{"id":9510,"date":"2013-05-24T18:09:31","date_gmt":"2013-05-24T16:09:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9510"},"modified":"2013-05-27T11:17:48","modified_gmt":"2013-05-27T09:17:48","slug":"das-volk-israel-im-aktuellen-zeitgeschehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9510","title":{"rendered":"Das Volk Israel im aktuellen Zeitgeschehen"},"content":{"rendered":"<div><b>I. Teil: Die Verhei\u00dfung der R\u00fcckkehr Israels nach der Zeit der Zerstreuung<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um die Situation Israels in der Gegenwart und seine Bedeutung in der Zukunft verstehen zu k\u00f6nnen, muss man um die Vergangenheit Israels wissen und die wichtigsten Daten\u00a0 seiner Geschichte kennen. Circa 1.900 \u00a0Jahre lang war das Volk Israel zerstreut in fast alle L\u00e4nder der Erde. Seit dem Jahre 1882 kehrt das Volk kontinuierlich in sein Heimatland, nach Eretz (=Land) Israel zur\u00fcck. Am 14.5.1948 hat David\u00a0 Ben Gurion, der erste Ministerpr\u00e4sident Israels, den neuen Staat ausgerufen, \u201cim Vertrauen auf den Fels Israels\u201d, also Gott, kurz vor Beginn des Sabbat.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemals haben die Juden w\u00e4hrend der 1.900 Jahre \u00a0Diaspora die Hoffnung aufgegeben, eines Tages in ihr Heimatland zur\u00fcckkehren zu k\u00f6nnen. Bei dem Pessach-Fest, das jedes Jahr im Fr\u00fchjahr gefeiert wird, wurde zum Abschluss der Feier jedes Mal von den Feiernden gerufen. \u201cN\u00e4chstes Jahr in Jerusalem\u201d. Diese Hoffnung auf Heimkehr bringt der Psalm 126 in wunderbaren Worten zum Ausdruck:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201cWenn der Herr die Gefangenen Zions erl\u00f6sen wird, so werden wir sein wie die Tr\u00e4umenden. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll R\u00fchmens sein. Dann wird man sagen unter den Heiden. Der Herr hat Gro\u00dfes an ihnen getan. Der Herr hat Gro\u00dfes an uns getan. Des sind wir fr\u00f6hlich. Herr, bringe zur\u00fcck unsere Gefangenen, wie du die B\u00e4che wiederbringst im S\u00fcdland. Die mit Tr\u00e4nen s\u00e4en, werden mit Freuden ernten.Sie gehen hin und weinen und streuen ihren Samen und kommen mit Freuden und bringen ihre Garben\u201d.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Dieser Psalm wurde vor 2.500 Jahren im babylonischen Exil gedichtet, das nur 50 Jahre dauerte und das vom Perserk\u00f6nig Kyros, einem Freund Israels, beendet wurde. Aber seine Aktualit\u00e4t hat dieser Psalm niemals\u00a0 eingeb\u00fc\u00dft. Er wird heute noch gebetet oder zitiert, wie es z.B. der ehemalige israelische Staatspr\u00e4sident\u00a0 Ezer Weizmann vor dem deutschen Bundestag vor einigen Jahren getan hat. Denn Israel lebt in seiner Mehrheit ja immer noch im Exil oder hebr\u00e4isch gesagt:\u00a0 in der \u201cGalut.\u201d<\/p>\n<p>Die zweite, viel l\u00e4ngere\u00a0 Exilszeit begann f\u00fcr Israel im Jahre 70 n.Chr. , als am Ende des j\u00fcdischen Krieges gegen Rom Jerusalem vom r\u00f6mischen Feldherrn Titus erobert wurde und der Tempel angez\u00fcndet und zerst\u00f6rt wurde. Circa 2 Millionen Juden fanden in dem vierj\u00e4hrigen Krieg den Tod.<\/p>\n<p>Viele Juden wurden als Gefangene in die verschiedenen r\u00f6mischen Provinzen verschleppt, darunter auch nach Europa. Ein zweites Aufb\u00e4umen Israels gegen Rom fand 132 &#8211; 135 n. Chr. unter dem falschen Messias Bar Kochba ( = Sternensohn ) statt. Jud\u00e4a und Samaria waren am Ende des Krieges ziemlich entv\u00f6lkert. Aber in Galil\u00e4a hielten sich noch j\u00fcdische Gemeinden. Jerusalem erhielt vom r\u00f6mischen Kaiser Hadrian einen heidnischen Namen: \u201c\u00c4olia Capitolina\u201d. Der Hadrian- Bogen in der via dolorosa erinnert an diesen antisemitischen r\u00f6mischen Kaiser.\u00a0 Das Land Israel bekam von ihm den Namen \u00a0\u201ePal\u00e4stina \u201d, obwohl es die Philister nicht mehr gab. Diese beiden Daten: 70 n. Chr. und 135 n. Chr. markieren den Beginn der langen Epoche des Exils der Juden oder auf hebr\u00e4isch.: der\u00a0 \u201cGalut\u201d,\u00a0 auf griechisch:\u00a0 der \u201cDiaspora\u201d Israels in fast allen L\u00e4nder der Erde.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Gr\u00fcndung des Staates Israel am Freitag, dem 14.5.48, um 16.00 Uhr nachmittags in Tel Aviv durch\u00a0 David Ben Gurion markiert den Beginn des Endes der Galut der Juden. Seit diesem Tag hat Israel wieder einen eigenen Staat, den Israel v\u00f6llig souver\u00e4n verwaltet. Dieses Datum ist in doppelter Weise von heilsgeschichtlicher Bedeutung. Denn nicht nur werden jetzt nach und nach die Gefangenen Zions erl\u00f6st, d.h. sie werden vom Gott Israels nach Eretz Israel zur\u00fcckgebracht wie die B\u00e4che im S\u00fcdland, d. i. im\u00a0 Negev zur Zeit des Fr\u00fchregens, sondern der 14.5.48 markiert auch den Beginn des Endes der Gnadenzeit f\u00fcr die heidnischen V\u00f6lker, also die Zeit der V\u00f6lkermission.<\/p>\n<p>Denn die Gnadenzeit f\u00fcr die V\u00f6lker ist nach den Worten von Jesus in Lukas 21,20 &#8211; 24\u00a0 und den Worten des Paulus in R\u00f6mer 11,25ff\u00a0 identisch mit der Zeit der Galut Israels. Die Endphase der Galut Israels, in der wir jetzt stehen, bedeutet also auch die Endphase der V\u00f6lkermission. Mit anderen Worten: Der 14. Mai 1948 ist das Datum f\u00fcr den Beginn der Endzeit.<\/p>\n<p>Die Zerstreuung der Juden in andere L\u00e4nder entspricht nicht dem urspr\u00fcnglichen Willen Gottes, u. zw. weder\u00a0 die\u00a0 im sechsten Jahrhundert v. Chr. noch die\u00a0 1.900 Jahre lange nach Christi Geburt. Abraham bekommt um das Jahr 1800 v.Chr. die Zusage von Gott\u00a0 ( 1. Mose 13, 14 &#8211; 17 ) :<\/p>\n<p><em>\u201eHebe deine Augen auf und sieh von der St\u00e4tte aus, wo du bist, ( im\u00a0 jud\u00e4ischen Bergland )\u00a0 nach Norden, nach S\u00fcden , nach Osten und nach Westen. All das Land , das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben f\u00fcr alle Zeit.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Diese Zusage ewigen Besitzes von Eretz Israel wird von Gott mehrfach wiederholt, u. zw. gegen\u00fcber Isaak, gegen\u00fcber Jakob, \u00a0gegen\u00fcber Mose und gegen\u00fcber Josua. Aber die Zusage steht inbezug auf\u00a0 ihre praktische Verwirklichung unter der Bedingung, dass Israel den Willen Gottes erf\u00fcllt, dass es seinem Gott treu bleibt und nicht dem G\u00f6tzendienst verf\u00e4llt. Diese Bedingung wurde zwei Mal klar erkennbar nicht eingehalten: erstens in der K\u00f6nigszeit des Staates \u201cJuda\u201d, d. i.\u00a0 in der\u00a0 Zeit\u00a0 von Salomo\u00a0 bis zum jud\u00e4ischen K\u00f6nig Zedekia, \u00a0und vorher schon \u00a0im Nordstaat \u201cIsrael\u201d, der nicht von den Nachkommen Davids regiert wurde.\u00a0 Schon 722 v. Chr. wurde der gr\u00f6\u00dfere Teil der 10 n\u00f6rdlichen St\u00e4mme durch den K\u00f6nig von Assur in sein Reich verschleppt. Und 597 v. Chr.\u00a0 und 587 v. Chr. wurde ein bedeutender Teil der zwei s\u00fcdlichen St\u00e4mme durch den babylonischen K\u00f6nig\u00a0 Nebukadnezar nach Babylon verschleppt. Beide Verschleppungen\u00a0 waren Gottes Gerichte an seinem geliebten Volk Israel. W\u00e4hrend das babylonische Exil der zwei St\u00e4mme des Staates Juda ein Ende fand, sind die 10 n\u00f6rdlichen St\u00e4mme \u00a0immer noch zum gro\u00dfen Teil verschollen. (8.9oo Angeh\u00f6rige des Stammes \u201eManasse\u201c wurden jetzt in Nordindien entdeckt. Sie werden in Gruppen von je 250 nach Israel geflogen.)