{"id":868,"date":"2009-07-22T10:25:25","date_gmt":"2009-07-22T08:25:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=868"},"modified":"2009-09-01T14:21:04","modified_gmt":"2009-09-01T12:21:04","slug":"was-am-ende-wirklich-zahlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=868","title":{"rendered":"Was am Ende wirklich z\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Was am Ende wirklich z\u00e4hlt: \u201eSinnvoll leben \u2013 getr\u00f6stet sterben\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Zuspitzung des Themas konnte ich nicht auf alte Manuskripte zur\u00fcckgreifen, ich mu\u00dfte mich ihm selber neu stellen. F\u00fcr mich als alten Menschen, der an der Schwelle zur Ewigkeit steht, hat dies Thema bei der Vorbereitung des Vortrags existentielle Bedeutung gewonnen \u2013 etwa in dem Sinn des Liedes der Gr\u00e4fin Juliane von Schwarzenburg-Rudolstadt:\u201eWer wei\u00df, wie nahe mir mein Ende! Hin geht die Zeit, her kommt der Tod. Es kann vor Nacht leicht anders werden, als es am fr\u00fchen Morgen war.\u201c <!--more-->Ich mu\u00dfte mir selbst Rechenschaft geben, wie ich die mit dem Thema verkn\u00fcpften Fragen f\u00fcr mich ganz pers\u00f6nlich beantworten \u2013 und was ich davon zuverl\u00e4ssig an Sie weitergeben kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich das Thema \u201eSinnvoll leben \u2013 getr\u00f6stet sterben\u201c in eine These umwandeln: \u201eNur wer sinnvoll gelebt hat, kann getr\u00f6stet sterben. Und ich versuche, das zu begr\u00fcnden. Aber was hei\u00dft das: \u201e Sinnvoll leben?\u201c Um mein Leben sinnvoll einzurichten, mu\u00df ich wissen, was der Sinn meines Lebens ist. Wer bin ich? Warum wurde ich geboren? Wozu bin ich da? Warum lebe ich eigentlich? Ich habe nur ein einziges Leben zu leben, ich kann nicht irgendwann noch normal von vorne beginnen. In einer Zeit, in der Wissenschaft und Technik weithin unser Denken beherrschen, m\u00fcssen wir uns eingestehen: die Wissenschaft mit ihren h\u00f6chst intelligenten Methoden kann das Geheimnis um die Herkunft unseres Lebens nicht l\u00f6sen. Sie kann den Sinn unserer Existenz auf Erden nicht erfassen. Auch der Tod ist noch immer ein unl\u00f6sbares Problem. Allein auf unsere Vernunfterkenntnis angewiesen, wissen wir nicht, was vor unserer Geburt war und was uns nach dem Tod erwartet, weil diese Bereiche gleichsam wie durch Mauern von uns getrennt sind. Martin Heidegger, der \u201eVater der Existenzphilosophie\u201c, der das philosophische Denken des vergangenen Jahrhunderts mitgepr\u00e4gt hat, sagt: \u201eWir sind in unser Dasein hineingeworfen, immer neu in die Entscheidung gestellt, das Bestm\u00f6gliche aus unserem Leben zu machen. Die Sinnfrage zu stellen, ist streng genommen sinnlos.\u201c Unphilosophisch gesprochen: Der Mensch ist das, was er aus seinem Leben macht. Es geht darum, m\u00f6glichst intensiv zu leben. Eine f\u00fcr jedermann verbindliche Definition f\u00fcr den Sinn des Lebens gibt es nicht. F\u00fcr unsere Vernunfterkenntnis gibt es keine letzte Instanz, von der her der Sinn unseres Lebens definiert werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Max Horkheimer spricht von der \u201eunab\u00e4nderlichen Verlassenheit des Menschen. Ich fand bei ihm den Satz, da\u00df letztlich ohne einen Gottesbezug keine Sinnfrage gestellt oder beantwortet werden kann. Er schreibt in seinem Buch: Die Sehnsucht nach dem ganz anderen(Hamburg 1970 Seite 88):\u201eMan wir das Theologische abschaffen. Damit verschwindet das, was wir \u201eSinn\u201c nennen, aus der der Welt. Zuvor wird gro\u00dfe Gesch\u00e4ftigkeit herrschen, aber eigentlich sinnlose, also langweilige. Und eines Tages wird man auch die Philosophie als eine Kinderangelegenheit der Menschen betrachten.