{"id":7506,"date":"2012-01-16T11:47:03","date_gmt":"2012-01-16T09:47:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7506"},"modified":"2014-01-09T16:15:10","modified_gmt":"2014-01-09T14:15:10","slug":"vereint-abraham-juden-christen-und-muslime","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7506","title":{"rendered":"Vereint Abraham Juden, Christen und Muslime?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vereint Abraham Juden, Christen und Muslime?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gern wird heute &#8211; vor allem von christlicher Seite &#8211; die Einheit der drei sogen. &#8218;abrahamitischen&#8216;, monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam beschworen, weil sich alle auf Abraham und seinen Glauben an den einen Gott berufen. Man beschw\u00f6rt eine &#8218;\u00d6kumene der Religionen, die an den einen Gott glauben&#8216;. Im Eingottglauben Abrahams will man gewisserma\u00dfen den kleinsten gemeinsamen Nenner finden. Man will ehrlicherweise die Unterschiede im Gottesglauben nicht verwischen, aber das Gemeinsame herausstellen und als Basis f\u00fcr das Gespr\u00e4ch und die Zusammenarbeit betonen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist das m\u00f6glich und legitim? Bei genauem Hinsehen berufen sich Judentum, Christentum und Islam auf je &#8218;ihren Abraham&#8216;, also auf einen Abraham, wie sie ihn jeweils verstehen. Am jeweiligen Abrahamverst\u00e4ndnis werden gerade nicht die Gemeinsamkeiten des Gottesglaubens, sondern seine Unterschiede deutlich. Wir werden sehen, dass am jeweiligen Abraham-Bild das unterschiedliche Gottesverst\u00e4ndnis deutlich wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist nat\u00fcrlich zu bedenken, dass alle drei Glaubensweisen &#8218;breiten Str\u00f6men&#8216; gleichen, in denen recht unterschiedliche Auffassungen zum Thema vertreten werden. Wir werden uns deshalb vor allem an die Haupturkunden der drei Religionen, Altes und Neues Testament und Koran zu halten haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Abraham im alttestamentlichen Zeugnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. Das Alte Testament bezeugt uns Abraham als einen Menschen, zu dem Gott auf verschiedene Weise sehr pers\u00f6nlich geredet hat. Dabei hat Gott ihm nicht einfach &#8218;Wissen \u00fcber Gott&#8216; vermittelt, sondern hat ihn erfahren lassen, wer Gott ist &#8211; n\u00e4mlich der treue, zuverl\u00e4ssige Bundesgott, der seine Verhei\u00dfungen erf\u00fcllt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott hat Abraham aus seiner vertrauten Umgebung herausgerufen und ihn in eine fremde Welt beordert. Abraham hat sich auf dieses &#8218;Wagnis des Glaubens&#8216; eingelassen. Er verlie\u00df seine Heimat, ohne zu wissen, wo es hingeht und wie dort im fremden Land alles werden wird. Abraham gehorchte Gott, und Gott erwies sich als der zuverl\u00e4ssige, reale Gott.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott gab Abraham ein dreifaches Versprechen: er versprach ihm eine neue Heimat, ein Land; er versprach ihm gro\u00dfe Nachkommenschaft; ein Volk solle aus ihm werden; und schlie\u00dflich: Abraham solle f\u00fcr viele Menschen ein Segen sein; mit seinem Namen solle man sich gegenseitig Segen w\u00fcnschen, und durch ihn und in ihm sollen alle V\u00f6lker der Welt gesegnet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Verhei\u00dfung steht am Anfang der Abraham-Berichte (1. Mose 12,1-3). Alle weiteren Berichte zeigen, wie diese Verhei\u00dfungen anbruchhaft in Erf\u00fcllung gingen, aber zwischendurch immer wieder gef\u00e4hrdet waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Vom verhei\u00dfenen Land konnte Abraham nur ein kleines St\u00fcck erwerben, n\u00e4mlich einen Acker bei Hebron, an dessen Rand eine H\u00f6hle lag, in welcher er Sara begrub. Dieses St\u00fcck Land wurde zur Anzahlung f\u00fcr ganz Kanaan. Doch das erlebte Abraham nicht mehr. Er blieb Glaubender und Hoffender.