{"id":7930,"date":"2012-05-10T15:11:05","date_gmt":"2012-05-10T13:11:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7930"},"modified":"2012-05-10T15:39:45","modified_gmt":"2012-05-10T13:39:45","slug":"homosexualitatsdebatte-weisheit-und-die-zukunft-unserer-kirche","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7930","title":{"rendered":"Homosexualit\u00e4tsdebatte, Weisheit und die Zukunft unserer Kirche"},"content":{"rendered":"<h4 align=\"center\"><strong>\u201eDenn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.\u201c<\/strong> \u00a0Ps 36,10<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">1. Einf\u00fchrung: Verlust oder Gewinn?<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Grunds\u00e4tzliches als konkrete Hilfe in der Homosexualit\u00e4tsdebatte<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Ver\u00f6ffentlichung meines Aufsatzes \u201eHomosexualit\u00e4t und Pfarrhaus\u201c sind als Ergebnis vielerlei Gespr\u00e4che, Zuschriften, Literaturempfehlungen und eigener Weiterarbeit am Thema die folgenden vertiefenden und weiterf\u00fchrenden Gedanken entstanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es sind dies zun\u00e4chst sehr grunds\u00e4tzliche erkenntnis- und kommunikationstheoretische, philosophisch-theologische, rechtsphilosophische und ekklesiologische\u00a0 \u00dcberlegungen, die dann aber zu sehr konkreten Schlussfolgerungen f\u00fchren.<a title=\"\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Wenn ich mich dabei als \u201ejuristischer Laie\u201c auch zu Rechtsfragen \u00e4u\u00dfere, dann mehr im Sinne eines grundlegenden Andenkens und aus der Kenntnis theologisch-philosophisch-juristischer Schnittstellen und kulturgeschichtlicher Entwicklungen heraus als aufgrund einer profunden juristischen Detailkenntnis.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als wichtiger Schl\u00fcssel f\u00fcr eine positive Wendung der Homosexualit\u00e4tsdebatte sollen kategorial-differenzierende L\u00f6sungen vorgestellt werden. Dabei geht es um Dinge wie die Unterscheidung von Menschenw\u00fcrde und beruflicher Eignung, von subjektivem Erleben und objektiven Folgen; oder auch wie die Diskussion in unserer Landeskirche um den sog. \u201estatus confessionis\u201c, in der m.E. ein Begriff mit zwei unterschiedlichen Verst\u00e4ndnisweisen bzw. kategorialen Zuordnungen ungekl\u00e4rt benutzt wird und dadurch lediglich eine Scheinl\u00f6sung entsteht.<!--more--><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Es steht viel auf dem Spiel!<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Debatte um praktizierte Homosexualit\u00e4t und Pfarrhaus werden von verschiedenen Grundans\u00e4tzen her sieben kostbare Perlen ins Spiel gebracht, die man als Maximalwert-G\u00fcter bezeichnen k\u00f6nnte. Mit jedem dieser G\u00fcter steht viel auf dem Spiel. Es sind dies:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die unantastbare Menschenw\u00fcrde eines jeden Menschen,<\/p>\n<p>&#8211; das unantastbare und verbindliche Wort Gottes,<\/p>\n<p>&#8211; die konstante und lebensf\u00f6rdernde Sch\u00f6pfungsordnung Gottes, insbesondere bez\u00fcglich der Ehe,<\/p>\n<p>&#8211; Gottes Gnade und Barmherzigkeit gegen\u00fcber allen Menschen,<\/p>\n<p>&#8211; die Einheit der Gemeinde Jesu,<\/p>\n<p>&#8211; die Nachfolge Jesu und das Prinzip des Vorbilds<\/p>\n<p>&#8211; und die Wahrheit in Wissenschaft und Verk\u00fcndigung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Abbruch und jeder Verlust bei auch nur einer dieser Perlen w\u00e4re ein schwerer Schaden f\u00fcr unsere Kirche und unsere Gesellschaft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei allen grunds\u00e4tzlichen \u00dcberlegungen sollte zudem nie vergessen werden, dass es immer auch um konkrete Menschen, ihren eigenen und pers\u00f6nlichen Willen zur Lebensgestaltung und um ihr zeitliches und ewiges Schicksal geht. Das macht unser Nachdenken doppelt verantwortungsvoll.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnten alle viel gewinnen!<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber keines der so unendlich kostbaren G\u00fcter muss Schaden nehmen. Und dies ohne dass wir die \u201eQuadratur des Kreises\u201c vollbringen m\u00fcssten, die bekanntlich grunds\u00e4tzlich nicht m\u00f6glich ist! Wir m\u00fcssen nichts verlieren und k\u00f6nnen sogar alle gemeinsam sehr viel gewinnen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Ehrliche Bu\u00dfe und das Geschenk g\u00f6ttlicher Vergebung f\u00fcr vergangene und gegenw\u00e4rtige Schuld,<\/p>\n<p>&#8211; eine tiefere Grundbejahung f\u00fcr uns selbst und f\u00fcr jeden Menschen,<\/p>\n<p>&#8211; ein bewussteres Leben im Geheimnis der Ehe,<\/p>\n<p>&#8211; einen liebevolleren und hilfreicheren Umgang mit homoerotischen und homosexuellen Menschen,<\/p>\n<p>&#8211; eine klarere Sicht f\u00fcr die Autorit\u00e4t der Bibel und die Grundprinzipien ihre Auslegung,<\/p>\n<p>&#8211; eine vertiefte und im Konflikt weiter gereifte Einheit in unserer Landeskirche<\/p>\n<p>&#8211; und neuen Mut und neue Vollmacht, inmitten der dramatischen Verschiebung sittlicher Werte in unserem Land eine prophetische und eine heilende statt einer dem Zeitgeist angepasste Kirche zu sein.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Die Schatzkammer der Sexualit\u00e4t<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferdem ist die Gabe der Sexualit\u00e4t selbst, um die sich unsere Gedanken hier drehen, in sich ein kostbarer Schatz, ja eine ganze Schatzkammer! Als Weg zu <em>Identit\u00e4t, Lust<\/em>, <em>Beziehung<\/em> und <em>Fortpflanzung<\/em> und au\u00dferdem noch als <em>Gleichnis der Christusliebe<\/em> ist Sexualit\u00e4t etwas au\u00dferordentlich Sch\u00f6nes! Und \u201ein, mit und unter\u201c diesen Bereichen kann sich sogar noch ein weiterer Bereich auftun: die <em>ganzheitliche Erfahrung von Transzendenz<\/em>. Zwar kann die beste und ges\u00fcndeste Sexualit\u00e4t nicht in dem Sinne den Himmel \u00f6ffnen, wie es allein Christus f\u00fcr uns tun konnte. Aber ein St\u00fcck unendliche Weite und Vorgeschmack des Himmels kann dabei erfahren werden.<a title=\"\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werden wir f\u00fcr unser pers\u00f6nliches Leben, f\u00fcr unsere Kirche und unsere Gesellschaft all diese gro\u00dfen Perlen und Sch\u00e4tze bewahren und umf\u00e4nglicher gewinnen k\u00f6nnen? Oder werden wir sie mehr und mehr verlieren? Sicher h\u00e4ngt dabei nicht alles nur an der Debatte um die Homosexualit\u00e4t. Als wichtiger Mosaikstein in dem Gesamtbild aber hat sie eine gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Grundlegendes und Aktuelles zur \u201eMethodologie des Herzens\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die unverstellte Offenheit f\u00fcr die Wahrheit und die Bereitschaft, angemessen zu differenzieren, zu kombinieren und zu formulieren, w\u00e4re eine wichtige Grundlage f\u00fcr eine zielf\u00fchrende Debatte um das Spannungsfeld von Homosexualit\u00e4t und Pfarrhaus. Thomas v. Aquin sprach vom \u201eintellectus componens et dividens\u201c: Einsicht muss zusammenf\u00fcgen und unterscheiden bzw. differenzieren k\u00f6nnen. Dazu kommt bei Thomas &#8211; diesen beiden Funktionen des Verstandes nachgeordnet- der \u201eintellectus formans definitionem\u201c: der sprachliche Ausdruck des Eingesehenen. Leider mangelt es in der Homosexualit\u00e4tsdebatte in allen drei geistigen Grundvollz\u00fcgen nicht selten an Genauigkeit und Weitblick &#8211; und damit an Diskursqualit\u00e4t.<a title=\"\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine wesentliche Ursache daf\u00fcr sind verstellende Emotionen: entweder Wut oder Angst. Allerdings gibt es neurobiologisch gesehen auch gar keine Kognition (als Weg zur Faktizit\u00e4t) ohne Emotion. Wir k\u00f6nnen nur f\u00fchlend denken und \u201eabspeichern\u201c. Und als soziales Wesen denkt, f\u00fchlt und entscheidet der Mensch nie ohne sozialen Kontext. Damit stehen wir st\u00e4ndig in einer anthropologischen Herausforderung: der ethikf\u00e4hige Mensch muss innerhalb seines eigenen \u201einneren Teams\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a> und umgeben von \u00e4u\u00dferen Teams seine Entscheidungen treffen. Ja, es ist noch komplexer: Martin Luther beschrieb den Menschen in einem vierfachen Beziehungsgef\u00fcge: coram Deo, coram mundo, coram hominibus und coram meipso (angesichts bzw. in Gegenwart von Gott, Welt, Menschen und mir selbst).<a title=\"\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> In dieser vierf\u00e4ltigen coram-Relation suchen wir die Wahrheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier setzt nun die Notwendigkeit dessen ein, was im hebr\u00e4ischen Denken mit dem anthropologischen Zentralbegriff \u201eHerz\u201c (858 Vorkommen im AT!) beschrieben wird: das innerste Miteinander von Vernunft, Wille\/Intention und Emotion. Dieses \u201eHerz\u201c sollte sich an der Sch\u00f6pfung und am Sch\u00f6pfer selbst orientieren. Was dadurch entsteht und was wir auch heute so dringend brauchen, nennt die Bibel dann \u201eWeisheit\u201c oder \u201eh\u00f6rendes Herz\u201c<em> <\/em>(1\u00a0K\u00f6n\u00a03,9).