{"id":8896,"date":"2012-12-30T20:42:28","date_gmt":"2012-12-30T18:42:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8896"},"modified":"2012-12-30T20:42:28","modified_gmt":"2012-12-30T18:42:28","slug":"erzbischof-janis-vanags-sehen-horen-und-nicht-schweigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8896","title":{"rendered":"Erzbischof Janis Vanags, Sehen, h\u00f6ren und nicht schweigen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Stellungnahme von Erzbischof Vanags zu der Frage der Abtreibungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als sich in unserer Familie ungeplant das dritte Kind anmeldete, hatte meine Frau sich einer gr\u00fcndlichen medizinischen Untersuchung unterzogen. Diese f\u00fchrte bei den \u00c4rzten zu der Bef\u00fcrchtung, dass das Kind mit ernsthaften k\u00f6rperlichen Behinderungen zur Welt kommen k\u00f6nnte. Von den besten Absichten geleitet, empfahlen sie meiner Frau, das Kind aus medizinischen Gr\u00fcnden abtreiben zu lassen. Wir waren eine nur schlecht krankenversicherte Familie. Kurz davor hatte ich (wegen meines Einsatzes in der Kirche) meine Stelle verloren. Mit zwei S\u00f6hnen lebten wir in der ber\u00fcchtigten Pienu iela (Milchstra\u00dfe) in einer elenden Einzimmer kleinen Mietwohnung ohne jeden Komfort in der Gesellschaft von Wanzen. Unsere Nachbarn eine Etage \u00fcber uns hatten einen kranken kleinen Sohn. Wir sahen, mit welchen Schwierigkeiten sie es zu tun hatten. Unsere eigene schwere Zukunft hatten wir vor Augen. Wer h\u00e4tte uns einen Vorwurf machen k\u00f6nnen, wenn wir uns f\u00fcr eine Abtreibung entschieden h\u00e4tten? Derjenige irrt, der denkt, dass es einem gl\u00e4ubigen Menschen leicht f\u00e4llt, in einer solchen Situation die Fassung zu bewahren und sich f\u00fcr die Schwangerschaft zu entscheiden. Das war wirklich sehr, sehr, sehr schwer.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Uns wurde ein gesundes, sch\u00f6nes und fr\u00f6hliches Kind geboren, dem wir den Namen Elisabeth gaben, (\u00fcbersetzt \u201emein Gott hat es mir verhei\u00dfen\u201c). Noch heute schauen wir unsere Tochter an und zucken dabei zusammen, wenn wir bedenken, dass wir dieses M\u00e4dchen h\u00e4tten \u00a0abtreiben lassen k\u00f6nnen! Wenn wir uns daf\u00fcr entschieden h\u00e4tten, dann h\u00e4tte man ihr die H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe abtrennen und sie wie M\u00fcll entsorgen k\u00f6nnen. Zwischen unserem Kind und der Abtreibung stand nur noch die sp\u00fcrbare Wirklichkeit Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seitdem interessiert mich das Thema Abtreibung nicht nur prinzipiell, sondern auch ganz pers\u00f6nlich. So habe ich mit gro\u00dfem Interesse die Stellungnahme der parlamentarischen Staatssekret\u00e4rin im Gesundheitsministerium Liene Cipule bei der Diskussion \u00fcber die Abtreibung gelesen, die verk\u00fcrzt in der Zeitung \u201eDiena\u201c wiedergegeben wurde, und ich habe darauf beschlossen, auch meine \u00dcberlegungen auszusprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich danke Frau Cipule, dass sie sich mit Argumenten besch\u00e4ftigt, die bei der Diskussion von vielen Seiten ausgesprochen werden. Ich bin ganz der Meinung der Autorin und ihrer Gesinnungsgenossen, dass die wichtigsten Voraussetzungen f\u00fcr die Verhinderung von Abtreibungen \u201eeine hieb- und stichfeste medizinische Ausbildung, der Zugang zur Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung und zu den M\u00f6glichkeiten der sozialen Hilfe\u201c sein m\u00fcssten. Das ist so selbstverst\u00e4ndlich, dass es keines weiteren Kommentars bedarf. Deshalb m\u00f6chte ich mich bei meinen \u00dcberlegungen dem zuwenden, was dort nicht ausgesprochen wurde und dem ich mir gestatte, hochachtungsvoll zu widersprechen. Sollte dieser Widerspruch stellenweise