{"id":8205,"date":"2012-07-23T21:28:34","date_gmt":"2012-07-23T19:28:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8205"},"modified":"2012-07-23T21:37:52","modified_gmt":"2012-07-23T19:37:52","slug":"gottes-segen-fur-mann-und-frau-das-biblische-wort-und-seine-infragestellung-durch-den-feminismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=8205","title":{"rendered":"Gottes Segen f\u00fcr Mann und Frau. Das biblische Wort und seine Infragestellung durch den Feminismus."},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Dieser Beitrag ist keine umfassende Darstellung der biblischen Aussagen zu den Geschlechtern und auch keine eingehende Auseinandersetzung mit dem Feminismus, sondern eine kurze Besinnung auf das biblische Sch\u00f6pfungszeugnis von Mann und Frau und ein zusammenfassender Hinweis auf die wichtigsten Vertreterinnen des Feminismus. Au\u00dferdem gibt er einige Eckpunkte zur biblisch-theologischen Bewertung des Feminismus.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1\u00a0\u00a0\u00a0Gottes Segen f\u00fcr Mann und Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0Der Sch\u00f6pfungssegen (1 Mose 1,26ff)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mann und Frau werden von Gott in einmaliger Weise gesegnet. Kein Engel, aber der Mensch ist zur Ebenbildlichkeit Gottes, also zu seiner Repr\u00e4sentanz erschaffen. Am Menschen soll man erkennen und ermessen, wer Gott ist, eine wunderbare Auszeichnung! Ein zweiter Aspekt des Sch\u00f6pfungssegens ist die Fruchtbarkeit. Dass Mann und Frau gew\u00fcrdigt sind, die Menschheit zu vermehren, erscheint als eine ganz besondere Gabe, wenn man die hohe Berufung des Menschen zur Ebenbildlichkeit bedenkt. Die vielf\u00e4ltige Perversion des Fruchtbarkeitssegens durch Abtreibung, Pornographie und Unzucht zeigt, dass der Widersacher Gottes an der Zerst\u00f6rung dieses Segens ein gro\u00dfes Interesse hat. Der dritte Aspekt des Sch\u00f6pfungssegens ist die Einsetzung von Mann und Frau zum Herrschen \u00fcber die Natur und Kreatur. Diese Segnung ist nichts weniger als die \u00dcbertragung des K\u00f6nigtums Gottes auf die Menschheit. Es ist eindeutig, dass dieser dreifache Sch\u00f6pfungssegen dem Mann wie der Frau in gleicher Weise gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2\u00a0\u00a0Der Erhaltungssegen (1 Mose 1,31)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00e4nner und Frauen sind optimal ausgestattet f\u00fcr ihre ihnen von Gott \u00fcbertragenen Aufgaben, und zwar in k\u00f6rperlicher, seelischer und geistiger Hinsicht. Das Qualifikationsurteil Gottes am Ende der Sechs-Tage-Sch\u00f6pfung \u201eSiehe, es war sehr gut\u201c sollte eigentlich alle gegenseitigen Degradierungen der Geschlechter ein f\u00fcr alle Mal verbieten. Weder M\u00e4nner noch Frauen haben Anla\u00df zu Minderwertigkeitsgef\u00fchlen und geschlechtsspezifischen Stolz. Die Schwerpunktbegabungen des Mannes (rationale Wirklichkeitsaneignung, lineare Arbeitsstrukturierung, prinzipielle Ordnung der Lebensvielfalt, Sachlichkeit, sch\u00f6pferische Impulskraft) statten ihn optimal aus f\u00fcr seine Verpflichtung zum \u201eHauptsein\u201c, also zu Verantwortung, Schutz und F\u00fcrsorge f\u00fcr seine Frau und Kinder (vgl. 1 Kor 11,3). Die Schwerpunktbegabungen der Frau (intuitive Wirklichkeitsaneignung, parallele Arbeitsstrukturierung, situationsbezogene Ordnung der Lebensvielfalt, personale St\u00e4rke, gestalterische Impulskraft) helfen ihr, ihre Bestimmung auszuf\u00fcllen, \u201eHilfe\u201c zu sein im umfassenden Sinn des Wortes (vgl. 1 Mose 2,18). Das \u201eHilfesein\u201c der Frau ist dabei ganz umfassend gemeint: Gott versetzt sie in die Lage, ihrem Mann zu helfen, seine Verantwortung wahrzunehmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3\u00a0Das Versagen von Mann und Frau (1 Mose 3)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Fall werden Mann und Frau nicht verflucht (wie Satan und der Ackerboden), sondern geschlechtsspezifisch gestraft. Die k\u00f6rperliche Arbeit des Mannes wird m\u00fchsam, ebenso