{"id":9266,"date":"2013-04-05T13:09:52","date_gmt":"2013-04-05T11:09:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9266"},"modified":"2013-04-05T13:14:09","modified_gmt":"2013-04-05T11:14:09","slug":"stellungnahme-des-presbyteriums-der-evangelischen-kirchengemeinde-trupbach-seelbach-zu-der-hauptvorlage-familien-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9266","title":{"rendered":"Stellungnahme des Presbyteriums der Evangelischen Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach zu der Hauptvorlage \u201eFamilien heute\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Wir begr\u00fc\u00dfen es, dass die Evangelische Kirche von Westfalen gemeinsam mit der Lippischen Landeskirche das Thema \u201eFamilie\u201c aufgreift. Es ist ein wichtiges Thema, das viele Menschen in den Gemeinden ganz unmittelbar betrifft. Vielfach begegnen uns an dieser Stelle gro\u00dfe Unsicherheiten und schmerzhafte Erfahrungen. Die Vorlage enth\u00e4lt einige Aspekte zu diesem Thema, die hilfreich und weiterf\u00fchrend sind:<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Es wird an mehreren Stellen die Bedeutung der Familie hervorgehoben und gew\u00fcrdigt, dass in Familien viel geleistet wird (S.17; 22; 45). Dem kann nur zugestimmt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Seelsorgerlich von Bedeutung ist der Hinweis, dass in der Bibel in realistischer Weise auch von Belastungen und Problemen in Familien berichtet wird (S.29).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Dass die Relativierung der \u201ebiologischen\u201c Familie durch die Nachfolge erw\u00e4hnt wird (S.32) tr\u00e4gt dazu bei, die Familie nicht zu \u00fcbersch\u00e4tzen und macht deutlich, dass die Gemeinde als geistliche Gemeinschaft ein Ort ist, wo auch Menschen ein Zuhause haben k\u00f6nnen, die nicht in einer Familie leben oder unter famili\u00e4ren Schwierigkeiten zu leiden haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Insbesondere angesichts sinkender Geburtenraten ist es von gro\u00dfer Bedeutung, hervorzuheben, dass Kinder ein Ausdruck des Segens Gottes sind (S.35-36).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Zu begr\u00fc\u00dfen ist auch, dass nach der Vorlage die \u201eWeitergabe der Glaubenserfahrung und Glaubenstradition\u201c eine \u201ewesentliche Funktion der Familie in biblischer Sicht\u201c ist (S.36).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; F\u00fcr uns als Gemeinde ist der Ansto\u00df weiterf\u00fchrend, Familien in besonderer Weise zu begleiten und konkrete Hilfen anzubieten (S.48; 53-54).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Als wichtigen Aspekt sehen wir die Verbindung zwischen Gemeinden und funktionalen Diensten an (S.50). Eine Voraussetzung hierf\u00fcr ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Diensten selbst einen pers\u00f6nlichen Bezug zu christlichen Glauben und\u00a0 zur Gemeinde haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Interessant ist auch der Hinweis, dass heute oft Kinder ihre Eltern \u201elehren\u201c, z.B. indem sie zuhause beten m\u00f6chten (S.53). Dies unterstreicht die Chancen und die Wichtigkeit kirchlicher Arbeit mit Kindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Schlie\u00dflich f\u00e4llt wohltuend auf, dass die Ausf\u00fchrungen immer wieder durch illustrierte Bibelworte unterbrochen werden (so z.B. S.12; 15; 19-20).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neben den genannten positiven Aspekten ist an einigen Stellen aber auch deutliche Kritik anzubringen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Zun\u00e4chst ist das Bibelverst\u00e4ndnis, das sich in der Vorlage spiegelt, kritisch zu hinterfragen. Es werden z.B. die \u201eZentralbotschaft\u201c der Bibel und die biblischen Aussagen zu Ehe und Scheidung gegeneinander ausgespielt, indem gefordert wird, dass \u201eeinzelne Aussagen oder gar Vorschriften und Ermahnungen\u201c zu korrigieren sind, wenn sie der \u201eZentralbotschaft nach heutiger Auffassung widersprechen\u201c (S.35). Hier wird der Beliebigkeit Tor und T\u00fcr ge\u00f6ffnet. Denn dadurch werden die biblischen Gebote von einer zeitbedingten Interpretation abh\u00e4ngig gemacht und verlieren so ihre Verbindlichkeit. Dementsprechend werden die \u201eHaustafeln\u201c (Kol 3, 18-4,1; Eph 5,22-6,9) als \u201eAnpassung an die geltende Ethik\u201c abgewertet (S.32). Die Vorlage wird somit nicht den Grundartikeln der KO gerecht, nach denen die EKvW \u201eauf das Evangelium von Jesus\u00a0 Christus\u201c gegr\u00fcndet ist und das Zeugnis der Heiligen Schrift die \u201ealleinige und vollkommene Richtschnur des Glaubens, der Lehre und des Lebens\u201c ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Dass