{"id":9297,"date":"2013-04-11T23:36:14","date_gmt":"2013-04-11T21:36:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9297"},"modified":"2013-04-12T08:11:14","modified_gmt":"2013-04-12T06:11:14","slug":"mission-hier-und-heute-was-meint-der-christliche-missionsauftrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9297","title":{"rendered":"Mission hier und heute &#8211; was meint der christliche Missionsauftrag?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vier Wesensz\u00fcge christlicher Mission<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mission will erretten.<\/b> \u201eDas Evangelium ist eine Kraft Gottes zur Errettung aller, die daran glauben\u201c. (R\u00f6m 1,16) Es geht der christlichen Mission nicht prim\u00e4r um ein besseres Leben in dieser Welt, sondern um Errettung. Wovon? Das sagt R\u00f6m 1,18-2,16 deutlich: Es gibt einen Zorn Gottes und ein Gericht Gottes. Jetzt lebt die Menschheit noch unter Gottes G\u00fcte (R\u00f6m 2,4), aber das Gericht Gottes bringt seinen Zorn \u00fcber alle Gottlosigkeit und Boshaftigkeit der Menschen, mit der sie Gottes Wahrheit niederhalten (R\u00f6m 1,18). Da\u00df die Bibel eine Errettungsbotschaft hat, lesen wir auch in 2 Tim 3,15: \u201eDie Heiligen Schriften k\u00f6nnen dich weise machen zur Errettung durch den Glauben an Christus Jesus\u201c. Interessant ist hier, da\u00df die Aussage die alttestamentlichen Schriften meint. Das Alte Testament, richtig gelesen und geh\u00f6rt, zeigt den Weg zur Errettung durch den Glauben an Jesus Christus. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entsprechend haben die Apostel gepredigt. Zu den Juden sagt Petrus in Ag 2,40 \u201eLa\u00dft euch erretten aus diesem verkehrten Geschlecht\u201c (womit evtl. die ganze Menschheit gemeint ist). Zu dem griechischen Gef\u00e4ngnisaufseher in Philippi sagt Paulus in Ag 16,31 \u201eGlaube an den Herrn Jesus, dann wirst du und dein Haus errettet\u201c (also alle, die in deinem Hause leben). In Gal 1,4 dankt Paulus Gott und Jesus Christus f\u00fcr die Errettung von dieser gegenw\u00e4rtigen, b\u00f6sen Welt. In 1 Thess 1,10 freut er sich \u00fcber die Thessalonischer, da\u00df sie sich zum lebendigen Gott bekehrt haben und auf Christus vom Himmel warten, der vom zuk\u00fcnftigen Zorn errettet. Es geht der christlichen Mission um nichts Geringeres als um die Errettung eines Menschen vom k\u00fcnftigen Zornesgericht Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mission wird \u201eallen alles\u201c.<\/b> In 1 Kor 9,22 sagt der Apostel \u201eIch bin allen alles geworden, damit ich auf jede Weise einige rette.\u201c Paulus hat sich in die Lebenslage und in die Lebensauffassung der Menschen hineinversetzt, denen er das Evangelium sagte. Wenn er bei Juden war, hat er die alttestamentlichen Gebote beachtet. Wenn er bei Heiden war, hat er ihre Kultur studiert. Auf dem Areopag zeigt er sich\u00a0belesen in der antiken griechischen Philosophie. Die von ihm sogenannten Glaubensschwachen hat er geachtet und ihre \u00c4ngste vor G\u00f6tzenopferfleisch stehen gelassen und in ihrem Beisein auf Fleischverzehr verzichtet. Aber inhaltlich hat er sich nirgends angepa\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Festo Kivengere hat uns 1981 in Krelingen erz\u00e4hlt, wie es ihm gelang, in die ugandischen Moscheen zu kommen. Er versprach den Verantwortlichen, \u00fcber nichts anderes als \u00fcber Gottes Liebe zu predigen. Daran hat er sich gehalten. Anschlie\u00dfend kamen die Menschen zu ihm, au\u00dferhalb der