{"id":8777,"date":"2012-12-01T09:00:34","date_gmt":"2012-12-01T07:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8777"},"modified":"2012-12-02T00:14:57","modified_gmt":"2012-12-01T22:14:57","slug":"licht-am-dunklen-ort-eine-auslegung-von-2-petr-116-21","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8777","title":{"rendered":"Licht am dunklen Ort (2 Petr 1,16-21)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Jeder, der sich noch nicht hat anstecken lassen von der Freude am prophetischen Wort und von der Freude an der Wiederkunft des HERRN, hat in diesem Abschnitt ein gro\u00dfes Lernst\u00fcck vor sich. Wer das 1. Kapitel im 2. Petrusbrief richtig versteht, der kann gar nicht anders: Er wird hineingenommen in diese gewaltige Perspektive der Wiederkunft unseres HERRN.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bleiben zun\u00e4chst beim Zusammenhang. Wichtig sind da vor allem die Verse 3 und 4 des ersten Kapitels. Hier ist die Rede von den \u201eallergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c (\u03bc\u03ad\u03b3\u03b9\u03c3\u03c4\u03b1 \u1f10\u03c0\u03b1\u03b3\u03b3\u03ad\u03bb\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1), die uns gegeben sind. Das ist ein seltenes Wort. Die Bibel ist sehr sparsam mit euphorischen Kundgebungen, aber manchmal setzt sie solche Begriffe besonders gern ein. Paulus liebt diese euphorischen und \u00fcberdimensionierten Aussagen. Was signalisieren sie? Da mu\u00df man genau hinsehen. Es handelt sich im ersten Kapitel in der Tat um die \u201eallergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c, die der Gemeinde Jesu gegeben sind. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich sind alle Verhei\u00dfungen gro\u00dfartig, aber hier haben wir etwas Besonderes vor uns. Spurgeon hat ein Buch geschrieben, das wir wahrscheinlich alle kennen: \u201eKleinode g\u00f6ttlicher Verhei\u00dfungen\u201c. Es w\u00fcrde uns schwer fallen, in diesem Buch zu unterscheiden zwischen gro\u00dfen und allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen. Aber wenn wir den Zusammenhang von 2 Petr 1,16-21 betrachten, merken wir schnell, worauf Petrus hinaus will. Er hat eine Offenbarung Christi empfangen, die ihm signalisiert hat, dass er bald heimgerufen wird (1,14). In dieser Perspektive gesehen, ist der zweite Petrusbrief nicht nur ein Brief, sondern ein Testament, und alles wird ganz tiefgr\u00fcndig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man die Mitteilung vom HERRN erhalten hat, dass man bald heimgerufen wird, dann konzentriert man sich auf das Wichtigste. Ich hoffe, dass wir alle in unseren letzten Stunden noch so hell im Geiste sind, dass wir uns auf das Wichtigste und letztlich ja auch auf das Sch\u00f6nste bewu\u00dft konzentrieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun gibt uns Petrus also die \u201eallergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c mit auf den Weg. Er sagt: \u201eDurch die Erkenntnis Gottes haben wir Zugang zu den allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c. Er sagt zun\u00e4chst noch nicht, worum es geht. Das ist sehr spannungsvoll. Aber man merkt bald, worauf er hinaus will. Es ist die Wirklichkeit von R\u00f6m. 8, dem gro\u00dfen Herrlichkeitskapitel, mit seiner Umwertung aller Verh\u00e4ltnisse. \u201eDie Leiden dieser Zeit sind nicht vergleichbar gegen\u00fcber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll\u201c (R\u00f6m.8,18). Und man denkt an den 1. Petrusbrief gleich am Anfang: Dort lesen wir von der Verhei\u00dfung des \u201eunverwelklichen und unausl\u00f6schlichen Erbes\u201c (1 Petr 1,4).