{"id":9068,"date":"2013-02-13T15:28:27","date_gmt":"2013-02-13T13:28:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9068"},"modified":"2013-02-13T15:28:27","modified_gmt":"2013-02-13T13:28:27","slug":"evangelisation-was-konnen-wir-tun-damit-menschen-christen-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9068","title":{"rendered":"Evangelisation: Was k\u00f6nnen wir tun, damit Menschen Christen werden?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eGerettet sein gibt Rettersinn!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Herr Jesus Christus hat uns den Auftrag hinterlassen: \u201eMachet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker!\u201c Eigentlich h\u00e4tte er das gar nicht sagen m\u00fcssen. Wer die Erl\u00f6sung durch Jesus Christus erfahren hat, kann dies Geschenk nicht f\u00fcr sich behalten. Wer wei\u00df, was es hei\u00dft, verloren zu sein, der hat keinen sehnlicheren Wunsch als den, m\u00f6glichst viele Menschen f\u00fcr Jesus zu gewinnen. Aber wie? Auf welchem Wege kann dieses Ziel am wirkungsvollsten erreicht werden?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Evangelisation und Marketing<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen eine bestimmte Einstellung erreichen \u2013 n\u00e4mlich Vertrauen zu Christus und Liebe zu ihm und zu allen Menschen \u2013 und ein bestimmtes Verhalten \u2013 n\u00e4mlich ein Leben nach den Ma\u00dfst\u00e4ben der Bibel und missionarischen Einsatz \u2013 erreichen. Was liegt da n\u00e4her, als von denen zu lernen, die die Kunst der Beeinflussung von Einstellung und Verhalten am vollkommensten beherrschen. Das sind in unserer Zeit die Fachleute der Werbepsychologie und des Marketing.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So wird versucht, die Verk\u00fcndigung des Evangeliums in ein angenehmes Umfeld einzubetten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man stellt den Nutzen der Glaubensentscheidung heraus. So werden z, B. Untersuchungen dankbar aufgegriffen, die besagen, dass Glaubende Menschen ges\u00fcnder sind als andere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kosten sollen im Vergleich zum Nutzen m\u00f6glichst gering erscheinen. Wir betonen, dass das Heil nicht mehr kostet als ein Gebet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Glaube an Jesus wird mit positiven Assoziationen verkn\u00fcpft. Pers\u00f6nlichkeiten mit Erfolg und Ansehen werden als Werbetr\u00e4ger in den Vordergrund gestellt. So, wie vor einiger Zeit der Name einer Tennisk\u00f6nigin den Verkauf von Opel-Autos ankurbeln sollte, so f\u00f6rdern die Namen anderer Spitzensportler die Akzeptanz von Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ergebnis scheint dieser Strategie recht zu geben. Gemeinden, die ihre Au\u00dfendarstellung ebenso wie ihre Binnenstruktur konsequent nach psychologischen Gesichtspunkten gestaltet haben, verzeichnen den gr\u00f6\u00dften Zulauf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings gibt es auch gewichtige Einw\u00e4nde gegen die \u00dcbertragung von Marketingmethoden auf Evangelisation und Mission. Nur der wichtigste soll hier genannt werden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Auto bleibt ein Auto. Das ist v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, wie es pr\u00e4sentiert wird und mit welchen Assoziationen es verkn\u00fcpft wird. Das gilt f\u00fcr alle Gegenst\u00e4nde \u2013 Fu\u00dfb\u00e4lle, Fernseher, Marmelade, Fertigh\u00e4user &#8230; Sie bleiben, was sie sind, egal wie sie vermarktet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaube ist aber kein Gegenstand, sondern eine Einstellung \u2013 genauer ein Vertrauen und auch eine Erwartungshaltung. Eine Einstellung aber wird nun gerade nicht unabh\u00e4ngig von der Pr\u00e4sentation sondern durch die Pr\u00e4sentation vermittelt. Die assoziative Einbettung bestimmt den Inhalt des Glaubens, f\u00fcr den geworben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wird also mit gesundheitsf\u00f6rdernden Wirkungen f\u00fcr den Glauben geworben, entsteht eine entsprechende Erwartungshaltung. Das gleiche gilt f\u00fcr Werbung durch besonders erfolgreiche Pers\u00f6nlichkeiten. Ebenso bestimmt eine gruppendynamisch oder massenpsychologisch fundierte Glaubensvermittlung den Glauben, der entsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist nun allerdings unabh\u00e4ngig vom formalen oder bekenntnism\u00e4\u00dfigen Inhalt des vermittelten Glaubens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist also nicht egal, wie wir Menschen zum Glauben bringen, weil n\u00e4mlich das \u201eWie\u201c das \u201eWas\u201c fundamental bestimmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Von Christus lernen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Art der Glaubensvermittlung ergibt sich also notwendig aus der Art des Glaubens, den wir vermitteln. Da sich unser Glaube auf eine Person bezieht, ergibt sich also die Art der Glaubensvermittlung aus der Art dieser Person.