{"id":7458,"date":"2012-01-06T12:00:51","date_gmt":"2012-01-06T10:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7458"},"modified":"2012-01-03T13:38:32","modified_gmt":"2012-01-03T11:38:32","slug":"predigt-gottes-kraft-in-schwachen-menschen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7458","title":{"rendered":"Predigt: Gottes Kraft in schwachen Menschen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Predigt: Gottes Kraft in schwachen Menschen (2Kor 12,1-10)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Jahreslosung f\u00fcr das Jahr 2012 lautet: \u201eLass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig\u201c (2Kor 12,9). Diese wunderbare Aussage und Zusage Gottes teilte der Apostel Paulus der Gemeinde in Korinth mit, weil diese sich von den sogenannten \u201e\u00dcberaposteln\u201c blenden lie\u00dfen (2Kor 11,5). Paulus betonte, dass apostolische und geistliche Vollmacht nicht in geschliffener Rhetorik, \u00fcberzeugendem Auftreten und pseudofrommen Selbstempfehlungen zu suchen sei, sondern dort gefunden wird, wo Gottes Kraft in schwachen Menschen m\u00e4chtig wirkt. Der Apostel lehrt uns, dass unser Glaube Schwachheit, Leiden, Lasten und Begrenzungen braucht, damit er die F\u00fclle, Kraft und Vollmacht Christi \u00fcberhaupt erleben und empfangen kann.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unser Glaube hat herrliche Aussichten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.1\u00a0\u00a0\u00a0 Der Gipfel des R\u00fchmens<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eGer\u00fchmt mu\u00df werden; wenn es auch nichts n\u00fctzt, so will ich doch kommen auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn\u201c (2Kor 12,1). Es ist sehr wahrscheinlich, dass die \u201eSuperapostel\u201c sich der Gemeinde in Korinth mit solchen Visionen empfahlen. Paulus trat im Vergleich zu ihnen viel bescheidener auf. Die Selbstempfehlungen der falschen Apostel zwangen Paulus jedoch regelrecht dazu, gewisserma\u00dfen den Gipfel des R\u00fchmens zu besteigen. Er wollte es eigentlich nicht, es widersprach seinem Charakter und er fand es absolut unn\u00fctz dar\u00fcber zu reden, aber er musste es dann doch tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.2\u00a0\u00a0\u00a0 Ereignisse vor 14 Jahren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch kenne einen Menschen in Christus; vor vierzehn Jahren &#8211; ist er im Leib gewesen? ich wei\u00df es nicht; oder ist er au\u00dfer dem Leib gewesen?\u201c (2Kor 12,2) Paulus schrieb den Brief ca. 56 n. Chr. Das beschriebene Ereignis fand also ungef\u00e4hr um das Jahr 42 n. Chr., also noch vor seiner ersten Missionsreise, statt. Es muss eine verwirrende Erfahrung gewesen sein, denn Paulus wusste nicht mehr, ob er diese Offenbarungen des Herrn in und mit seinem K\u00f6rper erlebte oder ob er nur im Geist in diese Schau gef\u00fchrt wurde. Gott allein wei\u00df es.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.3\u00a0\u00a0\u00a0 Entr\u00fcckt in den dritten Himmel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e\u2026da wurde derselbe entr\u00fcckt bis in den dritten Himmel\u201c (2Kor 12,2). Aus dem Alten Testament wissen wir von Henoch und Elia, die in die Gegenwart Gottes entr\u00fcckt wurden. Wir wissen auch, dass die Gemeinde selbst bei der Wiederkunft Christi zu ihm hin entr\u00fcckt wird, um dann gemeinsam mit ihm auf die Erde zu kommen (1Thess 4,17). Vielleicht war die Erfahrung des Paulus vergleichbar mit der Erfahrung, die Johannes gemacht hatte, als er vom Geist ergriffen wurde und vor den Thron Gottes gelangte (Offb 4,2). Nun w\u00fcrden wir nat\u00fcrlich gerne wissen, was der dritte Himmel ist. Die Rabbinen kannten einen stufenartigen Aufbau von sieben Himmeln, aber es gibt keinerlei biblische Basis daf\u00fcr, au\u00dfer dass oft von den \u201eHimmeln\u201c die Rede ist: \u201eWeil wir denn einen gro\u00dfen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis.\u201c (Hebr 4,14). Salomo bekannte: \u201e Die Himmel aller Himmel k\u00f6nnen dich nicht fassen.