{"id":7610,"date":"2012-02-08T16:31:05","date_gmt":"2012-02-08T14:31:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7610"},"modified":"2012-02-08T17:07:26","modified_gmt":"2012-02-08T15:07:26","slug":"hochzeit-zu-feiern-ist-nicht-schwer-ehe-zu-leben-dagegen-sehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7610","title":{"rendered":"Hochzeit zu feiern ist nicht schwer, Ehe zu leben dagegen sehr!"},"content":{"rendered":"<p><strong>Hochzeit zu feiern ist nicht schwer, Ehe zu leben dagegen sehr!\u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eHabt ihr schon einmal miteinander gestritten?\u201c, fragte uns Walter Trobisch im Jahr 1965, als wir ihm erz\u00e4hlten, da\u00df wir uns verloben wollten. Wir hatten! Aber ich f\u00fcrchtete mich vor seinem erhobenen Zeigefinger. Deshalb schwieg ich. Mein damaliger Freund aber nickte, und was blieb mir anderes \u00fcbrig, als dasselbe zu tun. Denn allein streitet es sich schlecht. \u201eIhr beide werdet streiten\u201c, lie\u00df er uns wissen. \u201eDeshalb solltet ihr pr\u00fcfen, ob ihr einander vergeben k\u00f6nnt. Sollte ich euch einmal trauen, w\u00e4rt ihr das unterschiedlichste Ehepaar, das mir je begegnet ist\u201c. Zu dieser Zeit nahm ich solche Mahnungen nicht ernst. Wir beide liebten uns herzlich. Das gen\u00fcgte. Oder doch nicht?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00dcber manches kann ich heute schmunzeln, aber in dem Moment, als es passierte, wirkte es auf mich wie eine Katastrophe. Die Hochzeit war ein wundervolles Fest. Doch im Vorfeld die Einigung auf die Zahl der eingeladenen G\u00e4ste zu erzielen war nicht unproblematisch. Ich h\u00e4tte aus Freude am liebsten alle Menschen eingeladen, die ich kannte, er nur die engsten Verwandten und Freunde. Durch unseren Minigeldbeutel fiel allerdings die Entscheidung von selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Glatteis und andere Verz\u00f6gerungen lie\u00dfen mich viel zu sp\u00e4t am Standesamt ankommen. F\u00fcr meinen zuk\u00fcnftigen Mann war dies eine ungeheure Zerrei\u00dfprobe. Ich fand es einfach aufregend und lustig. Bei der kirchlichen Trauung antwortete ich voll tiefer \u00dcberzeugung laut mit \u201eJa\u201c, als ich gefragt wurde, ob ich in Freud und Leid ihm die Treue halten wollte. Sein \u201eJa\u201c war so gehaucht, dass man M\u00fche hatte, es richtig zu h\u00f6ren. M\u00f6glicherweise ahnte er damals schon die Herausforderung, die mit mir auf ihn zukam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach meinem Schwesternexamen wohnten wir dann endlich ganz zusammen. Doch die Zeit und M\u00fche, die ein Pfarramt mit sich bringen w\u00fcrde, waren mir vorher nicht im Geringsten bewusst. Wir verbrachten viel Zeit mit Menschen, die in Not waren und uns um Hilfe baten. Aber uns blieb kaum Zeit, um miteinander das Gespr\u00e4ch zu pflegen. Manchmal war ich neidisch auf jeden, der als Gast an unserer T\u00fcr erschien.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann bekamen wir unser erstes, hei\u00df ersehntes Kind. Es war eine schwere Geburt, und ich war danach v\u00f6llig ersch\u00f6pft, kaum f\u00e4hig ein Mittagessen auf den Tisch zu bringen. Dem Kind allerdings widmete ich mich ganz. Ich stand mehrmals in der Nacht auf, um es zu stillen. Wenn mein Mann etwas von mir wollte, f\u00fchlte ich mich zu kraftlos und schwach. Das Kind war zum Zentrum meines Denkens geworden, mein Mann eine Randfigur. Er ging seiner Arbeit nach, ich meiner. Wir waren ein tolles Arbeitsteam, aber kein Ehepaar, das sich liebevoll beschenkte mit pers\u00f6nlichem Gespr\u00e4ch oder N\u00e4he. Ging es um Dienst, funktionierte jeder von uns perfekt; ging es um Gef\u00fchle, f\u00fchlte jeder sich zu kurz gekommen. Wir litten beide.