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Methodik der Evangelisation k\u00f6nnen wir also nur bei Jesus Christus selbst erlernen \u2013 und bei den Boten, die er unmittelbar beauftragt hat \u2013 den vier Evangelisten und dem Apostel Paulus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als erstes machen wir allerdings eine Entdeckung, die dem Denken unserer Zeit \u00e4u\u00dferst befremdlich erscheint:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es gibt keine Methode.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Methode bedeutet eigentlich einen Weg, den man gehen mu\u00df, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Wenn man die Methode beherrscht und sie richtig anwendet, dann erreicht man mit Sicherheit das Ziel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Methode in diesem Sinne gibt es aber bei der Glaubensvermittlung nicht. Das sagt unser Herr Jesus Christus in Johannes 14,6:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNiemand kommt zum Vater, denn durch mich.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in Johannes und 6,65:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eNiemand kann zu mir kommen, es sei ihm denn vom Vater gegeben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraus folgert dann mancher das andere Extrem: Dann kann ich also nichts dazu tun, da\u00df Menschen zum Glauben kommen. Folgerichtig unterbleibt dann jeder Versuch, das Evangelium \u00fcber den Kreis der gl\u00e4ubigen Gemeinde hinauszutragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber hat nicht der selbe Herr Jesus Christus auch gesagt \u2013 in Matth\u00e4us 28,19:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMachet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also: Es gibt zwar keine Methode, aber:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Es gibt einen Auftrag.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollen also, was nur Gott kann. Wie ist das zu verstehen? Wenn Gottes Wort uns doch eine Erkl\u00e4rung bieten w\u00fcrde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d wie ein Mensch zum Glauben kommt und<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d was Menschen dazu tun k\u00f6nnen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber genau das tut Gottes Wort. An einer Stelle hat unser Herr Jesus Christus einem Menschen erkl\u00e4rt, wie es geschieht, dass der rettende Glaube entsteht. Johannes berichtet uns davon im dritten Kapitel seines Evangeliums.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grundtext zu Mission und Evangelisation ist Johannes 2,23 &#8211; 3,14. Diesen werden wir zun\u00e4chst betrachten. Hier wird der Vorgang des Christwerdens sozusagen systematisch theologisch erkl\u00e4rt. Dann werden wir einige Hinweise auf die Praxis der Apostel ansehen \u2013 sozusagen als praktisch theologische Erg\u00e4nzung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Lehre Jesu \u2013 Johannes 3<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In Johannes 2,23+24 begegnen wir Menschen, die glauben an Jesus,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eweil sie die Zeichen sahen, die er tat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber diesen Leuten vertraut Jesus sich nicht an. Ihre Erwartungshaltung macht es ihm unm\u00f6glich, sich diesen Menschen zu offenbaren. Es ist hier \u00e4hnlich wie in Kapitel sechs. Dort entzieht sich Jesus der Menge, als sie ihn angesichts des Brotwunders zum K\u00f6nig machen will. Damit wird zun\u00e4chst einmal deutlich, was wir nicht zu tun haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was wir nicht zu tun haben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt eine Erwartungshaltung, die den rettenden Glauben unm\u00f6glich macht. Diese Erwartungshaltung entsteht im Angesicht von Zeichen und Wundern. Wenn Menschen von Jesus die Erf\u00fcllung ihrer nat\u00fcrlichen Bed\u00fcrfnisse erwarten, kann er sich ihnen schon nicht mehr offenbaren. Statt dessen flieht er vor ihnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4ufig wird f\u00fcr Jesus geworben, indem man herausstellt, was es \u201ebringt\u201c, an ihn zu glauben:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d Jesus l\u00f6st deine Probleme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d Jesus macht dich gesund.