{"id":7881,"date":"2012-04-25T13:57:27","date_gmt":"2012-04-25T11:57:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7881"},"modified":"2012-04-26T10:46:05","modified_gmt":"2012-04-26T08:46:05","slug":"die-christlichen-werte-als-erfolgsfaktor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7881","title":{"rendered":"Sieben Erfolgswerte in der christlich-abendl\u00e4ndischen Kultur"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werte als Basis f\u00fcr Gemeinschaft und Erfolg<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Werte pr\u00e4gen unser Leben und unsere Arbeit. Werte spiegeln unsere Weltanschauung wider. Wir erlernen Sie aber nicht aus dem Philosophiebuch, wir \u00fcbernehmen sie in der Regel von Vorbildern. Werte sind Ausdruck des Charakters und zeigen sich im Umgang von Menschen miteinander. Werte sind der Verhaltenskonsens einer Kultur, einer Gemeinschaft von Menschen mit gemeinsamen Wurzeln, Interessen und Zielen. Meistens entstammen sie religi\u00f6sen Traditionen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werte haben einen Preis <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Geschichte kennt viele Beispiele des pers\u00f6nlichen Einsatzes f\u00fcr Werte. In der ber\u00fchmten Schlacht an den Thermophylen widerstand der Spartanerk\u00f6nig Leonidas mit 300 Elitekriegern erfolgreich dem \u00fcberm\u00e4chtigen Heer des Persischen Tyrannen Xerxes, bis ein Verr\u00e4ter sie in einen Hinterhalt f\u00fchrte. Au\u00dfer einem Abgesandten in die Heimat lie\u00dfen alle K\u00e4mpfer ihr Leben auf dem Schlachtfeld f\u00fcr die Werte Griechenlands \u2013 der Freiheit und Ehre.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mahatma Gandhi besiegte in einem entschlossenen, gewaltlosen Kampf die Kolonialb\u00fcrokratie des englischen Weltreiches. Damit errang er seinen indischen Landsleuten den Wert der Menschenw\u00fcrde \u2013 der Gleichberechtigung mit der wei\u00dfen Rasse. Was hatte Gandhi inspiriert? Bei seinem Studium in England lernte er das Neue Testament und die christlichen Werte kennen. Als Anwalt kehrte er sp\u00e4ter nach Indien zur\u00fcck. Entt\u00e4uscht stellte er fest, dass die Kolonialregierung weit davon entfernt war, diese Werte selbst zu praktizieren. Da reifte in ihm der Entschluss, sie mit ihren eigenen geistigen \u201eWaffen\u201c zu besiegen. Sein Vorgehen wurde zum Lehrbeispiel f\u00fcr friedliche Revolutionen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Werte sind nicht austauschbar<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede Kultur pr\u00e4gt ihre eigenen Werte. Die Erfolgsgeschichte der westlichen Wirtschaft und Demokratie hat ihre wesentlichen Wurzeln in den christlichen Kl\u00f6stern des Mittelalters. Als Gegenentw\u00fcrfe gegen die Zerfallserscheinungen in Kirche und Gesellschaft entwickelten sie \u00fcberlebensf\u00e4hige Zukunftsmodelle. Sie adelten Arbeit als gesellschaftlichen Wert (Benedikt von Nursia: \u201eBete und arbeite\u201c). Sie schufen die Grundlage f\u00fcr Universit\u00e4ten und freie Bildungsst\u00e4tten. Sie pflegten Kultur, Kunst und Spiritualit\u00e4t. Damit legten sie das Fundament f\u00fcr die Freiheit der Forschung und Lehre, sowie f\u00fcr die Trennung von Staat und Kirche. Die einzigartige Erfolgsgeschichte der Sozialen Marktwirtschaft im westlichen Nachkriegs-Deutschland ist untrennbar verbunden mit der Verwurzelung ihrer Gr\u00fcnderv\u00e4ter in den Werten des Neuen Testamentes: Der unternehmerischen Freiheit und Initiative des Einzelnen \u2013 ausgepr\u00e4gter in der protestantischen Tradition;\u00a0 sowie der sozialen Verantwortung gegen\u00fcber den Schw\u00e4cheren \u2013 deutlicher in der katholischen Tradition. (s. Gr\u00fcnderv\u00e4ter: <a title=\"Alfred M\u00fcller-Armack\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alfred_M%C3%BCller-Armack\">Alfred M\u00fcller-Armack<\/a>, <a title=\"Walter Eucken\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Walter_Eucken\">Walter Eucken<\/a>, <a title=\"Franz B\u00f6hm\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_B%C3%B6hm\">Franz B\u00f6hm<\/a>, <a title=\"Alexander R\u00fcstow\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alexander_R%C3%BCstow\">Alexander R\u00fcstow<\/a> und <a title=\"Wilhelm R\u00f6pke\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wilhelm_R%C3%B6pke\">Wilhelm R\u00f6pke<\/a>.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sieben wichtige Erfolgswerte konkret<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Arbeitsethos &#8211; Flei\u00df und Gewissenhaftigkeit. <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unerwartet f\u00fcr das Publikum des Kongresses christlicher F\u00fchrungskr\u00e4fte im Februar 2011 thematisierte der indische Volkswirtschaftler Prabhu Guptara die Frage:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWarum wurde Zentraleuropa, das bis ins 16. Jh. einer der \u00e4rmsten Erdteile war, im 19. Jh. zu einem der reichsten der Erde?