{"id":9020,"date":"2013-02-03T08:16:43","date_gmt":"2013-02-03T06:16:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9020"},"modified":"2013-02-04T12:51:14","modified_gmt":"2013-02-04T10:51:14","slug":"ich-glaube-an-den-heiligen-geist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=9020","title":{"rendered":"Ich glaube an den Heiligen Geist"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine kurze Einf\u00fchrung in die biblische Lehre vom Heiligen Geist<\/strong><\/p>\n<p><strong>1.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Der Heilige Geist ist eine Person<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem biblischen Zeugnis ist der Heilige Geist eine g\u00f6ttliche Person und lebt zusammen mit Gott dem Vater und Gott dem Sohn in unl\u00f6sbarer Gemeinschaft. Obwohl einige biblische Hinweise die Vorstellung einer unpers\u00f6nlichen Kraft nahe zu legen scheinen (z.B. Joh. 20,22: \u201eer blies sie an\u201c; Ag. 1,8 und 1. Kor. 2,4: \u201eKraft\u201c; Eph. 5,18b: \u201ela\u00dft euch erf\u00fcllen\u201c), tr\u00e4gt der Heilige Geist eindeutig personale Wesensz\u00fcge. Er lehrt und erinnert (Joh. 14,26), er spricht, er offenbart (Ag. 8,29; 10,15; 13,2; 16,6ff; 1.Kor. 2,10), er liebt (R\u00f6m. 15,30), er ist sch\u00f6pferisch (1.Mose 1,2; Luk. 1,35; R\u00f6m. 8,11), er kann betr\u00fcbt werden (Eph. 4,30).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Der Heilige Geist im Alten Testament<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Geist Gottes ist als g\u00f6ttliche Person bei der Sch\u00f6pfung beteiligt (1. Mose 1,26; 2,7; Hiob 33,4). Er wird einzelnen Personen f\u00fcr besondere Aufgaben gegeben (4. Mose 11,25; Ri. 6,34; 1. Sam. 10,9; Micha 3,8). Er kann wieder entzogen werden (1. Sam. 16,14; vgl. Ps. 51,13). Das Volk Israel als Ganzes hatte ihn nicht (vgl. Jes. 63,10). Das A.T. kennt drei \u00a0Verhei\u00dfungslinien f\u00fcr den Empfang des Heiligen Geistes:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.1\u00a0 F\u00fcr den Messias (Jes. 11,2; Jes. 42,1-9). Diese Verhei\u00dfungen haben sich in Jesus Christus erf\u00fcllt (Luk. 4,10 ff.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2.2\u00a0 F\u00fcr das Volk Israel (Jes. 32,15-17; Hes. 11,17-20;36,26 f.; Sach. 12,10). Diese Verhei\u00dfungen haben sich zu Pfingsten zun\u00e4chst an den J\u00fcngern Jesu erf\u00fcllt (Ag. 2,16), und sie werden sich endg\u00fcltig bei Jesu Wiederkunft erf\u00fcllen (vgl. R\u00f6m. 11,26).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a02.3\u00a0 F\u00fcr die ganze Menschheit (Joel 3,1-5). Diese Verhei\u00dfungen haben sich zu Pfingsten an denjenigen nichtj\u00fcdischen Zuh\u00f6rern der Predigt des Petrus erf\u00fcllt, die gl\u00e4ubig wurden. Sie erf\u00fcllen sich immer wieder dort, wo Heiden gl\u00e4ubig werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Der Heilige Geist zu Pfingsten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem Pfingstfest kommt in Gottes Heilsgeschichte eine au\u00dferordentliche Bedeutung zu. Es war das j\u00fcdische Fest der Erstlingsgaben aus der Ernte. Dementsprechend sind die J\u00fcnger die \u201eErstlinge\u201c der Gemeinde Jesu, die den Heiligen Geist empfangen. Er wird ihnen gegeben, damit sie Gottes Heilspl\u00e4ne verstehen und das Evangelium unter den Heiden bezeugen k\u00f6nnen. Stellvertretend f\u00fcr das ganze Volk Israel nehmen die Apostel und insbesondere Paulus die alte Abrahams- und Sinaiberufung Israels wahr (1. Mose 12,1-3; 2. Mose 19,6) und tragen Gottes Erl\u00f6sungsbotschaft zu den V\u00f6lkern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als g\u00f6ttliche Best\u00e4tigung der neu entstehenden Gemeinde Jesu aus Juden und Heiden verleiht der Geist Gottes \u201eneue Zungen\u201c, d.h. eine neue Sprache zur Anbetung Gottes. Einige der anwesenden Juden und der an den Gott des A.T. gl\u00e4ubigen Heiden verstehen aufgrund eines besonderen H\u00f6rwunders diese Sprache. Damit wird klar, da\u00df die wichtigste und ewige Aufgabe der Gemeinde die Anbetung Gottes ist. Gem\u00e4\u00df der Anweisung Jesu (Ag. 