polemischen Eindruck erwecken, dann richtet er sich nicht gegen Frau Cipule pers\u00f6nlich, sondern gegen die typischen und oft zu vernehmenden Standpunkte, die an manchen Stellen ihres Beitrages auch laut werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00dcber eine Politik ohne Moral<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als eine Meinungs\u00e4u\u00dferung h\u00e4tte ich alles, was die Autorin ausgesprochen hat, ohne einen weiteren Kommentar zur Kenntnis genommen, wenn es dort nicht die beiden letzten S\u00e4tze gegeben h\u00e4tte, in denen Philosophen, Politiker und Geistliche als Phantasten bezeichnet werden, die sich mit illusion\u00e4ren Dingen befassten, w\u00e4hrend sie selbst als vern\u00fcnftiger Mensch die Wirklichkeit des Lebens im Blick h\u00e4tte: \u201eM\u00f6gen Philosophen, Politiker und Geistliche gerne dar\u00fcber streiten, welches der richtige Weg sei, die Durchf\u00fchrung von Abtreibungen einzuschr\u00e4nken oder den Abbruch einer unerw\u00fcnschte Schwangerschaft zu verhindern. Ich m\u00f6chte die Wirklichkeit sehen und respektiere sie.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Aussage richtet sich nicht an einige tr\u00e4umerische Individuen, sondern hier wird der Politik und der Religion ein Zusammenhang mit der Wirklichkeit ganz und gar abgesprochen: \u201eDie Haltung der medizinischen F\u00fcrsorge gegen\u00fcber der Abtreibung geht von der Realit\u00e4t des Lebens aus und hat sowohl mit der Religion als auch mit der Politik nichts zu tun.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcbertragen wir diese hier vorgestellten Prinzipien auf das Gesch\u00e4ftsleben, dann k\u00f6nnte dort eine solche Aussage so lauten: \u201eM\u00f6gen Philosophen, Politiker und Geistliche gerne dar\u00fcber streiten, ob es richtig sei, den Lohn auszuh\u00e4ndigen, ich als Unternehmer habe mich daf\u00fcr anders entschieden, die Realit\u00e4t anzuerkennen und sie zu respektieren. Das Gesch\u00e4ftsleben hat nur etwas mit der Realit\u00e4t zu tun und nichts mit der Religion oder der Politik.\u201c Ich wei\u00df, dass sofort jemand widersprechen und sagen wird, dass es nicht anst\u00e4ndig sei, diese beiden Dinge miteinander zu vergleichen, denn die Schattenwirtschaft ist doch etwas Schlechtes, aber die Abtreibung ist\u2026 nun\u2026 \u00e4h\u2026 wenn man es ehrlich betrachtet\u2026 doch etwas Gutes. Wirklich?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Standpunkt der Abteilung Gesundheitsf\u00fcrsorge bringt die Autorin auch nicht mit Ethik in Verbindung. \u201eDie Diskussion \u00fcber ethische Werte m\u00fcssen die \u00c4rzte dieses Mal den Geistlichen und Politikern \u00fcberlassen.\u201c M\u00f6glicherweise habe ich die Absicht des Beitrages missverstanden, aber, wenn ich diesen Text lese, dann sehe ich, dass darin das Angebot gemacht wird, die Gesetzgebung von der Moral zu trennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Ausgangssituation f\u00fcr meinen Standpunkt.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Autorin und die Leser werden sicher begreifen, wie gef\u00e4hrlich es ist, die Politik von der Moral zu trennen. Weshalb sollte man das aber bei der Frage der Abtreibung dennoch tun? Der Beitrag nimmt Bezug auf die Wirklichkeit, die eine ganz besondere Einstellung erforderte: \u201eWer einmal einen Arzt bis zu seinen Ellbogen im Blut gesehen hat bei seinen Bem\u00fchungen, jemanden zu retten, der versucht hat, die Abtreibung von einem Pfuscher\u00a0 durchf\u00fchren zu lassen, der hat gesehen, was f\u00fcr Methoden Frauen anwenden, um ein unerw\u00fcnschtes Kind loszuwerden, und der wird begreifen\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem brauche ich verbal, graphisch oder emotional nichts hinzuzuf\u00fcgen. Doch ich komme um den Hinweis nicht herum, dass die Autorin sich