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir fragen: was ist hier gemeint? Was ist das f\u00fcr eine Herrlichkeit? Was ist das f\u00fcr ein Erbe, auf das wir zugehen? Auch in R\u00f6mer 8 ist ja von einem Erbe die Rede: \u201eBist du Kind Gottes, dann bist du auch Erbe\u201c (R\u00f6m 8,17). Wenn man sich in diese zwei Kapitel (R\u00f6m 8 und 1 Petr 1) vertieft, sie mit 1.Kor. 15 verbindet und dann dieses Kapitel 2 Petr 1 liest, merkt man, was Petrus sagen will: Es geht um die Verkl\u00e4rung unserer Leiblichkeit. Es geht um ein ewigkeitliches Anteilbekommen an der Herrlichkeit Gottes. Es geht um einen Leib ohne S\u00fcnde, ohne Tod, ohne Krankheit. Es geht um die totale Umwertung aller irdischen Werte und Ranglisten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Apostel haben viel mehr als uns das heute bewusst ist in dieser neuen Rangfolge gelebt. Ihnen war diese neue Leiblichkeit unendlich wichtig. Ich selber bin erst durch R\u00f6mer 8 und 1 Petr. 1 auf das richtige Verst\u00e4ndnis von 2 Petr 1 gesto\u00dfen. Hier ist davon die Rede, dass diese \u201eallergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c uns Anteil verschaffen an der \u201eg\u00f6ttlichen Natur\u201c (1,4). Luther hat diese Stelle geistlich ausgelegt: F\u00fcr ihn ist Gottes Natur die Weisheit Gottes, die Kraft, die Vergebung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber dann habe ich mir diese Aussage noch einmal genauer angesehen und festgestellt, dass hier von <em>\u201ephysis\u201c<\/em> (\u03c6\u03cd\u03c3\u03b9\u03c2) die Rede ist, also von der Leiblichkeit. Hier geht es um eine neue Leiblichkeit. Die g\u00f6ttliche Natur ist nicht nur der g\u00f6ttliche Charakter, sondern wir bekommen Anteil an der unzerst\u00f6rbaren Herrlichkeit Gottes. Wir bekommen einen neuen Leib. Die Bibel denkt \u201eleibhaft\u201c, wir leider oft nicht. Der Leib kommt unter \u201eferner liefen\u201c. Interessanterweise gibt es kein Wort \u201eLeibsorge\u201c \u2013 \u201eSeelsorge\u201c gibt es! Das zeigt, dass wir uns in der christlichen Kirche eine Engf\u00fchrung geleistet haben. Wir denken vorrangig an die Seele. Aber der Mensch hat auch einen Leib. Ein guter Seelsorger mu\u00df ein guter Leibsorger sein und umgekehrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht also um die <em>physis<\/em>, es geht um ein Anteilbekommen an der Natur Gottes. Es geht um eine neue Leiblichkeit, nicht nur ohne Krankheit und Tod, sondern vor allen Dingen auch ohne S\u00fcnde. Gro\u00dfartig! Ich kann Petrus gut verstehen, wenn er hier von diesen allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen redet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Das Festmachen der Berufung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir betrachten nun den Abschnitt 1,5-11. Es liegt Petrus hier nun daran, dass wir, denen diese allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen zugesprochen worden sind, auch einen Anteil an ihnen erhalten. Das ist sehr interessant. Es gibt hier keinen Automatismus. Du hast Christus erkannt durch die Gnade Gottes. Aber wenn du jetzt denkst, nun l\u00e4uft alles automatisch ab, dann w\u00fcrde dich Petrus sofort korrigieren. Er w\u00fcrde sagen: \u201eDie Verhei\u00dfung, die dir zugesprochen worden ist, musst du nun auch festmachen.\u201c Dieses pers\u00f6nliche Festmachen ist entscheidend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie macht man denn seine eigene Berufung und seine eigene Auserw\u00e4hlung fest? Geht das \u00fcberhaupt? K\u00f6nnen wir dazu \u00fcberhaupt etwas dazu beitragen? In der lutherischen Tradition wird man eher geneigt zu sagen: Es ist alles Gnade. Du hast \u00fcberhaupt nicht die M\u00f6glichkeit, von dir her etwas fest zu klopfen. Aber Petrus denkt hier differenzierter. Wir stellen bei ihm fest: Das Festklopfen der eigenen Berufung und Auserw\u00e4hlung geschieht dadurch, dass ich dem Glauben die Regie \u00fcbertrage in meinem Leben. Das ist das Festmachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und damit es nicht nur Theorie bleibt, f\u00fcgt Petrus gleich ganz praktische Konkretionen an, wie der Glaube tats\u00e4chlich in unserem Leben in die Regie kommt. N\u00e4mlich erstens, indem wir aus dem Glauben heraus g\u00f6ttliche Tugenden zur Entfaltung bringen. Und zweitens, indem wir uns vom Glauben neue Erkenntnisse schaffen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich 1970 bei Billy Graham zum Glauben kam \u2013 am Ende eines langen Theologie- und Philosophiestudiums, bedeutete das f\u00fcr mich einen totalen Umbruch. Was ich in 14 Semestern studiert hatte, musste nun alles noch einmal neu bedacht, von neuen Erkenntnissen her gesichtet, relativiert, gepr\u00fcft oder auch eliminiert werden. So sah das Festmachen f\u00fcr mich aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann spricht Petrus weiter von der Selbstbeherrschung, von der Ausdauer, von der Gottesfurcht, von der Bruderliebe. Und als letzte Steigerung \u2013 die Siebenzahl spielt auch hier wieder eine Rolle \u2013 spricht er von der Gottesliebe, von der Agape (\u1f00\u03b3\u03ac\u03c0\u03b7),<strong> <\/strong>und damit ist immer auch die Feindesliebe gemeint. Das ist die \u201eVollkommenheit\u201c in der Bergpredigt. Die Agape hilft uns, unseren Feind zu lieben und ihm alles nur erdenklich Gute zu g\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Petrus sagt: So machst du deine Berufung fest, indem du dich ein\u00fcbst in diese sieben Regieanweisungen, die der Glaube in deinem Charakter und in deinem Leben \u00fcbernimmt. Und dann \u201ewirst du einen reichlichen Eingang in die K\u00f6nigsherrschaft Christi haben\u201c (Vers 11). Dann werden sich n\u00e4mlich diese \u201eallergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c in vollem Umfang in deinem Leben erf\u00fcllen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glaube und Liebe \u2013 das ein unsichtbares Kreuzeszeichen, das vor uns erscheint. Wir finden es in allen apostolischen Briefen. Der Glaube wird gef\u00f6rdert und gefordert \u2013 das ist die Bewegung nach oben, die Vertikale. Zur Liebe wird ermahnt \u2013 das ist die Bewegung zum N\u00e4chsten, das ist die Horizontale. Es entsteht ein Kreuzeszeichen. Am deutlichsten sehen wir das in den ersten 11 Kapiteln im R\u00f6merbrief: Hier wird der Glaube konstituiert, ausgerichtet und mit Inhalt gef\u00fcllt. Ab Kapitel 12 redet Paulus dann von der Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist das gro\u00dfe Programm der Christen, auch das gro\u00dfe Programm jeder einzelnen Gemeinde. Im 1. Timotheus-Brief ist es genau so. In Kapitel 3 lesen wir die Darlegungen f\u00fcr die Gemeindeleiter: Sie m\u00fcssen sich um die Glaubensdinge k\u00fcmmern. Danach folgen die Anleitungen f\u00fcr Diakone und Diakonissen. Sie m\u00fcssen daf\u00fcr sorgen, dass Liebe in dieser Gemeinde praktiziert wird und sich multipliziert. So wird die Berufung der Christen festgemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erweckung durch Erinnerung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir betrachten nun die Verse<strong> <\/strong>12 bis 15. Hier kommt ein Wort, das mir sehr gel\u00e4ufig ist. Wenn man 16 Jahre Mitarbeiter von Heinrich Kemner in Krelingen war, kennt man den Begriff der Erweckung. Paulus und Petrus wissen viel von Erweckung. Hier redet Petrus von seinem gro\u00dfen Anliegen. \u201eIch will euch erwecken\u201c, aber nun nicht durch eine neue Predigt oder neue Inhalte, sondern durch Erinnerung. Das ist eine interessante Wortkombination: \u201eIch will euch erwecken durch Erinnerung.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erinnerungen k\u00f6nnen erwecken, wenn sie richtig verstanden werden. J\u00fcdische Feste sind Erinnerungsfeste. Das deutsche Wort bringt uns auf die Spur: \u201eEr-innern\u201c. Hier wird etwas zum pers\u00f6nlichen Eigentum gemacht. Wenn die Juden ihr Laubh\u00fcttenfest feiern, dann machen sie ein Geschehen in ihrem Inneren fest. Unser Abendmahl ist eine Er-innerungs-Handlung. Da wird ein historisches Geschehen geistlich in unser Inneres verpflanzt durch den Glauben. Wir werden gleichzeitig mit Christus am Kreuz. Er wird gleichzeitig mit uns.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist gro\u00dfartig zu sehen, wie Petrus hier zum Erweckungsprediger wird. \u201eWenn ich abgeschieden bin, dann m\u00f6chte ich, dass allezeit diese Erinnerung in euch lebendig bleibt\u201c, und das hei\u00dft mit anderen Worten, dass diese allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen euer Leben bestimmen. Man sollte jeden Tag \u00fcber sein Sterben nachdenken und diese Gedanken nicht wegschieben, sondern sie im Gegenteil f\u00f6rdern und den HERRN bitten: \u201eHERR, mach diese allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen in mir so fest, dass ich gar nicht mehr anders kann als mich auf meinen Tod freuen und auf das, was dann kommt!