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am dramatischsten entwickelte sich die Frage nach dem gro\u00dfen Volk, d.h. nach dem oder den Nachfahren. Abraham und Sara hatten keine Kinder und waren alt. Abrahams Vertrauen in Gott wurde auf viele, harte Proben gestellt. Sara war einige Male gef\u00e4hrdet, da man sie Abraham abwerben wollte, und Abraham verhielt sich in diesen Situationen nicht ganz gl\u00fccklich. Aber Gott rettete Sara.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schlie\u00dflich schlug Sara Abraham eine recht menschliche L\u00f6sung vor, Kinder zu bekommen, und Abraham lie\u00df sich darauf ein. Das Ergebnis war Ismael, der Sohn der Hagar &#8211; aber dieser eigenm\u00e4chtige Weg f\u00fchrte zu einem Familiendrama und schlie\u00dflich zur Ausweisung Hagars und Ismaels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch w\u00e4hrend sich dieser Fehlschlag abzeichnete, k\u00fcndigte Gott das Wunder der Geburt Isaaks an, und es geschah. Der Junge wuchs heran. Dann aber sollte Abraham ausgerechnet diesen &#8218;Sohn des Glaubens&#8216; als Opfer darbringen. Das war die h\u00e4rteste Glaubensprobe. &#8218;Der Herr wird&#8217;s versehen&#8216;, antwortete Abraham auf die neugierige Frage Isaaks nach dem Opfertier. Abraham blieb gehorsam und erfuhr die Treue Gottes in der Ausl\u00f6sung Isaaks durch ein Tier. Isaak war gerettet und konnte der Vater eines gro\u00dfen Volkes werden. Isaak wurde zum &#8218;Angeld&#8216; f\u00fcr das Volk Israel. Doch das erlebte Abraham nicht mehr. Er blieb Glaubender und Hoffender.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Mit Isaak stand und fiel auch die Segensverhei\u00dfung f\u00fcr alle V\u00f6lker. Wahrscheinlich hatte Abraham es erlebt, dass die Menschen seiner Zeit sich segneten und sagten: Gott mache dich reich wie Abraham. Doch die eigentliche Erf\u00fcllung erlebte Abraham nicht. Die Erf\u00fcllung kam letztlich erst mit Jesus, dem &#8218;Licht der Welt&#8216;. Paulus schreibt in Gal. 3,8: &#8222;Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verk\u00fcndigte sie dem Abraham (1. Mose 12,3): &#8218;In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.'&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. In der Abrahamgeschichte verk\u00fcndigt uns das Alte Testament Gott als den treuen Bundesgott. Dieser Gott erwies sich als ein Gott, mit dem der Mensch rechnen kann. D.h., Gott nicht als eine unpers\u00f6nliche Idee, sondern als eine lebendige Wirklichkeit und als solche ein pers\u00f6nliches Gegen\u00fcber zum Menschen, ein Du. Abraham hat Gott als solchen erfahren. Und jeder Mensch kann Gott als solchen erfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Abraham im Judentum<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8218;Wir haben Abraham zum Vater&#8216; (Matth. 3,9, vgl. Joh. 8,33) &#8211; so rechtfertigten sich die Juden im 1. Jahrhundert gegen\u00fcber Johannes dem T\u00e4ufer und gegen\u00fcber Jesus. Mit dem Hinweis auf ihr Kindschaftsverh\u00e4ltnis zu Abraham lehnten sie sowohl den Bu\u00dfruf des T\u00e4ufers als auch den Jesu ab. Die leibliche Abstammung von Abraham machte sie selbstsicher gegen\u00fcber dem Anspruch Gottes auf ihr Leben. Jesus sagte ihnen: \u201eWenn ihr Abrahams Kinder w\u00e4ret, so t\u00e4tet ihr Abrahams Werke.\u201c Sowohl Johannes als auch Jesus sagten deutlich, dass eine leibliche Abstammung von Abraham nicht ausreicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Johannes und Jesus setzen damit die Kritik der alttestamentlichen Propheten fort. Israel solle nicht meinen, dass die Berufung durch Gott ein Freibrief f\u00fcr die S\u00fcnde ist. Gott will Gehorsam, eben den Gehorsam Abrahams.