<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Israel hat ein zweites Mal dem Willen Gottes deutlich widersprochen, als es die Predigt von seinem\u00a0 gekreuzigten und auferstandenen Messias Jesus im ersten Jahrhundert n. Chr. zur\u00fcckwies. Die Folge dieser Zur\u00fcckweisung der Predigt von Jesus war , dass Israel f\u00fcr beinahe 2 Jahrtausende das\u00a0 Exil auf sich nehmen musste. Aber diese Zeit war von Gott f\u00fcr die V\u00f6lkermission vorgesehen, vgl. dazu Jesu Aussage in Lk. 21,24.<\/p>\n<p>Beide \u00a0Exilszeiten waren also Gott &#8211; gewollt. In Israels Geschichte gibt es\u00a0 keine Zuf\u00e4lle, denn Israel ist Gottes auserw\u00e4hltes Volk, das Heilsvolk, in dessen Geschichte sich Gott der Sch\u00f6pfer der Welt\u00a0 offenbart hat und\u00a0 durch dessen K\u00f6nig Jesus Gott die von ihm abgefallene Welt rettet..<\/p>\n<p>Weil\u00a0 das Land dem Volk Israel aber zu ewigem Besitz gegeben worden ist, musste Israel eines\u00a0 Tages wieder heimkehren, die Gerichtszeit musste ein Ende finden, denn sonst w\u00fcrde Gott sein eigenes Wort gegen\u00fcber Israel brechen. Daher gibt es im AT etwa 50 Verhei\u00dfungen \u00fcber\u00a0 das Ende der Galut und \u00fcber Israels Heimf\u00fchrung\u00a0 aus allen L\u00e4ndern der Erde nach \u00a0Eretz Israel. Die Verhei\u00dfung eines Staates Israel am\u00a0 Beginn der Endzeit wird im AT so oft ausgesprochen, dass es unm\u00f6glich ist, \u00fcber diese Verhei\u00dfungen hinwegzusehen. Eine der vielen Verhei\u00dfungen lautet:<\/p>\n<p><em>\u201cIch wende das Geschick meines Volkes Israel. Sie werden die ver\u00f6deten St\u00e4dte aufbauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken und G\u00e4rten anlegen und deren Frucht essen. Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr, dein Gott\u201d ( Amos 9, 14 und 15 ).<\/em><\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung des Staates Israel am 14.5.48 entspricht also dem Willen Gottes, der der Gott Israels\u00a0 und der Vater Jesu Christi ist. Er ist der alleinige Herr der Geschichte Israels wie der ganzen Welt. Wer dies nicht erkennt, der kennt die Bibel nicht, und der kennt auch nicht die Treue und die Liebe Gottes zu seinem Volk .<\/p>\n<p><b>II. Teil: \u00a0Die historischen Umst\u00e4nde der R\u00fcckkehr des Volkes nach Eretz Israel.\u00a0 <\/b><\/p>\n<p>Fragen wir: Wie geschah der Anfang der R\u00fcckkehr des Volkes Gottes nach Eretz \u00a0Israel?<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Im Jahr 1882 fand die erste Alija ( \u00fcbersetzt: \u201cAufstieg\u201d ) = R\u00fcckkehr-Welle statt. Etwa 5.000 russische Juden wanderten in Pal\u00e4stina ein.<\/p>\n<p>Vorausgegangen waren schlimme Pogrome (= Verfolgungen) \u00a0von Juden im zaristischen Russland. Das Land Israel war damals nach den Berichten von Selma Lagerl\u00f6f und Mark Twain\u00a0 in einem erb\u00e4rmlichen Zustand. Es hatte eine nahezu 500 Jahre lange t\u00fcrkische Besatzungszeit hinter sich, es war von arabischen und vor allem von t\u00fcrkischen Gro\u00dfgrundbesitzern ausgepl\u00fcndert worden. Es gab keine W\u00e4lder mehr. Ein erheblicher Teil des Landes war W\u00fcste geworden, ein anderer Teil bestand aus S\u00fcmpfen. Krankheiten und Armut plagten die verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringe Bev\u00f6lkerung, die aus Christen, Muslimen und Juden bestand, die kaum Kontakte untereinander hatten.<\/p>\n<p>Man muss aber auch wissen, dass es in Eretz Israel in der ganzen Zeit der Galut ( Zerstreuung ) immer circa 10.000 bis 50.000 Juden im Land gegeben hat, die aber unter \u00e4u\u00dferst schwierigen Bedingungen leben mussten.<\/p>\n<p>Im 19. Jahrhundert erwachte bei den Juden Europas und Russlands genauso wie bei den anderen V\u00f6lkern ein nationales Bewusstsein. Zwei Namen m\u00f6chte ich nennen: Moses Hess und Leon Pinsker. Beide forderten die Heimkehr der Juden nach Israel. Die wichtigste Figur wurde aber der \u00f6sterreichische Jude Theodor Herzl.<\/p>\n<p>Er war Korrespondent bei einer Wiener Zeitung und war Zeuge des Dreyfus &#8211; Prozesses Ende des 19. Jahrhunderts in Paris. Dreyfus war ein j\u00fcdischer Offizier in der franz\u00f6sischen Armee und wurde des Verrats von milit\u00e4rischen Geheimnissen an Deutschland bezichtigt, zu Unrecht, wie sich herausstellte. W\u00e4hrend des Prozesses schrie das Volk von Paris auf den Strassen immer wieder: \u201c Tod den Juden, Tod den Juden\u201d.<\/p>\n<p>Dieses Geschrei \u00f6ffnete Herzl f\u00fcr immer die Augen. Er erkannte, dass der Weg der Assimilation der Juden in die europ\u00e4ischen V\u00f6lker ein Irrweg gewesen war. 100 Jahre lang hatte das europ\u00e4ische Judentum n\u00e4mlich gemeint, es k\u00f6nne seinen Glauben bewahren und sich gleichzeitig in die verschiedenen Nationen v\u00f6llig integrieren. Man dachte: Der \u201eAntisemitismus\u201c, besser: \u201eAntijudaismus\u201c, k\u00f6nne durch Assimilation \u00fcberwunden werden. \u00a0Herzl erkannte in Paris, dass diese Auffassung falsch war. Er schrieb anschlie\u00dfend das Buch\u00a0 \u201cDer Judenstaat\u201d. Dieses Buch ist bis zum heutigen Tag die Grundlage f\u00fcr den Zionismus.<\/p>\n<p>Der Zionismus ist eine nationale j\u00fcdische\u00a0 Bewegung mit dem Ziel, im Land Israel einen s\u00e4kularen Staat Israel zu errichten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der Staat Israel sollte also kein religi\u00f6ser Staat werden, wie er es von David bis zu den Makkab\u00e4ern\u00a0 im 2. Jahrhundert v. Chr. \u00a0gewesen war, sondern er sollte ein Staat im Sinne der Aufkl\u00e4rung werden, in dem alle Glaubensrichtungen zugelassen werden sollten, wobei nat\u00fcrlich der j\u00fcdische Glaube eine deutliche staatsrechtliche Bevorzugung erfahren sollte. Israel sollte nat\u00fcrlich ein j\u00fcdischer Staat werden.<\/p>\n<p>1897 fand unter der Leitung von Herzl der erste zionistische Kongress in Basel statt, der in den Folgejahren \u00f6fter\u00a0\u00a0 wiederholt wurde. Die National-Flagge mit dem Davidsstern, die an einen Gebetsschal erinnert, wurde bestimmt, genauso auch die Nationalhymne, die \u201cHatikwa\u201d = das Lied von der Hoffnung. Das Staatssymbol Israels wurde die Menorah: der siebenarmige Leuchter. Der Staat Israel kn\u00fcpfte also an die Glaubenstradition des Volkes Israel an.<\/p>\n<p>Herzl verzehrte sich bei der Mobilisierung der Oberh\u00e4upter der europ\u00e4ischen Staaten, die ihm helfen sollten, den Staat Israel innerhalb des damals noch bestehenden osmanischen Reiches zu errichten. Er fand kaum Unterst\u00fctzung. Aber auch die etablierten und wohlhabenden Juden verweigerten sich ihm, denn sie setzten weiterhin auf die M\u00f6glichkeit der Assimilation. Unterst\u00fctzung fand er vor allem bei den verarmten Juden Osteuropas und vereinzelt bei reichen Juden im Westen , z.B. bei der Familie Rothschild.