{"id":8787,"date":"2012-12-03T10:47:55","date_gmt":"2012-12-03T08:47:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8787"},"modified":"2012-12-05T14:59:12","modified_gmt":"2012-12-05T12:59:12","slug":"warum-immer-noch-keine-bekenntnissynode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8787","title":{"rendered":"Warum immer noch keine Bekenntnissynode?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Einige grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1911, als der liberale Pfarrer Carl Jatho wegen Irrlehre seines Amts enthoben wurde und das ganze liberale Deutschland emp\u00f6rt aufschrie, schrieb Adolf von Harnack, der gro\u00dfe Kirchenhistoriker und Wissenschaftsorganisator, einem Kollegen: Die Amtsenthebung m\u00fcsse man hinnehmen, \u201eweil die Kirche immer noch Bekenntniskirche sei und die Mehrzahl ihrer Glieder den Gedanken nicht ertr\u00fcge, die Landeskirche lie\u00dfe \u201aein Christentum ohne den lebendigen Gott und ohne den Herrn Christus\u2018 zu.\u201c Er fuhr fort: \u201eEs wird ja gewi\u00df einmal die Zeit kommen, wo auch die Positiven (heute w\u00fcrde man sagen die Glaubenskonservativen DM) \u2026einsehen werden, da\u00df sie nicht Verrat an der heiligsten Sache \u00fcben, wenn sie in einer \u00e4u\u00dfern Kirchengemeinschaft bleiben, die alles, was Religion unter uns hei\u00dft, umschlie\u00dfen will\u2026.\u201c <!--more-->Harnacks Voraussage ist heute protestantische Wirklichkeit. Man kann lutherischer Bischof werden, auch wenn man Jesu S\u00fchnetod bestreitet und das Kreuz bagatellisiert. Zwar sind die Landeskirchen nach ihren Verfassungen immer noch Bekenntniskirchen, aber diese Bekenntnisbindung ist ebenso wie die Bibelbindung l\u00e4ngst &#8211; mit \u201eaufgekl\u00e4rter\u201c historisch-kritischer Kunstfertigkeit relativiert &#8211; einem opportunistischen Pragmatismus gewichen. Und dieser ist nicht mehr f\u00e4hig, die Scheidung von Lehre und Irrlehre zu vollziehen, am Ende weil die theologischen Pragmatiker keine am J\u00fcngsten Gericht geeichten Ma\u00dfst\u00e4be mehr akzeptieren, die ihnen allen Ernstes Grenzen ziehen. In dieser Situation ist es zweifellos ein Verh\u00e4ngnis, da\u00df \u201ebekennende Gruppen\u201c in den Landeskirchen sich im Gef\u00fchl ihrer Machtlosigkeit mehr oder weniger leidend mit dieser Situation arrangiert haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die s\u00e4chsische Provokation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das kleine s\u00e4chsische Evangelisationsteam hat es nun gewagt, die machtbewu\u00dften Leitungsgremien der s\u00e4chsischen Landeskirche herauszufordern: Eine Bekenntnissynode sei dringend geboten, weil die leitenden Organe ihrer Kirche die konkret gottwidrige S\u00fcnde statt des umkehrenden S\u00fcnders rechtfertigten. Damit gef\u00e4hrde Kirche das Heil der S\u00fcnder, denn sie schneide ihnen durch die kirchenamtliche Legalisierung der S\u00fcnde den Weg der Umkehr zur Vergebung ab. So schafft tats\u00e4chlich ein ethisches Problem die Situation des status confessionis, des Bekenntnisfalls, in dem sich die Wahrheit von der L\u00fcge, das Leben vom Tod trennt. Das wird offenbar selbst in bekennenden Gruppierungen nicht \u00fcberall klar und scharf gesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niemand, der bereit ist, Gott zu h\u00f6ren, kann leichthin bei Paulus (z.B. 1. Kor 6,9-10) die Gerichtskonsequenz konkreter S\u00fcnde \u00fcberspringen. Nur ideologisch besessener Verstand kann \u00fcbersehen, da\u00df Gottes heiliger Sch\u00f6pferwille durch die kirchliche Legitimierung homosexueller