{"id":884,"date":"2007-05-03T17:07:30","date_gmt":"2007-05-03T15:07:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=884"},"modified":"2009-09-04T17:01:39","modified_gmt":"2009-09-04T15:01:39","slug":"brief-der-protestantischen-gemeinde-in-smyrna-an-die-weltweite-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=884","title":{"rendered":"Brief der protestantischen Gemeinde in Smyrna an die weltweite Kirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Brief an die weltweite Kirche<br \/>\n03.05.2007<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Freunde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">die vergangene Woche war mit viel Traurigkeit angef\u00fcllt. Viele unter Euch haben bereits von unserem \u00fcberw\u00e4ltigenden Verlust geh\u00f6rt: das Ereignis geschah in Malatya, einer t\u00fcrkischen Provinz rund 450 km nord\u00f6stlich von Antiochien, der Stadt, in der die Gl\u00e4ubigen zuerst \u201eChristen\u201c genannt wurden (Apg. 11,26).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mittwochmorgen, am 18. April 2007, bereitete sich der 46j\u00e4hrige deutsche Missionar und Vater dreier Kinder, Tilmann Geske, vor, in sein B\u00fcro zu gehen; er k\u00fc\u00dfte seine Frau zum Abschied. Dann nahm er sich einen Augenblick, um seinen Sohn zu umarmen und schenkte ihm dabei mit den Worten \u201eTsch\u00fc\u00df, mein Sohn, ich liebe Dich\u201c eine unbezahlbare Erinnerung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tilmann hatte ein B\u00fcro vom Zirve-Verlag gemietet. Zirve ist auch Sitz des B\u00fcros der Malatya-Evangeliums-Gemeinde. Als Arbeitszweig der Gemeinde druckt und verbreitet Zirve christliche Literatur in Malatya und in den nahegelegenen St\u00e4dten der Ostt\u00fcrkei.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer anderen Region der Stadt verabschiedete sich der 35j\u00e4hrige Pastor Necati Aydin, Vater zweier Kinder, von seiner Frau, um ebenfalls ins B\u00fcro zu fahren. Dort hatten sie am Vormittag ein Bibelstudium und ein Gebetstreffen, an dem auch einige andere Gl\u00e4ubige aus der Stadt teilnehmen w\u00fcrden. Ebenso begab sich Ugur Yuksel auf den Weg zum Bibelstudium.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Keiner der drei M\u00e4nner wu\u00dfte, was sie beim Bibelstudium erwarten w\u00fcrde: die allerletzte Pr\u00fcfung und Anwendung ihres Glaubens, die mit dem Eingang in die Herrlichkeit abschlie\u00dfen w\u00fcrde, um ihre Krone der Gerechtigkeit aus der Hand von Christus zu empfangen und Ehre von allen Heiligen, die sie in der Gegenwart des Herrn erwarteten. Am anderen Ende der Stadt bereiteten zehn junge M\u00e4nner, alle unter 20 Jahre alt, die letzten Vorbereitungen f\u00fcr ihre allerletzte Glaubenstat vor, f\u00fcr das Ausleben ihrer Liebe zu Allah und ihres Hasses auf alle Ungl\u00e4ubigen, von denen sie den Eindruck hatten, diese w\u00fcrden den Islam untergraben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am Auferstehungssonntag hatten f\u00fcnf dieser M\u00e4nner an einem evangelistischen Gottesdienst teilgenommen, den Pastor Necati und seine Br\u00fcder im Konferenzraum eines Hotels der Stadt angesetzt hatten; daran war eine Teilnahme nur auf Grund pers\u00f6nlicher Einladung m\u00f6glich. Die Gl\u00e4ubigen kannten diese M\u00e4nner als \u201eSuchende\u201c. Niemand wei\u00df, was in den Herzen dieser M\u00e4nner vor sich ging, als sie das Evangelium h\u00f6rten. Hatte der Heilige Geist sie ber\u00fchrt? Erlebten sie eine innerliche \u00dcberf\u00fchrung von ihren S\u00fcnden? H\u00f6rten sie das Evangelium mit ihren Herzen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute kennen wir erst den Anfang