Moschee, und wollten mehr von Gottes Liebe wissen. Und dann erz\u00e4hlte er ihnen von Jesus. Er hat sich inhaltlich nicht angepa\u00dft, aber er hat sich in der Lebenslage und in die Lebensauffassung der Muslime hineinversetzt. Was wir leider im Raum der evangelischen Kirche seit einem halben Jahrhundert finden, das ist eine inhaltliche Anpassung. Rudolf Bultmann meinte, da\u00df die biblischen Wunder und insbesondere die leibliche Auferstehung Jesu dem modernen Menschen nicht mehr zugemutet werden k\u00f6nnen. Ein Northeimer Superintendent \u00e4u\u00dferte k\u00fcrzlich in einem Zeitungsinterview, da\u00df die Vorstellung vom Zorn Gottes und von Christi blutigem S\u00fchnetod ein blutr\u00fcnstiges Gottesbild zeige, das letztlich \u00fcberholt sei. \u201eJesus hat ein Leben gelebt, wie Gott es f\u00fcr uns gedacht hat.\u201c Das war seine Neuinterpretation der Sendung Jesu. Hier hat nicht jemand versucht, dem modernen rationalistischen Menschen ein moderner Mensch zu werden, sondern hier wurde\u00a0der christliche Glaube\u00a0rationalistisch interpretiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mission sucht alle.<\/b> \u201eGott will, da\u00df allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen\u201c. (1 Tim 2,4) Und weil Gott alle will, so hei\u00dft es im Zusammenhang dieser Aussage, sollen die Christen f\u00fcr alle beten (1 Tim 2,1f.), vor allem f\u00fcr die politischen Machthaber. Unabh\u00e4ngig von seinem kulturellen und sprachlichen Hintergrund, von seinem sozialen Stand und seinem Geschlecht gilt das Evangelium jedem einzelnen Menschen. Egal wer er ist, wenn er zum Glauben kommt, ist er ein Kind Gottes (Gal 3,6) und geh\u00f6rt damit zum geistlichen Leib Christi. \u201eHier ist nicht Jude noch Grieche, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau, denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus\u201c. (Gal 3,28) Theo Lehmann nennt seine Evangelisationen deswegen zu Recht \u201eGott-will-alle-Tour\u201c. Wichtig ist der innere Zusammenhang von 1 Tim 2,1-3 und 1 Tim 2,4. Erst kommt das Gebet f\u00fcr alle Menschen, dann kommt der Wille Gottes, da\u00df sie die Wahrheit erkennen und errettet werden. Das ist gewaltig: Gott bindet seinen Errettungswillen an die Gebete der christlichen Gemeinde! Sie sind und bleiben f\u00fcr die christliche Mission unverzichtbar wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>1.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mission ist einseitig.<\/b> \u201eDenn es ist <i>ein<\/i> Gott und <i>ein<\/i> Mittler zwischen Gott und den Menschen, n\u00e4mlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst gegeben hat f\u00fcr alle zum L\u00f6segeld\u201c. (1 Tim 2,5 u. 6) Andere Mittler des Heils kennt die christliche Mission nicht. Im Missionsbefehl Mt 28,18-20 stellt der auferstandene Christus klar, da\u00df er allein Macht und Vollmacht \u00fcber Himmel und Erde hat, und er k\u00fcndigt an, da\u00df alle V\u00f6lker seine Nachfolger werden sollen. Eine Missionsauffassung, die diese Ausschlie\u00dflichkeit aufgibt, ist keine christliche Mission mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vollmacht Christi \u00fcber Himmel und Erde bedeutet auch, da\u00df er das ganze Missionsgeschehen \u00fcberblickt und jederzeit beeinflussen kann. Er \u00f6ffnet T\u00fcren, er schlie\u00dft T\u00fcren. Er gibt Vollmacht, er nimmt Vollmacht. Im tiefsten ist Christus selber der eigentliche Missionar. Unsere Glaubensv\u00e4ter sprachen vom dreifachen Amt Christi: Christus ist