\u201c Seine Antwort: \u201eEin Schl\u00fcsselfaktor war die Reformation. Sie schuf eine an den Werten der Bibel orientierte Kultur, in der eine ehrliche Qualit\u00e4tsleistung im Austausch f\u00fcr einen angemessenen Profit gefordert wird. Die drei `protestantischen Tugenden\u00b4: Flei\u00df, Ehrlichkeit und Bescheidenheit wurden zum geistigen Motor des Wohlstandes. \u2026 Diese Wirtschaftsethik der Reformation wurde jedoch untergraben durch den Darwinismus &#8211; die Speerspitze der Gottlosigkeit: Seit 1880 zun\u00e4chst in elit\u00e4ren Kreisen in Europa; mit 50 Jahren Verz\u00f6gerung dann in den USA. Nach dem zweiten Weltkrieg\u00a0 durch die systematische Indoktrination von Millionen von Menschen im gesamten westlichen Raum. Deshalb reden wir heute von Raubtierkapitalismus: der St\u00e4rkere verdr\u00e4ngt den Schw\u00e4cheren &#8211; ganz im Sinne von Darwins Evolutionstheorie.\u201c Soweit Guptara.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal m\u00fcssen Vertreter anderer Kulturen uns unsere St\u00e4rken und Vorz\u00fcge aufzeigen, aber auch vor unsren Abgr\u00fcnden warnen, wenn wir sie ignorieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Blick auf andere \u00e4ltere Kulturen und ihre Einstellung zur Arbeit ist hier aufschlussreich:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Alten China bet\u00e4tigten sich h\u00f6her gestellte B\u00fcrger in der Staatsb\u00fcrokratie; handwerkliche Arbeit und Landbau \u00fcberlie\u00df man gern den niederen Schichten. Entsprechend sah China \u00fcber viele Jahrhunderte kaum einen technischen oder wirtschaftlichen Fortschritt. \u00c4hnliches gilt auch f\u00fcr Indien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In den arabischen Kulturen wurden wirtschaftliche Gewinne weniger aus harter Arbeit erzielt als vielmehr durch klugen und geschickten Handel. Das antike Griechenland und Rom verachtete die Arbeit mit den H\u00e4nden ganz unverhohlen: Marcus Tullius Cicero: \u201eOrdin\u00e4r ist der Lebensunterhalt des gedungenen Arbeiters, den wir f\u00fcr blo\u00dfe Arbeit mit den H\u00e4nden ausbezahlen. Alle Handwerker haben ein ordin\u00e4res Gewerbe.\u201c<strong> <\/strong>(de officiis 1,150). In Athen kamen teilweise f\u00fcnf Sklaven auf einen freien B\u00fcrger.\u00a0 Der Reichtum Athens und Roms ruhte auf dem R\u00fccken von Sklaven und dem Raub aus den Eroberungskriegen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz anders verhielten sich die von der hebr\u00e4ischen Kultur inspirierten Christen: Der Lehrer und Apostel Paulus war sich nicht zu schade, auf seinen Reisen vom erlernten Handwerk des Zeltmachers zu leben, statt seinen Lebensunterhalt von den gegr\u00fcndeten Gemeinden einzufordern: \u201eWer nicht arbeitet, soll auch nicht essen\u201c (2.Thess.3,10) war sein Motto. Handarbeit war f\u00fcr die ersten Christen im Kontrast zu ihrer Umwelt eine ehrenhafte T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit der Wiederentdeckung der griechischen Philosophen und ihrer Lehren durch die Kirchenv\u00e4ter kam es jedoch bald wieder zur Geringsch\u00e4tzung der Arbeit: Der \u201egeistliche Stand\u201c der Priester und kirchlichen W\u00fcrdentr\u00e4ger erhob sich \u00fcber den \u201eweltlichen Stand\u201c der Arbeiter und Handwerker und teilte die Menschen wieder auf in Klassen mit unterschiedlichem Wert. Die Ver\u00e4nderungskraft des christlichen Evangeliums war gel\u00e4hmt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es bedurfte der M\u00f6nche mit ihren Erneuerungsbewegungen und Gegenentw\u00fcrfen zur etablierten Kirche, um den Lehren und Werten des Neuen Testamentes wieder zum Durchbruch zu verhelfen: Benedict von Nursia rehabilitierte mit seinen Regeln (ora et labora &#8211; bete und arbeite) die Arbeit und stellte sie auf eine Stufe mit dem Gebet. Noch deutlicher der Reformator Martin Luther: \u201eAckerpfl\u00fcgen oder Windelnwaschen ist genauso Gottesdienst wie Beten oder Predigen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese neue Einstellung, Arbeit als Gottesdienst zu betrachten, in der praktischen Arbeit sein Bestes f\u00fcr Gott zu geben, hat die tiefgreifendste wirtschaftliche Revolution in Deutschland und dar\u00fcber hinaus ausgel\u00f6st. Sie ist die Wurzel der ungeheueren Ingenieursleistungen, der Qualit\u00e4tsversessenheit und des Erfindergeistes unseres Volkes: \u201eMade in Germany\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Buch: \u201eDer Weg aus der Tretm\u00fchle\u201c (VDI Verlag, 1955 u.1966) durchmisst der Ingenieur Franz Hendrichs sehr anschaulich und detailliert die technischen\u00a0 Leistungen des gesamten europ\u00e4isch-amerikanischen Kulturkreises der Neuzeit. Auch Hendrichs f\u00e4llt auf, dass viele Vertreter der reinen Geisteswissenschaft eher ver\u00e4chtlich auf Ingenieure und Techniker herabschauen. Dazu veranlasst sie \u201eihre in der Antike wurzelnde Einstellung der Geringsch\u00e4tzung k\u00f6rperlicher Arbeit\u201c. (S. 226). Weiter stellt Hendrichs fest: \u201eGerade die gr\u00f6\u00dften Vertreter von Naturwissenschaft und Technik, die zugleich die bescheidensten waren, haben erkannt, dass Wissen und Glauben sich nicht ausschlie\u00dfen, sondern sehr wohl nebeneinander bestehen k\u00f6nnen (\u2026). M\u00e4nner wie Kepler, Newton, Guericke, Leibnitz, Watt, Faraday, Gauss, und Max Planck waren von tiefer Religiosit\u00e4t durchdrungen.