{"id":8246,"date":"2012-08-03T12:47:07","date_gmt":"2012-08-03T10:47:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8246"},"modified":"2012-08-06T11:03:18","modified_gmt":"2012-08-06T09:03:18","slug":"predigt-was-mus-ich-tun-um-gottes-gerechtigkeit-zu-erlangen-romer-116-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8246","title":{"rendered":"Predigt: Was mu\u00df ich tun, um Gottes Gerechtigkeit zu erlangen? (R\u00f6mer 1,16-17)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt: Was mu\u00df ich tun, um Gottes Gerechtigkeit zu erlangen? (<\/strong><strong>R\u00f6mer 1,16-17)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">der Brief des Apostels Paulus an die christliche Gemeinde in Rom geh\u00f6rt zu Recht zur Weltliteratur. Darin entfaltet er das Thema der Rechtfertigung aus Glauben und ihre praktischen Folgen. Er enth\u00e4lt die vollst\u00e4ndigste Auslegung der zentralen Wahrheiten des christlichen Glaubens im Neuen Testament. Es geht um die Gerechtigkeit Gottes und unsere Rettung aus ewiger Verlorenheit durch Jesus Christus!<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Verse 16 und 17 aus dem ersten Kapitel des R\u00f6merbriefes lauten:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00ab\u2026ich sch\u00e4me mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht (d.h. rettet) alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): \u00bbDer Gerechte wird aus Glauben leben.\u00ab (Luther 1912!)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese beiden Verse \u00a0sind das Grundthema und die Grundthese des ganzen Briefes, die Paulus in allen folgenden 15 Kapiteln seines Briefes n\u00e4her begr\u00fcndet und nach allen Seiten hin entfaltet.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn1\"><sup><sup>[1]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus beginnt gleich mit der mutigen Aussage: \u201eIch sch\u00e4me mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht.\u201c Manche Christen be\u00adkommen einen roten Kopf, wenn sie von Jesus reden sollen. Warum eigentlich? Und Paulus?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem konnte schon bange werden, als Missionar in die sch\u00f6nste und gr\u00f6\u00dfte Stadt der damaligen Welt, Rom, zu reisen. 424 teilweise pr\u00e4chtig ausgestattete Tempel standen schon in der Stadt und nun wollte er vom gekreuzigten Jesus erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es mu\u00df schon etwas Besonderes sein, dieses Evangelium von Jesus Christus, womit er die Menschen der Weltstadt Rom erreichen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist das denn eigentlich, das Evangelium von Jesus Christus, das im Mittelpunkt unseres christlichen Glaubens steht? Was w\u00fcrden Sie spontan antworten? Etwa so:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDas Evangelium besteht darin, da\u00df Gott demjenigen die S\u00fcnden vergibt, der an IHN glaubt.\u201c Oder vielleicht: \u201eDie gute Nachricht lau\u00adtet, da\u00df Gott dich liebt und einen wunderbaren Plan f\u00fcr dein Leben hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Ausleger fand im Internet folgende Erkl\u00e4rungen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie gute Nachricht ist, da\u00df Gott Ihnen immer zugewandt sein wird, ungeachtet dessen, was Sie getan haben, wo Sie gewesen sind oder wie viele Fehler sie gemacht haben. Er liebt Sie und schaut in Ihre Richtung. Er sucht nach Ihnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein anderer schrieb: \u201eSo, wie ich die Botschaft von Jesus verstehe, lehrt er uns, schon jetzt in Gottes Wirklichkeit zu leben \u2013 hier und heute. Es ist beinahe so, als sagte Jesus einfach immer wieder: \u201a\u00c4ndere dein Leben. Lebe in dieser Weise.\u2018\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den letzten Jahren werden, haupts\u00e4chlich in Amerika, verschie\u00addene \u201eErsatz\u201c-Evangelien propagiert. Eines der beliebtesten lautet: \u201eJesus ist der HERR\u201e d.h. die gute Nachricht sei einfach die Pro\u00adklamation, da\u00df Jesus HERR ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist ja absolut wahr und auch ein unverzichtbarer Bestandteil der Botschaft des Evangeliums.