{"id":8269,"date":"2012-08-20T08:00:54","date_gmt":"2012-08-20T06:00:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8269"},"modified":"2012-08-20T12:40:25","modified_gmt":"2012-08-20T10:40:25","slug":"j-diestelmann-einladung-zu-wort-und-sakrament-rezension","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8269","title":{"rendered":"J. Diestelmann, Einladung zu Wort und Sakrament (Rezension)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?attachment_id=8277\" rel=\"attachment wp-att-8277\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignleft  wp-image-8277\" title=\"Diestelmann-Buch_0001\" src=\"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/wp-content\/uploads\/2012\/08\/Diestelmann-Buch_00013-218x300.jpg\" alt=\"\" width=\"130\" height=\"197\" \/><\/a>Was f\u00fcr ein Gottesdienstverst\u00e4ndnis hatte Martin Luther? Wie sollte nach seiner Meinung der Gottesdienst gefeiert werden? In seinem Buch \u201eEinladung zu Wort und Sakrament\u201c besch\u00e4ftigt sich der Autor <em>J\u00fcrgen Diestelmann <\/em>ebenso leidenschaftlich wie kompetent mit diesen Fragen. Dies ist f\u00fcr den Leser von heute von besonderem Interesse, da er in der Evangelischen Kirche eine verwirrende F\u00fclle unterschiedlichster Gottesdienstformen wahrnimmt. Das Buch richtet sich an theologisch interessierte Gemeindeglieder, \u201edie Wort und Sakrament lieb haben und sich nach einer gottesdienstlichen Erneuerung in unserer Zeit sehnen\u201c (<em>Diestelmann) <\/em>und m\u00f6chte verhelfen zur Freude an den <em>\u201esch\u00f6nen Gottesdiensten des Herrn\u201c. (Ps.27,4) <!--more--><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verfasser schreibt nicht nur als ausgewiesener Theologe und Lutherexperte, sondern auch aus seiner langj\u00e4hrigen Erfahrung als Seelsorger und Pfarrer an St. Ulrici in Braunschweig. In f\u00fcnf Kapiteln entfaltet er die Bedeutung der <em>lutherischen Messe <\/em>und bezieht sich im Wesentlichen ausdr\u00fccklich auf die <em>Heilige Schrift, die Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis als luth. Bekenntnisschrift) <\/em>und den <em>Gro\u00dfen Katechismus<\/em>. Auf spannende Weise vermittelt dieses Buch Kenntnisse und Wissen der Gottesdienst-Theologie Martin Luthers, die zum Teil selbst bei Kirchenleitenden lutherischer Kirchen unbekannt sein d\u00fcrften.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im ersten Kapitel geht es darum, die regelm\u00e4\u00dfige Feier der lutherischen Messe als Gottesdienstform mit dem Hinweis auf <em>Confessio Augustana <\/em>24 zu betonen: \u201e\u2026<em>dass die Messe, ohn Ruhm zu reden, bei uns mit gr\u00f6\u00dferer Andacht und Ernst gehalten wird\u201c<\/em>. Diestelmann r\u00e4umt auf mit der weit verbreiteten, aber falschen Meinung, Luther habe die Messe abgeschafft habe und an deren Stelle den schlichten Predigtgottesdienst gesetzt und betont, dass Predigt (Wort) und hl. Abendmahl stets die beiden Hauptbestandteile der Messe (lutherischen Messe) waren. \u201e\u00dcber der lutherischen Messe lag die Faszination des Heiligen und des Geheimnisses, die dem Glauben an die <em>Realpr\u00e4senz Christi (seiner wirklichen Gegenwart im hl.Abendmahl unter Brot und Wein) <\/em>entspricht. \u201eDas konfessionelle Charakteristikum der Lutheraner war also die sonnt\u00e4gliche Feier der Gemeindemesse und die h\u00e4ufige Kommunion (Abendmahlsempfang) der Gemeindeglieder\u201c<em>.<\/em>(J\u00fcrgen Diestelmann)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im zweiten Kapitel geht es dem Verfasser um ein vertieftes Sakraments- und Kirchenverst\u00e4ndnis. Es komme beim hl. Abendmahl nicht nur darauf an, beim Essen von Brot und Wein an den Heiland Jesus Christus zu denken, sondern Leib und Blut Christi zu empfangen und seine wirkliche Gegenwart in diesen Elementen zu glauben. Der Autor betont die einsetzungsgem\u00e4\u00dfe Feier (Verwaltung) des hl. Abendmahles: \u201eDas <strong>ist <\/strong>mein Leib das <strong>ist <\/strong>mein Blut\u201c. Martin Luther sieht hier ein Wunder, das eucharistische Geheimnis, das sich jedem philosophischen Erkl\u00e4rungsversuch entzieht. Daher verwirft er die Lehre von der Wandlung (Transsubstantiationslehre) und bekr\u00e4ftigt um so st\u00e4rker den Geheimnischarakter und die wirkliche Gegenwart Christi (Realpr\u00e4senz) im heiligen Mahl.