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d Jesus macht dich erfolgreich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d Jesus bringt Wohlstand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\uf02d Jesus bringt Zufriedenheit \u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Reihe lie\u00dfe sich fortsetzen. Das geschieht in der guten Absicht, \u201eMenschen f\u00fcr Jesus zu gewinnen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber, wie die Schrift uns zeigt, ist gut gemeint in diesem Fall das gerade Gegenteil von gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer solche Erwartungen an Jesus weckt, der errichtet, ohne es zu wissen und zu wollen, zwischen den Menschen und Jesus eine unsichtbare Wand, die diese Menschen auf Dauer von Jesus trennt. Auf Veranstaltungen, seien sich noch so evangelistisch gemeint, wo Bed\u00fcrfnisbefriedigung durch Jesus verhei\u00dfen wird, geschieht das, was wir in Johannes 6,15 lesen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAls nun Jesus merkte, dass sie kommen w\u00fcrden und ihn ergreifen, um ihn zum K\u00f6nig zu machen, entwich er \u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede Werbung f\u00fcr Jesus, die den Glauben an ihn in den Augen des nat\u00fcrlichen Menschen sinnvoll oder vorteilhaft erscheinen l\u00e4sst, mag wohl Begeisterung f\u00fcr Jesus zu wecken, den rettenden Glauben aber wird sie nicht nur nicht wecken, sondern sie wird ihn verhindern. Denn Jesus entzieht sich jedem, der ihn zum Anwalt seiner menschlichen Interessen machen m\u00f6chte (vgl. auch Lukas 12,13-15).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es gibt auch andere. Es gibt Menschen, denen Jesus sich nicht entzieht, sonder offenbart. Ein solcher Mensch begegnet uns in Johannes drei, Vers eins:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs war aber ein Mensch \u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Voraussetzung zum Glauben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Mensch bringt andere Voraussetzungen mit, als die Vielen, die um der Zeichen willen glaubten. Denn er bringt andere Erwartungen mit als jene. Dieser Mensch kommt nicht, damit Jesus ihm den Magen f\u00fcllt oder ihn von seinen Beschwerden befreit. Er kommt, weil er in den Himmel will. Aber er will nicht in den Himmel, weil es dort sch\u00f6ner ist als in der H\u00f6lle. Damit w\u00fcrde er noch zu denen geh\u00f6ren, denen Jesus sich nicht anvertraute (2,24).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus selbst bringt zum Ausdruck, was diesen Menschen zu ihm treibt: Er sucht das Reich Gottes (3,2+5). Genauer \u00fcbersetzt: Die Herrschaft Gottes. Dieser Mann m\u00f6chte, da\u00df Gott in seinem Leben zu Seinem Recht kommt. Er m\u00f6chte unter der Herrschaft Gottes leben. Er m\u00f6chte, da\u00df Gottes Wille in seinem Leben geschieht. Er m\u00f6chte Gott ganz geh\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einem Menschen, der das m\u00f6chte, dem kann Jesus sich offenbaren. Er sagt das ausdr\u00fccklich in Johannes 7,17:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn jemand den Willen Gottes tun will, der wird erkennen, ob die Lehre von Gott ist, oder ob ich von mir selbst aus rede.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir erfahren ja nicht direkt, was Nikodemus den Herrn gefragt hat. Wir konnten nur indirekt aus der Antwort Jesu erschlie\u00dfen, dass es um die Herrschaft Gottes ging. Wir k\u00f6nnen uns allerdings ein ziemlich genaues Bild davon machen, wie die Frage gelautet haben wird. Es war die Frage, die alle wirklich frommen Juden damals umtrieb, und diese Frage ist es auch, die alle wahrhaft frommen Menschen zu allen Zeiten und \u00fcberall umgetrieben hat und bis heute umtreibt. Wir h\u00f6ren sie zum Beispiel aus dem Munde des reichen Mannes in Markus 10,17:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas soll ich tun, damit ich das ewige Leben ererbe?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ja auch unsere Fragestellung, wenn auch jetzt im Blick auf die anderen: Was sollen wir tun, damit Menschen das ewige Leben ererben? Was sollen wir tun, damit Menschen unter die Herrschaft Gottes kommen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">H\u00e4tten wir anstelle des Herrn Jesus Christus die Frage von Nikodemus gestellt bekommen, w\u00e4ren wir als evangelikale Christen um eine Antwort wohl kaum verlegen gewesen. Du mu\u00dft dich bekehren! Du mu\u00dft dich f\u00fcr Jesus entscheiden! Das ist doch klar. Das ist gar keine Frage. Die Frage ist nur: Wie kriegen wir Menschen wie Nikodemus und erst Menschen unserer Zeit da hin, dass sie das auch tun?