\u201c Der Schriftsteller Dieter Auburtin erz\u00e4hlt folgende Geschichte:\u201eEs lebte ein Maler, der war ein sehr t\u00e4tiger Mann und konnte es nicht \u00fcbers Herz bringen, eine Minute seines wichtigen Lebens ungen\u00fctzt vor\u00fcber zu lassen. Wenn er in der Stadt war, so plante er, in welchen Badeort er reisen werde. War er im Badeort, so beschlo\u00df er einen Ausflug nach Marienruh, wo man die ber\u00fchmte Aussicht hat. Sa\u00df er dann auf Marienruh, so nahm er den Fahrplan her, um nachzusehen, wie man am schnellsten wieder zur\u00fcckfahren k\u00f6nne. Wenn er im Gasthof einen Hammelbraten verzehrte, studierte er w\u00e4hrend des Essens die Karte, was man nachher nehmen k\u00f6nne. Und w\u00e4hrend er den langsamen Wein des Gottes Dionysos hastig hinuntergo\u00df, dachte er, da\u00df bei dieser Hitze ein Glas Bier wohl besser gewesen w\u00e4re. So hatte er niemals etwas getan, sondern immer nur ein n\u00e4chstes vorbereitet. Und als er auf dem Sterbebett lag, wunderte er sich sehr, wie leer und zwecklos doch eigentlich dieses Leben gewesen sei.\u201c(Victor Auburtin : \u201eEiner bl\u00e4st die Hirtenfl\u00f6te.\u201c; H. von Hugo \u2013 Verlag, Berlin 1949)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sollte es diesen Mann gegeben haben, dann hat er intensiv gelebt, aber kein sinnerf\u00fclltes Leben gehabt. Sinnvoll leben kann nicht hei\u00dfen, zuerst m\u00f6glichst viel Geld zu verdienen und dabei seine Gesundheit zu zerst\u00f6ren, und anschlie\u00dfend viel Geld auszugeben, um wieder gesund zu werden. Sinnvoll leben kann auch nicht hei\u00dfen, m\u00f6glichst viel in unser Leben hinein zu packen, gewisserma\u00dfen im Zeitraffertempo zu leben. Tomislav Ivancic, Professor f\u00fcr Philosophie und Theologie in Zagreb, erz\u00e4hlt folgende Anekdote:\u201eZwei Freunde verlassen beim Einkaufen ein Gesch\u00e4ft und sehen, wie in diesem Augenblick ihre Stra\u00dfenbahn vor\u00fcber f\u00e4hrt und etwa 50m weiter h\u00e4lt. \u201eKomm, mach schnell\u201c, sagt der eine zu seinem Freund, und beide laufen und springen noch rasch beim Anfahren auf die Bahn. Noch ganz au\u00dfer Atem sagt der eine: \u201eNoch mal Gl\u00fcck gehabt! Jetzt haben wir zehn Minutengewonnen.\u201c Fragt der Freund zur\u00fcck: \u201eUnd was machen wir mit den zehn Minuten?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Menschliches Leben ersch\u00f6pft sich nicht im Diesseits, es hat eine jenseitige, transzendente Dimension. Die Frage nach einem sinnvollen Leben hat die Menschen schon vor 2000 Jahren bewegt. Jesus Christus hat dazu gesagt:\u201eWas hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei sein Leben einb\u00fc\u00dft\u201c.(Matth. 16, 26).Wer die transzendente Dimension seiner Existenz ausklammert, wer sich selbst zum \u201eeindimensionalen Menschen\u201c \u2013 wie Herbert Marcuse es genannt hat \u2013 degradiert, wird nie einen Sinn in seinem Leben entdecken. Jesus sagt: \u201eSorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht um euer Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung?\u201c (Matth. 6, 25).\u201eTrachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen\u201c: (Matth. 6, 33).Wer sein Leben mit allen m\u00f6glichen Angeboten zu f\u00fcllen sucht, wird kein sinnvolles Leben finden.\u201eIst nicht das Leben mehr als die Nahrung und mehr als die Kleidung \u2013 mehr als die Befriedigung irdischer Bed\u00fcrfnisse? Was ist dieses \u201eMEHR\u201c?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist es, was mein Leben in dieser Welt mit einem Sinn erf\u00fcllt, der nicht nur mein irdisches Dasein umspannt, sondern \u00fcber den Tod hinaus auch die jenseitige Dimension umfasst? Jesus gibt die Antwort in seinem Hohenpriesterlichen Gebet: \u201eDas ist das ewige Leben \u2013 ein sinnvolles Leben, das durch den leiblichen Tod nicht zerst\u00f6rt werden kann \u2013 das ist das ewige Leben, da\u00df sie dich erkennen, der du allein wahrer Gott bist, und Jesus Christus als den, den du gesandt hast\u201c. (Joh. 17, 3).Gott kennen ist Leben. Das ist es, was am Ende wirklich z\u00e4hlt: \u201eDurch Jesus Christus den allein wahren Gott erkennen, nicht nur die biblische Botschaft gedanklich erfassen, sondern Gott erkennen in der Hingabe des Herzens an ihn, Gott erkennen in der gelebten Gemeinschaft mit ihm\u201c. Wenn wir unser Leben an Jesus Christus verlieren, f\u00fchrt er uns zu einem sinnvollen Leben. Er hat versprochen: \u201eWer sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen\u201c: (Matth. 