{"id":7270,"date":"2011-11-03T11:13:13","date_gmt":"2011-11-03T09:13:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7270"},"modified":"2011-11-03T11:14:54","modified_gmt":"2011-11-03T09:14:54","slug":"gottes-wort-die-grundlage-fur-glauben-und-handeln-der-kirche-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7270","title":{"rendered":"Gottes Wort &#8211; Die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Gottes Wort &#8211; Die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Du aber bleibe bei\u00a0 dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist;du wei\u00dft ja, von wem du gelernt hast,und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christus.Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist n\u00fctze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt.&#8220; (2 Tim 3,14-17)<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tragen wir mit diesem Thema nicht Eulen nach Athen? Oder gar Maultaschen ins W\u00fcrttembergische? Ist Gottes Wort die Grundlage f\u00fcr das Glauben und Handeln unserer Kirche? Ist Wasser nass? M\u00f6chte der Herr Pfarrer noch ein K\u00e4sew\u00fcrstchen? Dreimal ja! Hat doch schon Luther klargestellt: Allein durch die Schrift!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Seltsame Erlebnisse<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber vielleicht haben Sie ja auch schon so seltsame Erlebnisse gehabt, wie ich: Da ist ein Amtskollege gestorben. Ein auch politisch sehr aktiver Stadtpfarrer. Die Trauerfeier h\u00e4lt ein Nachbarpfarrer. Und der predigt \u00fcber einen Text aus Coelhos Handbuch der Krieger des Lichts.Oder da berichten Eltern, dass Kinder heulend aus dem schulischen Religionsunterricht heimgekommen sind: Der Lehrer hat ihnen wieder mal erz\u00e4hlt, dass in der Bibel sowieso nur M\u00e4rchen stehen.Oder da liest man in der Zeitung, dass ein Bischof irgendwas gesagt oder dass eine Synode irgendwas beschlossen hat, was der Bibel ganz offensichtlich diametral widerspricht.Und da kommt man ins Gr\u00fcbeln.Und wenn man seine Zweifel offen \u00e4u\u00dfert, dann kann man es erleben, dass man sofort in die Fundamentalistenschublade gesteckt wird. Zusammen mit Selbstmordattent\u00e4tern und denen, die M\u00e4dchen vom Schulbesuch ausschlie\u00dfen. Und da will man ganz bestimmt nicht rein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also wird man Zukunft etwas vorsichtiger sein. In der \u00d6ffentlichkeit nicht mehr so viel sagen. Und damit den Anderen das Feld \u00fcberlassen.Aber das wollen Sie doch auch nicht, oder? Ich m\u00f6chte im Folgenden mit Ihnen einige Argumente durchgehen, die wir immer wieder zu h\u00f6ren bekommen. Von Zeitgenossen, die ihre biblische Bildung aus irgendwelchen Illustrierten haben. Oder auch mal bei einer Diskussion in der Kirchengemeinde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Christusglaube oder Bibelglaube?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den ersten Spruch h\u00f6ren wir vor allem in der Kirche. Ein ganz schlaues Argument, vor allem, weil es zun\u00e4chst mal nicht falsch ist: &#8222;Wir glauben nicht an die Bibel. Wir glauben an Jesus Christus!&#8220; Dem kann man erst mal nur zustimmen. Aber dann muss die R\u00fcckfrage erlaubt sein: Bittsch\u00f6n, welchen Jesus h\u00e4ttens denn gern? Franz Alts ersten neuen Mann? Den kosmischen Christus der Esoteriker? Oder den Jesus der Fernsehprediger, der dich reich und gesund machen kann? Und dann k\u00f6nnen Sie ganz locker aus dem ersten Artikel der Barmer Erkl\u00e4rung zitieren (steht in manchen Gesangb\u00fcchern hinten drin!): <em>Jesus Christus, wie er uns in der Heiligen Schrift bezeugt wird, ist das eine Wort Gottes, das wir zu h\u00f6ren, dem wir im Leben und im Sterben zu vertrauen und zu gehorchen haben.