die Schwangerschaft der Frau. Dar\u00fcber hinaus wird die Frau an ihre urspr\u00fcngliche Aufgabe verwiesen, ihrem Mann eine Hilfe zu sein. Nicht die Unabh\u00e4ngigkeit von Gott soll sie anstreben, sondern ihrem Mann umfassend beizustehen, w\u00e4hrend er angewiesen wird, im liebevollen Sinn \u201eHerr\u201c f\u00fcr sie zu sein, also Verantwortung f\u00fcr sie zu \u00fcbernehmen (1 Mose 3,16-19). Trotz des Falls segnet Gott M\u00e4nner und Frauen weiterhin. Durch die Vertreibung sch\u00fctzt er sie vor den Folgen einer Unsterblichkeit als S\u00fcnder. Er verleiht beiden Schamgef\u00fchl, d.h. Schutz vor dem sexuellen Egoismus anderer. Und er gibt ihnen mit den Tierfellen einen prophetischen Hinweis auf ihr Angewiesensein auf das Blut Christi zur Vergebung ihrer S\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4 Die Deformation des Sch\u00f6pfungssegens durch den Fall<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem Fall verfehlen sowohl der Mann als auch die Frau immer wieder ihre gottgewollte Bestimmung des Haupt- und Hilfeseins. Der Mann neigt dazu, sein Hauptsein als Legitimation zum Beherrschen der Frau zu mi\u00dfbrauchen, woraus immer wieder ungl\u00fcckliche Ehe- und Familienverh\u00e4ltnisse entstehen. Die oft dramatischen Ehe- und Familienverh\u00e4ltnisse im Alten Testament sprechen eine deutliche Sprache. Nicht ohne tiefe Sinnhaftigkeit klingt das A.T. aus mit der Verhei\u00dfung einer Vers\u00f6hnung zwischen V\u00e4tern und S\u00f6hnen durch \u201eden Sohn\u201c (Mal3,13f). Die Frau neigt dazu, ihr Hilfesein und ihre Schwerpunktbegabungen als Instrumentarium f\u00fcr ihre Dominanz \u00fcber den Mann zu mi\u00dfbrauchen. Alttestamentliche Beispiele: Sara gebietet Abraham, Isebel gebietet Ahab \u2013 so wie Eva Adam geboten hat, von der Frucht zu essen. Auch Hiobs Frau ist hier zu erw\u00e4hnen, die ihren leidenden Mann verspottet anstatt ihm zu helfen. Gleichzeitig findet sich im A.T. auch das Bild einer \u00fcberraschend selbstst\u00e4ndigen und im Glauben gefestigten und fr\u00f6hlichen Frau (Spr 31,10-31), an das im N.T. angekn\u00fcpft wird. \u00dcber die alttestamentlichen Familiendramen darf man jedoch nicht zu hart urteilen. Gott hatte sich noch nicht als Vater offenbart. Der Sohn, in dem Vers\u00f6hnung der Geschlechter und Generationen m\u00f6glich ist und der gleichzeitig Urbild des liebevollen Mannes war, war noch nicht erschienen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5\u00a0Die Erneuerung des Sch\u00f6pfungssegens durch den Glauben an Jesus Christus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Neue Testament zeigt, dass Gott den Sch\u00f6pfungssegen f\u00fcr Mann und Frau niemals zur\u00fcckgezogen hat, sondern dass dieser nur \u00fcberdeckt war \u2013 durch die S\u00fcnde. Jetzt, im Glauben an Jesus Christus, wird es den M\u00e4nnern wieder m\u00f6glich, ihre Verantwortung als \u201eHaupt\u201c zu entdecken und zu praktizieren. Christus selber wird f\u00fcr sie Urbild und Leitbild des erl\u00f6sten Mannes (1 Kor 11,3; Eph 5,25). Und ebenso wird es den Frauen im Glauben an Jesus Christus m\u00f6glich, mit Gottes Weisheit das gro\u00dfe Potential an Begabungen zu entdecken, das in ihrer Berufung zum Hilfesein steckt. Sie lernen verstehen, dass sie den Schl\u00fcssel zur Seele ihres Mannes haben und dass sie es sind, die berufen sind, ihm zu helfen, ein liebender, verantwortungsbewu\u00dfter Mann und Vater zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.6\u00a0Die apostolische Anleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die beste Anleitung zur Wiederentdeckung des g\u00f6ttlichen Segens f\u00fcr Mann und Frau gibt der Apostel Paulus in Eph 5,22-33. Er fordert dort nicht einfach die M\u00e4nner und Frauen auf, ihre gottgewollte Bestimmung zu praktizieren, sondern er setzt interessanterweise bei ihren geschlechtsspezifischen Schwachstellen ein. Die M\u00e4nner, die notorisch selbstverliebt sind (auch als Christen!), werden aufgefordert, bei Christus uneigenn\u00fctzige Liebe zu lernen. So wie Christus sich ganz f\u00fcr