ihrer Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese jungen M\u00e4nner, von denen einer der Sohn eines B\u00fcrgermeisters der Provinz von Malatya ist, sind Teil einer \u201eTarikat\u201c, d.h. einer Gruppe \u201etreuer Gl\u00e4ubiger\u201c des Islam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mitgliedschaft in der \u201eTarikat\u201c wird hier hoch geachtet; es ist wie die Mitgliedschaft in einer Bruderschaft. Es ist eine Tatsache \u2013 so sagt man \u2013, da\u00df niemand ein \u00f6ffentliches Amt bekleiden kann, der nicht Mitglied einer \u201eTarikat\u201c ist. Diese jungen Leute lebten alle im selben Studentenwohnheim und bereiteten sich auf die Aufnahmeexamen der Universit\u00e4t vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese jungen M\u00e4nner machten f\u00fcr die letzte Tat ihres Dienstes f\u00fcr Allah ihre Waffen, Brotmesser, Seile und Handt\u00fccher bereit. Sie wu\u00dften, da\u00df viel Blut flie\u00dfen w\u00fcrde. Und sie trafen rechtzeitig zum Beginn des Bibelstudiums ein, gegen 10 Uhr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie trafen ein, und es scheint, da\u00df dann das Bibelstudium begann. Es wurde berichtet, da\u00df der Anschlag begann, nachdem Necati ein Kapitel aus der Bibel gelesen hatte. Die jungen M\u00e4nner fesselten Ugurs, Necatis und Tilmanns H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe an die St\u00fchle, und w\u00e4hrend sie ihre Tat mit Handys filmten, folterten sie unsere Br\u00fcder grausam nahezu drei Stunden lang.*<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachbarn an ihren Arbeitspl\u00e4tzen nahe der Druckerei sagten sp\u00e4ter, sie h\u00e4tten Schreie geh\u00f6rt, h\u00e4tten jedoch angenommen, die Eigent\u00fcmer h\u00e4tten einen h\u00e4uslichen Streit, weshalb sie nicht reagierten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hrend dessen hatte ein anderer Gl\u00e4ubiger, Gokhan mit seiner Frau einen entspannenden Vormittag. Er schlief bis 10 Uhr, a\u00df lange zu Fr\u00fchst\u00fcck, und schlussendlich trafen seine Frau und er gegen 12.30 Uhr im B\u00fcro ein. Die T\u00fcr war von innen verschlossen, so da\u00df sein Schl\u00fcssel nicht funktionierte. Er telephonierte, aber obwohl sein Telephon funktionierte, h\u00f6rte er es drinnen nicht l\u00e4uten. Er w\u00e4hlte die Handys seiner Br\u00fcder an und schlussendlich erreichte er Ugur, der antwortete: \u201eWir sind nicht im B\u00fcro. Geh zum Treffen ins Hotel. Wir sind dort. Wir werden dorthin kommen\u201c, sagte er verschl\u00fcsselt. W\u00e4hrend Ugur sprach, h\u00f6rte Gokhan im Hintergrund Weinen und ein seltsames r\u00f6chelndes Ger\u00e4usch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er rief daraufhin die Polizei an und nach etwa f\u00fcnf Minuten traf der sich am n\u00e4chsten befindliche Polizist ein. Er klopfte an die T\u00fcr: \u201ePolizei! \u00d6ffnen!\u201c Zuerst nahm der Beamte an, es handele sich um einen h\u00e4uslichen Streit. In dem Augenblick h\u00f6rten sie ein weiteres R\u00f6cheln und ein gurgelndes St\u00f6hnen. Der Polizist verstand dies als menschliches Leiden, entsicherte seine Waffe und versuchte mehrfach, die T\u00fcr aufzubrechen. Einer der erschrockenen Attent\u00e4ter schlo\u00df die T\u00fcr f\u00fcr den Polizisten auf, dem sich beim Eintritt ein grausamer Anblick bot.