{"id":7499,"date":"2012-01-13T18:07:14","date_gmt":"2012-01-13T16:07:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7499"},"modified":"2012-01-13T18:07:14","modified_gmt":"2012-01-13T16:07:14","slug":"predigt-die-beiden-baumeister-und-ihr-bau-mt-724-27","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7499","title":{"rendered":"Predigt: Die beiden Baumeister und ihr Bau (Mt 7,24-27)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt: Die beiden Baumeister und ihr Bau (Mt 7,24-27)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Darum, wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, den vergleiche ich mit einem klugen Manne, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel und ein Gew\u00e4sser kam, und wehten die Winde und stie\u00dfen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Fels gegr\u00fcndet. Und wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie nicht, der ist einem t\u00f6richten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel und kam ein Gew\u00e4sser und wehten die Winde und stie\u00dfen an das Haus, da fiel es und tat einen gro\u00dfen Fall.&#8220; (Mt 7,24-27)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses sind die Schlu\u00dfworte der herrlichen Bergpredigt unseres Herrn. Einige Prediger wenden allen ihren Flei\u00df daran, mit einer besonders sch\u00f6nen Redewendung, sozusagen mit einem rednerischen Feuerwerk, zu schlie\u00dfen. Sie folgen gewi\u00df nicht dem Beispiel Jesus. Hier finden sich des Heilands Schlu\u00dfworte, und doch sind sie so einfach wie die ganze Ansprache. Hier fehlt alle Redekunst. Die ganze Bergpredigt ist sehr ernst, und dieser Ernst wird bis ans Ende beibehalten, so da\u00df die Schlu\u00dfworte wie gl\u00fchende Kohlen sind oder wie scharfe Pfeile f\u00fcr den Bogen. Unser Herr schlie\u00dft nicht damit, da\u00df Er seine Macht der Beredsamkeit zeigt, sondern indem Er einfach und liebevoll eine Warnung an diejenigen richtet, die sein Wort geh\u00f6rt haben, sich mit dem H\u00f6ren zufrieden geben und nicht daran gehen, das Geh\u00f6rte in die Tat umzusetzen. Nach allgemeiner Erfahrung erw\u00e4rmt sich ein Redner f\u00fcr sein Thema, so wie er fortschreitet, und es wird spannender, wenn er sich den letzten S\u00e4tzen n\u00e4hert. Darum haben wir besonders auf die Worte, die vor uns liegen, zu achten, womit der Herr aller Prediger seine denkw\u00fcrdige Ansprache schlie\u00dft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus hatte manches gesagt, aber hier sind zwei Worte, auf welche Er besonders anspielte, als er sagte: \u00abWer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, den vergleiche ich mit einem klugen Manne.\u00bb Das erste dieser Worte ist: \u00abGehet ein\u00bb, und das zweite: \u00abSehet euch vor.\u00bb Unser Herr hatte von der engen Pforte und dem schmalen Weg gesprochen und den wenigen, die darauf wandeln, und seine dringende Ermahnung war: \u00abGehet ein.\u00bb Er sagte nicht: \u00abLernet alles, was darauf Bezug hat und seid damit zufrieden.\u00bb Nicht: \u00abSucht Fehler an dem Wege und bei denen, die darauf wandeln.\u00bb Nicht: \u00abSucht die Pforte zu erweitern und den Weg zu verbreitern,\u00bb sondern: \u00abGehet ein.\u00bb Seid dem Evangelium gehorsam, glaubt sein Zeugnis, was Jesus betrifft, tretet in Gemeinschaft mit seinen Geheimnissen, empfangt seine Segnungen, wandelt auf seinem Wege. Gehet ein! Wer von dem Wege zum Himmel h\u00f6rt und ihn nicht betritt, ist ein t\u00f6richter Mann. Wer von der engen Pforte h\u00f6rt und durch diese eingeht, ist ein weiser Mann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachher f\u00fcgt der Herr die andere Mahnung hinzu: \u00abSehet euch vor.\u00bb \u00abSehet euch vor\u00bb, sagt Er, \u00abvor den falschen Propheten.\u00bb Und als Er sich ein wenig damit besch\u00e4ftigt hatte, f\u00fcgt er mit anderen Worten hinzu: \u00abSehet euch vor vor den falschen Bekennern.\u00bb Vor den falschen Propheten h\u00fctet euch, denn sie k\u00f6nnen euch hintergehen, sie k\u00f6nnen euch eine Erl\u00f6sung bringen, die nicht erl\u00f6st, eine Luftspiegelung, die aussieht wie ein reiner, k\u00fchler, erfrischender Strom, der aber den Durst der Menschenseelen nur vort\u00e4uscht. H\u00fctet euch vor aller Lehre, die euch von dem einen Erl\u00f6ser der Menschenseelen wegf\u00fchrt. Und dann f\u00fcgt Er hinzu: \u00abSehet euch vor vor den falschen Bekennern\u00bb, so laut sie auch rufen: \u00abHerr, Herr!\u00bb Ihr k\u00f6nnt bei solchen Bekennern die h\u00f6chsten Gaben finden, wie das Teufelaustreiben und die h\u00f6chsten F\u00e4higkeiten, wie sie nur die Propheten besitzen, aber sie k\u00f6nnen euch nicht helfen. An jenem Tage, wenn der Herr nur die zu seinem Hochzeitsfeste l\u00e4\u00dft, die auf Erden an seiner Schmach und Erniedrigung teilgenommen haben, wird Er zu allen, die des Vaters Willen nicht getan haben, sagen: \u00abIch habe euch noch nie erkannt; weichet von mir, ihr \u00dcbelt\u00e4ter!\u00bb Hier sind zwei Ausspr\u00fcche Christi, und sie umfassen fast alles, was Er je gesagt hat: \u00abGehet ein\u00bb und \u00absehet euch vor.\u00bb Achtet darauf, da\u00df ihr sie sowohl h\u00f6rt als tut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>I.