{"id":9104,"date":"2013-02-26T08:11:09","date_gmt":"2013-02-26T06:11:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9104"},"modified":"2013-02-26T10:11:18","modified_gmt":"2013-02-26T08:11:18","slug":"die-pille-danach-nur-ein-verhutungsmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9104","title":{"rendered":"Die \u201ePille danach\u201c \u2013 Nur ein Verh\u00fctungsmittel?"},"content":{"rendered":"<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I. Einleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201ePille danach\u201c, die nach ungesch\u00fctztem Geschlechtsverkehr\u00a0angeboten wird, ist seit einigen Jahren nach Rezept und ohne jede Indikation jederzeit und fl\u00e4chendeckend in jeder Apotheke in Deutschland als sogenanntes &#8222;Notfallverh\u00fctungsmittel&#8220; erh\u00e4ltlich. Nicht nur die Christdemokraten f\u00fcr das Leben (CDL) haben dies seit l\u00e4ngerem bereits deutlich kritisiert. Inzwischen ist es zu vielen Unklarheiten und Irritationen \u00fcber Einsatzm\u00f6glichkeiten und Wirkmechanismen der \u201ePille danach\u201c gekommen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Deutschland werden derzeit vor allem zwei Pr\u00e4parate verschrieben, die beide von einem Hersteller (HRA Pharma) vertrieben werden, zu dessen aktiven Partnern und Unterst\u00fctzern u.a. auch die bekannte internationale Dachorganisation von Pro Familia IPPF (International Planned Parenthood Federation) oder &#8222;Woman on waves&#8220;geh\u00f6rt. . Allein in Deutschland wurde 2011 die \u201ePille danach\u201c mindestens 367.427 verkauft, Tendenz weiter stark steigend. Bef\u00fcrwortende Gutachten zum Einsatz dieser Produkte liegen vor allem von bekannten Vertretern abtreibungsbef\u00fcrwortender internationaler Organisationen vor, so z.B. von Prof. Kristina Gemzell, derzeitig Pr\u00e4sidentin von FIAPAC (www.fiapac.org), dem internationalen Interessenverband von Abtreibungsanbietern. Die Mehrzahl der aus diesem Kreis stammenden Wissenschaftler behauptet eine ausschlie\u00dflich verh\u00fctende Wirkung der \u201ePillen danach\u201c und verneint eine zus\u00e4tzlich, aber nachweisbar bestehende nidationshemmende, d.h. auch abtreibende Wirkung. Neutrale Quellen, wie z.B. wissenschaftliche Dienste, weisen ebenso wie viele Abtreibungskritiker und Gyn\u00e4kologen auf diese den Embryo t\u00f6tende Wirkungsweise hin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was ist die \u201ePille danach\u201c?<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welche Wirkungen muss eine \u201ePille danach\u201c nun haben, um eine Schwangerschaft zu verhindern, wenn im fruchtbaren Zeitraum Geschlechtsverkehr stattfindet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;1. Sie muss den Eisprung hemmen k\u00f6nnen, falls dieser noch nicht eingetreten ist.<br \/>\n2. Sie muss den Transport des Embryos in die Geb\u00e4rmutter behindern k\u00f6nnen, falls die Eisprunghemmung nicht eingetreten ist.<br \/>\n3. Sie muss die Geb\u00e4rmutterschleimhaut ver\u00e4ndern und eine Einnistung des Embryos nach 5 Tagen dadurch erschweren\/verhindern.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u201ePille danach\u201c ist ein hoch dosiertes hormonelles Mittel, das dazu bestimmt ist, kurzfristig nach ungesch\u00fctztem Geschlechtsverkehr eine eventuelle Schwangerschaft zu verhindern. Die Pille soll nach Empfehlung der Hersteller so fr\u00fch wie m\u00f6glich, sp\u00e4testens jedoch 72 Stunden bzw. 