{"id":8505,"date":"2012-10-16T15:06:02","date_gmt":"2012-10-16T13:06:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8505"},"modified":"2012-10-16T17:13:39","modified_gmt":"2012-10-16T15:13:39","slug":"was-jesus-christus-mit-meinem-leben-zu-tun-hat-ein-personlicher-erfahrungsbericht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8505","title":{"rendered":"Was Jesus Christus mit meinem Leben zu tun hat &#8211; Ein pers\u00f6nlicher Erfahrungsbericht"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was Jesus Christus mit meinem Leben zu tun hat &#8211; Ein pers\u00f6nlicher Erfahrungsbericht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freiheit, Freude, Friede &#8211; \u00fcber diese drei Worte dachte ich in meiner Kindheit viel nach. Doch es blieb beim Nachdenken. Das Sehnen des Herzens nach Frieden und Geborgenheit erf\u00fcllte sich nicht. Ich lebte st\u00e4ndig in der Angst, verpr\u00fcgelt zu werden, in der Schule, auf dem Heimweg oder sonst irgendwo auf der Stra\u00dfe. Die Lehrer merkten, was vorging, doch meine Offenbarungen an sie machten mich bei meinen Mitsch\u00fclern nur noch verhasster, weil ich sie verraten hatte. Ich traute mich nicht zur\u00fcckzuschlagen. Und wenn ich es doch einmal tat, zog ich den k\u00fcrzeren. Was f\u00fcr ein Leben. Mein Vater wollte, wenn ich noch einmal verpr\u00fcgelt werden w\u00fcrde, den Lehrern meinen Pionierausweis vor die F\u00fc\u00dfe werfen. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich freute mich schon fast auf die n\u00e4chste Tracht Pr\u00fcgel. Dann m\u00fc\u00dfte mein Vater endlich einmal aktiv werden&#8230; Doch er stand nicht zu seinem Wort. Und das war nicht das einzige Mal so. Ich baute Blockaden gegen ihn auf. Ich machte irgendwie dicht. Nur nicht so werden wie er&#8230; Wir gingen fast jeden Sonntag in die Kirche. Doch danach war bei uns \u201cder Teufel los\u201d, wie ich es damals nannte. Unfrieden in der Familie, T\u00fcrenschlagen, Weinen und Schreien war angesagt. Meine tiefen inneren Probleme behielt ich da lieber f\u00fcr mich, anstatt sie zu Hause anzusprechen. Zeichen, die ich aussandte &#8211; wie beispielsweise N\u00e4gelkauen &#8211; wurden nicht richtig eingeordnet und ver\u00e4nderten nichts an meiner Lage. Ich hatte ausgedehnte Selbstmordphantasien, weil ich dachte, mit einem Suizid k\u00f6nnte ich meine Eltern wachr\u00fctteln oder auch bestrafen. Ich sah gl\u00fccklicherweise einen guten Film mit diesem Inhalt im Fernsehen: Das \u201cWachr\u00fctteln\u201d hatte dort keinen Erfolg gehabt. Das Kind war schon tot, als die Eltern nach Hause kamen. Das zeigte mir deutlich, dass Selbstmord auch nicht hilft, das Leben in den Griff zu bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sport war in der Schule das Fach, wovor ich am meisten Angst hatte. \u00dcber \u201cGen\u00fcgend\u201d h\u00e4tte ich mich eigentlich freuen m\u00fcssen, denn oft hatte ich \u201cUngen\u00fcgend\u201d. Die Dem\u00fctigungen eines Sportlehrers und der Mitsch\u00fcler kamen dann noch dazu. Besonders schlimm war es im Ferienlager. Dort verlor dann die Gruppe, wo ich dabei war, wegen mir. Und oft, denke ich, hatten sie sogar Recht mit dieser Behauptung. Besonders die Mannschaftsspiele jagten mir Furcht ein: Furcht zu versagen, Furcht vor Verletzungen, Furcht vor weiterer Dem\u00fctigung. Und die Strafe folgte nach dem Spiel in Form weiterer Pr\u00fcgel. Doch im n\u00e4chsten Jahr gab\u2019s das n\u00e4chste Ferienlager. Widerspruch war in dieser Sache bei meinen Eltern zwecklos gewesen. Ich schaute die sportlichen