Praxis dekonstruiert, Gottes vern\u00fcnftig geschaffene Natur denaturiert wird. Angesichts der Eindeutigkeit der Bibel ist es ausgeschlossen, homosexuelle Praxis unter dem Gesichtspunkt der Heiligung zu leben. Unter soteriologischem Aspekt, das hei\u00dft unter der Frage, wer wird in Ewigkeit gerettet, mu\u00df also die Einstellung zur homosexuellen Praxis um Gottes und des Menschen willen zum status confessionis werden, der geistlich Kirche von Kirche trennt. Gilt dies in eschatologisch-biblischer Qualit\u00e4t, dann ist es alles andere als theologische Hysterie, in der gegenw\u00e4rtigen Situation des landeskirchlichen Protestantismus Bekenntnissynoden zu fordern und an den Kirchenkampf zu erinnern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Dietzfelbinger statt Harnack<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die prophetische Diagnose des ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Dietzfelbinger, die er 1971 in seinem Rechenschaftsbericht der EKD-Synode vortrug, beschreibt n\u00e4mlich inzwischen die Situation umfassend und pr\u00e4zis:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWenn nicht alles t\u00e4uscht, so stehen wir heute in einem Glaubenskampf, einem Kirchenkampf, gegen\u00fcber dem der Kirchenkampf des Dritten Reiches ein Vorhutgefecht war. Das Unheimliche daran ist, da\u00df dieser heutige Kampf vielfach kaum erkannt, zu allermeist verharmlost wird und unter Tarnworten wie \u201aPluralismus\u2019 voranschreitet.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dietzfelbinger sah im kirchlichen Pluralismus das Wort Gottes um seine scheidende und rettende Macht gebracht. In der Nazizeit war es sichtbarer als heute der Au\u00dfendruck einer d\u00e4monisierten Ideologie, die darauf zielte, die Kirche der Herrschaft Christi zu entwinden und gesellschaftspolitisch zu mi\u00dfbrauchen. Heute wirkt diabolischer Geist sehr viel intelligenter, sanfter, aber auch dreister mitten in der Kirche, und das demokratisch legitimiert durch Gremien-Mehrheiten, denen Vertreter eines gescheit formulierenden und wissenschaftlich-theologisch argumentierenden Pluralismus weite Spielfelder f\u00fcr fast beliebige anthropologische, spirituelle und ethische Konstrukte er\u00f6ffnen. Auf dieser Ebene von Kirchenleitung werden wie einst in den deutsch-christlich beherrschten Kirchen Wahrheitsfragen in Machtfragen pervertiert, Lehrzucht durch Disziplinarzucht ersetzt. Einheit mit der Kirchenleitung und geistliche Loyalit\u00e4t werden selbst dann beansprucht, wenn irrende Kirchenleitung methodisch geschult das Wort Gottes f\u00e4lscht. Sachsen demonstriert es. Die geistliche Einheit in Christus ist jedoch l\u00e4ngst zerbrochen, wo das, \u201ewas Christum treibet\u201c als ausgeh\u00f6hlte Chiffre f\u00fcr beliebige religi\u00f6se und ethische Inhalte dient.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das demokratisch entfremdete \u201eLehramt\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der plural entwickelte Protestantismus hat kein geistliches Lehramt gestalten k\u00f6nnen, das Gottes heiliges Wort gegen die s\u00e4kularisierende Macht aufgekl\u00e4rter Wissenschaft und den Subjektivismus der \u201eallgemeinen Priester\u201c zu sch\u00fctzen vermocht h\u00e4tte. Theologische Fakult\u00e4ten k\u00f6nnen dieses geistliche Lehramt nur begrenzt wahrnehmen, weil sie selbst Teil des wissenschaftlichen Pluralismus sind. Theologische Arbeit vollzieht sich zwar in der Regel auf hohem intellektuellem Niveau und mit pr\u00e4zis ausdifferenzierten Begriffsinstrumentarien. In wissenschaftlich s\u00e4kularem Umfeld