daf\u00fcr entschieden hat, nur einen Teil der Realit\u00e4t zu betrachten und den anderen Teil \u00fcberhaupt nicht zu erw\u00e4hnen. Der verschwiegene Teil der Realit\u00e4t ist folgender: es wird ein Kind abgetrieben, dessen kleines Herz bereits schl\u00e4gt, das seine kleinen Gelenke bereits bewegen und seine F\u00e4uste ballen kann, das Schmerzen empfindet und sich vor den Abtreibungsger\u00e4ten scheut. Ein Teil jener Kinder wird mit der Hilfe der Vakuum-Methode um das Leben gebracht. Ein etwa drei\u00dfig Mal st\u00e4rkeres Vakuum als bei einem Staubsauger zerrei\u00dft den K\u00f6rper des Kindes in St\u00fccke. Andere werden mit der Hilfe einer Schlinge st\u00fcckweise aus dem Mutterleib gezogen und auf diese Weise um das Leben\u00a0 gebracht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Anwendung der Salzmethode wird ein Teil des Fruchtwassers durch eine konzentrierte Salzl\u00f6sung ersetzt. Mit jedem Schluck und Atemzug zuckt das Kind vor Kr\u00e4mpfen zusammen. Sein Gehirn beginnt zu bluten, seine Haut wird wund und rissig und nach einigen Stunden kann es zu einem qualvollen Tod kommen, doch wenn bei der Mutter nach einigen Stunden oder Tagen die Wehen einsetzen, kann es passieren, dass ein lebendiges, aber sterbendes Kind zur Welt kommt, das im Mutterleib entsetzliche Qualen hat aushalten m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn die Schwangerschaftszeit schon zu weit fortgeschritten ist f\u00fcr diese oder \u00e4hnliche Methoden, verbleibt noch die M\u00f6glichkeit einer Geb\u00e4rmuttersenkung \u2013 etwas \u00c4hnliches wie ein Kaiserschnitt, nur dass es hier nicht um die Rettung des Kindes, sondern um dessen T\u00f6tung geht. Die Geb\u00e4rmutter der Mutter wird chirurgisch ge\u00f6ffnet und aus ihr das fast immer lebendige Kind herausgenommen. Vielleicht weint es dabei sogar, aber es wird dem Tode ausgeliefert. Einige Kinder werden bewusst erstickt oder ertr\u00e4nkt oder auf \u00e4hnliche Weise umgebracht. Nat\u00fcrlich haben viele der einzelnen Kinder nicht soviel Blut, dass ein Arzt darin bis zu seinen Ellbogen stecken k\u00f6nnte, aber in Lettland geschieht eine Abtreibung bis 50 Mal t\u00e4glich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Worin besteht der Unterschied zwischen einem Kind und jemandem, der eine Abtreibung vornehmen lassen m\u00f6chte? Wer eine Abtreibung vornehmen lassen m\u00f6chte, tut das aus eigenem Willen und hat sich dazu entschieden. Das Kind hat diese M\u00f6glichkeit nicht. Die Frau \u00fcberlebt in der Regel die Abtreibung, das Kind nicht. Das Kind stirbt immer eines barbarischen Todes. Das ist die andere Seite der Realit\u00e4t.<strong><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ist es nicht m\u00f6glich oder fehlt das Empfinden f\u00fcr Realit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Regel m\u00f6chte man diese Realit\u00e4t weder sehen noch respektieren. Im lettischen H\u00f6rfunk habe ich eine Diskussion verfolgt, in der eine der Teilnehmerinnen versuchte Einzelheiten einer Abtreibung zu benennen, aber sie wurde scharf zurechtgewiesen und gen\u00f6tigt, dar\u00fcber nicht weiter zu sprechen, was eine Frau vielleicht aufregen k\u00f6nnte. Zu Beginn der Sendung wurde zwar angesagt, dass wir in einer Zeit lebten, in der die political correctness Konjunktur hat, und in der alle w\u00fcssten, dass Abtreibungen keine gute Sache seien, doch nur wenige Augenblicke sp\u00e4ter sprach man vom \u201ewunderbaren Vorbild von England\u201c, wo man Abtreibungen an doppelt so alten Kindern vornehmen k\u00f6nnte als das hier in Lettland m\u00f6glich ist, und dass solche Aborte auch hier leichter zug\u00e4nglich gemacht werden m\u00fcssten, sicher und ohne Gewissensbisse. Der Sexologe Arturs \u0160ulcs sagt ohne politisch korrekte Skrupel: \u201eDem Abtreibungsprozess muss man eine positiv emotionale Qualit\u00e4t zusprechen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stimme der Meinung der Autorin voll zu, dass man, wenn man eine Abtreibung durchf\u00fchren l\u00e4\u00dft, diese \u201ein einer sicheren medizinischen Institution und weniger traumatisch durchf\u00fchren lassen sollte.