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl in unserem Dorf der Herr Pfarrer bekannt war f\u00fcr seine ausgezeichneten Predigten, lehrte ich ihn, seine Frau, nach jedem Gottesdienst, wie er es h\u00e4tte noch besser machen k\u00f6nnen. Ich war nicht besonders aufbauend f\u00fcr ihn. Es war meine Aufgabe, so dachte ich, ihm echte Gehilfin zu sein und ihn zum H\u00f6chsten herauszufordern. Dass ich ihn dabei entmutigte und klein machte, w\u00e4re mir nicht einmal in den Sinn gekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viele Frauen haben von Gott die Gabe der Intuition bekommen. Es meint, dass eine Frau Vieles ganzheitlich wahrnimmt. Ihre Ergebnisse beruhen meist nicht auf logischer Denkarbeit und sind deshalb oft schwer erkl\u00e4rbar. Dadurch sind sie auch nicht nachvollziehbar f\u00fcr den Mann, vor allem f\u00fcr den Ehemann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da der Mann durch Nachdenken zu Antworten findet, braucht er f\u00fcr diesen Prozess l\u00e4nger. Durch die spontanen Entscheidungen der Frau wird er h\u00e4ufig blockiert. Das alles wusste ich nicht. Ich w\u00fcnschte mir nur so sehr, dass mein Mann endlich die Entscheidungen in unserer Familie treffen sollte, dass er mich f\u00fchren sollte, &#8211; und m\u00f6glichst dann noch so, wie ich es mir w\u00fcnschte! Dass ich ihm dazu weder Gelegenheit noch Zeit gab, das merkte ich nicht einmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn mein Mann schwieg, f\u00fchlte ich mich abgelehnt. Ich meinte, dies w\u00e4re seine Art, um mich zu bestrafen. So gerne h\u00e4tte ich mich mit ihm ausgesprochen, aber Aussprachen dieser Art m\u00fcndeten in einer Diskussion, bei der wir Beide verletzt zur\u00fcckblieben. Ich begriff nicht, dass meine Vorschl\u00e4ge zum Gespr\u00e4ch ihm vorkamen wie Einladungen, bei denen ich ihn mit Vorw\u00fcrfen \u00fcberh\u00e4ufen wollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ebenso ging es beim Gebet. Vor der Ehe hatte das wunderbar funktioniert. Da konnten wir lange zusammen beten. Aber nach der Hochzeit fing es an, problematisch zu werden. Ich wusste damals nicht, warum mein Mann nicht mehr mit mir beten wollte. Sp\u00e4ter sagte er mir, dass ich f\u00fcr seine Begriffe viel zu langatmig gebetet h\u00e4tte. Au\u00dferdem h\u00e4tte ich die Angewohnheit gehabt, im Gebet Gott alles vorzuklagen, was er, mein Mann, angeblich falsch gemacht oder wo er mich nicht verstanden h\u00e4tte. Mein Mann war es leid, meine Klagelieder anzuh\u00f6ren, die ich Gott \u00fcber ihn vorgejammert hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind \u00e4lter geworden. Fast 45 Jahre sind seit der Hochzeit vergangen. Es ist Gottes Gnade, dass wir noch beisammen sind. Mit seiner Liebe hat er unsere Liebe f\u00fcreinander immer wieder erneuert. Ich danke Gott, dass wir heute wieder so von Herzen miteinander beten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach wenigen Ehejahren klappte es endlich, einen Urlaub zu planen. Wir hatten inzwischen ein oder zwei Kinder. Friedlich schliefen sie in unserer Ferienwohnung. Wir nutzten die Zeit zu einem kleinen Abendspaziergang. Dunkel wirkte der Wald, aber hell erleuchtete der Mond einen kleinen Pfad. Als mein Mann den Arm um mich legte, erf\u00fcllte mich ein gro\u00dfes Gl\u00fccksgef\u00fchl. Es war nur einfach der Alltag, der uns einander so fremd machte, dachte ich in meinem Herzen. Eigentlich haben wir doch einander sehr lieb. \u201eAn was denkst du denn?