<\/p>\n<p>Herzl starb an gebrochenem Herzen im Jahr 1904. Aber er war trotz seiner s\u00e4kularen Grundhaltung ein ganz wichtiges Werkzeug Gottes: Als Kind von 12 Jahren hatte er folgenden Traum, den er als Sterbender einem Freund erz\u00e4hlte:<\/p>\n<p><em>\u00a0&#8222;Der Messias nahm mich auf seine Arme und entschwebte mit mir auf Windesfl\u00fcgeln. Auf einer der glanzerf\u00fcllten Wolken begegneten wir der Mosesgestalt. Die Gesichtsz\u00fcge waren die des Moses von Michelangelo, den ich in meiner Kindheit oft und gern betrachtete. Der Messias rief Moses zu: \u201cUm dieses Kind habe ich gebetet.\u201d Zu mir aber sagte er: \u201dGeh, verk\u00fcnde den Juden: ich werde bald kommen und Wunder und Gro\u00dftaten vollf\u00fchren f\u00fcr mein Volk und die ganze Welt.\u201d<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der 1. Weltkrieg brachte den ersten Durchbruch in Richtung auf einen Staat Israel. England, Frankreich, Russland und die USA k\u00e4mpften gegen Deutschland,\u00a0 das Habsburger Reich und die T\u00fcrkei. In England gab es seit dem 17. Jahrhundert eine starke proj\u00fcdische Partei, zu der besonders viele fromme Christen geh\u00f6rten. Einer von ihnen war im 19. Jahrhundert der ber\u00fchmte Politiker Lord Ashley. Diese proj\u00fcdischen Politiker \u00a0glaubten fest an die Wahrheit der alttestamentlichen Verhei\u00dfungen \u00fcber die Errichtung eines j\u00fcdischen Staates am Beginn der Endzeit. Sie wollten diesen Staat Israel errichten und die Heimkehr der Juden f\u00f6rdern, um die Wiederkunft Jesu vorzubereiten. Der englische Au\u00dfenminister Lord Balfour geh\u00f6rte zu diesen Kreisen. Er versprach im Jahr 1917 dem F\u00f6rderer der j\u00fcdischen Einwanderung Lord Rothschild, nach dem gegen die T\u00fcrkei gewonnenen Krieg den Juden eine Heimst\u00e4tte in dem von den T\u00fcrken befreiten Pal\u00e4stina zu gew\u00e4hren.\u00a0 ( Ich erinnere : Der r\u00f6mische . Kaiser Hadrian hatte den Namen \u201cPal\u00e4stina\u201d erfunden.)<\/p>\n<p>Die Siegerm\u00e4chte stimmten Balfour auf der Konferenz von San Remo im Jahr 1920 zu , und der neu gegr\u00fcndete V\u00f6lkerbund \u00fcbergab England 1922 das Mandat, damit \u00a0England diese Heimst\u00e4tte f\u00fcr die Juden in Pal\u00e4stina, das damals nicht nur das Land Israel sondern auch das Gebiet des heutigen Jordanien umfasste, schaffen sollte. Dieses Mandat gilt noch heute, denn es ist in der Charta der UN als Bestandteil des V\u00f6lkerrechtes anerkannt worden. Daher sind die j\u00fcdischen Siedlungen in der Westbank trotz aller gegens\u00e4tzlichen Behauptungen \u00a0v\u00f6lkerrechtlich legal. Von 1900 an gab es\u00a0 weitere \u00a0Alijas nach Pal\u00e4stina. Die jewish agency wurde Anfang der 20 &#8211; er Jahren zu dem Zweck gegr\u00fcndet, Juden aus aller Welt nach Israel zu bringen. Eine j\u00fcdische Gewerkschaft wurde gegr\u00fcndet, denn viele Heimkehrer waren sozialistisch eingestellt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>In den ersten 20\u00a0 Jahren des 20. Jahrhunderts wanderten etwa 70.000 Juden in Pal\u00e4stina ein. In den 10 Jahren danach, also in den 20 &#8211; er Jahren noch einmal knapp 70.000. Aber in\u00a0 diesen\u00a0 Jahren wandten sich die Araber in Pal\u00e4stina mehr und mehr gegen die Juden und ver\u00fcbten viele Mordanschl\u00e4ge. Der schlimmste geschah 1929 in Hebron, wo die ganze uralte j\u00fcdische Gemeinde ausgel\u00f6scht wurde. Um an diese uralte Gemeindetradition anzukn\u00fcpfen haben sich einige Hundert Juden mitten in Hebron gegen\u00fcber der Abraham &#8211; Moschee nieder gelassen. England wandte sich in den drei\u00dfiger Jahren\u00a0 allm\u00e4hlich von den Juden ab, denn die arabischen Staaten, die\u00a0 f\u00fcr England aufgrund der \u00d6lfunde im Zweistromland und auf der arabischen Halbinsel zunehmend wichtiger geworden waren, wandten sich vehement gegen die weitere j\u00fcdische Einwanderung. In den drei\u00dfiger Jahren wanderten zwar noch 250.000 Juden in Israel ein, aber am Ende der drei\u00dfiger Jahre wurden die Einwanderungszahlen durch die englische\u00a0 Regierung stark reduziert, gerade zu der Zeit, als in Deutschland die\u00a0 t\u00f6dliche Verfolgung der Juden begann.<\/p>\n<p>Als Hitler 1933 an die Macht kam, dr\u00e4ngte er von Anfang an auf eine Entfernung aller Juden aus Deutschland, in dem damals 525 .000 Juden lebten. Hitler vertrat einen\u00a0 rassistischen \u201dErl\u00f6sungs-Antisemitismus\u201d : zun\u00e4chst Deutschland, sp\u00e4ter Europa, und danach die ganze Welt m\u00fcsse mithilfe der Arier, vor allem der Deutschen, von der \u201cKultur zerst\u00f6renden j\u00fcdischen Rasse\u201c f\u00fcr immer \u201cerl\u00f6st\u201d werden. Das bedeutet: Es war seine Absicht, das ganze Volk Israel bis zum letzten kleinen Baby auszul\u00f6schen. ( Dies kann man \u00a0den \u201cTischgespr\u00e4chen Hitlers\u201d in der Wolfsschanze aus den Jahren 1942 und 1943 ,herausgegeben von \u00a0Dr. Henry Picker entnehmen).<\/p>\n<p>Der amerikanische Pr\u00e4sident Roosevelt berief im Sommer 1938 eine Konferenz in Evian, Schweiz, ein, angeblich, um den Juden Deutschlands zu helfen und Auswanderungsm\u00f6glichkeiten zu schaffen. In Wahrheit wurde die Konferenz ein Fiasko. Denn au\u00dfer der Dominikanischen Republik wollte kein Land Juden aus Deutschland aufnehmen, selbst die USA nicht. Die V\u00f6lkerwelt weigerte sich, dem\u00a0 in seiner Existenz bedrohten Volk der Juden beizustehen.( Auch die Dominikanische Republik nahm schlie\u00dflich nur 500 Juden auf ).<\/p>\n<p>Die gesamte V\u00f6lkerwelt gab damit ein deutliches Zeichen f\u00fcr das Ende der Zerstreuung Israels unter die V\u00f6lker. Das zweite noch deutlichere\u00a0 Zeichen f\u00fcr das Ende der Diaspora Israels gab aber das Deutschland Hitlers. Auf der Wannseekonferenz im Januar 1942 wurde auf Befehl Hitlers und Himmlers von deutschen B\u00fcrokraten und SS-F\u00fchrern beschlossen, alle 11 Millionen Juden Europas auszurotten. Hinzu sollten\u00a0 noch die knapp 500.000 Juden in Pal\u00e4stina kommen, die sich inzwischen dort eine Heimat aufgebaut hatten. Nach einem erhofften Sieg von Erwin \u00a0Rommel \u00fcber die Engl\u00e4nder in \u00c4gypten und Pal\u00e4stina sollten diese Juden von der SS &#8211; Einheit in Rommels Armee unter dem SS-Obersturmbannf\u00fchrer Walther Rauff\u00a0 mithilfe\u00a0\u00a0 der\u00a0 Araber Pal\u00e4stinas in den Jahren 1943\/44 umgebracht werden. Die Heimkehr der Juden nach Eretz Israel sollte f\u00fcr immer beendet werden und die Gr\u00fcndung eines Staates Israel verhindert werden. Bei der Vorbereitung dieser Mordaktion in Pal\u00e4stina arbeitete Hitler mit dem Gro\u00dfmufti von Jerusalem Haj Amin Muhammad El Husseini, einem Onkel Arafats, zusammen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Sechs\u00a0 Millionen Angeh\u00f6rige des auserw\u00e4hlten Volkes Gottes\u00a0 fielen den\u00a0 M\u00f6rdern aus Deutschland \u00a0und den vielen hilfswilligen M\u00f6rdern aus den umliegenden L\u00e4ndern im Lauf des 2. Welt-Krieges in die H\u00e4nde, darunter \u00a01 \u00bd Millionen Kinder, sie\u00a0 wurden alle auf grausame Weise umgebracht.