{"id":9492,"date":"2013-05-21T11:37:43","date_gmt":"2013-05-21T09:37:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9492"},"modified":"2013-05-21T11:43:21","modified_gmt":"2013-05-21T09:43:21","slug":"erklarung-des-bundes-der-lutherischen-kirchen-in-afrika-zu-ehe-familie-und-menschlicher-sexualitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9492","title":{"rendered":"Erkl\u00e4rung des Bundes der lutherischen Kirchen in Afrika zu &#8222;Ehe, Familie und menschlicher Sexualit\u00e4t&#8220;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Gliedkirchen des Lutherischen Weltbundes in Afrika haben in Nairobi vom 15.-19. Mai 2012 das Thema der menschlichen Sexualit\u00e4t diskutiert, weil die Thematik innerhalb des Weltbundes zu einigen Spannungen gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Erkl\u00e4rung des Bundes der lutherischen Kirchen in Afrika zu &#8222;Ehe, Familie und menschlicher Sexualit\u00e4t (Statement of the Lutheran Communion in Africa on &#8222;Marriage, Family and Human Sexuality&#8220; [MFHS])<\/em><b><!--more--><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><br \/>\nPr\u00e4ambel<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Erkl\u00e4rung der lutherischen Kirchen in Afrika zu &#8222;Ehe, Familie und menschlicher Sexualit\u00e4t&#8220; steht im Zusammenhang mit den andauernden Diskussionen in den Kirchen des Lutherischen Weltbundes, die im Jahr 2007 ihren offiziellen Anfang in Lund nahmen. Gem\u00e4\u00df der Erkl\u00e4rung der Vorversammlung der afrikanischen Sektion des Lutherischen Weltbundes in Abuja im M\u00e4rz 2010, nehmen die afrikanischen Kirchen an dem Gespr\u00e4chsprozess teil, um a.) den Bund zu st\u00e4rken, b.) den Standpunkt der lutherischen Kirchen Afrikas zu kl\u00e4ren, und um c.) klarzustellen, dass die behandelte Thematik f\u00fcr die Region Afrika nicht von herausragender Bedeutung ist. Die Erkl\u00e4rung des Bundes der lutherischen Kirchen in Afrika bezieht sich a.) auf Konsultationen der afrikanischen Kirchenleitungen, des Lutherischen Rates in Afrika und auf Positionspapiere einiger afrikanischer Gliedkirchen des Lutherischen Weltbundes b.) und Beratungen von Partnerkirchen aus Asien, Europa, Nord- und Lateinamerika.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die nachfolgende zusammenfassende Erkl\u00e4rung des Theologischen Ausschusses des Lutherischen Rates Afrikas anerkennt und best\u00e4tigt die Inhalte und Aussagen der Vorversammlung der afrikanischen Sektion des Lutherischen Weltbundes und der Konsultationen der Afrikanischen Kirchenleitungen in Abuja, Nigeria vom 24.-28. M\u00e4rz 2010, wo einm\u00fctig erkl\u00e4rt wurde:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><i>&#8222;Wir bekr\u00e4ftigen eindringlich unsere in Lund im Jahr 2007 getroffene Entscheidung, dass <\/i><i>&#8222;die Ehe heilig und von Gott eingesetzt ist und aus einem Bund von Mann und Frau besteht. Darum sagt die Mehrheit der Mitgliedskirchen &#8222;Nein&#8220; zu homosexueller Praxis und h\u00e4lt sie f\u00fcr s\u00fcndig.&#8220; Wir sind au\u00dferdem \u00e4u\u00dferst besorgt \u00fcber die Entwicklungen in einigen Gliedkirchen des Weltbundes, die unilaterale Entscheidungen bez\u00fcglich des Umgangs mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften getroffen haben, ohne dabei auf die starken Vorbehalte R\u00fccksicht zu nehmen, die durch andere Mitglieder des Bundes zum Ausdruck gebracht wurden. Das h\u00e4tte vermieden werden k\u00f6nnen. Wir beten um den Geist der Unterscheidung und die Gnade Gottes, damit es zu einer Kl\u00e4rung dieser Fragen kommt.&#8220; <\/i><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf dieser Basis erkl\u00e4ren die lutherischen Kirchen in Afrika:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Erkl\u00e4rung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. vertritt nicht die Position einer einzelnen Person oder einer einzelnen afrikanischen Kirche, sondern um die \u00fcblicherweise von den lutherischen Kirchen in Afrika im Konsens vertretene Haltung zu dieser Thematik.