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wollen uns nun mit dem Gleichnis des Herrn besch\u00e4ftigen, und ich bitte euch, zuerst auf die beiden Baumeister zu achten. Der weise und der t\u00f6richte Mann standen beide in demselben Beruf, und in gewisser Beziehung f\u00fchrten sie beide dasselbe Vorhaben aus. Beide unternahmen es, ein Haus zu bauen, beide bauten wirklich und beide vollendeten ihren Bau. Die \u00c4hnlichkeit beider ist ziemlich gro\u00df und sie waren beide von der Notwendigkeit, ein Haus zu bauen, \u00fcberzeugt. Sie begriffen die Notwendigkeit, einen Schutz vor dem Regen zu haben; sie hatten beide den gleichen Wunsch, vor der Flut besch\u00fctzt und vor dem Winde beschirmt zu werden. Der Vorteil, ein Haus zur Wohnung zu haben, war beiden klar. Auch in dieser Zeit haben wir eine gro\u00dfe Zahl Menschen in der Versammlung, die die feste \u00dcberzeugung haben, da\u00df sie eines Heilandes bed\u00fcrfen. Es freut mich, zu sehen, da\u00df es sich unter meinen Zuh\u00f6rern bewegt, und ich hoffe, da\u00df es eine Bewegung vom Geiste Gottes ist, und als Folge davon f\u00fchlen viele von euch tief, da\u00df ihr eine Zuflucht vor dem zuk\u00fcnftigen Zorn n\u00f6tig habt. Jetzt gebt ihr zu, da\u00df ihr Vergebung der S\u00fcnden haben m\u00fc\u00dft, da\u00df ihr gerechtfertigt, wiedergeboren und geheiligt werden m\u00fc\u00dft, und eure Gebete sind sehr inbr\u00fcnstig. Dar\u00fcber bin ich sehr dankbar, aber auch sehr besorgt. Ihr habt in Scharen den Wunsch, Baumeister zu sein, und obwohl einige von euch weise und andere t\u00f6richt sind, k\u00f6nnen wir euch nicht unterscheiden, denn ihr scheint gleich \u00fcberzeugt zu sein, da\u00df ihr das ewige Leben und eine Hoffnung der zuk\u00fcnftigen Welt bed\u00fcrft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch hier endet die \u00c4hnlichkeit noch nicht, denn beide Baumeister waren gleich entschlossen, zu erlangen, was sie n\u00f6tig hatten, ein Haus. Ihr Entschlu\u00df zeigte sich nicht nur in Worten, sondern in Taten, denn sie fingen beide entschlossen an, zu bauen. In der gleichen Weise sind in dieser Stunde einige unter uns, die entschlossen sind, wenn Jesus zu haben ist, Ihn zu haben, und wenn es eine Erl\u00f6sung gibt, sie zu finden. Sie sind sehr ernst, \u00e4u\u00dferst ernst, und obwohl es einigen von ihnen fehlschlagen wird und einige Erfolg haben werden, so sind sie bis zu diesem Punkte gleich, und nur Er, der die Herzen pr\u00fcfen kann, kann den gro\u00dfen Unterschied feststellen. Ich blicke mit Betr\u00fcbnis auf die beiden Pilgrime, die mit Eifer ihr Auge auf Zion gerichtet haben, und ich seufze, wenn ich daran denke, wer von ihnen die himmlische Heimat finden, und wer sich mit Formeln und Heuchelei verbinden und auf den dunklen Bergen umkommen wird. Wir freuen uns, von sehns\u00fcchtigen Herzen und entschiedenen Entschl\u00fcssen zu h\u00f6ren, aber ach, es ist nicht alles Weizen, was auf dem Acker w\u00e4chst, und nicht alles Gold, was gl\u00e4nzt. Die \u00e4u\u00dfere Erscheinung ist oft sehr hoffnungsvoll, aber auch oft betr\u00fcgerisch. Es kann eine tiefe Erkenntnis der Not und ein entschiedener Entschlu\u00df vorhanden sein, das zu erhalten, was der Not abhilft, und doch k\u00f6nnen von zwei Suchenden der eine finden und der andere nicht, der eine weise, der andere t\u00f6richt sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese beiden Baumeister scheinen auch gleich geschickt in der Baukunst gewesen zu sein. Der eine sowohl wie der andere konnte ohne weitere Belehrung ein Haus bauen. Ich finde nicht, da\u00df bei einem von ihnen eine Pause eingetreten sei, weil er keinen Bogen herstellen und keine Verbindungen machen konnte. Augenscheinlich waren sie beide geschickte Baumeister, die ihre Kunst wohl verstanden. So ist es mit vielen hier. Sie kennen, so weit die Vernunft hier reicht, den Plan der Erl\u00f6sung so gut wie ich. Doch, obwohl die Erkenntnis gleich ist, kann das Ergebnis schlie\u00dflich doch verschieden sein. Zwei Menschen k\u00f6nnen in der Schrift gleich unterwiesen, doch kann der eine weise, der andere t\u00f6richt sein. Die Erkenntnis, was der Glaube ist, was die Reue ist, was eine gute Hoffnung ist, m\u00f6gt ihr haben, und doch ist es m\u00f6glich, da\u00df diese nur euer Elend vergr\u00f6\u00dfert. So ihr solches wisset, selig seid ihr, so ihr es tut. Es ist nicht der H\u00f6rer, sondern der T\u00e4ter des Wortes, der gesegnet wird. Das Wissen bl\u00e4het auf, die Liebe bessert. Meine lieben Freunde, ich habe den ernsten Wunsch, da\u00df diejenigen von euch, die das ewige Leben in Christus zu finden suchen, sich mit nichts anderem zufrieden geben als mit einem wahren, tiefen, wirklichen Gnadenwerk in ihrem Herzen, denn nicht die Klarheit der Erkenntnis des Kopfes, kein nat\u00fcrlicher Ernst in der Absicht oder eifriger Wunsch kann euch retten. Ohne einen Anteil an Christus seid ihr ewig verloren. \u00abIhr m\u00fc\u00dft von neuem geboren werden\u00bb, ihr m\u00fc\u00dft in Beziehung mit dem lebendigen Heiland kommen, oder euer hoffnungsvoller Zustand wird im Verderben enden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Noch eins, diese beiden Baumeister hielten stand und vollendeten den Bau. Der t\u00f6richte Mann fing nicht an zu bauen und gab sein Werk dann wieder auf, weil er nicht imstande war, es zu vollenden. Nein, so weit ich wei\u00df, wurde sein Haus so vollst\u00e4ndig fertig wie das des anderen und wurde vielleicht ebenso gut m\u00f6bliert. Wenn ihr die beiden Geb\u00e4ude im fertigen Zustand angesehen h\u00e4ttet, so w\u00fcrden sie wahrscheinlich vom Boden bis zum Dach gleich ausgesehen haben, und doch gab es zwischen ihnen einen gro\u00dfen Unterschied im wesentlichen Teil. Ach, ebenso fahren auch manche fort im Suchen nach der Erl\u00f6sung, bis sie sich einbilden, sie gefunden zu haben. Sie verharren jahrelang in dem vollen Glauben, da\u00df sie errettet sind. Sie sagen: \u00abFriede, Friede!\u00bb und z\u00e4hlen sich zu den Gesegneten, und doch liegt ein verderblicher Irrtum auf dem Fundament ihrer Religion. Ihre Hoffnung ist eitel und ihr Lebenswerk wird sich als schrecklich mi\u00dflungen erweisen. Bis zu einem gewissen Punkte sind sich die Baumeister sehr gleich, aber in Wirklichkeit sind sie so verschieden wie der Nordpol vom S\u00fcdpol, sowohl in ihrem Werk als in ihrem Charakter. Der eine Baumeister ist weise, der andere t\u00f6richt; der eine oberfl\u00e4chlich, der andere nachdenklich; der eine anma\u00dfend, der andere aufrichtig. Des weisen Mannes Werk war ein ehrliches Werk, obwohl die Augen der Menschen es nicht beurteilen konnten; das Werk des anderen war nur oberhalb des Bodens gut, es war keine Festigkeit in den verborgenen Teilen. Daher konnte der erste Baumeister sich freuen, als sein Haus den Sturm aushielt, der andere wurde mit seinem Hause g\u00e4nzlich in das Verderben geweht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>II.