<\/p>\n<p>Die Ersch\u00fctterung in der Welt\u00f6ffentlichkeit nach dem Krieg \u00fcber dieses Menschheitsverbrechen war sehr gro\u00df, aber noch nicht gro\u00df genug, um den Juden endlich einen Staat in Eretz Israel zu geben. Erst die Trag\u00f6die um das Schiff \u201cExodus\u201d im Sommer 1947, bei der sich England schwer an den\u00a0 dem Holocaust entkommenen Juden vers\u00fcndigte, indem es sie nach Deutschland, dem Land des Holocaust,\u00a0 zur\u00fcckschickte, gab den Ausschlag. Das emp\u00f6rte Weltgewissen machte jetzt Heilsgeschichte: England sagte, dass es das Mandat \u00fcber Pal\u00e4stina niederlegen wolle\u00a0 und gestand damit sein Versagen ein, und die UNO-Vollversammlung beschloss am 29.11.47 in New &#8211; York mit der notwendigen 2\/3 &#8211; Mehrheit, Pal\u00e4stina zu teilen, einen Teil\u00a0 sollten die Juden erhalten, den anderen\u00a0 Teil die Araber. W\u00e4hrend die Juden die Teilung akzeptierten, verweigerten sich die Araber. Sie wollten keinen Staat Pal\u00e4stina neben einem Staat Israel. Sie wollten das ganze Land f\u00fcr sich haben.<\/p>\n<p>Die Engl\u00e4nder holten am 14.5.48 um Mitternacht den Union Jack in Haifa ein. David Ben Gurion musste also schon am 14.5.48 in Tel Aviv den Staat Israel ausrufen, weil sonst das Mandatsgebiet staatenlos geworden w\u00e4re. Er rief den Staat Israel aus \u201cim Vertrauen auf den Fels Israels\u201d &#8211; also\u00a0 auf den lebendigen Gott. Die Araber begannen schon in der Nacht auf den 15.5. einen Krieg gegen den neuen Staat, der aber\u00a0 im Sommer 1949 mit ihrer Niederlage endete. Israel hatte seinen Teil Pal\u00e4stinas vergr\u00f6\u00dfert und vor allem den Westen Jerusalems erobert. Von 1948 an\u00a0 wurde Israel nach und nach von allen Staaten der Welt anerkannt, in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sogar vom Vatikan, obwohl die katholische Kirche die Sammlung der Juden in Israel theologisch nicht einordnen konnte und bis heute noch nicht kann, da die katholische Kirche eine verk\u00fcrzte heilsgeschichtliche Theologie vertritt &#8211; n\u00e4mlich ohne Ber\u00fccksichtigung der prophetischen Verhei\u00dfungen des AT \u00fcber die Heimkehr\u00a0 der Juden in der Endzeit. Die muslimischen Staaten, au\u00dfer \u00c4gypten und\u00a0 Jordanien \u00a0\u00a0verweigern bis heute die Anerkennung Israels.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die gescheiterte Konferenz von Evian, \u00a0bei der die Staaten der Welt dem bedr\u00e4ngten auserw\u00e4hlten Volk die Hilfe verweigerten, dann die Ermordung von sechs Millionen Juden mitten im ehemals christlichen Abendland und drittens die Gr\u00fcndung des Staates Israel nach 1900 Jahren der Staatenlosigkeit &#8211; diese drei Geschehnisse\u00a0 beendeten eine beinahe 2000 Jahre lange\u00a0 Epoche der Welt &#8211; und Heilsgeschichte. Ein neues Blatt der Geschichte ist nun aufgeschlagen worden, es ist das Blatt der Endzeit.<\/p>\n<p><b>III. Teil:\u00a0 Die Geschichte Israels nach der Staatsgr\u00fcndung<\/b><\/p>\n<p>Bei der Gr\u00fcndung des Staates Israel im Jahr 1948 lebten im Land circa \u00a0600.000 Juden, heute sind es 5,9 Millionen. Schon an diesen Zahlen ist zu erkennen, dass Israel\u00a0 eine erstaunliche Entwicklung in den f\u00fcnfundsechzig Jahren seines Bestehens erlebt hat. Und die Sammlung der Juden in Eretz Israel geht ununterbrochen weiter. Neben den 5,9 Millionen Juden leben in Israel circa 1,6 Millionen\u00a0 muslimische Araber, dazu kommen weit \u00fcber 100.000 Drusen und \u00a0circa 160.000 Christen \u00a0verschiedener christlichen Konfessionen, die meisten davon sind Araber.<\/p>\n<p>Israel ist eine rechtsstaatliche Demokratie mit vielen Parteien , einem Parlament: der Knesset , einer Regierung, einem Staatspr\u00e4sidenten und einem obersten Gericht. Dazu gibt es zwei Oberrabbiner, einen f\u00fcr die ashkenasischen , also die ehemals europ\u00e4ischen Juden, und einen f\u00fcr die sephardischen Juden, die ehemals orientalischen Juden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Hauptstadt Israels ist Jerusalem. Religi\u00f6s ist Israel vielschichtig: \u00a015 -20 Prozent sind orthodox, sie halten an der Tora und vor allem an dem Talmud fest. Sie bestimmen das Stadtbild in der Altstadt von Jerusalem, teilweise auch im Westteil Jerusalems, und das Stadtbild von Safed in Galil\u00e4a, der Stadt der Kabbala: der j\u00fcdischen Mystik. Etwa 30 Prozent der Israelis sind traditionell gl\u00e4ubig. Sie tragen die Kippa als Zeichen daf\u00fcr, dass sie an Gott glauben, sie halten den Sabbat ein und feiern die j\u00fcdischen Feste und glauben an die Verhei\u00dfungen Gottes im AT. Genauso wie die orthodoxen Juden \u00a0essen sie koscher. Circa 10.000 Israelis sind messianische = Jesus-gl\u00e4ubige Juden. Zwischen\u00a0 50 und 60 Prozent der Israelis sind s\u00e4kular, sie f\u00fchlen sich wohl als Juden, sind aber vom j\u00fcdischen Glauben ziemlich weit entfernt. Sie bestimmen z.B.\u00a0 das Bild der gro\u00dfen St\u00e4dte in der Sharon-Ebene: also von Tel Aviv und Haifa,\u00a0 \u00a0auch das von Eilat, der Urlaubsstadt am Roten Meer.<\/p>\n<p>Das Land ist zu gro\u00dfen Teilen wieder gr\u00fcn, Galil\u00e4a und S\u00fcdwest &#8211; Jud\u00e4a sind weitgehend\u00a0 wieder bewaldet. Ein ziemlich gro\u00dfer \u00a0Teil dieser W\u00e4lder wird von Isarel &#8211; freundlichen Privatleuten aus Deutschland finanziert. Mitten im Negev gibt es viele Plantagen und sogar schon W\u00e4lder, \u00a0denn das Land ist fruchtbar, es fehlt nur das Wasser. In der jud\u00e4ischen W\u00fcste westlich vom Toten Meer gibt es wieder Leoparden wie zur Zeit Jesu. Millionen Zugv\u00f6gel machen Station im Jordan-Tal am Hule-See oberhalb des Sees Genezareth. Innerhalb von 100 Jahren ist aus einer W\u00fcste mit Namen \u201cPal\u00e4stina\u201d ein halbes Paradies mit Namen \u201cIsrael\u201d geworden.<\/p>\n<p>An Herausforderungen f\u00fcr Israel mangelt es nicht: Die israelische Gesellschaft besteht ja aus\u00a0 Juden, die aus den verschiedensten Weltgegenden und mit ganz verschiedenen Traditionen in das Land gekommen sind , z.B. ist der Staatsaufbau\u00a0 anfangs eine Leistung der ashkenasischen Juden gewesen, also der europ\u00e4ischen Juden, zu denen Ben Gurion geh\u00f6rte und auch Schimon Peres, der gegenw\u00e4rtige Staatspr\u00e4sident,\u00a0 geh\u00f6rt. Sp\u00e4ter kamen die sephardischen Juden dazu, d.h. die Juden aus den arabischen L\u00e4ndern, die Ende des 15. Jahrhunderts aus Spanien vertrieben worden waren und innerhalb des osmanischen Reiches Aufnahme fanden. Eine eigent\u00fcmliche \u00a0Gruppe bilden die orthodoxen Juden, die entweder aus den arabischen L\u00e4ndern oder\u00a0 aus den USA, wohin sie zum gro\u00dfen Teil aus Polen kamen, \u00a0eingewandert sind. Eine vierte gro\u00dfe Gruppe\u00a0 bilden die Juden aus den GUS &#8211; Staaten, die nach 1989 ins Land kamen und die wenig Ahnung von der j\u00fcdischen Tradition haben, in der Regel aber \u00a0ziemlich gut \u00a0gebildet sind Alle diese verschiedenen Gruppen m\u00fcssen im neuen Staat lernen, miteinander auszukommen und den neuen Staat \u201cIsrael\u201d gemeinsam aufzubauen.