<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a> Aber es ist nicht der Kern. Denn ohne die Gewi\u00dfheit, da\u00df Jesus nicht nur HERR, sondern gleichzeitig auch Retter ist, ist die Nachricht \u00fcber die Herrschaft Gottes eigentlich \u00fcberhaupt keine gute Nachricht. Denn die Herrschaft beinhaltet, das Recht, zu richten, d.h. Gericht zu halten und Recht zu sprechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wir aber, ob wir das wahrhaben wollen oder nicht, S\u00fcnder sind und in Rebellion gegen Gott leben, mu\u00df ER uns verurteilen. Das Evangelium ist also nur dann wirklich eine frohe Botschaft, eine gute Nachricht f\u00fcr uns, wenn es neben allen anderen herrlichen Verhei\u00dfungen, Rettung verspricht, und wenn wir wirklich einsehen, da\u00df wir die angebotene Rettung dringend n\u00f6tig haben, sonst brauchen wir kein Evangelium.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wieso m\u00fcssen wir denn \u00fcberhaupt \u201eerrettet\u201c werden? Wieso sind wir denn in so schrecklicher Lebensgefahr?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil wir S\u00fcnder sind und in Auflehnung gegen Gott leben. Deshalb, so schreibt Paulus in Vers 18: \u201eGottes Zorn wird vom Himmel her offenbart \u00fcber alles gottlose Wesen\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Evangelium geht es also um die Errettung vor dem Zorn des hei\u00adligen Gottes am Tag des Zorns (j\u00fcngstes Gericht).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Evangelium ist die einmalige g\u00f6ttliche Rettungsbotschaft, die einzige, die unsere Verurteilung zum ewigen Tod von uns abwenden kann. Die Tragik ist, da\u00df den meisten Menschen gar nicht bewu\u00dft ist, in welcher Ge\u00adfahr sie leben und in welch hoffnungsloser Lage sie sich be\u00adfinden. Erst durch das Evangelium erf\u00e4hrt der Mensch, in welcher Gefahr er steht und wodurch er Errettung und ewiges Leben empfangen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Menschen gehen leider verloren, weil sie nicht einsehen wollen, da\u00df wir Menschen alle, so wie wir sind, rettungslos verloren sind und unter dem Zorn Gottes stehen.<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vom Zorn Gottes aber will heute niemand mehr etwas h\u00f6ren, denn der Mensch von heute ist ein Mensch des Diesseits geworden.<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Weltende,<\/li>\n<li>Weltgericht,<\/li>\n<li>ewiges Leben,<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">das alles liegt ihm so fern. Die Gefahr eines Krieges oder der Schrecken der Atombombe besch\u00e4ftigt und \u00e4ngstigt ihn 100-mal mehr. Viele meinen, der Zorn Gottes sei dem heutigen, aufgekl\u00e4rten Men\u00adschen nicht mehr zu vermitteln, Gott sei doch ein Gott der Liebe.<a title=\"\" href=\"#_ftn5\"><sup><sup>[5]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist zwar wahr: Gott liebt die Menschen bis zur Hingabe Seines Sohnes<a title=\"\" href=\"#_ftn6\"><sup><sup>[6]<\/sup><\/sup><\/a>. Aber es ist auch wahr, da\u00df ER als der Heilige und Reine allem z\u00fcrnt, was Seinem innersten Wesen zuwider ist, und vernich\u00adtet, was sich gegen IHN und Seine Ordnung erhebt.<a title=\"\" href=\"#_ftn7\"><sup><sup>[7]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weil Gottes Gegenwart und die Gemeinschaft mit IHM das Unreine ausschlie\u00dft, ha\u00dft ER das B\u00f6se und versucht, den Menschen zur Trennung von der S\u00fcnde zu veranlassen, um ihn zu retten.<a title=\"\" href=\"#_ftn8\"><sup><sup>[8]<\/sup><\/sup><\/a> Der Tag des Zorns<a title=\"\" href=\"#_ftn9\"><sup><sup>[9]<\/sup><\/sup><\/a> bezieht sich auf das gro\u00dfe Weltgericht am Ende der Zeit,<a title=\"\" href=\"#_ftn10\"><sup><sup>[10]<\/sup><\/sup><\/a> da wird Gott endg\u00fcltig und unwiderruflich Gericht halten und Recht sprechen.