{"id":8366,"date":"2012-09-18T15:01:31","date_gmt":"2012-09-18T13:01:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8366"},"modified":"2012-09-18T21:32:43","modified_gmt":"2012-09-18T19:32:43","slug":"aus-fur-gender-in-norwegen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8366","title":{"rendered":"Aus f\u00fcr Gender in Norwegen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Eckhard Kuhla<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Harald Eia, mit einem MA in Soziologie und Norwegens bekanntester Komiker, kam nach seinem Studium zu der Erkenntnis, dass die Gendertheorie \u2013 nach der Mann und Frau gleich seien und alle Unterschiede ihre Ursache ausnahmslos in gesellschaftlichen Pr\u00e4gungen h\u00e4tten, und nicht mit den klassischen Wissenschaften wie Biologie, Anthropologie etc. \u00fcbereinstimmen. Sein Kommentar: \u201eIch f\u00fchlte mich von meinen Universit\u00e4tslehrern betrogen\u201c. Eia\u2019s Idee war es, das \u201eGender Paradox\u201c in Norwegen zu hinterfragen. Dieses Paradox besteht in einem Widerspruch zwischen jahrzehntelanger \u201egendersensibler\u201c Erziehung zur Gleichheit (hier der\u00a0<a href=\"http:\/\/www.coe.int\/t\/dghl\/standardsetting\/equality\/03themes\/standards-mechanisms\/EG(2001)7_en.pdf\">Genderplan<\/a>\u00a0des Europ\u00e4ischen Rats von 2011) und den nach wie vor unterschiedlichen m\u00e4nnlichen und weiblichen klassischen Berufswahl. Dieser Unterschied war bezeichnenderweise seit langem gr\u00f6\u00dfer als in vergleichbaren L\u00e4ndern. Das Thema wurde mehr und mehr zu einem Tabu in der norwegischen \u00d6ffentlichkeit. Das wollte Harald Eia u.a. durchbrechen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er organisierte ein Kamerateam und stellte bekannten norwegischen Wissenschaftlern kritische Fragen zur Gendertheorie im Vergleich zu Erkenntnissen aus den klassischen Wissenschaften. Es waren Fragen \u00fcber sexuelle Orientierung, Geschlechtsrollen, Gewalt, Rasse und Erziehung. Er tat dies mit seinem fundierten Vorwissen in einer geplant naiven, aber humorvollen Fragetechnik. Solche Art Fragen waren die Wissenschaftler nicht gewohnt, besonders nicht bez\u00fcglich der bis dato sakrosankten Gendertheorie. Viele Interviewte merkten erst danach, was da eigentlich abgelaufen war. Ehe sie sich beschweren konnten, gingen seine Interviews im Fr\u00fchjahr 2011 beim staatlichen TV-Sender NRK in der Sendereihe \u201eGehirnw\u00e4sche\u201c auf Sendung. Die \u00d6ffentlichkeit war schockiert und die Wissenschaft entsetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">NRK sendete sieben <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-u_AnNTSujA%20\">EIA-Videos<\/a> (http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=-u_AnNTSujA). Das Video, was am meisten die Wissenschaftsszene und dann die politische Szene anheizte, war das Video Nr.1: \u201eThe Gender Equality Paradox\u201c. Es war das Thema, was Harald Eia veranlasste, die \u201eBasics\u201c der ganzen Gender-Theorie zu hinterfragen. Harald Eia thematisierte im ersten Video die hoffnungslosen, jahrzehntelangen, \u201dgendersensiblen\u201d Umerziehungsversuche zu einer geschlechtsunabh\u00e4ngigen Berufswahl. Das Ergebnis: ein unver\u00e4ndertes Berufswahlverhalten von M\u00e4dchen und Jungen. Ebenso sehenswert ist das Video Nr 7 \u201cNature and Nuture\u201d, in dem es um die klassische Frage der genetischen und kulturellen Einfl\u00fcsse auf den Menschen geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wissenschaftliche Diskurse waren in Norwegen generell bis zu den Eia-Videos \u00f6ffentlich einfach nicht existent. Nach den TV Sendungen fand \u00fcber Wissenschaft und speziell \u00fcber das \u201eGender\u201c Thema eine landesweite Debatte statt. \u00dcber diese Entwicklung wird in der Pressemitteilung des <a href=\"http:\/\/eusja.wordpress.com\/2010\/04\/26\/norway-brainwashed-science-on-tv-creates-storm\/\">Europ\u00e4ischen Journalistenverbandes<\/a> folgendes Res\u00fcmee gezogen: \u201cSo even if Eia\u2019s methods have been critisised, there is now a general agreement that the result of this project has been good for both the sciences and society as a whole. For the first time, science is really being discussed. Even if many strange things have been said and written, this has been (and still is) a unique educational process for both the general public and the scientific community.