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So viel von den Baumeistern; jetzt wollen wir \u00fcber ihre beiden H\u00e4user nachdenken. Ein Hauptunterschied zwischen diesen Bauwerken, der von jedermann gesehen werden konnte, war wahrscheinlich dieser, da\u00df der eine sein Haus viel schneller baute als der andere. Der weise Mann hatte viel Zeit mit der Grundlegung zu tun. Lukas erz\u00e4hlt, da\u00df er sehr tief grub und den Grund auf einen Felsen legte. Das Behauen des Felsen, das Eindringen in den harten Granit mu\u00df Tage und Wochen in Anspruch genommen haben. Der t\u00f6richte Mann hatte dieses vers\u00e4umt und nicht zu berechnen; der Sand war eben und f\u00fcr ihn bereit. Er konnte sogleich mit dem Mauern beginnen und seine Mauern schnell hochziehen. Aber \u00abEile mit Weile\u00bb ist ein gutes Sprichwort, und es gibt einige Menschen, die zu eilfertig sind. Oberfl\u00e4chliche Bekenner sind oft sehr rasch in ihrem angeblich geistlichen Wachstum. Gestern waren sie noch unbekehrt, heute werden sie gl\u00e4ubig, morgen fangen sie an zu lehren und am Tage darauf werden sie vollkommen gemacht. Sie scheinen in voller Gr\u00f6\u00dfe und vollst\u00e4ndig ausger\u00fcstet geboren zu werden, wie die Minerva nach der Fabel fertig aus dem Haupte des Jupiter sprang. Sie kommen auf in einer Nacht, und ach, vergehen auch oft wie Jonas Rizinus wieder in einer Nacht. Ich will nun keine Frage aufwerfen betreffs der Echtheit einer pl\u00f6tzlichen Bekehrung. Nehmt z.B. die Bekehrung des Apostels Paulus. Aber doch sind unter denen, die bekennen, pl\u00f6tzlich bekehrt worden zu sein, eine ziemliche Anzahl, die zu dieser gegebenen Beschreibung passen, denn sie bauen sehr, sehr schnell, viel zu schnell, um das Mauerwerk richtig und dauerhaft herzustellen. Es mag sein, da\u00df mancher bitter klagt und jammert, da\u00df er so wenig Fortschritte in der Gnade macht. \u00abIch habe Gott im Gebet gesucht\u00bb, sagt jemand, \u00abseit Monaten. Ich bin schon wochenlang gedem\u00fctigt und gebrochen unter dem Gef\u00fchl der S\u00fcnde und habe nur dann und wann einen Strahl der Hoffnung gehabt, wenn ich imstande war, mein Auge auf den gekreuzigten Heiland zu richten. Ich habe bis jetzt wenig Trost und viele Zweifel. Ich m\u00f6chte gerne das volle Licht der Liebe in meinem Herzen haben, aber die Strahlen dringen nur langsam durch.\u00bb Gut, mein Freund, du baust langsam, aber wenn der Bau sicher ist, wirst du das tiefe Graben nie zu bereuen haben. Du wirst wenig Ursache zur Traurigkeit haben, da\u00df es bei dir l\u00e4nger dauerte, zum Frieden zu finden als bei deinem eiligen Freunde, wenn dein Friede ewig w\u00e4hrt, w\u00e4hrend seine Hoffnung im Wolkenlande liegt und vom Winde fortgetrieben wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Von diesen beiden H\u00e4usern wurde das eine ohne Zweifel mit viel weniger M\u00fche gebaut als das andere. Im harten Felsengrund zu graben, nimmt, wie ich gesagt habe, Zeit in Anspruch, aber es schlie\u00dft auch Arbeit in sich ein. Oft mu\u00dfte der weise Mann eine kleine Pause machen, um den Schwei\u00df von der Stirn zu wischen; oft legte er sich abends ermattet zur Ruhe, und doch war an der Oberfl\u00e4che noch kein Stein zu sehen. Sein Nachbar gegen\u00fcber hatte seine Mauern schon aufgebaut und den Giebel errichtet und war fast dabei, sein Haus zu decken, als der weise Mann sein Geb\u00e4ude kaum einen Fu\u00df hoch aufgerichtet hatte. \u00abAch\u00bb, sagte der, der auf den Sand gebaut hatte, \u00abdeine viele Arbeit ist nicht n\u00f6tig und du hast nichts davon aufzuzeigen. Sieh\u00b4, wie schnell meine Mauern in die H\u00f6he gekommen sind, und doch plage ich mich nicht so wie du. Ich nehme es leichter und verletze weder mich selbst, noch den Felsen, und sieh\u00b4, wie schnell mein Haus in die H\u00f6he w\u00e4chst und wie nett es aussieht! Deine altmodische Weise ist albern. Du gr\u00e4bst und h\u00e4mmerst in der Tiefe, als wenn du den Mittelpunkt der Erde suchen wolltest. Warum gebrauchst du nicht deinen gesunden Menschenverstand und gehst daran, wie ich es tue. Weg mit deinem Seufzen und Jammern. Mache es wie ich und freue dich sogleich. Deine Angst wird dicht t\u00f6ten.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf diese Weise werden wirklich erweckte Seelen von denen verachtet, die es sich leicht machen. Jemand \u00abspringt\u00bb, sozusagen, in den Frieden und r\u00fchmt sich als sicher. Ob sein Vertrauen gegr\u00fcndet ist, zu dieser Frage nimmt er sich keine Zeit; er ist zu bequem, um sich dazu Zeit zu nehmen. Das Gut ist sch\u00f6n, weshalb sich Sorge machen wegen der Besitzrechte? Das Fest ist reich, weshalb auf das hochzeitliche Kleid warten? Wenn irgend ein Zweifel entsteht, so schreibt es der fleischlich sichere Mensch dem Teufel zu und schiebt ihn beiseite, obwohl es sein eigenes Gewissen und die warnende Stimme Gottes ist, die ihm befiehlt, auf der Hut zu sein und sich nicht zu t\u00e4uschen. Das Gebet zum Herrn, Herz und Nieren zu pr\u00fcfen, kommt nie aufrichtig aus seinem Herzen. Ein solcher Mensch liebt die Selbstpr\u00fcfung nicht und kann es nicht ertragen, wenn ihm gesagt wird, da\u00df rechtschaffene Fr\u00fcchte der Bu\u00dfe da sein m\u00fcssen. Er nimmt die Sache sehr leicht, kommt zu schnellen Entschl\u00fcssen und schlie\u00dft sein Auge gegen\u00fcber unangenehmen Tatsachen. Er tr\u00e4umt, da\u00df er reich ist und gar satt hat und nichts bedarf, w\u00e4hrend er elend, j\u00e4mmerlich, arm, blind und blo\u00df ist. Ach, was wird das f\u00fcr ein Erwachen sein! Sein ernsterer Mitgenosse, der zur selben Zeit erweckt wurde, ist viel sch\u00fcchterner und traut sich selbst weniger. Wenn er betet, seufzt sein Herz vor Gott, und doch f\u00fcrchtet er, da\u00df er nicht recht betet und steht nie selbstzufrieden von seinen Knien auf. Er ist nicht so bald zufrieden betreffs der Wirklichkeit seines Glaubens wie der andere. \u00abVielleicht\u00bb, sagt er, \u00abist es gar nicht der Glaube der Erw\u00e4hlten Gottes.