<a title=\"\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a>\u00a0 Und diese Weisheit oder das \u201eh\u00f6rendes Herz\u201c brauchen wir nicht nur im tagt\u00e4glichen Spannungsfeld von Emotion, Kognition, Intention, Sozialit\u00e4t und Spiritualit\u00e4t. Angesichts au\u00dfergew\u00f6hnlicher und komplexer Problemstellungen brauchen wir sie in erh\u00f6htem Ma\u00dfe. Neben dem einzelnen Faktum steht da ja seine Bewertung\/Bedeutung. Und es stehen noch viele andere Fakten mit ihrer Bedeutung daneben. Das alles ergibt ein hoch komplexes Gef\u00fcge.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dennoch ist eine sinnvolle Komplexit\u00e4tsreduktion, Abstraktion und Konzentration m\u00f6glich- und damit Wahrheitsfindung. <a title=\"\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> Andernfalls g\u00e4be es weder Wissenschaft noch solche \u201eKomplexit\u00e4tsverdichtungen\u201c wie die altkirchlichen Glaubensbekenntnisse oder die Rechtfertigungsbotschaft der Reformation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl\u00fccklicherweise d\u00fcrfen wir dabei sogar mit dem direkten g\u00f6ttlichen Beistand des Hl. Geistes rechnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\">Ich w\u00fcnsche uns allen den Mut zur Wahrheit, die Kraft zur Liebe und ein h\u00f6rendes Herz!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"center\">Christus, Du Fels der Wahrheit, Du Quelle der Liebe, Du Brunnen der Weisheit, wir rufen zu DIR!<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">3. Grundlegendes und Aktuelles zu den sieben Maximalwert-G\u00fctern<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Grundkonsens und christologische Verankerung<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Alle sieben zur Debatte stehenden Maximalwert-G\u00fcter sind christlicher Grundkonsens.<a title=\"\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Und sie sind zutiefst christologisch verankert:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die aus der Gottebenbildlichkeit abgeleitete unantastbare <em>Menschenw\u00fcrde<\/em> eines jeden Menschen: Jesus Christus ist der menschgewordene Gott.<\/li>\n<li>Das unantastbare und verbindliche <em>Wort Gottes bzw. die Offenbarung Gottes<\/em>: ER best\u00e4tigt und erf\u00fcllt das Wort Gottes und ist selbst das Wort und die Offenbarung Gottes.<\/li>\n<li>Die konstante und lebensf\u00f6rdernde <em>Sch\u00f6pfungsordnung<\/em> Gottes, insbesondere bez\u00fcglich der Ehe: ER ist der Sch\u00f6pfungs-Logos und der Verteidiger der Unantastbarkeit der Ehe.<\/li>\n<li>Gottes <em>Gnade <\/em>und <em>Barmherzigkeit <\/em>gegen\u00fcber allen Menschen: ER ist der Barmherzige und die Gnade in Person.<\/li>\n<li>Die <em>Einheit<\/em> der Gemeinde Jesu: ER ist der Beter um die Einheit (Joh 17) und das Haupt des einen Leibes, der Gemeinde.<\/li>\n<li>Die <em>Nachfolge Jesu<\/em> und das Prinzip des Vorbilds: ER ist das Vorbild unserer Nachfolge, das wiederum gelebte Vorbilder hervorbringen will.<\/li>\n<li>Die <em>Wahrheit<\/em> in Wissenschaft und Verk\u00fcndigung: Jesus Christus ist schlie\u00dflich auch der Bote der Wahrheit und die Wahrheit in Person.<\/li>\n<\/ol>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Historische und aktuelle Besch\u00e4digungen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere heutige Diskussion \u00fcber diese G\u00fcter erfolgt jedoch auf historisch vorbelastetem Boden, keineswegs also auf neutralem Feld, sondern geradezu auf einem \u201eSchlachtfeld\u201c der Geschichte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die unantastbare Menschenw\u00fcrde eines jeden Menschen wurde auf diesem \u201eSchlachtfeld\u201c schwer besch\u00e4digt. Und nun ist es nach dieser hinter uns liegenden Geschichte der Diskriminierung und Kriminalisierung verst\u00e4ndlich, dass jede Meinung, die praktizierte Homosexualit\u00e4t kritisiert, als Angriff auf die Person des homosexuellen Menschen und damit als Angriff auf seine pers\u00f6nliche W\u00fcrde empfunden wird. Damit aber ist ein unverstelltes H\u00f6ren nicht mehr m\u00f6glich.- Wir sollten als Kirche Jesu Christi f\u00fcr uns selbst und stellvertretend f\u00fcr unser Volk Bu\u00dfe tun f\u00fcr diese lange Geschichte der Diskriminierung und Kriminalisierung homosexueller Menschen in unserem Land. Den Betroffenen wurde dadurch und wird in bestimmten F\u00e4llen leider immer noch schweres Unrecht und Leid zugef\u00fcgt. Das rettende und helfende Evangelium von Jesus Christus wurde und wird damit verdunkelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen erleben wir in unserem Land jedoch den entgegengesetzten Pendelschlag der Diskriminierung: Wer Homosexualit\u00e4t von seiner Schrifterkenntnis oder pers\u00f6nlichen Erfahrung her nicht als \u201eetwas v\u00f6llig Normales\u201c sehen kann und Hilfestellungen unter diesem Blickpunkt anbieten m\u00f6chte, wird ausgegrenzt und in seiner \u00d6ffentlichkeitsarbeit behindert. Er wird als \u201ehomophober Fundamentalist\u201c gebrandmarkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und damit ger\u00e4t zugleich das hohe Gut der Wahrheit unter die R\u00e4der. Differenzierte Urteile werden nicht mehr geh\u00f6rt, ja werden geradezu verboten, weil es der neuen Diktatur eines Teiles der Homosexuellenbewegung nicht gef\u00e4llt, dass Homosexualit\u00e4t auch nur im Geringsten kritisch betrachtet wird. \u201eHohe Rechtsg\u00fcter wie die Meinungs-, Wissenschafts- und Versammlungsfreiheit werden eingeschr\u00e4nkt, weil Homosexuellenverb\u00e4nde versuchen, jegliche sachgerechte Kritik mit verleumderischen Vorw\u00fcrfen und aggressiven Gegenkampagnen zu unterbinden.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> Die Wahrheit wird damit einer Ideologie geopfert. Bei allem Schmerz um die einstige Diskriminierung sollte aber doch gelten: \u201eDas Ende der Diskriminierung darf aber nicht zum Verbot von Differenzierung mi\u00dfbraucht werden.\u201c (Klaus Baschang)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das wird insbesondere dort deutlich, wo Therapieerfolge an homosexuellen Menschen hin zum heterosexuellen Empfinden grunds\u00e4tzlich als unm\u00f6glich abgelehnt werden und wo auch das Konzept bewusster Enthaltsamkeit f\u00fcr Menschen, die sich eine \u00c4nderung ihres Empfindens derzeit nicht vorstellen k\u00f6nnen, als verklemmt und unm\u00f6glich bel\u00e4chelt wird. Seri\u00f6se anderslautende Untersuchungen des Therapieerfolges (wie die von Robert L. Spitzer) und pers\u00f6nliche Berichte von Betroffenen werden einfach nicht geh\u00f6rt. Therapeutische Konzepte sollten heute aber &#8211; ihre ethische Verantwortbarkeit vorausgesetzt, und dazu geh\u00f6rt in unserer Frage besonders die Freiwilligkeit der Therapie &#8211; an ihrer Evidenzbasierung gemessen werden. Also weder blo\u00dfe Vermutungen und \u201eBauchgef\u00fchle\u201c noch ideologische Sperren noch auch verstreute Einzelerfahrungen k\u00f6nnen hier als Grundlage dienen. Eine durch einen eindeutigen Wirksamkeitsnachweis empfohlene Therapie besitzt einen h\u00f6heren Empfehlungs- und\u00a0 Verallgemeinerungswert als der Einzelerfolg bzw. der Einzelmisserfolg.<a title=\"\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> \u00a0Wer es aber \u2013 durch seri\u00f6se Untersuchungen gest\u00fctzt und selbst aus eigener Erfahrung- anders sieht als die Homosexuellenbewegung, wird der\u00a0 Zwangsumpolung, der psychische Grausamkeit oder gar des Treibens in den Selbstmord bezichtigt. \u2013 Ein schwieriger Ausgangspunkt f\u00fcr einen sachlichen Diskurs!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Positiv vermerkt sei hier die Aussage der Arbeitsgruppe der s\u00e4chsischen Kirchenleitung zur Homosexualit\u00e4t in biblischem Verst\u00e4ndnis: \u201eKonsens besteht hinsichtlich der Bejahung unterschiedlicher Formen der Therapie und Beratung, trotz verschiedener Ans\u00e4tze und Ziele. Es kann dar\u00fcber eine Diskussion geben, aber keine grunds\u00e4tzliche Diskriminierung von spezi\ufb01schen Ans\u00e4tzen der Beratung oder Therapie.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Klima der Unsachlichkeit scheint heute zudem ziemlich grunds\u00e4tzlich und themenunabh\u00e4ngig in der Luft zu liegen. In unserer \u201eReizwortgesellschaft\u201c gen\u00fcgt oft eine bestimmte Vokabel &#8211; und das rhetorische und mediale Feuer wird er\u00f6ffnet, der \u201eShitstorm\u201d (Anglizismus des Jahres 2011!) bricht los.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die \u00fcbrigen Maximalwert-G\u00fcter unterlagen im Laufe unserer Geschichte schlimmen Besch\u00e4digungen und werden deshalb aus besonderer Sensibilit\u00e4t heraus besonders intensiv verteidigt. Drei dieser G\u00fcter seien noch kurz beleuchtet:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus ist das Vorbild unserer Nachfolge, das wiederum gelebte Vorbilder hervorbringen will. \u201eIhr seid das Licht der Welt\u201c (Mt\u00a0 5,14), h\u00f6ren wir aus seinem Mund. Und speziell f\u00fcr die Hirten der Gemeinde lesen wir im 1. Petrusbrief: \u201e\u2026werdet Vorbilder der Herde\u201c (1. Petr 5,3). Wie oft hat die Kirche leider von Jesus weg statt auf ihn hin gewiesen &#8211; trotz der Sehnsucht der Menschen: \u201eHerr, wir wollten Jesus gerne sehen!