\u201c Ich stimme auch dem zu: \u201eSoweit es mir nur m\u00f6glich ist, werde ich versuchen, Frauen vom Schritt zur Abtreibung zur\u00fcckzuhalten\u201c. Nur m\u00f6chte ich gerne wissen, wie die Wendung \u201esoweit es mir nur m\u00f6glich ist\u201c zu verstehen ist, wenn das vorangegangene Gespr\u00e4ch mit dem Psychologen vor der Operation die Grenzen dieser M\u00f6glichkeit deutlich gemacht hat? Wird dort, wo auf der einen Waagschale das emotionale Wohlbefinden und die Unantastbarkeit des Privatlebens der Frau und auf der anderen Waagschale das Zerfetzen des Kindes in St\u00fccke liegt, die Waagschale des Kindes als zu leicht befunden? Man mag \u00fcber das Verbot von Abtreibungen denken, wie man will, doch wenn man die brutale, barbarische und massenhafte Vernichtung des Lebens von Kindern bedenkt, gibt es keine Zeit mehr f\u00fcr weitere \u00dcberlegungen, psychologische Konsultationen oder Ultraschalluntersuchungen, ob das Abhorchen des Herzschl\u00e4ge des Kindes nicht ein sehr \u00fcbertriebener Schritt ist, wenn man wirklich \u201ealles unternommen hat, was zu tun m\u00f6glich ist, um die Frau von diesem Schritt abzuhalten\u201c. Worte sind doch nicht nur Luftbewegungen. Worte haben doch einen Sinn. Solche Schritte w\u00fcrden nur dazu beitragen, den Entschlu\u00df zu st\u00e4rken, wenn er der Wirklichkeit entspr\u00e4che, selbst wenn die Frau sich dabei emotional sehr schlecht f\u00fchlt\u00a0 bei der Vorstellung, dass ihr Kind nun in St\u00fccke zerteilt werden k\u00f6nnte. Und muss nicht die Vorstellung, dass ein Drittel aller Kinder auf diese Weise um das Leben kommt, nicht ein unbehagliches Gef\u00fchl in uns allen ausl\u00f6sen? Einmal sagte Jesus: \u201eIhr habt Augen, aber ihr seht nicht; ihr habt Ohren, aber ihr h\u00f6rt nicht.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Experten und die rettende Krippe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei den Abortsfragen pflegt man das gr\u00f6\u00dfte Gewicht auf die Gutachten der Vertreter der Gesundheitsbeh\u00f6rden zu legen. Da erhebt sich die Frage, ob es wirklich richtig ist, dass sich diese daf\u00fcr entschieden haben, diese Gutachten losgel\u00f6st von der politisch, religi\u00f6s und moralisch katastrophalen Realit\u00e4t zu erstellen? Aus dem Beitrag kann man sogar den Stolz auf diesen bewusst eingeengten Standpunkt herauslesen. Da ist es nur gut, dass wenigstens, die Philosophen, Politiker und Geistlichen versuchen, die Ausgangssituation umfassend zu betrachten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte mich nicht gar zu sehr darauf verlassen, dass \u201ees eine seit langem erwiesene Tatsache sei, dass die Einschr\u00e4nkung\u00a0 der Abtreibungsm\u00f6glichkeiten deren Zahl nicht verringert\u201c. Wir m\u00fcssen es auch bei dem postmodernen Musterbeispiel zur Kenntnis nehmen, da\u00df man es gerne verbergen m\u00f6chte, da\u00df die bittere Wahrheit auch objektiv sein k\u00f6nnte, wenn es nicht die Aufgabe der Experten w\u00e4re, das wahre Bild zu verzerren, um statt dessen bestimmte politische, wirtschaftliche oder ideologische Vorstellungen zu verwirklichen. Als man in Lettland die Todesstrafe abschaffen mu\u00dfte, um Mitglied der Europa Union werden zu k\u00f6nnen, setzten sich Experten damit auseinander, dass die H\u00e4rte der Strafe nichts \u00fcber das Niveau des Verbrechens aussagte. Als man versuchte, die Zahl der Verkehrsunf\u00e4lle auf den Stra\u00dfen\u00a0 zu reduzieren, empfahlen Experten h\u00e4rtere und noch h\u00e4rtere