\u201c (S. 226) Die Verantwortung vor dem Sch\u00f6pfer motivierte sie, die Natur zu erforschen und nutzbar zu machen; die Verantwortung vor dem Mitmenschen als Ebenbild Gottes trieb sie zu Erfindungen, die menschenunw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen abl\u00f6sten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hendrichs sieht jedoch zwei gro\u00dfe Gefahren am Wege des Ingenieurs stehen: Den verfehlten Versuch der Selbsterl\u00f6sung durch die Technik und den Irrglauben an die Allmacht des Wissens. (226)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die sture Fortsetzung dieses Irrglaubens droht uns heute in den selbst geschaffenen Abgrund der \u00dcberarbeitung zu st\u00fcrzen. Indem wir unser eigenes Wissen und unsere Leistung verg\u00f6ttern, werden wir zu Sklaven unserer Arbeit.\u00a0 Und die von Gott und seinen Ordnungen (z. B. ein Ruhetag in der Woche) losgel\u00f6ste Arbeit ist ein grausamer Sklavenhalter:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Laut dem Gallup-Engagement-Index 2010 weisen 21% der 2.000 befragten Arbeitnehmer keine emotionale Bindung an ihr Unternehmen auf. Sie verhalten sich am Arbeitsplatz destruktiv und demotiviert und schw\u00e4chen somit die Wettbewerbsf\u00e4higkeit ihrer Firma. Die gro\u00dfe Mehrheit (66%) weist eine geringe emotionale Bindung auf, leistet quasi nur \u201cDienst nach Vorschrift\u201d. Der volkswirtschaftliche Schaden daraus wird allein in Deutschland auf rund 120 Milliarden Euro pro Jahr gesch\u00e4tzt. (IPA, 17.02.2011)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was haben wir mit der Arbeit gemacht?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn das Thema \u201eBurnout\u201c in den letzten beiden Jahren viermal auf der Titelseite der deutschen Wochenzeitschriften \u201eSpiegel\u201c und \u201eFocus\u201c erschien und der Gr\u00fcndungspr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Pr\u00e4ventivmedizin, Gerd Schnack den Arbeitsplatz als \u201egr\u00f6\u00dften Vernichter der Arbeitskraft\u201c bezeichnet, dann haben wir das Ergebnis dieses Irrweges vor unseren Augen. Die Arbeit, die uns unter der Verantwortung vor Gott Segen und Wohlstand brachte, wird mit der Losl\u00f6sung von Gott zum G\u00f6tzen, der uns Fluch und Selbstzerst\u00f6rung bereitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">G\u00f6tzendienst war zu allen Zeiten eine folgenschwere S\u00fcnde. Durch den Tod Christi am Kreuz ist S\u00fcnde aber nicht mehr das Problem. Die entscheidende Frage ist: Beharren wir in unserem Irrtum, oder kehren wir um? Die Chance dieser Umkehr ist das gro\u00dfe Angebot des christlichen Evangeliums. Damit \u00f6ffnet es aus der verfahrensten Lage einen Weg in die Zukunft. Gerade f\u00fcr die Arbeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Integrit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht nur f\u00fcr erfolgreiches Wirtschaften, sondern auch jegliche andere soziale Form des Zusammenlebens ist Integrit\u00e4t (Wahrhaftigkeit) Voraussetzung. Wie k\u00f6nnen Partnerschaften, Vertr\u00e4ge und Kooperationen funktionieren, wenn auf ein Wort kein Verlass ist? Aufw\u00e4ndige Kontrollmechanismen m\u00fcssen eingesetzt werden, wenn Wahrhaftigkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit fehlen. Und die Kosten daf\u00fcr mindern das verf\u00fcgbare Kapital und die Kr\u00e4fte f\u00fcr Innovation und Investitionen. Unser Steuersystem und die st\u00e4ndig wachsende Staatsb\u00fcrokratie sind daf\u00fcr traurige Beispiele. Dennoch ist die Entr\u00fcstung in \u00d6ffentlichkeit und Medien \u00fcber Korruption, Steuerhinterziehungen und politischen Betrug in Deutschland ein Anzeichen daf\u00fcr, dass unsere Kultur von einem Gottesbild gepr\u00e4gt wurde, das Treue und Wahrhaftigkeit als Wesensmerkmal hat. Robert Reinick (1805-1852) hat diesen Wert in ein Gedicht gefasst, das eine Zeitstimmung ausdr\u00fcckte und dar\u00fcber hinaus zukunftsweisend f\u00fcr unsere Kultur war (\u201eDeutscher Rat\u201c):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Vor allem eins, mein Kind: Sei treu und wahr, lass nie die L\u00fcge deinen Mund entweih&#8217;n!