\u201c (Joh 12,21) Wo nun das Licht durch eine grunds\u00e4tzliche ethische Fehlentscheidung erneut zum Irrlicht zu werden droht, wo insbesondere junge Menschen auf der Suche nach ihrer sexuellen Identit\u00e4t ausgerechnet vom Pfarrhaus her verunsichert und verf\u00fchrt zu werden drohen, wird das verst\u00e4ndlicherweise als nicht hinnehmbar empfunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Insbesondere die deutsche Theologiegeschichte hat grauenhafte Opfer bez\u00fcglich der Autorit\u00e4tsstellung der Bibel und der Haltung zur Bibel gefordert. Auch daf\u00fcr k\u00f6nnen wir nur Bu\u00dfe tun. Und es ist sehr verst\u00e4ndlich, dass geistlich-theologisch wache Christen ein weiteres Kapitel antibiblischer Verfallsgeschichte um keinen Preis hinnehmen wollen. Mit \u201eFundamentalismus\u201c hat das \u00fcbrigens noch gar nichts zu tun, wenn man schlichtweg auf das Fundament unseres Glaubens insistiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wolfhart Pannenberg<strong> <\/strong>sagt zur Einheit der Kirche und zum Thema Homosexualit\u00e4t:<strong> <\/strong><em>\u201eWer die Kirche dazu dr\u00e4ngt, die Norm ihrer Lehre in dieser Frage zu \u00e4ndern, muss wissen, dass er die Spaltung der Kirche betreibt. Denn eine Kirche, die sich dazu dr\u00e4ngen lie\u00dfe, homosexuelle Bet\u00e4tigung nicht mehr als Abweichung von der biblischen Norm zu behandeln und homosexuelle Lebensgemeinschaften als eine Form pers\u00f6nlicher Liebesgemeinschaft neben der Ehe anzuerkennen, eine solche Kirche st\u00fcnde nicht mehr auf dem Boden der Schrift, sondern im Gegensatz zu deren einm\u00fctigem Zeugnis. Eine Kirche, die einen solchen Schritt tut, h\u00e4tte darum aufgeh\u00f6rt, evangelische Kirche in der Nachfolge der lutherischen Reformation zu sein.\u201c<\/em><a title=\"\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">4. Untaugliche Konfliktl\u00f6sungen<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">G\u00fcterabw\u00e4gung<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen den sieben Maximalwert-G\u00fctern kann es grunds\u00e4tzlich keine G\u00fcterabw\u00e4gung geben, sondern nur ein unumschr\u00e4nktes Anerkennen aller\u2026oder aber ein Schuldigwerden. Es kann hier also keine Konfliktl\u00f6sung durch Wertung geben\u00a0 Eines dieser hohen G\u00fcter anzugreifen und zu verletzen bedeutet, Christus selbst anzugreifen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Ideologisch-optativische Hermeneutik und Exegese der willkommenen Best\u00e4tigung<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bibel beurteilt nicht nur kultische homosexuelle Prostitution, Gelegenheitspartnerschaften und homosexuelle Gewalt, sondern homosexuelle Praxis generell als Versto\u00df gegen die Sch\u00f6pfungsordnung und gegen die ausdr\u00fccklichen Gebote Gottes. Hermeneutisch-exegetische L\u00f6sungen, die die biblischen Aussagen zur Homosexualit\u00e4t historisch-kontextuell oder aktuell-kontextuell relativieren und dadurch homosexuelle Praxis f\u00fcr heute legitimieren wollen, halten dem Kriterium der Schriftgem\u00e4\u00dfheit (und damit der Wahrheit im theologischen Sinne) nicht stand, weil sie den vielf\u00e4ltigen, tiefen und grunds\u00e4tzlichen Verankerungen der biblischen Aussagen zu Ehe und Homosexualit\u00e4t in Sch\u00f6pfungstheologie, Weisheitslehre, Bundes- und Heiligkeitstheologie und Christologie\/Ekklesiologie nicht gerecht werden. In meinem Aufsatz \u201eHomosexualit\u00e4t und Pfarrhaus\u201c habe ich das konkret aufgezeigt und dann gesagt: <em>\u201eMan hat somit die ganze Wucht des biblischen Menschenbildes, des Sch\u00f6pfungsauftrages, des Dekalogs, des Heiligkeitsdenkens, der alttestamentlichen Weisheitslehre \u00fcber die Ehe und der neutestamentlichen Ethik und Christusmystik der Ehe gegen sich, wenn man praktizierte Homosexualit\u00e4t verteidigen m\u00f6chte.\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wolfhart Pannenberg<strong> <\/strong>fasst die biblischen Aussagen so zusammen:<strong> <\/strong><em>\u201eIn der Gesamtheit des biblischen Zeugnisses wird also praktizierte Homosexualit\u00e4t ausnahmslos zu den Verhaltensweisen gerechnet, in denen die Abwendung des Menschen von Gott besonders eklatant zum Ausdruck kommt. Dieser Befund setzt dem Urteil einer an die Autorit\u00e4t der Schrift gebundenen Kirche zum Thema der Homosexualit\u00e4t sehr enge Grenzen, zumal die biblischen Aussagen zu diesem Thema das negative Gegenst\u00fcck zu den positiven Anschauungen \u00fcber die sch\u00f6pfungsgem\u00e4\u00dfe Bestimmung des Menschen in seiner Sexualit\u00e4t bilden, sodass es sich also keineswegs um marginale Urteile handelt, die ohne Schaden f\u00fcr die christliche Botschaft im ganzen vernachl\u00e4ssigt werden k\u00f6nnten. Die biblischen Aussagen \u00fcber Homosexualit\u00e4t lassen sich auch nicht dadurch relativieren, dass man sie als Ausdruck einer f\u00fcr den modernen Menschen \u00fcberholten kulturgeschichtlichen Situation betrachtet. Es handelt sich hier ja gerade um ein Thema, bei dem die biblischen Zeugnisse schon urspr\u00fcnglich ganz bewusst den in ihrer kulturellen Umwelt herrschenden Auffassungen entgegentraten, und zwar um des Glaubens an den Gott Israels willen hinsichtlich der von ihm dem Menschen bei seiner Sch\u00f6pfung verliehenen Bestimmung.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn13\"><strong>[13]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Paradigmenwechsel gegen\u00fcber unserer 3000- bzw. 2000-j\u00e4hrigen j\u00fcdisch-christlichen Geschichte w\u00e4re hier ein R\u00fcckschritt von der kulturgeschichtlichen H\u00f6he des j\u00fcdisch-christlichen Ehebildes in eine selbstzerst\u00f6rerische Beliebigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Besten des Menschen gibt es in der biblischen Offenbarung auch klare Ordnungen. Das lateinische Wort f\u00fcr \u201eOffenbarung\u201c hei\u00dft revelatio und kommt von einem velum, einem Vorhang, der weggezogen wird. Dass nicht der Mensch den Vorhang entfernt, sondern Gott, birgt die Chance fr\u00fchzeitigen Wissens: einem Wissen noch vor manchem schmerzlichen Weg nach dem Prinzip von Versuch und Irrtum.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das fr\u00fche Offenbarungswissen bez\u00fcglich des hohen Gutes der Sexualit\u00e4t und des angemessenen Umgangs damit l\u00e4sst sich inzwischen auch kulturgeschichtlich gut best\u00e4tigen.<a title=\"\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Es heute nun wieder mit einem dicken Vorrang zu verschleiern, ist tragisch!<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Verweis auf die Gefahrlosigkeit<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oft wird Homosexualit\u00e4t mit sexueller Gewalt verwechselt. Wo homosexuelle Menschen aber in den Generalverdacht des Kindersch\u00e4nders oder Vergewaltigers geraten, tut man ihnen ebenso unrecht wie heterosexuellen Menschen, die man mit dem gleichen Generalverdacht belegt. Sexuelle Gewalt gibt es leider innerhalb jeder sexuellen Pr\u00e4gung. Und die sexuellen \u00dcbergriffe durch heterosexuelle Menschen sind &#8211; schon weil sie die \u00dcberzahl darstellen- das weitaus H\u00e4ufigere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist praktizierte Homosexualit\u00e4t damit aber grunds\u00e4tzlich keine Gefahr? Es ist eine interessante Beobachtung, dass Menschen mit hohem Gerechtigkeitssinn sich vehement gegen P\u00e4dophilie und Kindersch\u00e4ndung einsetzen (und das mit vollem Recht!) und sich gleichzeitig f\u00fcr die unumschr\u00e4nkte Akzeptanz der \u201eungef\u00e4hrlichen\u201c homosexuellen Lebenspraxis aussprechen. Diese \u201eUngef\u00e4hrlichkeit\u201c jedoch ist sehr zu hinterfragen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst sehe ich die Adoptivkinder in solchen Beziehungen in einer akuten seelischen Gefahr. Sodann berauben sich die homosexuellen Partner f\u00fcr sich selbst des vollen Segens Gottes.\u00a0 Und schlie\u00dflich: Praktizierte\u00a0 Homosexualit\u00e4t \u2013 im Pfarrhaus zumal- ist eine Gefahr f\u00fcr ein eindeutiges und gesundes Bild von Ehe und Familie in unserer Gesellschaft, speziell unter der noch pr\u00e4gbaren Jugend. Hier ist homosexuelle Lebenspraxis sogar als systemische Gef\u00e4hrdung zu bezeichnen: Das Ehebild kann umkippen und als Leitbild immer mehr verschwinden!<a title=\"\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Ein Umkippen hin zu einer \u201ehomosexuellen Gesellschaft\u201c ist zwar unwahrscheinlich, weil die heterosexuelle Pr\u00e4gung wohl immer weit \u00fcberwiegen wird. Und trotzdem ist die Zunahme homosexueller Lebensweise angesichts unserer demografischen Situation ein Mosaikstein innerhalb der gro\u00dfen systemischen Gef\u00e4hrdung durch Verweigerung und Verhinderung von Nachwuchs.