<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> &#8211;\u00a0 Gott kann aber als Richter nur dem Recht sprechen und Recht verschaffen, der wirklich Recht hat. Wer aber hat vor Gott Recht? Und warum ist das Evangelium eine frohe, eine rettende Botschaft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus schreibt dazu in Vers 17:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abDenn darin (im Evangelium) wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt\u2026\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus will damit seine erste Aussage vom Evangelium als der ret\u00adtenden Kraft Gottes <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht widerrufen<\/span>, sondern gerade begr\u00fcnden und erl\u00e4utern. Wie, auf welche Weise, schafft es Gott, uns Menschen gerecht zu sprechen und dadurch zu retten, ohne sich selbst zu widersprechen? ER kann nicht einfach sagen: Vergeben, vergessen. Denn auf der einen Seite steht Gott in Seiner Heiligkeit und absoluten Gerechtigkeit, danach mu\u00df ER uns Menschen wegen unserer S\u00fcnde, wie bereits im Paradies angedroht<a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>, zum Tode verurteilen. Auf der anderen Seite steht Gott in Seiner un\u00fcberbietbar gro\u00dfen Liebe zu uns Menschen, die uns auf jeden Fall retten will. Wie l\u00f6st Gott das Problem?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ER mu\u00df einen Weg finden, uns die Gerechtigkeit zu verschaffen, die vor IHM gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist es: Die \u201erettende Kraft Gottes\u201c liegt in Seiner \u201eGerechtigkeit\u201c und tut ihr Werk durch sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Gerechtigkeit, die vor Gott gilt\u201c (so Luthers \u00dcbers.) ist der Zentralbegriff des ganzen R\u00f6merbriefes. Was versteht das NT unter dieser Gerechtigkeit?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerechtigkeit Gottes ist \u2013 und das ist vor allem festzuhalten:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>ein Verh\u00e4ltnisbegriff, keine abstrakte Norm einer Sittlichkeit.<\/li>\n<li>Die Gerechtigkeit des Gerechten ist eben keine Fehlerlosigkeit, sondern sein Verh\u00e4ltnis zu Gott, seine Gottesfurcht und Hoffnung auf Gott.<a title=\"\" href=\"#_ftn13\"><sup><sup>[13]<\/sup><\/sup><\/a><\/li>\n<li>Gerechtigkeit ist das mit Gottes Willen \u00fcbereinstimmende, heilige, Gott wohlgef\u00e4llige Verhalten, das im Urteil Gottes rechte Leben in der Liebe.<a title=\"\" href=\"#_ftn14\"><sup><sup>[14]<\/sup><\/sup><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber: Vor Gott ist (im NT) kein Mensch gerecht<a title=\"\" href=\"#_ftn15\"><sup><sup>[15]<\/sup><\/sup><\/a> noch kann menschliche Gerech\u00adtigkeit vor IHM bestehen. Gerechtigkeit hat nur der neue, wiedergeborene Mensch in Christus.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\"><sup><sup>[16]<\/sup><\/sup><\/a> Das Gesetz und seine Erf\u00fcllung kann niemanden rechtfertigen.<a title=\"\" href=\"#_ftn17\"><sup><sup>[17]<\/sup><\/sup><\/a> Denn es ist ja gerade wegen der S\u00fcnde der Menschen eingef\u00fchrt<a title=\"\" href=\"#_ftn18\"><sup><sup>[18]<\/sup><\/sup><\/a> und schafft erst die Erkenntnis der S\u00fcnde.<a title=\"\" href=\"#_ftn19\"><sup><sup>[19]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst wenn ich wei\u00df, was ich tun soll und was Gott von mir fordert und ich tue es nicht, erkenne ich mein Fehlverhalten, meine Rebellion gegen Gott, also meine S\u00fcnde. Diejenigen, die sich also darauf konzentrieren, die Gebote Gottes aus dem Grund zu halten, um damit vor IHM bestehen zu k\u00f6nnen, sind unter dem Fluch, nicht unter der Gerechtigkeit Gottes,<a title=\"\" href=\"#_ftn20\"><sup><sup>[20]<\/sup><\/sup><\/a> denn durch des Gesetzes Werke kann kein Mensch vor Gott gerecht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Worin besteht denn nun die Rettung, die das Evangelium, die frohe Botschaft, uns verspricht? Wenn kein Mensch wegen seiner S\u00fcnde vor Gott bestehen kann und alle menschliche