{"id":8338,"date":"2012-09-11T13:41:47","date_gmt":"2012-09-11T11:41:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8338"},"modified":"2012-09-11T13:42:45","modified_gmt":"2012-09-11T11:42:45","slug":"hilflose-genderisten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8338","title":{"rendered":"Hilflose Genderisten"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hilflose Genderisten: Bei der Berufswahl versiegt der Mainstream<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00e4hlen junge Frauen die \u201efalschen&#8220; Berufe? Industrielobbyisten, Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitiker(innen) sind davon \u00fcberzeugt: M\u00e4dchen entscheiden sich viel zu selten f\u00fcr Berufe wie Mechatroniker, Fachinformatiker oder Ingenieurin. Schon lange versuchen sie durch intensive \u00d6ffentlichkeitsarbeit, zahlreiche Initiativen und Programme mehr Frauen f\u00fcr mathematisch-naturwissenschaftliche Studieng\u00e4nge und technische Berufe zu gewinnen (1). Die Industrie will ihr Personalreservoir vergr\u00f6\u00dfern; f\u00fcr sie ist es ein Erfolg, wenn die absolute Zahl der Ingenieurinnen ansteigt. Eben dies ist in den letzten Jahren geschehen: Angesichts guter Berufsaussichten haben mehr Frauen als je zuvor begonnen, Ingenieurs-wissenschaften zu studieren. Zugleich haben aber auch mehr M\u00e4nner ein solches Studium aufgenommen. So sind nach wie vor im Maschinenbau mehr als 80 Prozent und in der Elektrotechnik fast 90 Prozent der Studierenden M\u00e4nner (2).<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Techniker-Berufe als M\u00e4nner-Dom\u00e4ne &#8211;\u00a0 f\u00fcr die Advokaten des \u201eGender Mainstreaming&#8220; ist das ein fortdauerndes \u00c4rgernis (3). Ihnen geht es nicht um den Ingenieur-Nachwuchs, sondern um die Nivellierung der Geschlechterdifferenzen. Die Vorliebe von Jungen f\u00fcr Techniker-Berufe ist ihnen im Grunde genauso suspekt, wie die von M\u00e4dchen f\u00fcr das Gesundheits- und Erziehungswesen. Jungen wie M\u00e4dchen sollen intensiver aufgekl\u00e4rt werden, ihre \u201eTalente jenseits einengender traditioneller Rollenbilder&#8220; zu entdecken (4). Statt an der Normalit\u00e4t soll sich die Berufsberatung daf\u00fcr am Gleichstellungsideal orientieren: Informationsmaterialien der Bundesanstalt f\u00fcr Arbeit wie \u201eMINT &amp; sozial for you&#8220; widmen sich \u201eschwerpunktm\u00e4\u00dfig der geschlechtsuntypischen Berufswahl&#8220; (5). Jungen sollen ausgerechnet f\u00fcr jene Berufe h\u00e4ufiger ergreifen, von denen man die M\u00e4dchen wegf\u00fchren will, weil sie zu wenig Einkommen und Karrierechancen bieten w\u00fcrden. Wirkung zeigen solche Manipulationsversuche bisher kaum: Nach wie vor sind mehr als 90 Prozent des Personals in Kindertagesst\u00e4tten Frauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr das \u201eGender Gap&#8220; in der Berufswahl? F\u00fcr Anh\u00e4nger des Gender-Paradigmas sind sie der Nachhall einer patriarchalischen Kultur, die von M\u00e4nnern Rationalit\u00e4t, Erwerbs- und Machtstreben und von Frauen Emotionalit\u00e4t, H\u00e4uslichkeit und F\u00fcrsorglichkeit erwartete. Indes hat die Kulturrevolution des sp\u00e4ten 20. Jahrhunderts mit dem traditionellen Leitbild der Hausfrau und Mutter radikal gebrochen: Erwerbst\u00e4tigkeit und Karriere sind nach Meinung des Gender-Mainstreams l\u00e4ngst die neue Pflicht der Frauen, die ihre Kinder daf\u00fcr in institutionelle Betreuung geben sollen. Das gro\u00dfe Vorbild sind die nordischen L\u00e4nder, in denen Frauen (fast) genauso h\u00e4ufig erwerbst\u00e4tig sind wie M\u00e4nner (6). Auch dort sind aber Kindertagesst\u00e4tten und Krankenpflegestationen weibliche und Mechaniker-Werkst\u00e4tten m\u00e4nnliche Dom\u00e4nen. Gegen die \u201eStereotypen&#8220; in der Berufswahl kommt offenbar selbst die strenge skandinavische Gleichstellungspolitik nicht an (7). Paradoxerweise entscheiden sich in den freiz\u00fcgigen L\u00e4ndern Nordeuropas Frauen sogar seltener daf\u00fcr, Technikwissenschaften zu studieren als in \u201etraditionelleren&#8220; L\u00e4ndern wie Indien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses \u201eGender-Paradox&#8220; l\u00e4sst sich aus den Pr\u00e4ferenzen der Frauen erkl\u00e4ren: In armen L\u00e4ndern wie Indien bestimmen wirtschaftlich Zw\u00e4nge die Berufswahl, weshalb aufstiegsorientierte Frauen oft lukrative Berufe wie Informatikerin