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Den Anwendungsgr\u00fcnden entsprechend wird von \u201eNotfallverh\u00fctung\u201c gesprochen oder auch von \u201eNachverh\u00fctung\u201c, ein Begriff, den Pro Familia aus argumentativen Gr\u00fcnden einf\u00fchrte. Hersteller beider g\u00e4ngigen Pr\u00e4parate ist HRA Pharma aus Frankreich, der die \u201ePille danach\u201c weltweit unter verschiedenen Namen vermarktet. In Europa werden im wesentlichen zwei Pr\u00e4parate vermarktet: Die auf dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) basierende PiDaNa\u00ae (unter dem Namen NorLevo\u00ae in anderen L\u00e4ndern ) und die auf dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA) basierende ellaOne\u00ae. Die \u201ePille danach\u201c ist in anderen L\u00e4ndern auch unter weiteren Namen, wie z. B. Vikela\u00ae, Duofem\u00ae, Unofem\u00ae oder auch als Plan B\u00ae erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Dosis der Wirkstoffe ist abh\u00e4ngig von der Art der Einnahme. Neben der Einzeldosis mit 1,5 mg des Gestagens Levonorgestrel ist auch eine Doppeldosis von zweimal 0,75 mg, die im Abstand von 12 Stunden einzunehmen sind, erh\u00e4ltlich. Die Dosis 1,5 mg Levonorgestrel entspricht in etwa der Hormondosis einer Monatspackung normaler Verh\u00fctungspillen. EllaOne\u00ae wird bisher als Einzeldosis mit 30 mg Ulipristalacetat angeboten. Oft wird auch diese hohe Hormonbelastung, die f\u00fcr die Frauen keinesfalls ohne Nebenwirkung oder ungef\u00e4hrlich ist, als unbedeutend heruntergespielt. Es wird zwar von einem \u201ezu regelm\u00e4\u00dfigen\u201c Gebrauch auch von Bef\u00fcrworten abgeraten, dennoch wird etwa von Pro Familia Deutschland empfohlen, einen \u201eNotvorrat\u201c anzulegen: \u201eWenn Ihr auf Nummer sicher gehen wollt, ist es vielleicht eine M\u00f6glichkeit, sich ein \u201eNotfallp\u00e4ckchen\u201c der Pille danach zuzulegen.\u201c (Siehe Pro Familia Infobrosch\u00fcre f\u00fcr Jugendliche: \u201cAuf Nummer sicher mit der Pille danach\u201c S.25)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II. Die Entwicklung der Pille danach<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem bereits seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts versucht wurde, \u00f6strogenbasierte Verh\u00fctungsmittel zu entwickeln , ver\u00f6ffentlichte der kanadische Gyn\u00e4kologe Prof. Dr. Albert A. Yuzpe Anfang der 70er Jahre erste Studien zur Sicherheit und Effektivit\u00e4t einer von ihm entwickelten Notfallverh\u00fctung basierend auf \u00d6strogen und Gestagen. Bekannt wurde diese Methode unter dem Namen ihres Entwicklers als \u201eYuzpe-Methode\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Yuzpe-Methode war sowohl in Europa als auch den Vereinigten Staaten von Amerika lange Zeit das \u201eMittel der Wahl\u201c zur Verhinderung einer Schwangerschaft. In Deutschland war das Mittel Tetragynon\u00ae bis in die 2000er Jahre hinein auf dem Markt. Eine Nutzung dieses Medikamentes war erst aufgrund der Reform des \u00a7 218 StGB im Jahre 1976 m\u00f6glich geworden. Prof. Dr. Ulrike Busch, Professorin f\u00fcr Familienplanung an der Fachhochschule Merseburg und u. a. Vorstandsmitglied der Pro Familia im Landesverband Berlin sowie Mitbegr\u00fcnderin und langj\u00e4hrige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Familienplanungs-zentrums Berlin, erkl\u00e4rte auf einer u. a. von Pro Familia Berlin im Jahre 2003 durchge-f\u00fchrten Fachtagung zur rezeptfreien Vergabe der \u201ePille danach\u201c hierzu Folgendes: \u201eHier [Anm. d. Verf.: gemeint ist die Reform des \u00a7218 StGB] wurde definiert, dass sch\u00fctzenswertes menschliches Leben erst mit dem Einnisten der befruchteten Eizelle in die Geb\u00e4rmutter beginnt. Dies erm\u00f6glichte die Nutzung der Spirale, aber auch der \u201ePille danach\u201c. Die Z\u00f6gerlichkeit der tats\u00e4chlichen Nutzung in Deutschland mag zum einen in einem Fortwirken ideologisch-moralischer Diskreditierung von Notfallverh\u00fctung als T\u00f6tung vorgeburtlichen Lebens begr\u00fcndet sein, zum anderen aber in den erheblichen Nebenwirkungen von Tetragynon, und in der leicht schwierigen Zug\u00e4nglichkeit der Produkte an Wochenenden in l\u00e4ndlichen Regionen etc.