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ergibt sich aus unserer Antwort auf die Frage des Nikodemus nach seinem Weg ins Reich Gottes logisch zwingend unsere Frage nach unserem Weg der Evangelisation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was aber w\u00e4re, wenn schon die Frage des Nikodemus falsch w\u00e4re? Dann w\u00e4re unsere Antwort auch falsch. Und alles, was wir bisher daraus gefolgert haben, w\u00e4re auch falsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und genau das macht Jesus im folgenden dem Nikodemus deutlich: Die Frage, die du stellst, ist falsch. Die Frage, die alle wahrhaft frommen Menschen aller Zeiten und V\u00f6lker als ihre letzte, tiefste, entscheidende Frage gestellt haben, ist falsch. Darum sind auch alle Antworten, die bisher auf die Frage nach der Herrschaft Gottes gegeben wurden, ebenfalls falsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hei\u00dft: Wir m\u00fcssen alles vergessen, was wir bisher \u00fcber den Weg zum Glauben, zur Errettung, ins Reich Gottes, zum ewigen Leben gedacht haben. Wir k\u00f6nnen alles vergessen, was uns bisher im Blick auf das Christwerden als selbstverst\u00e4ndlich galt. Wir m\u00fcssen noch mal ganz von vorne anfangen. Wir m\u00fcssen noch mal ganz neu denken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es noch einmal deutlich zu sagen: Wir m\u00fcssen uns von allem verabschieden, was uns bisher als selbstverst\u00e4ndlich gegolten hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten sind die gr\u00f6\u00dften Hindernisse auf dem Weg zur Erkenntnis der Wahrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und die Selbstverst\u00e4ndlichkeiten der religi\u00f6sen Tradition sind die gr\u00f6\u00dften Hindernisse auf dem Weg zum wahren Glauben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ging den Juden zur Zeit Jesu so: Um an Jesus glauben zu k\u00f6nnen, mussten sie ihre Selbstverst\u00e4ndlichkeiten \u00fcber Bord werfen und noch einmal ganz von vorne anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ging den Katholiken zur Zeit Luthers so: Um das Evangelium zu verstehen, mussten sie ihre Selbstverst\u00e4ndlichkeiten \u00fcber Bord werfen und noch einmal ganz von vorne anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das geht uns Evangelikalen des einundzwanzigsten Jahrhunderts nicht anders: Um das Evangelium zu verstehen, m\u00fcssen wir unsere Selbstverst\u00e4ndlichkeiten \u00fcber Bord werfen und noch einmal ganz von vorne anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Die Beispiele aus vergangenen Zeiten zeigen uns, dass es sich lohnt, Selbstverst\u00e4ndlichkeiten \u00fcber Bord zu werfen und noch einmal ganz von vorne anzufangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So lassen Sie uns einmal mit der Bereitschaft, noch einmal ganz neu zu denken, mit dem Herrn Jesus mitgehen auf dem Weg, den er den Nikodemus f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was geschehen muss<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nikodemus wollte wissen \u2013 und wir wollen wissen, was wir tun m\u00fcssen, damit ein Mensch unter die Herrschaft Gottes kommt. Aber der Herr sagt uns nicht, was wir tun m\u00fcssen. Er sagt uns, was mit uns geschehen muss. Vers 3:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs sei denn, dass jemand von neuem geboren werde&#8230;\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und Nikodemus begreift sofort, die Tragweite des Gesagten. Vers 4:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie kann ein Menschen geboren werden, wenn er alt ist? Kann er etwa wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort ist klar: Das kann er nicht! Und selbst wenn er das k\u00f6nnte, w\u00fcrde es nichts n\u00fctzen. Denn, Vers 6:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWas vom Fleisch geboren ist, ist Fleisch.