\u00bb Er pr\u00fcft sich selbst, ob er im Glauben steht. Er zittert davor, den Schein eines gottseligen Wesens zu haben, aber seine Kraft zu verleugnen. Er f\u00fcrchtet sich vor Schein und T\u00e4uschung und w\u00fcnscht Gold zu kaufen, das im Feuer bew\u00e4hrt ist. \u00abBin ich gewi\u00df\u00bb, sagt er, \u00abda\u00df meine Reue wirklich ein Ha\u00df gegen\u00fcber der S\u00fcnde als S\u00fcnde ist, oder habe ich nur Tr\u00e4nen vergossen unter der Aufregung einer Erweckungs-Versammlung? Bin ich gewi\u00df, da\u00df meine Natur durch das Werk des Heiligen Geistes erneuert, oder ob es nur eine \u00e4u\u00dfere Verbesserung ist?\u00bb Ihr seht, da\u00df dieser zweite Mensch viel Seelenarbeit hat. Er arbeitet daran, in die Ruhe einzugehen und nicht durch irgend etwas daran gehindert zu werden. Er ist sehr strebsam, hat viele Besorgnisse und viel Selbstpr\u00fcfung, weil er aufrichtig ist und sich zu t\u00e4uschen f\u00fcrchtet. Er findet die Pforte eng und den Weg schmal.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sei dankbar, lieber Zuh\u00f6rer, wenn du zu den letzteren geh\u00f6rst, denn diese sind die wahren Kinder Gottes und Erben der Unsterblichkeit. Dein Haus kostet dich mehr, zu bauen, aber es wird die Kosten wert sein. H\u00fcte dich davor, die Schafskleider zu tragen, aber nicht die Schafsnatur zu haben; h\u00fcte dich: \u00abHerr, Herr\u00bb zu sagen, w\u00e4hrend du ein Knecht der S\u00fcnde bist. H\u00fcte dich, eine eingebildete Religion zu haben, indem du deine Erfahrung aus Lebensbeschreibungen borgst und Gottseligkeit aus zweiter Hand von deinem Vater und deiner Mutter, von deinen Freunden und Bekannten annimmst. Welches Herzbrechen und welche Angst es auch kosten mag, siehe darauf, da\u00df du wahren Grund erreichst und das Haus so gebaut werde, da\u00df es die Pr\u00fcfungen, die es unbedingt treffen werden, ertragen kann. Ich w\u00fcrde gerne meine Rede mit Tr\u00e4nen netzen, f\u00fcr so wichtig und notwendig halte ich diese Vorsicht, sowohl f\u00fcr mich als f\u00fcr euch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich nehme an, da\u00df im Laufe der Zeit, obwohl der t\u00f6richte Mensch mit weniger Kosten und viel gr\u00f6\u00dferer Schnelligkeit baute, seine Mauern sehr vielen Ausbesserungen ausgesetzt waren, denn Mauern, die keinen Grund haben, sondern auf den Sand aufgesetzt sind, pflegen dann und wann gr\u00e4\u00dfliche Risse zu zeigen. Die Steine weichen hier aus und das Holzwerk dort, und viel Zement ist zum Ausbessern n\u00f6tig. Welche Arbeit, dieses zu verschmieren und das verdorbene Machwerk zu reparieren, da\u00df es wie eine anst\u00e4ndige Mauer aussieht! Wenn eine Stelle ausgebessert ist, zeigt sich in der n\u00e4chsten Mauer eine andere, denn bei einem solchen Grunde ist es schwer, den Bau gut zusammen zu halten, und es sollte mich nicht wundern, wenn es im Laufe der Zeit den t\u00f6richten Menschen mehr Arbeit kostet, sein elendes Geb\u00e4ude zusammen zu halten, als dem weisen Menschen, der zuerst so schwer am Fundament arbeitete.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Merkt euch wohl, Formreligion und Heuchelei wird letztlich ein sehr schweres Werk. Der Mann hat hart zu k\u00e4mpfen, um seinen Ruf zu wahren, indem er ihn mit neuen L\u00fcgen st\u00fctzt und mit frischen Vorw\u00e4nden polstert. Zuweilen emp\u00f6rt sich der unerneuerte Wille heftig und er gibt vor, dem Mi\u00dfgeschick zu widerstehen; dann fordert eine unbesiegte Lust ihre Befriedigung, und er hat die S\u00fcnde zu verbergen mit feinem Betrug, das Gebet wird l\u00e4stig, und er hat ein elendes Puppenspiel zu treiben. Zugleich ist sein \u00e4u\u00dferes Leben stets an der Grenze des Gleitens, und er f\u00fcrchtet Entdeckung. In der einen oder anderen Weise f\u00fcrchtet er sich wie ein Dieb sich f\u00fcrchtet, da\u00df die Polizei ihn doch endlich findet. Bei jedem Windsto\u00df droht seine Wohnung ihm \u00fcber dem Kopf zusammen zu st\u00fcrzen. Halb w\u00fcnscht er zuletzt, da\u00df er sich die M\u00fche gegeben h\u00e4tte, bis auf den Felsen zu graben, aber mit verzweifeltem Entschlu\u00df st\u00f6\u00dft er die Stimme der Vorsicht von sich und will keine von ihren Vorw\u00fcrfen h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O, liebe Zuh\u00f6rer, seid versichert, da\u00df die Wahrheit zuletzt doch das Billigste und Leichteste ist. Deine Vergoldung, deine \u00dcbert\u00fcnchung, deine Malerei der Heuchelei reibt sich bald ab, w\u00e4hrend die Wirklichkeit keine Kosten zur Versch\u00f6nerung macht. Selbst, wenn wir \u00fcber diese Leben nachdenken, ist es schwerer, die Vorw\u00e4nde aufrecht zu halten, als das Wahre zu halten, und bei letzterem hast du Gott zur Seite, w\u00e4hrend Er alles Unwahre verabscheut. Ich bitte euch, seht darauf, da\u00df ihr euere Mauern nicht mit unzubereitetem M\u00f6rtel ausschmiert, damit sie nicht mit einem Krach niederst\u00fcrzen, wenn ihr deren Schutz am meisten bed\u00fcrft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Je h\u00f6her der t\u00f6richte Mann baute, je schwerere Arbeit hatte er, den Bau aufrecht zu erhalten, denn jede Steinschicht, die er legte, vergr\u00f6\u00dferte nat\u00fcrlich das Gewicht und machte den Sand weicher. Je n\u00e4her der Baumeister dem Himmel kam, je mehr neigten sich die Mauern zum Fall.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Mensch, der es zu seinem Ziele macht, nur dadurch, da\u00df er den Gottesdienst besucht, f\u00fcr einen achtenswerten Mann gehalten zu werden, kann es ziemlich leicht fertig bringen, eine niedrige Mauer auch ohne Grund aufrecht zu erhalten. Ein anderer, der sich einer weltlichen Gemeinde anschlie\u00dft &#8211; einer Gemeinde, die keinen Anspruch auf Reinheit stellt &#8211; kann auch leicht Erfolg haben. Wenn er sich aber einer Gemeinde Christ anschlie\u00dft, die sorgf\u00e4ltig die Reinheit ihrer Glieder zu erhalten sucht, hat er schwere Arbeit, so zu leben, wie es von ihm gefordert wird. Geht noch weiter und nehmt an, er werde Diakon oder \u00c4ltester und ist dabei ohne Gnadenerfahrung, so wird ihn sein h\u00f6heres Ziel auch viel, viel mehr kosten, denn es blicken mehr Augen auf ihn, und es wird mehr von ihm verlangt. Nun betet er \u00f6ffentlich, spricht ein Wort der Belehrung an die Suchenden. Wie wird der arme Mensch fortw\u00e4hrend aus seinem eigenen Munde verdammt, wenn er so in die Enge getrieben wird. \u00abAch\u00bb, sagt er in seinem Herzen, \u00abich verstehe nichts von diesen Dingen in meiner Seele, und doch habe ich zu sprechen und zu handeln, als sei ich von Gott gelehrt.