\u201c Aufgrund der relativ hohen \u00d6strogendosis und den damit verbundenen Nebenwirkungen ging man mehr und mehr zu rein gestagenbasierten Pr\u00e4paraten \u00fcber.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die World Health Orgnanisation (WHO) f\u00fchrte 1982 eine Studie durch, die \u201eeine \u00dcberlegenheit der reinen Gestagene [\u2026] bez\u00fcglich Effektivit\u00e4t und Vertr\u00e4glichkeit zeigen. Auf diesen Studienergebnissen basierend wurde die Kombination von Ehtinylestradiol und LNG zugunsten der alleinigen Gabe von LNG verlassen.\u201c Inzwischen wurde als Weiterentwicklung des zur Abtreibung eingesetzten Pr\u00e4rarates RU 486 Mifepristone (auf dem Markt als Mifegyne\u00ae) der Wirkstoff Ulipristalacetat entwickelt. W\u00e4hrend Mifepristone im Ausland auch als \u201ePille danach\u201c eingesetzt wird (in geringeren Dosen als bei der abtreibungsinduzierten Einnahme), ist RU 486 in Deutschland gesetzlich f\u00fcr die &#8222;pharmakologische&#8220; Abtreibung zugelassen. 2012 erfolgte bei 108900 gemeldeten Abtreibungen bereits 15% durch Mifegyne.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ulipristalacetat ist in der EU seit dem Jahr 2009 und in den USA seit dem Jahr 2010 in Form von Tabletten zugelassen (ellaOne\u00ae). Die Wirkstoffe Levonorgestrel und Ulipristalacetat<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beide Pr\u00e4parate unterscheiden sich in ihren Wirkungsweisen insofern, dass Levonorgestrel nur innerhalb eines Zeitraumes von bis zu 72 Stunden (3 Tage) nach dem Sexualverkehr eingenommen werden kann, damit eine Wirkung m\u00f6glich wird. Ulipristalacetat kann dagegen bis zu 120 Stunden (5 Tage) nach dem Verkehr eingenommen werden. Aufgrund dieses l\u00e4ngeren Zeitraumes, in dem eine Anwendung m\u00f6glich ist, wird ellaOne\u00ae mittlerweile offenbar deutlich h\u00e4ufiger verschrieben. ellaOne\u00ae steht europaweit unter Rezeptpflicht w\u00e4hrend die \u201ePille danach\u201c auf der Basis von Levonorgestrel in mehreren L\u00e4ndern von der Verschreibungspflicht entbunden und teilweise freiverk\u00e4uflich zu erwerben ist. Die aktuelle Diskussion \u00fcber die Wirkstoffe und deren Wirkungsmechanismen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon seit l\u00e4ngerem bem\u00fchen sich Bef\u00fcrworter und Anbieter der \u201ePille danach\u201c um gr\u00f6\u00dfere Bekanntheit dieser Produkte zur Verhinderung und fr\u00fchstm\u00f6glichem Abbruch einer Schwangerschaft und fordern zudem vehement die Rezeptfreiheit und st\u00e4ndige Verf\u00fcgbarkeit. Im Internet sind bereits alle Produkte der Pille danach \u201eunkompliziert\u201c jederzeit bestellbar. Nachdem im Januar 2013 gezielt \u00f6ffentlich bekannt gemacht worden war, dass katholische Kliniken die \u201ePille danach\u201c wegen ihrer m\u00f6glichen abortiven Wirkung nicht verschreiben, entstand eine lebhafte \u00f6ffentliche Diskussion \u00fcber den bedenkenlosen Einsatz einer \u201ePille danach\u201c, die die Bekanntheit und Bef\u00fcrwortung dieser auch fr\u00fchabtreibend wirkendenden Produkte leider \u00f6ffentlich massiv unterst\u00fctzt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich liegen dem Deutschen Bundestag zwei Antr\u00e4ge vor, die eine Rezeptfreiheit f\u00fcr die \u201ePille danach\u201c, bezogen