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist nat\u00fcrlich ein Vorteil der Pfarrer. Sie lernen Menschen am Sterbebett kennen. Ich habe manche kennengelernt, die sterben konnten. Meine erste Erinnerung an ein solches Erlebnis geht nach Erlangen zur\u00fcck. Da war ich junger Vikar. Ich wurde zu einem sterbenden Mann gerufen. Ich war innerlich angespannt, ob ich diese Situation wohl meistern k\u00f6nne. Ich werde in das Schlafzimmer gef\u00fchrt und sehe dort den Mann liegen. Da richtet er sich mit letzter Kraft auf und sagt: \u201eWie sch\u00f6n, der neue Vikar. Wissen Sie, ich kann mir gut vorstellen, wie es Ihnen jetzt geht. Und ob Sie das auf der Universit\u00e4t gelernt haben, mit einem sterbenden Menschen umzugehen, wohl eher nicht. Aber ich habe alles schon vorbereitet. Sehen Sie, hier ist das Stark\u2019sche Gebetsbuch. Da habe ich auf dieser Seite mein Sterbegebet. Hier ist mein Gesangbuch, und hier habe ich den Bibeltext. Das k\u00f6nnen Sie mir jetzt alles vortragen. Darauf freue ich mich. Und dann feiern wir zusammen das Abendmahl. Und wissen Sie: Ich kann sterben!\u201c Es ist sch\u00f6n, wenn man so etwas erleben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau das will Petrus hier tats\u00e4chlich erreichen. Paulus sagt es etwas anders in 1 Thess. 4,18: \u201eTr\u00f6stet euch mit den Verhei\u00dfungen der Entr\u00fcckung. Denn ihr habt eine lebendige Hoffnung, anders als die, die keine Hoffnung haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der wiederkommende Christus auf dem Verkl\u00e4rungsberg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit sind wir bei dem zentralen Text angekommen: die Verse 16 bis 18. Wir erhalten eine Aufkl\u00e4rung, wann die ewige K\u00f6nigsherrschaft Christi eintritt. Das ist f\u00fcr die Gemeinden, an die Petrus schreibt, \u00fcberhaupt nichts Neues. Er bezieht sich ja auf die Predigt, die sie oft geh\u00f6rt hatten: \u201eDenn wir sind nicht schlauen Mythen gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres HERRN Jesus Christus.\u201c Sie wussten das alles. Hier geht es um Er-Innerung im eigentlichen Sinne des Wortes. Sie wussten, dass diese Verhei\u00dfungen eintreten, wenn Christus wiederkommt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun nimmt die Argumentation eine \u00fcberraschende Wendung. Es kommt eine unerh\u00f6rte Bekr\u00e4ftigung der urspr\u00fcnglichen Predigt, die Petrus diesen Gemeinden ja schon l\u00e4ngst gegeben hat. Er sagt: Wenn ich von der Wiederkunft des HERRN spreche, dann ist das kein schlauer Mythos, also keine von Menschen ausgedachte G\u00f6ttererz\u00e4hlung. Im Urtext ist hier von Mythen (\u03bc\u03cd\u03b8\u03bf\u03b9) die Rede. Es ist eben keine Sehnsuchtsmelodie, kein Wunschprogramm, kein Weltuntergangsszenario. Die Wiederkunft ist ein absolutes Faktum. Und jetzt kommt das \u00dcberraschende: Er gibt einen Beweis: \u201eDenn wir haben seine Herrlichkeit gesehen.\u201c Im Urtext steht: \u201eWir sind Augenzeugen\u201c (\u1f10\u03c0\u03cc\u03c0\u03c4\u03b1\u03b9)<strong>.<\/strong><strong> <\/strong>Da fragt man gleich zur\u00fcck: Augenzeugen der Auferstehung? Augenzeugen der Wiederkunft? Wie geht denn das?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber genau darum geht es! Petrus hat den wiederkommenden Herrn geschaut. Wann war das? Auf dem Berg der Verkl\u00e4rung! Das mu\u00df ich jetzt nat\u00fcrlich erl\u00e4utern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ging es nicht nur um die Herrlichkeit des verkl\u00e4rten Leibes Christi. Dieses Geheimnis h\u00e4tte Christus ihnen auch bei einer anderen Gelegenheit zeigen k\u00f6nnen. Hier ging um unendlich mehr als nur um einen Eindruck von der Herrlichkeit Christi. Hier ging es um die Wiederkunft des HERRN. \u201eBerg\u201c \u2013 das wissen wir \u2013 ist in der Heiligen Schrift meistens ein Offenbarungsort. Denken wir an den Sinai, den Berg der Bergpredigt und an den Verkl\u00e4rungsberg. Arnold Fruchtenbaum hat gemeint, das sei der Hermon gewesen, aber darum geht es jetzt hier nicht. Es geht darum, uns dieses Geschehen auf dem Verkl\u00e4rungsberg noch einmal vor Augen zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist auf diesem Berg geschehen? In der Lukas-Fassung (9,31) hei\u00dft es: \u201eSie redeten \u00fcber den Ausgang, den er in Jerusalem haben sollte.