Prophet, Priester und K\u00f6nig. In meiner fr\u00fcheren Gemeinde in Berg in Oberfranken hing in der Kirche ein Sakristeigebet von Luther, in dem er die\u00a0\u00dcbrforderung bekennt, das Wort des lebendigen Gottes auszurichten, und gleichzeitig darum bittet, da\u00df er in geschenkter Vollmacht dieses unm\u00f6gliche Werk dennoch mit Furcht und Zittern tun kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man kann jederzeit erleben, wie Christus missionarische Gelegenheiten schafft. Wir m\u00fcssen nur achtsam durch den Tag gehen. Da\u00df Christus der eigentliche Missionar ist, das ist insbesondere auch deswegen wichtig, weil Mission auf den Widerstand Satans trifft. Andauernd versucht der Teufel, Menschen daran zu hindern, das Evangelium zu h\u00f6ren und zu verstehen. Seitdem das Evangelium in der Welt gepredigt wird, produziert er in der Menschheit Feindschaft gegen Christus und Ha\u00df auf Gottes Gebote (2 Tim 3,1-9) und unter Christen Abkehr und Abfall vom Evangelium (2 Tim 4,3 u. 4). Trotzdem und gerade deswegen h\u00e4lt die christliche Mission daran fest, Christus als den einen und einzigen Mittler zwischen Gott und Mensch zu proklamieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vier Hindernisse f\u00fcr die christliche Mission<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Diesseitsverhaftung<\/b>. Viele Zeitgenossen sagen heute von sich das gleiche, was der Philosoph J\u00fcrgen Habermas vor einigen Jahren von sich bekannt hat, da\u00df er \u201ereligi\u00f6s unmusikalisch\u201c sei. Sie behaupten, keine Antenne f\u00fcr den Glauben zu haben. Ihnen geht es gut, sie vermissen nichts. Sie wundern sich h\u00f6chstens, da\u00df das Evangelium sie erretten will, denn sie sehen sich in keiner Not. Sie sind voll und ganz Weltmenschen und im Diesseits verhaftet. Wie soll da christliche Mission reagieren? Die Antwort: Die Selbstwahrnehmung eines Menschen mu\u00df keineswegs seiner tats\u00e4chlichen Lage entsprechen. Nach 2 Kor 4,3 und 4 verdeckt Satan den ungl\u00e4ubigen Menschen das Evangelium und verblendet ihren Sinn, so da\u00df sie das helle Licht von der Herrlichkeit Gottes nicht sehen. Aber damit ist nicht das letzte Wort \u00fcber sie gesagt. Gottes Wort sagt, da\u00df auch die, die meinen, keine Antenne f\u00fcr Gott zu haben, eine Sehnsucht nach ihm haben. \u201eGott hat die Ewigkeit in ihr Herz gelegt\u201c. (Pred 3,11) In jedem Menschen ist die Ewigkeit angelegt, und er ist und bleibt unruhig, bis er die Ewigkeit in sich mit Gottes Gegenwart f\u00fcllen kann. Bis dahin steht er in der Gefahr, das Vakuum mit verg\u00e4nglichen oder okkulten Inhalten zu f\u00fcllen. Christliche Mission kapituliert nicht vor dem diesseitsverhafteten Menschen. Sie vertraut auf die Wirksamkeit des Evangeliums, das sich seine Bahn ins menschliche Herz selber sucht, und sie vertraut auf die Liebe Gottes, der will, da\u00df alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Verstandesdominanz<\/b>. Seit dem Siegeszug des Rationalismus im christlich-abendl\u00e4ndischen Kulturkreis sind viele Menschen unter den Bann einer Vernunftreligion geraten. Die Ursachen f\u00fcr den Rationalismus sind wahrscheinlich im 30-j\u00e4hrigen Krieg zu suchen, wie Altbischof Ulrich Wilckens vermutet hat. Der Philosoph Descartes hat sich damals unter dem Eindruck der Konfessionskriege innerlich vom christlichen Glauben abgewendet. Ein solches Christentum, das sich gegenseitig bis aufs Messer bek\u00e4mpft, hatte f\u00fcr ihn und viele seiner Zeitgenossen jegliche Attraktivit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft. Er suchte eine andere Autorit\u00e4t und fand sie in der menschlichen Vernunft. Einer der genialsten Vertreter des Rationalismus wurde Gotthold Ephraim Lessing. Er formulierte das Credo: \u201eZuf\u00e4llige Geschichtswahrheiten k\u00f6nnen der Beweis von notwendigen Vernunftwahrheiten nie werden.