1,8) empfangen zun\u00e4chst gl\u00e4ubig gewordene Juden und Heiden in Jerusalem, dann Menschen in Samarien und schlie\u00dflich aus der V\u00f6lkerwelt den Heiligen Geist (Ag. 2,1ff; 8,14-17; 10,44ff). Diese einmaligen geschichtlichen Ereignisse werden \u201eTaufe mit dem Geist\u201c genannt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Der Empfang des Heiligen Geistes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Jesu Lebzeiten war der Heilige Geist \u201enoch nicht da\u201c (Joh. 7,39). Die J\u00fcnger hatten demzufolge den Heiligen Geist vor Pfingsten nicht (Joh. 20,22 bereitet sie auf den Geistempfang vor). Seit Pfingsten kann der Heilige Geist von allen Menschen empfangen werden, und zwar durch H\u00f6ren und Befolgen des Evangeliums (R\u00f6m. 10,27; Ag. 5,32). Wer das Evangelium h\u00f6rt und ihm gehorcht, wird durch den Heiligen Geist \u201eneu geboren\u201c (Joh. 3,5) und empf\u00e4ngt g\u00f6ttliches Leben (Joh. 6,63; 2. Kor. 3,6). Nur wer den Geist empfangen hat, vermag Jesus Christus seinen Herrn zu nennen (1. Kor. 12,3).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Erf\u00fcllung mit dem Heiligen Geist<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der Heilige Geist eine Person ist, kann man nicht mehr oder weniger Heiligen Geist haben. Vielmehr besteht die Erf\u00fcllung mit dem Geist seitens des Menschen darin, da\u00df er sich Gott zur Verf\u00fcgung stellt und seitens Gottes, da\u00df er seine Herrschaft \u00fcber den Menschen aus\u00fcbt. Paulus nennt in Eph. 5,18b-20 drei Kennzeichen des vom Geist erf\u00fcllten Lebens: eine geistliche, von Gottes Liebe geleitete Kommunikation mit anderen Menschen, pers\u00f6nliches Gotteslob und t\u00e4gliche Danksagung f\u00fcr alles im Namen Jesu Christi. Die Erf\u00fcllung mit dem Geist setzt die Bereitschaft voraus, alle pers\u00f6nlichen Lebensbereiche unter den Gehorsam des Glaubens zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Wirksamkeit des Heiligen Geistes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist das gro\u00dfe Ziel des Heiligen Geistes, Jesus Christus zu verherrlichen, d.h. gro\u00df und wichtig zu machen (Joh. 16,14). Deswegen tritt er v\u00f6llig hinter Jesus zur\u00fcck. Aus diesem Grund gibt es in der ganzen Bibel kein Gebet zum Heiligen Geist. Das Ziel der Verherrlichung Jesu erreicht der Heilige Geist dadurch, da\u00df er die Menschen von ihrer S\u00fcnde \u00fcberf\u00fchrt (Joh. 16,8), sie heilsbed\u00fcrftig macht und ihnen dadurch den Blick auf den S\u00fcnderheiland Jesus Christus \u00f6ffnet. Wenn wir uns unseres eigenen Elends, unserer S\u00fcnde, unserer Unf\u00e4higkeit zum Guten und unserer vielf\u00e4ltigen M\u00e4ngel bewu\u00dft sind, suchen wir unser Heil bei Jesus. Gleichzeitig schenkt der Heilige Geist all denen, die bei Jesus Vergebung und Heil suchen, g\u00f6ttlichen Frieden und g\u00f6ttliche Freude (R\u00f6m. 14,17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Seelsorge des Heiligen Geistes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit der Erschaffung des ersten Menschen hat Gott das Ziel, den Menschen zu einem Ebenbild des g\u00f6ttlichen Wesens zu erneuern (1. Mose 1,26; R\u00f6m. 8,29). Da Gottes Wesen Liebe ist (1. Joh. 4,16), besteht die Ebenbildlichkeit wesentlich darin, da\u00df der Mensch durch Gottes Liebe erneuert wird zu einem Leben aus der Kraft der Gottesliebe (1. Kor.13,4-8a). In der Seelsorge des Heiligen Geistes wird der Christ in einem ganz individuellen Proze\u00df zu einem liebesf\u00e4higen Menschen umgestaltet. Der Geist gie\u00dft Gottes Liebe in sein Herz (R\u00f6m. 5,5), offenbart ihm die Liebe Gottes in Jesus Christus, lenkt seinen Blick auf den Sohn Gottes und ver\u00e4ndert ihn auf diese Weise \u201evon einer Herrlichkeit zur anderen\u201c (2. Kor. 3,18). Das Gestaltwerden der Liebe im Christen vergleicht Paulus in Gal. 5,22 mit dem langsamen Reifen einer Frucht. In diesem Proze\u00df empf\u00e4ngt der Christ Anteil an den Charakterz\u00fcgen Christi, oder anders ausgedr\u00fcckt Christus gewinnt Gestalt in ihm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>8.