seine Gemeinde hingibt und sie t\u00e4glich mit himmlischen und irdischen G\u00fctern und Gaben versorgt, so soll der Mann sich f\u00fcr seine Frau hingeben und ihr in all ihren \u00a0Lebensbereichen Liebe, Schutz und F\u00fcrsorge schenken. Diesem Ziel wird er nur n\u00e4herkommen durch eine enge Glaubensgemeinschaft mit Christus. Wie n\u00f6tig erscheint angesichts dieser gro\u00dfen Herausforderung eine geistliche Erweckung unter christlichen M\u00e4nnern! Die Frauen wiederum, die aufgrund ihrer mehr praktischen Schwerpunktbegabungen dem Mann in der Bew\u00e4ltigung des Alltags meist \u00fcberlegen sind, neigen dazu, sich \u00fcber ihn zu erheben und ihn zu dominieren, ein nicht nur in alttestamentlichen Zeiten, sondern auch heute vielfach anzutreffender Tatbestand. Sie werden vom Apostel aufgefordert, Unterordnung zu lernen, d.h. auf ihr Dominanzstreben zu verzichten, so wie auch die Gemeinde sich gern und willig Christus unterstellt, weil sie wei\u00df, wieviel Gutes er ihr tut. Beiden, M\u00e4nnern und Frauen, werden Lernprozesse zugemutet, aber in Aussicht steht ein spannendes, gegenseitiges Nehmen und Geben und die begl\u00fcckende Erfahrung des Segens Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2\u00a0\u00a0Die Infragestellung der biblischen Zuordnung der Geschlechter durch den Feminismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0Die Hauptquellen des Feminismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der moderne Feminismus ist l\u00e4ngst zu einer weltumspannenden Bewegung geworden, die weithin die Gestalt einer Kulturrevolution angenommen hat. In den westlichen L\u00e4ndern sind viele Lebensbereiche unter seinen Einflu\u00df gekommen: Gesetzestexte, Konsumindustrie, Medienpolitik, Sprachgebrauch, Theologie u.a. Er wird von vielen Quellen gespeist, von denen die einflu\u00dfreichsten kurz erw\u00e4hnt seien. Der Sozialismus erhob sich schon fr\u00fch gegen die soziale Abh\u00e4ngigkeit der Frau vom Mann (August Bebel, Die Frau und der Sozialismus 1883). Der Neomarxismus kritisierte die christlich-b\u00fcrgerliche Familienstruktur, weil sie autorit\u00e4r sei und autorit\u00e4tsh\u00f6rige Charaktere produziere (Max Horkheimer, Autorit\u00e4t und Familie 1936). Der Existenzialismus wollte die Frau zu einem selbstbestimmten Lebensentwurf ohne gesellschaftliche Rollenbilder f\u00fchren (Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau 1949).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0Die Frauenrechtsbewegung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das radikale amerikanische \u201eWomen\u2019s Liberation Movement\u201c stellte in den 70er Jahren des letzten Jahrhundert im wesentlichen vier Forderungen auf: Befreiung der Frau von der Tyrannei der Fortpflanzung, die \u00f6konomische Unabh\u00e4ngigkeit der Frauen und Kinder, einen selbstbestimmten gesellschaftlichen Platz von Frauen und Kindern (\u201eNieder mit der Schule\u201c), absolute sexuelle Selbstbestimmung von Frauen und Kindern (Shulamith Firestone, The Dialectic of Sex 1970). In abgeschw\u00e4chter und ver\u00e4nderter Form gelangten diese Forderungen nach Europa und l\u00f6sten u.a. die \u201eStern\u201c-Kampagne \u201eIch habe abgetrieben\u201c (1971) aus. Es kam zur Bildung von feministischen Verlagen und Frauenh\u00e4usern und allm\u00e4hlich zu einem gesellschaftlichen Ver\u00e4nderungsproze\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3\u00a0Die feministische Theologie<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Etwa zeitgleich drang dieses emanzipatorische Gedankengut in die Theologie ein. Bekannte Vertreterinnen feministischer Theologie sind: Mary Daly, Beyond God the Father 1973, eine blasphemische Totalabrechnung mit dem Christentum. Zitat: \u201eDie Vorstellung von einem einzigartigen m\u00e4nnlichen Erl\u00f6ser kann als weitere Legitimation f\u00fcr die m\u00e4nnliche \u00dcberlegenheit gelten. Mann kann sie in der Tat als eine Verewigung der Erbs\u00fcnde der patriarchalen Religion im Dienste des Patriarchats selber ansehen\u201c. Ferner