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tilmann und Necati waren abgeschlachtet worden*; Ugurs Hals war ebenso aufgeschlitzt, er lebte kaum noch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drei Attent\u00e4ter lie\u00dfen vor dem Polizisten ihre Waffen fallen. Inzwischen h\u00f6rte Gokhan Schreien auf der Stra\u00dfe. Jemand war aus dem dritten Stock ihres B\u00fcros hinuntergefallen. Er lief hinunter, um dort einen Mann auf dem Boden zu finden, den er sp\u00e4ter als Emre Gunaydin wiedererkannte. Er hatte ein massives Kopftrauma und, seltsamerweise, er r\u00f6chelte. Um zu entkommen, hatte er versucht an der Dachrinne hinunterzusteigen, fiel dann aber runter, da er das Gleichgewicht verlor. Es scheint, da\u00df er der Anf\u00fchrer des Anschlags war. Ein weiterer Attent\u00e4ter versteckte sich auf einem tiefer gelegenen Balkon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um das Netz des Geschehens zu entwirren, m\u00fcssen wir sechs Jahre zur\u00fcckgehen. Im April 2001 hat der Nationale Sicherheitsdienst der T\u00fcrkei (Milli Guvenlik Kurulu) angefangen evangelische Christen als Bedrohung f\u00fcr die nationale Sicherheit einzustufen, und zwar auf derselben Ebene wie Al-Qaida- oder PKK-Terrorismus. Erkl\u00e4rungen seitens politischer F\u00fchrer, Kolumnisten und Kommentatoren haben einen Ha\u00df gegen Missionare entfacht, \u00fcber die sie behaupten, sie w\u00fcrden junge Leute bestechen, um die Religion zu wechseln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach jener Entscheidung von 2001 begannen Angriffe und Drohungen gegen Kirchen, Pastoren und Christen. Bombenattentate, physische Angriffe, m\u00fcndliche und schriftliche Drohungen sind nur einige der Methoden, mit denen Christen attackiert werden. \u00c4u\u00dferst bezeichnend ist der Gebrauch von Propaganda mittels der Medien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anschlu\u00df an eine lange Versammlung \u00fcber die Bedrohung seitens der Christen, ab Dezember 2005, begannen die Ehefrau des fr\u00fcheren Premierministers Ecevit, der Historiker Ilber Ortayli, Professor Hasan Unsal, der Politiker Ahmet Tan und der Schriftsteller\/Propagandist Aytunc Altindal \u2013 jeder im Bereich seiner eigenen Berufst\u00e4tigkeit \u2013 eine Kampagne, um die Aufmerksamkeit der \u00d6ffentlichkeit auf die heraufziehende Bedrohung von Christen zu lenken, die versuchten, \u201edie Seelen der Kinder zu kaufen\u201c. Verborgene Kameras in Kirchen zeichneten Gottesdienste auf und verwendeten diese Aufzeichnungen sensationsl\u00fcstern, um Furcht und Ablehnung gegen\u00fcber dem Christentum zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer offiziellen vom Fernsehen ausgestrahlten Antwort aus Ankara grinste der t\u00fcrkische Innenminister, w\u00e4hrend er \u00fcber die Angriffe auf unsere Br\u00fcder in Malatya sprach. Mitten unter \u00f6ffentlichem Entsetzen und Protesten gegen das Geschehen, sowie in der Bejahung von Religionsfreiheit und der Freiheit des Denkens sind die Medien und offiziellen Erkl\u00e4rungen von immer derselben Botschaft erf\u00fcllt: \u201eWir hoffen, da\u00df Ihr die Lektion verstanden habt. Wir wollen hier keine Christen haben\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es scheint, als ob dies ein organisierter Angriff seitens eines unbekannten erwachsenen \u201eTarikat\u201c-F\u00fchrers war. Wie im Fall der Ermordung von Hrant Dink im Januar 2007, und eines katholischen Priesters, Andrea Santoro, im Februar 2006, werden Jugendliche gebraucht, um religi\u00f6s motivierte Mordattentate umzusetzen, weil die \u00f6ffentlichem Sympathien f\u00fcr die Jugend gro\u00df sind und sie auch niedrigere Strafen erhalten, als sie ein Erwachsener f\u00fcr dasselbe Verbrechen bek\u00e4me. Selbst die Eltern der Jugendlichen bejahen deren Taten. Die Mutter des 16j\u00e4hrigen Jungen, der den katholischen Priester Andrea Santoro ermordete, blickte in die Kameras, als ihr Sohn ins Gef\u00e4ngnis ging, und sagte: \u201eEr wird seine Zeit f\u00fcr Allah