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der alttestamentliche Abraham war eben beides:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; einerseits der leibliche Vater Israels \u00fcber seinen Sohn Isaak und seinen Enkel Jakob, und das 1. Buch Mose macht klar, dass diese Erblinie die Erw\u00e4hlungslinie ist; Israel kann sich also wirklich auf den Abrahambund und die Erw\u00e4hlung durch Gott berufen;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; andererseits ist der alttestamentliche Abraham das gro\u00dfe Vorbild im Glaubensgehorsam und insofern Typos f\u00fcr alle zuk\u00fcnftigen an Gott Glaubenden. Durch Abraham sollen eben alle V\u00f6lker gesegnet werden und nicht nur die Nachfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Judentum ist Abraham einseitig &#8218;verengt&#8216; worden auf die v\u00f6lkische Erw\u00e4hlungslinie. Ebenso hat das Judentum das Zeugnis von der Treue Gottes auf Israel begrenzt und damit den Gottesglauben verzerrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Abraham im neutestamentlichen Zeugnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus und die Apostel haben Abraham und den Gottesglauben wieder in die urspr\u00fcngliche Weite ger\u00fcckt und den Gott bezeugt, welcher der treue Vater im Himmel f\u00fcr alle Glaubenden ist. Paulus f\u00fchrt in R\u00f6mer 4 und 9 sowie in Galater 3 und 4 aus, dass der wesentliche Zug an Abraham sein Vertrauen in Gottes Verhei\u00dfungen war. Durch dieses Vertrauen lebte er in der rechten Glaubensbeziehung. Ich meine, dass Paulus damit einerseits den Abraham der 1. Mosesbuches richtig verstanden hatte und andererseits auf der Linie Johannes des T\u00e4ufers und Jesu dachte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie f\u00fcr Johannes und Jesus hatte dieses Verst\u00e4ndnis Abrahams eine besondere Bedeutung in seiner Auseinandersetzung mit dem gesetzestreuen Judentum. F\u00fcr Paulus ist derjenige &#8218;Kind Abrahams&#8216;, der Gott bedingungslos vertraut (Gal.3,7). Die leibliche Abstammung ist also nicht entscheidend. Paulus macht dies daran deutlich, dass Abraham ja viele leibliche Kinder hatte &#8211; au\u00dfer Isaak auch Ismael und die S\u00f6hne der Ketura &#8211; dass aber nur Isaak der &#8218;Sohn des Glaubens&#8216; und damit der Tr\u00e4ger der Bundesverhei\u00dfung ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Paulus folgert daraus, dass auch Nichtjuden, also Menschen aus den V\u00f6lkern der Welt (Gal. 3,8), Kinder Abrahams werden k\u00f6nnen, wenn sie glauben. &#8222;So sollte er ein Vater werden aller, die glauben&#8230;.&#8220; (R\u00f6m. 4,11). Paulus begr\u00fcndet auf diese Weise, dass es nicht n\u00f6tig sei, das mosaische Gesetz zu halten, um in die richtige Gottesbeziehung zu kommen. Das Gesetz ist wohl gut, aber es kann den Menschen letztlich nicht in das rechte Gottesverh\u00e4ltnis bringen. Nur im Glauben an die in Jesus verhei\u00dfene S\u00fcndenvergebung kann ein Mensch &#8218;mit Gott in Ordnung kommen&#8216;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier wird deutlich, dass die neutestamentliche Sicht Abrahams auch eine bestimmte Sicht Gottes ist. Gott ist der barmherzige Gott, der in seiner gro\u00dfen Liebe alle Menschen zu Kindern Abrahams machen m\u00f6chte. Diese Liebe ist so gro\u00df, dass Gott durch seinen Sohn Jesus Christus einen Weg zu sich er\u00f6ffnet hat, der f\u00fcr alle Menschen offen ist: nicht der Weg des Gesetzes, sondern der bedingungslosen Vergebung im S\u00fchnopfer Jesu.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Apostel Jesu und damit der christliche Glaube sind sich gewiss, dass diese Deutung Abrahams und dieser Gottesglaube mit dem Alten Testament \u00fcbereinstimmen, dass das Judentum das alttestamentliche Zeugnis von Gott verengt hat und dass der Jesusglaube das alttestamentliche Zeugnis von Gott best\u00e4tigt und vertieft. Das Christentum versteht sich, wenn es dem biblischen Zeugnis treu bleibt, als der H\u00fcter des wahren Abrahamverst\u00e4ndnisses und des wahren Gottesglaubens, als die endzeitliche Gemeinde der Glaubenden aus den Juden und aus den V\u00f6lkern der Welt, als Menschen, die aus dieser Welt schon herausgerufen worden sind und auf die Herrschaft Gottes warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Der Abraham