<\/p>\n<p>Eine weitere Herausforderung ist die Wasserknappheit. Der ganze Nahe Osten leidet darunter, aber Israel besonders, weil vor allem die Landwirtschaft einen hohen Wasserverbrauch hat. Die Wasseringenieure Israels haben zwar eine sehr effiziente Wassernutzung m\u00f6glich gemacht, aber wenn zu wenig Regen f\u00e4llt, wie es jetzt ( Herbst 2012 ) seit mehreren Jahren der Fall ist, dann sinkt der Wasserspiegel des Sees Genezareth,\u00a0 dem viel Wasser entnommen wird,\u00a0 bis zu der kritischen Marke, der sog. \u201croten Linie\u201d, und es gibt\u00a0 Probleme f\u00fcr das ganze Land. In diesem regenreichen Winter 2012\/2013 ist aber der Wasserstand des Sees Genezareth wieder erheblich angestiegen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung f\u00fcr Israel ist die Feindschaft der arabischen und dar\u00fcber hinaus aller islamischen Staaten, gegenw\u00e4rtig \u00a0besonders des schiitischen\u00a0 Iran.\u00a0 Diese Tod- Feindschaft der Araber, des Iran \u00a0und der Muslime insgesamt gegen den Staat Israel \u00a0besteht seit 1918, seit der Niederlage der T\u00fcrkei gegen England und dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches. In drei Kriegen musste sich Israel nach seiner Gr\u00fcndung 1948 gegen einen Angriff der arabischen Nachbarstaaten behaupten. Es waren der Krieg 1948\/49: also der Unabh\u00e4ngigkeitskrieg, dann der Sieben &#8211; Tage &#8211; Krieg im Juni 1967, und schlie\u00dflich der Jom- Kippur-Krieg im Herbst 1973.<\/p>\n<p>Der Sieben -Tage Krieg im Juni 1967 hatte das Ergebnis, dass die sog. \u201cWestbank\u201d und vor allem\u00a0 Ostjerusalem mit der Altstadt unter die Herrschaft Israels kam, also auch der\u00a0 Tempelberg und die Klagemauer, der heiligste Ort f\u00fcr das weltweite Judentum. Die Kriege 1967 und 1973 wurden nur mithilfe der USA gewonnen, dem treuesten Freund Israels. Bei dem f\u00fcr Israels Existenz gef\u00e4hrlichsten Krieg im Jahr 1973 stand Deutschland Israel leider nicht bei. Willy Brandt verweigerte den USA die \u00dcberflugrechte \u00fcber Deutschland. Die USA wollten Israel mit Waffen versorgen und mussten sich einen anderen Weg f\u00fcr die Hilfeleistung suchen. Heute ist Deutschland gl\u00fccklicherweise ein treuer Verb\u00fcndeter Israels. Aber ob es so bleibt ?<\/p>\n<p>Es gibt \u00fcbrigens eine gro\u00dfe Zahl von Zeugen f\u00fcr ein wunderbares Eingreifen Gottes in das jeweilige Kriegs-Geschehen zugunsten Israels bei allen drei Kriegen: Ein deutliches Zeichen daf\u00fcr, dass Gott selbst\u00a0 \u00fcber den Staat Israel wacht und keine Macht der Welt die Heimkehr der Juden nach Eretz Israel stoppen kann.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Der Konflikt Israels mit den sog. \u201cPal\u00e4stinensern\u201d besch\u00e4ftigt die Welt vor allem seit den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Israel wird immer wieder vorgeworfen, dass es den Pal\u00e4stinensern keinen eigenen Staat in der Westbank und im Gaza-Streifen zugestehen wolle. In Wahrheit ist es genau umgekehrt. Die Araber, darunter auch die Pal\u00e4stinenser, die ja keine ethnische Einheit sind, die Iraner und \u00fcberhaupt fast alle Muslime der Welt wollen Israel als j\u00fcdischen Staat nicht\u00a0 anerkennen. Weder\u00a0 die Mehrheit der Pal\u00e4stinenser noch die Regierungen und die Bev\u00f6lkerung von Syrien, Saudi-Arabien, Libyen , Algerien, Tunesien, Iran, Pakistan, Afghanistan , Bangladesh, Indonesien\u00a0 und Malaysia, noch die Bev\u00f6lkerung von \u00c4gypten und Jordanien, deren Regierungen Frieden mit Israel geschlossen haben, wollen \u00fcberhaupt akzeptieren, dass Israel als j\u00fcdischer Staat existiert.<\/p>\n<p>Alle Genannten\u00a0 wollen keinesfalls, wie immer wieder von unseren Medien behauptet wird, einen\u00a0 zweiten friedlichen demokratischen Staat Pal\u00e4stina neben dem Staat Israel errichtet haben, sondern sie wollen einen pal\u00e4stinensischen\u00a0 islamischen Staat auf dem Boden Israels errichtet sehen, d.h. sie wollen\u00a0 die v\u00f6llige Zerst\u00f6rung Israels. Der Grund ist klar: Auf dem Boden eines ehemals islamischen Landes kann und darf\u00a0 es keinen j\u00fcdischen Staat geben. Denn alles Land, was einmal islamisch war, muss f\u00fcr immer islamisch bleiben. Nur um Israel leichter zerst\u00f6ren zu k\u00f6nnen, w\u00fcrden sie der vor\u00fcbergehenden Errichtung eines kleinen pal\u00e4stinensischen Staates neben Israel zustimmen.<\/p>\n<p>Leider erkennt die Welt\u00f6ffentlichkeit mit der UNO nicht die Realit\u00e4t, und\u00a0 auch viele Israelis erkennen nicht die Absichten ihrer Feinde und bef\u00fcrworten einen pal\u00e4stinensischen Staat auf dem Boden von Jud\u00e4a und Samaria, \u00a0also auf dem Boden, den Gott f\u00fcr immer Israel versprochen hat. Meistens sind es ungl\u00e4ubige humanistisch denkende Juden, die die religi\u00f6se Dimension des Konfliktes zwischen Israel und dem Islam nicht begreifen.<\/p>\n<p>Trotz aller dieser Herausforderungen, die Israel bestehen muss, geht die Einwanderung der Juden in Israel und\u00a0 der Aufbau Israels ununterbrochen weiter. Landwirtschaft, Hochtechnologie und Tourismus sind die Haupts\u00e4ulen der israelischen Wirtschaft , die eine hohe Wachstumsrate hat. Auch die \u00a0Finanz \u2013 und Wirtschaftskrise ab 2008 hat Israel kaum getroffen. Der Tourismus hat eine besonders hohe \u00a0Wachstumsrate. Viele Erfindungen werden laufend gemacht, vor allem auf dem Gebiet der Medizin. Evangelikale und auch andere Christen der ganzen Welt besuchen Israel h\u00e4ufig und viele Christen unterst\u00fctzen Volk und Staat.<\/p>\n<p>Israel ist eine s\u00e4kulare Demokratie \u00e4hnlich wie Deutschland.. Alle Religionen d\u00fcrfen sich in Israel\u00a0 frei bet\u00e4tigen. Die \u00dcbergriffe von orthodoxen Juden auf messianisch &#8211; j\u00fcdische Gemeinden, von denen\u00a0 immer wieder\u00a0 berichtet wird, sind zwar bedrohlich und unangenehm, sind aber \u00a0keineswegs eine Verfolgung. ( Als \u201eVerfolgung\u201c werden diese \u00dcbergriffe nur von Antisemiten\u00a0 bezeichnet ).<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Angels\u00e4chsische Evangelikale f\u00fchren seit den 80 &#8211; Jahren\u00a0 im Herbst ein Christliches Laubh\u00fcttenfest durch, zu dem\u00a0 5.000\u00a0 &#8211; 10.000 Christen aus circa 100 Nationen zusammen kommen. Auf diesem Fest sprechen fast immer auch die israelischen Ministerpr\u00e4sidenten. Auf \u00a0diesem \u00a0\u00a0Laubh\u00fcttenfest bekommt man einen Vorgeschmack von der Erf\u00fcllung des Jesus-Wortes: \u201d Es wird eine Herde und ein Hirte sein.\u201d<\/p>\n<p>Von\u00a0 1986 an war ich sechs Mal in Israel, zuletzt im Jahr 1999. Ich habe einen erheblichen \u00a0Teil des \u00a0Landes kennen gelernt, auch die Westbank mit den j\u00fcdischen Siedlungen auf den Bergkuppen Samarias. Jerusalem machte auf mich den st\u00e4rksten Eindruck. Als ich im Oktober 1986 mit unserer Reisegruppe von Tel Aviv nach Jerusalem hinauffuhr, empfand ich das starke Gef\u00fchl: jetzt komme ich nach Hause.<\/p>\n<p>Jerusalem ist das geistliche Herz der ganzen Welt. Hier lebte K\u00f6nig David, hier standen die j\u00fcdischen Tempel, in denen Gottes Name wohnte, hier predigten die Propheten, hier lehrte Jesus, hier setzte er das Abendmahl ein, hier starb er f\u00fcr die S\u00fcnden der Welt am Kreuz,\u00a0 hier wurde er vom Vater am dritten Tage nach seinem Sterben auferweckt , hier goss Jesus an Pfingsten den Heiligen Geist \u00fcber seine J\u00fcnger und die Urgemeinde aus, und hier wird er \u00a0wiederkommen zur Erl\u00f6sung der Gl\u00e4ubigen und zum Gericht.