absitzen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die jungen M\u00e4nner, die am Attentat beteiligt waren, sitzen jetzt in Haft. Heute [24.4.2007; RM] berichteten die Nachrichten, man w\u00fcrde sie als Terroristen behandeln, wobei das Alter dann keinen Einflu\u00df auf die H\u00f6he der strengen Strafe h\u00e4tte. Der Attent\u00e4ter Emre Gunayadin befindet sich noch immer auf der Intensivstation. Die Untersuchung konzentriert sich auf ihn und seine Kontakte, und sie sagen, da\u00df sie zusammenbrechen w\u00fcrde, falls er sich nicht wieder erholt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Kirche in der T\u00fcrkei reagierte auf eine Art und Weise, die Gott ehrte, w\u00e4hrend Dutzende von Gl\u00e4ubigen und Pastoren so schnell wie sie konnten herbeiflogen, um der kleinen Gemeinde in Malatya beizustehen und um die Gl\u00e4ubigen zu ermutigen, um sich der gerichtlichen Dinge anzunehmen und um die Christen gegen\u00fcber den Medien zu vertreten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Susanne Geske ihren Wunsch aussprach, ihren Ehemann in Malatya zu bestatten, gab es viele Komplikationen. Schlussendlich wurde Tilmann am 20. April auf einem alten armenischen Friedhof begraben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ugur wurde durch seine Familie in einer alevitischen islamischen Zeremonie in seiner Heimatstadt Elazig bestattet, w\u00e4hrend seine gl\u00e4ubige Verlobte aus dem Schatten heraus zusah, da\u00df seine Familie und seine Freunde noch angesichts des Todes ablehnten, den Glauben zu respektieren, den Ugur so lange bezeugt hatte und f\u00fcr den er gestorben war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Necatis Beerdigung fand in seiner Heimatstadt Izmir statt, in der Stadt, in der er zum Glauben fand. Die Finsternis versteht das Licht nicht. Obgleich die Kirchen der Vergebung f\u00fcr das Geschehen Ausdruck gaben, wurde den Christen nicht getraut. Bevor der Sarg in Malatya ins Flugzeug geladen wurde, mu\u00dfte er zweimal durchleuchtet werden, weil man sicher sein wollte, da\u00df sich darin kein Sprengstoff bef\u00e4nde. Dies ist f\u00fcr S\u00e4rge von Muslimen keine \u00fcbliche Prozedur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Necatis Beerdigung war ein wunderbares Ereignis. Wie ein kurzer Einblick in den Himmel wurde es empfunden: Hunderte t\u00fcrkischer Christen und Arbeiter kamen, um ihre Liebe zu Christus und ihre Ehrerbietung f\u00fcr diesen Mann zu zeigen, der erw\u00e4hlt war, f\u00fcr Christus zu sterben. Necatis Ehefrau, Shemsa, sagte der Welt: \u201eSein Tod war von einer tiefen Bedeutung erf\u00fcllt, denn er starb f\u00fcr Christus und er lebte f\u00fcr Christus. &#8230; Necati war eine Gabe Gottes. Ich f\u00fchle mich geehrt, ihn in meinem Leben gehabt zu haben. Ich empfinde mich mit Ehre gekr\u00f6nt. Ich m\u00f6chte dieser Ehre wert sein.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mutig nahmen die Gl\u00e4ubigen an der Beerdigung von Necati ihren Platz ein, indem sie es wagten, sich \u00f6ffentlich zu zeigen und somit entsprechend zu Zielscheiben zu werden. Wie erwartet: Die Anti-Terror-Polizei nahm teil und nahm jeden, der bei der Beerdigung teilnahm, auf Video auf, um dies in der Zukunft zu verwenden. Der Gottesdienst fand im Freien bei der Baptistengemeinde in Buca statt, und Necati wurde dann auf einem kleinen christlichen Friedhof au\u00dferhalb von Izmir begraben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwei stellvertretende Gouverneure von Izmir waren anwesend und beobachteten ernst das Geschehen aus der ersten Reihe. Dutzende von Nachrichtenagenturen waren dabei und dokumentierten das Geschehen mit