Strafen. Und dabei zeigte es sich, dass diese tats\u00e4chlich wirkten. So konnte es passieren, dass die gleichen Medien in zwei F\u00e4llen ganz gegenteilige Ansichten verbreiteten. Damit wird deutlich, dass die \u201eseit Langem erwiesenen Wahrheiten\u201c einer Ideologie der Beliebigkeit folgen, und ich bezweifle es nicht einmal, dass sie sich dabei auf seri\u00f6se Forschungen berufen k\u00f6nnen. Als man bei \u00a0J\u0113kabpils ein Zellulosewerk erbauen wollte, wurde wissenschaftlich dessen unsagbar hohe Qualit\u00e4t f\u00fcr das \u00d6kosystem der Daugava nachgewiesen. Ich empfehle dagegen, viel mehr der Stimme des eigenen Gewissens zu vertrauen. Was halten Sie vom oben geschilderten Fall unserer Familie? In unserem Fall war das gro\u00dfe moralische Hindernis, da\u00df wir dar\u00fcber nachdenken mussten, und eine weitere Barriere, die uns der Glaube an Gott aufrichtete, das Entscheidende. Wie gut war es doch f\u00fcr uns, dass wir die Abtreibung nicht bequem, einfach und ohne Gewissensbisse durchf\u00fchren konnten! Nach meiner Meinung sollte man den Begriff \u201esoweit wie m\u00f6glich\u201c bei allem anwenden, was den Eltern dabei hilft, sich zu besinnen, bevor sie ihr Kind in St\u00fccke rei\u00dfen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch ich w\u00fcnsche mir, dass alle Kinder erw\u00fcnscht und geliebt zur Welt kommen, und ich empfinde ein entsetzliches Unbehagen, wenn von der Abtreibung eines \u201eunerw\u00fcnschten Kindes\u201c die Rede ist. Die Leser werden in den St\u00e4tten unserer Kirche f\u00fcr Stra\u00dfenkinder bestimmt solchen unerw\u00fcnschten und wenig beh\u00fcteten Kindern begegnen k\u00f6nnen, vielleicht auch Kindern, die zu Hause geschlagen und durch brennende Zigaretten bestraft werden. Fragt sie doch, ob sie leben m\u00f6chten? Vielleicht haben sie f\u00fcr Euch eine Antwort. Eine St\u00e4tte der Hilfe ist doch immer noch besser als eine Urne f\u00fcr die \u00dcberreste einer Abtreibung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wir sind so, wie wir uns gemacht haben.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen nicht nur mit der Realit\u00e4t rechnen, sondern auch damit, dass wir diese Realit\u00e4t geschaffen haben. Man kann der Autorin zustimmen, wenn sie sagt, dass es zu sp\u00e4t ist, sich auf die Frau erst zu konzentrieren, wenn sie schwanger ist. Doch sollten die Verk\u00fcndiger von<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">solchen Standpunkten dar\u00fcber nachdenken, was f\u00fcr eine Botschaft sie damit der Gesellschaft vorsetzen.\u00a0 Der Abtreibung kann man nur eine positive emotionale Qualit\u00e4t zusprechen, wenn man sie moralisch positiv betrachtet. Doch das kann f\u00fcr ungeplante Schwangerschaften eine gute Qualit\u00e4t schaffen, wenn man sie auch moralisch positiv betrachtet. Eine Lehrerin und Universit\u00e4tsabsolventin erinnerte sich: \u201eIn meinen Kreisen, schlief jede mit jedem, und wenn sich ein Kind meldete, dann wurde es abgetrieben. Auch ich tat das. Das hielten wir alle f\u00fcr normal.\u201c Eine Gyn\u00e4kologin berichtete von einem sechzehn Jahre alten M\u00e4dchen, das bereits zur dritten Abreibung erschien und ganz verwundert fragte: \u201eAber Frau Doktor, ich darf doch tanzen gehen!