<br \/>\nVon alters her im deutschen Volke war &#8211; der h\u00f6chste Ruhm, getreu und wahr zu sein. <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der chinesische Volkswirt und Regierungsberater Prof. Zhao Xiao machte diese Beobachtung auch in den USA bei seinen Untersuchungen, was die Gr\u00fcnde f\u00fcr deren wirtschaftlichen Vorsprung gegen\u00fcber China sind. Sein Resum\u00e9: In USA gibt es viele Kirchen. Und sie haben einen starken Einfluss auf die \u00d6ffentlichkeit und das Arbeitsleben. Obwohl die Amerikaner viel Geld verdienen wollen, und sie mehr verdienen k\u00f6nnten, wenn sie mehr betr\u00fcgen w\u00fcrden, betr\u00fcgen sie doch weitaus weniger (als Xiao es von seinen Landsleuten kannte). Der Grund: Sie f\u00fchlen sich einem Gott verpflichtet, der die Wahrheit ist und L\u00fcge und Korruption hasst. Als Folge seiner Untersuchung ist Zhao Xiao selber ein Christ geworden und setzt sich in China stark f\u00fcr einen Wertewandel und ein Hinkehr zum Christentum ein. Er f\u00fcrchtet die schlimmen Folgen, \u201ewenn gro\u00dfer Reichtum in die H\u00e4nde von b\u00f6sen Menschen ger\u00e4t\u201c. (Interview in Cicero 05.2007) Beim Kongress Christlicher F\u00fchrungskr\u00e4fte in Leipzig 2007 hatte ich die Gelegenheit zu einem zweist\u00fcndigen Gespr\u00e4ch mit ihm. Sein Artikel \u201eMarktwirtschaft mit und ohne Kirchen\u201c ist die unter Fachleuten meistgelesene Wirtschafts-Publikation in China (nur in Chinesisch vorhanden).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Vertrauen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vertrauen ist die Grundlage jeder erfolgreichen, langfristigen Gesch\u00e4ftsbeziehung und Beziehung \u00fcberhaupt. Gesundes Vertrauen kann aber nur auf gegenseitiger Vertrauensw\u00fcrdigkeit \u2013 Integrit\u00e4t \u2013 beruhen. Je weniger Vertrauen in einer Gesch\u00e4ftsbeziehung, desto aufw\u00e4ndiger und kostenintensiver der erforderliche Kontrollapparat. (Buchempfehlung: \u201eThe Speed of Trust\u201c, Stephen Covey)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Kultur des Misstrauens ist sehr teuer. Aber Vertrauen braucht eine Basis. Die Verpflichtung gegen\u00fcber einem Gott, der die Wahrheit ist und von uns Wahrhaftigkeit fordert. Auch wenn die Kirchen in Deutschland nicht mehr den starken Einfluss auf das \u00f6ffentliche Leben und das Verhalten der Menschen haben wie in den USA, so sind die Spuren ihrer Wertepr\u00e4gung doch deutlich zu erkennen. Allerdings erleben wir seit den siebziger Jahren eine massive Demontage dieser Werte sowohl in der Wirtschaft als auch im Bildungswesen und in der durch die Medien beeinflussten \u00d6ffentlichkeit. Die neomarxistische Bewegung hat viele Institutionen gezielt unterwandert und versucht, christliche Werte und Weltsicht vor allem im Bereich des Vertrauens, der Treue, der Ehe und Familie zu diffamieren und zu zerst\u00f6ren. Aber auch der atheistische Humanismus, der an unseren Universit\u00e4ten im Kleid der naturalistischen Weltsicht Einzug gehalten hat, hat die christliche Weltsicht erfolgreich aus den Natur- und Sozialwissenschaften verdr\u00e4ngt und zum Tabu erkl\u00e4rt. Die Folgen sind verheerend: Die Sprachregelungen in den verschiedenen Disziplinen offenbaren eine Abwertung des Menschen zum Funktionstr\u00e4ger und zur biochemischen Maschine: \u201eHomo Oeconomicus, Homo Consumens und Humankapital\u201c in den Wirtschaftswissenschaften; \u201ePatientengut und Krankheitsfall\u201c in der Medizin, \u201eStatistisches Material und Fallstudie\u201c in der Soziologie und \u201edurch Zufall entstandener Zellklumpen\u201c in der Biologie. Die kostbare Errungenschaft der Menschenw\u00fcrde, die nach den Schrecken der beiden Weltkriege mit gro\u00dfem Ernst in der UN-Charta der Menschenrechte verankert wurde, wird durch die Hintert\u00fcr eines atheistisch motivierten Utilitarismus wieder hinaus gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das f\u00fchrt uns zu dem vierten wichtigen Wert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Respekt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Respekt ist ein elementarer Wert; er fokussiert unseren Umgang mit anderen Menschen. Wie sehe ich meine Mitarbeiter?\u00a0 Sind sie nur Erf\u00fcllungsgehilfen meiner Pl\u00e4ne? Sind Menschen nur Konsumenten und Patientengut, an dem medizinische Experimente gemacht werden, um es m\u00f6glichst lange funktionsf\u00e4hig am Leben zu erhalten und daran zu verdienen? Oder sind Menschen kreative Unikate, Ebenbilder des Sch\u00f6pfers mit unbezahlbarem Wert? Sind Menschen auch dann noch wertvoll, wenn sie nicht mehr funktionieren, alt sind, Hilfe und Pflege brauchen? Was ist \u201eMenschenw\u00fcrde\u201c? Dieser Begriff entstand nicht in Asien oder Afrika, sondern im christlich gepr\u00e4gten Europa. William Carey, \u00a0Albert Schweizer und Mutter Theresa gingen aus ihrer von Christus inspirierten Liebe zum Menschen z. T. unter Lebensgefahr in Elendsgebiete anderer Kontinente. Sie schenkten den Kranken und Sterbenden die W\u00fcrde der Ebenbildlichkeit des Sch\u00f6pfers. Carey \u00fcbersetzte die Bibel in mehrere indische Sprachen und k\u00e4mpfte bis zum Durchbruch f\u00fcr die Abschaffung der hinduistischen Sitte der Witwenverbrennung (Beim vorzeitigen Tod der Ehem\u00e4nner wurden die lebenden Witwen mit dem Leichnam des Mannes auf dem Scheiterhaufen verbrannt.)