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Geistliche Reife<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\">Die geistliche Neugeburt eines Menschen ist der Anfang des geistlichen Lebens. Nun mu\u00df ein geistliches Wachstum einsetzen, eine Festigung im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe, damit der Christ eine reife geistliche Pers\u00f6nlichkeit wird. Jesus ermahnt in der Bergpredigt seine Nachfolger, \u201evollkommen\u201c zu werden wie es der Vater im Himmel ist (Mt. 5,48), und er zeigt ihnen in den \u201eAntithesen\u201c (Mt. 5,21-47), worin die geistliche Reife besteht. Sie gipfeln in der Aufforderung an seine Nachfolger, auch die Feinde zu lieben. Paulus versteht seinen Dienst im wesentlichen als Seelsorge, \u201eeinen jeden Menschen in Christus vollkommen zu machen\u201c (Kol. 1,28f.). Geistliche \u201eVollkommenheit\u201c hat nach dem biblischen Zeugnis nichts mit einem perfektionistischen Heiligungsstreben zu tun, sondern meint eine in der Liebe Gottes gefestigte Wesensart.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hat die gemeindlichen Leitungsdienste dazu eingesetzt, da\u00df die Gemeinde zu dieser geistlichen Reife gef\u00fchrt wird (Eph. 4,11-15). Alle gemeindliche Arbeit mu\u00df also ihre Zielsetzung darin haben, da\u00df Christen im Glauben und in der Liebe gefestigt werden, so sch\u00e4rft es Paulus seinem Mitarbeiter Timotheus ein (1. Tim. 1,5). Der \u201evollkommene\u201c, durch Gottes Liebe gereifte Christ ist geistlich stabil angesichts von Verf\u00fchrungen (Eph. 4,14), er erstrebt die Heimat im Himmel (Phil. 3,15), er erkennt durch den Heiligen Geist Gottes tiefstes Wesen (1. Kor. 2,10) und er vermag seine Feinde zu lieben (Mt. 5,48):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>9.)\u00a0\u00a0 Die F\u00fclle in Christus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"left\">In Joh. 10,10 verhei\u00dft Jesus allen, die an ihn glauben, Leben und volle Gen\u00fcge. Paulus bezeugt in Eph. 1,3, da\u00df der Glaubende in Christus den vollen Segen des Himmels empf\u00e4ngt. Petrus nennt die Erkenntnis Gottes in Christus die Quelle aller irdischen und himmlischen G\u00fcter, die der Christ zum Leben und zur Fr\u00f6mmigkeit braucht (2. Petr. 1,3). Der Christ hat also in Christus Zugang zu allen himmlischen und irdischen G\u00fctern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>10.)\u00a0\u00a0 <\/strong><strong>Die Wirkungen des Geistes in der Gemeinde <\/strong><strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 1. Kor. 12 wirkt der Heilige Geist durch einzelne Christen in \u00fcbernat\u00fcrlicher Weise Worte und Taten, die der ganzen Gemeinde zugute kommen. Es gibt \u201eGnadenwirkungen\u201c bzw. \u201eCharismen\u201c (z.B. Heilungen, die Anbetung Gottes mit neuen Zungen, prophetisches Reden, praktische Hilfe, Hilfe bei Leitungsentscheidungen), \u201eDienst\u00e4mter\u201c (Apostel, Propheten, Lehrer, Evangelisten, Hirten) und \u201eKraftwirkungen\u201c (z.B. Wunder). Wann und wo und durch wen der Heilige Geist auf diese \u00fcbernat\u00fcrliche Weise die Gemeinde st\u00e4rkt, steht ganz allein bei ihm. Neid und Hochmut sind unn\u00f6tig. Wenn es keine \u00fcbernat\u00fcrlichen Geistwirkungen gibt, droht die Verdorrung der Gemeinde. Heute ist besonders geistgewirkte prophetische Rede f\u00fcr Verk\u00fcndigung und Seelsorge wichtig.<\/p>\n<p><em>Dieser Text kann\u00a0von der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes als Faltblatt bezogen werden (M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode, Tel.: 05161\/911330; E-mail: <a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a>)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine kurze Einf\u00fchrung in die biblische Lehre vom Heiligen Geist 1.)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Der Heilige Geist ist eine Person Nach dem biblischen Zeugnis ist der Heilige Geist eine g\u00f6ttliche Person und lebt zusammen mit Gott dem Vater und Gott dem Sohn in unl\u00f6sbarer Gemeinschaft. 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