\u201c Wenn Sie einmal im Bus aufmerksam zugeh\u00f6rt haben, wie junge Erwachsene \u00fcber die Dinge reden, die sie betreffen &#8211; \u00fcber Armut, Krankheit oder Vergewaltigung, wenn niemand in der N\u00e4he ist. Ungeplante Schwangerschaften entstehen oft durch eine zuf\u00e4llige Ann\u00e4herung im alkoholisierten Zustand oder zu einer v\u00f6llig ungelegenen Zeit, w\u00e4hrend der man eigentlich ganz andere Pl\u00e4ne hat. Die Abtreibung ist in diesem Fall wohl gl\u00fccklicherweise ein Mittel, welches es allen gestattet, ebenso wie bisher weiterzuleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber m\u00f6chte man nicht sprechen oder entschuldigt sich \u00a0damit, dass man vergewaltigt wurde, oder mit einer Krankheit oder mit seinen \u00e4rmlichen Lebensverh\u00e4ltnissen. Ich erinnere mich, dass die materiellen Verh\u00e4ltnisse meiner Familie sehr schwer, die Lebensumst\u00e4nde primitiv waren, wir auf vieles verzichten mussten, aber wir noch immer genug hatten, ein Kind gro\u00df zu ziehen, das im Alter unsere Freude und Hilfe sein wird. Ich m\u00f6chte dabei meine Erfahrungen keineswegs zum Ma\u00dfstab f\u00fcr alle anderen machen, doch ich wage es zu behaupten, da\u00df es in vielen F\u00e4llen \u00e4hnlich sein k\u00f6nnte, wenn Eltern es nur wagten, es zuzulassen, da\u00dfihr Kind zur Welt kommt. Es w\u00e4re f\u00fcr sie bestimmt leichter, sich nicht davor zu f\u00fcrchten, wenn man wenigstens nicht von den Trib\u00fcnen aus \u00fcber die Abtreibung als von einem Ausweg aus materiellen Schwierigkeiten sprechen w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wichtigste M\u00f6glichkeit der L\u00f6sung werden umfassende medizinische Kenntnisse hervorgehoben, doch medizinische Kenntnisse ohne den viel wichtigeren moralischen\u00a0 Aspekt f\u00fchren eher zu sozialen Problemen als zu deren Verh\u00fctung. Eine Ausbildung, die sich nur auf die Antibabypille als ein Mittel der Krankheitsverhinderung konzentriert, mag vielleicht die Vorstellung \u00fcber \u201esicheren Sex\u201c vermitteln, aber auch dazu beitragen, andere zu \u00fcberzeugen, dass Sex nichts mit tiefen\u00a0 Empfindungen, mit Verantwortung, und mit der oft bel\u00e4chelten Ehe zu tun h\u00e4tte. Je mehr unsere Gesellschaft sich die Modelle des \u201eSex in der Gro\u00dfstadt\u201c aneignet, die den weltweiten freien Sex propagieren, desto mehr wird sich Lettland zu einem Land entwickeln, in dem die Abtreibung erw\u00fcnschter Teil der Kultur ist und deren neue Prediger die Sexologen sind mit ihrer frohen Botschaft: \u201eEntspannt euch und gebt euch dem Sex hin! Der Abort macht euch frei von der Furcht vor jeder intimen Umarmung! Ein ungeplantes Kind ist eine soziale Vereiterung, die man ebenso wie einen vereiterten Zahn entfernen muss.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eine Sammlung von<\/strong> <strong>Zellen und ein kleines Gewebe<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man pflegt den Abort mit den Rechten der Frau auf ihren eigenen K\u00f6rper (\u201eMein Bauch geh\u00f6rt mir!\u201c) in Verbindung zu bringen. Ist ein noch ungeborenes Kind wirklich nur seine Sammlung von Zellen, die zum K\u00f6rper der Mutter geh\u00f6rt? Das w\u00fcrde den Weg freimachen, den Abort nur vom Aspekt eines kleinen medizinischen Eingriffs zu betrachten. Doch ein ungeborenes Kind ist ein selbst\u00e4ndiges Wesen, das es nicht nur passiv zu ertragen hat, was die Mutter bewirkt, sondern sich selbst aktiv zum homo sapiens entwickelt nach einem Programm, welches in dieses eingef\u00fcgt worden ist. Ein K\u00f6rper, der sich erst selbst entwickelt, verdient die gleiche Wertsch\u00e4tzung und Beachtung wie einer, der sich bereits voll entwickelt hat. Wird seine Entwicklung nicht mit Gewalt unterbrochen, dann kann er F\u00e4higkeiten, Eigenschaften und Begabungen entwickeln, die wir bei dem Menschen ehren und sch\u00fctzen. Einer der gr\u00f6\u00dften sachkundigen lettischen Embryologen Dr. J\u00e1nis Priedkalns sagt: \u201eUnter keinen Zeitpunkt der Entwicklung des Menschen von der Empf\u00e4ngnis bis zum Tod kann man einen Strich ziehen und sagen: \u201eAuf dieser Seite ist das ein Mensch und auf jener Seite ist das kein Mensch.\u201c Bei der Abtreibung wird kein Gew\u00e4chs vernichtet, sondern ein Mensch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die moralischen Aspekte der Gesetzgebung.