des christlichen Abendlandes! Das Problem brennt uns bereits auf den N\u00e4geln, und wenn wir nicht schleunigst umkehren, werden wir an unserer Unvernunft und an unserem hochm\u00fctigen Unglauben eben untergehen- so logisch ist das.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich will die ideologische, falsche, gef\u00e4hrlich negative Benachteiligung des Mannes in unsere Gesellschaft nun im weiteren anhand der Darlegung der ontogenetischen Entwicklung des Jungen zum Mann beschreiben, damit Sie sehen, da\u00df diese Einsch\u00e4tzung nicht auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen steht. Es soll einmal das typisch M\u00e4nnliche ins Auge gefa\u00dft werden, um eine bessere Basis gegenseitigen Verst\u00e4ndnisses zu erreichen und um p\u00e4dagogische Konsequenzen daraus abzuleiten. Das ist umso n\u00f6tiger, als unsere Geisteswissenschaften seit 40 Jahren eben auch von der Gleichheitsideologie durchseucht worden sind \u2014 und d.h. mit der durch nichts bewiesenen Annahme, da\u00df das Typische im Wesen der Geschlechter lediglich durch ungleiche Behandlung hervorgerufen worden sei und durch eine Erziehung in einem einzigen (am besten fr\u00fch kollektivierenden Topf) Gleichheit der Geschlechter erwirkt werden k\u00f6nne. Das ist zwar eine gut gemeinte, im Grunde aber an der Wirklichkeit vorbeigehende Theorie, und zwar die des Neomarxismus, die als ein neues Verh\u00e4ngnis, als eine Ideologie des Neides \u00fcber uns gekommen ist. Sie l\u00e4\u00dft sich durch wissenschaftliche Fakten, vor allem aber auch an der Geschichte des 20. Jahrhunderts belegen. Alle Gesellschaften des Ostens, in denen sie zur Staatsreligion geworden ist, sind daran elendiglich zugrunde gegangen. Aber unser Land ist damit durchseucht und obgleich die negativen Auswirkungen voll auf dem Tisch liegen \u2014 ist der Trend weiter auf die Eliminierung der Unterschiede nach Rasenm\u00e4hermanier bedacht. Infolgedessen werden die Verschiedenheiten von Mann und Frau weiter geleugnet und Dominanzen des Mannes bek\u00e4mpft!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie die objektive Wahrheit im Bezug auf den jetzt bereits ungut benachteiligten Jungen, den m\u00e4nnlichen Jugendlichen und den jungen Mann aussieht, soll mit einem Gang durch seine Ontogenese verdeutlicht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist keine Neuheit festzustellen, da\u00df \u201eder kleine Unterschied\u201c mit dem\u00a0\u00a0Y- Chromosomen beginnt. Und hier am Anfang zeigt sich zun\u00e4chst ein eklatanter Vorteil des m\u00e4nnlichen Geschlechts: Spermien mit dem XY-Chromosomen bewegen sich schneller als die mit den XX-Chromosomen, so da\u00df es doppelt so h\u00e4ufig zu einer Befruchtung in derjenigen Kombination kommt, aus der sich genetisch der Mann und deshalb im dritten Schwangerschaftsmonat die m\u00e4nnlichen Geschlechtsorgane zu entwickeln beginnen. Aber hier schon findet ein erster Ausgleich statt: Es sterben w\u00e4hrend der Schwangerschaft sehr viel mehr m\u00e4nnliche Embryonen ab. Das hat zur Folge, da\u00df nur einige M\u00e4dchen weniger als Jungen zur Welt kommen. Im Durchschnitt besteht zun\u00e4chst ein Verh\u00e4ltnis von 106:100 zugunsten der Jungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch dieser schmale \u00dcberhang verfl\u00fcchtigt sich \u2014 interessanterweise durch die h\u00f6here Sterblichkeitsrate bei m\u00e4nnlichen S\u00e4uglingen. Der quantitative Vorteil am Anfang gleicht sich durch eine geringere Robustheit des m\u00e4nnlichen Kindes aus. Auch im sp\u00e4teren Leben \u00e4ndert sich das nicht. Tod durch Unf\u00e4lle, durch Kriege, durch den Herzinfarkt im besten Mannesalter lassen den Mann im Gegensatz zur z\u00e4hlebigeren Frau von der \u00dcberlebenschance her als das schw\u00e4chere Geschlecht erscheinen. Schlie\u00dflich bleibt ja auch seine gesamte Lebenserwartung hinter der der Frau um mehrere Jahre zur\u00fcck. Der Mann hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 78, die Frau von 82 Jahren. (Nur nebenbei: die Lebenserwartung der homosexuell lebenden M\u00e4nner betr\u00e4gt im Durchschnitt z. Z. sogar nur 48 Jahre, wie eine amerikanische Untersuchung herausgefunden hat.