\u201c, fragte ich ihn schw\u00e4rmerisch. \u201eWei\u00dft du\u201c, sagte er ganz ehrlich, \u201edort dr\u00fcben am Berg muss eine Stra\u00dfe sein. Ich sehe immer wieder Autolichter. Und nun \u00fcberlegte ich gerade, ob es die Lichter eines Mercedes oder eines VW sein k\u00f6nnten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich war tief ersch\u00fcttert. War das alles, wor\u00fcber er nachdachte? War ich an seiner Seite nicht viel wichtiger? Er liebt mich nicht, das war das Ergebnis meines Denkens. Er hat mich noch nie wirklich geliebt. Entt\u00e4uscht rannte ich den Waldweg entlang und weinte laut. Er kam hinterher: \u201eWas in aller Welt habe ich wieder falsch gemacht?\u201c fragte er, \u201eich habe nur auf deine Frage geantwortet.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute bereite ich Fragen anders vor, wenn ich entsprechende Antworten h\u00f6ren will. Und mein Mann sagt augenzwinkernd: \u201eWenn meine Frau so eigenartig fragt, dass ich sp\u00fcre, sie will eine ganz spezielle Antwort, habe ich mir von Gott einen bestimmten Hebel wachsen lassen. Den bet\u00e4tige ich dann und frage Gott: \u201eHerr, was will sie eben h\u00f6ren?\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ehekrisen? Jede Ehephase ist eine neue Herausforderung&#8230;.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kleinkinder<br \/>\n<\/strong>Die Phase mit kleinen Kindern birgt die Gefahr, den Ehepartner zu vernachl\u00e4ssigen. N\u00e4he hatte ich genug und sehnte mich nach Gespr\u00e4ch. Mein Mann aber hatte viele Gespr\u00e4che mit Menschen und wollte N\u00e4he. Diese unterschiedlichen Erwartungen machten wir uns gegenseitig zum Vorwurf. Jeder hatte ein permanentes Hungergef\u00fchl &#8211; nur nicht nach dem, wonach der andere verlangte. Wir f\u00fchlten uns beide zu kurz gekommen und brauchten eine ganze Weile, bis wir begriffen, dass der andere auch litt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Erziehungsphase<br \/>\n<\/strong>Dann begann die Erziehungsphase. Meine St\u00e4rke war es, dem Kind Verstehen, Umarmungen, Zeit zu geben. Wenn mein Mann in die Erziehung eingriff, meinte ich st\u00e4ndig abmildern zu m\u00fcssen, was er f\u00fcr richtig hielt. Er aber hatte den Eindruck, meine Weichheit w\u00e4re keine Erziehung, sondern f\u00fchrte zur vollst\u00e4ndigen Verw\u00f6hnung des Kindes. Auf seine Weise versuchte jeder die \u201eFehler\u201c des Partners aufzufangen, die gar nicht wirklich falsch waren, sondern Besonderheiten. Das f\u00fchrte zum st\u00e4ndigen Hinterfragen und Hintergehen der Regeln, die der andere gesetzt hatte. Heute freue ich mich, wenn mein Mann immer wieder eingreift zu einem Zeitpunkt, an dem Verstehen von meiner Seite die Kinder fast zur \u00dcberschreitung anleitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wenn Kinder erwachsen werden<br \/>\n<\/strong>Als unser f\u00fcnftes Kind, eine Tochter von siebzehn Jahren, uns zu verstehen gab, dass sie heiraten werde, wenn sie ihren 18. Geburtstag erreicht h\u00e4tte, fiel f\u00fcr mich fast die Welt