10, 39). Dies paradox klingende Wort wird in den Evangelien f\u00fcnfmal \u00fcberliefert und ist ein Schl\u00fcsselwort daf\u00fcr, was Christsein bedeutet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jim Elliot, der amerikanischer Missionar, der bei den Auca ums Leben kam, hat in seinem Tagebuch geschrieben: \u201eDer ist kein Narr, der hergibt, was er ohnehin nicht behalten kann, aber daf\u00fcr das gewinnt, was ihm niemand mehr nehmen kann.\u201c Wer sein Leben an dem gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus festmacht, der lernt den lebendigen Gott kennen, er lernt ihn kennen als den Sch\u00f6pfer, Erhalter und Vollender \u2013nicht nur der Welt, sondern auch unseres Lebens, Ihres und meines ganz pers\u00f6nlichen Lebens. Wer Jesus Christus als Herrn in sein Leben aufnimmt, wird den Sinn seines Lebens entdecken, vielleicht anf\u00e4nglich bruchst\u00fcckhaft, vielleicht erst sp\u00e4t in der R\u00fcckschau auf sein Leben, aber er gewinnt ein tragendes Fundament, den \u201efesten Punkt\u201c, von dem der griechische Mathematiker und Philosoph Archimedes gesagt hat: \u201eGebt mir einen festen Punkt, und ich werde die Welt aus den Angeln heben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie das geschehen kann? Diese Erfahrung ist f\u00fcr jeden zug\u00e4nglich. In der Bibel wird uns auf vielerlei Weise immer wieder der eine Weg zu dieser Erfahrung, dem Schl\u00fcssel zum sinnvollen Leben, gezeigt. Auf die Frage was m\u00fcssen wir tun? antwortet Petrus Apg. 2, 38: \u201eTut Bu\u00dfe, und ein jeder lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung unserer S\u00fcnden, so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen\u201c. Der Apostel sagt Apg. 16, 31: \u201eGlaube an den Herrn Jesus \u2026so wirst du gerettet\u201c R\u00f6m.10, 10: \u201eWenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht.\u201c R\u00f6m. 10, 17: \u201eDer Glaube kommt aus der Predigt.\u201c Gott fordert mich auf, auf sein Wort, das Wort der Bibel zu h\u00f6ren, es bewu\u00dft aufzunehmen, im Zentrum meiner Existenz eine Entscheidung zu treffen, mein verfehltes Leben an Jesus Christus auszuliefern, um Vergebung meiner Schuld zu bitten und Gottes Gnade dankbar anzunehmen. Hier geht f\u00fcr mich die T\u00fcr zu einem sinnvollen Leben auf. Ich erkenne: Ich bin von Gott gewollt, geliebt, erl\u00f6st, von ihm \u201eberufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserm Herrn\u201c (1. Kor.2, 9). Zur Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott bestimmt, das ist im tiefsten Grund der Sinn meines Lebens. Was am Anfang der Menschheitsgeschichte Gottes Plan war &#8211; Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, als sein Gegen\u00fcber, bestimmt zur Gemeinschaft mit Gott, dankbarer Empf\u00e4nger der Liebe Gottes zu sein, was unsere Voreltern durch ihren Ungehorsam, durch ihre Anma\u00dfung, wie Gott sein zu wollen, verloren haben \u2013 das darf in unserem Leben neu Gestalt gewinnen. Gott gibt meinem Leben einen Sinn, dadurch da\u00df ich wirklich wieder sein Gegen\u00fcber, mehr noch, sein Kind werde, da\u00df er mich durch seinen Geist mit sich verbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er gibt meinem Leben dadurch einen Sinn v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von meiner Lebensleistung. Es geht zu allererst nicht um ein besonderes Tun, sondern um ein Sein. Ich bin in dieser Welt, um etwas \u201ezum Lob seiner Herrlichkeit zu sein\u201c (Eph. 1, 6.12.14). Die Gemeinschaft mit Christus, in der ich etwas \u201ezum Lob der Gnade Gottes\u201c sein soll, ist eine unsichtbare Beziehung. \u201eEuer Leben ist verborgen mit Christus in Gott\u201c (Ko.13, 3) aber diese Beziehung ver\u00e4ndert mich in einem lebenslangen Proze\u00df, einem st\u00e4ndigen Lernproze\u00df. Jesus sagt seinen J\u00fcngern: \u201eLernt von mir!