\u201c D.h. Geschichte kann mich t\u00e4uschen, die Vernunft nicht. Die christliche \u00dcberlieferung kann fehlerhaft sein, darauf kann ich unm\u00f6glich bauen. Ich brauche Vernunftwahrheiten, die kann mir niemand streitig machen. Damit war eine neue Religion geboren, die Vernunftreligion.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wieviel Vertrauen setzen viele bis heute in ihren Verstand! Aber sie denken nicht daran, da\u00df der Verstand von den eigenen Begierden, Vorurteilen und Gef\u00fchlen bestimmt und manipuliert werden kann. Heinrich Kemner sagte in seinen Predigten oft: \u201eMit dem Intellekt kann man alles beweisen, alles erkl\u00e4ren und alles entschuldigen.\u201c So ist es. Der menschliche Verstand ist keine neutrale und unabh\u00e4ngige Gr\u00f6\u00dfe. Denken, Wollen und F\u00fchlen sind Funktionen der menschlichen Seele und h\u00e4ngen vom tiefer liegenden Pers\u00f6nlichkeitskern des Menschen ab, in dem die Abgr\u00fcnde der S\u00fcnde stecken. Christliche Mission kapituliert aber auch nicht vor Verstandesmenschen. Insbesondere ihnen gilt, was Jesus in Joh 7,17 gesagt hat: \u201eWenn jemand Gottes Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich von mir selbst aus rede.\u201c Christliche Mission hat gute Argumente, aber Argumente k\u00f6nnen Rationalisten nicht \u00fcberzeugen. Aber Gott kann in ihnen den Wunsch wecken, auszuprobieren, was am christlichen Glauben dran ist. Ein fr\u00fcherer Mitarbeiter von Campus f\u00fcr Christus, Andreas Solymosi, berichtete einmal, wie er die Bibel las, um Argumente gegen den Glauben zu sammeln, und wie er dabei selber zum Glauben kam, indem er ihn testete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Autorit\u00e4tsscheu.<\/b> Es gibt Menschen, die schlechte Erfahrungen mit Autorit\u00e4tspersonen gemacht haben und keinerlei Autorit\u00e4t mehr anerkennen wollen, auch Gottes Autorit\u00e4t nicht. Oder sie sind angesteckt von der herrschenden Selbstbestimmungsideologie und sind mi\u00dftrauisch gemacht worden gegen\u00fcber der sogenannten Fremdbestimmung. Wie kann die christliche Mission gegen eine solche Autorit\u00e4tsscheu ankommen? Jesus spricht in seiner Rede vom guten Hirten in Joh 10 von Dieben und R\u00e4ubern, die stehlen, schlachten und umbringen. In der Tat, viele Autorit\u00e4tspersonen treten so auf. Eltern beherrschen ihre Kinder, anstatt sie mit Liebe und Weisheit zu erziehen. \u00dcberforderte Lehrer behandeln Sch\u00fcler ungerecht, selbsts\u00fcchtige Chefs beuten Lehrlinge aus. Aber Jesus sagt \u201eIch bin der gute Hirte, der gute Hirte l\u00e4\u00dft sein Leben f\u00fcr die Schafe\u201c. (Joh 10,7-11) Seine Autorit\u00e4t ist ganz anders als die der Diebe und R\u00e4uber. Er beherrscht nicht, er behandelt nicht ungerecht, er beutet nicht aus, sondern hilft, wo er nur kann und schenkt himmlische und irdische Gaben in F\u00fclle. \u201eIch bin gekommen, damit sie das Leben und volle Gen\u00fcge haben\u201c. (Joh 10,10) Schlechte Autorit\u00e4t wird hier durch gute Autorit\u00e4t \u00fcberwunden. Es geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nsten Vorrechten der christlichen Mission, diese wunderbare Wahrheit zu bezeugen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>2.