ist sie heute jedoch oft nicht viel mehr als ein artifizielles formales Spiel im Elfenbeinturm, das die Weltdistanz in Christus genau so wenig durchh\u00e4lt wie die gegenw\u00e4rtig real existierenden Landeskirchen. Evangelium und Gesetz wurden in diesem Spiel nicht selten zu gescheit gedachten Konstrukten und Gottes geistm\u00e4chtiges Wort zum Wort des aufgekl\u00e4rt religi\u00f6sen Menschen mit vernunftbegrenzter Geltung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An die Stelle eines geistlichen Lehramts sind im Namen des allgemeinen Priestertums aller Glaubenden in der Neuzeit Synoden getreten, die Lebens- und Glaubensfragen inzwischen demokratisch durch Mehrheiten entscheiden und ihre Ergebnisse dann als \u201emagnus consensus\u201c, als gro\u00dfe \u00dcbereinstimmung im Glauben empfinden. Auch das ist leicht erkennbar Falschm\u00fcnzerei, denn das Instrument des magnus consensus fordert zwingend, die 2000j\u00e4hrige Glaubens- und Lehrerfahrung der V\u00e4ter und M\u00fctter des gemeinsamen Glaubens verbindlich ins Gespr\u00e4ch einzubeziehen. Zu dieser Geschichte geh\u00f6ren nicht zuletzt auch die Schwestern und Br\u00fcder in den alten klassischen Kirchen. Der magnus consensus hat n\u00e4mlich auch eine \u00f6kumenische Dimension. Eine dem Leib Christi, also dem gesamten Gottesvolk aller Zeiten verpflichtete Bekenntnissynode st\u00fcnde &#8211; selbst als Minderheit im Protestantismus &#8211; geistlich f\u00fcr den magnus consensus. Das \u201eallgemeine Priestertum\u201c aller Kirchensteuerzahler, synodal-demokratisch ausge\u00fcbt, ist in sich s\u00e4kularisierender Kirche nicht imstande, Brandmauern gegen die Schwelbr\u00e4nde des Zeitgeistes zu errichten und Kirche in der Kraft des Heiligen Geistes bei Christus zu halten. Die EKD zeigt es auf allen synodalen Ebenen schlagend, und ausgerechnet das vermeintlich nur ethische Problem homosexueller Lebenspraxis ist zum Schiboleth geworden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser diffusen Situation bed\u00fcrfte das Wort Gottes zweifellos dringend der geistvollen Stimme einer Bekenntnissynode.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum findet sich keine Bekenntnissynode zusammen, die innerhalb der landeskirchlichen Organisation mit einer Stimme bekennt, was zum Kerngehalt des Evangeliums geh\u00f6rt, ethisch dem Willen Gottes entspricht, und die \u00f6ffentlichkeitswirksam feststellt, was dem Evangelium und dem lebensdienlichen Willen Gottes widerspricht, also zu verwerfen ist? Es bed\u00fcrfte dringend dieser einen Stimme, die das zunehmende Versagen der in vieler Hinsicht zu Sympathisanten des postmodernen s\u00e4kularisierten Pluralismus gewordenen landeskirchlichen Leitungsgremien grundlegend korrigiert und recht lehrende Kirchenleitung von irrlehrender unterscheiden l\u00e4\u00dft. Was hindert es?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Lehrm\u00fcdigkeit der bekennenden Opposition<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Soweit ich sehe, gibt es in den Landeskirchen kaum eine bekennende Gruppierung, die nicht direkt oder indirekt unter pietistischen Einfl\u00fcssen st\u00fcnde. Im Pietismus hatte die Echtheit des subjektiven Glaubens von Anfang an den Vorrang vor der objektiven Wahrheit, die Authentizit\u00e4t des geistlichen Lebens vor der Klarheit der Lehre. Dies ist bis heute St\u00e4rke und Schw\u00e4che zugleich. Definierte Lehre war im Urchristentum die unverzichtbare Konsequenz gekl\u00e4rten Glaubens. Der von Harnack am Anfang des 20. Jh. vorausgesehenen Abl\u00f6sung der Landeskirchen von verbindlichen