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst wird selbst noch in unserer modernen Gesellschaft dem m\u00e4nnlichen Kind im allgemeinen ein Vorrang einger\u00e4umt. Im Verhalten junger Eltern zeigt sich das. Die Geburt eines \u00e4ltesten Sohnes l\u00f6st bei den Eltern im allgemeinen eine besondere Befriedigung aus: Der \u201eStammhalter\u201c hat das Licht der Welt erblickt! Die gr\u00f6\u00dfere gesellschaftliche Wertsch\u00e4tzung des m\u00e4nnlichen Kindes ist evident: W\u00e4re es bereits mit sicherer Methode m\u00f6glich, das Geschlecht des Kindes vor seiner Zeugung zu bestimmen (die Forschungen dazu sind noch im Gange), so l\u00e4\u00dft sich von jungen Paaren erfragen: Die Mehrheit w\u00fcrde sich in weit \u00fcberwiegender Zahl als erstes f\u00fcr einen Sohn entscheiden. In diesem Punkt findet also die feministische Neid-Wut auf die bevorzugten M\u00e4nner zun\u00e4chst eine gewisse Berechtigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wie sieht die weitere Entwicklung aus, nachdem man vom Kleinkindalter ab die Kinder \u00fcblicherweise dem gleichmachenden Topf aussetzt? Der h\u00e4ufige Empfangsjubel f\u00fcr den \u00e4ltesten Sohn setzt sich dann n\u00e4mlich schon nicht im Kindergarten mehr als eine grunds\u00e4tzliche Bevorzugung im Umgang mit dem m\u00e4nnlichen Kleinkind fort; denn bald erweisen sich die kleinen M\u00e4dchen als anpassungsbereiter. Die sich rasant entwickelnde Motorik, die kaum zu b\u00e4ndigende Neugier, der von noch keiner Vernunft gesteuerte Drang, die unbekannte Umwelt zu erforschen, n\u00f6tigt den Betreuern oft minuzi\u00f6se Wachsamkeit ab. Die anstrengendere Er-ziehung der Jungen unterst\u00fctzt eine aufkommende Pr\u00e4ferenz f\u00fcr die M\u00e4dchen. Erzieherinnen im Kindergarten pflegen eine mehr oder weniger bewu\u00dfte Vorliebe f\u00fcr die M\u00e4dchen zu entwickeln, weil sie im allgemeinen besinnlicher spielen \u201a weniger Unruhe produzieren und sich leichter lenken lassen. Geraten die Jungen im Vorschulalter in die Konkurrenz mit den M\u00e4d-chen, so mindert sich schon hier die Vorrangstellung des m\u00e4nnlichen Kindes. Das liegt nicht allein an seiner st\u00e4rkeren Unruhe und seiner geringeren Lust auf feinmotorische Spiele z.B. Basteleien. Es liegt aber auch daran, da\u00df seine Entwicklung im allgemeinen ein langsameres Tempo einschl\u00e4gt als das der M\u00e4dchen: Jungen beginnen oft etwas sp\u00e4ter zu sprechen und lassen sich meist auch erst sp\u00e4ter als ihre weiblichen Geschwister zur Stubenreinheit bewegen. Die Trotzanf\u00e4lle hingegen, mit denen die Jungen eine erste instinktive Befreiung von weiblicher Bevormundung wagen, sind meistens langanhaltender und ungest\u00fcmer, so da\u00df sich das Trotzalter bei den Jungen gelegentlich bis ins Schulalter hinein auszudehnen vermag.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bereits vom\u00a0zweiten Lebensjahr ab entwickelt das m\u00e4nnliche Kind beim Spielen geschlechtsspezifische Vorlieben: Bauen, Erfinden, Kombinieren, K\u00e4mpfen, Spiele mit Autos und anderen beweglichen Materialien dominieren. Die Grobmotorik vervollst\u00e4ndigt sich. Da der kleine Junge zudem sehr viel st\u00e4rker dazu neigt, seinen Willen mit Muskelkraft durchzusetzen und sich nicht selten auch durch unverfrorene Raubz\u00fcge von Spielzeug zu behaupten sucht, erregt er in seiner Umwelt viel h\u00e4ufiger Ansto\u00df als die M\u00e4dchen. Dadurch ist er im allgemeinen mehr Tadel ausgesetzt. Er wird auch h\u00e4ufiger geschlagen, was sowohl seine Aggressivit\u00e4t wie Minderwertigkeitsgef\u00fchle weckt bzw. verst\u00e4rkt. Seelisch gesunde Jungen lassen sich allerdings nicht in die Ecke dr\u00e4ngen. Sie entwickeln Strategien, um sich durchzusetzen, wobei ihnen Ausscheidungsk\u00e4mpfe mit gleichaltrigen Jungen um den h\u00f6heren Rang mit zunehmendem Alter immer wichtiger werden. Viele kleine Jungen versuchen ihr Ansehen durch moto-risches K\u00f6nnen