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Werteverst\u00e4ndnis hat starke Auswirkungen auf unseren Umgang mit Mitmenschen. Teams k\u00f6nnen nur langfristig erfolgreich gef\u00fchrt werden, wenn die einzelnen Mitglieder in ihrer Besonderheit respektiert und integriert werden. In den Unternehmen der Zukunft wird der Umgang mit den Mitarbeitern dar\u00fcber entscheiden, ob die besten bei dem Unternehmen bleiben oder sich eine respektvollere Umgangskultur in einem anderen Unternehmen suchen. Langfristig bringen Menschen die besten Leistungen nicht unter Druck und Angst. Diese f\u00fchren zum \u201eDienst nach Vorschrift\u201c. H\u00f6chstleistung geben Menschen, wenn sie sich in einem inspirierenden Klima gesch\u00e4tzt und gefordert f\u00fchlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWertsch\u00f6pfung durch Wertsch\u00e4tzung\u201c hat der Stuttgarter Marketingexperte und Pfarrer Prof. Wilfried M\u00f6dinger deshalb als Motto f\u00fcr erfolgreiches Wirtschaften vorgeschlagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Verantwortung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer Wertsch\u00e4tzung und Respekt erf\u00e4hrt, ist leichter bereit, Verantwortung zu \u00fcbernehmen &#8211; Verantwortung zuerst f\u00fcr sich selbst und danach f\u00fcr andere. Verantwortung ist ein Merkmal reifer Menschen; man k\u00f6nnte sagen: des Erwachsenseins. Kinder beschuldigen den Tisch, an dem sie sich gesto\u00dfen haben, die Geschwister \u2013 immer sind andere schuld, wenn es ihnen schlecht geht. Manche Menschen halten diese Einstellung durch bis zu ihrer Rente; immer sind andere f\u00fcr sie verantwortlich und haben Schuld an ihrem Ergehen: die Eltern, die Schule, die Firma, der Ehepartner, die Regierung, das Wetter, die Wirtschaftskrise\u2026 niemals \u00fcbernehmen sie die Verantwortung f\u00fcr ihr eigenes Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der deutschen und in anderen Sprachen steckt in dem Wort \u201eVerantwortung\u201c die Antwort. Antworten kann man nur auf eine Ansprache. Wem antworte ich? Wem bin ich verantwortlich? Unsere j\u00fcngere Geschichte mit der Erfahrung des Nationalsozialismus hat uns deutlich gezeigt, dass es gut ist, wenn eine Regierung sich nicht selbst als letzte Instanz betrachtet, sondern \u00fcber sich Gott und seine Gebote als h\u00f6here Autorit\u00e4t anerkennt, und sich ihr verantwortlich macht. Das verhindert Tyrannei und Willk\u00fcr. Die V\u00e4ter unserer Verfassung haben deshalb den Passus \u201ein der Verantwortung vor Gott\u201c in unser Grundgesetz eingef\u00fcgt. Leider hat die EU diesen Gottesbezug in der Europ\u00e4ischen Verfassung trotz massiver Proteste und Warnungen von Fachleuten gestrichen. Eine starke ideologische Lobby hat verhindert, dass diese Lektion aus der Geschichte des 20. Jahrhunderts gelernt und f\u00fcr die folgenden Generationen festgehalten wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verantwortung f\u00fcr andere zu \u00fcbernehmen ist auch das Merkmal eines von christlichen Werten gepr\u00e4gten Unternehmertums, durch das in Deutschland die Armut besiegt und Wohlstand geschaffen wurde. Auch wenn Einzelne sich vielleicht nicht als Christen bezeichnet h\u00e4tten, so sch\u00f6pften sie doch aus dem durch die Reformation verbreiteten Arbeitsethos. Beispielhaft sei hier nur Rudolf Diesel angef\u00fchrt: <em>Dass ich die Dieselmotoren erfunden habe, ist sch\u00f6n und gut. Aber meine Hauptleistung ist, dass ich die soziale Frage gel\u00f6st habe (Rheinischer Merkur <\/em>im M\u00e4rz 2009). Durch seinen Erfindergeist und seine Unternehmensf\u00fchrung konnten neue Fabriken gebaut, Arbeiter besch\u00e4ftigt und viele Familien ern\u00e4hrt werden. Seine Orientierung und Dynamik bezog dieses Ethos aus einer von der Bibel gepr\u00e4gten Kultur, wie es Lord Ralf Dahrendorf trefflich zusammengefasst hat: <em>Das Klima der protestantischen Ethik ist nur an einer Stelle in der Welt entstanden. Diese Haltung ist nicht nur Kulturmerkmal des B\u00fcrgertums,sondern auch Motor der wirtschaftlichen Entwicklung <\/em>(Lord Ralf Dahrendorf: <em>Vom Sparkapitalismus zum Pumpkapitalismus<\/em>, Cicero 8\/2009). Die unternehmerische Verantwortung beinhaltet aber auch die F\u00e4higkeit, auf kurzfristigen Genuss zu verzichten, um ein langfristiges Ziel zu erreichen. Diese F\u00e4higkeit des gezielten Verzichts, des Sparens f\u00fcr ein Ziel ist eine der wichtigsten Voraussetzungen des wirtschaftlichen Fortschrittes. Sie hat den Aufschwung unseres Landes nach dem Krieg erm\u00f6glicht. Auch diesen Wert hat die\u00a0 neomarxistische Bewegung der 68er gezielt boykottiert. Unter dem Vorwand der sexuellen \u201eBefreiung\u201c trieben sie die fr\u00fchzeitige Sexualisierung der Kinder bereits im Schulalter voran. Den Verzicht auf sofortige Befriedigung bezeichneten als psychische Verkr\u00fcppelung. \u201eWer zweimal mit derselben pennt, geh\u00f6rt schon zum Establishment\u201c war ihre Antwort auf den Wert der ehelichen Treue.