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wohl wahr, Jesus ist das eine Wort Gottes an uns. So lesen wir es ganz am Anfang im Johannesevangelium: <em>Das Wort ward Fleisch &#8211; <\/em>wurde Mensch &#8211; <em>und wohnte unter uns\u2026<\/em>Ihm allein d\u00fcrfen wir vertrauen und gehorchen. Aber, wie wir hier im 2. Timotheusbrief lesen, ist es die Heilige Schrift, die uns <em>unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.<\/em>Wer k\u00f6nnte das sonst? Au\u00dferhalb der Bibel haben wir n\u00e4mlich keine Nachrichten \u00fcber Jesus. Fast keine. Kurze Hinweise bei Tacitus und Josephus Flavus. Vielleicht noch das eine oder andere echte Jesuszitat aus sp\u00e4teren Schriften der Gnostiker. Sonst nix.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber die Bibel ist voll von Nachrichten \u00fcber Jesus Christus. Schon die B\u00fccher des Alten Testaments zeigen mit allen Fingern auf den, der da kommen soll. Sagen Jahrhunderte zuvor seine Herkunft voraus und deuten seine Todesart an. Reden davon, dass er die Strafe auf sich nimmt, damit wir Frieden h\u00e4tten, und vieles mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn Paulus hier an Timotheus schreibt, dass die Heilige Schrift ihn unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christus,dann meint er noch die Schriften des Alten Testaments. Schon die enthalten mehr als genug Hinweise, um Jesus als den Messias Gottes zu erkennen.Wie viel mehr dann erst die Schriften des Neuen Testaments!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vier Evangelien, die sein Leben, Sterben und Auferstehen nachzeichnen.Und die uns seine Worte \u00fcberliefern.Dazu die Briefe der Apostel. Gerade Petrus und Johannes ist es ganz deutlich: Hier reden Augenzeugen. Das neue Testament best\u00e4tigt die Prophetien des Alten. Und es ist die einzige authentische Quelle, die wir \u00fcber Jesus haben.Wenn wir Jesus gegen die Bibel ausspielen wollen, nach dem Motto: Das Wort ward Fleisch, und nicht Druckerschw\u00e4rze, dann verlieren wir beide.Dann wissen wir gar nichts \u00fcber Jesus. Dann m\u00fcssten wir uns ihn und seine Worte selbst ausdenken. Und damit gegen das erste der Zehn Gebote versto\u00dfen: Du sollst dir kein Bildnis machen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber genau das erleben wir immer wieder. Mit Hilfe destruktiver Bibelkritik wird allem widersprochen, was die Bibel \u00fcber Jesus Christus sagt. Auch von Bisch\u00f6fen und Theologen: Jesus sei nicht der eingeborene Sohn Gottes, geboren von der Jungfrau Maria. Er ist der Sohn von Maria und Josef, und Gott hat ihn erst bei seiner Taufe adoptiert. Diese irre These hatte einst der Gnostiker Kerinth aufgestellt. Die Urkirche hat das als Irrlehre verworfen. Aber der Ratsvorsitzende der EKD w\u00e4rmt heute genau diesen Quark wieder auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Andere prominente Theologen zweifeln heute lautstark daran, dass Jesus als Opfer f\u00fcr die Schuld der Menschen gestorben ist. Ihr Argument: Gott ist so gn\u00e4dig, der will doch kein Opfer. Das ganze Alte Testament sieht das anders. Auch hier wird ein anderer Gott gemacht!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jesus ist Gottes Wort. Das ist richtig. Aber es ist nicht richtig, wenn das als Argument gegen Gottes Wort in der Bibel herhalten muss. Im Gegenteil. Wir glauben an den Jesus Christus, der in der Heiligen Schrift beschrieben wird und der in der Heiligen Schrift zu Wort kommt. Bleiben wir dabei!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dazu noch ein praktischer Tipp: Entwickeln Sie ein gesundes Misstrauen gegen\u00fcber jeder Verk\u00fcndigung, die viel von Gott redet, aber nicht von Jesus Christus. Wo Jesus nicht als unser einziger Herr und Erl\u00f6ser gepredigt wird, da findet keine Unterweisung zur Seligkeit statt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Gotteswort oder Menschenwort?