{"id":9443,"date":"2013-05-06T07:19:00","date_gmt":"2013-05-06T05:19:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9443"},"modified":"2013-05-06T07:19:00","modified_gmt":"2013-05-06T05:19:00","slug":"leserbrief-zu-landesbischof-bohls-bibelverstandnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9443","title":{"rendered":"Leserbrief zu Landesbischof Bohls Bibelverst\u00e4ndnis"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Auf diesen Text (Anm. 1) haben bestimmt viele gewartet, die im Juni 2012 \u00fcber die \u201eErkl\u00e4rung des Landesbischofs zur \u201aStellungnahme\u2019 des Evangelisationsteams\u201c entt\u00e4uscht waren. Dort hatte Jochen Bohl u.a. gesagt, dass die Aussagen in 3. Mose 18 und R\u00f6m. 1 zur homosexuellen Praxis \u201enicht im Zentrum der biblischen Botschaft\u201c stehen und dass die kirchenamtliche \u00d6ffnung evangelischer Pfarrh\u00e4user f\u00fcr Amtstr\u00e4ger in eingetragenen gleichgeschlechtlichen Beziehungen keinen status confessionis bedeute. Auch diese Stellungnahme entt\u00e4uscht, weil sie die kirchliche Legitimation homosexueller Praxis, wie sie das Pfarrdienstgesetz der EKD von 2010 festgeschrieben hat, nicht zu begr\u00fcnden vermag. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ursache ist mit H\u00e4nden zu greifen. Die Bibel wird lediglich als ein dem Menschen gegen\u00fcber stehendes Gotteswort verstanden, in dem Menschen aufgeschrieben haben, was sie mit Gott erlebten, und in dem es viele Geheimnisse zu entdecken gibt. Dass die Bibel aber die letzte Autorit\u00e4t ist f\u00fcr Leben und Glauben der christlichen Kirche, das liest man nicht. Der immer wieder zu h\u00f6rende Hinweis auf Christus als Mitte der Schrift ist hier fehl am Platze, denn Jesus und seine Apostel haben immer wieder die unbedingte Autorit\u00e4t der ganzen Schrift best\u00e4tigt (Matth. 5,18; 2. Tim 3,16). Ebenso wenig taugt der konstruierte Gegensatz von Buchstaben und Geist als Begr\u00fcndung, denn der \u201eBuchstabe\u201c (bei Paulus ist damit das Gesetz Gottes gemeint) ist genauso wie das Evangelium vom Heiligen Geist gewirkt. Beide Redeweisen Gottes dienen dazu, Menschen zum Glauben an Christus zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\">Wenn die Bibel zu einem interessanten Gespr\u00e4chspartner degradiert wird, dann kommt man schnell zu hochm\u00fctigen Urteilen, wie z.B. dass sie nichts wisse \u201evon den Erkenntnisfortschritten, die uns geschenkt wurden\u201c. 2001 hatte die s\u00e4chsische Kirchenleitung noch festgeschrieben, dass \u201eeine homosexuelle Beziehung nicht im Pfarrhaus gelebt\u201c werden darf. Welche \u201eErkenntnisfortschritte\u201c haben 11 Jahre sp\u00e4ter zu einer Neubewertung homosexueller Praxis gef\u00fchrt, und welche k\u00fcnftigen \u201eFortschritte\u201c werden zu weiteren Gesetzes\u00e4nderungen f\u00fchren, das w\u00fc\u00dfte man gern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\">Die zitierten Beispiele, wo sich evangelische Landeskirchen in der Vergangenheit mehr an gesellschaftlichen Normen als an der Bibel orientiert haben, wenden sich gegen den Landesbischof selbst. Wie man fr\u00fcher die Monarchie, den Patriarchalismus und die Kriegstreiberei glorifiziert hat, so heute die Selbstbestimmung des Individuums. In 100 Jahren wird man sich dar\u00fcber wundern, wie willf\u00e4hrig evangelische Kirchenleitungen heutzutage dem Zeitgeist gefolgt sind. Noch w\u00e4re es Zeit, im Blick auf Ehe, Familie, Lebensrecht und Sexualit\u00e4t die Autorit\u00e4t der Bibel neu anzuerkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anm. 1: \u201eWie ist die Bibel heute zu verstehen?\u201c (idea Spektrum 24.4.2013)<\/p>\n<p><em>Vollst\u00e4ndige Fassung eines in idea Spektrum vom 2. 5.2013 ver\u00f6ffentlichten Leserbriefs<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf diesen Text (Anm. 1) haben bestimmt viele gewartet, die im Juni 2012 \u00fcber die \u201eErkl\u00e4rung des Landesbischofs zur \u201aStellungnahme\u2019 des Evangelisationsteams\u201c entt\u00e4uscht waren. Dort hatte Jochen Bohl u.a. gesagt, dass die Aussagen in 3. 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