Life-Berichterstattungen und Photographien. Wer wei\u00df, welche Wirkung die Beerdigung auf Zuschauer hatte? Das ist ebenfalls der Anfang ihrer eigenen Geschichte. Betet f\u00fcr sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Susanne Geske dr\u00fcckte in einem Fernsehinterview ihre Vergebung aus, eine Tat, die auf den Titelseiten der gr\u00f6\u00dften t\u00fcrkischen Zeitungen plaziert wurde. Sie wolle keine Rache, sagte sie den Reportern: \u201eOh Gott, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun,\u201c sagte sie, wobei sie von ganzem Herzen den Worten zustimmte, die Christus auf Golgatha sprach (Lukas 23,34).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einem Land, wo Blutrache so normal ist wie zu Atmen, hat die Kirche viele, viele Berichte davon erhalten, wie dieser Kommentar von Susanne Geske Leben ver\u00e4ndert hat. Ein Kolumnist schrieb \u00fcber ihren Kommentar: \u201eSie sprach mit einem einzigen Satz aus, was 1000 Missionare in 1000 Jahre niemals tun k\u00f6nnten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist sehr wahrscheinlich, da\u00df viele Christen aus Malatya wegziehen werden, weil ihre Familien und Kinder \u00f6ffentlich als Ziele in einer feindlich gesinnten Stadt identifiziert wurden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die verbleibenden zehn Gl\u00e4ubigen haben sich versteckt. Was wird aus dieser Kirche werden, diesem Licht in der Finsternis? Vermutlich wird sie in den Untergrund gehen. Betet um Weisheit, da\u00df t\u00fcrkische Br\u00fcder aus anderen St\u00e4dten kommen und die f\u00fchrungslose Gemeinde leiten. Sollten wir nicht wirklich an dieser gro\u00dfen Stadt Malatya Anteil nehmen, einer Stadt, die nicht wei\u00df, was sie tut? (Jona 4,11)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als unser Pastor Fikret Bocek zusammen mit einem Bruder am Montag zur Sicherheits-Direktion ging, um eine Erkl\u00e4rung abzugeben, wurden sie ins Anti-Terror-Departement geleitet. An der Wand befand sich eine riesige Karte, die die ganze Wand f\u00fcllte und auf der alle Terrorzellen in Izmir nach Kategorien aufgef\u00fchrt waren. In einer zentralen Spalte waren alle evangelischen Kirchen von Izmir aufgelistet. Die Finsternis versteht das Licht nicht. \u201eDie, die die Welt auf den Kopf gestellt haben, sind auch zu uns gekommen\u201c (Apg. 17,6).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bitte betet f\u00fcr die Kirche in der T\u00fcrkei. \u201eBetet nicht gegen Verfolgung, betet f\u00fcr Ausdauer\u201c, dr\u00e4ngt Pastor Fikret Bocek.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Kirche geht es auf Grund des Verlustes unserer Br\u00fcder besser; die Frucht in unserem Leben, der erneuerte Glaube, das brennende Verlangen, das Evangelium auszubreiten um noch mehr Finsternis in Malatya auszul\u00f6schen \u2013 all dies gilt es, nicht geringzusch\u00e4tzen. Betet, da\u00df wir gegen \u00e4u\u00dferen Widerstand stark bleiben und betet ganz besonders, da\u00df wir gegen innere K\u00e4mpfe mit S\u00fcnde \u2013 unsere wirklich hindernde Schw\u00e4che \u2013 feststehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen mit Gewi\u00dfheit: Jesus Christus war dabei, als unsere Br\u00fcder ihr Leben f\u00fcr Ihn gaben. Er war so dabei, wie Er mit Stephanus war, als der in Sichtweite des Saulus von Tarsus gesteinigt wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eines Tages mag die Videoaufzeichnung vom Sterben unserer Br\u00fcder uns noch mehr von der Kraft offenbaren, von der wir wissen, da\u00df Christus sie ihnen schenkte, um ihr letztes Kreuz zu tragen, und von dem Frieden, mit dem der Geist Gottes sie bef\u00e4higte, um f\u00fcr ihren