Muhammads<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. F\u00fcr Muhammed war wichtig, dass Abraham weder Jude noch Christ war, sondern einfach ein Gottgl\u00e4ubiger. Muhammed hatte kein klares Geschichtsbild, aber er hatte begriffen, dass Abraham vor Mose und Jesus lebte. Da Abraham ein Verehrer des einen Gottes war, schloss Muhammed daraus, dass man nicht Jude oder Christ werden m\u00fcsse, um den einen Gott zu verehren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vermutlich stand Muhammed vor seinem Berufungserlebnis vor der Frage, ob er nicht Jude oder Christ werden solle. Nach seinem Berufungserlebnis wusste er sich als arabischer Gottgl\u00e4ubiger &#8218;gleichberechtigt&#8216; neben Juden und Christen. Da aber Juden und Christen seine Sendung ablehnten, wurde f\u00fcr Muhammed der R\u00fcckgriff auf Abraham immer wichtiger: Wer glaubt wie Abraham, der ist im rechten Gottesverh\u00e4ltnis!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muhammed argumentierte also \u00e4hnlich wie Paulus, doch ist der Unterschied nicht zu \u00fcbersehen. W\u00e4hrend Paulus den alttestamentlichen Abraham aus den heiligen Schriften kannte, hat Muhammed den im 1. Mosebuch bezeugten Abraham nicht kennen gelernt, da er die hebr\u00e4ischen Schriften weder lesen konnte noch &#8211; vermutlich &#8211; zu h\u00f6ren bekam. Seine Kenntnis von Abraham beruhte auf j\u00fcdischen Legenden, und Muhammed legte seine eigenen Vorstellungen von dem wahren Gottgl\u00e4ubigen in Abrahams Geschichte hinein. Der Koran verk\u00fcndigt einen &#8218;muhammedanischen Abraham&#8216;, der gegen die Vielg\u00f6tterei k\u00e4mpft wie Muhammed selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Zahlreiche Koranstellen schildern Abrahams Kampf gegen den G\u00f6tzendienst seiner Zeit, vor allem auch gegen seinen Vater Azar. Er zerschl\u00e4gt die G\u00f6tzenstatuen (21,58). Daraufhin will man Abraham t\u00f6ten, aber Gott errettet ihn (21,68). Abraham bekennt sich zu Gott als dem Sch\u00f6pfer. Ber\u00fchmt sind die Koranverse (6,76 &#8211; 79), in denen Abraham die Sterne, den Mond und die Sonne als unf\u00e4hige Helfer ablehnt und sich Gott zuwendet. Nach 2,260 bittet Abraham Gott um einen Beweis, dass er Tote lebendig machen kann. Daraufhin werden vier tote V\u00f6gel &#8218;auferweckt&#8216;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte hier einige Anmerklungen zum islamischen Sch\u00f6pfungsglauben machen. Er unterscheidet sich wesentlich vom biblischen. Das h\u00e4ngt damit zusammen, dass der Islam die absolute Freiheit Gottes betont, aber nicht um die unendliche Treue und Geduld Gottes wei\u00df. Prof. Adel Khoury, M\u00fcnster, schreibt dazu in seinem Buch &#8218;Einf\u00fchrung in die Grundlagen des Islam&#8216;, K\u00f6ln u.a. 1978, S. 144f.: &#8222;Wenn alles immer wieder neu dem Sch\u00f6pfungsakt Gottes entspringt, so bedeutet das, dass alles in jedem Augenblick durch den sch\u00f6pferischen, unbedingten und uneingeschr\u00e4nkten Willen Gottes bestimmt und bedingt wird (Atomismus). Es folgt aus dieser Sicht der Dinge, dass die Welt keine innere Kontinuit\u00e4t aufweist. Ihre \u00e4u\u00dferliche Kontinuit\u00e4t ist lediglich die Zusammensetzung unendlich vieler Augenblicke, in denen Gott immer wieder die Welt neu erschafft. Was wir Menschen als eine Kontinuit\u00e4t der Existenz der Welt und eine Best\u00e4tigung ihrer Naturgesetze betrachten, ist in Wirklichkeit nur die Reihe der punktuellen und immer erneuten Wirkungserscheinungen des freien Sch\u00f6pferwillens Gottes. So besteht in der Natur keine innere Wahrheit der Dinge. Das Wesen jeder Erscheinung wird von Gott direkt in jedem Augenblick im Zusammenhang mit ihrer Erschaffung neu festgesetzt&#8230;Dieser Atomismus erstreckt sich auf alle Bereiche des Seins und des Daseins, er umfasst alle Ebenen der Welt und des menschlichen Lebens&#8230;Die islamischen Theologen, die diesen Atomismus bejahen, berufen sich unter anderem auf folgende Koranstellen: S 56,71-72&#8230;S 8,17: \u201eUnd nicht ihr habt sie