sich die Vorlage nicht eindeutig an der Heiligen Schrift orientiert, f\u00fchrt dazu, dass sie keine Orientierung geben kann, sondern lediglich verschiedene Argumente und Verst\u00e4ndnisweisen nebeneinander stellt (so z.B. S.39-40; vgl. auch S.68-75). Die Chance, vom Wort Gottes her Menschen zu helfen, die Gebote Gottes als hilfreiche \u201eLeitplanken\u201c f\u00fcr ein gelingendes Leben neu zu entdecken, wird vertan. Die Vorlage tr\u00e4gt somit zum zunehmenden Werteverfall bei. Au\u00dferdem f\u00f6rdert sie den Pluralismus in der Kirche anstatt zu einer gemeinsamen Sicht einzuladen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die fehlende Orientierung an der Bibel f\u00fchrt auch zu Aussagen, die dem biblischen Zeugnis eindeutig widersprechen: Es wird z.B. die Behauptung aufgestellt, dass es in Bezug auf die Familie nach den Geboten Gottes keine \u201evorgegebenen institutionellen Formen\u201c gibt (S.33). Dabei wird in der Bibel deutlich gemacht, dass ein Mann jeweils eine Frau heiraten soll (1.Kor 7,2+9). Weiterhin werden Verhaltensweisen, die in der Bibel eindeutig abgelehnt werden (z.B. homosexuelle Lebensgemeinschaften, vgl. hierzu z.B. R\u00f6m 1,27f, und Ehescheidung, vgl. hierzu z.B. Mk 10,9; 1.Kor 7,10f) als f\u00fcr Christen m\u00f6gliche Optionen dargestellt (zu homosexuellen Lebensgemeinschaften S.35: \u201edie Polarit\u00e4t von Mann und Frau kann \u2026 durch andere Gemeinschaftsformen \u201aersetzt\u2019 werden\u201c, vgl. auch S.71: Gleichgeschlechtliche Paare werden nicht in Frage gestellt, zur Ehescheidung S.35: Gottesdienstliche Handlung anl\u00e4sslich einer Scheidung).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8211; Uns ist bewusst, dass in der EKvW in der Frage der Beurteilung von homosexuellen Lebensgemeinschaften ein Dissens besteht. Dieser h\u00e4tte in der Vorlage zumindest offen benannt werden m\u00fcssen. Einer fairen Diskussion zuwider l\u00e4uft, dass eine Anerkennung dieser Lebensform \u201ezwischen den Zeilen\u201c vorausgesetzt wird und so eine Manipulation der Leserinnen und Leser erfolgt. So werden z.B. schon im Vorwort gleichgeschlechtliche Paare unter dem Begriff \u201eFamilie\u201c subsumiert. Wenn es dann im n\u00e4chsten Abschnitt hei\u00dft, dass Familien \u201eAnerkennung und Unterst\u00fctzung\u201c verdienen, gilt das indirekt auch f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare (S.3; vgl. auch S.42: \u201eWie lassen sich die vielf\u00e4ltigen Formen begleiten und unterst\u00fctzen,\u2026?\u201c). Wir, die wir hier eine andere Position vertreten, werden damit schon von Anfang an ausgegrenzt und nicht ernst genommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Problematisch sind schlie\u00dflich einzelne Aussagen in Bezug auf die Wahrnehmung von Familien und die Themen der Familienpolitik. Dass Erziehungsprobleme und Privatinsolvenzen nicht auf individuelle Probleme, sondern auf strukturelle Rahmenbedingungen oder Krankheiten zur\u00fcckzuf\u00fchren sind (so S.21), ist zumindest einseitig. Durch das Argument, dass durch das Betreuungsgeld Kindern unter drei Jahren \u201ewichtige F\u00f6rderm\u00f6glichkeiten\u201c entzogen werden k\u00f6nnten (S.69), wird unterstellt, dass Kinder in Kindertageseinrichtungen im Regelfall besser gef\u00f6rdert werden als bei den Eltern. Dies ist ebenfalls kritisch zu betrachten, auch wenn im Einzelfall eine Kindertageseinrichtung sicher die bessere Alternative ist. Zu fragen w\u00e4re auch, ob hier nicht eine Diskriminierung von Familien stattfindet, die von Armut betroffen sind, da das Argument ausdr\u00fccklich auf\u00a0 diese Familien bezogen wird. Es ergibt sich, dass die Hauptvorlage \u201eFamilien heute\u201c zwar einige hilfreiche Anregungen enth\u00e4lt, insgesamt aber nicht zu einer Kl\u00e4rung von offenen Fragen im biblischen Sinne beitr\u00e4gt. Sie verst\u00e4rkt stattdessen die Profillosigkeit und die \u201eSelbsts\u00e4kularisierung\u201c (Wolfgang Huber) der Evangelischen Kirche und macht es uns als Gemeinde schwerer, Menschen f\u00fcr ein Leben in der Nachfolge Jesu zu gewinnen und darin zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Trupbach-Seelbach<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>P.S.: Die Hauptvorlage \u201eFamilien heute\u201c findet sich <a href=\"http:\/\/familien-heute.ekvw.net\/fileadmin\/familienheute\/Downloads\/hv_familien_heute.pdf\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir begr\u00fc\u00dfen es, dass die Evangelische Kirche von Westfalen gemeinsam mit der Lippischen Landeskirche das Thema \u201eFamilie\u201c aufgreift. Es ist ein wichtiges Thema, das viele Menschen in den Gemeinden ganz unmittelbar betrifft. 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