\u00bb Wenn er Prediger wird, ist er in einer noch schwierigeren Lage. Welch schwere Arbeit mu\u00df es sein, den Charakter zu behalten! Wenn der Turm sich fortw\u00e4hrend h\u00f6her erhebt auf einem so schwachen Grunde, wird er schief werden wie der Turm in Pisa, aber ungleich diesem eigent\u00fcmlichen Bauwerk, wird er sehr bedrohlich sein und kann jeder Zeit mit einem Krach einst\u00fcrzen. Mit der Zeit f\u00e4llt ein solcher Plunder g\u00e4nzlich in sich zusammen, und seine Erh\u00f6hung hilft nur, das Ungl\u00fcck zu beschleunigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine lieben Zuh\u00f6rer, je h\u00f6her ihr euer geistliches Ziel steckt und je mehr ihr nach N\u00fctzlichkeit strebt, um so schlimmer f\u00fcr euch, wenn ihr nicht am Anfang einen guten Grund in wahrer Aufrichtigkeit und wirklichem Glauben habt. Der Lauf der \u00abungesunden Religion\u00bb ist schlecht, und je weiter ihr darin fortfahrt, je schlechter wird sie.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Hauptunterschied zwischen den beiden H\u00e4usern jedoch lag nicht in diesem Einst\u00fcrzen und den Ausbesserungen, auch nicht in der Billigkeit und Schnelligkeit des Bauens, sondern er lag au\u00dfer Sicht, n\u00e4mlich in der Grundlegung. Wie viele Menschen gibt es, die denken, wenn eine Sache au\u00dfer Sicht ist, dann ist sie auch ohne Bedeutung. Wer kommt darauf, zu graben und den Grund zu untersuchen? \u00abIch halte es nicht f\u00fcr n\u00f6tig\u00bb, sagt jemand, \u00abes so genau zu nehmen. Ich glaube nicht, da\u00df man so eigen sein mu\u00df. Was niemand sieht, kann nicht ins Gewicht fallen.\u00bb Viele unterschreiben den gottlosen Vers:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abUm Glaubenslehren la\u00df Zeloten t\u00f6richt fechten,<br \/>\nes kann der schlecht nicht sein, des Leben liegt im Rechten.\u00bb<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00abBezahle ehrlich, besuche den Gottesdienst, gehe zum Abendmahl, sei barmherzig und verrichte dein Gebet, und um weiteres k\u00fcmmere dich nicht\u00bb, das ist die allgemeine Meinung. \u00abWas n\u00fctzt es, \u00fcber das Herz zu trauern? Das ist alles \u00fcberschwenglicher Unsinn. Was kann es bedeuten?\u00bb Damit tr\u00f6stete sich der t\u00f6richte Baumeister, und wahrscheinlich blickte er mit Verachtung auf den weisen Baumeister und hielt ihn f\u00fcr ein armes, elendes Gesch\u00f6pf, das \u00fcbergenau und tr\u00fcbsinnig sei. Die \u00e4u\u00dfere Erscheinung ist bei den Menschen oft alles, aber bei Gott nichts. Der wesentliche Unterschied zwischen dem wahren Kinde Gottes und einem Namenchristen ist nicht so leicht zu entdecken, selbst nicht von geistlichen Menschen, aber der Herr sieht ihn. Es ist ein verborgenes, geheimnisvolles Etwas, das der Herr sch\u00e4tzt, \u00abdenn Er kennt die Seinen.\u00bb Er trennt das Edle von dem Niedrigen. Er tut die angeblichen Christen wie Schlacken hinweg, aber Er l\u00e4\u00dft kein aufrichtiges Herz das Ziel verfehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist denn diese wichtige Sache? Ich antworte, es ist folgendes. Geliebter Zuh\u00f6rer, wenn du auf den Felsen bauen willst, so siehe darauf, da\u00df du eine wahre Erkenntnis der S\u00fcnde hast. Ich sage nicht, da\u00df eine Erkenntnis der S\u00fcnde eine Vorbedingung f\u00fcr Christus ist und, da\u00df wir die Menschen vom Evangelium zur\u00fcckweisen m\u00fcssen, bis sie ihre S\u00fcnden f\u00fchlen, aber ich denke, wo ein wahrer Glaube an Jesus ist, ist dieser mit einer tiefen Abscheu gegen die S\u00fcnde verbunden. Der Glaube ohne Zerknirschung ist ein toter und wertloser Glaube. Wenn ich mit Bekennern zusammen komme, die leicht von der S\u00fcnde reden, so f\u00fchle ich, da\u00df sie ohne Grund gebaut haben. Wenn sie je das verwundende und t\u00f6tende Schwert des Geistes recht gef\u00fchlt h\u00e4tten, so w\u00fcrden sie vor der S\u00fcnde fliehen wie vor einem L\u00f6wen oder B\u00e4ren. S\u00fcnder, die wirklich Vergebung empfangen haben, f\u00fcrchten die S\u00fcnde wie das gebrannte Kind das Feuer. Oberfl\u00e4chliche Reue f\u00fchrt immer zu sorglosem Leben. Der Glaube, der nicht von der Reue betaut worden ist, bringt nie die Fr\u00fcchte der Heiligkeit hervor. Bitte ernstlich um ein zerbrochenes Herz. Bedenke, da\u00df es der zerknirschte Geist ist, der Gott gef\u00e4llt. Glaube nicht, da\u00df du Grund zur Freude hast, wenn du nie Ursache zur Trauer sahst. Der verhei\u00dfene Trost gilt nur den Leidtragenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als N\u00e4chstes suche wahrhaften Glauben. Manches, was die Menschen Glauben nennen, ist nicht der k\u00f6stliche Glaube der Auserw\u00e4hlten Gottes. Das aufrichtige Vertrauen auf Jesus Christus wird in verschiedener Weise verf\u00e4lscht und wird oft so genau nachgemacht, da\u00df man nur durch strenge Selbstpr\u00fcfung den Betrug entdecken kann. Du mu\u00dft platt auf Christus, dem Felsen liegen; du mu\u00dft dich g\u00e4nzlich auf Ihn verlassen; deine ganze Hoffnung und dein ganzes Vertrauen mu\u00df auf Ihn gerichtet sein. Wenn du von Herzen glaubst und nicht nur dem Namen nach, dann bist du errettet, aber sonst nicht. Du mu\u00dft wahre Reue und wirklichen Glauben haben, oder du bist ein t\u00f6richter Baumeister.