<a title=\"\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Toleranzgedanke ohne Verantwortungsdenken<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die mit dem sch\u00f6nen Programmwort \u201eToleranz\u201c eingeforderte Anerkennung homosexueller Lebenspraxis mag als Ausdruck innerer Weite erscheinen (und in vielen Lebensbereichen ist Toleranz gut und richtig und Ausdruck der Weite!). Eine verantwortliche Toleranzhaltung aber wird nie alles und jedes anerkennen k\u00f6nnen. Was das Leben und die Gesellschaft bedroht, liegt au\u00dferhalb einer gesunden Toleranzbreite (wie ja auch die Toleranz gegen\u00fcber grunds\u00e4tzlicher Intoleranz sinnlos w\u00e4re, weil sich die Toleranz damit selbst negieren w\u00fcrde). Sinnvolle Toleranz ist immer zugleich verantwortliche und damit begrenzte Toleranz.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Pragmatische Simplifizierung und pragmatische Resignation<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine pragmatische L\u00f6sung, die den gordischen Knoten einfach durch den Hinweis auf die ver\u00e4nderte Zeitsituation und auf das (m.E. sehr ernst zu nehmende!) Einzelschicksal der Betroffenen sowie durch die Leugnung der gro\u00dfen Tragweite einer kirchenrechtlichen \u00d6ffnung f\u00fcr homosexuelle Lebenspraxis l\u00f6sen m\u00f6chte, hat &#8211; wie wir gesehen haben- die Bibel und &#8211; wie wir sehen werden- die theologische und juristische Wahrheit gegen sich. Auch kann der berechtigte Einwurf, auf anderen Gebieten w\u00fcrde die Bibel oft auch nicht ernst genommen, nur als Ansto\u00df zur \u00c4nderung auf diesen andern Gebieten dienen, nicht aber als Legitimation eines legeren Umgangs mit dem Wort Gottes. Und wo es sich in der Bibel um zeit- und situationsbezogene Aussagen ohne unmittelbare Anwendungsverpflichtung f\u00fcr uns heute handelt (wie etwa beim Redeverbot f\u00fcr Frauen im Gottesdienst), muss sich das aus dem historischen Kontext einerseits und den biblischen Grundlinien andererseits erweisen lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine pragmatische L\u00f6sung w\u00e4re nat\u00fcrlich auch die Resignation: eine schuldhafte L\u00f6sung als allein noch m\u00f6glichen Ausweg einzugestehen. Es kann aber (auch in unserer gefallenen Welt) gerade nicht das Ziel kirchlicher Gesetzgebung sein, wissentlich schuldhaftes Recht zu setzen.<a title=\"\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> Und die ganz andere Kategorie des \u201eNotrechtes\u201c f\u00fcr Grenzsituationen (wie das Notkirchenrecht der Bekennenden Kirche oder das Widerstandsrecht) steht \u00fcberhaupt nicht zur Debatte, geht es doch den Bef\u00fcrwortern um die grunds\u00e4tzliche Anerkennung und Legitimation praktizierter Homosexualit\u00e4t. &#8211; Damit haben wir nun zugleich das weite Feld unterschiedlicher Kategorien ber\u00fchrt:<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">5. Kategorial-differenzierende L\u00f6sungen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gl\u00fccklicherweise geht es gar nicht um einen unl\u00f6sbaren Konflikt zwischen den o.g. Maximalwert-G\u00fctern, sondern um einen Konflikt zwischen Werten und Anspr\u00fcchen unterschiedlicher Kategorien. Und eine kategorial-differenzierende L\u00f6sung ist unter Achtung aller Maximalwert-G\u00fcter sehr wohl m\u00f6glich:<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Berufliche Eignung und Menschenw\u00fcrde<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Berufliche Eignung ist eine andere (niedrigere) Kategorie als Menschenw\u00fcrde. Niemand will ein grunds\u00e4tzliches Berufsverbot f\u00fcr Menschen mit homosexueller Lebenspraxis durchsetzen. Gerade als Pfarrer aber, d.h. als Verk\u00fcndiger des Wortes Gottes, als Lehrer und Verteidiger der Sch\u00f6pfungsordnungen und als zur Einheit der Kirche Beauftragte scheiden Menschen mit homosexueller Lebenspraxis aus.\u00a0 Das konkrete Leben des Pfarrers\/der Pfarrerin ist eben auch Verk\u00fcndigung. Es wird zwar &#8211; au\u00dfer im Leben Jesu selbst- die biblische Botschaft nie vollkommen und damit nie vollst\u00e4ndig integer \u00fcbermitteln k\u00f6nnen, aber eine grunds\u00e4tzliche Widerspruchshaltung ist eine grunds\u00e4tzliche Blockade und damit weder f\u00fcr den Verk\u00fcndiger selbst w\u00fcnschenswert (und damit auch aus seelsorgerlicher Perspektive unbarmherzig) noch f\u00fcr seine Umwelt hinnehmbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine angemessene kategorial-differenzierende L\u00f6sungen ist hier: Eignung und Menschenw\u00fcrde werden nicht l\u00e4nger unterschiedslos vermischt.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Ethik und Faktizit\u00e4t und Mehrheitsmeinungen und Emotionalit\u00e4t<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Emotionalit\u00e4t und Popularit\u00e4t einerseits und Wahrheit (selbst heruntergebrochen als Faktizit\u00e4t) und ethische Verantwortbarkeit andererseits sind Kategorien mit unterschiedlicher Wertigkeit. Wahrheit (Faktizit\u00e4t) und Ethik stehen h\u00f6her als gef\u00fchlsm\u00e4\u00dfige \u00c4u\u00dferungen (die nachgeordnet auch ihr gutes Recht haben) und Mehrheitsmeinungen (die das Grundmuster der Demokratie bilden, damit aber noch lange kein letzter Wahrheitsma\u00dfstab sind). Wo den jeweils lauteren und emotionaleren Stimmen und der verbreiteten Mehrheitsmeinung wider besseres Wissen nachgegeben wird, geschieht eine Umwertung der Kategorien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine angemessene kategorial-differenzierende L\u00f6sungen ist hier: Der Mut zur Wahrheit steht vor allen \u00c4ngsten um die eigenen Haut und allen diplomatischen \u00dcberlegungen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Echte und scheinbare Paradigmenwechsel<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sich einige evangelische Kirchen in der Frage der Homosexualit\u00e4t gegenw\u00e4rtig von unserer 3000- bzw. 2000-j\u00e4hrigen j\u00fcdisch-christlichen Ethik verabschieden und sich damit &#8211; anders als die \u00fcbergro\u00dfe Mehrheit der Kirchen weltweit- dem Zeitgeist anpassen, <a title=\"\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> ist ein fundamentaler und radikaler Paradigmenwechsel.<a title=\"\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dem gegen\u00fcber ist z.B. die Geschichte der christlichen Haltung zur Sklavenfrage im Kern lediglich eine Geschichte des Fortschritts von der zeitgeschichtlich bedingten Hinnahme zur besseren L\u00f6sung der Freiheit. Bei Paulus gibt es zun\u00e4chst den Ansatz, sie als Sklaverei von innen her zu \u00fcberwinden. Zu Recht wurde bemerkt, wenn ein Sklavenhalter sich so verhielte, wie Paulus es forderte, w\u00e4re der Sklave eigentlich kein Sklave mehr. Auch wird von Paulus bereits die Freiheit als die bessere L\u00f6sung angedeutet.<a title=\"\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a> Hier handelt es sich also gegen\u00fcber dem NT keineswegs um einen echten Paradigmenwechsel, wenn &#8211; vor allem von bibelgl\u00e4ubigen Christen wie Harriot Beecher Stowe oder William Wilberforce &#8211; das Ende der Sklaverei gefordert wurde. Allerdings kam es trotz des biblischen Menschenbildes und trotz der Freiheitsaussagen des Paulus zwischenzeitlich auch im christlichen Bereich zu einer langen und schlimmen Geschichte der Verfestigung der Sklaverei, der gegen\u00fcber die Befreiungsbewegung im 19. Jahrhundert dann nat\u00fcrlich ein gewaltiger Paradigmenwechsel war. Als theologisches Beispiel und historisches Vorbild f\u00fcr den radikalen Paradigmenwechsels in der Frage der Homosexualit\u00e4t kann die Sklavenfrage allerdings gerade nicht gelten. Und die Zwischenzeit der sogar mit theologischen Argumenten gest\u00fctzte Beibehaltung der Sklaverei zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, die Bibel kanonisch-intentional zu verstehen und damit weder ver\u00e4nderungsw\u00fcrdige Traditionen noch sch\u00e4dliche Neuerungen zu legitimieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Beispiel der Frauenordination ist vielschichtiger und w\u00fcrde hier bei einer angemessenen Abw\u00e4gung den Rahmen sprengen. Kurz gesagt: Ich halte die Frauenordination f\u00fcr biblisch gerechtfertigt, w\u00fcrde aber einen Vertreter der gegenteiligen Meinung nicht \u00fcberzeugen wollen, weil hier m.E. zwei verschiedene von der Bibel herkommende Argumentationslinien zu verschiedenen Ergebnissen f\u00fchren k\u00f6nnen. Im Unterscheid dazu ist die Frage der Homosexualit\u00e4t aber biblisch-theologisch weit weniger diffizil, um nicht zu sagen v\u00f6llig eindeutig. Und deshalb ist die Frauenordination ebenfalls keine passende Parallele zur Homosexualit\u00e4tsdiskussion, weil letztere vor einem eindeutigen biblischen Befund stattfindet.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Befreite Sexualit\u00e4t und sexuelle Freiz\u00fcgigkeit<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere \u00dcberlegungen zielen keinesfalls auf ein leibfeindliches Denken und Leben oder auf eine asexuelle oder gar antisexuelle Spiritualit\u00e4t. Vielmehr geht es im Gesamtbereich Sexualit\u00e4t &#8211; aus dem wir hier ja nur den Teilbereich Homosexualit\u00e4t herausgreifen &#8211; darum, die vier uralten und heute an besonders vielen Stellen sichtbaren Gef\u00e4hrdungen der Sexualit\u00e4t- <em>Kommerzialisierung<\/em>, <em>Gef\u00e4hrdung durch Gewalt<\/em>, <em>Pervertierung<\/em> und (oft vom Betroffenen unverschuldet erlittene) <em>Besch\u00e4digung<\/em> &#8211;<a title=\"\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a>\u00a0 zu sehen und m\u00f6glichst zu \u00fcberwinden. Wir wollen\u00a0 Schutz-, Befreiungs- und Heilungswege finden satt durch Verdr\u00e4ngung \u201eneurotische Fallen\u201c zu bauen. Zu einer gesunden Freiheit geh\u00f6ren aber immer auch gesunde Ma\u00dfst\u00e4be und Grenzen. Befreite Sexualit\u00e4t und sexuelle Freiz\u00fcgigkeit sind v\u00f6llig gegens\u00e4tzliche Zielvorstellungen und unterschiedliche Kategorien. Als \u201ebefreite Homosexualit\u00e4t\u201c kann ich nur die Therapie hin zur Heterosexualit\u00e4t oder aber den freiwilligen Verzicht und die bewusste Sublimierung, wie ihn ja auch viele heterosexuelle Menschen leben.