<b> <\/b><\/p>\n<p>Mehrmals trank ich auf meinen Israel-Reisen eine Tasse Kaffee in einem kleinen \u00f6sterreichischen Cafe\u2019 an der Ecke der Ben Jehuda -Stra\u00dfe in der Weststadt Jerusalems, wo diese Stra\u00dfe auf die King George &#8211; Stra\u00dfe st\u00f6\u00dft. Ben Jehuda war der Lehrer, der in jahrzehntelanger Arbeit aus dem Alt &#8211; Hebr\u00e4isch das moderne Iwrit geschaffen hat. Dass aus einer alten, im Alltag nicht mehr\u00a0 gesprochenen Sprache eine moderne und lebendige Sprache geschaffen werden konnte,\u00a0 ist einmalig in der Weltgeschichte. Dieses Cafe\u2019 wurde oft\u00a0 von Else Lasker &#8211; Sch\u00fcler besucht, der nach den Worten des deutschen Dichters Gottfried Benn gr\u00f6\u00dften deutschen Lyrikerin. Sie verlie\u00df in den drei\u00dfiger Jahren Deutschland, weil sie J\u00fcdin war,\u00a0 und verstarb einsam in Jerusalem im Jahr 1945. Wenn sie,\u00a0 schon sehr krank, abends noch in das Cafe` kam, schlief sie oft ein und blieb die ganze Nacht sitzen und ging erst am Morgen nach Hause. In ihrem letzten Gedicht vor ihrem Tod \u00a0hei\u00dft es: \u201cMein Odem schwebt \u00fcber Gottes Fluss.Ich setze leise meinen Fu\u00df auf den Pfad zum ewigen Heime\u201d.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Else Lasker &#8211; Sch\u00fcler ist ein Beispiel von vielen f\u00fcr die innige Verbindung, die zwischen Juden und der deutschen Kultur einst bestand, \u00a0die aber seit dem Holocaust \u00a0\u00a0f\u00fcr immer vergangen ist. Der Holocaust bedeutet nach den Juden f\u00fcr uns\u00a0 Deutsche eine seelische,\u00a0 geistige und geistliche Katastrophe, denn ich f\u00fcrchte: wir haben m\u00f6glicherweise durch diesen\u00a0 totalen Angriff auf die Juden unsere Identit\u00e4t als christliches Volk \u00a0f\u00fcr immer verloren.<\/p>\n<p>Machen wir uns klar: Die Identit\u00e4t Deutschlands lag \u00a0seit \u00a0Kaiser Otto I., also seit etwas \u00fcber 1.000 Jahren , in der j\u00fcdisch-christlichen Tradition, d.h. im Glauben an den dreieinigen Gott, der der Gott Israels ist. Auf der deutschen Kaiserkrone, die von Otto I. von 962 an\u00a0 bis zu dem noch im Kaiserdom zu Frankfurt am Main gekr\u00f6nten Kaiser Franz II. im Jahre 1806 getragen wurde, waren drei j\u00fcdische K\u00f6nige, der j\u00fcdische Prophet Jesaja und Jesus abgebildet. ( Eine Nachbildung dieser Krone ist im Historischen Museum in Frankfurt\/ Main zu besichtigen ).<\/p>\n<p>Es ist ein schmaler Steg, auf dem wir in diese j\u00fcdisch-christliche\u00a0 Tradition wieder zur\u00fcckfinden und unsere alte deutsche Identit\u00e4t wiederbekommen k\u00f6nnten. Folgende Punkte geh\u00f6ren dazu: die \u00fcberzeugende Anerkennung unserer Schuld vor Gott und dem Volk Israel , die Bitte um Vergebung um Jesu willen, das Ja zum AT als Gottes Wort &#8211; von gleichem Wert wie das NT, die Verehrung\u00a0 des deutschen Widerstandes gegen Hitler, die theologische Anerkennung Israels als Gottes bleibend auserw\u00e4hltes Volk\u00a0 und die unersch\u00fctterliche, praktisch ausgedr\u00fcckte Liebe zu Israel.<\/p>\n<p>S\u00fcdwestlich vom Herzl Berg, auf dem der Gr\u00fcnder des Zionismus Theodor Herzl bestattet ist, liegt Yad Vashem, auf deutsch: \u201cHand und Name\u201d. Dieser Ort der Erinnerung ist ein Ort, den jeder Deutsche, wenn er in Israel ist,\u00a0 besuchen solte. Alle Staatsg\u00e4ste Israels besuchen diesen Ort. Es ist der Ort, an dem \u00a0\u00a0der Holocaust \u00a0dokumentiert ist. Ich sagte schon, dass der Holocaust: die Ermordung der meisten Juden Europas,\u00a0 die Konferenz von Evian\u00a0\u00a0 und die Staatsgr\u00fcndung Israels im Jahr 1948 die drei Zeichen f\u00fcr das Ende der Diaspora Israels sind. In Yad Vashem wird dem Bibelkenner diese Tatsache klar bewusst.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Das Land Israel ist aufgrund der langen Besiedlung durch Juden nat\u00fcrlich ein Land der Vergangenheit, denn \u00fcberall kann man Zeugnisse von Israels Geschichte von den Richtern und K\u00f6nigen an ausgraben. Israel ist selbstverst\u00e4ndlich ein Land der Gegenwart, denn es bl\u00fcht immer mehr auf und w\u00e4chst ununterbrochen. Israel ist vor allem aber ein Land der Zukunft, denn die knapp acht Millionen Juden, die noch zerstreut in der Welt leben, werden noch nach Israel kommen und hier siedeln, und\u00a0 hier vor allem werden Gottes gewaltige Taten der Endzeit stattfinden.\u00a0<b> <\/b><\/p>\n<p><b>IV. Teil\u00a0 \u00a0Israel, die Kirchen\u00a0 und der Islam.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Man fragt sich immer wieder erstaunt, warum die Christenheit nicht geschlossen auf der Seite Israels steht. Die Antwort lautet: die alte Kirche hat durch die Kirchenv\u00e4ter die Ersatztheologie geschaffen. Die Ersatztheologie besagt, dass durch die Kreuzigung Jesu Israel seinen Status als auserw\u00e4hltes Volk Gottes verloren habe und ein Volk wie jedes andere geworden sei. An die Stelle Israels sei jetzt die Kirche getreten, sie sei jetzt Gottes Volk. Die Christenheit hat also nach dieser Lehre die Judenheit als auserw\u00e4hltes Volk abgel\u00f6st. Diese Ersatztheologie ist eine gef\u00e4hrliche Irrlehre, sie hat keinen Anhalt in der Bibel.<\/p>\n<p>AT und NT sagen gemeinsam, dass Israel f\u00fcr immer Gottes Volk bleibt, trotz seiner S\u00fcnden und auch trotz seines vielfachen Abfalls von Gott und auch trotz seiner bisherigen Ablehnung Jesu. Paulus schreibt in R\u00f6mer 11: \u201cGottes Gaben an Israel und seine Berufung Israels gereuen ihn nicht. Gott hat sein Volk nicht versto\u00dfen.\u201d<\/p>\n<p>Die Ersatztheologie hat seit circa 1700 Jahren, seit der Zeit der Kirchenv\u00e4ter\u00a0 ein ungerechtfertigtes tiefes Misstrauen\u00a0 bei den Christen gegen\u00fcber den Juden erzeugt. Noch heute h\u00e4ngen erhebliche Teile der Weltchristenheit der Ersatztheologie an, vor allem innerhalb der orthodoxen Kirchen, bei einem Teil der katholischen\u00a0 Kirche und bei einem erheblichen Teil der lutherischen Kirchen und sogar bei einem Teil der Freikirchen.<\/p>\n<p>Ohne die Ersatztheologie h\u00e4tte der Holocaust im christlichen Abendland nicht stattfinden k\u00f6nnen. Die Ersatztheologie hat\u00a0 den Boden vorbereitet, auf dem der rassistische, antitheistische und antichristliche Judenhass in Deutschland schon w\u00e4hrend des 19. Jahrhunderts gedeihen konnte\u00a0 (siehe z.B. Richard Wagner,\u00a0 den \u201cBayreuther Kreis\u201d und den Schwiegersohn Wagners: Houston Stewart Chamberlain, der Hitler zum Erl\u00f6ser Deutschlands weihte). Weil die Christenheit fixiert war auf die Tatsache, dass Israel Jesus als Messias bisher nicht anerkannt hat, hat sie die t\u00f6dliche Gefahr, die den Juden durch das nationalsozialistische Deutschland drohte, nicht wahrgenommen..Sie hat auch gegen die Verfolgung der Juden im\u00a0 3. Reich fast nichts unternommen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Christenheit in Europa, darunter auch Martin Luther, hat\u00a0 die Kapitel 9 &#8211; 11 des R\u00f6merbriefes, in denen Paulus die ma\u00dfgebliche Theologie der ganzen Bibel \u00fcber Israel entwickelt, str\u00e4flicherweise\u00a0 nicht oder kaum zur Kenntnis genommen, bzw. ihre Aussagen\u00a0 sogar zur\u00fcckgewiesen, wie es z.B. M. Luther getan hat. In diesen drei wichtigen Kapiteln des R\u00f6merbriefes entwickelt Paulus die Theologie \u00fcber Israel, angefangen von der Erw\u00e4hlung Israels in Abraham, Isaak und Jakob \u00fcber die Geschichte Israels bis zu Jesus, dann \u00fcber die Zeit der Ablehnung Jesu durch Israel im ersten Jahrhundert n. Chr.