Rosemary R. Ruether: Das Christentum habe von Anfang an das Weibliche und Leibliche abgelehnt. So sei es schlie\u00dflich zu unserer weltzerst\u00f6renden m\u00e4nnlich inspirierten Technisierung gekommen. Um mit dieser globalen Schuld fertig zu werden, halte man im Christentum an der These eines gn\u00e4digen Gottes fest, der dem S\u00fcnder die Schuld vergibt. Oder Elisabeth Moltmann-Wendel: Frauen m\u00fc\u00dften lernen, die Bibel als Befreiungsbuch zu lesen. Statt Theologie sollte Theophantasie ge\u00fcbt werden. Versch\u00fcttete biblische Traditionen m\u00fc\u00dften aufgedeckt werden, biblische Gestalten \u2013 ohne Christologie \u2013neu interpretiert werden. Frauen m\u00fc\u00dften den Mut aufbringen, frauenfeindliche Aussagen der Bibel anzulehnen. Patriarchale Metaphern wie Sohn, Vater, Herr m\u00fc\u00dften durch weibliche ersetzt werden. Es gelte, die ganze Bibel aus einem ganzheitlichen weiblichen Lebensgef\u00fchl neu zu deuten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4\u00a0Einige Daten zum wachsenden Einflu\u00df des Feminismus in der evangelischen \u00a0Kirche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1992 wurde Maria Jepsen zur weltweit ersten Bisch\u00f6fin in einer evang.-luth. Kirche berufen. 1993 wurden zwei feministische Leiterinnen in das Frauenforschungs- und Bildungszentrum der EKD in Gelnhausen berufen. 1996 strich der Bremer Landesverband der Evang. Frauenhilfe den Namen Jesus Christus aus der Satzung, weil sich aus ihm eine m\u00e4nnliche Herrschaft ableiten lasse. 2001 wurde mit B\u00e4rbel Wartenberg-Potter eine zweite feministische Bisch\u00f6fin berufen. Im selben Jahr strich der Evang. Kirchentag den Begriff \u201eHerr\u201c aus den Bibeltexten. 2003 Einrichtung eines Lehrstuhls f\u00fcr Feministische Theologie an der Augustana-Hochschule der Evang.-Luth. Kirche in Bayern. 2006 Erste Auflage der \u201eBibel in gerechter Sprache\u201c (4. Aufl. 2011). Seit den 80er Jahren des verg. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen Besetzungen kirchlicher Medien-, Bildungs- und \u00d6ffentlichkeitspositionen mit Feministinnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3\u00a0\u00a0Eckpunkte biblisch-theologischer Beurteilung des Feminismus<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0Die Berufung des Menschen zur Ebenbildlichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Feminismus bestreitet die Notwendigkeit einer Erl\u00f6sung des Menschen durch Gott. Ein Buchtitel von Elisabeth Moltmann-Wendel ist Programm: \u201eIch bin gut \u2013 Ich bin ganz \u2013 Ich bin sch\u00f6n\u201c. Das Evangelium wird interpretiert als Botschaft vom Gut-sein des Menschen. Gott soll entdeckt werden \u201eals Sein, das unser Sein umfa\u00dft, als Freude, als F\u00fclle, in Natur und Sch\u00f6pfung\u201c, so k\u00f6nne der Mensch ganz und heil werden. Dies ist ein <em>Konzept zur Selbsterl\u00f6sung<\/em> des Menschen. Eine Erneuerung des Sch\u00f6pfungssegens durch den Glauben an Jesus Christus ist in diesem Konzept nicht n\u00f6tig. Eine folgerichtige Feststellung lautet: \u201eF\u00fcr mich h\u00e4tte Jesus nicht zu sterben brauchen\u201c (Christa Mulack in einem Interview mit dem Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatt 1998).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2 Die Zuordnung von Mann und Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Feminismus definiert Mann und Frau nicht polar und einander zugeordnet, sondern androgyn, d.h. mit m\u00e4nnlichen und weiblichen Anteilen. Geschlechtsspezifische Eigenarten, die Gott in der Sch\u00f6pfung von Mann und Frau angelegt hat und die beide zur Wahrnehmung ihrer Bestimmung entdecken und einsetzen d\u00fcrfen, geraten v\u00f6llig aus dem Blick. \u201eFrauen und M\u00e4nner sollen endlich aufh\u00f6ren, sich gegenseitig zu erg\u00e4nzen\u201c (Doris Strahm, Aufbruch zu neuen R\u00e4umen. Eine Einf\u00fchrung in die feministische Theologie 1987). Statt dessen werden lesbische Verbindungen toleriert bzw. gef\u00f6rdert. Der Feminismus erweist sich mit dieser Positionierung als <em>sch\u00f6pfungsblind und sch\u00f6pfungsfeindlich.