\u201c Auf dem Weg mit Jesus werde ich nicht s\u00fcndlos oder fehlerfrei. Das geh\u00f6rt zu meiner Endlichkeit. Ich entdecke was Luther gesagt hat: Christsein ist nicht ein Gesundsein, wohl aber ein Gesundwerden, ein Genesungsproze\u00df. Zu diesem Weg mit Jesus geh\u00f6ren die ganz einfachen Dinge, die Merkmal der ersten Christen:\u201eSie blieben best\u00e4ndig in der Apostel Lehre, in der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet\u201c (Apg. 2, 42). T\u00e4glich auf Gott h\u00f6ren, jeden Tage mit Gott sprechen, sich gegenseitig im Glauben st\u00e4rken und immer neue Vergewisserung der Erl\u00f6sung durch die Zeichen im Brot und Wein im Abendmahl. Paulus begr\u00fcndet ein sinnvolles Leben mit den Worten \u201eDenn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, da\u00df wir darin wandeln sollen.\u201c(Eph. 2, 10) Dazu erschlie\u00dft uns Gott geheime Quellen seiner Kraft: \u201eLa\u00dft das Wort Christi reichlich unter euch wohnen; lehrt und ermahnt einander in aller Weisheit\u2026Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen der Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn\u201c (Kol. 3, 16-17).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist wichtig, dem Wort Gottes weiten Raum in unserem Alltag zu geben, uns gegenseitig zu ermutigen und uns in der Dankbarkeit einzu\u00fcben. Paulus wiederholt im gleichen Atemzug, was er eben gesagt hat: \u201eAlles was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen, denn ihr wi\u00dft, da\u00df ich von dem Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Ihr dienst dem Herrn Christus!\u201c(Kol. 3, 23-24). Wir dienen dem Herrn \u2013 ganz gleich, in welcher beruflichen Situation. Nicht nur der Pfarrer, nicht nur die Diakonisse, nicht nur der Arzt oder die Krankenschwester im Krankenhaus, die Familienfrau, die Frau und Mutter, die Tag f\u00fcr Tag dieselben hundertf\u00e4ltigen, kleinen Dinge erledigen mu\u00df, damit der Betrieb im Hause l\u00e4uft, die Sekret\u00e4rin, der Polizist auf der Stra\u00dfe, selbst die Politesse, die nur den Auftrag hat, die parkenden Autos zu kontrollieren und wom\u00f6glich einen Strafzettel hinter die Scheibenwischer zu stecken, als Christen dienen sie dem Herrn. Ganz gleich in welcher Situation, selbst dann, wenn man gar nichts tun kann. F\u00fcr einen Christen gilt: Leiden und gar nichts tun k\u00f6nnen, kann auch ein Auftrag Gottes sein. Wichtig, da\u00df wir ganz bei der Sache sind \u2013 \u201evon Herzen\u201c, w\u00f6rtlich \u201emit unserm Leben, mit unserer Seele\u201c dabei sind. Dabei sollen wir den Blick auf das Ziel nicht verlieren: \u201eals Lohn das Erbe empfangen\u201c. Matth. 5, 16: \u201eDarum la\u00dft euer Licht leuchten vor dem Menschen, da\u00df sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.\u201c Unser Leben soll ein Wegweiser sein, durch den Menschen auf Gott hingewiesen werden, Das ist das Beste und H\u00f6chste, was wir mit unserem Leben machen k\u00f6nnen. Das ist ein sinnvolles Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sinnvoll lebt, kann auch getr\u00f6stet sterben. Warum kann ich dessen gewi\u00df sein? Nicht weil ich bekehrt worden bin, nicht weil ich Jesus nachgefolgt bin, nicht weil ich mich einem lebenslangen Lernproze\u00df gestellt habe, nicht weil ich mich bem\u00fcht habe, so wie Paulus sagt: \u201eIch \u00fcbe mich allezeit ein unverletzt Gewissen zu haben\u201c (Apg. 24, 16). Warum aber dann? Die beste Antwort gibt der Heidelberger Katechismus auf die 1. Frage: \u201eWas ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?\u201c &#8211; \u201eDa\u00df ich mit Leib und Seele, beides im Leben und im Streben, nicht mein, sondern meines getreuen Heilandes Jesu Christi eigen bin, der mit seinem teuren Blut f\u00fcr alle meine S\u00fcnden vollkommen bezahlt und mich aus aller Gewalt des Teufels erl\u00f6st hat.