\u00a0 und die Zeit der V\u00f6lkermission bis hin zur vollkommenen Annahme des Volkes Israel aller Jahrhunderte durch den wiederkommenden Jesus Christus. \u201cNicht du tr\u00e4gst die Wurzel, sondern die Wurzel tr\u00e4gt dich,\u201d schreibt Paulus den Heidenchristen in Rom. Er meint mit diesem Satz: \u201cNicht du, Heidenkirche, tr\u00e4gst die Wurzel , nicht du bist der Anfang der Heilsgeschichte Gottes mit der Welt, sondern die Wurzel , das Volk Israel, tr\u00e4gt dich: Heidenkirche, denn f\u00fcr immer steht Israel\u00a0 f\u00fcr\u00a0 den\u00a0 Anfang\u00a0 der Heilsgeschichte Gottes mit der Welt.\u201d<\/p>\n<p>Das AT wurde und wird von den orthodoxen Kirchen,\u00a0 der katholischen Kirche und den lutherischen Kirchen in seiner Bedeutung gegen\u00fcber dem NT herabgesetzt, sodass die von den Propheten ausgesprochenen Verhei\u00dfungen Gottes inbezug auf Israel in der Endzeit nicht wahr &#8211; bzw. nicht ernstgenommen wurden. Ihre Erf\u00fcllung wurde und wird nicht erwartet. Die orthodoxen Kirchen, die katholische Kirche und die lutherische Kirche, die\u00a0 in Israel t\u00e4tig sind, lehnen daher immer noch\u00a0\u00a0 die heilsgeschichtliche Deutung des Staates Israel ab. Sie vertreten nach wie vor\u00a0 die Ersatztheologie. Sie stehen \u00fcberwiegend auf der Seite der Pal\u00e4stinenser und polemisieren st\u00e4ndig gegen den Staat Israel.<\/p>\n<p>Die evangelische angels\u00e4chsische Welt hat dagegen seit dem 17. Jahrhundert, seit der Zeit der Puritaner, die Ersatztheologie aufgegeben und Israels bleibende Erw\u00e4hlung anerkannt. Daher war die anglikanische Kirche Englands im 19. Jahrhundert die Begr\u00fcnderin\u00a0\u00a0 des christlichen Zionismus.An \u00a0Namen sind u. a. der ber\u00fchmte Prediger C.H. Spurgeon und der Politiker Lord Ashley zu nennen. Und daher sind auch viele Freikirchen der angels\u00e4chsischen Welt Israel gegen\u00fcber freundlich eingestellt. Und daher ist heute die USA der gro\u00dfe Freund Israels, wobei allerdings zu fragen ist, ob das f\u00fcr immer so bleiben wird. Die deutsche Politik\u00a0 hat sich seit Konrad Adenauer f\u00fcr das Existenzrecht Israels eingesetzt, aber nur die\u00a0 Freikirchen in Deutschland, und von ihnen auch nicht alle,\u00a0 unterst\u00fctzen Israel. Die beiden Gro\u00dfkirchen stehen nach wie vor\u00a0 dem Staat Israel \u00fcberwiegend distanziert gegen\u00fcber. Wenn ev. oder kath. Bisch\u00f6fe Israel besuchen, \u00e4u\u00dfern sie sich nach ihrer R\u00fcckkehr\u00a0 in der Regel antisemitisch und ohne Wissen um Gottes Heilsplan, den er in der Bibel offenbart hat.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Die Religion des\u00a0 Islam ist allerdings seit knapp 100 Jahren, seit der Balfour-Deklaration und nach dem Zusammenbruch des osmanischen Reiches als Nachfolger Hitlers und der Ideologie des Nationalsozialismus der Hauptgegner\u00a0 der Juden in der Welt und besonders des Staates Israel geworden. Der Grund dieser Gegnerschaft ist\u00a0 klar zu erkennen: Der Staat Israel stellt die Macht Allahs infrage. Die Juden haben ein St\u00fcck des Dar al Islam des Hauses Islam aus diesem Haus herausgel\u00f6st und in Besitz genommen. Sie haben dadurch Allah selbst angegriffen<\/p>\n<p>Die noch immer g\u00fcltige Balfour- Deklaration sagt aus , dass die Juden mitten im Haus des Islam eine Heimstatt\u00a0 erhalten sollen, dass also ein St\u00fcck dieses Hauses , ein St\u00fcck, das sogar\u00a0 Jerusalem und Hebron einschloss, aus diesem Haus herausgel\u00f6st werden soll.. Die Religion des Islam hat aber den Glaubenssatz, dass niemals ein f\u00fcr den Islam erobertes\u00a0 Gebiet wieder aufgegeben werden darf. Die ganze Erde muss nach und nach dem Gesetz Allahs, der Scharia, unterworfen werden. Eine Niederlage des Islam darf es niemals geben, denn sie bedeutet eine Niederlage des islamischen Gottes \u201cAllah\u201d. Der Ruf\u00a0 \u201cAllahu akbar\u201d, der von radikalen Muslimen immer wieder ausgesto\u00dfen wird, bedeutet: Allah, der Gott des Islam , ist gr\u00f6\u00dfer als alle anderen M\u00e4chte. Dieser Ruf\u00a0\u00a0 beinhaltet\u00a0 also einen Eroberungsanspruch auf die ganze Erde. Es kommt dem Islam nicht so sehr darauf an, Menschen f\u00fcr Allah zu gewinnen\u00a0 sondern darauf, neues Land , in dem Allahs Willen zur Herrschaft gebracht werden kann, in Besitz zu nehmen.<\/p>\n<p>Israel ist ein Land, in dem Allahs Willen einst herrschte, aber seit 1918, dem Zeitpunkt der Niederlage der T\u00fcrkei, nicht mehr herrscht. Daher kommt der t\u00f6dliche Hass gegen den Staat Israel.<\/p>\n<p>Er hat in den Augen der Muslime keine Existenzberechtigung und muss wieder zerst\u00f6rt werden. Juden d\u00fcrfen in Eretz Israel nur als geduldete Minderheit in einem pal\u00e4stinensisch-islamischen Staat\u00a0 wohnen, also mit\u00a0 dem Status, den sie unter den T\u00fcrken\u00a0 und den Arabern jahrhunderte lang hatten. Aus diesem Grund wird es im Nahen Osten trotz aller menschlichen Anstrengungen bis zur Wiederkunft Jesu , des Friedensk\u00f6nigs , keinen\u00a0 Frieden geben.<\/p>\n<p>Israel tut gut daran, im Vertrauen auf Gott das ganze ihm von Gott f\u00fcr ewige Zeiten versprochene Land, einschliesslich von Gaza, Jud\u00e4a und Samaria, Ostjerusalem und Golan zu behalten, zu besiedeln und zu verteidigen, also ja nicht auf das oft wiederholte, verf\u00fchrerische Angebot : \u201cLand gegen\u00a0 Frieden\u201d einzugehen. Und die Christen, die die Verhei\u00dfungen Gottes inbezug auf Israel kennen und ernstnehmen, haben die unbedingte Pflicht, Israel bei der Verteidigung seines Landes beizustehen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><b>V. Teil: Die Zukunft Israels<\/b><\/p>\n<p>Um zu wissen, wie es mit dem Volk Israel entsprechend von Gottes Heilsplan weitergehen wird, muss man sich den prophetischen Aussagen des AT zuwenden. Die Propheten Jesaja , Hesekiel und Sacharja sagen sehr viel \u00fcber die Zukunft Israels. Ich lege heute \u00a0die Aussagen Sacharjas aus:<\/p>\n<p><em>Sacharja sagt in Kapitel 12,1ff: \u201cDies ist die Last, die der Herr ank\u00fcndigt: Von Israel spricht der Herr, der den Himmel ausbreitet und die Erde gr\u00fcndet und den Odem des Menschen in ihm macht: Siehe ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten f\u00fcr alle V\u00f6lker ringsumher, und auch Juda wird`s gelten, wenn Jerusalem belagert wird. Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein f\u00fcr alle V\u00f6lker. Alle, die ihn weg heben wollen, sollen sich daran wund rei\u00dfen. Denn es werden sich alle V\u00f6lker auf Erden gegen Jerusalem versammeln.