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen uns selbst keinen billigen Ablass erteilen und uns damit entschuldigen, dass dieses Gesetz von hundert Abgeordneten der Saeima beschlossen worden ist. Wir haben diese Abgeordneten gew\u00e4hlt und sind damit f\u00fcr die Gesetze, die sie beschlie\u00dfen, mit verantwortlich. Sie nehmen die Stimmung in der Gesellschaft wahr. Nicht die Abgeordneten, sondern die Nation spricht hier ihren Standpunkt zum Abort aus. Zur Zeit lassen es die Gesetze der Republik Lettland zu, an einem Kind bis zu einem bestimmten Alter die Abtreibung uneingeschr\u00e4nkt und ohne bestimmte Voraussetzungen vornehmen zu lassen. Das macht uns moralisch daf\u00fcr mit verantwortlich, da\u00df es in unserer Gesellschaft Menschen gibt, die nach dem freien Willen eines anderen Menschen und nach dessen eigenm\u00e4chtiger Entscheidung unbarmherzig und brutal get\u00f6tet werden d\u00fcrfen; da\u00df wir es zulassen und sogar fordern, dass ein Teil der Mitglieder unserer Gesellschaft (das medizinische Personal) aus berufsm\u00e4\u00dfigen T\u00f6tern von Menschen besteht; da\u00df dadurch, dass der Frau das ausschlie\u00dfliche Recht der Entscheidung f\u00fcr den Abort zugesprochen wird, der Mann dadurch diskriminiert wird, dass man ihm die F\u00e4higkeit abspricht, sich f\u00fcr das Leben seines Kindes einzusetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir hinter dem allen kein moralisches Problem entdecken k\u00f6nnen, dann sollten wir uns beeilen und das Okkupationsmuseum in Riga schlie\u00dfen, denn weder die Kreuzritter, noch die Nazifaschisten oder die Kommunisten haben uns etwas von dem angetan, was wir heute t\u00e4glich unseren eigenen Kindern antun. Heute machen wir alles, was wir wollen \u2013 wir feiern Feste, trinken unseren Morgenkaffee, gehen zur Arbeit oder gehen mit dem Hund spazieren \u2013 und das alles tun wir als solche, die ihre Kinder umbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verkriechen wir uns nicht hinter der Religion<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrem Beitrag weist Liene Cipule jede Kritik von Christen an der Abtreibungspraxis zur\u00fcck, weil in unserem Staat die Religion vom Staat getrennt sei. Zuerst muss richtig gestellt werden, dass in Lettland der Staat nicht von der Religion, sondern von der Kirche getrennt ist. Das Christentum hat nicht nur unsere Gesetze, sondern die ganze westliche Zivilisation gepr\u00e4gt. Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet nur, dass diese nicht strukturell vereinigt sind und dass es in Lettland keine Staatskirche oder staatlich offizielle Religion gibt. Das hei\u00dft aber nicht, dass sich Leute mit einer bestimmten religi\u00f6sen \u00dcberzeugung nicht am Prozess der Gesetzgebung beteiligen d\u00fcrften. Wenn wir etwas nicht zu tun empfehlen, dann\u00a0 hei\u00dft das nicht, dass wir ihnen ihre verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechte beschneiden wollten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das betrifft aber nicht diese Diskussion. Ich habe bisher kein religi\u00f6ses Argument benutzt und als Vertreter der Kirche gesprochen, sondern als B\u00fcrger Lettlands. Ich habe ganz bewu\u00dft darauf verzichtet, von der Unsterblichkeit der Seele eines Kindes und den Geboten Gottes zu reden, sondern habe nur die allgemein menschliche Moral angesprochen, die f\u00fcr alle Menschen ein Wertbegriff sein sollte. Ich habe davon gesprochen, dass die Kinder geboren werden und aufwachsen m\u00fcssten, statt in St\u00fccke geteilt oder vergiftet zu werden. Das sollte aber auch gen\u00fcgen. Wenn wir als Volk, das im demokratischen Lettland der Souver\u00e4n ist, es zulassen, dass unsere Vertreter in der Saeima das Leben unserer Kinder ignorieren \u2013 wie k\u00f6nnen wir von ihnen verlangen, dass sie unsere Interessen nicht