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ferner suche eine innere Erfahrung der g\u00f6ttlichen Wahrheit. Bitte Gott, da\u00df sie dir ins Herz eingebrannt werde. Woher kommt es, da\u00df die Menschen die Lehre der Gnade aufgeben, wenn sie mit beredten Verteidigern des \u00abfreien Willens\u00bb zusammen kommen? Warum verleugnen sie das rechte Bekenntnis, wenn sie mit gewandten vern\u00fcnftigen Menschen zusammentreffen, die diesem widersprechen? Weil sie das Wort nie in der Kraft des Heiligen Geistes erfa\u00dft haben, so da\u00df es in ihrem Leben nicht versiegelt worden ist. Ich zittere jetzt f\u00fcr unsere Gemeinden, da falsche Lehren \u00fcberhand nehmen, weil ich f\u00fcrchte, da\u00df viele nicht in der Wahrheit gegr\u00fcndet sind. Ich bitte den Herrn f\u00fcr euch, meine liebe Herde, da\u00df ihr die Wahrheit recht erkennt, denn dann werdet ihr nicht auf Abwege geleitet werden. Diebe und R\u00e4uber werden kommen, aber als Christi Schafe werdet ihr nicht auf sie h\u00f6ren. Es ist etwas anderes, ein Glaubensbekenntnis zu sprechen oder die Wahrheit auf die Tafeln des Herzens geschrieben zu haben. Manche kommen hier zu kurz, weil sie die Wahrheit nie durch die Erfahrung zu ihrem Eigentum gemacht haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bittet auch, da\u00df euer Glaube pers\u00f6nliche Heiligung wirkt. Halte dich nicht f\u00fcr errettet von der S\u00fcnde, wenn du in der S\u00fcnde lebst. Wenn du Vergn\u00fcgen in den L\u00fcsten des Fleisches finden kannst, bist du kein Kind Gottes. Wenn du dich der Trunksucht ergibst &#8211; und merkt es euch, viele Bekenner tun es, aber sie trinken zu Hause und werden nicht auf der Stra\u00dfe gesehen &#8211; wie kann die Gnade Gottes in dir wohnen? Wenn du dich an leichtfertigen Liedern erg\u00f6tzest und dich oft nach den Vergn\u00fcgungsorten der Welt begibst, so brauchst du dich nicht lange zu wiegen, denn du bist zu leicht. Wenn du erneuert w\u00e4rst im Geiste deines Gem\u00fcts, so w\u00fcrdest du solche Sachen nicht mehr lieben, als sie ein Engel liebt. Es mu\u00df dir eine neugeborene Natur eingepflanzt werden, und wenn sich diese nicht in der Heiligkeit des Lebens zeigt, so magst du noch so hoch bauen und so laut \u00fcber dein Geb\u00e4ude schwatzen, wie du willst, es ist doch nur eine armselige, elende H\u00fctte und wird im letzten Orkan zusammenst\u00fcrzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mangel an Tiefe, Mangel an Aufrichtigkeit, Mangel an Wirklichkeit in der Religion sind die Sch\u00e4den unserer Zeit. Mangel an Aufblick zu Gott, Mangel an aufrichtigem Handeln mit der eigenen Seele, Vernachl\u00e4ssigung der Selbstpr\u00fcfung, Nichtbeachtung der Warnungen Gottes in seinem Worte vor der S\u00fcnde, Sorglosigkeit betreffs des Lebens in Christus, viel Lesen und Sprechen \u00fcber Ihn, aber wenig Essen seines Fleisches und Trinken seines Blutes, das sind die Ursachen eines wankenden Bekenntnisses und grundloser Hoffnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So habe ich versucht, das Gleichnis zu erschlie\u00dfen, und ich habe nicht beabsichtigt, irgend eine aufrichtige Seele zu entmutigen, sondern mein Ziel ist gewesen, euch zu sagen: Macht eure Berufung und eure Erw\u00e4hlung fest. Baut auf Christi Liebe, erschlie\u00dft eure Herzen dem Werk des Heiligen Geistes und betr\u00fcgt euch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>III.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun komme ich auf den dritten Punkt, die gemeinschaftliche Pr\u00fcfung der beiden H\u00e4user.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob dein Glaube wahrhaft ist oder nicht, er wird gepr\u00fcft werden; ob er Spreu oder Weizen ist, die Worfschaufel des gro\u00dfen Reinigers wird bald in T\u00e4tigkeit kommen bei allem, was auf der Tenne liegt. Wenn du mit Gott zu tun hast, so hast du es mit einem \u00abverzehrenden Feuer\u00bb zu tun. Ob du ein wahrer oder ein Namenchrist bist, wenn du Christus nahe kommst, wird Er dich pr\u00fcfen, wie das Silber gepr\u00fcft wird. Das Gericht mu\u00df beginnen am Hause Gottes, und wenn du es wagst, ins Haus Gottes zu kommen, so wird das Gericht bei dir anfangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nebenbei will ich bemerken, wenn es solche Pr\u00fcfungen f\u00fcr die gibt, die Christen zu sein bekennen, was wird aus euch werden, die ihr kein Bekenntnis habt? \u00abUnd so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und S\u00fcnder erscheinen? Wenn aber zuerst an uns das Gericht anf\u00e4ngt, was will es f\u00fcr eine Ende werden mit denen, die dem Evangelium Gottes nicht glauben?\u00bb Schrecklicher Gedanke!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber nun wieder zu unserem Punkt. Pr\u00fcfungen werden das Bekenntnis treffen, ob es wahr oder falsch ist. Wenn ich es recht verstehe, so deutet die Erw\u00e4hnung des Regens, des Gew\u00e4ssers und des Windes auf wenigstens drei Arten der Pr\u00fcfungen hin. Der Regen bezeichnet Anfechtungen vom Himmel. Gott wird euch Widersacher wie Regenschauer schicken, Tr\u00fcbsale wie den Tau. Zwischen jetzt und dem Ende wirst du, Bekenner, den heftigen Sturm f\u00fchlen. Du wirst wie andere Leute krank werden, und wenn nicht, so wirst du Verdru\u00df und Kummer in deinem Hause haben. Kinder und Freunde werden sterben oder Besitzt\u00fcmer werden sich befl\u00fcgeln und davon fliegen. Du mu\u00dft Pr\u00fcfungen von Gottes Hand haben, und wenn du dich nicht auf Christus verl\u00e4\u00dft, wirst du nicht imstande sein, sie zu ertragen. Wenn du nicht im wahren Glauben eins mit Jesus bist, werden selbst Gottes Regen zu viel f\u00fcr dich sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber es werden auch Pr\u00fcfungen von der Erde kommen &#8211; \u00abein Gew\u00e4sser kam.\u00bb In fr\u00fcheren Zeiten waren die Fluten der Verfolgung heftiger als jetzt, aber die Verfolgung wird noch gef\u00fchlt, und wenn du ein Bekenner bist, so wirst du auch deinen Teil davon abbekommen. Grausamer Spott wird noch gegen das Volk Gottes gebraucht. Die Welt liebt die wahre Gemeinde heute um nichts mehr als in den alten Zeiten. Kannst du Verleumdungen und Vorw\u00fcrfe um Jesus willen ertragen? Nicht, wenn du nicht fest gewurzelt und gegr\u00fcndet bist. In den Tagen der Versuchung und Verfolgung werden die wurzellosen Pflanzen auf dem felsigen Boden verwelken. &#8211; Dann werden auch geheimnisvolle Pr\u00fcfungen kommen, die durch den Wind angedeutet werden. Der m\u00e4chtige F\u00fcrst der Luft wird dich mit l\u00e4sterlichen Einfl\u00fcsterungen, schrecklichen Versuchungen oder k\u00fcnstlichen Anspielungen angreifen. Er wei\u00df, wie er Wolken der Verzagtheit \u00fcber den menschlichen Geist f\u00fchren kann. Er kann die vier Seiten des Hauses auf einmal durch seine geheimnisvollen M\u00e4chte angreifen. Er kann uns auf verschiedene Weise zu derselben Zeit versuchen und uns dahin treiben, da\u00df es mit unserer Weisheit zu Ende ist. Wehe dir, wenn du dann keinen besseren Halt hast als den losen Sand des Bekenntnisses!