get\u00f6tet, sondern Gott. Und nicht du hast jenen Wurf ausgef\u00fchrt, sondern Gott&#8230;&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. Kommen wir zur\u00fcck zu Abraham. Zahlreiche Koranstellen beziehen sich auf die Verhei\u00dfung von Nachkommenschaft an Abraham und auf das Gericht \u00fcber Lots Leute. Die ganze heilsgeschichtliche Dramatik fehlt aber im Koran. Die Geburt eines Jungen von hochbetagten Eltern wird als ein Geschenk Gottes angesehen. Auch die Geschichte von der Opferung dieses Jungen wird in vager Form geschildert. Der Name Isaaks wird dabei nicht genannt, und f\u00fcr die Muslime war Ismael der zu Opfernde. Merkw\u00fcrdigerweise sagte Abraham zu seinem Sohn: &#8222;&#8218;Mein Sohn! Ich sah im Traum, dass ich dich schlachten werde. \u00dcberleg jetzt (und sag), was du (dazu) meinst!&#8216; Er sagte: &#8218;Vater! Tu, was dir befohlen wird!&#8230;&#8220; (Sure 37,102). Die ganze Dramatik der alttestamentlichen Erz\u00e4hlung ist hier eingeebnet, der Sohn zu einem ergebenen Muslim gemacht worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">d. Zahlreiche weitere Koranverse schildern Abraham als frommen Muslim, der hofft, dass Gott ihm am Tag der Auferstehung seine S\u00fcnde vergibt (26,82). Abraham war ein Prophet, ja er hat Offenbarungen von Gott erhalten, die in den &#8218;Bl\u00e4ttern Abrahams&#8216; festgehalten worden sind (2,136; 4,54). Der Islam wird als die &#8218;Religion Abrahams&#8216; (2,135) bezeichnet. Abraham wird nach Mekka in Arabien verpflanzt, die Kaaba als Haus und Platz Abrahams (2,125) bezeichnet. Abraham und Ismael haben nach 2,127 die Mauern &#8218;des Hauses&#8216; gebaut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">e. Mit Hilfe dieser Projektionen setzte Muhammed die biblische Heilsgeschichte von Abraham bis Jesus praktisch au\u00dfer Kraft. Mit dem R\u00fcckgriff auf Abraham entzog sich Muhammed sowohl dem Anspruch des mosaischen Gesetzes als auch des durch Jesus gewirkten Heils.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der islamische R\u00fcckgriff auf Abraham ist gerade keine gemeinsame Plattform f\u00fcr den Gottesglauben von Juden, Christen und Muslimen, sondern vielmehr eine Kampfansage an den in der Bibel bezeugten &#8218;Gott der V\u00e4ter&#8216; und den Vater Jesu Christi. Das koranische und das biblische Zeugnis von Gott lassen sich nicht &#8218;auf einen Nenner bringen&#8216;, sind vielmehr gegens\u00e4tzlich. Der Koran spricht von einem &#8218;anderen Gott&#8216; als die Bibel, auch wenn wir Muslimen nat\u00fcrlich zugestehen m\u00fcssen, dass sie den einen Gott, den Sch\u00f6pfer und Herrn der Welt, meinen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">f. Im Islam ist das koranische Gottesbild zur Norm erhoben worden. An dieser Norm wird das biblische Gottesbild gemessen. Alles, was in der Bibel dem koranischen Gottesbild widerspricht, wird als Erfindung von Juden und Christen, also als menschliche F\u00e4lschung hingestellt. Muslime sind der Meinung, dass sie allein im Koran und in der Tradition das wahre Gottesbild bzw. die wahre Gottesoffenbarung bewahrt haben und Juden wie Christen einem falschen Gottesbild anh\u00e4ngen. Einen Gott, der durch Opfer vers\u00f6hnt werden muss, einen Gott, der seinen Sohn am Kreuz opfert, lehnen Muslime ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aus diesen Ausf\u00fchrungen folgt nun:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Wie sehen Judentum, Christentum und Islam einander?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir haben gesehen, dass Juden, Christen und Muslime nicht nur Abraham, sondern auch den Gott Abrahams sehr unterschiedlich glauben und bekennen. Was folgt daraus f\u00fcr die Sicht der jeweils beiden anderen Glaubensweisen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">a. Das Judentum versteht sich selbst als den wahren H\u00fcter des biblischen Eingottglaubens.