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Subjektives Identit\u00e4tserleben und biblische Zielvorgabe<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Aussage, Homosexualit\u00e4t bliebe bei der Identit\u00e4tsstiftung rudiment\u00e4r, wird von vielen homosexuellen Menschen vehement bestritten werden. Ich kann nat\u00fcrlich einem anderen das subjektive Empfinden nicht absprechen, dass er seine Identit\u00e4t gefunden habe. Hinsichtlich der biblischen Zielvorgabe einer klar bezeichneten geschlechtlichen Bipolarit\u00e4t des Menschen als Mann und Frau kann und muss dennoch von einer rudiment\u00e4ren Identit\u00e4t des homosexuellen Menschen gesprochen werden. Dies wiederum hat mit minderer W\u00fcrde nichts zu tun, ist doch der Mensch zeitlebens ein Findender und zugleich tiefer Suchender, was seine Identit\u00e4t betrifft! Und wenigstens bei einer Form der Homosexualit\u00e4t lassen sich hier Stufen feststellen: Wo sich ein Mensch aufgrund erlittenen sexuellen Missbrauchs durch das andere Geschlecht in die Homosexualit\u00e4t als in einen habituellen Schutzraum fl\u00fcchtet, ist das eine Befreiung und eine Beruhigung, eine wohltuende Identit\u00e4tserfahrung. Dass dieser Mensch (nach l\u00e4ngerer Zeit) dann doch ein Unwohlsein und ein Defizit empfindet und sich von der \u201eSchutzh\u00fctte\u201c in die \u201eeigene Wohnung\u201c aufmacht, kann eine noch viel tiefere Selbstfindung und Zufriedenheit bedeuten.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Empirische Erkl\u00e4rbarkeit und biblische Beurteilung<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass \u00fcber der Genese der Homosexualit\u00e4t (zumindest teilweise) ein dunkler Schleier liegt, beeintr\u00e4chtigt die biblische Klarheit ihrer Bewertung nicht. Gerade in der Psychiatrie haben wir es noch immer mit manchen St\u00f6rungen zu tun, die man nicht zufriedenstellend erkl\u00e4ren kann, die man damit aber auch nicht zur Normalit\u00e4t erkl\u00e4rt. Eine schwere endogene Depression ist ein R\u00e4tsel, aber man sucht deshalb nicht weniger intensiv nach Auswegen aus der gro\u00dfen inneren Not. Und es gibt Erkrankungen, unter denen der Betroffene selbst gar nicht leidet, aber seine Umwelt leidet darunter. So ist auch Homosexualit\u00e4t keine Normalit\u00e4t, ihre dunkle Genese kein Beurteilungsverbot und ihre subjektiv von manchen Betroffenen leidfrei und sogar fr\u00f6hlich erlebte Aus\u00fcbung kein Beweis ihrer Richtigkeit.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Grundrechte und konditionale Einzelbestimmungen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Grundrechte bilden eine h\u00f6here Kategorie als konditionale Einzelbestimmungen im Dienst- bzw. Arbeitsrecht. Im Dienst- bzw. Arbeitsrecht kann und muss es unter ge\u00e4nderten Bedingungen Rechts\u00e4nderungen geben. Grundrechte aber sind grunds\u00e4tzlich unverr\u00fcckbar (sie sollten es zumindest sein!). Nun wird aber im s\u00e4chsischen Kirchleitungsbeschluss vom 21.1.2012 zur Einzelfallerm\u00f6glichung homosexueller Lebensgemeinschaften im Pfarrhaus eine dienstrechtliche Bestimmung so erlassen, dass ein Versto\u00df gegen ein Grundrecht geradezu zur Voraussetzung erhoben wird. Dies gilt jedenfalls im Verst\u00e4ndnis dieses Grundrechtes, wie es unsere Landeskirche einst klar vertreten hat.\u00a0 Die eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft wird nun vorausgesetzt- und damit genau das \u201eRechtsinstitut\u201c, gegen das die Kirche einst vom biblischen Eheleitbild her und vom Grundrecht des besonderen Schutzes von Ehe und Familie her (Art. 6 Abs. 1 GG) Einspruch erhoben hatte! Im Kirchenleitungsbeschluss zur Homosexualit\u00e4t von 2001 (Abl. Jg. 2001 Nr. 21\/ B 53) wird dieses Institut ausdr\u00fccklich abgelehnt, ja, der gr\u00f6\u00dfere Rahmen f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Kirchenleitung zum homosexuellen Pfarrhaus ist die dezidierte Ablehnung des kurz zuvor (am 1.8.2001) in Kraft getretenen Lebenspartnerschaftsgesetzes und der Versuch unserer Landeskirche, den Schaden nun wenigstens zu begrenzen. Jetzt aber wird in einem neuen Gesetz genau das zur Bedingung erhoben, was 2001 noch grunds\u00e4tzlich und f\u00fcr das Pfarrhaus im Besonderen als inakzeptabel galt. Damit haben wir das Dilemma der praktischen Demontage des Ehe-Grundrechtes, auch wenn die Ehe als Leitbild verbal in der Kirchenleitungserkl\u00e4rung vom 21.01.2012 bekr\u00e4ftigt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hintergrund des R\u00fcckgriffs auf das Lebenspartnerschaftsgesetz ist nat\u00fcrlich die Absicht, ein staatlich geordnetes Institut als ordnendes Element einzubauen. Nur wird dabei ein weiteres Mal dem Rechtsverfall Vorschub geleistet. Ein h\u00f6heres und allgemeineres Gut (der besondere Schutz von Ehe und Familie) wird zugunsten einer konkreten Schutz- und Ordnungsregelung geopfert. Rechtsphilosophisch ist das in keinster Weise nachvollziehbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine angemessene kategorial-differenzierende L\u00f6sungen ist hier: Die Grundrechte bleiben unverletzt und k\u00f6nnen schon gleich gar nicht zugunsten konditionaler Bestimmungen im Dienst- bzw. Arbeitsrecht aufgegeben oder aufgeweicht werden.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Der reformatorische und der Bonhoeffersche \u201estatus confessionis\u201c (und der \u201estatus separationis\u201c)<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Kern des Abschlussberichts der s\u00e4chsischen Arbeitsgruppe \u201eHomosexualit\u00e4t in biblischem Verst\u00e4ndnis\u201c darf wohl gelten: \u201eAls Konsens kann formuliert werden: Weil sowohl das Verhalten in Ehe und Familie wie auch die homosexuelle Lebensweise nicht den Anspruch erheben kann und darf, O\ufb00enbarungsqualit\u00e4t zu besitzen oder das Erl\u00f6sungswerk Christi infrage zu stellen, ist es nicht angemessen und m\u00f6glich, angesichts unterschiedlicher Optionen in Fragen von Ehe, Familie und Sexualit\u00e4t den status confessionis auszurufen.\u201c <a title=\"\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass gerade dieser Kern aber theologisch fragw\u00fcrdig ist, ist nach dem gro\u00dfen Flei\u00df der Arbeitsgruppe bedauerlich. Denn dass die Ehe als Institution und damit auch einige Verhaltensweisen in der Ehe (wie: \u201eseid fruchtbar und mehret euch\u201c) sehr wohl O\ufb00enbarungsqualit\u00e4t besitzen (keine Erl\u00f6sungsqualit\u00e4t, aber das sind verschiedene Kategorien!), l\u00e4sst sich nicht sinnvoll bestreiten. Die Bipolarit\u00e4t des Menschen als Mann und Frau ist nach Gen 1,27 sogar eine Konkretion der Gottesebenbildlichkeit und damit eine an Gewicht kaum zu \u00fcberbietende Grundkonstante des Menschseins. Das ist die Offenbarungsqualit\u00e4t der Ehe!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der reformatorische Kampfbegriff des \u201estatus confessionis\u201c, der im Adiaphoristischen Streit w\u00e4hrend der Zeit des Augsburger Interims (1548\u20131552) wichtig wurde und sich dort ausschlie\u00dflich auf das Erl\u00f6sungswerk durch Christus einerseits und die \u201eAdiaphora\u201c (\u201eMitteldinge\u201c wie Zeremonien und Riten) andererseits \u00a0bezog, kann auf die Homosexualit\u00e4tsfrage als einer ethischen Frage in der Tat nicht angewendet werden. Der Begriff ist eben kein umfassender Schutzwall gegen jegliche Verirrung in Dogmatik und Ethik, sondern ein Wall um die\u00a0 Rechtfertigungslehre. Mit der Abweisung des reformatorischen \u201estatus confessionis\u201c- Begriffes in einer ethischen Frage ist also im Grunde zur aktuellen Bekenntnissituation gar nichts gesagt \u2013 au\u00dfer dass es sich um zwei verschiedene Kategorien handelt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Fragen des 1. Glaubensartikels durch die Zentralstellung des 2. Artikels und der Rechtfertigung durch Christus nun aber belanglos w\u00fcrden, hat &#8211; dies d\u00fcrfte allgemeiner Konsens sein &#8211; mit der Lehre der Bibel und auch mit lutherischer Theologie nichts zu tun. Hervorgehobene Konflikt- und Bekenntnissituationen k\u00f6nnen also auch im Bereich des nat\u00fcrlichen Lebens entstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und in diesem weiteren Sinne des Begriffes \u201estatus confessionis\u201c, wie ihn Dietrich Bonhoeffer im Blick auf die drohende Judenverfolgung ins Gespr\u00e4ch brachte (Die Kirche vor der Judenfrage, 1933) und wie er seither eben auch allgemeiner das Bekenntnis und den Widerstand der Kirche in lebenswichtigen Fragen meint, ist bei der Homosexualit\u00e4tsfrage sehr wohl der \u201estatus confessionis\u201c gegeben, d.h. das notwendige klare Bekenntnis und der entschiedene Widerstand gegen eine ethische Verirrung und eine Gef\u00e4hrdung der Kirche.