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Langfristiges Gelingen wird der kurzfristigen Befriedigung geopfert. Die unerw\u00fcnschten Schwangerschaften, die trotz aller Verh\u00fctungsmittel bei dem \u201ebefreiten\u201c Umgang mit der Sexualit\u00e4t entstehen, m\u00fcssen konsequenterweise medizinisch entsorgt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das f\u00fchrt uns zum n\u00e4chsten Wert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Nachhaltigkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht erst seit der \u00d6kobewegung ist Nachhaltigkeit ein Wert, der das christliche Abendland pr\u00e4gt. Der gegenw\u00e4rtige Modetrend Nachhaltigkeit l\u00e4uft jedoch Gefahr, diesen Wert auf ein extrem verk\u00fcrztes Spektrum zu reduzieren: gef\u00e4hrdete Tiere und Pflanzen werden gesch\u00fctzt, ungew\u00fcnschte Kinder jedoch zu 100-tausenden abgetrieben \u2013 mit katastrophalen Auswirkungen auf die Bev\u00f6lkerungsentwicklung und die Psyche der betroffenen Frauen. In seinen \u00f6ffentlichen Vortr\u00e4gen weist der Freiburger Rentenexperte Prof. Bernd Raffelh\u00fcschen darauf hin, dass wir in den letzten 30 Jahren mehr Kinder durch Abtreibungen get\u00f6tet haben als wir im gesamten 2. Weltkrieg an Toten zu beklagen hatten. Eine \u00fcberalterte Gesellschaft und der Zusammenbruch des Renten- und Generationenvertrages sind die unausweichlichen Folgen. Unsere Bev\u00f6lkerungszahl schrumpft, \u201eDeutschland schafft sich ab\u201c schreibt der Finanzexperte Thilo Sarrazin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im Umgang mit Finanzen haben wir die Nachhaltigkeit verlassen und sind mit der \u00f6konomischen Schule von John Maynard Keynes der kurzfristigen Befriedigung verfallen. Keynes empfahl die Staatsverschuldung zur Ankurbelung der Wirtschaft. Als er gefragt wurde, wer die Schuldenberge langfristig abtragen sollte, antwortete er: \u201eDie lange Sicht ist ein schlechter F\u00fchrer in Bezug auf die laufenden Dinge. Auf lange Sicht sind wir alle tot.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Denken in Generationen pr\u00e4gte dagegen wesentlich die j\u00fcdische Kultur, die durch das Alte Testament einen starken Einfluss auf das heutige Europa ausge\u00fcbt hat. <em>Ein kluger Mann baut ein Haus f\u00fcr seine Kindeskinder<\/em> (Spr\u00fcche Salomos,13, 22).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr Gott ist ein Gott der Generationen (Abrahams, Isaaks und Jakobs), der langfristige Segensverhei\u00dfungen in die Zukunft ausspricht, und die Menschen als Haushalter \u00fcber seine Sch\u00f6pfung einsetzt. Die j\u00fcdischen Regeln f\u00fcr den Umgang mit Arbeit und Land sprechen daf\u00fcr eine deutliche Sprache: Das Sabbatgebot weist die Arbeit klar in die Schranken: Sie ist kein Selbstzweck, sondern wird begrenzt, damit sie den Menschen nicht auffrisst. Am Sabbat <em>ruhte Gott von seinen Werken<\/em>. Die Ruhe dient zur Regeneration, erh\u00e4lt langfristig die Arbeitskraft, begrenzt den Einfluss der Arbeit auf das Leben. Der daf\u00fcr institutionalisierte Tag gibt der Gemeinschaft Raum zur Pflege der Beziehungen und auch der gemeinsamen Werte und \u00dcberzeugungen durch den Gottesdienst. Der siebente Tag als Ruhetag wird auch als Sabbatjahr dem Boden geg\u00f6nnt, damit er sich erholen kann und nicht ausgelaugt wird. Alle 50 Jahre soll dann ein Jubeljahr stattfinden, in dem alle Schulden erlassen, die Knechte freigelassen werden und verpf\u00e4ndetes Eigentum zur\u00fcck gegeben wird, damit keine Familie auf Dauer den Besitz verliert. Dies wurde zwar nicht oft eingehalten, aber es war vom Gesetz vorgeschrieben. Die Bewahrung und nicht die Ausbeutung der Sch\u00f6pfung ist ein Leitwert abendl\u00e4ndisch-christlicher Kultur.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachhaltigkeit in Beziehungen ist der Garant f\u00fcr das Fortbestehen einer Nation. Die Familie bietet dazu einen gesch\u00fctzten Rahmen f\u00fcr das gesunde Pers\u00f6nlichkeitswachstum junger Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seinem Vortrag: \u201eFamilie als Quelle des Wohlstandes in einer menschenw\u00fcrdigen Gesellschaft\u201c prangert der Marburger Volkswirt Prof. Hans-G\u00fcnter Kr\u00fcsselberg an, dass in \u00d6ffentlichkeit und Politik die Aufarbeitung des f\u00fcnften Familienberichts verweigert wird. Dessen Botschaft fasst Kr\u00fcsselberg zusammen: \u201enur mit der erfolgreichen Humanverm\u00f6gensbildung in Familie und Schule [wird] eine innovative und effiziente Wirtschaft und dar\u00fcber hinaus eine dynamische, weltoffene Gesellschaft m\u00f6glich. Gemeint ist, dass die berufliche Qualifikation der Bev\u00f6lkerung, ihre sozialen und gesellschaftlichen Kompetenzen, ihr Gesundheitszustand und ihre Leistungsf\u00e4higkeit vor allem von der Verl\u00e4sslichkeit der famili\u00e4ren Zuwendung und Erziehung abh\u00e4ngen. Allein auf deren Grundlage kann eine gute allgemeine und berufliche Bildung aufbauen.