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Christentum sieht es dagegen sehr kritisch. Aus j\u00fcdischer Sicht ist das Christentum letztlich eine aus dem Judentum kommende Sekte, die Sekte der Jesus-Anh\u00e4nger, die sich leider weltweit ausgebreitet hat und durch die Einbeziehung der Heidenchristen eine m\u00e4chtige Weltreligion geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch den christlichen Gottesglauben sieht das Judentum sehr kritisch. Es wirft uns als Christen vor, den vermeintlichen Messias Jesus auf die g\u00f6ttliche Ebene gehoben und damit den strengen Eingottglauben preisgegeben zu haben. Das Judentum hat im Laufe der Kirchengeschichte den christlichen Glauben immer wieder massiv in Frage gestellt, vor allem den Glauben an die Dreieinigkeit Gottes und an den gekreuzigten Messias Jesus. Leider haben Christen im Laufe der zweitausend Jahre Kirchengeschichte das Zeugnis von dem erniedrigten Gottessohn durch das harte Verhalten gegen\u00fcber den Juden sehr unglaubw\u00fcrdig gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Judentum sieht auch den Islam sehr kritisch. Einerseits w\u00fcrdigen Juden den strengen islamischen Eingottglauben, aber Juden k\u00f6nnen nicht zustimmen, dass dieser Gottesglaube an Muhammed offenbart sein soll. Die Juden zur Zeit Muhammeds haben ihm vermutlich deutlich gesagt, dass die Offenbarung mit der hebr\u00e4ischen Bibel abgeschlossen ist. Juden k\u00f6nnen unm\u00f6glich Muhammed als Propheten anerkennen. Sie m\u00fcssen Muhammed vorwerfen, sich an die Stelle Moses gesetzt zu haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Juden m\u00fcssen aber auch den islamischen Machtanspruch verwerfen. Der Islam hatte sich noch unter Muhammed in Madina zu seinem religi\u00f6sen Staat entwickelt und die Juden blutig aus Madina vertrieben. Der Islam versteht sich wie das alte Volk Israel als ein religi\u00f6s-politisches Gemeinwesen. Darin liegt eine gro\u00dfe Tragik, die gerade in unseren Tagen im Nahostkonflikt deutlich wird. Das Judentum hat die Hoffnung auf eine staatliche Existenz nie aufgegeben. Damit st\u00f6\u00dft es aber mit den islamischen Machtinteressen zusammen. Politisch ist der Islam die gro\u00dfe Konkurrenz des Judentums, w\u00e4hrend die christliche Kirche inzwischen auf ihre politischen Anspr\u00fcche &#8211; Gott sei Dank &#8211; verzichtet hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">b. Wie ist die christliche Stellung zu Juden und Muslimen zu formulieren, wie ich sie aufgrund des Zeugnisses der Schrift verstehe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Christen sind wir den Juden besonders verbunden, weil wir die hebr\u00e4ische Bibel mit ihnen gemeinsam haben und weil wie in den gl\u00e4ubigen Juden Zeugen f\u00fcr den einen Gott und seine Treue sehen. Paulus nennt die Juden &#8218;Kinder Gottes&#8216; (R\u00f6m. 9,4) und Geliebte Gottes (V. 28). Mit den Juden warten wir auf die Ankunft des Messias in Macht und Herrlichkeit. Mit Paulus wissen wir, dass \u201eganz Israel gerettet werden wird\u201c (R\u00f6m. 11,26).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zugleich aber bekennen wir, dass Jesus von Nazareth der von Gott gesandte Messias Israels ist. Paulus stellt fest, dass die Mehrzahl der Juden diesem Messias und damit Gott ungehorsam ist (R\u00f6m. 11,31), dass sie &#8218;verstockt&#8216; (V. 25) und &#8218;Feinde&#8216; (V. 28) der Messiasgl\u00e4ubigen sind. Das gibt uns allerdings kein Recht, die Juden zu verachten oder gar zu verfolgen. Vielmehr sollen wir als Messiasgl\u00e4ubige den Juden ihren Messias bezeugen und sie zu Jesus rufen. Ich glaube, dass es legitim ist, dass wir als Christen aus den V\u00f6lkern der Welt Juden zu dem einladen, der auch f\u00fcr sie als Retter und Messias gekommen, gestorben und auferstanden ist. Gleichzeitig sollten wir den Juden viel Liebe erweisen und sie angesichts ihrer vielen Feinde in Schutz nehmen. Wir wollen das ihnen von christlicher Seite zugef\u00fcgte Unrecht bu\u00dffertig eingestehen, k\u00f6nnen aber Israel und das Judentum auch nicht verherrlichen und das von Israel