\u201c Das ist, was am Ende wirklich z\u00e4hlt. Daran m\u00fcssen wir festhalten, nicht erst auf der letzten Wegstrecke wenn wir schon auf der Zielgeraden hin zur Ewigkeit sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Erweckungsprediger Ludwig Hofacker gerade 30 Jahre alt im Sterben lag, sagte er laut im Blick auf den Heiland am Kreuz: \u201eDas ist mein Mann! W\u00fc\u00dfte ich nicht gewi\u00df, da\u00df seine Liebe zu uns unendlich ist, dann m\u00fc\u00dfte ich verzagen. Nur auf ihn verlasse ich mich!\u201c Ich kann die letzte Wegstrecke, mein Sterben, die Stunde meines Todes nicht vorwegnehmen. Ich kann nicht durch einen langen Schlaf oder eine Narkose das Sterben ausprobieren. Es ist gut, wenn ich mich in Gedanken und meinem Bewu\u00dftsein darauf einstelle, aber die Erfahrung des Sterbens wird noch anders sein, als ich es mir vorstellen kann. Die Vorstellung von einem kommenden Ereignis und das Erleben dieses Vorganges ist zweierlei. Erinnern wir uns daran: Als Israel aus \u00c4gypten zog, k\u00fcndigte Gott durch Mose dem Volk an, da\u00df der Pharao sie verfolgen w\u00fcrde. Sie waren also gedanklich darauf vorbereitet. Als sie aber dann am Schilfmeer sahen, da\u00df der Pharao tats\u00e4chlich mit seinem Heer hinter ihnen herkam, da \u201ef\u00fcrchteten sie sich sehr und schrieen in ihrer Angst zu dem Herrn\u201c (2. Mose 14). Im Sterben werde ich nicht mehr \u00fcber mich selbst verf\u00fcgen. Dann kommt alles darauf an, da\u00df ich mich an die Zusagen meines Herrn und Heilandes Jesus Christi klammere: \u201eMeine Schafe h\u00f6ren meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand rei\u00dfen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist gr\u00f6\u00dfer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand rei\u00dfen (Joh. 10, 28-21).&#8220; So wie es schon in einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Gewi\u00dfheit Asaph gebetet hat: \u201eDennoch bleibe ich stets an dir; denn du h\u00e4ltst mich bei meiner rechten Hand.\u201c (Ps. 73, 23)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir bleiben bei Gott, weil er uns festh\u00e4lt. Jesus Christus hat seinen J\u00fcngern versprochen: \u201eDer Heilige Geist wird euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe!\u201c (Joh. 14, 26) Der Heilige Geist wird mich also nur an das erinnern k\u00f6nnen, was ich vorher geh\u00f6rt und bewu\u00dft in mich aufgenommen habe; er wird mich auf dem Sterbebett nur an das erinnern, was ich zuvor als Trost der Heiligen Schrift mir angeeignet habe. Nur so kann ich getr\u00f6stet sterben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sagt denn Gottes Wort, was mich erwartet, wenn ich sterben mu\u00df? \u201eDenn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese H\u00fctte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit H\u00e4nden gemacht, das ewig ist im Himmel\u201c (2. Kor 5). \u201eWir wissen \u2013 wir haben\u201c \u2013 auch das ein St\u00fcck geistlichen Ein\u00fcbens, sich das nicht nur bewu\u00dft zu machen, sondern damit zu leben und daf\u00fcr zu danken. Wir leben nicht im Ungewissen. Wir wissen. Wir erwarten nicht nur etwas. Wir haben etwas. Sterben ist ein Umzug. Das Zelt wird abgebrochen und wir kommen in ein Haus. Ein Umzug, in den wir nicht Irdisches mehr mitnehmen. Die Endlichkeit bleibt zur\u00fcck. Paulus sagt: &#8222;Wir haben nichts in die Welt gebracht, wir werden auch nichts hinausnehmen&#8220; (1. Tim.6, 7). \u00dcben wir uns rechtzeitig und praktisch in diese Wahrheit ein. Jedes Jahr zu sehen: Was habe ich in den letzten Jahren nicht gebraucht und das kann weg, alles das, was \u00fcberfl\u00fcssig ist. Da\u00df wir das nicht nur den Hinterbliebenen \u00fcberlassen, unsere Habseligkeiten aufzur\u00e4umen und dem Sperrm\u00fcll zu \u00fcbergeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt im gleichen Zusammenhang 2. Kor. 5, 2-4: Wir werden ausgezogen. Wir m\u00fcssen dieses irdische Haus verlassen. Es