oder durch auff\u00e4lliges Verhalten zu verst\u00e4rken. Das dient dem Zweck, das bereits geschw\u00e4chte Selbstwertgef\u00fchl aufzupolieren. Jungen machen schon in diesem Alter die Erfahrung, da\u00df es wenig erfolgversprechend ist, in grober Manier mit den M\u00e4dchen zu konkurrieren. Diese werden im allgemeinen sehr rasch von den Erwachsenen in Schutz ge-nommen, was eine Distanzierung von den M\u00e4dchen vorbereitet, die sich zunehmend mehr auszupr\u00e4gen beginnt. Es entwickelt sich deshalb bei den Jungen sp\u00e4testens ab dem 5. bis 7. Lebensjahr eine starke Ausschlie\u00dflichkeit hin zu gleichaltrigen Spielkameraden m\u00e4nnlichen Geschlechts. Laufen, wilde Spiele, Rangeln ist nur untereinander m\u00f6glich und wird infolgedessen verst\u00e4rkt. Es ist ebenfalls zunehmend f\u00fcr die Jungen ein erheblicher Nachteil, da\u00df sie in ihrem Alltag meist fast ausschlie\u00dflich von weiblichen Bezugspersonen umgeben sind. Ihnen gegen\u00fcber geraten sie h\u00e4ufig in eine sich immer mehr verst\u00e4rkende Position der Selbstverteidigung. Das macht eine Verdr\u00e4ngung der Kr\u00e4nkungen notwendig und ruft allm\u00e4hlich eine Panzerung der Gef\u00fchle hervor. Das pr\u00e4gt eine typische M\u00e4nnereigenschaft vor, die die Gef\u00e4hrtinnen des Erwachsenenalters sp\u00e4ter geradezu mehrheitlich beklagen: Die M\u00e4nner stecken weg, was sie bek\u00fcmmert. Sie verdr\u00e4ngen und verleugnen, was sie im Sturm des Lebens l\u00e4hmen und ihnen Schuldgef\u00fchle eintragen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Identifikation mit einem Vater oder einer anderweitigen m\u00e4nnlichen Bezugsperson, die sich mit dem Kind besch\u00e4ftigt und es in seinem So-sein best\u00e4tigt, ist deshalb f\u00fcr die Entwicklung der inneren seelischen Stabilit\u00e4t des Jungen von h\u00f6chstem Wert. Der kleine Sohn bedarf sp\u00e4testens von diesem Alter ab dringend des Vaters als eine ihn best\u00e4tigende Identifikationsfigur, um sich mehr seiner selbst gewi\u00df zu werden und nicht in Extreme zu fallen: Entweder in die Entwicklung zum simplen Haudegen oder \u2014 bei einer m\u00e4chtigen Mutter &#8211; einer infantilen Verweiblichung zu erliegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deshalb ist es ein erheblicher Vorteil f\u00fcr Kinder in unserer Gesellschaft, wenn sie V\u00e4ter haben, die die Familie zusammenhalten und sich in ihrer Freizeit besonders mit ihren S\u00f6hnen manngem\u00e4\u00df besch\u00e4ftigen. Es bedeutet hingegen eine allgemeine Minderung der seelischen Stabilit\u00e4t des Mannes heute, da\u00df das vielen kleinen Jungen in unserer Gesellschaft nicht mehr hinreichend zuteil wird. Die viele Abwesenheit der V\u00e4ter, ihr Fortgehen durch Scheidung, das Von-Frauen-allein-erzogen-werden hat bei vielen Jungen einen Ausfall von Entwicklungsstimulans zu m\u00e4nnlicher Ausreifung zur Folge. Theoretisch k\u00f6nnte ein beweglicher Gro\u00dfvater oder \u2014 nach der Scheidung und dem Fortgehen des Vaters \u2014 ein neuer Partner der Mutter diesen Mangel ersetzen; aber in der Praxis zeigt sich leider allzu h\u00e4ufig, da\u00df die kleinen S\u00f6hne gegen den neuen \u201eLover\u201c der Mutter mehr oder weniger heimliche Vorbehalte haben und behalten, die die Identifikation mit dem Ersatzvater erschweren. Im Gegensatz zu den M\u00e4dchen pflegen aber die Jungen nur sehr selten ihre Konflikte zu reflektieren und erst recht nicht zu zeigen. Das Unbehagen wird, um seelisch zu \u00fcberleben, meistens verdr\u00e4ngt, was allm\u00e4hlich eine Minderung der Gef\u00fchlsoffenheit zur Folge hat. Die im Kindergartenalter anberaumten Benachteiligungen der Jungen verst\u00e4rken sich im Schulalter in einem erheblichen Ausma\u00df. Entwicklungs-psychologisch bedeutet die Zeit der Sechs- bis Zw\u00f6lfj\u00e4hrigkeit f\u00fcr die Jungen, in sportlichen Spielen die Muskulatur weiter auszubilden und sich in \u201ehandelnder Weltbew\u00e4ltigung\u201c wie Annemarie D\u00fchrssen das nannte, einzu\u00fcben. Erkunden, Bauen, Jagen, Fu\u00dfballspielen, Klettern, Schwimmen \u2014 das entspricht ihren Interessen. Statt dessen werden sie gen\u00f6tigt, viele Stunden pro Tag zu sitzen, in der Schule und bei den Hausaufgaben. Und vor dem Fernsehapparat, am Computer oder bei Videospielen setzt sich das dann &#8211; schon ganz und gar bei den Gro\u00dfstadtkindern ohne Auslauf \u2014 fort. Kein Wunder, da\u00df sie zu Zappelphilippen werden! Eine unverst\u00e4ndige Erwachsenengeneration hat sich f\u00fcr diese nat\u00fcrliche Reaktionsform der Jungen, in bezug auf die unzureichende M\u00f6glichkeit, ihren Bewegungsdrang auszuleben, eine Erkl\u00e4rung ausgedacht: ADHS, das \u2014 den angeborenen Geschlechtsunterschied markierend \u2014 zu 90 % bei Jungen auftritt. Niemanden scheint diese Tatsache zu der Vermutung zu fuhren, da\u00df es das viel zu weit und viel zu fr\u00fch beschr\u00e4nkte Bewegungsbed\u00fcrfnis der Jungen ist, das solche \u201eLeerlaufhandlungen\u201c hervorruft, wie Konrad Lorenz das bei gefangenen Wildtieren bezeichnete. Auf jeden Fall erscheint es als eine zweifelhafte Methode, diesem Umstand durch D\u00e4mpfung mit einem Medikament zu begegnen, dessen Erforschung von Sp\u00e4tsch\u00e4den noch keineswegs abgeschlossen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eins ist gewi\u00df: Es f\u00e4llt den Jungen im allgemeinen sehr viel schwerer als den M\u00e4dchen, sich auf den Schulstoff zu konzentrieren und die Hausaufgaben gehorsam und brav zu erledigen. Es gelingt ihnen deshalb viel schwerer ohne st\u00e4ndige Aufsicht eines Erwachsenen. Das ist meistens die Mutter oder wiederum eine andere weibliche Bezugsperson, die nicht ohne weiteres Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr hat, da\u00df es dem Jungen schwer f\u00e4llt, das Lesen zu lernen und ordentlich, dazu orthographisch richtig zu schreiben; denn im allgemeinen lernen das die M\u00e4dchen \u2014 wie einst auch bereits die M\u00fctter &#8211; leichter. Auch auf diesem Feld haben die Jungen im allgemeinen also sehr viel mehr Zurechtweisung, Tadel, erzieherische Unmut\u00e4u\u00dferungen, ja, Worte des Zweifelns an ihrer Intelligenz standzuhalten. Motivationssteigernd sind solche Einwirkungen nicht. M\u00e4dchen pflegen im Allgemeinen auch besser zuzuh\u00f6ren, und es entspricht mehr ihrer Natur, sich den Schulaufgaben interessiert zuzuwenden. Sie machen auch aus Liebe zu einem Lehrer oder einer Lehrerin mit Eifer ihre Aufgaben. Solche emotionalen Verflechtungen liegen den Jungen im Grundschulalter eher fern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es gibt weitere erhebliche Erschwernisse f\u00fcr Jungen in unseren Koedukationsschulen, die sie gegen\u00fcber den M\u00e4dchen weiter ins Hintertreffen geraten lassen: Die Sprechfl\u00fcssigkeit ist eben bei den kleinen ebenso wie bei den gro\u00dfen M\u00e4nnern wesentlich geringer als die der Frauen! Ein Teil des Sprachzentrums im Gehirn, ihre Wernicke-Region, ist, wie gesagt, um 30 % kleiner als die der M\u00e4dchen! Was k\u00f6nnen wir also anderes erwarten, als da\u00df die M\u00e4dchen den Jungen im m\u00fcndlichen Unterricht \u00fcberlegen sind! Ja, nicht nur das: Auch beim Schreiben kommen die M\u00e4dchen aufgrund ihres Hirnvorteils schneller voran, so da\u00df sie \u2014 was die sprachlichen Fertigkeiten angeht \u2014 hier ein bis zwei Klassen den Buben voraus sind! Pisa 3 hat das jetzt voll best\u00e4tigt: In allen deutschen Landen, von den Alpen bis zur Flensburger F\u00f6rde sind die 14-j\u00e4hrigen M\u00e4dchen ihren gleichaltrigen Konkurrenten vom anderen Geschlecht im Lesen um 24 Punkte \u00fcberlegen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwar verm\u00f6gen die Jungen diesen weiblichen Vorteil beim Rechnen, in den sachkundlichen F\u00e4chern und im Sport auszugleichen. Pisa 3 konstatiert das in allen deutschen L\u00e4ndern \u2014 ohne auch nur einen Ausrei\u00dfer! Die Jungen haben hier durchschnittlich um 20 Punkte in Mathematik und mit 10 Punkten in den Naturwissenschaften die Nase vorn! Dennoch ist der schulische Vorteil der M\u00e4dchen vom Grundschulalter ab hier erheblich: Noch im