Lehr\u00fcberlieferungen entspricht innerhalb der bekennenden Gruppierungen die Versuchung zu Kompromi\u00df bereiten pragmatischen Arrangements im Gef\u00fcge der bergenden Institution auf Kosten der klaren biblischen Lehre. Zur Anpassung verf\u00fchrt heute zus\u00e4tzlich der allgegenw\u00e4rtige Druck postmodern f\u00fchlender Gesellschaften. Hier wird jede Grenzen ziehende Lehre als Diskriminierung gebrandmarkt und als \u201eFundamentalismus\u201c geradezu kriminalisiert. Aber d\u00fcrfen landeskirchliche Gruppierungen, die der Lehre Jesu und seiner Apostel folgen wollen, darauf verzichten, das geistlich trennende Urteil \u00fcber dogmatische oder ethische Irrlehre verbindlich zu f\u00e4llen, weil der postmodern f\u00fchlende Mensch innerhalb und au\u00dferhalb der Kirche im Unterschied zu Jesus und seinen Aposteln nicht mehr verstehen will, da\u00df es keinen Glauben ohne definierte, also auch verwerfende Lehre gibt? D\u00fcrfen sie es innerkirchlich im Namen einer Liebe, die der Wahrheit ausweicht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die soteriologische Entwarnung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem in die westlichen Wohlstandsgesellschaften integrierten Mainstream-Protestantismus fehlt es l\u00e4ngst wieder an der eschatologischen Radikalit\u00e4t, die Karl Barth mit anderen nach der geistig-kulturellen Katastrophe des ersten Weltkriegs zur\u00fcckgewinnen wollte. Es gelang nicht. Barth hat neben vielen anderen mit seiner N\u00e4he zur Allvers\u00f6hnungslehre sogar am Ende dem Evangelium wie dem Gesetz die eschatologische Sch\u00e4rfe genommen und in seinem grandiosen Jahrhundertwerk im etablierten Protestantismus f\u00fcr eine beruhigte eschatologisch-soteriologische Gem\u00fctlichkeit gesorgt. Was aber, wenn wirklich, wie es die Bibel einsch\u00e4rft, jeder Mensch am Ende vor dem Richterstuhl Christi erscheinen mu\u00df? Wenn an Gottes konkreten Geboten Ma\u00df genommen wird? Wenn sich ein doppelter Ausgang \u00f6ffnet und Menschen in Ewigkeit verloren gehen, auch weil die Kirche sie verf\u00fchrt und die Ma\u00dfst\u00e4be gef\u00e4lscht hat? Und selbst die bekennenden Christen h\u00e4tten durch die historisch-kritisch operierende Theologie verunsichert und durch den Zeitgeist ver\u00e4ngstigt ihrem Einspruch die Verbindlichkeit und Eindeutigkeit entzogen? Schweigen wir nicht allzu oft verunsichert, wenn in unseren Landeskirchen Gottes richtendes Wort desavouiert wird? Was wenn die H\u00f6lle keine Fiktion und keineswegs leer w\u00e4re?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Entsch\u00e4rfung des Gesetzes durch das Evangelium<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Luthers manchmal fast dualistische Differenzierung von Gesetz und Evangelium ist in der evangelischen Glaubensgeschichte allzu oft zur billigen Gnade auf Kosten der Gebote degeneriert. Immer wieder begegnet gegenw\u00e4rtig in diesem Zusammenhang der Verweis auf die von Luther geistvoll beanspruchte Definitionsmacht: Ist Christus unser, so machen wir neue, pr\u00e4zisere Dekaloge als Mose. Wer indessen mit Luther voll Finderfreude so argumentiert, hat fasziniert durch diese Schwindel erregende Freiheit entweder nicht weitergelesen oder schlimmer: er f\u00e4lscht Luther. Luther stellte n\u00e4mlich 1535 in den Glaubensthesen genau im Zusammenhang dieser Bemerkung sehr n\u00fcchtern fest, da\u00df wir nicht so vollm\u00e4chtig im Heiligen Geist leben wie die Apostel und Propheten und deshalb an die biblischen Gebote gewiesen bleiben. Er nennt hier die Fabrikanten neuer Gebotstafeln Schwarmgeister. Ihm war jederzeit