auf den Wirkstoff LNG fordern , wie dies schon \u00f6fter versucht wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Zusammenhang wurde eine in der medizinischen Wissenschaft gef\u00fchrte Auseinandersetzung \u00fcber die Wirkungsmechanismen der Wirkstoffe Levonorgestrel und Ulipristalacetat \u00f6ffentlich. Vor allem der Berufsverband der Frauen\u00e4rzte e.V. (BVF), vertreten durch den Pr\u00e4sidenten Dr. med. Christian Albring, stach mit eindeutigen \u00c4u\u00dferungen hervor, nach denen die \u201ePille danach\u201c lediglich eine hormonelle Wirkung und keine nidationshemmende Wirkung habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 4. Februar 2013 erschien eine gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Gyn\u00e4kologische Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin e.V. (DGGEF) und des BVF mit dem Titel \u201eNotfallkontrazeption \u2013 ein Update\u201c. Die Verfasser stellen \u201eaus gegebenem Anlass\u201c die Methoden der Notfallkontrazeption in Deutschland und der Wirkungsmechanismen vor. Sie kommen zu dem Schluss: \u201eSowohl Levonorgestrel 1,5 mg als auch Ulipristalacetat 30 mg wirken in den verwendeten Dosen und bei einmaliger Gabe nicht implantationshemmend (Gemzell-Danielsson et al. 2012) und auch nicht abortiv.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die in den Fu\u00dfnoten angegebenen Quellen weisen vielfach Studien aus, die in Reproduktionszentren u. a. von Pro Familia [Anm. d. Verf.: die ja eine generelle Rezeptfreiheit der \u201ePille danach\u201c fordert] entstanden sind. Vor allem bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die explizit genannte Studie von Dr. Gemzell-Danielsson.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Prof. Dr. Kristina Gemzell-Danielsson ist Inhaberin des Lehrstuhls f\u00fcr Geburtshilfe und Gyn\u00e4kologie und Reproduktive Gesundheit im Bereich Frauen- und Kindergesundheit am Karolinska Institutet in Stockholm. Dar\u00fcber hinaus hat sie in den vergangenen Jahren eng mit der WHO zusammengearbeitet. Sie ist als Nachfolgerin von Dr. Christian Fiala Pr\u00e4sidentin der FIAPAC (Internationale Vereinigung von Fachkr\u00e4ften zu Schwangerschaftsabbruch und Kontrazeption) , die sich seit Gr\u00fcndung 1997 massiv f\u00fcr unbegrenzte Abtreibungsfreigabe einsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zum Beginn der Diskussion im Januar 2013 war auch auf der vom BVF und der DGGG betriebenen Internetseite \u201eFrauen\u00e4rzte im Netz\u201c im Kapitel \u00fcber die \u201ePille danach\u201c folgender Satz zu lesen: \u201eDie \u201aPille danach\u2018 verhindert oder verschiebt den Eisprung so, dass keine Befruchtung stattfinden kann. Ist es bereits zu einer Befruchtung gekommen, verhindert sie die Einnistung in die Geb\u00e4rmutter. Nach bereits erfolgter Einnistung der befruchteten Eizelle ist sie nicht mehr wirksam. Diese Tatsache ist besonders wichtig, denn so gilt die \u201aPille danach\u2018 nicht als \u201aAbtreibungspille\u2018.\u201c Der Eintrag wurde inzwischen ge\u00e4ndert und mit Stand vom 3. Februar 2012 ist auf derselben Internetseite zu lesen: \u201eBeide hormonellen Methoden haben keinen Einfluss auf die Einnistung (Implantation) einer befruchteten Eizelle. Die \u201ePille danach\u201c f\u00fchrt daher zu keinem Schwangerschaftsabbruch, sie ist unwirksam, sobald der Prozess der Einnistung begonnen hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die bereits vorab zitierte (s. S. 2) Studie \u201eEmergency Contraception: An Updatend Review\u201c von Guida et al. aus dem Jahr 2011 kommt nach einer Gegen\u00fcberstellung der bisher relevanten Studien zu dem Ergebnis, dass die