Erwachse-nenalter weisen die M\u00e4nner im allgemeinen einen geringeren Wortschatz auf, sie sprechen weniger fl\u00fcssig und langsamer, sie machen mehr grammatikalische Fehler. Sie lernen im Durchschnitt schwerer eine Fremdsprache \u2014 und deshalb ist der Dolmetscher- und \u00dcbersetzer-Beruf mehrheitlich mit Frauen besetzt. Und weil deshalb die meisten neusprachlichen Philologen Frauen sind, geraten die kleinen M\u00e4nner von Generation zu Generation immer wieder an Frauen als Lehrerinnen, die abermals ihre Sch\u00fclerinnen vorziehen. Besonders f\u00fcr die vaterlosen Jungen ist es deshalb ein Gl\u00fccksfall, von Lehrern unterrichtet zu werden, die sie als Vorbild erleben und annehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesen Forschungsergebnissen resultiert f\u00fcr Koedukationsschulen eine bedenkliche schulische Benachteiligung der Jungen, deren Folgen sich in Deutschland bereits deutlich abzeichnen. Im Jahr 1970 war hier das Verh\u00e4ltnis zwischen Jungen und M\u00e4dchen auf dem Gymnasium noch 51:49 Prozent zugunsten der Jungen. Seit 2001 aber sind es mit 46:54 Prozent die M\u00e4dchen, die auf den Gymnasien die Mehrheit haben. Hingegen hat der Anteil der Jungen auf den Hauptschulen eklatant zugenommen: 56 % der Jungen im Verh\u00e4ltnis zu 44 % M\u00e4dchen besuchen diese Schulform heute, in den Sonderschulen sitzen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">75% Jungen im Verh\u00e4ltnis von nur 20% M\u00e4dchen in Deutschland. Da\u00df damit durch unser Schulsystem eine Einbu\u00dfe an arbeitsf\u00e4higen M\u00e4nnern, ja erst recht an qualifizierten m\u00e4nnlichen Akademikern entsteht, die sich international konkurrenzmindernd auswirkt, l\u00e4\u00dft sich absehen: denn auch beim Abiturjahrgang 2007 entlie\u00df das Gymnasium 53 % M\u00e4dchen im Verh\u00e4ltnis zu 47 % jungen M\u00e4nnern, und diese hatten zu einem Gro\u00dfteil vorher eine Ehren-runde eingelegt, sie waren also im Schnitt \u00fcberhaupt ein Jahr \u00e4lter beim Schulabschlu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gleichbehandlung von Jungen und M\u00e4dchen im Schulalter erweist sich bei genauer Betrachtung als eine die allgemeine Leistungskraft der Gesellschaft mindernde Benachteiligung: Weil die Kurve des m\u00e4nnlichen Entwicklungstempos langsamer verl\u00e4uft, weil unsere Schulform in den ersten acht Schuljahren den Interessens-Dominanzen des Jungen weniger entspricht, bleiben manche hinter den M\u00e4dchen zur\u00fcck, erleiden Entmutigungen, b\u00fc\u00dfen ihre Motivation ein und werden zum Wiederholen von Klassen mehr gen\u00f6tigt als ihre Mitsch\u00fclerinnen. Ja, unter den 25% Schulabbrechern insgesamt sind zu zwei Drittel Jungen, nur zu einem Drittel M\u00e4dchen. In Folge dessen kommen die Jungen also nicht nur in geringerer Zahl, sondern dar\u00fcber hinaus auch noch sp\u00e4ter als die M\u00e4dchen zum Abschlu\u00df ihrer Schullaufbahn, wenn sie \u00fcberhaupt durchhalten. Dann verlieren sie zus\u00e4tzlich praktisch zwei Jahre durch die Ableistung von Wehrpflicht oder Ersatzdienst, oder sie verlieren kostbare Zeit mit dem War-ten auf einen Ausbildungsplatz oder den Zugang zur Universit\u00e4t, weil sie auch hier mit ihren schlechteren Noten im statistischen Mittel hinter den M\u00e4dchen zur\u00fcckstehen. Das Ergebnis liegt auf der Hand: Auch auf dem Arbeitsmarkt wird den jungen M\u00e4nnern der Platz zunehmend mehr von Frauen streitig gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die schulische Benachteiligung der Jungen w\u00fcrde noch wesentlich drastischere negative Auswirkungen im gesellschaftlichen Spektrum zur Folge haben, wenn es nicht einige spezifische Begabungen des Mannes g\u00e4be, denen die M\u00e4dchen auf Koedukationsschulen kaum einmal das Wasser reichen k\u00f6nnen: Schon vor der Pubert\u00e4t, so eruierte 1980 eine Studie der John-Hopkins-Universit\u00e4t in Baltimore, erbrachten mehr Jungen als M\u00e4dchen Hochleistungen in Mathematik. Nach der Pubert\u00e4t sind kaum noch M\u00e4dchen darunter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Begabung