ignorieren sollten? Die Gesetzgebung darf in keinem Fall von der Moral losgel\u00f6st sein, aber bei der Frage des Aborts ist sie mit der Moral auf das Engste verbunden. In bestimmten F\u00e4llen mag Moral unbequem erscheinen, doch langfristig zahlt sie sich aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Lasst uns verantwortlich und respektvoll die ganze Realit\u00e4t zur Kenntnis nehmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich verl\u00e4uft nicht alles in unserem Leben so gerade wie mit einem Lineal. Nat\u00fcrlich muss man Kompromisse suchen, wie es auch Mose getan hatte, der die Gebote betreffs der Ehescheidung erlie\u00df \u2013 wegen der H\u00e4rte des menschlichen Herzens. Dennoch kann ich Frau Cipule nicht beipflichten, dass man, wenn man bei aller Sorge um die Bewahrung des Lebens des noch ungeborenen Kindes das unbehinderte emotionelle Wohlbefinden und Unantastbarkeit des Privatlebens der Mutter vor allem anderen ber\u00fccksichtigt, damit den h\u00f6chstm\u00f6glichen Kompromiss gefunden h\u00e4tte. Ich m\u00f6chte sowohl sie als auch die Gesetzgeber und uns alle auffordern, noch einmal zu bedenken, was es bedeutet \u201ealles, was m\u00f6glich ist, zu tun\u201c, um viel mehr Kinder am Leben erhalten zu k\u00f6nnen. Ich fordere alle auf, sich auf diese Frage nicht aus einer eingeengten Sicht zuzubewegen, wie das die Vertreter der Gesundheitsbeh\u00f6rde getan haben, sondern ernsthaft und umfassend, und dabei auch ethische, philosophische und vielleicht sogar religi\u00f6se Aspekte einzubeziehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Frau Liene Cipule wegen der Bildhaftigkeit ihres Beitrages K\u00f6niginnen, Bettlerinnen, gefallene Nonnen und andere Gestalten erw\u00e4hnt, dann m\u00f6chte ich es mir gestatten, mich am Schluss meines Beitrages auch einen Augenblick der Bildersprache zu bedienen. Die Kinder kommen aus der Ewigkeit und gehen wieder in die Ewigkeit zur\u00fcck und werden einen Augenblick in unserer Geschichte sichtbar, um mitten unter uns zu leben. Wie hei\u00dfen wir sie als die aufgekl\u00e4rte Gesellschaft des 21. Jahrhunderts willkommen? M\u00fcsste sich da bei uns nicht etwas \u00e4ndern? Gott erleuchte daf\u00fcr unsere Herzen und Sinne!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gru\u00df zum Christfest vom\u00a0 Erzb\u00edschof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands J\u00e1nis Vanags\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Weihnachtsfest ist kein Wunder. Ein Wunder ist, dass Gott einer von uns geworden ist, damit wie Ihn begreifen. Ein Wunder ist, dass Gott Menschengestalt angenommen hat, damit wir unser Gottesebenbild zur\u00fcckgewinnen. Das ist ein Mysterium von Ewigkeit zu Ewigkeit, aber zugleich auch die Wirklichkeit, die immer bei uns gegenw\u00e4rtig ist. Das Weihnachtsfest mit seinen Liedern, Kerzen und Geschenken ist nur ein Symbol, welches uns helfen m\u00f6chte, das nicht zu vergessen. Einmal im Jahr feiern wir dieses allersch\u00f6nste Fest zur Erinnerung daran, dass der in Bethlehem geborene Christus t\u00e4glich unter uns ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Liebe Christi gr\u00fc\u00dft Euch zum Christfest<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erzbischof J\u00e1nis Vanags<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Lettischen: Johannes Baumann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stellungnahme von Erzbischof Vanags zu der Frage der Abtreibungen Als sich in unserer Familie ungeplant das dritte Kind anmeldete, hatte meine Frau sich einer gr\u00fcndlichen medizinischen Untersuchung unterzogen. Diese f\u00fchrte bei den \u00c4rzten zu der Bef\u00fcrchtung, dass das Kind mit ernsthaften k\u00f6rperlichen Behinderungen zur Welt kommen k\u00f6nnte. 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