in der hormonellen Verh\u00fctung genutzten Pr\u00e4parate in Abh\u00e4ngigkeit vom Zeitpunkt ihrer Einnahme wirken. \u201eNach gegenw\u00e4rtigem Stand\u201c kann nach Ansicht der Verfasser der Studie davon ausgegangen werden, dass in einigen F\u00e4llen von einer rein hormonellen Kontrazeption, die vor der Entwicklung des Embryos einsetzt, gesprochen werden kann. In anderen F\u00e4llen jedoch verhindert oder beendet die \u201ePille danach\u201c die Entwicklung eines bereits entstandenen Embryos (interruption of the development of an already formed embryo).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbst HRA Pharma gibt auf der Internetseite zu Norlevo\u00ae an, dass mehrere Wirkungen m\u00f6glich sind, vor allem aber die Verz\u00f6gerung der Ovulation oder die Ver\u00e4nderung der Geb\u00e4rmutterschleimhaut. \u201eIn jedem Fall tritt die Wirkung aber vor der Einnistung in die Geb\u00e4rmutter ein.\u201c Damit wird eine Einnistung \/ Nidation verhindert und der Embryo stirbt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die aktuelle Gesamtstudienlage zeigt, dass sowohl LNG als auch UPA neben der Eisprung-hemmung auch andere fr\u00fchabtreibende Wirkungen haben k\u00f6nnen. Somit kann nicht mit sicherer Konsequenz eine der Pillen danach ausschlie\u00dflich als reine Ovulationshemmer bewiesen werden. Es wird in der Praxis in der Regel aufgrund von Rezeptfreiheit oder fehlender gyn\u00e4ykoloischer Fachexpertise nicht m\u00f6glich sein, im Einzelfall zu ermitteln, welche Wirkung bei versagter -Ovulationshemmung nun eingetreten ist \u2013 gest\u00f6rter Embryotransport durch die Eileiter, Nidationshemmung oder Unwirksamkeit der \u201ePille danach\u201c .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da zudem ellaOne\u00ae erst seit wenigen Jahren verf\u00fcgbar ist, sind entsprechende Studien auch erst k\u00fcrzlich publiziert worden bzw. andere Studien werden in diesem Zusammenhang \u00fcberhaupt erst durchgef\u00fchrt. Einige der Studien weisen dar\u00fcber hinaus methodische M\u00e4ngel, wie z.B. kleine Fallzahlen, auf. Weitere, insbesondere In\u2010vitro\u2010Studien, erfordern erg\u00e4nzende klinische Untersuchungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die verf\u00fcgbare Datenlage erlaubt es bei sorgf\u00e4ltiger Recherche nicht, eine nidationshemmende und fr\u00fchabortive Wirkung sowohl f\u00fcr Levonorgestrel als auch Ulipristalacetat auszuschlie\u00dfen. &#8222;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es verwundert also, wenn von \u201eneuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen\u201c in diesem Zusammenhang die Rede ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III. Schlussfolgerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie beschrieben, ist bislang keinesfalls abschlie\u00dfend oder sicher gekl\u00e4rt, in welchen genauen Schritten die \u201ePille danach\u201c in den einzelnen Phasen nach der erfolgten Befruchtung, d.h. der Entstehung des Embryos, ihre zus\u00e4tzlich nidationshemmende Wirkung entfaltet. Bisher liegen kaum neutrale Studien vor. Jedoch ist erkennbar, dass die Ersteller verschiedener Studien oftmals eindeutig eine interessengesteuerte Intention verfolgen.. Zulassungstudien wurden von HRA Pharma selbst oder auch von der WHO oder dem Population Council in Auftrag gegeben und finanziert. Daraus die Schlussfolgerung zu ziehen, dass eine Vielzahl von Studien einseitig interessengeleitet sind, liegt auf der Hand, denn sie werden von denen beauftragt, die auch vom Einsatz der Pille finanziell profitieren bzw. deren Einsatz prinzipiell fordern und f\u00f6rdern .