ist so, als w\u00fcrde man ein Gewand ablegen. Er unterscheidet ja zwischen dem inneren und dem \u00e4u\u00dferen Menschen, unsere leiblich irdische Existenz und dem, was Gottes Heiliger Geist in uns hat schaffen k\u00f6nnen. Wir sollen bereit werden, loszulassen. Wir brauchen nichts mitzunehmen. Das ist etwas Gutes, was Gott uns sagt. Es wird alles vollkommen sein. In den Abschiedsreden hat Jesus seinen J\u00fcngern eingepr\u00e4gt: \u201eIn meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Ich geh hin, euch die St\u00e4tte zu bereiten, und wenn ich sie bereitet habe, will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit ihr da seid, wo ich bin\u201c (Joh. 14, 2-3 ). Und Paulus sagt: \u201eWir werden daheim sein beim Herrn\u201c (2. Kor.5, 8). Vielleicht sind einige der \u00c4lteren hier, die vor Jahrzehnten einmal ihre Heimat verlassen mu\u00dften, die ohne Haus und Hof durchs Land zogen oder die viele Jahre in Kriegsgefangenschaft waren. Wissen Sie noch wie das war, als wir nach Hause kamen? Heimkehr! Ein Haus haben, ein Zuhause haben! Alles, was wir heute an irdischen Dingen haben, lassen wir zur\u00fcck, aber wir haben dann ein bleibendes Haus. Jesus hat es seinen J\u00fcngern gesagt: \u201eWo ich bin, da soll mein Diener auch sein.\u201c Wir d\u00fcrfen dessen gewi\u00df sein, wo es hin geht. Nicht weil wir als Christen so ernsthaft versucht haben, unserem Herrn nachzufolgen. Das alles tr\u00e4gt sicher in der letzten Stunde nicht durch. Aber Jesus, der in gro\u00dfer Ehrfurcht im Hohenpriesterlichen Gebet gebetet hat \u201eHeiliger Vater\u201c, hat in diesem Gebet gesagt: \u201eVater, ich will!\u201c Und er wu\u00dfte sich mit seinem Willen einig mit dem Willen des Vaters. \u201eIch will, da\u00df die, die zu mir geh\u00f6ren, bei mir sein sollen, damit sie meine Herrlichkeit sehen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Christen werden an der Herrlichkeit Gottes teilhaben, nicht weil sie so brave Leute sind, sondern weil er es will. Auf diesen Willen k\u00f6nnen wir uns absolut verlassen. Das ist ab und zu mein Gebet, da\u00df Gott mich in der letzten Stunde durch seinen Heiligen Geist an diese Zusagen erinnert. Wir k\u00f6nnen Gott nicht mehr ehren, als da\u00df wir ihn beim Wort nehmen, denn dazu hat er es uns gegeben. Jesus hat gesagt: \u201eIch will euch wieder sehen und euer Herz soll sich freuen und eure Freude wir niemand von euch nehmen\u201c (Joh. 16, 22). Paulus sagt: \u201eWir werden ihn, den wir jetzt nur in seinem Wort kennenlernen, schauen von Angesicht zu Angesicht\u201c (1. Kor.13, 12). Sein Mitapostel Johannes schreibt: \u201eMeine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist&#8220; (1. Joh.3, 2). Da sind dann alle unsere Fragen beantwortet. Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben? Da\u00df ich meines Heilandes und Herrn Jesu Christi eigen bin. Das z\u00e4hlt am Ende wirklich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe aus der Perspektive eines alten Menschen geredet. Ich wei\u00df, da\u00df es f\u00fcr eine Mutter kurz nach dem 30. Lebensjahr, die drei kleine Kinder zur\u00fcckl\u00e4\u00dft und an Krebs sterben mu\u00df, unsagbar schwer ist, getr\u00f6stet zu sterben, loszulassen. F\u00fcr einen alten Menschen sollte es etwas leichter sein. Aber auch da, denke ich, kann Gott \u00fcber die Ma\u00dfen tr\u00f6sten. Als in der jungen Christengemeinde in Thessalonich Gemeindeglieder heimgerufen wurden, hat Paulus geschrieben: \u201eIch will euch im Blick auf die Entschlafenen nicht im Ungewissen lassen\u2026\u201c Er hat sie getr\u00f6stet \u2013 nicht nur \u00fcber den Verlust, den sie erlitten hatten, sondern auch f\u00fcr ihren eigenen Weg \u2013 und er hat ihnen als Trost den Blick f\u00fcr die endzeitliche Hoffnung geweitet. (1. Thess.4, 3-18). Diese Hoffnung wird uns in den letzten Kapiteln der Bibel entfaltet, in Bildern, denen eine Realit\u00e4t entspricht. Jesus Christus wird seine Gemeinde vollenden. Alle, die ihm geh\u00f6rt haben, werden dann dort sein, ganz gleich auf welche Weise sie in die Ewigkeit gerufen wurden. Es wird niemand fehlen. Jesus als der irdische Herr und als der verherrlichte Herr spricht von dem Hochzeitsfest. \u201eDas Hochzeitsmahl des Lammes ist gekommen. Selig sind die teilhaben am Mahl des Lammes.