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo ein gutes Fundament ist, werden die Pr\u00fcfungen keinen Schaden verursachen, aber wo kein guter Grund ist, werden sie das Bekenntnis eines Menschen schon in diesem Leben vernichten. Wie viele verlieren ihren Glauben schon gleich am Anfang! \u00abGef\u00fcgig\u00bb und \u00abChrist\u00bb reisten beide nach der himmlischen Stadt, beide erwarteten die goldene Krone, aber sie fielen in den Sumpf der Verzagtheit, und als dann der eine sich nach der Seite seines Hause heraus arbeitete und wieder zur\u00fcck ging in die Stadt des Verderbens, w\u00e4hrend der andere mannhaft das andere Ufer zu erreichen suchte, zeigt sich der Unterschied zwischen dem weisen und dem t\u00f6richten Pilger.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem die Christen im Glauben weiter fortgeschritten sind, werden sie in anderer Weise gepr\u00fcft. Der Unglaube versucht die Christen oft, ich meine das Bezweifeln der wesentlichen Wahrheiten des Glaubens und alle seine Lehren, und diejenigen, die nicht fest mit dem Felsen verbunden sind, werden leicht zum Unglauben verf\u00fchrt. Unser Zeitalter ist das Zeitalter des Unglaubens, aber diejenigen, die fest auf dem Felsen gegr\u00fcndet sind, werden nicht bewegt werden. Einem Neger wurde einmal von einem Freunde erz\u00e4hlt, da\u00df jemand gesagt habe, die Bibel sei nicht wahr. Nun, unser Freund hatte nie daran gedacht, da\u00df jemand die Bibel bezweifeln k\u00f6nnte, aber seine einfache Weise, diese neue Schwierigkeit zu \u00fcberwinden, war folgende: \u00abDas Buch soll nicht wahr sein? Ich habe es in mein Haus genommen, lese es und es macht mein Herz lachen. Wie kann das eine L\u00fcge sein, was mein Herz lachen macht? Ich war ein Trunkenbold, ein Dieb und ein L\u00fcgner, aber dieses Buch sprach zu mir und machte aus mir einen neuen Menschen. Nein, das Buch ist keine L\u00fcge.\u00bb Das war der beste Beweis der Welt, wenigstens f\u00fcr den Mann selbst, wenn auch nicht f\u00fcr andere. Wir, deren Herz durch das Wort zum Lachen gebracht worden ist, lassen uns nicht von unserem Glauben abbringen. Wir haben in dem Wort gelebt und seine Wahrheit durch Erfahrung erprobt und sind daher unverwundbar gegen alle Angriffe, w\u00e4hrend diejenigen, die solche Erfahrung nicht gemacht haben, wankend werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wo das Herz wirklich fest gegr\u00fcndet in der Wahrheit ist, werdet ihr feststellen, da\u00df die Irrlehren sowohl wie der Unglaube nur eine geringe Wirkung haben. Der gesunde Christ ist wie ein Stein; wenn er in die Pf\u00fctze der falschen Lehre geworfen wird, wird er wohl davon benetzt, aber er nimmt nichts in sein Inneres auf; w\u00e4hrend der ungesunde Bekenner wie ein Schwamm ist, der alles gierig einsaugt und beh\u00e4lt, was er eingesogen hat. Wie viele werden von der Welt versucht, und wenn ihr Glaube nur ein Bekenntnis ist, so verzehrt die Weltlichkeit dasselbe bald wie der Krebs, und sie verweltlichen ganz. Wenn aber des Christen Herz recht mit Gott steht, kommt er hindurch und der Stolz des Lebens bestrickt ihn nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn jemand abtr\u00fcnnig wird, kehrt der Abtr\u00fcnnige, wenn ein gesundes Herz in Gott gegr\u00fcndet ist, bald wieder zur\u00fcck, aber wenn das Herz verderbt ist, wird es immer schlimmer mit ihm. Ich war erstaunt \u00fcber die Geschichte von zwei M\u00e4nnern, die gewohnt waren, in den Versammlungen Ansprachen zu halten und die sich erz\u00fcrnt hatten. Einer der Br\u00fcder, dem es leid tat, da\u00df zwei Diener Gottes in Uneinigkeit geraten waren, versuchte, sie zu vers\u00f6hnen. Er ging zu dem ersten und sagte: \u00abJohann, es tut mir sehr leid, da\u00df du dich mit Jakob gezankt hast. Es ist sehr schade und wirft viel Schmach auf die Gemeinde Gottes.\u00bb \u00abAch\u00bb, sagte Johann, \u00abes tut mir auch sehr leid, und was mich am meisten betr\u00fcbt, ist, da\u00df ich die alleinige Ursache bin. Es waren einige bittere Worte, die ich gesprochen habe, wodurch Jakob beleidigt wurde.\u00bb \u00abNun, dann wird die Sache bald in Ordnung kommen\u00bb, sagte der Freund und ging zu dem anderen. \u00abJakob, es tut mir sehr leid, da\u00df du mit Johann uneinig bist.\u00bb \u00abJa\u00bb, sagte er, \u00abes ist sehr traurig. Es sollte nicht der Fall sein, denn wir sind Br\u00fcder. Was mir jedoch am meisten leid tut, ist, da\u00df ich alleine die Schuld trage. Wenn ich ein kleines Wort, das Johann sagte, nicht beachtet h\u00e4tte, so w\u00e4re es nicht geschehen.\u00bb Ihr k\u00f6nnt euch denken, da\u00df die Sache bald wieder ins Reine gebracht war. Ihr seht, es war im Grunde eine wahre Freundschaft unter ihnen, so da\u00df die kleine Schwierigkeit bald \u00fcberwunden wurde, und so wird auch, wo eine wahre Vereinigung zwischen Gott und der Seele stattfindet, die Abtr\u00fcnnigkeit bald verschwunden sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>IV.<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nachdem ich die gew\u00f6hnlichen Pr\u00fcfung und deren Wirkungen in diesem Leben erw\u00e4hnt habe, will ich euch nun zum Schlu\u00df an die verschiedenen Folgen der Pr\u00fcfungen in bezug auf das zuk\u00fcnftige Leben erinnern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dem einen Fall kam der Regen sehr heftig herab und drohte das Haus weg zu waschen, aber es war auf einen Felsen gebaut, und das Haus widerstand nicht nur, sondern der Bewohner fand gro\u00dfe Ruhe und Behaglichkeit darin. Er konnte h\u00f6ren, wie die heftigen Regenstr\u00f6me aufs Dach schlugen, und dabei konnte er ruhig sitzen und singen. Wenn der Wind gegen die Fenster schlug, konnte er nur um so gl\u00fccklicher sein bei dem Gedanken, einen solchen Schutz zu haben. Dann kamen die Gew\u00e4sser. Wenn es m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, w\u00fcrden sie den Grund unterw\u00fchlt haben, aber sie konnten