geliebten Herrn zu leiden. Wir wissen auch: ER ist nicht von ihrer Seite gewichen. Wir wissen, da\u00df ihr Geist voller Gottesworte war, die sie kr\u00e4ftigten, auszuhalten, als die Finsternis versuchte, das unausl\u00f6schliche Licht des Evangeliums zu ersticken. Wir wissen, da\u00df sie \u2013 wie auch immer ihnen das m\u00f6glich war, sei es mit einem Blick oder einem Wort \u2013, da\u00df sie einander ermutigten, stark zu bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen, da\u00df ihnen bewu\u00dft war, sie w\u00fcrden bald bei und mit Christus sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Details kennen wir nicht. Auch wissen wir nicht, auf welche Weise auf dieser Erde der Gerechtigkeit gen\u00fcge getan werden wird oder nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wir beten \u2013 und wir dr\u00e4ngen Euch, daf\u00fcr zu beten! \u2013, da\u00df eines Tages zumindest einer dieser Jugendlichen zum Glauben kommen m\u00f6ge, und das auf Grund des Zeugnisses von Tilmann Geske, das dieser im Sterben gab, der sein Leben als ausl\u00e4ndischer Christ in der T\u00fcrkei hingab, und auf Grund der Zeugnisse von Necati Aydin und Ugur Yuksel, die sie im Sterben ablegten. Sie sind die ersten M\u00e4rtyrer** f\u00fcr Christen aus der t\u00fcrkischen Kirche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einzelheiten dieses Briefes erhielten wir durch verschiedene Nachrichten- und Medien-Quellen, basierend auf vorl\u00e4ufigen Presseverlautbarungen und Interviews. Die Gerichtsf\u00e4lle sind nicht abgeschlossen, und konkrete Beweismittel oder Autopsieberichte stehen der \u00d6ffentlichkeit noch nicht zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesen Bericht verfa\u00dfte Darlene N. Bocek (1.5.2007), ins Deutsche wurde er \u00fcbersetzt von Pfr. Reinhard M\u00f6ller (3.5.2007).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist der Wunsch, da\u00df dieser Bericht an m\u00f6glichst viele betende Christen weitergegeben wird, in so vielen L\u00e4ndern als m\u00f6glich. Die \u00dcberschrift \u201eFrom the Protestant Church of Smyrna\u201c darf nicht ver\u00e4ndert werden und als Kontakt mu\u00df angef\u00fchrt sein:<br \/>\nizmirprotestan@gmail.com und http:\/\/www.izmirprotestan.org<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Hinweis des \u00dcbersetzers: Hier enthielt dieser Bericht in seiner ersten Fassung vom 24.4.2007 detaillierte Angaben zur Folter, teilweise fanden sich diese auch in der Berichterstattung von idea-spektrum (Nr. 17\/25.4.2007) oder auf der Internetseite des \u201eInstituts f\u00fcr Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz\u201c (3.5.2007; http:\/\/www.islaminstitut.de). Pastor Ahmet Guvener (Gemeinde von Diyarbakir) hat zusammen mit den Br\u00fcdern Ihsan Ozbek und Ed Grudier die grausame Folterung grunds\u00e4tzlich best\u00e4tigt, aber die berichteten Details als unzutreffend zur\u00fcckgewiesen; dies best\u00e4tigte auch Susanne Geske. In der Folge verschickte Darlene N. Bocek obigen revidierten Bericht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">** \u201eNecati Aydin und Ugur Y\u00fcksel sind die seit Gr\u00fcndung der t\u00fcrkischen Republik im Jahre 1923 ersten bekannten vom Islam zum Christentum konvertierten Gl\u00e4ubigen, die den M\u00e4rtyrertod gestorben sind,\u201c schreibt das \u201eInstitut f\u00fcr Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz\u201c (3.5.2007; http:\/\/www.islaminstitut.de). RM<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brief an die weltweite Kirche 03.05.2007 Liebe Freunde, die vergangene Woche war mit viel Traurigkeit angef\u00fcllt. 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