\u201c So gerne wir erfahren w\u00fcrden, was Paulus genau erlebt und gesehen hat, so f\u00fchrt er das Erlebte nicht weiter aus. Ohne Frage aber war Paulus das Vorrecht zu Teil geworden, in die unsichtbare Wirklichkeit, die Dimension und Gegenwart Gottes entr\u00fcckt zu werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.4\u00a0\u00a0\u00a0 Entr\u00fcckt in das Paradies<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd ich kenne denselben Menschen &#8211; ob er im Leib oder au\u00dfer dem Leib gewesen ist, wei\u00df ich nicht; Gott wei\u00df es -, der wurde entr\u00fcckt in das Paradies und h\u00f6rte unaussprechliche Worte, die kein Mensch sagen kann. F\u00fcr denselben will ich mich r\u00fchmen\u201c (2Kor 12,3-5a). Es scheint so, als ob Paulus ein zweites und \u00e4hnliches Erlebnis geschenkt bekommen hatte. Das Paradies ist der Ort an dem der Baum des Lebens steht (Offb 2,7; 22,2), der Ort von dem Jesus zum Sch\u00e4cher am Kreuz sagt, schon heute werde er mit ihm an diesem Ort sein (Lk 23,43). Dort h\u00f6rte Paulus unaussprechliche Worte, die man nicht sagen kann oder durfte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1.5\u00a0\u00a0\u00a0 Eine himmlische Vorschau<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist wie im Kino: Da sieht man aus einem Film, der erst in einigen Monaten ins Kino kommt, spannende Szenen und sch\u00f6ne Bilder, die \u201eLust auf mehr\u201c machen sollen. Paulus hat eine himmlische Vorschau erleben d\u00fcrfen, ja sogar mehr als das, wurde in den Himmel entr\u00fcckt und durfte gro\u00dfartige Dinge sehen und h\u00f6ren. Paulus wusste, wovon er z. B. an die R\u00f6mer schrieb: \u201eWir r\u00fchmen uns der Hoffnung der zuk\u00fcnftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird\u201c (R\u00f6 5,2).<strong> <\/strong>Und so ist es: Unser Glaube hat wirklich herrliche Aussichten. Es kommt eine unfassbare Herrlichkeit auf uns zu. Es ist eine Herrlichkeit, die so sch\u00f6n, die so gewaltig, die so gro\u00df und wunderbar ist, dass wir f\u00fcr sie noch nicht einmal normale menschliche Worte finden k\u00f6nnen, um sie zu beschreiben. Unser Glaube hat eine himmlische Herrlichkeit vor sich, die alles \u00fcbertrifft, was wir auf dieser Erde als sch\u00f6n oder als paradiesisch erleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein neues Jahr beginnt und wenn wir in die Zeitungen blicken, sind es wahrlich keine rosigen Aussichten, die sich da auftun. Doch der Christ darf seinen Blick \u00fcber dieses Jahr und dieses Leben hinaus ausrichten auf die herrliche Zukunft Gottes. Das ist unser Ruhm, unsere Freude und Hoffnung. Sie wird uns durch die d\u00fcsteren Zeiten, die so unausweichlich scheinen, hindurch begleiten und tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unser Glaube braucht ein Gegengewicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1\u00a0\u00a0\u00a0 Das Gegengewicht zur \u00dcberheblichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht \u00fcberhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, n\u00e4mlich des Satans Engel, der mich mit F\u00e4usten schlagen soll, damit ich mich nicht \u00fcberhebe\u201c (2Kor 12,7). Die hohen Offenbarungen verlangten ein Gegengewicht. Der geistliche Hochmut ist die gro\u00dfe Gefahr frommer Leute. Je fr\u00f6mmer, desto gr\u00f6\u00dfer die Gefahr der frommen \u00dcberheblichkeit. Gott baut hier ein Gegengewicht ein. Wir alle kennen das Gegengewicht an einem Kran. Ohne ein solches Gegengewicht w\u00fcrde der Kran mit seinem hohen Mast und dem langen Arm, sein Gleichgewicht verlieren und umst\u00fcrzen. Aus diesem Grunde befinden sich hinter dem Hauptmast des Kranes schwere Betongewichte, die das Gegengewicht zum Arm und den daran h\u00e4ngenden Lasten bilden. So ist es auch mit dem geistlichen Leben. Die hohen Offenbarungen Gottes, geistliche Erkenntnis und Vollmacht, das Wissen um die kommenden Herrlichkeiten w\u00fcrden den Glaubenden aus dem Gleichgewicht bringen, er w\u00fcrde sich \u00fcberheben und zu Fall bringen. Unser Glaube braucht das stabilisierende Gegengewicht der Schwachheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2\u00a0\u00a0\u00a0 Der Pfahl im Fleisch <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht \u00fcberhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch\u201c (2Kor 12,7). Der Pfahl oder Dorn war m\u00f6glicherweise eine k\u00f6rperliche Schw\u00e4che oder ein Leiden. Manche Ausleger sprechen ein Augenleiden an, vielleicht als Nachwirkung durch die Erblindung vor Damaskus. Am Ende des Galaterbriefes hei\u00dft es: \u201eSeht mit wie gro\u00dfen Buchstaben ich euch schreibe mit eigener Hand\u201c (Gal 6,11), an anderer Stelle gibt er seine k\u00f6rperliche Schw\u00e4che zu (Gal 4,14). Es ist Paulus allerding gar nicht wichtig zu beschreiben von welcher Art der \u201ePfahl im Fleisch\u201c war. Die Beschaffenheit des \u201ePfahles im Fleisch\u201c bleibt uns unbekannt. Wichtig ist, dass er diesen Pfahl hatte und der Herr diesen Pfahl aus geistlichen Gr\u00fcnden und trotz dreimaligen Gebetes nicht herauszog (2Kor 12,8).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3\u00a0\u00a0\u00a0 Des Satans Engel<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein Charakteristikum des \u201ePfahles im Fleisch\u201c wird uns allerdings noch genannt. Paulus wei\u00df sich regelrecht durch einen Engel Satans gequ\u00e4lt und misshandelt. Paulus scheint hier an die Leiden Hiobs zu erinnern, der, ausgestattet mit der Erlaubnis Gottes, dem Hiob Pf\u00e4hle in Seele und Fleisch rammte und ihn auf f\u00fcrchterliche Weise qu\u00e4lte. Das deutet daraufhin, dass Paulus hier von sehr schweren Leiden und Anfechtungen sprach, die er nicht erw\u00e4hnt h\u00e4tte, wenn sie nicht tats\u00e4chlich eine au\u00dferordentliche Last und Not gewesen w\u00e4ren. Darauf deutet auch hin, dass der Apostel, der immer f\u00fcr andere betete, in diesem Fall f\u00fcr sich selbst dreimal zum Herrn flehte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.4<\/strong><strong> \u00a0\u00a0 Die Gefahr der \u00dcberheblichkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wir stehen in der Gefahr \u00fcberheblich zu werden. \u00dcberheblichkeit ist \u00fcberall in der Welt anzutreffen, oftmals ganz offensichtlich und platt. Oft aber auch sehr versteckt und genial. Besonders perfide ist die fromme \u00dcberheblichkeit. Jesus erz\u00e4hlte das Gleichnis vom frommen Pharis\u00e4er, der sich vor Gott f\u00fcr seine guten Werke r\u00fchmt und sich im Herzen \u00fcber den Z\u00f6llner \u00fcberhebt (Lk 18,11). Wer sich von Gott erw\u00e4hlt wei\u00df, wer die Wahrheit kennt, wer von Gott geadelt wurde, der hat das alles aus Gnade empfangen und doch steht er gerade in diesen Bereichen in der gro\u00dfen Gefahr, sich \u00fcber andere zu \u00fcberheben. Der Beter, der sich vor Gott beugt, wird es erlebt haben und wissen, dass er auch und gerade in der betenden Beugung vor Gott, nicht davon verschont bleibt, hochm\u00fctige Gedanken zu denken. Pr\u00fcfen wir uns: Wo stehe ich in Gefahr, mich aufgrund meines Glaubens, meiner Gaben, meiner F\u00e4higkeiten oder geschenkter Weisheit und Wissens \u00fcber andere zu erheben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.5\u00a0\u00a0\u00a0 Jeder braucht ein Gegengewicht<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Christ braucht und bekommt sein geistliches Gegengewicht. Vielleicht werden Sie von einem k\u00f6rperlichen Leiden geplagt, vielleicht haben Sie eine psychische Not, vielleicht bedr\u00fccken uns unerf\u00fcllte W\u00fcnsche, leiden wir unter (scheinbar) nicht erh\u00f6rten Gebeten. Vielleicht ist es ein Dorn auf Zeit oder auch Pfahl im Fleisch, der uns ein Leben lang begleitet. Vielleicht haben wir wie Paulus gebetet, doch die Last, die Schw\u00e4che, die Not wurde uns belassen. Dies k\u00f6nnten unsere Gegengewichte sein, die dazu beitragen, dass unser Glaube nicht in eine gef\u00e4hrliche Schieflage ger\u00e4t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.6\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Liebe schenkt Gegengewichte<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist so, auch wenn es uns vielleicht hart angeht, aber es ist Gottes Liebe, die in unserem Leben solche Gegengewichte zul\u00e4sst. Der Pfahl im Fleisch ist ein Schutz vor geistlicher \u00dcberheblichkeit und vor dem Verlassen des schmalen Christusweges. Es ist die Liebe Gottes, die uns solche Pf\u00e4hle oder Schl\u00e4ge zumutet: \u201eDenn wen der Herr lieb hat, den z\u00fcchtigt er, und er schl\u00e4gt jeden Sohn, den er annimmt. Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden m\u00fcsst. Wie mit seinen Kindern geht Gott mit euch um; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht z\u00fcchtigt?\u201c (Hebr 12,6.7) So wollen wir lernen, unsere \u201ePf\u00e4hle\u201c und \u201eSchl\u00e4ge\u201c als Gegengewichte zu verstehen, die unseren Glauben in einer gesunden Balance halten, ja die den Glauben st\u00e4rken und mich n\u00e4her zu Christus bringen. Ich will diese Dornen im Fleisch, die Schl\u00e4ge, die ich erhalte, als Zeichen der Liebe Gottes f\u00fcr mich verstehen. Und dann werden wir erleben, was der Hebr\u00e4erbrief auch schreibt: \u201eJede Z\u00fcchtigung aber, wenn sie da ist, scheint uns nicht Freude, sondern Leid zu sein; danach aber bringt sie als Frucht denen, die dadurch ge\u00fcbt sind, Frieden und Gerechtigkeit\u201c (Hebr 12,12).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Unser Glaube empf\u00e4ngt in der Schw\u00e4che Kraft <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.1\u00a0\u00a0\u00a0 Der Platzhirsch gewinnt<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In unserer Welt ist es wie bei den Hirschen. Die Hirsche leben in Rudeln. In der Paarungszeit stellt sich die Frage, wer sich mit den Hirschk\u00fchen paaren darf. Die Hirsche f\u00fchren untereinander harte K\u00e4mpfe aus. Der Hirsch, der sich gegen alle anderen Hirsche durchsetzt, weil er mehr Kraft hat, weil er ein kr\u00e4ftigeres Geweih hat, weil er ausdauernder k\u00e4mpfen kann, erh\u00e4lt das Paarungsvorrecht. Er ist der Platzhirsch. Genau nach diesem Prinzip funktioniert meist die Welt und die Gesellschaft, in der wir leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer bekommt einen Arbeitsplatz? Der St\u00e4rkere, der intelligenter, der flinker, der besser ist, manchmal aber auch der, der einfach skrupelloser ist. Wer erh\u00e4lt den g\u00fcnstigeren Kredit, um sein Haus zu bauen? Der Platzhirsch mit Einfluss, Macht und den besseren Beziehungen. Wer darf leben? Das Kind, das stark und gesund erscheint. Das Kind mit Behinderung gilt als schwach, wird aussortiert und noch im Mutterleib get\u00f6tet. Es gilt das Recht der M\u00e4chtigen und St\u00e4rkeren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.2\u00a0\u00a0\u00a0 Die Kraft Gottes im Kreuz<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Gottes Reich ist nicht von dieser Welt. Hier laufen die Uhren anders (vgl. z. B. 2K\u00f6n 20,10) und die Verh\u00e4ltnisse werden auf den Kopf gestellt. Der Niedrige wird erh\u00f6ht und der Hohe wird erniedrigt. Die M\u00e4chtigen werden vom Sockel gest\u00fcrzt, die Schwachen werden erhoben (vgl. Lk 1,52). Die gewaltige Kraft (dynamis) dieses Reiches entfaltet sich da, wo rein \u00e4u\u00dferlich und aus weltlicher Perspektive Schwachheit ist: \u201eDenn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist&#8217;s eine Gotteskraft\u201c (1Kor 1,18). Jesus hing als der gekreuzigte und unerkannte Herr der Herrlichkeit am Kreuz von Golgatha. Er konnte sich nicht mehr bewegen, weil H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe mit N\u00e4geln an das Holz geschlagen waren. Der zerschlagene und geschundene K\u00f6rper war v\u00f6llig entkr\u00e4ftet, Blut str\u00f6mte \u00fcber sein Gesicht, rasende Schmerzen in allen Fasern des K\u00f6rpers. Eine gr\u00f6\u00dfere Schwachheit ist wohl nicht vorstellbar. Mehr Schmerzen kann ein Mensch wohl nicht ertragen. Doch ausgerechnet hier: Aus der unendlichen Tiefe dieser unfassbaren Schwachheit, ruft der Gekreuzigte: \u201eEs ist vollbracht!