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht nicht darum, dass wir noch einmal geboren werden. Das Wort, das mit \u201evon neuem\u201c \u00fcbersetzt wurde, hei\u00dft w\u00f6rtlich \u201evon oben\u201c. Wir ben\u00f6tigen also nicht nur eine zweite Geburt. Wir ben\u00f6tigen eine grundlegend andere Geburt. Eben eine Geburt von Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herr sagt auch, was dazu geh\u00f6rt. Vers 5:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWasser und Geist\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt mancherlei Spekulationen, was denn mit dem Wasser gemeint sein k\u00f6nne. Aber wir spekulieren nicht. Wir achten auf das Wort, das geschrieben steht. Die beste Auslegung der Bibel ist die Bibel selbst. Und da finden wir, dass in der Bibel Wasser in der Regel nichts anderes ist als eben Wasser \u2013 H2O. Ganz vereinzelt wird Wasser in \u00fcbertragenem Sinn gebraucht. Und da steht es dann f\u00fcr den Heiligen Geist. Das wird aber durch den Zusammenhang auch deutlich gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Beispiel ist Johannes 4,10-15. Da ist von \u201elebendigem Wasser\u201c die Rede bzw. von \u201eWasser, das zu ewigem Leben sprudelt\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderes Beispiel ist Hesekiel 36,25-27. Da sagt Gott in Vers 25, dass er durch \u201ereines Wasser\u201c sein Volk von den G\u00f6tzen reinigen wird, und die Deutung auf den Heiligen Geist steht in Vers 27 gleich daneben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier aber, in Johannes 3,5 steht \u201eWasser und Geist\u201c. Da kann Wasser nur Wasser bedeuten, denn wenn das Wort \u201eWasser\u201c den Geist bezeichnen w\u00fcrde, dann w\u00e4re der Zusatz \u201eund Geist\u201c ja sinnlos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also geh\u00f6rt zur Geburt von oben Wasser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Schrift zeigt uns auch, dass hier nicht das Bad am Samstag Abend gemeint ist und auch nicht ein Besuch im Schwimmbad. Wenn das Neue Testament im Zusammenhang mit Geist, neuer Geburt, neuem Leben oder Christ werden von Wasser spricht, dann ist immer eindeutig von der Taufe die Rede.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Geburt von oben geh\u00f6rt also die Taufe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber der blo\u00dfe Vollzug der Taufe bringt noch nicht den Geist und die neue Geburt. Denn sonst h\u00e4tte Jesus den Geist nicht neben dem Taufwasser noch extra erw\u00e4hnen m\u00fcssen. Und er h\u00e4tte nicht eigens erkl\u00e4ren m\u00fcssen, wie der Geist kommt. Beim Wasser war eine Erkl\u00e4rung nicht n\u00f6tig, da jeder die Taufe des Johannes kannte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zur Geburt von oben ist also die Taufe n\u00f6tig und der Geist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie man tauft, wissen wir. Das kann man beschreiben und das kann man lernen. Und dann kann man es machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wie kommt der Geist? Das kann man nicht beschreiben. Und das kann man erst recht nicht machen. Das zeigt der Herr in Vers 8 deutlich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Wind (griechisch: pneuma) bl\u00e4st, wo er will.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pneuma hei\u00dft sowohl Wind als auch Geist. Der Wind ist nicht verf\u00fcgbar. Er ist nicht steuerbar. Man kann ihn wohl abhalten. Aber man kann ihn nicht produzieren. Man kann h\u00f6chstens pusten. Aber dadurch entsteht ja nicht wirklich Wind. Und selbst im Windkanal bringen wir nur ein sehr begrenztes Windchen zustande.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wind\/Geist bl\u00e4st, wo er will. Er bl\u00e4st, nicht wo du willst. Er bl\u00e4st nicht wo die Kirche will. Er bl\u00e4st auch nicht, wo ein Pastor will. Der Geist bl\u00e4st nur da, wo er will. Niemand hat ihn in der Hand. Jeder Sakramentalismus ist ausgeschlossen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201edu h\u00f6rst sein Sausen wohl.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der Wind weht, dann merkt man das. Der Heilige Geist zeigt Wirkung, wenn er da ist. Umgekehrt kann man schlie\u00dfen: Keine Wirkung \u2013 kein Geist. Man kann wohl erkennen, ob er da ist. Aber man kann nicht machen, dass er kommt. Das hat Gott sich vorbehalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Jesus schenkt uns doch einen Blick darauf, wie Gott das tut. Vers 14 und 15:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWie Mose in der W\u00fcste die Schlange erh\u00f6ht hat, so muss der Menschensohn erh\u00f6ht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Herr weist damit auf 4. Mose 21 hin: Israel hatte sich vers\u00fcndigt. Als Strafe schickte Gott t\u00f6dliche Giftschlangen in das Lager. Er befahl Mose, eine Schlange aus Erz aufzurichten und bekannt zu geben: \u201eWer gebissen ist, muss sterben. Aber wenn er auf diese Schlange schaut, wird er am Leben bleiben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mose konnte niemanden retten. Aber konnte die Voraussetzung schaffen, dass jemand gerettet werden konnte. Er konnte das g\u00f6ttliche Rettungsmittel aufrichten und darauf hinweisen. Alles weitere lag nicht in seiner Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So k\u00f6nnen wir Christus am Kreuz vor den Menschen erh\u00f6hen und auf ihn hinweisen. Alles weitere liegt nicht in unserer Hand.