zum abstrakt-logischen Denken, die die M\u00e4nner in den reinen Naturwissenschaften zeigen und sie ifir die Technik favorisiert, scheint sich unter dem Einflu\u00df des m\u00e4nnlichen Geschlechtshormons, das in der Pubert\u00e4t wie unter der Geburt in einem zweiten Schub ausgesch\u00fcttet wird, noch m\u00e4chtig zu steigern. Und das bezieht sich nicht nur auf die mathematischen F\u00e4higkeiten allein: Wesensunterschiede, die das Typisch-M\u00e4nnliche ausmachen, sind von den Hirnforschern in den letzten Jahrzehnten in vielf\u00e4ltigen Untersuchungen bewiesen worden. Da\u00df das bessere r\u00e4umliche Vorstellungsverm\u00f6gen der M\u00e4nner seinen Ort im Gehirn hat, war die Entdeckung von Sandra Witelson und ebenso, da\u00df die Hirnh\u00e4lften des Man-nes st\u00e4rker vernetzt sind. M\u00e4nner sind besser daf\u00fcr ausgestattet, Informationen \u00fcber weitere Strecken des Gehirns hin- und herzuschicken. Der holl\u00e4ndische Hirnforscher Dick Swaab wies nach, da\u00df ein Kern im Hypothalamus nicht nur doppelt so gro\u00df ist wie bei der Frau, sondern auch doppelt so viele Zellen enth\u00e4lt. Ob hier der Ort der sich in der Pubert\u00e4t ausformenden so markanten Begabungsunterschiede zu finden ist, bedarf noch der Abkl\u00e4rung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf jeden Fall steht fest, da\u00df die Aussch\u00fcttung des m\u00e4nnlichen Geschlechtshormons Testosteron in der Pubert\u00e4t bereits unterschiedlich angelegte Hirnregionen aktiviert, die die spezifische Ausreifung der M\u00e4nnlichkeit zur Folge hat. Und vergessen werden darf ebenfalls nicht in der Aufz\u00e4hlung m\u00e4nnlicher Begabungen, da\u00df das Hirn des Mannes im Durchschnitt ein gr\u00f6\u00dferes Volumen hat als das der Frau.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bedarf eigentlich keiner langen Laboruntersuchungen, um die machtvolle pubert\u00e4ren Ver\u00e4nderungen in der Entwicklung von Jungen und M\u00e4dchen zu konstatieren: Erheblich sp\u00e4ter als bei diesen setzt bei den Jungen ein L\u00e4ngenwachstum ein, das das der M\u00e4dchen heute durchschnittlich um sieben Zentimeter \u00fcberschreitet. Die k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte steigern sich, Bart und dunkle Stimme erleichtern es, alles Duckm\u00e4userische und Unsichere hinter sich zu lassen. Der pubert\u00e4re Hormonschub des jungen Mannes ver\u00e4ndert K\u00f6rper und Seele nachhaltig. Allerdings steigert sich auch mit der wachsenden k\u00f6rperlichen \u00dcberlegenheit die M\u00f6glichkeit zur Gewalt. Gewaltverbrechen gehen deshalb im Verh\u00e4ltnis 96:4 Prozent zu Lasten des Mannes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pubert\u00e4t, mit dem Beginn um die Dreizehn- bis Vierzehnj\u00e4hrigkeit herum verst\u00e4rkt die Geschlechtsunterschiede markant. Nun gilt es, sich den Eltern zu entwinden. Die Schule \u201enervt\u201c; die Eltern sind \u201eKotznummern\u201c. Das Bed\u00fcrfnis, sich an eine Gemeinschaft mit Gleichaltrigen anzuschlie\u00dfen, tritt in den Vordergrund, wobei Anpassung an die Gruppe eher als individuelle Vorlieben und Interessen in diesem Alter zun\u00e4chst das Feld bestimmen. Es kommt hier weniger auf das \u201eWohin?\u201c als auf das \u201eweg von den Alten\u201c (besonders von der Alten) an \u2014 und das oft in h\u00f6chst unausgegorener Weise. Statussymbole der M\u00e4nnlichkeit werden gesucht. Der Konsum von Zigaretten, Alkohol, Haschisch, Ecstasy gilt als Beweis der Unabh\u00e4ngigkeit, der mannhaften Verbots\u00fcbertretung. Suzuki und Surfclubs, Anschlu\u00df an Hooligans oder gar an radikale Schl\u00e4gertrupps als Mutproben, sind Fallen f\u00fcr die Jungen in diesem Alter, und die Suche nach ausgefallenen Abenteuern dienen dem Versuch, sich selbst das Gef\u00fchl von St\u00e4rke und \u00dcberlegenheit zu suggerieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch in der Adoleszenz entsteht schlie\u00dflich auch beim m\u00e4nnlichen Geschlecht die Bereitschaft, ihr Leben in die eigene Verantwortung zu stellen. Das