ergreifen. In wohlhabenden L\u00e4ndern wie Norwegen haben Frauen mehr M\u00f6glichkeiten, in der Berufswahl ihren eigenen W\u00fcnschen zu folgen. Statt f\u00fcr die Programmierung von Maschinen entscheiden sie sich f\u00fcr den Umgang mit Menschen als Lehrerin oder \u00c4rztin (8). Freiheit bekommt dem \u201eGender Mainstreaming&#8220; eher schlecht, weshalb seine Advokaten zum Dirigismus neigen. Die geschlechtsspezifischen Berufspr\u00e4ferenzen junger Menschen wollen sie nicht hinnehmen, sondern ver\u00e4ndern. F\u00fcr die Bundesregierung ist das eine \u201ebildungs- und gesellschaftspolitische Daueraufgabe&#8220; (9). Man darf sich fragen: Ist dieser regierungsamtliche Feminismus nicht sehr paternalistisch?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Vgl.: Geschlechtsspezifische Berufswahl von jungen Frauen und ihre Situation im Ausbildungssystem &#8211; Antwort der Bundesregierung auf die kleine Anfrage der Abgeordneten [&#8230;] und der Fraktion \u201eDIE LINKE&#8220;, Deutscher Bundestag &#8211; 17. Wahlperiode &#8211; Drucksache 17\/9477, S. 41-42. Eines der vielen dieser Art hie\u00df bezeichenderweise \u201eROBERTA &#8211; M\u00e4dchen erobern Roboter&#8220; (Ebd., S. 41).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(2) Vgl. ebd., S. 43-44.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(3) Eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne sind insbesondere Berufe wie Mechaniker, Elektriker oder Mechatroniker, w\u00e4hrend in den Laborantenausbildungsg\u00e4ngen oft Frauen dominieren. Siehe hierzu: \u201eFrauenanteile in technischen Ausbidlungsberufen&#8220; (Abbildung unten). Je differenzierter man also die Berufsgruppen betrachtet, desto sch\u00e4rfer treten tendenziell die Geschlechterdifferenzen in der Berufswahl zutage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(4) \u201eMit dem Girls&#8216; Day und dem Boys&#8216; Day erm\u00f6glicht die Bundesregierung M\u00e4dchen und Jungen, ihre eigenen Interessen, St\u00e4rken, F\u00e4higkeiten und Talente \u201ejenseits einengender traditioneller Rollenbilder zu entdecken&#8220;. Bundestagsdrucksache 17\/9477, a.a.O., S. 4.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(5) Ebd. S. 18.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(6) Zum Frauenleitbild der Gegenwartspolitik: <a href=\"http:\/\/www.i-daf.org\/453-0-Wochen-10-11-2012.html\">http:\/\/www.i-daf.org\/453-0-Wochen-10-11-2012.html<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(7) Empirische Studien stellen das verbreitete Bild der Geschlechteregalit\u00e4t in Nordeuropa in Frage: Die geringsten Geschlechterdifferenzen findet man nicht in L\u00e4ndern wie Schweden, sondern in China. Auch das geringste \u201eGender Pay Gap&#8220; ist demnach nicht in Nordeuropa, sondern\u00a0\u00a0 in L\u00e4ndern wie Swaziland oder Sri Lanka anzutreffen. Vgl. Catherine Hakim: Women, careers and work-life-preferences, S. 279-294, in: British Journal of Guidance &amp; Counselling, Vol. 34, No. 3\/2006, S. 284.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(8) C. Hakim belegt eindrucksvoll, dass sich die international zwar unterschiedlich stark ausgepr\u00e4gten, in der Tendenz aber sehr \u00e4hnlichen Differenzen in der Berufswahl, den Arbeitszeitenpr\u00e4ferenzen und den Karrierewegen nicht allein oder vorrangig als Ergebnis von \u201eDiskriminierung&#8220; erkl\u00e4ren lassen. Vgl. ebd., S. 284-285. Wie hilflos die Anh\u00e4nger des \u201eGender&#8220;-Paradigmas empirischen Forschungsergebnissen gegen\u00fcber stehen, zeigt ein ebenso\u00a0 informativer wie unterhaltsamer Film aus Norwegen (mit englischen Untertiteln): <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=p5LRdW8xw70\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=p5LRdW8xw70<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(9) Bundestagsdrucksache 17\/9477, a.a.O., S. 29.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>IDAF-Nachricht der Wochen 36 und 37\/2012<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hilflose Genderisten: Bei der Berufswahl versiegt der Mainstream W\u00e4hlen junge Frauen die \u201efalschen&#8220; Berufe? Industrielobbyisten, Arbeitsmarkt- und Gleichstellungspolitiker(innen) sind davon \u00fcberzeugt: M\u00e4dchen entscheiden sich viel zu selten f\u00fcr Berufe wie Mechatroniker, Fachinformatiker oder Ingenieurin. 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