\u201c Das klingt sehr geheimnisvoll. Beim oberfl\u00e4chlichen Lesen wird man wahrscheinlich an die Kreuzigung und das ganze Geschehen um Golgatha denken. Aber es geht hier um mehr. Das wird uns gleich deutlich werden. Petrus gibt uns eine Stimme Gottes weiter, und die Stimme Gottes erweist Christus eine ganz besondere Ehrerbietung: \u201eEhre und Preis\u201c (\u03c4\u03b9\u03bc\u1f74 \u03ba\u03b1\u1f76 \u03b4\u03cc\u03be\u03b1). Und wer die Offenbarung ein wenig kennt, der wei\u00df, dass das dieselben Begriffe sind, die dem Lamm zukommen und zugesprochen werden. In Offb 5 lesen wir das gleiche: \u201eHerrlichkeit und Ehre\u201c (Offb 5,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Worin besteht die Ehre, die dem Lamm zugesprochen wird? Sie besteht darin, dass dieses Lamm f\u00fcr w\u00fcrdig befunden wird, die siebenfach versiegelte Rolle zu \u00f6ffnen. Was war das f\u00fcr eine Rolle? Das war die Proklamationsurkunde Christi. Sie setzt ihn ein zum K\u00f6nig \u00fcber Zeit und Ewigkeit, \u00fcber die sichtbare und unsichtbare Welt. Das steht auf dieser Schriftrolle. Und wenn die sieben Siegel ge\u00f6ffnet, entsiegelt sind, dann \u00f6ffnet sich die Rolle. Dann kann man lesen: \u201eWer diese Rolle in der Hand hat, ist eingesetzt zum ewigen K\u00f6nig.\u201c Man kann eigentlich nur von der Offenbarung her recht deuten, was hier auf dem Verkl\u00e4rungsberg geschah.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wir m\u00fcssen noch weiter gehen. Was hat denn der HERR dort mit Mose und Elia gesprochen? Wir wollen wir uns vor Spekulationen h\u00fcten. Aus dem blo\u00dfen Bericht, dass er mit Mose und Elia gesprochen hat, l\u00e4sst sich noch kein Inhalt erheben. Auch die kleine Andeutung im Lukasevangelium (Luk 9,31) reicht nicht. Dass er \u00fcber den \u201eAusgang\u201c, den er in Jerusalem haben sollte, gesprochen hat, das ist sehr offen und mehrdeutig formuliert und hilft noch nicht recht weiter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel mu\u00df aus der Bibel erkl\u00e4rt werden. Hier hilft das letzte Buch der Bibel weiter. Denn Mose und Elia spielen eine entscheidende Rolle im endgeschichtlichen Zusammenhang. Das sind die zwei Zeugen, angetan mit Trauergew\u00e4ndern, von denen im 11. Kapitel berichtet wird. Sie haben die unmittelbar bevorstehende Wiederkunft Christi zu verk\u00fcndigen, unabh\u00e4ngig davon, ob das einer glaubt oder nicht. Sie sind berufen, ihren Dienst zu tun. Und in dem Moment, in dem der falsche Christus (der \u201ePseudo-Messias\u201c oder \u201eAnti-Christus\u201c) seine Maskerade ablegen und aus dem Abgrund hervorsteigen wird, da wird er als erstes die zwei Zeugen umbringen. Das ist eines der r\u00e4tselhaften Geschehnisse der Offenbarung. Dreieinhalb Tage liegen sie dort, danach werden sie in den Himmel geholt. Ich beteilige mich \u00fcbrigens nicht an Spekulationen dar\u00fcber, aus welcher Nationalit\u00e4t der Antichrist kommen k\u00f6nnte. Warum nicht? Weil es nach meiner Erkenntnis \u00fcberhaupt nicht um Nationalit\u00e4ten geht. Der Anti-Christus kommt aus dem Abgrund, also von dort, wo die D\u00e4monen wohnen. Er ist ein D\u00e4mon!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn wir den Verkl\u00e4rungsberg von der Offenbarung her auslegen, dann wird alles griffig und verst\u00e4ndlich. Dann verstehen wir auch Petrus hier, weshalb er ausgerechnet auf dieses Geschehen auf dem Verkl\u00e4rungsberg hinweist. Er hat auf dem Berg den wiederkommenden HERRN gesehen, und das bezeugt er. Als Johannes in Offb 1 diese majest\u00e4tische Christusgestalt pl\u00f6tzlich vor Augen bekommt und zu Boden st\u00fcrzt, war dieser Anblick f\u00fcr ihn nichts absolut Neues. Denn er hatte diesen wiederkommenden Christus, der als Richter wiederkommen wird, auf dem Verkl\u00e4rungsberg genau so schon gesehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum schildert nun Petrus dieses Geschehen so intensiv, obwohl er doch eigentlich von den \u201eallergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen\u201c reden will? Weil diese allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen vom wiederkommenden Christus eingel\u00f6st werden. Deswegen ist unsere Hoffnung als Gemeinde Jesu auf die Entr\u00fcckung ganz eng verkn\u00fcpft mit der Fundamentaltatsache der Wiederkunft des HERRN.