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. will dem theologischen Erbe der Bibel und dem fachlichen Rat afrikanischer Theologen, \u00c4rzte, Psychologen und Sozialwissenschaftler gerecht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">3. will die W\u00fcrde und Heiligkeit des menschlichen Lebens, sowohl des individuellen als auch des gemeinschaftlichen, best\u00e4tigen und lehnt es kategorisch ab, dass eine Person auf Grund ihrer Sexualit\u00e4t stigmatisiert, missbraucht, verletzt oder sogar get\u00f6tet wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">4. best\u00e4tigt, dass die Ehe in \u00dcbereinstimmung mit der Lehre der Bibel ein Bund zwischen einem Mann und einer Frau ist (z. B. 1 Mose 2,24; Matth\u00e4us 19,4-6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5. empfiehlt in \u00dcbereinstimmung mit der Heiligen Schrift, mit der \u00fcblichen Praxis und der afrikanischen Kultur und Tradition, dass Kinder in Familien, bestehend aus einem Vater, einer Mutter und einer sch\u00fctzenden Gemeinschaft geboren und gro\u00dfgezogen werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">6. best\u00e4tigt, dass in einer solchen Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kindern, sexuelle Beziehungen zwischen verheirateten Eheleuten gest\u00e4rkt werden sollen, um Kindern ein gutes Vorbild zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">7. versteht die Sexualit\u00e4t als Gabe Gottes, die Mann und Frau im Rahmen der Ehe miteinander teilen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">8. sieht gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen im Gegensatz zu den allgemeinen christlichen und afrikanischen Werten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9. erkennt an, dass es in der Geschichte, in Vergangenheit und Gegenwart, M\u00e4nner und Frauen gab und gibt die Merkmale des anderen Geschlechts tragen. Solche Personen sollen weder verfolgt noch diskriminiert werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">10. erkennt die Ergebnisse medizinischer Untersuchungen an, die belegen, dass die menschliche Sexualit\u00e4t unter anderem durch biologische, psychologische und sozio-kulturelle Faktoren geformt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">11. best\u00e4tigt, dass Menschen weder allein physische Wesen sind, die ausschlie\u00dflich auf Grund ihrer biologischen oder physischen Merkmale verstanden werden k\u00f6nnen, noch rein sozial-konstruierte Produkte der Erwartungen ihrer Umwelt sind, sondern beides in unterschiedlichen Proportionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">12. stellt fest, dass die Sozialisierung von Personen und gesellschaftliche Partizipation ein andauernder und komplexer Prozess ist, der konstanter Evaluation bedarf, damit solche Prozesse nicht unterdr\u00fcckende Strukturen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">13. will biblisch-theologische Werte aufrechterhalten auch wenn dies im Gegensatz zu staatlichen Gesetzen zur Regelung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften geschieht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">14. erwartet, dass das in dieser Erkl\u00e4rung vertretene Verst\u00e4ndnis im Umgang der Kirchen des Lutherischen Weltbundes untereinander respektiert wird. In diesem Sinne sollte keine Kirche auf Grund ihrer finanziellen Machtposition oder mit anderen Mitteln versuchen, ihre Meinung bez\u00fcglich menschlicher Sexualit\u00e4t anderen Kirchen aufzuzwingen.<\/p>\n<p><i>Nairobi, Kenya, 15.-19. <\/i><i>Mai 2012<\/i><\/p>\n<p><em><br \/>\n\u00fcbersetzt von Prediger Johann Hesse<\/em><\/p>\n<p><em>Der englische Originaltext kann <a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/LUCA-statement-on-MFHS.pdf\">hier<\/a> heruntergeladen werden.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/www.lutheranforum.org\/extras\/statement-of-the-lutheran-communion-in-africa-on-marriage-family-and-human-sexuality\/\">Quelle: www.lutheranforum.org <\/a><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gliedkirchen des Lutherischen Weltbundes in Afrika haben in Nairobi vom 15.-19. 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