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wundersucht<\/b>. Schon z. Zt. des Neuen Testaments gab es Menschen, die bereit waren zu glauben, wenn sie Zeichen und Wunder erleben. In 1 Kor 1,22 sagt Paulus \u201edie Juden fordern Zeichen\u201c. Man kann das verstehen, wenn man an die Geschichte Israels denkt, wie oft sich Gott hier durch herrliche Machterweise als der Allm\u00e4chtige erwiesen hat. Aber dauerhaft glaubensf\u00f6rdernd waren diese Zeichen f\u00fcr das Volk Israel nicht. So ist es bis heute geblieben. Wer Krankenheilungen verspricht, hat ein volles Haus. Mission ist das noch nicht unbedingt. Wundersucht kann sogar den Zugang zum Vertrauen in Gottes Verhei\u00dfungen verbauen. Pastor Kemner hat einem Mann, der unter seiner Verk\u00fcndigung eine Heilung vom Krebs erlebte, bei einer gr\u00f6\u00dferen christlichen Versammlung nicht erlaubt, davon zu berichten. Er sch\u00e4tzte die Gefahr, da\u00df damit die Wundersucht der Leute gef\u00f6rdert wird, als zu hoch ein. Paulus bezeugt unmittelbar nach der Aussage \u00fcber die j\u00fcdische Wundersucht \u201eWir aber predigen den gekreuzigten Christus\u201c. Er selber hat in Schwachheit, Furcht und gro\u00dfen Zittern gepredigt (1 Kor 2,3). Er hat auf \u00dcberredungsk\u00fcnste verzichtet, sondern allein auf die Wirksamkeit des Heiligen Geistes vertraut (1 Kor 2,4), und er hat damit ein Weltreich bewegt. Damit hat er der christlichen Mission bis heute die verhei\u00dfungsvollste und die wirkungsvollste Methode vorgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vier Vorteile der christlichen Mission <\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Gemeinschaft.<\/b> Unsere Gesellschaft wird immer \u00e4rmer an gelingenden Beziehungen. Ehekrisen, Scheidungen, unverbindliches Zusammenleben, zur\u00fcckgehendes Vereinsleben, Mobbing am Arbeitsplatz nehmen zu. Viele Menschen sind anscheinend nicht mehr in der Lage, dauerhafte Beziehungen einzugehen und zu pflegen. Dabei braucht jeder Mensch Grunderfahrungen an Heimat, Treue und Geborgenheit. Fehlen sie, dann verarmt er seelisch. Ohne intakte Ehen und Familien geht auch die Kinderzahl zur\u00fcck, die demographische Zeituhr tickt. Ein junger Scheich aus den Emiraten erkl\u00e4rte neulich in einem Interview, da\u00df Europa allein schon wegen der demographischen Entwicklung ein sterbender Kontinent sei. Angesichts dieser sozialen Katastrophe kann die christliche Gemeinde mit gelingenden Beziehungen punkten, wenn sie denn selber geistlich intakt ist. Sie ist der Ort, wo kaputte Beziehungen geheilt werden k\u00f6nnen, wo Zuspruch, praktische Hilfe und Seelsorge geschieht. Hier k\u00f6nnen Menschen erleben, da\u00df uneigenn\u00fctzig geholfen wird. Damit ist die christliche Gemeinde ein attraktives Zukunftsmodell.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vergebung.<\/b> Unsere Zeit leidet an der Diktatur der political correctness. Niemand getraut sich etwas gegen die \u00f6ffentliche Meinung zu sagen. Wer es dennoch tut, wird im allgemeinen gnadenlos abgestraft. Wer in einem \u00f6ffentlichen Amt steht und den kleinsten Fehler begeht, mu\u00df um seinen Posten f\u00fcrchten. Unsere Gesellschaft kennt da kein Pardon. Als der fr\u00fchere Bundestagspr\u00e4sident Philipp Jenninger 1988 in einer Rede \u00fcber das deutsch-israelische Verh\u00e4ltnis einige mi\u00dfverst\u00e4ndliche S\u00e4tze sprach, erhielt er keine Gelegenheit, das richtig zu