wirkt sich nun als besonders f\u00f6rderlich in allen jenen Ausbildungsg\u00e4ngen aus, in denen \u201eLearning by doing\u201c im Vordergrund steht. Aber auch die Universit\u00e4t entspricht \u2014 bei entsprechender Intelligenzqualifikation \u2014 mehr dem m\u00e4nnlichen Geist. Sachlichkeit, wissenschaftliche Absicherung, abstrakt-logisches Denken sind hier gefragt. Die Alma mater ist nicht zuf\u00e4llig so aufgebaut. Sie wurde von M\u00e4nnern f\u00fcr M\u00e4nner geschaffen, und das kommt ihnen hier zugute, wenn heute auch das \u00dcberma\u00df an zu lernender Quantit\u00e4t die Motivation und die Durchhaltef\u00e4higkeit abermals einzuschr\u00e4nken pflegt. Aber einer finanziellen Unabh\u00e4ngigkeit steht auch hier entgegen, da\u00df die Studentinnen abermals meist fr\u00fcher fertig werden und die kargen Arbeitspl\u00e4tze besetzen. Das wirkt sich besonders dann als leistungsmindernd auf den jungen Mann aus, wenn er sich mit einer Kommilitonin in wilder Ehe zusammengeschlossen hat. Die Erf\u00fcllung seiner sexuellen W\u00fcnsche kann sich dann unter Umst\u00e4nden demotivierend auf den Abschlu\u00df der Ausbildung auswirken, besonders, wenn er sein Hinterherhinken hinter der Freundin als Einbu\u00dfe seines Selbstwertgef\u00fchls erlebt. Oft geht es dann nicht ohne emotional dezimierende Trennungen und Studienverl\u00e4ngerungen ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bedarf bereits keiner Statistik mehr, um das Fragw\u00fcrdige, ja Destruktive dieses Trends im modernen Bildungswesen zu erkennen. Gewi\u00df, die Frau hat bewiesen, da\u00df sie in der Lage ist, ihren Mann zu stehen, ja, da\u00df sie den gleichaltrigen Jungen den Rang abzulaufen vermag. Entstanden ist aber gleichzeitig eine gef\u00e4hrliche Benachteiligung des Mannes und auch eine neue riesige Depressionsneigung bei jenen Frauen, die sich einseitig f\u00fcr die Erwerbst\u00e4tigkeit entschieden haben. Im Hinblick auf die gesellschaftliche Verantwortung erweist sich dieser Trend aber bereits jetzt als enorm kontraproduktiv und existenzgef\u00e4hrdend. Eine Gesellschaft, die die Frauen zu geb\u00e4runf\u00e4higen und geb\u00e4runwilligen M\u00e4nninnen abrichtet, und den M\u00e4n-nern keine Gleichberechtigung einr\u00e4umt, verliert ihre wirtschaftliche Prosperit\u00e4t &#8211;\u00a0wie sich hierzulande schon abzeichnet. Solche Gesellschaft hat nicht genug Nachwuchs, und der, den die vielbesch\u00e4ftigten Frauen gebiert, wird schw\u00e4chlich und krank. Dieser Trend ist also eben-so instinktlos wie gef\u00e4hrlich. Und es ist besonders dumm, da\u00df sich die Frauen mehrheitlich dazu verf\u00fchren lassen; denn am wenigsten sie k\u00f6nnen die voranst\u00fcrmenden Erfinder, (was w\u00fcrden wir machen ohne Waschmaschinen und Staubsauger???) die T\u00fcrme- und St\u00e4dtebauenden M\u00e4nner, die Meister der Technik, die Verteidiger des Lebens (nicht nur in Kriegen, sondern auch in Natur- und Familienkatastrophen), am wenigsten die Frauen k\u00f6nnen den Be-sch\u00fctzer f\u00fcr ihre Kinder und &#8211; last but not least &#8211; den liebevollen Gef\u00e4hrten wirklich entbehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, wir m\u00fcssen uns vielmehr gemeinsam auf den Weg machen und die Sch\u00f6pfungsordnung wahrheitsgem\u00e4\u00df als ein verbindliches Postulat verstehen. Wir m\u00fcssen uns neu auf den Weg machen, den Mann und nat\u00fcrlich auch die Frau besonders aber die Jungen w\u00e4hrend ihrer Ent-faltung besser zu verstehen und ihnen besser gerecht zu werden. Der Mann braucht dazu Selbstreflexion (die ihm eigentlich fremd ist,) und die Frau braucht Kenntnis seiner Wesenheit. Und das hei\u00dft: keine Erwartungen an ihn zu stellen, die er auf Dauer nicht erf\u00fcllen kann; denn Jungen sind anders als M\u00e4dchen, M\u00e4nner sind anders als Frauen. Die F\u00fclle der neuen Forschungsergebnisse sollte f\u00fcr uns Frauen einen Appell enthalten, den Jungen, den M\u00e4nnern besser gerecht zu werden mit ihren besonderen Begabungen und ihren spezifischen Lebensauftr\u00e4gen. Besonders aber durch