\u201c (Familie wohin?, Hinrichs, Simon, Hahn 2008, S.342).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die christliche Tradition hat der Treue in der Familie und der Monogamie immer einen zentralen Stellenwert in der Orts- und Volksgemeinschaft einger\u00e4umt, und davon war auch Deutschland w\u00e4hrend des Wiederaufbaus stark gepr\u00e4gt (vgl. die Bayerische Verfassung, Artikel 124-126). Die traditionelle Ehe und Familie werden vom gegenw\u00e4rtigen Zeitgeist dagegen als veraltete Institutionen betrachtet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Forschungsarbeiten des Britischen Anthropologen John D. Unwin (Zeitgenosse Sigmund Freuds) brachten zu diesem Thema einige sehr bedeutsame Tatsachen ans Licht. Leider hat die \u00d6ffentlichkeit die unbewiesenen Theorien von Sigmund Freud mit offenen Armen begr\u00fc\u00dft; die unbequemen Fakten, die Unwin zutage f\u00f6rderte, jedoch von der B\u00fchne gedr\u00e4ngt: Unwin untersuchte zu Beginn des 20. Jh. die Entwicklung von 80 primitiven und 16 zivilisierten Kulturen \u00fcber einen Zeitraum von 5000 Jahren. Seine Studien enth\u00fcllten, dass in allen F\u00e4llen der Zusammenbruch der Nationen ein Resultat des Zusammenbruchs der Familieneinheiten in diesen Zivilisationen war. In allen F\u00e4llen brachen die Nationen innerhalb eins bis drei Generation nach dem Zerfall der Familienstrukturen zusammen. (John D. Unwin, Sex and Culture, London: Oxford University, 1934, S.411-412; 431-432;<br \/>\nLink zum Originaltext: <a href=\"http:\/\/www.megaupload.com\/?d=W1HA6WED\">www.megaupload.com\/?d=W1HA6WED<\/a>; Link zur Zusammenfassung im Bulletin der OJC: <a href=\"http:\/\/www.dijg.de\/fileadmin\/dijg-uploads\/pdf\/bulletin_9_2005_unwin.pdf\">www.dijg.de\/fileadmin\/dijg-uploads\/pdf\/bulletin_9_2005_unwin.pdf<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Studie bietet empirisches Beweismaterial f\u00fcr die Bedeutung der Familie. Aus seinen Entdeckungen geht klar hervor, dass die Familie mit ihrer monogamen Orientierung und Beschr\u00e4nkung der Sexualit\u00e4t auf die Ehe die Grundlage der nationalen Entwicklung ist. Jede Nation, die eine stabile Grundlage f\u00fcr ihre Entwicklung haben m\u00f6chte, muss daher in die Familie investieren, weil sie der Kern f\u00fcr Wachstum und Entwicklung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1975 wurde in Deutschland die Pornographie freigegeben. Zum Entsetzen ihrer anf\u00e4nglichen Bef\u00fcrworter f\u00fchrte die Freigabe bereits nach 15 Jahren zu einem starken Anstieg von klassischem Suchtverhalten, Realit\u00e4tsverlust und Gewalt in der Sexualit\u00e4t. Alice Schwarzer und mit ihr gro\u00dfe Teile der feministischen Bewegung bek\u00e4mpfen heute das, was sie damals hervorgebracht haben. So schreibt Schwarzer \u00fcber Mitscherlich, einen der V\u00e4ter der sexuellen Revolution: \u201eAlexander Mitscherlich hat 1975 in dem Hearing zur Sexualrechtsreform gesagt, er sei f\u00fcr mehr Freiheit, und er hoffe auf den Schock der aufkl\u00e4renden Selbsthilfe der B\u00fcrger gegen den Schund. Ich m\u00f6chte Alexander Mitscherlich, der nicht mehr lebt, nichts unterstellen, aber ich vermute, er w\u00fcrde zu den Menschen geh\u00f6ren, die heute die H\u00e4nde \u00fcber dem Kopf zusammenschlagen \u00fcber die Entwicklung der letzten 13 Jahre, die die Liberalisierung des Porno-Paragraphen nicht verursacht, aber m\u00f6glich gemacht hat.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die damalige Gesundheitsministerin Renate Schmidt, eine der Bef\u00fcrworterinnen der Freigabe, gestand 1990 ihre Fehleinsch\u00e4tzung \u00f6ffentlich ein. Leider zu sp\u00e4t, denn der Dammbruch war nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Heute potenziert sich die Zerst\u00f6rung von Beziehungen durch die Pornographie im Internet noch um ein Vielfaches. (vgl.: Thomas Schirrmacher, in \u201eFamilie wohin?