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Bekr\u00e4ftigung der Verhei\u00dfung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir gehen jetzt noch etwas weiter. Petrus kommt erneut auf diese Verhei\u00dfungen zu sprechen. Er wendet nun seinen Blick weg vom Verkl\u00e4rungsberg-Geschehen hin zur Heiligen Schrift, in der er diese allergr\u00f6\u00dften Verhei\u00dfungen ausgesprochen sieht. Er sagt zeugnishaft, dass ihm diese Verhei\u00dfungen nun viel gewisser geworden, seitdem er den wiederkommenden Christus auf dem Verkl\u00e4rungsberg gesehen hat. Dass Christus wiederkommen wird, das wusste er schon l\u00e4ngst. Aber nun den wiederkommenden Christus selbst gesehen zu haben, das macht ihm diese Verhei\u00dfung v\u00f6llig sicher, fest, gewi\u00df, unumst\u00f6\u00dflich. Das wird ihm niemand jemals wieder nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist ja schon gro\u00dfartig, wenn man Zusagen erh\u00e4lt von vertrauensw\u00fcrdigen Menschen. Dass mir meine Frau vor 47 Jahren versprochen hat, dass sie mir lebenslang die Treue h\u00e4lt, das war damals eine gro\u00dfe Sache. Aber dass sie mir nun tats\u00e4chlich die Treue \u00fcber diese ganze Zeit gehalten hat, dass sie also ihre Zusage von damals best\u00e4tigt hat, das ist nat\u00fcrlich etwas ganz besonders Sch\u00f6nes. Ich hoffe, dass wir alle Menschen kennen, die uns Zusagen gegeben haben, die nicht nur Schall und Rauch sind, sondern die das dann auch bekr\u00e4ftigt haben in ihrem Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verhei\u00dfung der Wiederkunft wurde hier in unerh\u00f6rter Weise bekr\u00e4ftigt. \u201eDas prophetische Wort ist uns desto gewisser geworden\u201c (1,19). Eine st\u00e4rkere Bekr\u00e4ftigung der Wiederkunft Christi gibt es nicht als das, was da auf dem Verkl\u00e4rungsberg geschehen ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der schmutzige Ort<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nun bleibt Petrus nicht stehen bei diesem pers\u00f6nlichen Erlebnis. Er sagt: \u201eIhr tut gut daran, dem prophetischen Wort absolut zu vertrauen\u201c (1,19). Und damit sind nun wir ganz direkt gemeint. Jetzt folgt die Anleitung und die Ermahnung: \u201eAchtet auf die Verhei\u00dfungen und Weissagungen wie auf eine Leuchte an dunklen Orten\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Urtext hei\u00dft es eigentlich nicht \u201edunkel\u201c, sondern \u201eschmutzig\u201c, also an dreckigen Pl\u00e4tzen. Jetzt wird Petrus sehr diagnostisch. Was ist damit gemeint? Es gibt verschiedene Auslegungen, aber ich habe mich f\u00fcr diese Auslegung entschieden, dass er hier ganz grunds\u00e4tzlich und global spricht. Die Welt ist ein dunkler, schmutziger Ort f\u00fcr Christen: Ohne Leuchte, voller Gefahren, voller Klippen und Hindernisse. Wir haben eigentlich keine Chance, da durchzukommen. Die 50 Helden von Fukushima in Japan, die ohne Stromversorgung in den havarierten Kernkraftgeb\u00e4uden versuchten, erste Aufr\u00e4umarbeiten zu leisten, hatten nur eine Taschenlampe. Was w\u00e4ren sie ohne Taschenlampe gewesen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben keine Chance, ohne g\u00f6ttliche Leuchte durch den schmutzigen und verdreckten Ort\u00a0 durchzukommen, der unsere Welt nun einmal ist. Das m\u00fcssen wir uns immer neu klarmachen. Ich will keine Eulen nach Athen tragen. Wir leben in einem Weltzustand, der voll ist von sexueller Perversion, voller Missachtung des ungeborenen Lebens und voller Okkultismus in unendlich vielen Gestalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin zusammen mit meiner Frau seit vielen Jahren in der Eheseelsorge t\u00e4tig. Neulich war ein Paar bei uns, bei dem die Ehe \u00fcberhaupt nicht mehr funktionierte. Wir wussten gar nicht mehr, was wir noch ansprechen k\u00f6nnten. Auf einmal fiel mir ein zu fragen: \u201eLiegt vielleicht bei Ihnen eine Belastung vor?\u201c Und da sprudelte es geradezu heraus: \u201eJa, wenn Sie das meinen! Meine Mutter hat Zeit ihres Lebens Karten gelegt.