anderen Menschen zugef\u00fcgte Unrecht nicht \u00fcbersehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sehen wir von der Bibel her den Islam und die Muslime? Wir m\u00fcssen zugestehen, dass viele Muslime einen gro\u00dfen &#8218;Eifer f\u00fcr Gott&#8216; haben, wie Paulus ihn auch vielen Juden zugesteht (R\u00f6m. 10,2). Wir m\u00fcssen aber mit Paulus hinzuf\u00fcgen, dass dieser Eifer &#8218;ohne Einsicht&#8216;, d.h. ohne wahre Gotteserkenntnis ist. Der Islam hat wohl Elemente des j\u00fcdischen und des christlichen Glaubens aufgenommen, aber insgesamt das biblische Zeugnis von Gott entstellt und einseitig verzerrt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Islam kennt nicht den absolut heiligen Gott, dessen Urteil \u00fcber den S\u00fcnder hei\u00dft: Des Todes schuldig. Der Islam meint, dass Menschen in der Lage seien, ihre S\u00fcnde wieder gutzumachen und bei Gott Anerkennung zu finden. Der Islam lehnt deshalb Vers\u00f6hnung und S\u00fchnopfer ab. Jesus wird zu einem blo\u00dfen Propheten herabgestuft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit erweist sich der Islam als eine gegen den biblischen Jesus gerichtete Macht, eine endzeitliche Verf\u00fchrung, die Menschen von Jesus als dem Retter abhalten will (Anh\u00e4nger eines &#8218;falschen Propheten&#8216; nach Matth. 24,24; 1. Joh. 2,22f.) und die Muslime als Menschen, die einer Verf\u00fchrung erlegen sind (2. Kor. 11,14; Matth. 16,22f.).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von seiner Entstehung her ist der Islam eine arabische Religion mit j\u00fcdischen und christlichen Entlehnungen, die durch politische und milit\u00e4rische Erfolge Macht gewonnen hat und zur Weltreligion bzw. zur Weltmacht geworden ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Einsch\u00e4tzung sollte freilich Christen nicht dazu verleiten, Muslime zu verachten oder gar zu bek\u00e4mpfen. Auch Muslimen gilt die Liebe Christi. Ich meine, dass wir Muslime zu Jesus, dem Retter, einladen sollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gleichzeitig sollten wir ihnen respektvoll begegnen und ihre Rechte als religi\u00f6se Minderheit in unserem Land achten. Wir sollten ihnen auch in Liebe helfen, wo es n\u00f6tig und m\u00f6glich ist. Wir sollten uns bem\u00fchen, die Muslime zu verstehen als Menschen, die wie wir unter unserer modernen und gottlosen Gesellschaft leiden. Wir k\u00f6nnen es uns auch leisten, unsere christliche Geschichte ehrlich zu sehen als eine Geschichte vielfachen Versagens gegen\u00fcber den Muslimen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das alles sollte uns aber nicht davon abhalten, den Muslimen Jesus als den Herrn und Retter zu bezeugen und ihre Umkehr zu Jesus zu erwarten. Wir sollten es gegen\u00fcber Muslimen auch nicht verschweigen, dass viele Christen in muslimischen L\u00e4ndern keine Religionsfreiheit genie\u00dfen d\u00fcrfen. Wir sollten nicht m\u00fcde werden, die Freiheit unserer christlichen Schwestern und Br\u00fcder einzufordern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">c. Wie sehen nun die Muslime Juden und Christen? Muslime halten sich selbst als die einzig wahren Gottgl\u00e4ubigen und rufen sowohl Juden als auch Christen zum Islam auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Juden werfen Muslime vor, die g\u00f6ttliche Sendung Muhammeds abzulehnen und deshalb gegen\u00fcber Gott \u00fcberheblich und ungehorsam zu sein. Muslime k\u00f6nnen Juden bestenfalls als &#8218;Leute der Schrift&#8216; dulden, aber nicht als wahre Gottgl\u00e4ubige anerkennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch uns Christen werfen die Muslime vor, dass wir Muhammads Sendung nicht anerkennen und deshalb Gott ungehorsam sind. Vor allem aber sieht man uns nicht als wahre Gl\u00e4ubige an den einen Gott, weil wir Gott als den dreieinigen bekennen, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Neben Gott Gottheiten zu bekennen, ist aus islamischer Sicht eine ganze schlimme S\u00fcnde, die den Menschen auf jeden Fall vom Heil ausschlie\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muslime f\u00fchren die Ablehnung Muhammads und den Glauben an die G\u00f6ttlichkeit Jesu darauf zur\u00fcck, dass die Nachfolger Jesu, vor allem Paulus, die Worte Jesu verdreht und entstellt h\u00e4tten. Unsere Bibel sei also nicht mehr die urspr\u00fcngliche.