Gerechtigkeit vor Gott nichts gilt, dann ist unsere Lage ja vollkommen aussichtslos. Ja! Genau das sollen wir erkennen. Das ist die exakte Diagnose unserer Krankheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun kommt die g\u00f6ttliche Therapie. Jetzt kommt das unbegreiflich Wunderbare: Unsere Rettung besteht darin, da\u00df Gott Jesus Christus, Seinen Sohn, f\u00fcr uns zur Gerechtigkeit gemacht hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDen, der ohne jede S\u00fcnde war, hat Gott f\u00fcr uns zur S\u00fcnde gemacht, damit wir durch die Verbindung mit ihm die Gerechtigkeit bekommen, mit der wir vor Gott bestehen k\u00f6nnen.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Gerechtigkeit, mit der wir vor Gott bestehen k\u00f6nnen, ist also ein Geschenk Gottes in Christus<a title=\"\" href=\"#_ftn22\"><sup><sup>[22]<\/sup><\/sup><\/a> und kein Verdienst aufgrund eigener Gesetzeserf\u00fcllung. Nur weil Jesus Christus in un\u00fcberbietbarer Liebe und Hingabe un\u00adsere S\u00fcnde auf sich nahm, ja unsere S\u00fcnde <span style=\"text-decoration: underline;\">wurde<\/span>, und stellvertre\u00adtend f\u00fcr uns die Strafe daf\u00fcr auf sich nahm, k\u00f6nnen wir vor Gott ge\u00adrecht werden \u2013 obwohl wir noch hier in diesem Leib und damit im Bereich der S\u00fcndhaftigkeit sind.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn23\"><sup><sup>[23]<\/sup><\/sup><\/a> Das ist die wahrhaft g\u00f6ttliche L\u00f6sung, womit Gott sowohl Seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit als auch Seiner Liebe zu uns Menschen gerecht wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDie Gerechtigkeit Gottes wird im Evangelium offenbart. Diese Offenbarung des Heils Gottes ist aber nicht nur eine informative Mitteilung. Gott l\u00e4\u00dft Sein Heil nicht nur ausrufen, Gott will es schenken. Wenn Gott Sein Heil offenbart, dann ist das ein aktiver Vorgang und bedeutet, da\u00df ER dem Menschen Sein Heil schenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Zueignung der Gerechtigkeit Gottes erfolgt ausschlie\u00dflich durch den Glauben. Nur dem <span style=\"text-decoration: underline;\">Glaubenden<\/span> ist das Heil, die Rettung, das ewige Leben zug\u00e4nglich, denn Glaube ist das Mittel der Heilsaneignung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann mu\u00df ich also doch etwas tun, um vor Gott zu bestehen, n\u00e4mlich glauben. Nein! Glaube ist keine Voraussetzung des Heils im Sinne einer menschlichen Leistung, sondern die Antwort des Menschen auf den Ruf Gottes, der vom Heiligen Geist vermittelt wird.<a title=\"\" href=\"#_ftn24\"><sup><sup>[24]<\/sup><\/sup><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnsere Errettung ist g\u00e4nzlich ohne uns &#8211; durch Gott selbst &#8211; und durch Gott allein vollbracht. Wir k\u00f6nnen unsererseits nicht das Geringste zu ihr beitragen, <span style=\"text-decoration: underline;\">auch nicht durch unseren Glauben. <\/span>Denn \u201eGlaube\u201c ist ein Tun, das keinerlei Leistung bedeutet. \u201eGlau\u00adben\u201c in diesem Sinn hat keinerlei Voraussetzungen in uns selbst, auch keine moralischen oder religi\u00f6sen. Aber, und das mu\u00df auch beachtet werden: Unsere Rettung vollzieht sich nicht automatisch an uns ohne unsere ausdr\u00fcckliche Einwilligung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benutzen wir das Bild von einem brennenden Haus. Wir sind im brennenden Haus verloren, wir k\u00f6nnen nicht das Geringste dazu tun, da\u00df es \u00fcberhaupt einen Retter f\u00fcr uns gibt und da\u00df er mit dem Ein\u00adsatz des eigenen Lebens durch die Flammen zu uns dringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nun, da der Retter erscheint, kommen wir nur so aus dem Fenster heraus, da\u00df wir uns an den Retter anklammern. Diese eigent\u00fcmliche Aktivit\u00e4t mitten in der Passivit\u00e4t des Errettet-Werdens, dieses unentbehrliche Tun da, wo wir nichts mehr zu tun verm\u00f6gen, dieses notwendige Ergreifen des Heils, meint Paulus mit dem Wort \u201eglauben.