\u201c \u2013 \u201eJa, in der Tat \u2013 das ist es! Warum haben Sie das nicht eher gesagt! Okkultbelastung. Da brauchen Sie sich nicht zu wundern, was Sie da\u00a0 f\u00fcr Lasten durch das Leben schleppen. Sind Sie bereit und willens, das erst einmal abzulegen und ans Kreuz Christi zu tragen? Und dann reden wir weiter.\u201c Daraufhin haben wir erst einmal gebetet. Diese Okkultverseuchung in unserem Land ist ganz erstaunlich und erschreckend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist der schmutzige Ort, und durch den kommen wir alleine nicht durch. Wir brauchen die Verhei\u00dfungen Gottes im Wort Gottes. Das ist der seelsorgerliche Aspekt von 2 Petr 1,16-21. Ohne die Verhei\u00dfungen gehen wir kaputt. Die \u201eKleinode g\u00f6ttlicher Verhei\u00dfungen\u201c von Spurgeon habe ich schon genannt. Wir sollten dieses Buch immer wieder einmal als Jahreslekt\u00fcre f\u00fcr unsere Andacht w\u00e4hlen. Unser Glaube braucht Verhei\u00dfungen. Es gibt heute viele Tendenzen in Kirche und Gemeinde, wo die Christen vom Verhei\u00dfungsglauben zum Erfahrungsglauben hingelenkt werden, manchmal ohne da\u00df sie es merken. Dann wird\u2019s immer schwierig. Unser Glaube ist ein Verhei\u00dfungsglaube, und deswegen brauchen wir Verhei\u00dfungen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin so dankbar f\u00fcr meinen Konfirmationsspruch: \u201eDie auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Fl\u00fcgeln wie Adler\u201c (Jes 40,31). Den ergreife ich mir immer wieder neu. Das ist f\u00fcr mich Unterst\u00fctzung, Grundlage, Ausrichtung, Ziel &#8211; nicht nur, wenn ich kraftlos bin. Wir alle brauchen Verhei\u00dfungen, und wir brauchen sie immer wieder neu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bis der Tag anbricht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun der endgeschichtliche Aspekt: \u201eAchtet auf diese Verhei\u00dfungen, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht\u201c (V.19). Das kann man verschieden auslegen, aber im Blick auf R\u00f6m 13,13 meine ich, dass es hier um nichts anders geht als um die Wiederkunft Christi. Der Morgenstern kann nur Christus sein (Offb 22,16). Dass er aufgeht in unseren Herzen, das kann ja nur eine Beschreibung dieses gro\u00dfartigen Verkl\u00e4rungsgeschehens sein, das dann geschieht, wenn er kommt, uns heimholt und sich mit seiner verkl\u00e4rten Leiblichkeit in uns verkl\u00e4rt und uns sich selbst \u00e4hnlich macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein kurzer Ausflug zu Phil 3: \u201eUnser B\u00fcrgerrecht ist im Himmel (V. 20ff), woher wir auch erwarten den Heiland, den HERRN Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.\u201c (Phil 3,20ff).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Aufgehen des Morgensterns in unseren Herzen scheint mir eine wundersch\u00f6ne bildhafte Beschreibung dieses gro\u00dfen endgeschichtlichen Verkl\u00e4rungs- und Umwandlungsgeschehens zu sein. Das wird im Bruchteil einer Sekunde geschehen, wenn Christus wiederkommt und seine Gemeinde zu sich holt. Er holt sie aus den Gr\u00e4bern heraus \u2013 das ist kein Problem f\u00fcr ihn. Und wenn sie bei irgendwelchen Atomangriffen umgekommen und in alle Winde zerst\u00e4ubt sind und keine materielle Substanz mehr da ist \u2013 das alles ist kein Problem f\u00fcr Gott. Denn jeder Mensch ist ein Gedanke Gottes. Bildhaft gesprochen: Gott erinnert sich kurz, und dann ist der Mensch wieder da. Auch die abgetriebenen Kinder \u2013 alle sind sie wieder da bei Gott! Das ist f\u00fcr mich der einzige Trost in dieser entsetzlichen M\u00f6rderwerkstatt unserer Krankenh\u00e4user.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Achtet auf die Verhei\u00dfungen Gottes &#8211; ihr kommt sonst nicht durch! Und achtet solange darauf, bis dieser gro\u00dfe Tag kommt und Christus sich in euren Herzen verkl\u00e4rt. Dann habt ihr es geschafft, und dann habt ihr den schmutzigen Ort hinter euch gelassen. Man darf nat\u00fcrlich nun nicht daraus die Konsequenz ableiten, dass diese Welt f\u00fcr uns \u00fcberhaupt nichts anderes zu bieten h\u00e4tte als Schmutz. Ich hoffe nicht, dass einer auf diese Idee kommt. Sie ist ja nach wie vor wundersch\u00f6n, trotz S\u00fcndenfallstatus. Aber geistlich gesehen ist sie verschmutzt. Deswegen