Jungen an und bewunderte sie: So m\u00f6chte ich aussehen, so m\u00f6chte ich sein. Doch ich war ein Schw\u00e4chling, ich war ein Versager. Oder doch eher eine Emma, eine Memme, wie die Spitznamen f\u00fcr mich im Ferienlager hie\u00dfen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort bemerkte ich mit 13 Jahren am FKK-Strand, dass ich nicht nach Frauen schaute, sondern nach M\u00e4nnern. Ich dachte mir nichts weiter dabei. Doch eine Freundin zu haben, erschien mir undenkbar, auch in sp\u00e4teren Jahren. Ich versuchte, die Anziehung zum eigenen Geschlecht zu verdr\u00e4ngen. Es gelang mir auch eine Weile. Dann kamen die Gef\u00fchle wieder und das Verdr\u00e4ngen wurde erneut versucht. Das ging dann einige Jahre so hin und her. Doch auf einmal kehrten diese Gef\u00fchle mit Macht zur\u00fcck, so stark wie nie zuvor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich suchte bei einem Pastor Rat und Hilfe. Doch meine Erwartungen auf ein mitf\u00fchlendes, verst\u00e4ndnisvolles Herz wurden entt\u00e4uscht. Er sagte nur: Wenn ich so sei, solle ich es ausleben. Er kenne viele Homosexuelle und die w\u00e4ren o. k. Nicht lange darauf tat ich das auch. Ich ging zu einem Mann, von dem ich wusste, dass er \u201cso\u201d war, und welcher schon einmal einen Ann\u00e4herungsversuch bei mir gemacht hatte. In der darauffolgenden Nacht bei ihm empfand ich: Das ist das, was du dein ganzes Leben lang gesucht hast. Ich bin schwul! Doch gleichzeitig empfand ich noch etwas anderes in mir. Wie eine innere Stimme, die sprach: Das ist falsch! Und: Willst du dein ganzes Leben so zubringen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den n\u00e4chsten Tag fuhr ich zu einem kirchlichen Jugendtag. Angemeldet hatte ich mich aus dem Grund, weil ich meinte, die DDR-Mark w\u00fcrde sowieso verfallen. Und da k\u00f6nnte ich ja auch das Geld f\u00fcr diesen Jugendtag einzahlen. Hingefahren bin ich dann, um einen anderen Freund und Geschlechtspartner (mit dem Vorherigen war es doch nicht das Wahre&#8230;,) bei einem Seminar \u00fcber Homosexualit\u00e4t zu finden. Doch was erfuhr ich da: Es w\u00fcrde einen Weg aus der Homosexualit\u00e4t heraus geben. Zwar nicht einfach, aber m\u00f6glich. Ich wu\u00dfte es einfach: Dieser Mann, der uns das erz\u00e4hlt, hat Recht. Es ist die Wahrheit. Einen Tag sp\u00e4ter gab es auf diesem Treffen eine Jugendevangelisation. Was ich davon noch wei\u00df, ist das: Am Ende der Veranstaltung wurde zu einer Lebens\u00fcbergabe an Jesus Christus aufgerufen. Ja, das wollte ich auch. Aber nach vorn zum Altar zu kommen, da war ich zu feige. Das w\u00fcrde ich nur tun, wenn mein Nebenmann auch gehen w\u00fcrde. Doch der war schon Christ, der hatte Jesus sein Leben schon gegeben. Ich wei\u00df aber, Gott hat mein bereitwilliges Herz und meine Furcht nach vorne zu kommen gesehen. Eine mir v\u00f6llig fremde Person sprach mich an und ich \u00fcbergab Jesus Christus in dieser Bankreihe mein Leben. Ich war Gott tats\u00e4chlich begegnet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch ich war noch genauso schwul wie vorher! Was nun? Ich ging zu einem anderen Pastor und bat um ein Gespr\u00e4ch. Ich erz\u00e4hlte ihm davon, da\u00df ich Christ geworden war und auch von meinem Leben bis dahin und von meiner Homosexualit\u00e4t. Dieser Pastor wurde mein Seelsorger und obwohl ich der erste Ratsuchende f\u00fcr ihn mit dieser Sache war, hat er mir wirklich sehr weitergeholfen. Ich kaufte mir einige christliche B\u00fccher \u00fcber das Thema und schrieb einem der Autoren. So kam