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist Evangelium, die Rettungsbotschaft, die Paulus sich nicht sch\u00e4mt zu verk\u00fcndigen. Kein Mensch kann aus eigener Kraft vor Gott gerecht werden, auch wenn er ein noch so vorbildliches Leben f\u00fchrt. Nur Jesus Christus schafft die Gerechtigkeit, die f\u00fcr mich S\u00fcnder bei Gott z\u00e4hlt. Denn Gott bekennt sich zu dem und schenkt dem seine Gerechtigkeit, der Jesus glaubt, aber auch <span style=\"text-decoration: underline;\">nur<\/span> dem, der glaubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber \u2013 und das ist auch ein Geschenk: das Evangelium erm\u00f6glicht solchen Glauben, denn es ist sch\u00f6pferisch wirkendes Wort des lebendigen Gottes. Es schafft in uns den Glauben, der uns die Gerechtigkeit Gottes zueignet, die uns im Gericht vor IHM gerecht macht und ewige Rettung schenkt. Glaube ist nicht meine Leistung. Wer diese Gerechtigkeit von Gott empfangen hat, der ist Gott recht. Und hat das ewige Leben. Welch ein Geschenk!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tatsache, da\u00df sich unsere Errettung auf Gottes \u201aGerechtigkeit\u2018 gr\u00fcndet, ist von der gr\u00f6\u00dften Bedeutung f\u00fcr unsere Heilsgewi\u00dfheit. Ent\u00adh\u00fcllte das Evangelium nur Gottes \u201aGnade\u2018 oder Gottes \u201aEr\u00adbarmen\u2018, so bliebe es uns zuletzt immer noch ungewi\u00df, ob diese \u201aGnade\u2018 auch f\u00fcr die unerme\u00dfliche Gr\u00f6\u00dfe unserer Schuld noch ausreicht! Gerade im letzten Ernstfall w\u00fcrde uns diese Unsicherheit erschreckend zum Bewu\u00dftsein kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liegt unsere Rettung aber in Gottes <span style=\"text-decoration: underline;\">Gerechtigkeit<\/span>, so ist sie fel\u00adsenfest und unbedingt gewi\u00df wie diese. So hat es auch der Apostel Johannes gesehen. Er versichert uns in 1.Joh 1,9 <span style=\"text-decoration: underline;\">nicht<\/span>: \u00abSo wir aber unsere S\u00fcnden bekennen, so ist Gott barmherzig und gn\u00e4dig, da\u00df er uns die S\u00fcnden vergibt\u00bb, sondern er versichert: \u201eso ist Gott <span style=\"text-decoration: underline;\">treu und gerecht.\u201c<\/span> Johannes steht in voller \u00dcbereinstimmung mit dem grundlegenden Satz des R\u00f6merbriefes.<sup> <a title=\"\" href=\"#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/sup><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Schlu\u00df<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott bietet Sein Heil, Seine Gerechtigkeit und damit das ewige Leben allen Menschen unterschiedslos an. Deshalb l\u00e4\u00dft ER Sein Evangelium, diese Frohe Botschaft, auf der ganzen Erde verk\u00fcndigen. Aber Gott schenkt Sein Heil d.h. unsere Rettung nicht automatisch jedem Menschen, sondern wartet auf unsere Antwort, ob wir dieses Geschenk der Rettung zum ewigen Leben \u00fcberhaupt haben wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Taufe, Kirchenzugeh\u00f6rigkeit, Konfirmation, Gottesdienstbesuch, das alles ist richtig, wichtig und gut. Aber es rettet nicht! Deshalb ist die wichtigste Frage, ja die \u00dcber\u00adlebensfrage: Was mu\u00df ich tun, um Gottes Gerechtigkeit zu erlangen und dadurch f\u00fcr die Ewigkeit gerettet zu werden?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Antwort: Ich mu\u00df einsehen, da\u00df ich ein S\u00fcnder bin und in Auflehnung gegen Gott lebe, und da\u00df ich von mir aus nichts tun kann, um vor Gott be\u00adstehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich damit zu Jesus gehe,<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>IHN bitte, mir meine S\u00fcnde zu vergeben<\/li>\n<li>und in mein Leben einzutreten<\/li>\n<li>und IHM sage, da\u00df ich voller Freude und Dankbarkeit Sein stellvertretendes S\u00fchneopfer am Kreuz von Golgatha annehme und vor Gott <span style=\"text-decoration: underline;\">damit<\/span> bestehen will,<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">dann nimmt ER mich an, schenkt mir Seinen Heiligen Geist und macht mich dadurch zu einem Kind Gottes. ER verspricht mir, von nun an bei mir zu sein und mich durch den Tod hindurch in Gottes ewi\u00adges Reich, in Seine himmlische Herrlichkeit, zu f\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist die Rettungsbotschaft des Evangeliums, eine herrlichere Botschaft kann es nicht geben. Nimm dieses Rettungsangebot unbedingt an! Mach diese Entscheidung noch heute mit Jesus fest oder erneuere sie mit IHM! Es gibt ein \u201ezusp\u00e4t\u201c!