\u201c Christus vollendet seine Gemeinde. Alle Glaubenden sind dabei. Dann wird er auf dieser Welt sichtbar erscheinen, um f\u00fcr eine von Gott begrenzte Zeit seine Herrschaft aufzurichten. So wie er es gesagt hat: \u201eEr wird kommen mit seinen heiligen Engeln in Macht und Herrlichkeit und gesehen werden von jedermann.\u201c Dann wird er die Dinge ordnen. Am Ende dieses 1000j\u00e4hrigen Reiches wird er die Endabrechnung Gottes durchf\u00fchren. Dann wird noch einmal alles zur Sprache kommen. Dann wird auch alles Unrecht, das in dieser Welt seinen gerechten Richter nicht gefunden hat, zur Sprache kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich steht am Ende ein neuer Himmel und eine neue Erde. Am Ende wartet das gro\u00dfe Freudenfest, die himmlische Hochzeitsfeier auf uns, von der Jesusgesprochen hat (Mattt. 22, 22; 25,21). Wir gehen dem gro\u00dfen Wiedersehensfest in Gottes Herrlichkeit entgegen, von dem Hedwig von Redern in der \u00dcbersetzung eines englischen Liedes von Charles Gabriel gesungen hat: \u201eDort vor dem Throne im himmlischen Land treff ich die Freunde, die hier ich gekannt, dennoch wird Jesus, und Jesus allein Grund meiner Freude und Anbetung sein.\u201c Je n\u00e4her wir der Ewigkeit kommen, um so mehr sollten wir uns mit dem Inhalt der biblischen Hoffnung vertraut machen. Es ist wichtig, damit nicht erst im Alter anzufangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit Jahren schon, je n\u00e4her ich dem Ende meines Lebens komme, um so mehr versuche ich, die Kernworte biblischer Hoffnung meinem Ged\u00e4chtnis einzupr\u00e4gen, und ich bitte Gott darum, da\u00df sein Heiliger Geist mich in der Stunde des Sterbens daran erinnert, damit ich getr\u00f6stet sterben kann. Und ich lerne und bete die Sterbenslieder aus dem Gesangbuch: Paul Gerhardt: \u201eWenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir. Wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herf\u00fcr. Wenn mir am allerb\u00e4ngsten wird um das Herze sein, so rei\u00df mich aus den \u00c4ngsten kraft deiner Angst und Pein.\u201c Juliane von Schwarzburg-Rudolstadt: \u201eAch Vater, deck all meine S\u00fcnde mit dem Verdienste Jesu zu, damit ich hier Vergebung finde, und dort die recht erw\u00fcnschte Ruh. O Gott, ich bitt durch Christi Blut: Machs nur mit meinem Ende gut.\u201c Philipp Spitta: \u201eBleib mir nah auf dieser Erden, bleib auch, wenn mein Tag sich neigt. Wenn es nun will Abend werden, und die Nacht hernieder steigt; lege segnend deine H\u00e4nde mir aufs m\u00fcde schwache Haupt. Sprich: Mein Kind, hier geht\u2019s zu Ende, aber dort lebt, wer hier glaubt.\u201c Georg von Viebahn: \u201eDem Ziele zu, es naht die Stunde, da wir dich sehn, dem wir geglaubt. O selges Wort, gewisse Kunde, da\u00df nichts aus deiner Hand uns raubt. Dem Ziele zu, im Friedenshafen l\u00e4uft bald das Schifflein droben ein. Ob du, Herr, kommst, ob wir entschlafen, wir werden jubelnd bei dir sein. Wir werden dankend vor dir stehn. Wir werden dich verherrlicht sehn.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Schlu\u00df lese ich ihnen etwas aus einem Erfahrungsbericht vor, den ein junger Pfarrer, Hartwig Neigenfeind, 36 Jahre alt, von der evangelisch-lutherischen Kirche in Berlin-Marzahn ver\u00f6ffentlicht hat. \u201eIch habe eine Frau besucht, die als Rentnerin fit, aktiv und lebenslustig war. Dann starb ihr Mann, sp\u00e4ter ein Sohn, dann mu\u00dfte sie die Wohnung aufgeben, kam in ein Altenheim, dann kam sie in den Rollstuhl, dann kam sie nicht mehr aus dem Bett, nahm zehn Kilo ab, konnte nicht mehr lesen und fernsehen, dann kam sie kaum noch jemand besuchen, dann wurden ihr zwei Zehen amputiert. Und dann kam ich als Pastor zur T\u00fcr rein &#8211; was sollte ich ihr sagen? &#8222;Bald sind Sie tot, im Himmel ist alles besser!