<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So hat z. B. die International Federation of Gynecology &amp; Obstretics (FIGO) in Zusammenarbeit mit dem International Consortium f\u00fcr Emergency Contraception (ICEC) im M\u00e4rz 2011 ein \u201eEmergency Contraception Statement\u201c ver\u00f6ffentlich, in dem ebenfalls die nidationshemmende Wirkung von LNG zwar nicht explizit ausgeschlossen aber doch als unwahrscheinlich angenommen wird. In der Folge wird empfohlen, bisherige Hinweise auf eine m\u00f6glicherweise nidationshemmende Wirkung aus den Beipackzetteln der Pr\u00e4parate herauszunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu den Gr\u00fcndungsmitgliedern des ICEC geh\u00f6rten unter anderem die IPPF, die Dachorganisation der deutschen Pro Familia, und der Population Council. Beide Organisationen setzen sich f\u00fcr ungehinderten Zugang zur Abtreibung ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Intention der Studien und Statements ist eindeutig: Ein m\u00f6glichst unproblematischer Zugang zur \u201ePille danach\u201c ,z.B. durch Ausweitung des Internetvertriebs, und weitestgehend ohne Rezeptpflicht,. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine verbesserte Akzeptanz der \u201ePille danach\u201c unerl\u00e4sslich. \u201eMissverst\u00e4ndnisse \u00fcber die Wirkungsmechanismen\u201c, die eine weitere Verbreitung des Einsatzes verhindern, werden auch von Prof. Gemzell-Danielsson beklagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus den bisherigen Untersuchungen kann gefolgert werden, dass es bisher kein Produkt der \u201ePille danach\u201c gibt, das ausschlie\u00dflich nur die Befruchtung verhindert und der Beweis f\u00fcr eine nidationshemmende Wirkung wurde bisher nicht unwiderlegbar gef\u00fchrt wurde. Bei den derzeitg am Markt angebotenene Produkten wird daher eine Abtreibung des Embryos sehr wohl billigend in Kauf genommen . Daher kann und wird es im Interesse des Schutzes jedes gezeugten Kindes und seines einzigartigen Wertes und Lebensrechtes weiterhin keine Zustimmung zur \u201ePille danach\u201c geben k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Stand: 18. Februar 2012, Christdemokraten f\u00fcr das Leben (CDL)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der Homepage von HRA Pharma hei\u00dft es (18.02.2013) w\u00f6rtlich: \u201eWir sind stolz darauf, gute Beziehungen zu Forschungs- und Entwicklungspartnern in international anerkannten Forschungsinstituten zu entwickeln. Diese Partnerschaften spielen eine gro\u00dfe Rolle bei der Entwicklung unserer Produktpipeline\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> Unsere kollaborativen Forschungsaktivit\u00e4ten beinhalten:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">US National Institutes of Health HRA Pharma ist erfolgreich zwei kollaborative Forschungs &#8211; und Entwicklungsvereinbarungen mit dem US National Institute of Child Health and Human Development eingegangen &#8211; eine bemerkenswerte Leistung f\u00fcr ein kleines europ\u00e4isches Pharmaunternehmen. Die erste Vereinbarung, unterzeichnet im Jahre 2001 und erneuert im Jahre 2005, bezieht sich auf die klinische Entwicklung von CDB-2914 (Ella\u00ae, UPA)\u2026..