zusammen. Mein Mann sah darin gar keine so gro\u00dfe Trag\u00f6die und konnte meine Sorgen kaum nachvollziehen. Warum sollte sie nicht heiraten und dann doch das Abitur schaffen? Ich war ihm Gram, dass er sich so wenig mit mir dar\u00fcber unterhielt. Heute bin ich dankbar daf\u00fcr, dass er nicht meine Sicht \u00fcbernahm, sie an der Hochzeit hindern zu wollen. Wahrscheinlich h\u00e4tte dies ohnehin nichts genutzt. Inzwischen geht das junge Paar seit 7 Jahren einen guten Weg miteinander. Unsere Tochter studiert heute in U.S.A.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Krankheit<br \/>\n<\/strong>Krankheitszeiten waren immer besondere Belastungsproben unserer Ehe, weil einer pl\u00f6tzlich f\u00fcr alles zust\u00e4ndig war. Trotzdem haben uns diese schweren Zeiten auch immer neu sensibel f\u00fcreinander gemacht. Wenn einer von uns erkrankte, wurde uns oft erst bewusst, wie viel der andere uns bedeutete, wie wichtig er f\u00fcr unser Leben war. Ich sehe Krankheitszeiten als Gnadenzeiten an, selbst wenn sie manchmal nur schwer zu bew\u00e4ltigen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Frau \u00fcber 40<br \/>\n<\/strong>Eine besondere Phase in unserer Ehe hat begonnen, seit ich \u00fcber vierzig bin. Mir scheint, als wolle Gott alles Vergangene noch einmal ins Bewusstsein bringen, gut durchsch\u00fctteln und uns schlie\u00dflich zur Verarbeitung \u00fcberlassen. Alte Selbstwertzweifel wachten neu auf, unbew\u00e4ltigte Erlebnisse, unverarbeitete Bitterkeit, die Wurzeln geschlagen hatte, und vor allen Dingen eine gro\u00dfe Sehnsucht nach Leben, nach dem vollkommenen Mann, der alles verstehen, alles ertragen kann und immer noch, beziehungsweise wie damals vor der Hochzeit romantische Liebeserkl\u00e4rungen macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jede Pers\u00f6nlichkeitskrise zieht auch im weiteren Verlauf eine Ehekrise nach sich. Weil man sich selbst hinterfragt, hinterfragt man auch den Partner. Und wer mit sich selbst ungl\u00fccklich ist, ist kaum f\u00e4hig, einen anderen froh zu machen. Er ertr\u00e4gt auch nicht, dass dieser sich freut, w\u00e4hrend man selbst im Loch sitzt. Ich klagte ein, was im Laufe unserer Ehe f\u00fcr mich unbefriedigend war. So verirrt war ich manchmal in meinem Denken, meiner Sehnsucht und meinen W\u00fcnschen, dass ich bereit war, ziemlich viel aufzugeben, um wirkliches Gl\u00fcck erleben zu k\u00f6nnen. Wie sehr mir mein Verstand auch Widerstand leistete, wie sehr auch mein Leben mit Gott eigentlich den Mittelpunkt meines Lebens ausmachte, ich meinte, ein Recht auf Leben zu haben. Was ich mir genau darunter vorstellte, h\u00e4tte ich nicht einmal richtig formulieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So kam es, dass ich Gef\u00fchlseinbr\u00fcche hatte und oft anfing zu weinen, ohne sagen zu k\u00f6nnen, warum. Ich f\u00fchlte mich ausgelaugt und alt und beschuldigte daf\u00fcr die ganze Welt, am meisten meinen Mann und danach noch den Rest der Familie. Vielleicht l\u00e4sst Gott diese Phase zu, um in unserem Denken eine Wende zu schaffen, uns ganz klar zu sagen: dieses Leben hat ein Ende. Es ist begrenzt. Du kannst die Zeit nicht aufhalten. Denke \u00fcber die Ewigkeit nach.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber zun\u00e4chst ist einfach nur der Schock da: Ist es das gewesen? War das alles, was Liebe meint? Ich klagte Liebe ein, forderte meinen Mann auf, mir zu sagen, dass er mich liebte. Kopfsch\u00fcttelnd konnte er manchmal nur kommentieren: \u201eHast du dich ver\u00e4ndert!