angemessenere Schulformen m\u00fc\u00dfte unsere Gesellschaft auf diese Forschungsergebnisse reagieren. Und die hei\u00dfen: Begabungsgerechte Schulformen und Anleitung zu sch\u00f6pferischer Lebensgestaltung. Jungen haben doch andere Entwicklungstempi als M\u00e4dchen! Ungleiche Organismen gleichmachen zu wollen erzeugt weder Gerechtigkeit noch bringt es optimale Leistungen hervor. Das Gegenteil ist der Fall: Je unangemessener, umso mehr Niveauverlust mu\u00df sich ergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dazu bed\u00fcrfte es zun\u00e4chst einer gr\u00fcndlichen Ern\u00fcchterung, einer bewu\u00dften \u00dcberwindung der zweiten Ideologie des vergangenen Jahrhunderts, an die die Deutschen abermals wie in einen Zauberberg gerieten. Wie wenig diese Gleichheitsideologie mit ihren Rasenm\u00e4her-methoden dem Wesen des Menschen gerecht wird \u2014 denn jeder einzelne ist ein von Gott handverlesenes Individuum und bereits durch sein unterschiedliches Geschlecht gepr\u00e4gt \u2014 wie wenig das tr\u00e4gt, beweist die Depression als Massenepidemie schon bei jungen Leuten, beweist erst recht der wirtschaftliche Niedergang des \u00fcberstrapazierten Sozialstaates. Nein, es bed\u00fcrfte anderer, grundlegender Schlu\u00dffolgerungen, die ihren Schwerpunkt in neuen Bildungssystemen haben m\u00fc\u00dften auf dem Boden der neuen echt wissenschaftlichen Forschungsergebnisse. Erst dann wird es auch hierzulande wieder Aufschwung, erst dann werden wir internationale Konkurrenz halten k\u00f6nnen, erst dann wird es bei mehr Menschen begabungsgerechte Entfaltung geben, so da\u00df das christliche Europa schlie\u00dflich dennoch neu auf Zukunft hoffen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gaspari, Christof: 1 + 1 = 1, Herold, Wien 1985<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00fcther, Gerald, Bedienungsanleitung f\u00fcr ein menschliches Gehirn, G\u00f6ttingen 2001<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Haucke, Manfred: Gott oder G\u00f6ttin, Aachen 1993<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kotulak, Ronald: Die Reise ins Innere des Gehirns, Paderborn 1998<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meves, Christa: Manipulierte Ma\u00dflosigkeit, Stein 2000<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;-: Verf\u00fchrt. Manipuliert. Pervertiert.\u201a Gr\u00e4felfing 2007<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;-: Geheimnis Gehirn. Gr\u00e4felfing 2008<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Riedl, Sabina und Schweder, Barbara: Der kleine Unterschied, Wien 1997<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Roth, Gerhard, Das Gehirn und seine Wirklichkeit, Suhrkamp, Frankfurt-Main 1997<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sulerot, Evelyne: Die Wirklichkeit der Frau, Steinhausen M\u00fcnchen 1979<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vortrag auf dem Kongre\u00df \u201eM\u00e4nnerfrust und Frauenpower\u201c 28.-30. M\u00e4rz 2008 im Geistlichen R\u00fcstzentrum Krelingen<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der benachteiligte Mann Neue Ergebnisse der Geschlechterpsychologie Seit 40 Jahren haben wir Frauen in Deutschland zu wissen: Wir seien ein elend benachteiligtes Geschlecht. 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Dieser Trend hinein in einen neuen Geschlechterkampf schien insofern befremdlich, als [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":41,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/961"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/41"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=961"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/961\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2768,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/961\/revisions\/2768"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=961"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=961"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=961"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}