<a title=\"\" href=\"#_ftn23\">[23]<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass der so verstandene \u201estatus confessionis\u201c nicht auch schon den \u201estatus separationis\u201c (die Trennung) heraufbeschw\u00f6rt, ist m.E. richtig und wichtig zu betonen. Aber eine Beschwichtigung in der ethisch und kirchenpolitisch brisanten Frage durch den R\u00fcckgriff auf die alte reformatorische \u201estatus confessionis\u201c-Definition geht m.E. am Problem vorbei.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">6. Das Rechtsdilemma im Staat und die Not einer angepassten statt einer prophetischen Kirche<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit dem Beschluss des Lebenspartnerschaftsgesetzes und seinen h\u00f6chstrichterlichen Best\u00e4tigungen befinden wir uns in einem Rechtsdilemma: Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Grundsatzurteil vom 17. Juli 2002 entschieden, dass das Lebenspartnerschaftsgesetz nicht gegen den grundgesetzlich bestimmten Schutz von Ehe und Familie versto\u00dfe: \u201eDer besondere Schutz der Ehe in Art. 6 Abs. 1 GG hindert den Gesetzgeber nicht, f\u00fcr die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft Rechte und Pflichten vorzusehen, die denen der Ehe gleich oder nahe kommen\u201c. Das Abstandsgebot hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 17. Juli 2002 verneint, d.h. es sah keinen verfassungsm\u00e4\u00dfigen Zwang f\u00fcr einen Abstand zwischen Ehe und gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft. Die Lebenspartnerschaft darf also der Ehe gleichgestellt werden. Und der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags hat in einem Infobrief vom 26. November 2009 die verfassungsrechtlich gebotene Gleichstellung von Lebenspartnern mit Ehegatten ausdr\u00fccklich best\u00e4tigt. Also gilt einerseits das verb\u00fcrgte Grundrecht des besonderen Schutzes f\u00fcr die Ehe\u2026und andererseits werden nun andere Partnerschaftsformen genauso gesch\u00fctzt. Nicht gleich und doch gleich! Das ist keine Dialektik, sondern der traurige Zustand, dass die Gesetze der Logik nicht mehr gelten: a&gt;b und a=b kann bekanntlich nicht gleichzeitig wahr sein \u2026 (Um der Vollst\u00e4ndigkeit willen sei angemerkt, dass es in einigen Rechtsbereichen wie dem Einkommensteuerrecht f\u00fcr gleichgeschlechtliche Paare noch abweichende Regelungen gibt, f\u00fcr die aber ebenfalls ein Prozess der Anpassung an die Ehe im Gange ist. Die v\u00f6llige Gleichstellung ist also lediglich noch eine Frage der Zeit.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00c4hnlich unverst\u00e4ndlich ging es auch bei der Aufhebung der Sittenwidrigkeit der Prostitution zu, die den besseren sozialen und rechtlichen Schutz der Prostituierten durch die Verletzung der Menschenw\u00fcrde erkauft hat. Und man fand doch tats\u00e4chlich ein juristisches M\u00e4ntelchen f\u00fcr die Verletzung der W\u00fcrde. Das Verwaltungsgericht Berlin meinte: \u201eDie staatliche Verpflichtung zum Schutz der Menschenw\u00fcrde (Art. 1 Abs. 1 Satz 2 GG) darf nicht dazu missbraucht werden, den Einzelnen durch einen Eingriff in die individuelle Selbstbestimmung gleichsam vor sich selbst zu sch\u00fctzen\u201c. Welche ein Hohn im juristischen Sprachgewand auf die M\u00e4dchen aus Osteuropa und auf die hintergangenen Ehefrauen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun kann man sich nur w\u00fcnschen, dass diese rechtsphilosophisch in keinster Weise nachvollziehbare Entwicklung nicht noch weitere Bereiche erfasst, die heute \u00fcberwiegend noch als Tabu-Bereiche gelten. Eine \u201egeordnete P\u00e4dophilie\u201c, erlaubte sexuelle Geschwisterliebe und Polygamie sind nach dem gleichen Grundmuster aber nicht mehr schwer vorstellbar. In den Medien liest oder h\u00f6rt man inzwischen, der Mensch sei eben nicht f\u00fcr die Monogamie gemacht. Die Jungen Gr\u00fcnen fordern die Abschaffung des Schutzes der Ehe im Grundgesetz und rufen ganz offen nach der legalisierten Polygamie. Sie wollen \u201e eine absolute Gleichstellung aller Lebensgemeinschafts-formen unter dem \u00dcberbegriff \u201cLebensgemeinschaften\u201d. Ob sie nun hetero- oder homosexuell sind, ob sie zwei oder mehr Menschen umfasst, darf nicht von Bedeutung sein.\u201d<a title=\"\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a> Und die (immerhin etwa 1% ausmachenden) prim\u00e4rp\u00e4dophilen M\u00e4nner in Deutschland werden das gegenw\u00e4rtige Stimmungstief gegen sie\u00a0 kaum dauerhaft hinnehmen, sondern \u201everantwortungsvolle\u201c Formen ihrer Lustbefriedigung vorschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Theologische Argumente f\u00fcr diese zu bef\u00fcrchtenden Irrwege fallen mir \u00fcbrigens auf Anhieb ein, die aber eben vor dem Forum der Wahrheit und innerhalb einer intentional-kanonischen Schriftauslegung in keinster Weise bestehen k\u00f6nnen. Was ich bei den Argumenten f\u00fcr die praktizierte Homosexualit\u00e4t allerdings auch nicht anders empfinden kann\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wird die evangelische Kirche nach der begonnenen Demontage des Grundrechtes des besonderen Schutzes von Ehe und Familie auch einer \u201egeordnete Polygamie\u201c ihren Segen geben, wenn sie erst einmal salonf\u00e4hig geworden sein sollten? Dann einer \u201egeordnete P\u00e4dophilie\u201c und sexueller Geschwisterliebe? Wird also mit kirchlicher Unterst\u00fctzung weiter untergraben werden, was Gott und den Christen vor und neben uns heilig war und ist? Wird gesegnet werden, was Gott ein Gr\u00e4uel ist?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deutschland k\u00f6nnte immer mehr zum gro\u00dfen Sodom und Gomorra werden- und die evangelische Kirche f\u00f6rdert diesen Prozess durch die scheibchenweise \u00dcbernahme gottwidrigen Rechts. Sie feiert teilweise sogar jeden Schritt dieser angeblichen Befreiung als Sieg f\u00fcr das Evangelium. Unsere Jugend verliert jegliche Orientierung, die Familien zerfallen- und die evangelische Kirche wird statt zum Bollwerk und zum \u201eSanatorium\u201c nun selbst zur Verf\u00fchrerin!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dietrich Bonhoeffer schrieb im Rahmen seiner Ethik ein Schuldbekenntnis f\u00fcr die Kirche, das an den Zehn Geboten entlanggeht. Darin hei\u00dft es: <em>\u201eDie Kirche bekennt, kein wegweisendes und helfendes Wort gewusst zu haben zu der Aufl\u00f6sung aller Ordnungen im Verh\u00e4ltnis der Geschlechter zueinander. Sie hat die Verh\u00f6hnung der Keuschheit und der Proklamation der geschlechtlichen Z\u00fcgellosigkeit nichts G\u00fcltiges und Starkes entgegenzusetzen gewusst. Sie ist \u00fcber eine gelegentliche moralische Entr\u00fcstung nicht hinausgekommen. Sie ist damit schuldig geworden an der Reinheit und Gesundheit der Jugend. Sie hat die Zugeh\u00f6rigkeit unseres Leibes zum Leib Christi nicht stark zu verk\u00fcndigen gewusst.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn25\"><strong>[25]<\/strong><\/a><\/em><em> <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und an anderer Stelle (S. 122f) sagt er: <em>&#8222;Vor dem letzten Sturz in den Abgrund kann nur zweierlei bewahren: das Wunder einer neuen Glaubenserweckung und die Macht, die die Bibel als &#8218;den Aufhaltenden&#8217;\u2026 (2 Thess 2,7) bezeichnet, das hei\u00dft die mit starker physischer Macht ausger\u00fcstete Ordnungsmacht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sich ein kirchlicher Einspruch derzeit in diesen Fragen demokratisch-parlamentarisch kaum durchsetzen lie\u00dfe, ist n\u00fcchtern zu sehen. Dass aber die Kirche zur prophetischen Stimme berufen ist (und damit nicht unbedingt zur erfolgreichen Stimme), gilt trotzdem. \u201eDas Gewissen fordert in jedem Fall, Zeugnis abzulegen f\u00fcr die ganze sittliche Wahrheit, der sowohl die Billigung homosexueller Beziehungen wie auch die ungerechte Diskriminierung homosexueller Menschen widerspricht.\u201c<a title=\"\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> Papst Benedikt XVI. und sein Amtsvorg\u00e4nger haben mit guten Gr\u00fcnden das Rechtsinstitut der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft beharrlich abgelehnt, die evangelische Kirche baut es nun in ihr eigenes Recht ein statt mit der clausula Petri zu sagen: &#8222;Man mu\u00df Gott mehr gehorchen als den Menschen.