\u201d<\/em><\/p>\n<p>In diesen prophetischen Worten des Propheten Sacharja haben wir eine Beschreibung unserer Gegenwart vor uns:\u00a0 Sacharja spricht von einer Last, die Gott ank\u00fcndigt: Und genau darum geht es: Der Nahostkonflikt ist eine Last f\u00fcr die ganze Welt. Die UNO betrachtet Israel als eine Last: \u00dcber 400 Resolutionen sind von der UNO schon gegen Israel ausgesprochen worden, so viele, wie gegen keinen anderen Staat der Erde. Obwohl schwerste Menschenrechtsverletzungen in vielen vor allem in muslimischen Staaten fast jeden Tag geschehen. Auch \u201eHuman rights watch\u201c und amnesty international sprechen immer wieder Israel schuldig, obwohl jeder objektive Beobachter sieht, dass das Recht fast immer auf Israels Seite liegt.<\/p>\n<p>Jerusalem ist l\u00e4ngst zu einem Taumelbecher geworden f\u00fcr die V\u00f6lker ringsum. Ein Taumelbecher ist ein Becher, in dem Alkohol ist und der den, der daraus trinkt, berauscht, ihm den Verstand raubt\u00a0 und zum Taumeln bringt. Syrien, Iran, Saudi-Arabien, Jemen, \u00c4gypten, Libyen, Sudan \u00a0und neuerdings auch die T\u00fcrkei sind die V\u00f6lker, die aus diesem Taumelbecher getrunken haben und die besoffen sind von der islamischen Ideologie, den Staat Israel unbedingt zerst\u00f6ren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p>Jerusalem ist auch bereits zum Laststein geworden f\u00fcr alle V\u00f6lker, denn die UNO will Jerusalem als Hauptstadt Israels nicht anerkennen, auch der Vatikan nicht, selbst die EU nicht. Sogar die USA, der bisherige treue Verb\u00fcndete Israels, z\u00f6gert. Jerusalem soll nach dem Willen der UNO, der EU und des Vatikan geteilt werden in einen j\u00fcdischen und einen pal\u00e4stinensischen Teil. Damit sprechen sich die genannten Organisationen klar gegen die Verhei\u00dfungen Gottes im AT aus, die eindeutig von der endzeitlichen R\u00fcckkehr Israels in das ganze einst Abraham\u00a0 von Gott versprochene und unter Josua auch gegebene Land einschlie\u00dflich von Jerusalem sprechen.. Jerusalem soll von den V\u00f6lkern als Hauptstadt Israels weg gehoben werden, aber sie werden sich dabei wund reissen. D.H. ihr Vorhaben wird scheitern, und sie werden bei diesem Vorhaben Schaden nehmen.<\/p>\n<p>Mit der Wahl Netanjahus ist ein Mann an die Spitze Israels getreten, der\u00a0 nicht von humanistischen Friedensutopien geleitet ist wie es z.B. die \u201cPeace now\u201d Bewegung in Israel ist. Der Wunsch nach\u00a0 Frieden , den jeder Israeli hat, ist bei ihm gepaart mit dem n\u00f6tigen Realismus, den man in Israel unbedingt haben muss. Netanjahu hat auch erkannt und dankbar ausgesprochen, dass die gl\u00e4ubigen Christen eine Macht zur Unterst\u00fctzung Israels bilden.<\/p>\n<p>Die unmittelbare Gefahr, der Israel gegen\u00fcbersteht, ist der vom Iran geplante Angriff auf Israel wahrscheinlich \u00a0mit Atomwaffen. Israel plant, rechtzeitig die Atomanlagen im Iran zu vernichten. Wenn die gegenw\u00e4rtigen Verhandlungen der UNO mit dem Iran zu keinem Ergebnis f\u00fchren sollten, werden die USA vermutlich Israel gr\u00fcnes Licht\u00a0 f\u00fcr einen solchen Angriff geben. So wie Presseorgane melden, hat Saudi-Arabien Israel die \u00dcberflugrechte schon einger\u00e4umt, weil die Saudis gro\u00dfe Angst vor einer \u00a0Atommacht Iran haben. Die weltweiten Folgen eines solchen Angriffs sind heute noch nicht absehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Sacharja schreibt weiter in Kapitel 12, 6ff: \u201cZu der Zeit will ich die F\u00fcrsten Judas machen zum Feuerbecken mitten im Holz und zur Fackel im Stroh, dass sie verzehren zur Rechten und zur Linken alle V\u00f6lker ringsumher. Aber Jerusalem soll auch fernerhin bleiben an seinem Ort. Zu der Zeit werde ich darauf bedacht sein , alle Heidenv\u00f6lker zu vertilgen, die gegen Jerusalem gezogen sind. Aber \u00fcber das Haus David und \u00fcber die B\u00fcrger Jerusalems will ich ausgie\u00dfen den Geist der Gnade und des Gebets. Und sie werden hinschauen auf ihn, den sie durchbohrt haben, und sie werden um ihn klagen wie man klagt \u00fcber ein einziges Kind, und sie werden bitterlich \u00fcber ihn weinen, wie man weint \u00fcber den Tod des\u00a0 Erstgeborenen.\u201d<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese\u00a0 Prophetien Sacharjas sind\u00a0 noch nicht erf\u00fcllt. Aber sie werden noch erf\u00fcllt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur ersten Prophetie: Juda = Israel ist noch nicht mit totaler Vernichtungsabsicht von allen\u00a0 V\u00f6lkern ringsum angegriffen worden, sodass es als Verteidigung\u00a0 diese V\u00f6lker mit Feuer h\u00e4tte verzehren m\u00fcssen. Ob das von Sacharja genannte Feuer ein atomares Feuer sein wird, wissen wir nicht, aber m\u00f6glich w\u00e4re es, vor allem deswegen, weil die iranische Atombombe\u00a0 m\u00f6glicherweise \u00a0durch einen pr\u00e4ventiven Angriff Israels mit konventionellen Waffen nicht \u00a0verhindert werden konnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 2. Prophetie, die noch nicht erf\u00fcllt ist, ist der Aufmarsch aller Israel &#8211; feindlichen V\u00f6lker der Welt gegen Israel und Jerusalem und die Vernichtung dieser Israel &#8211; feindlichen\u00a0 V\u00f6lker durch Gottes eigenes Eingreifen. Diese Prophetie wird wahrscheinlich erst erf\u00fcllt werden, wenn alle Juden nach Eretz Israel heimgekehrt sein werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 3. Prophetie, die noch nicht erf\u00fcllt ist, ist die Ausgie\u00dfung des Geistes der Gnade und des Gebetes \u00fcber Israel. Das wird geschehen, wenn\u00a0 der zur\u00fcckkommt, der von Israel durch die Hand der Heiden d. i. der R\u00f6mer durchbohrt , d. i.\u00a0 gekreuzigt wurde.\u00a0 Israel wird entsprechend dieser Prophetie den\u00a0 wiederkommenden Herrn Jesus unter gro\u00dfem Klagen und Weinen , das\u00a0 hei\u00dft: unter Tr\u00e4nen der Reue und der Bu\u00dfe, als seinen Messias und Retter anerkennen. Jesus kommt nach den Prophezeiungen der Bibel wieder, wenn erstens die V\u00f6lkermission alle V\u00f6lker erreicht hat und wenn zweitens das Volk Israel als ganzes wieder in seinem Heimatland gesammelt worden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Tag der\u00a0 Wiederkunft Jesu ist der gro\u00dfe Heilstag f\u00fcr die ganze gl\u00e4ubige Christenheit aller Jahrhunderte und auch f\u00fcr das auserw\u00e4hlte Volk Israel aller Jahrhunderte und Jahrtausende. Denn was bei dem ersten Einzug Jesu in Jerusalem vor 2000 Jahren nicht geschah, wird bei dem zweiten Einzug\u00a0 Jesu geschehen: Das ganze auserw\u00e4hlte Volk Gottes, das Israel\u00a0 aller Jahrhunderte und Jahrtausende,\u00a0 sagt dann ein volles Ja zu dem K\u00f6nig der Juden:\u00a0 Jesus\u00a0 und damit zugleich zu seinem Gott und Vater, der Israel einst als Segensvolk f\u00fcr die ganze Erde bestimmt hatte. Auf das Wunder der Annahme Israels durch den wiederkommenden K\u00f6nig der Juden warten wir in Geduld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfarrer i. R. Hans-Christoph Gensichen, Steinebach\/Wied<\/em><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<\/div>\n<p><b><br clear=\"all\" \/> <\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n<p><b>\u00a0<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Teil: Die Verhei\u00dfung der R\u00fcckkehr Israels nach der Zeit der Zerstreuung Um die Situation Israels in der Gegenwart und seine Bedeutung in der Zukunft verstehen zu k\u00f6nnen, muss man um die Vergangenheit Israels wissen und die wichtigsten Daten\u00a0 seiner Geschichte kennen. 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