ich in Kontakt mit anderen, die mit mir auf dem Weg der Ver\u00e4nderung waren und ich h\u00f6rte Menschen erz\u00e4hlen, wie sie durch Christus ganz von der Homosexualit\u00e4t freigeworden sind. Es klang immer noch unglaublich f\u00fcr mich! Zu sch\u00f6n um wahr zu sein. Doch diese Leute waren echt. Ich konnte mit ihnen reden, mit ihnen beten, \u00fcber meine K\u00e4mpfe sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine erste Exodus-Konferenz war ein gro\u00dfes Erlebnis f\u00fcr mich. Das ist eine Konferenz, wo Seelsorger, Psychologen, ehemals Betroffene und Menschen, die noch im Ver\u00e4nderungsprozess stehen, sich treffen zur gegenseitigen Ermutigung, Gebet und themabezogener Lehre. Auch die Offenheit beeindruckte mich. Es wurde ehrlich von K\u00e4mpfen, von Sieg und Niederlage berichtet. Ich erlebte dort: \u201cHeilung\u201d ist m\u00f6glich, nicht nur f\u00fcr Einzelne, sondern f\u00fcr alle, die es w\u00fcnschen. Und der Herr hilft dabei, er hilft auch da, wo unsere Kraft nicht reicht. Und der Herr half auch mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als die homosexuellen Gef\u00fchle an Intensit\u00e4t und H\u00e4ufigkeit geringer wurden, dachte ich, ich w\u00e4re am Ziel. Doch der Herr hatte noch anderes mit mir vor. Er lie\u00df mich auch nicht halbgeheilt stehen. Das erste Mal hatte ich ein heterosexuelles Gef\u00fchl in einer christlichen Jugendstunde: Ich schaute ein M\u00e4dchen an. Und anschlie\u00dfend fragte ihr Freund mich, was mit mir los war. Ich traute mich nicht, die Wahrheit zu sagen und so sagte ich ihm nur, da\u00df ich mich gefreut habe. Die Sehnsucht nach dem anderen Geschlecht wurde immer st\u00e4rker und ich begann, f\u00fcr eine Frau zu beten. Einmal besuchte ich eine Jugendstunde in einer anderen Kirche und dort erz\u00e4hlte ich einem jungen Mann meine Lebensgeschichte. Auf dem R\u00fccksitz sa\u00df ein junges M\u00e4dchen. Wie ich sp\u00e4ter erfuhr, dachte sie bei meinem Bericht: So einen willst du mal niemals als Freund haben. Es w\u00fchlte sie auf und sie erz\u00e4hlte ihren Eltern von dieser sonderbaren Begegnung. Etwa ein Jahr sp\u00e4ter verliebten wir uns, als wir uns auf einer Silvesterfreizeit wiedersahen. Wir beteten und lie\u00dfen f\u00fcr uns beten, doch wir erhielten vorerst anscheinend keine Antwort von Gott. Doch wir begannen im Vertrauen, da\u00df der Herr uns auch korrigieren kann, unsere Beziehung. Doch in der Angst, der Herr k\u00f6nnte auch nein sagen, lie\u00dfen wir das Thema Beziehung in unseren Gebeten weg. Bis wir merkten, dass das so auch nicht gut ist. Nach einer Zeit von insgesamt zwei Jahren haben wir uns verlobt und zehn Monate sp\u00e4ter heirateten wir. Wir haben jetzt einen kleinen Sohn, der bald ein Jahr alt wird. Wenn wir bedenken, was der Herr Jesus Christus in meinem Leben getan hat, werden wir sehr dankbar ihm gegen\u00fcber. Ich will nie mehr zur\u00fcck! Ich m\u00f6chte, dass die ganze Welt es erf\u00e4hrt: Auch die Sexualit\u00e4t kann Heilwerden durch Jesus Christus. Ihm sei Preis, Ehre und Dank, jetzt und in alle Ewigkeit!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Im Sommer 2000<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was Jesus Christus mit meinem Leben zu tun hat &#8211; Ein pers\u00f6nlicher Erfahrungsbericht Freiheit, Freude, Friede &#8211; \u00fcber diese drei Worte dachte ich in meiner Kindheit viel nach. Doch es blieb beim Nachdenken. Das Sehnen des Herzens nach Frieden und Geborgenheit erf\u00fcllte sich nicht. 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