{"id":7441,"date":"2011-12-30T11:31:34","date_gmt":"2011-12-30T09:31:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7441"},"modified":"2011-12-30T11:36:59","modified_gmt":"2011-12-30T09:36:59","slug":"botschaft-des-erzbischofs-der-evangelisch-lutherischen-kirche-lettlands-zum-christfest","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7441","title":{"rendered":"Botschaft des Erzbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands zum Christfest 2011"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Botschaft des Erzbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands J\u0101nis Vanags<\/strong> <strong>zum Christfest des Jahres 2011<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder Tag kommt zu uns mit neuen Botschaften, die eigentlich gar nicht neu sind. Wir sind es gewohnt, dass wir am Morgen, wenn wir im H\u00f6rfunk die Nachrichten vernehmen oder eine Zeitung aufschlagen, \u00fcber die Unsicherheit des Stoffes im Inhalt hinwegh\u00f6ren oder hinweglesen. Was wird uns der heutige Tag bringen? Was wird nach einem Monat oder nach einem Jahr geschehen? Wird es uns nicht ebenso wie Joseph und Maria gehen, deren Zeit gekommen war, ein Kind zu geb\u00e4ren weit weg von zu Hause und ohne eine Herberge?<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine solche Unsicherheit ist kein gutes Milieu f\u00fcr ein Kind, das zur Welt kommen soll. Dieses Empfinden von Unsicherheit ist vor allem die Ursache daf\u00fcr, dass in Lettland so wenig Kinder geboren werden. Dabei geht es nicht nur um die Unsicherheit des Einkommens und der Arbeitsstelle in der Zukunft, sondern auch um die Unsicherheit gegen\u00fcber unserer Bereitschaft, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, eine Ehe zu schlie\u00dfen, eine Familie zu gr\u00fcnden und Eltern zu werden. Kinder erscheinen vielen heute als eine Belastung und ein Kreuz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Weihnachtstag kam mit einer frohen Botschaft an: \u201eF\u00fcrchtet euch nicht. Siehe, ich verk\u00fcndige euch gro\u00dfe Freude, die allem Volk widerfahren soll, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr.\u201c Der Engel verk\u00fcndigte diese Botschaft den Hirten auf dem Felde, aber die konnten sie nicht verstehen. Sie sprachen untereinander: \u201eLasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die uns der Herr kundgetan hat.\u201c Vielleicht f\u00e4llt es auch uns nicht leicht zu begreifen, weshalb die Botschaft von der Geburt Jesu eine frohe Botschaft sein soll. Wie kann sie uns in dieser unbest\u00e4ndigen Zeit helfen? Ja, dann reagieren wir vielleicht auch selbst wie damals die Hirten: \u201eIch gehe und erforsche alles, was mir Gott damit hat sagen wollen?\u201c Ja, tats\u00e4chlich: das wahre Weihnachtswunder ist nicht auf der Oberfl\u00e4che ausgebreitet. Bis zur gro\u00dfen Freude m\u00fcssen wir den langen Weg der Anerkennung und des Vertrauens zur\u00fccklegen. In Bethlehem ist uns der Heiland \u2013 oder in der Sprache unserer Zeit der Befreier \u2013 geboren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gew\u00f6hnlich fangen wir an, das mit gro\u00dfen und ewigen Begriffen zu erkl\u00e4ren: alle, die glauben und getauft werden, befreit Jesus von dem Schicksal, von Gott am Tage des J\u00fcngsten Gerichtes verurteilt zu werden. Gottes Liebe hat uns den eingeborenen Sohn beschert, auf dass alle, die in Christus sind, nicht verloren werden. Wer sein Wort vernimmt und an den glaubt, der ihn gesandt hat, der hat das ewige Leben. Der kommt nicht in das Gericht, sondern ist aus dem Tod in das ewige Leben eingegangen. Das ist wirklich eine frohe Botschaft, die uns hilft, ruhig \u00fcber den Tod nachzudenken. Gemeinsam mit Jesus k\u00f6nnen wir auf ihn zu- gehen in der Gewissheit, dass uns danach der Friede und die Seligkeit in der Gemeinschaft mit Gott erwartet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotzdem werden unsere Gedanken viel mehr damit befasst, wie wir diese Woche und diesen Tag \u00fcberleben. Kann uns Jesus auch von der Unsicherheit unseres irdischen