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem dritten Kapitel geht es dem Autor um <em>das apostolische Schriftverst\u00e4ndnis und die vollm\u00e4chtige Predigt im Gottesdienst. <\/em>Dabei setzt er sich kritisch mit der \u201ehistorisch-kritischen\u201c Bibelauslegung auseinander. \u201eH\u00e4tte Luther als Reformator in Berufung auf Gottes Wort so unersch\u00fctterlich auftreten k\u00f6nnen, wenn er die Bibel &#8218;historisch-kritisch&#8216; gelesen h\u00e4tte?\u201c Diestelmann f\u00fchrt aus, dass die Bejahung der Textkritik, die behauptet, der Bibeltext sei nicht zuverl\u00e4ssig und hinsichtlich der Wahrheit zu hinterfragen, einer vollm\u00e4chtigen Predigt im Wege steht: \u201eEs muss mit aller Deutlichkeit festgestellt werden, dass sich das Schriftverst\u00e4ndnis, das der historisch-kritischen Bibelauslegung zugrunde liegt, grunds\u00e4tzlich von dem traditionellen apostolischen Schriftverst\u00e4ndnis unterscheidet, das jahrhundertelang galt und das auch von Luther und den lutherischen V\u00e4tern vertreten wurde.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das vierte Kapitel tr\u00e4gt die \u00dcberschrift \u201e<em>F\u00fcr die ehrf\u00fcrchtige Feier der Messe und h\u00e4ufige Kommunion\u201c. <\/em>Der Verfasser zitiert Martin Luther im Gro\u00dfen Katechismus: <em>\u201e\u2026 weil wir nun den rechten Verstand und die Lehre von dem Sakrament haben, ist wohl auch eine Vermahnung und Reizung n\u00f6tig, dass man solchen gro\u00dfen Schatz, den man t\u00e4glich unter Christen handelt und austeilt, nicht lasse umsonst vor\u00fcbergehen. Das ist, dass die Christen sein wollen, sich dazu schicken, das hochw\u00fcrdige Sakrament oft zu empfangen.\u201c J\u00fcrgen Diestelmann <\/em>geht der Frage nach: Was geschieht eigentlich mit den \u00fcbrig gebliebenen Hostien und dem Rest des konsekrierten Weines? F\u00fcr den ehrfurchtsvollen Umgang mit dem Altarsakrament sei es nicht hinnehmbar, das konsekrierte Sakrament mit gew\u00f6hnlichem Brot und Wein zu vermischen oder gar zu entsorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine gewisse Provokation liegt im 5. Kapitel mit der \u00dcberschrift <em>F\u00fcr ein lutherisches Fronleichnamsfest. <\/em>Hier l\u00e4sst sich <em>Diestelmann <\/em>vom \u00f6kumenischen Anliegen der Einheit der Kirche leiten. So sehr er sich gegen eine lutherische Fronleichnamsprozession ausspricht, so sehr spricht er sich daf\u00fcr aus, an diesem Tag bewusst anbetend und ehrfurchtsvoll das hl. Abendmahl zu feiern, das \u201eHochfest des Leibes und Blutes Christi\u201c. Schlie\u00dflich res\u00fcmiert der Autor, dass Luthers Abendmahlsglaube der r\u00f6m.-kath. Eucharistielehre erstaunlich nahestehe. F\u00fcr das \u00f6kumenische Miteinander sei diese Erkenntnis sehr belebend. Dieses Buch eignet sich nicht nur f\u00fcr theologisch interessierte Laien, sondern auch f\u00fcr Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter im Gespr\u00e4ch in der Bibelstunde und in Gespr\u00e4chsgruppen. Es ist eine Hilfe zu einem tiefen, ehrfurchtsvollen Gottesdienstverst\u00e4ndnis, zu freudiger und anbetender Glaubenspraxis und Gottesdienstfeier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pastor Ulrich R\u00fc\u00df, Hamburg<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was f\u00fcr ein Gottesdienstverst\u00e4ndnis hatte Martin Luther? Wie sollte nach seiner Meinung der Gottesdienst gefeiert werden? 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