\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein sp\u00e4teres Ereignis in diesem Zusammenhang war noch viel sensationeller: am 19.Oktober 2011 erschien eine Pressemitteilung, die die Schlie\u00dfung des NIKK, des Nordic Gender Institute zum Jahresende 2011 ank\u00fcndigte. Damit war der F\u00f6rderstop auch f\u00fcr Genderstudies des skandinavischen Institutes verf\u00fcgt. Dies wurde mit einer einstimmigen Entscheidung des Nordic Council (ein Rat aller vier skandinavischen Minister f\u00fcr \u201eGender equality and migration\u201c) beendet. Der Council <a href=\"http:\/\/agensev.de\/wp-content\/uploads\/NC-Beschlussvorlage-Schlie\u00dfung1.pdf\">begr\u00fcndete<\/a> seine Entscheidung damit, dass es dem NIKK mit seinen Genderstudies nicht gelungen sei, weder zur wissenschaftlichen Debatte in allen nordischen L\u00e4ndern beigetragen, noch mit Umsetzung ihrer Ergebnisse die Br\u00fccke zur Gesamtgesellschaft geschlagen zu haben. Und das in dem \u201eGenderland Nr. 2\u201c auf der Welt (nach dem <a href=\"http:\/\/www3.weforum.org\/docs\/WEF_GenderGap_Report_2011.pdf\">Global Gender Gap Index 2011<\/a>)! Auch der Versuch, die Genderstudies durch sinnvolle Projekte zu ersetzen, wurde von dem Council abgelehnt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist alles Monate her. Wir erfuhren von den Videos von unseren franz\u00f6sischen Kollegen im Mai 2012. Allerdings konnten wir damit nicht sonderlich viel anfangen, weil die Hintergr\u00fcnde unklar waren. Erst k\u00fcrzlich gelangte obige Pressemitteilung \u00fcber diverse Google Alerts an unsere Adresse. Warum diese monatelange Verz\u00f6gerung? Warum war dar\u00fcber bisher in der deutschen Presse monatelang nichts zu finden? Gab es da ein Schweigekartell? Und wenn ja, warum? Wir vermuten: die Gr\u00fcnde f\u00fcr den F\u00f6rderstop k\u00f6nnten auch in Deutschland zu einer m\u00f6glichen Evaluation der deutschen Gender Studies f\u00fchren:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es braucht eine Art \u201eBesessenheit\u201c eines Einzelnen (hier: ein Mann), so ein Evaluation \u2013 Projekt zu initiieren und gegen eine geschlossene ideologische Front durchzustehen. Die seit den 70ern praktizierte \u201eGenderlehre\u201c \u2013 ohne Austausch mit den klassischen Wissenschaften \u2013 ist im sozialdemokratischen Norwegen wie ein Kartenhaus zusammengebrochen. Die befragten Genderexperten waren es offensichtlich nie gewohnt, dass ihre Theorie \u00f6ffentlich hinterfragt wurde. Ihre Diskursf\u00e4higkeit wurde somit kaum auf die Probe gestellt. Die Staatsideologie \u201eGender\u201c wurde auch in Norwegen durch die B\u00fcrgergesellschaft nie legitimiert. Gender geh\u00f6rte nicht zum \u00f6ffentlichen Diskurs, obwohl es gerade ihn manipuliert hatte. Der Wohlfahrtsstaat (in Norwegen noch finanziert durch die Erd\u00f6lf\u00f6rderung) erm\u00f6glichte eine Parallelwelt dieser Ideologie, beide sind allerdings eine sch\u00e4dliche Kooperation eingegangen. Harald Eia konnte zeigen: \u201eMoney corrupts science\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Google \u2013 Analyse der Netz-Reaktionen zu unserem Artikel hat ergeben: die Reaktionen stammen bisher fast ausschlie\u00dflich aus der Bloggerszene, d.h. die online \u2013 Ausgaben der Printmedien schweigen und ebenso schweigt die Genderszene. Das bedeutet, dass der eigentliche Diskurs \u00fcber die Gendertheorie noch nicht begonnen hat. Die Genderszene kann es sich schlicht \u201eleisten\u201c, zu schweigen. Und die Medien? Dazu