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Muslime sehen auch die christliche Geschichte sehr kritisch. Sie meinen, dass Christen deshalb so viel Gewalt angewendet h\u00e4tten, weil ihr Glaube so unlogisch und wenig \u00fcberzeugend sei. Der christliche Glaube sei unrealistisch, weil er den Menschen keine klaren Gebote und Verbote verordne und die Menschen verf\u00fchre, sich auf Christus zu verlassen, anstatt sich moralisch anzustrengen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht sind Sie verwundert \u00fcber solche Argumentationen, aber wenn Sie sich intensiv auf das Gespr\u00e4ch mit Muslimen einlassen, werden Sie diese Argumente st\u00e4ndig zu h\u00f6ren bekommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vor allem aber stellt sich nun noch einmal die Frage: K\u00f6nnen drei so unterschiedlich denkende Glaubensweisen im Namen Abrahams auf einen Nenner gebracht werden? Ich halte das f\u00fcr ausgeschlossen, wenn wir sowohl unseren eigenen Glauben ernst nehmen und den Glauben von Juden und Muslimen in seiner Andersartigkeit respektieren wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Welchem Abraham wollen wir folgen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der v\u00f6lkische Abraham des Judentums scheidet f\u00fcr uns als Menschen aus den Heiden aus. Wollen wir dem Abraham Muhammads folgen? Der Abraham des Koran war sicher ein wackerer Streiter f\u00fcr den Eingottglauben &#8211; ein Mensch, der &#8218;Eifer f\u00fcr Gott hatte&#8216; (R\u00f6m. 10,2). Alle Achtung vor diesem Abraham! Er sch\u00e4mte sich Gottes nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch unter Christen finden wir solche wackeren Gottesstreiter &#8211; Hut ab vor ihnen! Ich m\u00f6chte nicht das Geringste gegen alle christlichen Eiferer sagen &#8211; sie besch\u00e4men mich oft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und doch halte ich es lieber mit dem biblischen Abraham &#8211; diesem Mann, der gar kein so gro\u00dfer Held war, der schwache Stunden kannte und versagte, der dennoch Gott immer wieder neu vertraute und gehorchte, der den Weg des Glaubens trotz aller Anfechtungen und Niederlagen bis zu Ende ging.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abraham sah das Angeld der Verhei\u00dfungen, er sah noch nicht das Ganze. So geht es doch auch uns in unserem christlichen Glauben. Wir haben durch Jesus das verb\u00fcrgte Angeld der Erl\u00f6sung. Wir haben den Heiligen Geist als Angeld der neuen Welt Gottes. Aber wir warten noch auf das Endg\u00fcltige, auf den neuen Himmel und die neue Erde. Wir warten auf den sichtbar wiederkommenden Herrn. Dann, ja dann werden wir endg\u00fcltig vom Glauben zum Schauen kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit diesem biblischen Abraham, der hoffnungsvoll und geduldig unterwegs ist zum Ziel m\u00f6chte ich es halten. Er soll der &#8218;Vater meines Glaubens&#8216; sein. Und ich m\u00f6chte mich an den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs halten, den lebendigen Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Eberhard Troeger, Freudenstadt am 13.2.06<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vereint Abraham Juden, Christen und Muslime? Einleitung Gern wird heute &#8211; vor allem von christlicher Seite &#8211; die Einheit der drei sogen. &#8218;abrahamitischen&#8216;, monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam beschworen, weil sich alle auf Abraham und seinen Glauben an den einen Gott berufen. Man beschw\u00f6rt eine &#8218;\u00d6kumene der Religionen, die an den einen Gott glauben&#8216;. 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