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit sind wir schon beim n\u00e4chsten Gegenargument: Die Bibel ist doch gar nicht Gottes Wort. Sie ist von Menschen verfasst und voller Irrt\u00fcmer. Auch hier gilt zun\u00e4chst: Das ist nicht ganz verkehrt. (Das macht diese listigen Argumente ja so verf\u00fchrerisch!) Nat\u00fcrlich ist die Bibel ganz Menschenwort, von ungef\u00e4hr 40 Leuten in einem Zeitraum von \u00fcber tausend Jahren verfasst und sicher an der einen oder anderen Stelle noch redaktionell \u00fcberarbeitet. Die Bibel ist ein menschliches Buch. Genau so, wie Jesus ganz Mensch ist. Aber ebenso, wie Jesus auch ganz Gott ist, so ist die Bibel auch ganz Gottes Wort.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet, <\/em>so beschreibt Petrus die Entstehung der Prophetie in der Heiligen Schrift. Und Paulus bezeichnet hier die Schrift als <em>von Gott eingegeben. <\/em>Und darum ist sie Gottes Wort. Nat\u00fcrlich kann man das kultivierte Griechisch, das Lukas schreibt, gut vom schlichteren Griechisch des Johannes unterscheiden. Aber der Heilige Geist sorgt daf\u00fcr, dass ich aus den Schriften von beiden die Stimme meines guten Hirten h\u00f6re. Und darauf kommt es doch an!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ist es dann aber mit der Zuverl\u00e4ssigkeit der Heiligen Schrift? Sie ist irrtumslos, sagen die einen. Sie enth\u00e4lt eine Menge Fehler, sagen die anderen. Und bringen gleich Beispiele. Zum Beispiel, dass im Alten Testament die Flederm\u00e4use unter den V\u00f6geln aufgez\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das w\u00e4re in der Tat ein arger Lapsus, wenn die Bibel ein Lehrbuch der Zoologie w\u00e4re. Das will sie aber gar nicht sein. Wozu die Bibel da ist, k\u00f6nnen wir hier im 2. Timotheusbrief nachlesen: <em>Zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt! <\/em>Der Bibel geht es also gar nicht drum, wo die Flederm\u00e4use in der zoologischen Systematik stehen! Es geht ihr drum, wo wir Menschen stehen: Weit weg von Gott durch unsere S\u00fcnde. Sie handelt davon, was Gottes Wille ist, wie Gott bei aller Untreue zu seinem Volk gehalten hat, wie er uns durch Jesus Christus rettet, und wie wir als Christen leben sollen. Und darin ist die Bibel absolut zuverl\u00e4ssig. \u00dcber Flederm\u00e4use schreibt sie nur, dass man sie nicht essen soll. Aber ich glaube, das hat hier eh keiner vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch das andere wird bestritten: Dass die Bibel in den Tatsachen zuverl\u00e4ssig ist, die unser Heil betreffen. Hier haben zweihundert Jahre historisch-kritischer Forschung ihre Spuren hinterlassen. Zweihundert Jahre, in denen die Gelehrten sich nicht dem\u00fctig unter Gottes Wort gestellt haben, sondern hochm\u00fctig dr\u00fcber. Und in dieser Zeit hat man keinen Stein auf dem anderen gelassen. Hat alles bestritten und in Zweifel gezogen. Keine Posaunen vor Jericho! Kein leeres Grab am Ostermorgen! Und von den vielen Worten Jesu, die in den Evangelien \u00fcberliefert sind, stammt h\u00f6chstens ein halbes Dutzend von ihm selbst. Alles andere soll ihm die Urgemeinde nachtr\u00e4glich angedichtet und in den Mund gelegt haben. Das hat man gelehrt, und das glauben viele Menschen bis heute.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch wir d\u00fcrfen beruhigt sein! Schon vor \u00fcber 50 Jahren hat Werner Keller sein ber\u00fchmtes Buch herausgebracht: &#8222;Und die Bibel hat doch recht&#8220;. Und das gilt bis heute: Wo Arch\u00e4ologen zwischen \u00c4gypten und Babylonien den Spaten in die Erde stecken, best\u00e4tigen sie vielfach die historische Wahrheit der Bibel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auch das Neue Testament ist zuverl\u00e4ssiger, als man meinte glauben zu m\u00fcssen. Die Evangelien sind seien sehr sp\u00e4t geschrieben worden, und k\u00f6nnten deshalb