\u201c S.243-244)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Zersetzung der Familie wurde durch die neomarxistische Bewegung der 68er gezielt eingeleitet. Viele ihrer Anf\u00fchrer k\u00e4mpfen heute in der \u00d6kobewegung f\u00fcr Nachhaltigkeit im Umgang mit der Umwelt. Von einer Reue \u00fcber die Zerst\u00f6rung von Nachhaltigkeit, die sie in der Innenwelt angerichtet haben, ist wenig bis nichts zu h\u00f6ren. Offenbar sitzen sie nach wie vor dem alten kommunistischen Irrtum auf, dass zuerst die Au\u00dfenwelt ver\u00e4ndert werden m\u00fcsse, ehe die Innenwelt sich \u00e4ndern kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von vielen Seiten wird heute die Wirtschaftskrise beschworen. Vielleicht haben wir aber nicht eine Wirtschafts-, sondern eine Wertekrise. In Deutschland und Europa erleben wir sogar einen Wertekrieg. Es gibt starke Kr\u00e4fte, die genau die Werte, die uns volkswirtschaftlich, sozial, kulturell und spirituell stark gemacht haben, zerst\u00f6ren m\u00f6chten. Dieser Krieg um die nachhaltige Erhaltung unserer Lebensqualit\u00e4t muss gef\u00fchrt werden. Und er ist nur mit geistigen Waffen zu gewinnen, wie der Apostel Paulus sie in seinem Brief an die Epheser beschreibt (Kap.6,11-18). Es ist ein Kampf auf einer anderen Ebene, der Ebene des Geistes, des Charakters, der Werte und des Gebetes und nicht die der physischen Gewalt. In diesem Kampf m\u00fcssen wir noch aktiver werden, Initiativen entwickeln und B\u00fcndnisse schlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu brauchen wir den 7. Wert:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Mut<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Winston Churchill bezeichnete ihn als Voraussetzung aller anderen Tugenden. Er ist die Grundlage aller Innovation, aller Wagnisse, und Schritte ins Ungewisse. Vor allem aber ist er die Voraussetzung einer \u201ekonstruktiven Fehlerkultur\u201c, die verst\u00e4rkt in unserer Wirtschaft als \u201eErfolgsfaktor\u201c diskutiert wird. Fehlerkultur bedeutet nicht, dass L\u00e4ssigkeit in der Arbeit akzeptiert wird. Doch es d\u00fcrfen Fehler gemacht werden, wenn daraus gelernt wird. Das Konzept von \u201eFehler \u2013 Vergebung \u2013 Neubeginn\u201c ist f\u00fcr uns so selbstverst\u00e4ndlich, dass wir kaum \u00fcber seine Herkunft nachdenken. Mir wurde das bewusst, als ich bei einer Zugfahrt mit einer chinesischen Studentin ins Gespr\u00e4ch kam, die vergleichende Kulturwissenschaft in Deutschland studierte. Nach wenigen Minuten kam sie auf das Thema: \u201eAlso, dass die deutschen Kollegen einfach einen Fehler eingestehen k\u00f6nnen und daf\u00fcr Vergebung erhalten, so etwas gibt es bei uns nicht!\u201c brach es f\u00f6rmlich aus ihr hervor. \u201eDas kommt daher, dass vor 2000 Jahren einer in der N\u00e4he von Jerusalem an einem Kreuz f\u00fcr die S\u00fcnden der Menschheit gestorben ist und dort sogar seinen Feinden vergeben hat\u201c, erkl\u00e4rte ich ihr. Die christliche Kultur kennt einen Erl\u00f6ser als Urheber der Vergebung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am 7. Dezember 1970 kniete der deutsche Bundeskanzler Willy Brandt vor dem Mahnmahl des Warschauer Ghettos und legte einen Kranz nieder: Sein Eingest\u00e4ndnis der deutschen Schuld am Holocaust. Die Bilder gingen um die Welt und l\u00f6sten ein starkes Medienecho aus: Der m\u00e4chtigste deutsche Politiker kniet im Eingest\u00e4ndnis der Schuld seines Volkes vor einem Mahnmahl des betroffenen Nachbarstaates Polen &#8211; und er war selbst nicht einmal daran beteiligt gewesen! In den asiatischen Kulturen ein unvorstellbarer Gedanke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dort muss vor allem das Gesicht gewahrt werden. \u00dcber Wahrheit und Recht bestimmt in der konfuzianischen Tradition Chinas der H\u00f6hergestellte. \u00dcber Fehler und Versagen von Kaisern schweigt die Geschichtsschreibung. Im krassen Gegensatz dazu finden wir in der Bibel eine schonungslose Darstellung gerade der Fehltritte und Peinlichkeiten der Gr\u00fcnderpersonen und Helden \u2013 von Abrahams Verrat an seiner Ehefrau \u00fcber Davids Ehebruch und Mord bis zur Verleugnung des Gemeindegr\u00fcnders Petrus von Jesus, seinem Herrn. Diese Art der Geschichtsschreibung und des Umgangs mit Fehlern und Versagen ist nur m\u00f6glich durch einen Gott, der selbst die Wahrheit ist, der S\u00fcnden vergibt und die Chance des Neuanfangs schenkt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Es erfordert jedoch Mut, sich den eigenen Schattenseiten zu stellen. Doch darin steckt ein ungeheueres Potential f\u00fcr Innovation, Freiheit und Kreativit\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nicht zuf\u00e4llig sucht das kalifornische Erfolgsunternehmen Google vor allem Mitarbeiter, die bereit sind, viele Fehler zu machen, Risiken einzugehen und neue Dinge zu wagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Chance der Umkehr von Irrwegen, der Vergebung und des Neubeginns bleibt auch f\u00fcr uns bestehen und gibt Hoffnung trotz vieler destruktiver Entwicklungen, die derzeit Besorgnis erregen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Werte als Basis f\u00fcr Gemeinschaft und Erfolg Werte pr\u00e4gen unser Leben und unsere Arbeit. Werte spiegeln unsere Weltanschauung wider. Wir erlernen Sie aber nicht aus dem Philosophiebuch, wir \u00fcbernehmen sie in der Regel von Vorbildern. Werte sind Ausdruck des Charakters und zeigen sich im Umgang von Menschen miteinander. 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