&#8220;, oder &#8222;Jesus hat Sie lieb und ist bei Ihnen!&#8220;? Ich bin rein gegangen und habe gesagt: &#8222;Gute Frau, ich wei\u00df auch nicht mehr, was ich sagen soll! Tut mir leid.&#8216; Und da richtet sich dieses B\u00fcndel Elend auf und beginnt: \u201eIch werde Ihnen sagen, wozu ich so alt und schwach bin.\u201c Ich war baff! Und dann erkl\u00e4rt mir die Frau, warum sie Gott von Herzen dankbar ist, alt, gebrechlich und schwach zu sein: \u201eIch war immer fit und aktiv. Und dann hat Gott mir eines nach dem anderen fortgenommen. Mein Mann ist schon bei ihm, mein Sohn auch. Fr\u00fcher bin ich Tausende Kilometer gereist. Jetzt bewege ich mich nur noch auf zwei Quadratmetern. Ich esse wie ein V\u00f6gelchen und rede f\u00fcnf S\u00e4tze am Tag. Gott hat mir nach und nach alles genommen.\u201c Das fand ich traurig. Als sie eine Pause machte, fragte ich: \u201eUnd was bleibt Ihnen nun?\u201c Da blitzten ihre Augen: \u201eJesus, ich habe Jesus!\u201c Das leuchtete mir nicht sofort ein: \u201eAber den hatten Sie doch fr\u00fcher auch. Sie waren doch fr\u00fcher auch im Gottesdienst und geh\u00f6ren von Kindesbeinen an zur Kirche.\u201c Die alte Dame l\u00e4chelte und erkl\u00e4rte mir: \u201eSie haben recht. Aber fr\u00fcher hatte ich kleine Kinder und immer so viel zu tun, mu\u00dfte hierhin und dort hin, Kuchen backen, Saugen, den M\u00fcll runterbringen \u2013 immer war irgend etwas. Ich hatte Jesus immer \u2013 mein ganzes Leben lang. Aber jetzt habe ich nur noch Jesus, jetzt habe ich Zeit. Ich liege hier, denke nach und bete. Ich erinnere mich an Predigten, die ich fr\u00fcher geh\u00f6rt habe und die Bibelverse, die ich kenne. Ich denke an meine Sonntagsschule und Einsegnung und wie Gott mich durch mein Leben gef\u00fchrt hat und wie es im Himmel sein wird.\u201c Da konnte ich nichts mehr sagen. \u201eAch, junger Mann, ich bin so froh, alt zu sein!\u201c Mich interessieren keine jungen M\u00e4nner mehr, kein Fernseher, keine Zeitung. Jetzt will ich sterben. Und Jesus ist bei mir. Ich habe jetzt endlich Zeit und Ruhe und Stille, um ihm zuzuh\u00f6ren. Gott hat mir alles genommen, damit ich eines finde: Das ewige Leben mit meinem Heiland.\u201c Ich konnte ihr nichts mehr erwidern. Diese Frau hatte etwas entdeckt: Die Stille und Passivit\u00e4t im Alter k\u00f6nnen eine Chance sein, im Frieden mit Gott zu leben: ihn neu zu entdecken, Abschied nehmen und sich auf das ewige Leben vorzubereiten. Seit diesem Gespr\u00e4ch will ich alt werden \u2013 Rentner ohne Telefon, Fernseher und Action. Im Sessel d\u00e4mmern, Chor\u00e4le zusammenklauben, beten und sich aus der Bibel vorlesen lassen. Zwei Wochen nach unserem Gespr\u00e4ch ist die Frau gestorben \u2013 im Frieden, getr\u00f6stet und gl\u00e4ubig.\u201c<\/p>\n<p><em>Vortrag auf der Konferenz des Netzwerks bekennender Christen (NbC-Pfalz) Profil 2007 am 3.11.2007 im Diakonissenmutterhaus Speyer.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was am Ende wirklich z\u00e4hlt: \u201eSinnvoll leben \u2013 getr\u00f6stet sterben\u201c In dieser Zuspitzung des Themas konnte ich nicht auf alte Manuskripte zur\u00fcckgreifen, ich mu\u00dfte mich ihm selber neu stellen. F\u00fcr mich als alten Menschen, der an der Schwelle zur Ewigkeit steht, hat dies Thema bei der Vorbereitung des Vortrags existentielle Bedeutung gewonnen \u2013 etwa in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":61,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[25],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/868"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/61"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=868"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/868\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2591,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/868\/revisions\/2591"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}