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;HERR, bewahre diese frohe Botschaft in unseren Herzen und la\u00df sie das bewirken, wozu Du sie gesandt hast.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Amen.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\"><em>Wolfgang Wilke, 29.7.2012, Predigt am 8. Sonntag nach Trinitatis<\/em><\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\"><\/div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> WStb a.a.O. S. 52<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Greg Gilbert, Was ist das Evangelium? 3L Verlag Waldems, 2011, S.12,16,19<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> S.o. S. 131<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> R\u00f6m 3,10-12, 23<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Vgl. WStb \u00a0S. 45<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Joh 3,16<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Ps 5,5-7<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Hes 18,21-23<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> R\u00f6m 2,5; Offb 6,14-14<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Offb 20,11-15<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Offb 20,11ff<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> 1.Mose 2,17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Ps 33,5; Ps 103,17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> 1.Joh 3,7; Offb 22,11<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> R\u00f6m 8,8<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Eph 4,24; 2 Kor 5,17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Rienecker, Otto,Lexikon zur Bibel Spalte 548-550<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Gal 3,19 NG\u00dc<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> R\u00f6m 3,20<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Gal 3,10-13 NG\u00dc<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> 2. Kor 5,21 NG\u00dc<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> R\u00f6m 5,17<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Vgl. Lexikon zur Bibel a.a.O. Spalte 550<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> Vgl. Cochlovius, Joachim: Leben im Zeichen des Kreuzes \u2013 Eine Auslegung des R\u00f6merbriefes \u2013 H\u00e4nssler-Verlag, 1997, S.21+22<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> WStb S. 51-52 und Fu\u00dfnote 35 dort<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt: Was mu\u00df ich tun, um Gottes Gerechtigkeit zu erlangen? (R\u00f6mer 1,16-17) Liebe Gemeinde, der Brief des Apostels Paulus an die christliche Gemeinde in Rom geh\u00f6rt zu Recht zur Weltliteratur. Darin entfaltet er das Thema der Rechtfertigung aus Glauben und ihre praktischen Folgen. Er enth\u00e4lt die vollst\u00e4ndigste Auslegung der zentralen Wahrheiten des christlichen Glaubens im [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":264,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8246"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/264"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8246"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8246\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8253,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8246\/revisions\/8253"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8246"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8246"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8246"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}