bewu\u00dft, da\u00df der Mensch auch im Kraftfeld der erl\u00f6senden und erneuernden Liebe Christi t\u00f6dlich gef\u00e4hrdet bleibt durch die Macht der S\u00fcnde. Deshalb ist der Verzicht auf Gottes Gebote und Lebensformen im Namen einer formalisierten Liebe ein enthusiastisch anma\u00dfender, zutiefst Luther und der Bibel widersprechender Versuch, den Himmel auf die Erde zu zwingen. Wer so verf\u00e4hrt, bringt den Menschen um Gottes Schutzr\u00e4ume. Aber lauert hier nicht auch f\u00fcr Christen, die Schrift und Bekenntnis ernst nehmen wollen, die theologische Schlange, welche lockt, die in der Heiligen Schrift konkret definierte und mit Gerichtsfolgen bewehrte Einzels\u00fcnde am Ende doch verschwiemelt landeskirchlicher Beliebigkeit zu \u00fcberlassen im Glauben, da\u00df die \u00dcbermacht der Gnade am Ende dem Gesetz die Sch\u00e4rfe n\u00e4hme?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fehlen uns Mut, Klarheit und Gewi\u00dfheit des Geistes? Eine Bekenntnissynode, die zusammentr\u00e4te, bedeutete nicht den Austritt aus der Landeskirche. Hier geht es auch nicht um Zweifel an der pers\u00f6nlichen Integrit\u00e4t von landeskirchlichen Amtsinhabern, hier steht die Autorit\u00e4t von Gottes Wort auf dem Spiel. Eine Bekenntnissynode w\u00e4re sowohl geistliche Notma\u00dfnahme wie Provokation aus der Wahrheitsmacht der Heiligen Schrift heraus. Es gibt keine Liebe, die nicht auch verwirft. Eine so verstandene Bekenntnissynode h\u00e4tte ihre Wurzel auch nicht in der Spaltkraft die dem Protestantismus von Anfang an innewohnt, sondern m\u00fc\u00dfte dem \u00f6kumenischen Geist Jesu Christi in der Weltchristenheit verpflichtet sein, der den magnus consensus, die gro\u00dfe \u00dcbereinstimmung sucht. Auch die Widerstand leistenden Sachsen inszenieren nicht einen kirchenpolitischen Machtkampf, sondern stellen im Rahmen dessen, was im Leib Christi immer und \u00fcberall gegolten hat, die Wahrheitsfrage. Erzwingt die Wahrheit, die Christus in Person ist, nicht unausweichlich das Bekennen und damit die eine klare Stimme, die im landeskirchlichen Protestantismus gegenw\u00e4rtig nur eine Bekenntnissynode sein kann?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Dieter M\u00fcller<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: Kirchliche Sammlung um Bibel und Bekenntnis, 33. Jahrgang, Nr. 2\/2012, Oktober 2012<\/em>, S. 8-11<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige grunds\u00e4tzliche \u00dcberlegungen 1911, als der liberale Pfarrer Carl Jatho wegen Irrlehre seines Amts enthoben wurde und das ganze liberale Deutschland emp\u00f6rt aufschrie, schrieb Adolf von Harnack, der gro\u00dfe Kirchenhistoriker und Wissenschaftsorganisator, einem Kollegen: Die Amtsenthebung m\u00fcsse man hinnehmen, \u201eweil die Kirche immer noch Bekenntniskirche sei und die Mehrzahl ihrer Glieder den Gedanken nicht ertr\u00fcge, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":32,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1,11,13,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8787"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/32"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8787"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8787\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8807,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8787\/revisions\/8807"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8787"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8787"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8787"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}