\u201c Statt dass die Kirchen gemeinsam ihre Stimme von der Bibel und von unserer pr\u00e4genden christlichen Tradition her (die das tragende Fundament unseres Staates au\u00dferhalb seiner selbst ist) erheben, \u00e4ndert die evangelische Kirche ihre eigenes Rechtsgef\u00fcge ab: Ein staatlicher Irrwege findet Eingang in ihre eigenen Gesetze. Auf diesem Weg k\u00f6nnen wir nur immer mehr verlieren\u2026<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">7. Zerst\u00f6rung im Volk und eine angepasste statt einer heilenden Kirche<\/h4>\n<p>Wir sagten oben: Zwischen den sieben Maximalwert-G\u00fctern kann es grunds\u00e4tzlich keine G\u00fcterabw\u00e4gung geben, sondern nur ein unumschr\u00e4nktes Anerkennen aller. Als Kontrapunkt dazu aber d\u00fcrfen wir von der \u00dcbermacht der Gnade reden. Und davon w\u00e4re sehr viel zu sagen\u2026<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Gnade aber darf\u00a0 &#8211; um wieder mit Bonhoeffer zu reden- keine \u201ebillige Gnade\u201c sein, die den Preis der Erl\u00f6sung durch Jesu Tod gering achtet und echte Umkehr scheut. Nur eine solche \u201eKirche der Freiheit\u201c kann wirkliche Freiheit verk\u00fcndigen und Heilung in unser Volk bringen. Die Zerst\u00f6rung in unserem Land ist- gerade im sexuellen Bereich und im Bereich der Familie &#8211; schon so gro\u00df, dass sie mich sehr traurig und besorgt stimmt. Und dass man noch mehr trauern muss, wenn die Kirche durch eine falsche Anpassungshaltung ihre Vollmacht zu leiten und zu heilen verschleudert!<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">8. Conclusio<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen alle gemeinsam gewinnen<\/h4>\n<p>&#8211; Ja zur unantastbaren Menschenw\u00fcrde: konkret durch Wertsch\u00e4tzung, angemessene Aufgaben und seelsorgerliche Hilfe f\u00fcr jeden Menschen!<\/p>\n<p>&#8211; Nein zur praktizierten Homosexualit\u00e4t, versch\u00e4rft f\u00fcr Pfarrer mit ihrem Verk\u00fcndigungsauftrag und in ihrer Vorbildfunktion f\u00fcr die Herde Christi!<\/p>\n<p>&#8211; Ja zum unantastbaren und verbindlichen Wort Gottes: konkret durch Akzeptanz der befreienden Soteriologie, aber auch der Ethik der Bibel (im Blick auf die Sexualit\u00e4t wie im Blick auf alle anderen Lebensbereiche)!<\/p>\n<p>&#8211; Nein zur sinnwidrigen Zweckauslegung der Bibel!<\/p>\n<p>&#8211; Ja zur lebensf\u00f6rdernden Sch\u00f6pfungsordnung: konkret durch Lehre und Leben des biblischen Eheleitbildes und durch das klare Bekenntnis zur Priorit\u00e4t der Grundrechte!<\/p>\n<p>&#8211; Nein zum Lebenspartnerschaftsgesetz, versch\u00e4rft f\u00fcr Pfarrer mit ihrer Vorbildfunktion!<\/p>\n<p>&#8211; Ja zur Offenheit f\u00fcr die Wahrheit in Wissenschaft und Verk\u00fcndigung: konkret durch die Kenntnisnahme der M\u00f6glichkeiten z\u00f6libat\u00e4ren Lebens und\/oder der Heilung der polar-sexuellen Identit\u00e4t als sinnvolle Alternativen zur umstrittenen Lebenspartnerschaft f\u00fcr Pfarrer!<\/p>\n<p>&#8211; Ja zur Einheit der Gemeinde Jesu: Hoffentlich so, dass sich der innerkirchlich begonnene Paradigmenwechsel im Bereich Homosexualit\u00e4t nicht weiter fortsetzt, die zeit- und konfessions\u00fcbergreifende Einheit des Glaubens wieder gesucht wird und sich der begonnene Irrweg nicht in neuen Gesetzen niederschl\u00e4gt!<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Eckpunkte<\/h4>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Zur konkreten Gesetzesentscheidung<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der s\u00e4chsische Kirchenleitungsbeschluss zur Homosexualit\u00e4t von 2001 (Abl. Jg. 2001 Nr. 21\/ B 53) k\u00f6nnte im Wortlaut unver\u00e4ndert bestehen bleiben. Lediglich das Verst\u00e4ndnis von \u201ePfarrhaus\u201c im Sinne von Haus als Familie w\u00e4re nachzubessern, d.h. homosexuelle Lebenspraxis scheidet f\u00fcr Pfarrer grunds\u00e4tzlich aus. Damit ist jeder Doppelmoral, bei der es lediglich auf den geografischen Ort ankommt, der Boden entzogen.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">Weisheit f\u00fcr die \u201emodernen Areopage\u201c und Mut<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sicher brauchen wir heute zudem eine besondere Weisheit, um eine differenzierte Stellung in den oft plakativ arbeitenden Medienbereich hinein vermitteln zu k\u00f6nnen. Auf den \u201emodernen Areopagen\u201c (Papst Johannes Paul II.), d.h. in der Welt der Kommunikation und der Massenmedien ist das \u201eh\u00f6rende Herz\u201c wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und wo wir trotzdem auf taube Ohren sto\u00dfen, d\u00fcrfen wir uns mit den Propheten, mit Jesus und mit Luther tr\u00f6sten und wissen, dass &#8211; wie Luther am 20. Mai 1530 von Coburg aus an Kurf\u00fcrst Johann zur Ermutigung f\u00fcr den Reichstag in Augsburg geschrieben hat- Gottes Freundschaft noch immer k\u00f6stlicher ist denn aller Welt Freundschaft.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\">9. Not und Notl\u00f6sungen<\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn es aber doch in Sachsen durch die Synode zur \u00d6ffnung des Pfarrhauses f\u00fcr homosexuelle Lebenspraxis kommt? &#8211; Dann werde ich um des hohen Gutes der Einheit willen in unserer Kirche bleiben\u00a0 und werde andere ausdr\u00fccklich zum Bleiben und zum Gebet um Gesundung unserer Kirche ermutigen. Die Kirche hat schon manche Krankheiten \u00fcberwunden und sich sowohl als \u201esemper reformanda\u201c als auch als reformf\u00e4hig erwiesen. Sie hat durch die Krankheiten aber leider auch jeweils &#8211; und teils sogar f\u00fcr lange Zeiten &#8211; an Vollmacht verloren. Ich werde aber auch die organische Einheit mit denen weiter zu leben versuchen, die ggf. die organisatorische Einheit aus Gewissensgr\u00fcnden meinen verlassen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ich werde in allen an die Ordination gebundenen Aufgaben nicht mit Pfarrern\/Pfarrerinnen, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft leben, konkret vor Ort zusammenarbeiten. Auch hier gilt: Wo ich durch klare Schrift- oder Vernunftgr\u00fcnde widerlegt werde, beuge ich mich gern. Ich werde mich aber nicht ohne Widerlegung beugen. Diese Weigerung besagt nicht, dass ich die G\u00fcltigkeit der durch solche Amtstr\u00e4ger verwalteten Sakramente in Abrede stelle. Das grundlegende Ergebnis des Ketztertaufstreites und meine zeichenhafte \u00a0Verweigerungshaltung an dieser Stelle sind \u2013 wie ich es in diesem Aufsatz f\u00fcr viele andere Bereiche in gleicher Weise betont haben- verschiedene Kategorien. Was ich aber in meinen Ausf\u00fchrungen ebenfalls mehrfach als einen unaufl\u00f6slichen Zusammenhang dargestellt habe- die Verk\u00fcndigung durch Beispiel und \u00a0Leben- sehe ich auch hier als wichtig an. Ich kann nicht durch Zeichen in eine falsche Richtung verschleiern, was der Bibel klar widerspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\" align=\"right\">Bad Elster am 31.3.2012<\/p>\n<div>\n<hr align=\"left\" size=\"1\" width=\"33%\" \/>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Manchmal hilft ja doch das ganz Grunds\u00e4tzliche f\u00fcr das Konkrete, das scheinbar weit Hergeholte f\u00fcr das Nahe.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref2\">[2]<\/a> Im geheimnisvollen Wissen darum gab es eine gro\u00dfe Menge an Sexualkulten, die aber eben leider in pervertierter und g\u00f6tzendienerischer Gestalt dieser tiefen Ahnung nachgegangen sind und damit zerst\u00f6rerisch statt \u201eHimmel-\u00f6ffnend\u201c gewirkt haben. Als perverses Denken muss es deshalb bezeichnet werden, wenn heutzutage der evangelische\u00a0 Pastoraltheologe\u00a0 Gert\u00a0 Hartmann anregt, heutige Prostituierte nicht l\u00e4nger als Huren, sondern als Priesterinnen zu sehen. Wer auch nur ein bisschen um das menschenunw\u00fcrdige Gesch\u00e4ft der Prostitution und um die dabei vollzogene Entw\u00fcrdigung der Sexualit\u00e4t wei\u00df, kann sich \u00fcber solche weltfremden Tr\u00e4umereien nur wundern!<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref3\">[3]<\/a> Ich will gerne eine eigene Ungenauigkeit in meinem Aufsatz \u201eHomosexualit\u00e4t und Pfarrhaus\u201c nennen: Zusammen mit der Identit\u00e4tsfindung habe ich den Fortpflanzungsbereich f\u00fcr die Homosexualit\u00e4t als \u201erudiment\u00e4r\u201c bezeichnet. Richtig aber ist nat\u00fcrlich, dass dieser dort v\u00f6llig wegf\u00e4llt.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref4\">[4]<\/a> Nach traumatischen Erfahrungen ist dieses \u201einnere Gespr\u00e4ch\u201c noch einmal weit schwieriger.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref5\">[5]<\/a> Ebeling, Gerhard : Luther. Einf\u00fchrung in sein Denken , T\u00fcbingen \u00a0<sup>5<\/sup>2006, S. 220ff.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref6\">[6]<\/a> Interessanterweise findet sich dieser Begriff\u00a0 (nat\u00fcrlich noch ohne den konkreten Gottesbezug der Bibel) auch schon\u00a0 in Alt\u00e4gypten.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref7\">[7]<\/a> Das Faktisch-Objektive grunds\u00e4tzlich zu leugnen und nur noch Subjektives anzuerkennen, ist die ma\u00dflose \u00dcbertreibung des radikalen Konstruktivismus<strong> <\/strong>(der vom Methodischen Konstruktivismus der Erlanger Schule unterschieden werden muss). Bei Kant ist das Objektive eindeutig vorhanden; es wird subjektiv nur gleichsam durch eine \u201ebunte Brille\u201c gesehen und ist damit als \u201eDing an sich\u201c nicht (vollst\u00e4ndig) erkennbar.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref8\">[8]<\/a> Vom hohen Gut der Sexualit\u00e4t selbst kann man das leider nicht so uneingeschr\u00e4nkt sagen. Es gab im Laufe der Kirchengeschichte auch leib- und sexualfeindliche Str\u00f6mungen. Eine Ursache daf\u00fcr war die Verdr\u00e4ngung unserer hebr\u00e4ischen Wurzeln zugunsten eines \u00dcbergewichts griechischer Denkmuster. \u2013 Die zeitweilige Wissenschaftsfeindlichkeit der Kirche hingegen hat gerade nicht eine grunds\u00e4tzliche Ablehnung der Wahrheit als Hintergrund, sondern den (teils t\u00f6richt gef\u00fchrten) Kampf um unterschiedliche Wege hin zur verl\u00e4sslichen Wahrheit.