gibt es ja einen neuen Himmel und eine neue Erde, weil diese mit S\u00fcnde durchtr\u00e4nkte Erde und der mit teuflischer D\u00e4monie gef\u00fcllte Himmel keinen Bestand haben k\u00f6nnen in der Ewigkeit. Sie m\u00fcssen erneuert werden. Deswegen redet die Bibel von einem neuen Himmel und einer neuen Erde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der Heilige Geist \u00f6ffnet uns das Verst\u00e4ndnis der Verhei\u00dfungen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich komme zum Schlu\u00df. Wir sind bei den letzten Versen 20 und 21. Achtet auf die Verhei\u00dfungen! Aber bitte bedenkt dabei, dass ihr es tats\u00e4chlich mit dem Wort des lebendigen Gottes zu tun habt, das er durch den Heiligen Geist Menschen eingegeben hat. Ihr habt darum keine Chance, mit euren Begriffen, mit eurer Erfahrung und mit eurem Intellekt die Dimensionen dieser Verhei\u00dfungen auszuloten. Das geht nicht. Ich musste das schmerzhaft lernen. Ich habe historisch-kritisch studiert. Es war ein Umdenkprozess sondergleichen, bis ich nicht mehr versuchte, mit meinem kleinen Intellekt die Verhei\u00dfungen Gottes zu verstehen und bis Gott mir durch den Heiligen Geist tats\u00e4chlich die Tiefgr\u00fcndigkeiten und die Mehrdimensionalit\u00e4t auch gerade der Prophetie immer wieder neu gezeigt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich werde eine Szene nie vergessen. Als junger Pfarrer in Oberfranken besuchte ich einen 80-j\u00e4hrigen zum Geburtstag. Er hat mich auf die Spur des prophetischen Wortes gebracht. Ich wunderte mich, als ich zu ihm hineinkam. Der ganze Tisch war leerger\u00e4umt, die ganzen Blumen und alle anderen Geschenke waren an den Rand ger\u00fcckt. Vor ihm lagen die Bibel und ein Kommentar zur Johannes-Offenbarung. Eigentlich wollte ich nur einen kurzen Besuch machen. Aber daraus wurde die Lektion meines Lebens, wie ein 80-j\u00e4hriger mir sagte: \u201eHerr Pfarrer, dieses Wort brauchen Sie, wenn Sie durchkommen wollen in unserer Zeit!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann habe ich einen Jugendkreis gegr\u00fcndet. Weil kein anderer Abend mehr frei war, w\u00e4hlte ich den Samstagabend. Daraufhin meinten alle, dass am Wochenende niemand kommen w\u00fcrde. Es kamen drei Jugendliche, und wir einigten uns schnell: \u201eWir lesen die Johannes-Offenbarung.\u201c Zwei Jahre war ich dort noch Pfarrer, bis mich Heinrich Kemner nach Krelingen holte. In diesen zwei Jahren wuchs der Kreis auf 25 Personen. Wir lasen in dieser Zeit die ersten 12 Kapitel der Offenbarung. Das Meiste haben wir nicht verstanden. Und doch wurden wir sehr gesegnet, bis heute! Aus diesem Kreis sind Pfarrer und Bibelsch\u00fcler und andere erwachsen, die jetzt noch geistliche St\u00fctzen dieser Gemeinde sind!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gehen wir also nicht mit dem eigenen Intellekt an die g\u00f6ttlichen Verhei\u00dfungen heran, sondern lassen wir uns beschenken vom Heiligen Geist. Der Heilige Geist gibt uns meistens nicht, was wir wollen \u2013 das wollen wir festhalten. Der Heilige Geist gibt uns das, was wir brauchen. Das sagen wir in unseren Eheseminaren. Viele Frauen wissen nicht, was in dem Begriff Hilfe steckt. Eine Frau ist ja Hilfe f\u00fcr ihren Mann (nach 1 Mose 2,18). Die meisten Frauen denken: \u201eWenn ich meinem Mann das gebe, was er will, dann bin ich ihm eine Hilfe.\u201c Und wir sagen dann immer: \u201eNein! Sie m\u00fcssen Ihrem Mann das geben, was er braucht! Erst dann sind Sie ihm eine Hilfe. Und daf\u00fcr m\u00fcssen Sie erst einmal beten, damit Gott Ihnen das zeigt!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So ist es mit dem Heiligen Geist ebenfalls. Er gibt uns das, was wir brauchen. Er gibt uns nur das Beste. Er ist unser bester Seelsorger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vortrag auf der Propheticon-Konferenz Kassel, M\u00e4rz 2011<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder, der sich noch nicht hat anstecken lassen von der Freude am prophetischen Wort und von der Freude an der Wiederkunft des HERRN, hat in diesem Abschnitt ein gro\u00dfes Lernst\u00fcck vor sich. Wer das 1. Kapitel im 2. 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