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Population Council<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Population Council ist eine internationale gemeinn\u00fctzige Nichtregierungsorganisation, die biomedizinische, sozialwissenschaftliche und \u00f6ffentliche Gesundheitsforschungen betreibt. HRA Pharma arbeitet gemeinsam mit dem Council an verschiedenen Projekten, um innovative kontrazeptive Technologien zu entwickeln. Eines dieser Projekte beinhaltet UPA, ein Produkt der HRA Pharma, ein innovatives nicht \u00f6strogenhaltiges Kontrazeptivum das entwickelt wird, um kontinuierliche Verh\u00fctung durch neuartige Zufuhrsysteme zu bieten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gynuity Health Projects<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gynuity Health Project ist eine gemeinn\u00fctzige Nichtregierungsorganisation f\u00fcr Forschung und technische Unterst\u00fctzung in Bezug auf reproduktive Gesundheit. Es wurden mehrere Forschungsprogramme f\u00fcr Misoprostol entwickelt, ein Medikament, das derzeit in mehr als 60 L\u00e4ndern f\u00fcr die Behandlung und Verh\u00fctung von bestimmten Arten von Magengeschw\u00fcren registriert wurde. HRA Pharma arbeitet mit Gynuity an der Entwicklung von Misoprostol als eine sichere, effektive und akzeptable nichtchirurgische Alternative f\u00fcr die Behandlung von unvollst\u00e4ndigen Aborten. Au\u00dferdem stellt es ein zus\u00e4tzliches Werkzeug f\u00fcr die Pr\u00e4vention und Behandlung von post-partum Blutungen dar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Produkte \/ Weitere L\u00e4nder<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zus\u00e4tzlich zu den L\u00e4ndern, in welchen eigene Filialen betrieben werden, erm\u00f6glicht HRA Pharma durch die Zusammenarbeit mit Herstellungs- und Vertriebspartnern sowie nichtstaatlichen Organisation (NGO) Patienten weltweit den Zugang zu ihren Produkten. Auf diese Weise folgt HRA Pharma in \u00fcber 50 L\u00e4ndern ihrem Anspruch, Patientenbed\u00fcrfnisse zu befriedigen und zur Verbesserung der Gesundheit beizutragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.hra-pharma.com\/de\/rd-research.php\">www.hra-pharma.com\/de\/rd-research.php<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<div>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h3>Hier geht es zum Link der Stellungnahme als PDF:<\/h3>\n<\/div>\n<\/div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.cdl-online.de\/files\/dokumente\/cdl-schriften\/die-pille-danach-nur-ein-verhuetungsmittel.pdf\">www.cdl-online.de<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine wissenschaftliche Stellungnahme der \u00c4rztevereinigung St. Lukas e.V., Katholiken im Gesundheitswesen findet sich hier:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kathmed.de\/images\/bilddaten\/wissenschaftliche_darlegung_wirkungsweise_postkoitalpille\">www.kathmed.de<\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>I. Einleitung Die \u201ePille danach\u201c, die nach ungesch\u00fctztem Geschlechtsverkehr\u00a0angeboten wird, ist seit einigen Jahren nach Rezept und ohne jede Indikation jederzeit und fl\u00e4chendeckend in jeder Apotheke in Deutschland als sogenanntes &#8222;Notfallverh\u00fctungsmittel&#8220; erh\u00e4ltlich. Nicht nur die Christdemokraten f\u00fcr das Leben (CDL) haben dies seit l\u00e4ngerem bereits deutlich kritisiert. Inzwischen ist es zu vielen Unklarheiten und Irritationen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":247,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[10,24,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9104"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/247"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9104"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9104\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9113,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9104\/revisions\/9113"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9104"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9104"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9104"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}