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Allerdings: H\u00e4tte Mose nicht getan, was Gott ihm geboten hatte, dann w\u00e4re er am Tode der Menschen schuld gewesen. So sind auch wir am ewigen Tode von Menschen schuld, wenn wir von Christus schweigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie es die Apostel gemacht haben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass wir Christus damit richtig verstanden haben, sehen wir daran, dass die Apostel ihn genau so verstanden haben. So tun alle vier Evangelisten nichts anderes, als den gekreuzigten Christus vor Augen zu stellen. Alle Evangelien sind Passionsgeschichten mit mehr oder weniger ausf\u00fchrlicher Einleitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und der Apostel Paulus sagt es ausdr\u00fccklich, wenn er sein Missionswerk beschreibt (vgl. dazu auch die Missionspredigten in Apostelgeschichte 2, 3, 10, 13 und 17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. Korinther 2,2 und 4:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch hielt es f\u00fcr richtig, unter euch nichts zu wissen als allein Christus \u2013 und den als Gekreuzigten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMein Wort und meine Predigt geschahen nicht mit \u00fcberredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus hat also ausdr\u00fccklich auf alle damals zu Gebote stehenden Methoden verzichtet und sich allein auf die Botschaft vom Gekreuzigten Christus beschr\u00e4nkt. Und unter dieser Botschaft kam der Geist zur Wirkung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Galater 3, 1 und 2:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eO ihr unverst\u00e4ndigen Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Christus vor Augen gemalt war als der Gekreuzigte?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage ist nur rhetorisch, die Antwort klar: Durch die Predigt vom Glauben empfingen sie den Geist. Und in dieser Predigt wurde Christus vor Augen gemalt als der Gekreuzigte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen also festhalten: Unsere evangelistisch-missionarische Aufgabe ist:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eChristus vor Augen malen als f\u00fcr uns Gekreuzigen!\u201c<\/p>\n<ul>\n<li>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die evangelistische Verk\u00fcndigung muss Christus als den f\u00fcr die H\u00f6rer gekreuzigten vor Augen malen.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die der Verk\u00fcndigung folgende Seelsorge muss Christus als den f\u00fcr den H\u00f6rer gekreuzigten vor Augen malen.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div style=\"text-align: justify;\">Die begleitenden Lieder m\u00fcssen Christus als den f\u00fcr die H\u00f6rer gekreuzigten vor Augen malen.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div style=\"text-align: justify;\">Der musikalische Rahmen der Evangelisation muss Christus als den Gekreuzigten widerspiegeln.<\/div>\n<\/li>\n<li>\n<div style=\"text-align: justify;\">Alle anderen Aktivit\u00e4ten der christlichen Gemeinde m\u00fcssen auf Christus als den Gekreuzigten hinweisen.<\/div>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann kann der Geist wehen und Menschen von neuem, von oben, aus Gott geb\u00e4ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er muss nicht, aber er kann. Und er wird es tun, wo und wann es Gott gef\u00e4llt. Denn Gott hat versprochen dass Sein Wort nicht leer zur\u00fcckkehrt, sondern tut, wozu er es gesandt hat. Denn Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wir d\u00fcrfen dazu helfen, indem wir den Menschen Christus als den Gekreuzigten vor Augen malen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Johannes Frey, Bremen<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Informationsbrief der Bekenntnisbewegung, Nr. 276, Februar 2013 (<a href=\"http:\/\/www.bekenntnisbewegung.de\">www.bekenntnisbewegung.de<\/a>)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eGerettet sein gibt Rettersinn!\u201c Unser Herr Jesus Christus hat uns den Auftrag hinterlassen: \u201eMachet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker!\u201c Eigentlich h\u00e4tte er das gar nicht sagen m\u00fcssen. Wer die Erl\u00f6sung durch Jesus Christus erfahren hat, kann dies Geschenk nicht f\u00fcr sich behalten. 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