h\u00f6ren wir von einem Journalisten der Printmedien: &#8222;Gender liegt nach wie vor unterhalb der Wahrnehmungsschwelle eines normalen Lesers\u201c. Das ist wohl wahr, denn man sollte bedenken, dass sch\u00e4tzungsweise 90% der Bev\u00f6lkerung noch nie etwas von \u201eGender\u201c geh\u00f6rt hat. Das ist Programm. Ein staatsideolgisches Programm, welches ungehindert durch eine parlamentarische Opposition, weiterhin ihre stetig flie\u00dfenden F\u00f6rdermittel in Millionenh\u00f6he bezieht. Dar\u00fcber besteht parteien\u00fcbergreifend ein stillschweigendes Einvernehmen. Genderprojekte sind \u201cAbnickprojekte\u201d. Diese Tatsachen sind mit einzubeziehen, wenn man an eine \u00dcbertragung, an einen Transfer auf die deutsche Situation denkt:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was lernen wir f\u00fcr unsere deutschen Verh\u00e4ltnisse aus dem norwegischen Vorfall? Der Gleichheitsgedanke ist in Norwegen seit Jahrzehnten st\u00e4rker verankert als in Deutschland, und trotzdem hat es nur eines Komikers bedurft, um nachzuweisen, dass die Gendertheorie nur aus einer Ansammlung von unbewiesenen Behauptungen besteht. Es ist unfassbar:\u00a0trotzdem meint die Genderideologie, einen universellen, ja sogar totalit\u00e4ren Anspruch zu besitzen \u2013 ohne \u00f6ffentlichen Widerspruch, geschweige denn Emp\u00f6rung\u2026 Zun\u00e4chst \u00fcbertragbar auf deutsche Verh\u00e4ltnisse sind im besonderen die Argumente des F\u00f6rderstops des Nordic Councils: die \u00fcberwiegende Abkapselung der Gendertheorie von den klassischen Wissenschaften (ein interdisziplin\u00e4rer Diskurs w\u00fcrde den ideologisch-totalit\u00e4ren Kern der Genderideologie blo\u00dfstellen). Eine Ausnahme stellt die P\u00e4dagogik dar. An den Hochschulen und in den Kultusministerien ist sie mit der Genderideologie in den letzten Jahren eine Art Symbiose eingegangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau wie in Norwegen wurden in Deutschland jahrzehntelang die Ph\u00e4nomene der Abkapselung und Scheu vor \u00d6ffentlichkeit einer Staatsideologie, wie die Genderideologie, von der Gesellschaft nicht hinterfragt. Im Gegenteil: die Gendertheorie konnte sich zu einem gut subventionierten Tabuthema entwickeln. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr den F\u00f6rderstop, beschlossen von den skandinavischen Ministern des Nordic Council, sollten f\u00fcr uns eine bedeutsame politische Signalwirkung haben, weil er u.a. den gesellschaftlichen Nutzen von Gender Studies prinzipiell in Frage stellt. Diese Entwicklung hat k\u00fcrzlich auch an Universit\u00e4ten in den USA eingesetzt. Ein Transfer der norwegischen Erfahrungen auf unsere Situation muss hier bei der Frage der sachgem\u00e4\u00dfen Mittelverwendung der F\u00f6rdermittel und der fehlenden Umsetzbarkeit ansetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Quelle: agens e.V. M<\/em><em>ann und Frau miteinander<\/em><br \/>\n<em>28857 Syke<br \/>\n<\/em><a href=\"http:\/\/www.agensev.de\"><em>www.agensev.de<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eckhard Kuhla Harald Eia, mit einem MA in Soziologie und Norwegens bekanntester Komiker, kam nach seinem Studium zu der Erkenntnis, dass die Gendertheorie \u2013 nach der Mann und Frau gleich seien und alle Unterschiede ihre Ursache ausnahmslos in gesellschaftlichen Pr\u00e4gungen h\u00e4tten, und nicht mit den klassischen Wissenschaften wie Biologie, Anthropologie etc. \u00fcbereinstimmen. Sein Kommentar: \u201eIch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":348,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8366"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/348"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8366"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8366\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8376,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8366\/revisions\/8376"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}