Lebens befreien? Wenn er den Kummer und die Sorgen seiner J\u00fcnger erblickte, sagte er jedes Mal: F\u00fcrchtet euch nicht, f\u00fcrchtet euch nicht, f\u00fcrchtet euch nicht\u2026 Er verspricht ihnen nicht, sie vor Schwierigkeiten zu bewahren. Er verspricht ihnen auch nicht, dass ihnen nichts weggenommen w\u00fcrde. Er befreit sie nicht von der Besatzungsmacht und ver\u00e4ndert nicht ihr politisches System. Statt dessen l\u00e4sst er sie in seiner Gegenwart Frieden und Sicherheit erfahren. Diejenigen, welche Jesus nachfolgten, besa\u00dfen fast gar nichts. Ihre Zukunft war ihnen fast v\u00f6llig unbekannt. Und dennoch lebten sie vollbl\u00fctig und begeistert. Gemeinsam mit Christus lebten sie so, als ob ihnen jeder Verlust hundertfach vergolten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einer von ihnen, Johannes, schrieb sp\u00e4ter: \u201eFurcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus.\u201c Wenn wir Christus lieben dann erfahren wir, dass er unser teuerster Schatz ist, und er uns die Ruhe des Herzens schenkt. Wenn die Liebe, mit der wir Christus lieben, wirklich vollkommen ist, dann gibt es nichts mehr, wovor wir uns f\u00fcrchten m\u00fcssten, denn er hat alles, was dem Leben Trost und Freude schenkt. Niemand kann ihn uns fortnehmen. Mit ihm haben wir alles. Das kann man weder erkl\u00e4ren noch beweisen, sondern nur selbst erfahren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich haben wir bis zur Vollkommenheit der Liebe immer noch einen Weg vor uns. Gehen auch wir nach Bethlehem, um dort zu erfahren, was dort geschehen ist und was uns Gott geschenkt hat. Christus befreie uns von aller Furcht zum wirklichen Leben. Christus wurde in der Armut geboren und lag in einer Krippe, doch das Wichtigste dabei ist, dass er erwartet und geliebt wurde. Joseph und Maria hatten miteinander alles gekl\u00e4rt, es gab keinen Verdacht und keinen Zweifel mehr. Sie wollten zusammen mit Gott leben und Jesus bei seinem Aufwachsen begleiten, so gut sie es konnten. Heute nennen wir sie auch die Heilige Familie. Lass uns zu Weihnachten Gott darum bitten, dass durch die Gegenwart Christi unser Zweifel und unsere Unsicherheit von uns weichen m\u00f6chten. Dass in unserem Lande wieder Hochzeiten gefeiert werden und dass es viele Familien gebe, die wir auch als Heilige Familien bezeichnen k\u00f6nnten. Dass die Kinder, die noch nicht geboren sind, zur Welt kommen und geliebt werden, auch wenn das in Armut und in einer Krippe geschieht. Dass sie heranwachsen, von Gott und den Eltern beh\u00fctet, allen zur Freude und zum Segen. M\u00f6ge uns unser Weg zum Leben hinf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit herzlichen Gr\u00fc\u00dfen<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Euer\u00a0\/ Ihr Erzbischof J\u0101nis Vanags<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00dcbersetzung aus dem Lettischen: Johannes Baumann<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Botschaft des Erzbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands J\u0101nis Vanags zum Christfest des Jahres 2011 Jeder Tag kommt zu uns mit neuen Botschaften, die eigentlich gar nicht neu sind. Wir sind es gewohnt, dass wir am Morgen, wenn wir im H\u00f6rfunk die Nachrichten vernehmen oder eine Zeitung aufschlagen, \u00fcber die Unsicherheit des Stoffes im Inhalt hinwegh\u00f6ren [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":40,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[21,12],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7441"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/40"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7441"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7441\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7448,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7441\/revisions\/7448"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7441"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7441"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7441"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}