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um meinetwillen begann er Worte auszusprechen, die so gar nicht sein Stil waren. Er sp\u00fcrte, dass ich es brauchte, sein \u201eIch liebe dich\u201c. Und als ich es ihn &#8211; fast ungl\u00e4ubig &#8211; das erste Mal wieder aussprechen h\u00f6rte, fragte ich begl\u00fcckt: \u201eMeinst du das auch so?\u201c \u201eEhrlich gesagt\u201c, meinte er trocken, \u201eso w\u00fcrde ich meine Liebe zu dir eigentlich nicht ausdr\u00fccken. Aber ich spreche trotzdem so, weil du es brauchst.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eM\u00e4nner sind krisenge\u00fcbt\u201c, lie\u00df mich neulich ein Ehemann wissen. \u201eMindestens einmal pro Monat muss man mit seiner Frau durch die Zykluskrise. Aber man wei\u00df im Laufe der Zeit dann auch, dass es in zwei bis drei Tagen vorbei ist.\u201c Vielleicht ist dies einer der Gr\u00fcnde, warum M\u00e4nner echte Krisen oft zu sp\u00e4t wahrnehmen, d.h., erst dann, wenn ihre Frauen nicht mehr mit ihnen leben wollen, weil sie keine Hoffnung mehr haben f\u00fcr die eigene Ehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sind inzwischen krisenge\u00fcbt. 32 Ehejahre hei\u00dft: 32 mal 365 Tage gemeinsame Bew\u00e4ltigung von Alltag und Ferien, Sorgen und Freuden, Entt\u00e4uschungen und Jubel, Fehlern und Vergebung. Gott sagt in seinem Wort, dass seine Barmherzigkeit alle Morgen neu ist (Klag. 3,23). Diese Barmherzigkeit wollen wir uns t\u00e4glich neu schenken lassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je l\u00e4nger wir verheiratet sind, umso mehr entdecke ich in unserer Ehe das gro\u00dfe Geschenk, das Gott schuf, als er sagte: \u201eund die beiden werden ein Fleisch\u201c (1. Mose 2,24). Ich kann es mir nicht mehr vorstellen, ohne meinen Mann weiterleben zu k\u00f6nnen. Innerlich f\u00fchle ich mich so verkn\u00fcpft und verbunden mit ihm, dass ich nur sagen kann: Mein Gott, wie wunderbar hast du dir Ehe ausgedacht! Wie beschenkst du uns damit!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob es noch Konflikte gibt? Klar! Immer noch sind wir unterschiedlich. Immer noch m\u00fcssen wir manchmal weite Wege gehen, um zu mancher Entscheidung zu finden, die jeder von uns bejahen kann. Immer noch brauchen wir gegenseitige Vergebung. Immer noch brauchen wir Jesus Christus in unserer Mitte als der Teil der dreif\u00e4ltigen Schnur (Prediger 4,12), die stark genug ist, uns mit unseren menschlichen Schw\u00e4chen zu tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgestandene Konflikte k\u00f6nnen zu Wachstumssch\u00fcben, Stabilit\u00e4t und Reife in der eigenen Pers\u00f6nlichkeit und in der Ehebeziehung werden. Das habe ich so erlebt. Deshalb w\u00fcnsche ich Ihnen: Gottes Segen beim Wachsen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ruth Heil <a href=\"http:\/\/www.flm-int.de\/\">(Family Life Mission e.V.)<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hochzeit zu feiern ist nicht schwer, Ehe zu leben dagegen sehr!\u00a0 \u201eHabt ihr schon einmal miteinander gestritten?\u201c, fragte uns Walter Trobisch im Jahr 1965, als wir ihm erz\u00e4hlten, da\u00df wir uns verloben wollten. Wir hatten! Aber ich f\u00fcrchtete mich vor seinem erhobenen Zeigefinger. Deshalb schwieg ich. 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