stellen. Er wurde fallen gelassen, er mu\u00dfte gehen. Nachsicht, Verzeihung, Vergebung \u2013 das scheinen Fremdw\u00f6rter geworden zu sein. Auch in unseren Ehen und Familien herrscht oft genug ein bitteres, rechthaberisches und vergebungsunwilliges Klima. Der Grund liegt auf der Hand. Weil man die Vergebung Gottes nicht mehr kennt und nicht mehr in Anspruch nimmt, kann man selber nicht mehr vergeben. Aber die christliche Gemeinde kennt den Wert der Vergebung. Hier ist noch Beichte und Vergebungszuspruch m\u00f6glich. Hier kann man den Lebensballast abstreifen. Die Schuld mu\u00df nicht mehr weggeschoben, verschwiegen und bagatellisiert werden. Welch ein gro\u00dfartiger Vorteil!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Heilsgewi\u00dfheit<\/b>. Der Hauptattent\u00e4ter vom 11. September 2001 hatte keine Gewi\u00dfheit, ins Paradies einzugehen. Er verf\u00fcgte in seinem Testament, da\u00df man daf\u00fcr beten m\u00f6ge. Keine Religion vermag Heilsgewi\u00dfheit zu vermitteln, nur der christliche Glaube. In der christlichen Gemeinde ist Heilsgewi\u00dfheit ein Thema, und sie ist erfahrbar unter dem Wort Gottes. \u201eDer Geist selbst gibt Zeugnis unserem Geist, da\u00df wir Gottes Kinder sind\u201c. (R\u00f6m 8,16) Nirgendwo sonst auf der Welt kann ein Mensch den Heiligen Geist empfangen, nur durch den Glauben an Jesus Christus. Das darf die christliche Mission froh verk\u00fcnden. Und noch mehr!\u00a0Der Heilige Geist ist die Anzahlung f\u00fcr ein noch gr\u00f6\u00dferes Erbe, den Herrlichkeitsleib ohne S\u00fcnde, Krankheit und Tod (R\u00f6m 8,23). Die Heilsgewi\u00dfheit und die lebendige Hoffnung durch den Heiligen Geist sind gewichtige Pfunde, mit denen die christliche Mission wuchern darf. Wer h\u00e4tte das noch zu bieten?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>3.4\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Pr\u00e4gekraft der Liebe.<\/b> Menschen k\u00f6nnen Menschen nicht \u00e4ndern. Ehepartner k\u00f6nnen sich gegenseitig nicht \u00e4ndern. Eltern k\u00f6nnen ihre Kinder nicht \u00e4ndern. Diktatorische Systeme k\u00f6nnen ihre Menschenmassen nicht \u00e4ndern. Das konnte man in der fr\u00fcheren DDR, wo ich aufgewachsen bin, ausgiebig studieren. Auch sich selber kann der Mensch nicht \u00e4ndern. Nur die Liebe Gottes hat eine wirklich ver\u00e4ndernde Kraft. In Gal 5,22 und 23 hei\u00dft es: \u201eDie Frucht des Geistes ist Liebe, Freude und Friede, Geduld, Freundlichkeit, G\u00fcte, Treue, Sanftmut, Keuschheit.\u201c Und diese Liebe ist ausgegossen in das Herz jedes Menschen, der an Christus glaubt (R\u00f6m 5,5). Er mu\u00df nicht mehr um Liebe bitten, er hat sie. Er mu\u00df sie nur noch anwenden. Keine Ideologie, keine Erziehung, kein Zwang kann das erreichen, was die Liebe Gottes schafft. Das ist der st\u00e4rkste Beweis daf\u00fcr, da\u00df der christliche Glaube wahrhaft menschlich ist, indem er den Menschen zu dem macht, was er in Gottes Plan sein soll, ein Ebenbild Gottes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Vier Wesensz\u00fcge christlicher Mission 1.1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Mission will erretten. \u201eDas Evangelium ist eine Kraft Gottes zur Errettung aller, die daran glauben\u201c. (R\u00f6m 1,16) Es geht der christlichen Mission nicht prim\u00e4r um ein besseres Leben in dieser Welt, sondern um Errettung. Wovon? Das sagt R\u00f6m 1,18-2,16 deutlich: Es gibt einen Zorn Gottes und ein Gericht Gottes. 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