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0Das Hilfe-sein der Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Feminismus deutet die fraulichen St\u00e4rken nicht kommunikativ, d.h. als f\u00fcr andere Menschen gegeben, sondern isoliert und selbstbezogen. \u201eKehren wir uns zur\u00fcck \u2013 weg von den patriarcharlischen Werten und Normen, die uns \u00fcbergest\u00fclpt sind, weg von der S\u00fcnde, dem Mann zu dienen. Entdecken wir uns wieder, unsere Instinkte, unsere Gef\u00fchle, unser Gerechtigkeitsgef\u00fchl, unsere Weisheit, unsere Liebe\u201c (Elisabeth Moltmann-Wendel). Dies ist nicht das biblische kommunikative Menschenbild, sondern die <em>Ideologie der Selbstbestimmung<\/em>, die dem Existenzialismus und Neomarxismus entspringt. Damit wird der Frau der Blick auf ihre eigenen sch\u00f6pfungsm\u00e4\u00dfigen St\u00e4rken verbaut, durch die sie in die Lage versetzt wird, ihrem Mann zu helfen, ein verantwortungsbewu\u00dfter Mann zu werden, und im weiteren Sinn gemeinschaftsstiftend und gestaltend zu wirken. Das Ergebnis dieses fraulichen Egozentrismus sind frustrierte Frauen, unausgereift bleibende M\u00e4nner und viele Kommunikationsdefizite in der Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4\u00a0Der Segen Gottes f\u00fcr Mann und Frau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der feministischen Theologie wird die Ermahnung Gottes an Eva, sich dem Herr- und Hauptsein Adams zu unterstellen (1 Mose 3,16), als Legitimation des Patriarchalismus gedeutet. Damit geht Hand in Hand eine Sehnsucht nach dem Matriarchat, das f\u00fcr fr\u00fche Kulturen der Menschheit postuliert wird. \u201eIn diesen fr\u00fchen Zivilisationen fand die ganzheitliche Weltsicht ihren zentralen Ausdruck in der \u00f6ffentlichen Feier des Neujahrtages, bei dem die gesamte Menschheit und Natur den j\u00e4hrlichen Tod und die Auferstehung des Kosmos aus dem Urchaos erlebte\u201c (Rosemary R. Ruether). In dieser esoterisch-pantheistischen Weltsicht wird das Frau- und Muttersein derma\u00dfen verkl\u00e4rt, da\u00df es Z\u00fcge des Heils annimmt. Die Frau und Mutter wird zur Erl\u00f6serin der Menschheit. Dass der ganze Kosmos teil hat am gefallenen Status des Menschen und dass weder durch den Mann und die M\u00e4nnlichkeit allein noch durch die Frau und die Weiblichkeit allein ideale Lebensverh\u00e4ltnisse hergestellt werden k\u00f6nnen und schon gar nicht eine Erl\u00f6sung geschehen kann, wird nicht gesehen. Statt zur Anbetung des Sch\u00f6pfers zu f\u00fchren, praktiziert der theologische Feminismus eine <em>Anbetung des Gesch\u00f6pfs<\/em>. M\u00e4nner und Frauen sind zur Ebenbildlichkeit Gottes hin erschaffen. Darin besteht der ihnen unwiderruflich mit auf den Weg gegebene Segen Gottes. Nur in der Gestaltwerdung Christi in ihrem Leben, wie es dann geschieht, wenn sie an ihn glauben, gibt es f\u00fcr sie einen Weg zum Heil.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Beitrag ist keine umfassende Darstellung der biblischen Aussagen zu den Geschlechtern und auch keine eingehende Auseinandersetzung mit dem Feminismus, sondern eine kurze Besinnung auf das biblische Sch\u00f6pfungszeugnis von Mann und Frau und ein zusammenfassender Hinweis auf die wichtigsten Vertreterinnen des Feminismus. Au\u00dferdem gibt er einige Eckpunkte zur biblisch-theologischen Bewertung des Feminismus.<\/p>\n","protected":false},"author":67,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8205"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/67"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8205"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8205\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8207,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8205\/revisions\/8207"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8205"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8205"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8205"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}