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref9\">[9]<\/a> http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=5370<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref10\">[10]<\/a> Angesichts der Komplexit\u00e4t und Individualit\u00e4t des Menschen kommt es freilich auch vor, dass im konkreten Einzelfall eine statistisch als wirksam erwiesene Therapie nicht wirkt, eine eher \u201eabseitige\u201c Methode aber zum Erfolg f\u00fchrt. Deshalb ist es sinnvoll, dass in der Medizin und der Gesundheitsforschung eine statistisch-evidenzbasierte durch eine individuelle Sichtweise erg\u00e4nzt wird.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref11\">[11]<\/a> Abschlussbericht der Arbeitsgruppe der Kirchenleitung Homosexualit\u00e4t in biblischem Verst\u00e4ndnis, S. 9.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref12\">[12]<\/a> Pannenberg, Wolfhart: Ma\u00dfst\u00e4be zur kirchlichen Urteilsbildung \u00fcber Homosexualit\u00e4t, http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2198<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref13\">[13]<\/a> Pannenberg, Wolfhart: Ma\u00dfst\u00e4be zur kirchlichen Urteilsbildung \u00fcber Homosexualit\u00e4t, http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=2198<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref14\">[14]<\/a> Siehe dazu: Unwin, J. D., Sex and Culture, Oxford University Press, London: Humphrey Milford, 1934<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref15\">[15]<\/a> Wie prinzipielle Nichtw\u00e4hler eine systemische Gefahr f\u00fcr unsere parlamentarische Demokratie darstellen oder die immer mehr ausgeweitete Laden\u00f6ffnung am Sonntag eine systemische Gefahr f\u00fcr das hohe Gut des Sonntags, so stellt praktizierte (und durch Vorbild und Rechtsschutz ggf. vermehrte) Homosexualit\u00e4t auch eine Gefahr dar. Systemische Gef\u00e4hrdungen tragen oft die T\u00fccke in sich, dass sie in kleiner Zahl kein Problem zu sei scheinen, dass ihre allm\u00e4hliche Zunahme aber ein pl\u00f6tzliches Umkippen und eine Zerst\u00f6rung des gesamten Systems bewirken kann.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref16\">[16]<\/a> Damit soll keinesfalls gesagt sein, dass Homosexualit\u00e4t die Hauptursache des demografischen Problems sei. Aber auch jeder kleine Mosaikstein in dem Gesamtbild der Nachwuchsverweigerung ist eben sch\u00e4dlich.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref17\">[17]<\/a> Auf pragmatischer Ebene kann es in unserer gefallenen Welt im schmerzlichen Ausnahmefall verantwortbare Verst\u00f6\u00dfe gegen die Wahrheit geben (\u201eNein, ich habe keine Juden versteckt.\u201c). Auch tragische und doch verantwortbare Verst\u00f6\u00dfe gegen die Ordnung und Bewahrung der Sch\u00f6pfung sind m\u00f6glich (30 Muttertiere verbrennen im Stall, w\u00e4hrend ein Mensch vor der Feuersbrunst gerettet wird). Verst\u00f6\u00dfe gegen die Einheit (Konfessionsgeschichte) k\u00f6nnen mitunter als das geringere \u00dcbel gegen\u00fcber dem Verlust der biblischen Wahrheit gesehen werden (Reformationsgeschichte), sind aber auch dann nie ein schuldloser Weg &#8211; und werden hoffentlich so verstanden, dass organisatorische Trennungen dennoch keine organischen Trennungen im Christusleib bedeuten. Nie aber darf ein Versto\u00df gegen die o.g. Maximalwerte auf grunds\u00e4tzlicher Ebene gerechtfertigt werden. Und konkrete Rechtssetzung und Rechtsprechung ist m.E. immer der Versuch, Grundrechte und damit Maximalwerte m\u00f6glichst ungeschm\u00e4lert in die konkrete Rechts- und Lebenslage zu transferieren.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref18\">[18]<\/a> Wenn ich in diesem Aufsatz vom \u201eZeitgeist\u201c nur im negativen Sinne rede, dann geschieht das im gleichzeitigen Wissen darum, dass keinesfalls alles Neue schlecht ist und dass vieles weltweit sogar besser geworden ist. Man denke nur an die h\u00f6here Bildungsgerechtigkeit durch das Internet. Auch eine gr\u00f6\u00dfere Offenheit und Ehrlichkeit in sexuellen Fragen statt der fr\u00fcheren Heimlichtuerei ist ein Fortschritt. Papst Johannes XXIII. wandte sich einst (am 11. Oktober 1962 zur Er\u00f6ffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils) gegen die einseitigen \u201eUngl\u00fcckspropheten\u201c und sagte: \u201e<em>Sie meinen n\u00e4mlich, in den heutigen Verh\u00e4ltnissen der menschlichen Gesellschaft nur Untergang und Unheil zu erkennen. Sie reden unabl\u00e4ssig davon, dass unsere Zeit im Vergleich zur Vergangenheit dauernd zum Schlechteren abgeglitten sei.\u201c <\/em>\u00a0&#8211; Andererseits aber ist eben vieles gerade im ethischen Bereich wirklich sehr besorgniserregend. Und dass eine gr\u00f6\u00dfere Offenheit im sexuellen Bereich inzwischen in einen kollektiven Exhibitionismus umzukippen droht, ist kein Fortschritt mehr. Diese Negativerscheinungen werden von mir als \u201eZeitgeist\u201c angesprochen.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref19\">[19]<\/a> Wie geradezu unglaublich dieser Paradigmenwechsel auf\u00a0 viele unserer Br\u00fcder und Schwestern weltweit wirken muss, wird mir deutlich, wenn ich mit meinem nigerianischen Schwiegersohn spreche. Er kann es schlichtweg nicht fassen, was da derzeit in unserer Kirche diskutiert wird.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref20\">[20]<\/a> Jeder bleibe in der Berufung, in der er berufen wurde. Bist du als Sklave berufen, so sorge dich nicht; doch kannst du frei werden, so nutze es umso lieber. 1. Kor7,20 f.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref21\">[21]<\/a> Perverse Sexualit\u00e4t meint den p\u00e4dophilen, prostitutionellen, pornografischen, exhibitionistischen, voyeuristischen sexs\u00fcchtigen, polyamoren, fetischistischen und sadomasochistischen Bereich oder Praktiken wie Partnerwechsel und \u201eOne-night-stand\u201c. Besch\u00e4digte Sexualit\u00e4t findet sich beim asexuellen, homosexuellen, bisexuellen und pansexuellen Menschen. Freilich sind die Grenzen z.T. auch flie\u00dfend; P\u00e4dophilie z.B. kann auch als besch\u00e4digte Sexualit\u00e4t angesehen werden.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref22\">[22]<\/a> Abschlussbericht der Arbeitsgruppe der Kirchenleitung Homosexualit\u00e4t in biblischem Verst\u00e4ndnis, S. 23<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref23\">[23]<\/a> Die Feststellung der heutigen Bekenntnislage besagt nicht, dass sie im Schweregrad und im quantitativen Ausma\u00df der Bonhoefferschen Situation gleich w\u00e4re. Dass die Vernichtung der Juden (und auch vieler homosexueller Menschen) im 3. Reich ein beispielloses Grauen darstellt, bleibt nat\u00fcrlich bestehen. Mir geht es hier um die Kl\u00e4rung der Begriffe und um die Feststellung, dass wir uns bei der Homosexualit\u00e4tsdebatte nicht in einem Gespr\u00e4ch \u00fcber Nebensachen befinden. Es geht dabei eben \u2013 wie oben dargestellt- von der Sache her um sehr hohe G\u00fcter.<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref24\">[24]<\/a> http:\/\/www.gruene-jugend.de\/show\/107269.html<\/p>\n<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref25\">[25]<\/a> Bonhoeffer, Dietrich, Ethik, hg. v. Ilse T\u00f6dt, Heinz Eduard T\u00f6dt, Ernst Feil und Clifford Green, DBW 6, M\u00fcnchen 1992, S130f.<\/p>\n<p><a title=\"\" href=\"#_ftnref26\">[26]<\/a> Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 162. Kongregation f\u00fcr die Glaubenslehre: Erw\u00e4gungen zu den Entw\u00fcrfen einer rechtlichen Anerkennung der Lebensgemeinschaften zwischen homosexuellen Personen, Hrsg. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 3. Juni 2003, S. 8. Die Verlautbarung bietet auch konkrete Hilfen daf\u00fcr.<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDenn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.\u201c \u00a0Ps 36,10 1. Einf\u00fchrung: Verlust oder Gewinn? Grunds\u00e4tzliches als konkrete Hilfe in der Homosexualit\u00e4tsdebatte Nach der Ver\u00f6ffentlichung meines Aufsatzes \u201eHomosexualit\u00e4t und Pfarrhaus\u201c sind als Ergebnis vielerlei Gespr\u00e4che, Zuschriften, Literaturempfehlungen und eigener Weiterarbeit am Thema die folgenden vertiefenden und weiterf\u00fchrenden [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":339,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[14,10,13,17],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7930"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/339"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7930"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7930\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7933,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7930\/revisions\/7933"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7930"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7930"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7930"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}