keine Wirkung auf den Felsen aus\u00fcben. Obwohl der Wind um das Geb\u00e4ude heulte, so waren die Steine doch so gut miteinander verbunden und wie mit eisernen Banden mit dem alten Felsen verbunden, da\u00df der Mann gl\u00fccklich und sicher mit Freuden im Hause sein konnte, weil er auf einen so guten Grund gebaut hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Christ ruht friedevoll auf Christus. Kummer und Verdru\u00df kommen oft, aber sie fegen ihn nicht weg, sie machen ihm die auf Jesus Christus gegr\u00fcndete Hoffnung nur teurer. Und wenn zuletzt der Tod kommt, diese schreckliche Flut, die alles, was bewegt werden kann, unterw\u00fchlt, so kann sie des weisen Baumeisters Hoffnung nicht ersch\u00fcttern. Er ruht auf dem, was Christus getan hat, und das kann der Tod nicht fortschaffen. Er glaubt an einen treuen Gott, und der bleibt ihm im Sterben. Er glaubt an den Gnadenbund, der unterzeichnet, besiegelt, best\u00e4tigt und in allem wohl geordnet ist. Er h\u00e4lt sich an die Verhei\u00dfungen eines unver\u00e4nderlichen Gottes, die alle mit dem Blute des Erl\u00f6sers besiegelt sind; keine von diesen kann der Tod entwerten. Und wenn die letzte gro\u00dfe Posaune ert\u00f6nt, und das letzte Feuer, das die Werke der Menschen pr\u00fcfen wird, vom Throne Gottes kommt, so f\u00fcrchtet derjenige, der in wahrer Aufrichtigkeit wandelt und mit wirklicher Erfahrung sich an Christus h\u00e4lt, diese schrecklichen Stunden nicht. Mag die Posaune noch so laut und lange t\u00f6nen, m\u00f6gen die Toten erwachen und die Engel sich um den gro\u00dfen wei\u00dfen Thron sammeln; m\u00f6gen die S\u00e4ulen des Himmels zittern und die Erde zergehen und die Elemente vor Hitze schmelzen! Der Mann Gottes f\u00fchlt, da\u00df der Fels, auf den er gebaut hat, nie wanken und die Hoffnung, die ihm die Gnade gegeben hat, nie weggenommen werden kann. Er l\u00e4chelt heiter bei all diesem.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber blickt auf den Fall des Mannes, der seine Hoffnung auf den Sand gebaut hat. Er konnte kaum die Pr\u00fcfungen des Lebens ertragen; er fiel fast unter den gew\u00f6hnlichen Versuchungen; er drehte den Mantel w\u00e4hrend der Stunden der Verfolgung nach dem Winde, aber empfindlichere Pr\u00fcfungen erwarten ihn jetzt. Einige Heuchler sind selbst in den letzten Augenblicken noch im Irrtum gewesen und haben vielleicht nie gewu\u00dft, da\u00df sie verloren waren, bis sie es f\u00fchlten, da\u00df sie es sind, wie der reiche Mann, von dem es hei\u00dft: \u00abDa er in der H\u00f6lle und in der Qual war, hob er seine Augen auf.\u00bb Er hatte seine Augen vorher nie aufgehoben; er hatte seine Lage nie erkannt, bis er sie in all ihrem Elend erfahren mu\u00dfte. Aber die meisten Menschen, die unter den Schall des Evangeliums gekommen sind und sich als Christen bekannt haben, gewahren es beim Tode, wenn sie Betr\u00fcger gewesen sind, und es mu\u00df schrecklich sein, diese Entdeckung zu machen, wenn die Pein herbe und das Trennen bitter ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ach, lieber Freund, wenn du im Irrtum bist, m\u00f6chtest du es jetzt erkennen und nicht erst auf dem Sterbebett! \u00abHerr, zeige es mir, wenn es so mit mir steht. Wenn mein Bekenntnis ein falsches gewesen ist, dann la\u00df mich kein falsches, unsicheres Geb\u00e4ude errichten, sondern hilf mir, richtig zu bauen auf den Fels des Heils.\u00bb Bete dieses Gebet, ich bitte dich. Bedenke, wenn der Tod dich die ganze Wahrheit deines Falles nicht lehrt, so wird das Gericht es tun. Da wird kein Versehen geschehen, aber auch keine Gelegenheit zur Reue mehr sein. Dieses zerfallene Haus wurde nie wieder erbaut; es gab keine Rettung vor der vollst\u00e4ndigen Zerst\u00f6rung. Verloren, verloren, dann folgt kein anderes Wort, denn einmal verloren, ist immer verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">O, lieber Zuh\u00f6rer, ich bitte dich, wenn du den Namen hast, da\u00df du lebst und bist tot, so stehe auf von den Toten, da\u00df dich Christus erleuchte! Ich bitte dich, wenn du im Suchen bist, begn\u00fcge dich nicht mit leeren Hoffnungen und eitlem Vertrauen. Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht. Ergreife das ewige Leben. Suche den wahren Heiland und sei nicht zufrieden, bis du Ihn hast, denn wenn du verloren gehst, wird das Verderben schrecklich sein. Ach, jener Feuerpfuhl! Hast du nie die Worte gelesen: \u00abUnd wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der andere Tod?\u00bb Geworfen in den feurigen Pfuhl, das ist ein schreckliches Bild! \u00abAch\u00bb, sagt jemand, \u00abdas ist Bildersprache.\u00bb \u00abJa, das wei\u00df ich, aber diese ist nur ein Schatten der Wirklichkeit Wenn nun der Schatten ein feuriger Pfuhl ist, was wird die Wirklichkeit sein! Wenn wir es kaum ertragen k\u00f6nnen, an einen Wurm, der nicht stirbt und ein Feuer, das nicht verl\u00f6scht\u00bb und an einen feurigen Pfuhl, dessen Feuerwogen die unsterblichen und hoffnungslosen Seelen umgeben, zu denken, was mu\u00df dann die H\u00f6lle in Wirklichkeit sein! Diese Beschreibungen in der Heiligen Schrift sind teilweise Offenbarungen von tiefen Geheimnissen bez\u00fcglich unserer Unwissenheit; aber wenn diese so schrecklich sind, wie wird die volle Wirklichkeit sein! Beleidige Gott nicht, mein H\u00f6rer, versuche deinen Gott nicht, vernachl\u00e4ssige die gro\u00dfe Erl\u00f6sung nicht, denn wenn du es tust, wirst du nicht entfliehen. Spiele nicht mit deiner Seele, sei nicht gedankenlos und sorglos betreffs der Wirklichkeit der Ewigkeit. M\u00f6ge Gott jetzt, gerade jetzt, dein Gebet erh\u00f6ren, das du aus dem Innersten deiner Seele zu Ihm empor sendest, und dich im k\u00f6stlichen Blute reinigen und erretten! Amen.<\/p>\n<p><em>Charles Haddon Spurgeon<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: www.glaubensstimme.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt: Die beiden Baumeister und ihr Bau (Mt 7,24-27) &#8222;Darum, wer diese meine Rede h\u00f6rt und tut sie, den vergleiche ich mit einem klugen Manne, der sein Haus auf einen Felsen baute. 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