\u201c In dem Moment der gr\u00f6\u00dften und tiefsten Schw\u00e4che, da wo alle menschlichen und k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte vollst\u00e4ndig am Ende sind, wird die gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Erl\u00f6sungskraft freigesetzt. Gottes gewaltige Erl\u00f6serkraft kommt aus der absoluten Schwachheit des Kreuzes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.3\u00a0\u00a0\u00a0 Gottes Kraft f\u00fcr schwache Menschen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eUnd er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig (w\u00f6rtl.: vollendet). Darum will ich mich am allerliebsten r\u00fchmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.\u201c (2Kor 12,9.10) Die Kraft, die hier im Kreuz freigesetzt wird, will nun zu uns schwachen Menschen kommen und will in schwachen Menschen wohnen (w\u00f6rtl.: das Zelt aufschlagen), ja diese Kraft kommt dort erst richtig zur Entfaltung und Vollendung. Paulus freute sich an seiner Schwachheit, nicht weil er die Schwachheit bevorzugte (siehe das dreifache Gebet), sondern er wusste: Erst in dieser Schwachheit erlebe ich die F\u00fclle und Vollmacht der Kraft Gottes. Aus eigener Erfahrung wei\u00df ich, dass ich vor Verk\u00fcndigungsdiensten mit \u00c4ngsten und Anfechtungen zu k\u00e4mpfen habe. Eine Schw\u00e4che, die ich lieber los w\u00fcrde und doch wei\u00df ich auch: Die Anfechtung treibt mich zu Christus und zu seiner Kraft. Deshalb kann ich auf sie nicht verzichten. Jesus will nicht durch einen starken und selbstbewussten Verk\u00fcndiger, sondern durch schwache und angefochtene Menschen sprechen und wirken.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihre Schw\u00e4chen m\u00f6gen woanders liegen, doch das vom Kreuz abgeleitete Prinzip gleicht sich. Da, wo wir schwach sind, da, wo wir unsere Grenzen erreichen, da, wo wir angefochten sind, will Gottes Kraft in schwachen Menschen zum Zuge kommen, sich entfalten und Gro\u00dfes bewirken. Das Prinzip des Kreuzes muss auch das Lebensprinzip der Christen und ihres Glaubens sein und bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3.4\u00a0\u00a0\u00a0 In Schwachheit zuversichtlich<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDarum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in N\u00f6ten, in Verfolgungen und \u00c4ngsten, um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark\u201c (2Kor 12,10). Wir wissen nicht, was das junge, gerade angebrochene Jahr mit sich bringen wird. Wir Christen wissen aber von den Aposteln, dass wir durch viele Bedr\u00e4ngnisse in das Reich Gottes eingehen werden (Apg 14,22). Wir m\u00fcssen davon ausgehen, dass die Zeiten nicht leichter, sondern schwerer werden. Doch das soll uns nicht betr\u00fcben. Stattdessen wollen wir umso fester den Blick auf Gottes kommende Herrlichkeit richten und im t\u00e4glichen Leben in aller Schwachheit, in Not und Anfechtung mit der gewaltigen Kraft Gottes rechnen, die gerade in schwachen Menschen zum Zuge kommen will. Auch im Jahr 2012 soll dies unsere Losung sein: \u201eWenn ich schwach bin, so bin ich stark.\u201c<\/p>\n<p><em>Johann Hesse, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Gemeindehilfsbundes<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt: Gottes Kraft in schwachen Menschen (2Kor 12,1-10) Die Jahreslosung f\u00fcr das Jahr 2012 lautet: \u201eLass dir an meiner Gnade gen\u00fcgen; denn meine Kraft ist in den Schwachen m\u00e4chtig\u201c (2Kor 12,9). Diese wunderbare Aussage und Zusage Gottes teilte der Apostel Paulus der Gemeinde in Korinth mit, weil diese sich von den sogenannten \u201e\u00dcberaposteln\u201c blenden lie\u00dfen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7458"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7458"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7458\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7463,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7458\/revisions\/7463"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7458"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7458"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7458"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}