nicht von Augenzeugen stammen, haben wir gelernt. Die ersten drei zwischen 70 und 90 nach Christus, und das Johannes-evangelium vielleicht sogar erst im zweiten Jahrhundert. Solche Zahlen tauchen hin und wieder immer noch in der Presse auf. In der Fachwelt glaubt sie kaum noch einer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst unl\u00e4ngst hat ein Historiker aufgezeigt, dass die Apostelgeschichte des Lukas schon im Jahr 62 geschrieben worden ist. Das Lukasevangelium entsprechend fr\u00fcher, und Matth\u00e4us und Markus, die Lukas gekannt hat, noch ein paar Jahre eher. Und dass die Taten und Worte Jesu Erfindungen der Urgemeinde gewesen seinen, ist Unfug: Ohne so ein Wunder wie die Auferstehung Jesu h\u00e4tte es die Urgemeinde n\u00e4mlich gar nicht gegeben. Und seine Worte sind keine Gemeindebildung; vielmehr haben die J\u00fcnger Jesu sie zu seinen Lebzeiten treu auswendig gelernt. Das war n\u00e4mlich ihre Pflicht als seine Sch\u00fcler!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, wir d\u00fcrfen der Schrift vertrauen! Sie ist zuverl\u00e4ssig. Und sie ist Gottes Wort. Glauben Sie also dem, was <em>in<\/em> der Bibel steht, und nicht dem, was in der Weihnachtsausgabe von Stern und Spiegel <em>\u00fcber<\/em> sie steht. Und stellen Sie Ihrem Pfarrer oder Ihrem Bischof ruhig mal die Gretchenfrage: Was bedeutet die Bibel f\u00fcr Sie? Ein Glaubenszeugnis <em>von<\/em> Menschen? Oder Gottes Offenbarung <em>f\u00fcr<\/em> die Menschen? Von der Antwort auf diese Frage h\u00e4ngt die Zukunft unserer Kirche ab! Denn wo sie sich nicht mehr zu Gottes Selbstoffenbarung in seinem Wort bekennen will, da hat sie alle Vollmacht verloren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Gelten Gottes Gebote heute noch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommen wir zum dritten Gegenargument, mit dem wir immer wieder konfrontiert werden. Und das ist wirklich t\u00fcckisch! Nehmen wir mal an, Sie vertreten irgendwo die biblische Ethik. In den meisten Fragen wird man Ihnen da ohne Weiteres zustimmen: Dass man ehrlich arbeiten, Frieden halten und den Armen helfen soll, ist bei uns unumstritten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch in anderen Punkten wird man Ihnen heute heftig widersprechen, in der Gesellschaft sowieso, und zunehmend auch in der Kirche. Zum Beispiel dann, wenn Sie darauf hinweisen, dass Abtreibung Mord ist, dass Sex in die Ehe geh\u00f6rt, dass die Ehe prinzipiell unaufl\u00f6slich ist oder dass ein praktizierender Homosexueller gegen den Willen Gottes lebt. Jetzt k\u00f6nnen Sie sich warm anziehen! Und fr\u00fcher oder sp\u00e4ter werden Sie dann auch Totschlagargumente h\u00f6ren wie dieses: Wenn Sie das vertreten, dann m\u00fcssen Sie aber auch f\u00fcr die Hexenverbrennung eintreten, und f\u00fcr das Recht, Ihre Tochter in die Sklaverei zu verkaufen. Aber daf\u00fcr gegen den Verzehr von Kalbsgeschnetzeltem in Morchelrahmso\u00dfe, weil man bekanntlich das B\u00f6ckchen nicht in der Milch seiner Mutter kochen darf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einem Wort: Wenn Sie auf irgendwelchen alttestamentlichen Gesetzen bestehen, dann m\u00fcssen Sie konsequenterweise schon alle halten!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was sagt man dazu? Die Speisegebote sind kein Problem. Von denen sind wir im Neuen Testament doch befreit! Wenn Sie so argumentieren, haben Sie schon verloren. Dann wird n\u00e4mlich das Gegenargument kommen: Wir sind als Christen vom ganzen Gesetz befreit!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein, hier hilft nur eins: Wir m\u00fcssen gr\u00fcndlich und theologisch durchdacht argumentieren. Zum Beispiel, indem wir, so wie es Luther getan hat, sorgf\u00e4ltig unterscheiden: Es gibt biblische Gesetze, die gelten ausdr\u00fccklich nur f\u00fcr Israel. Unter die fallen wir nicht. Es gibt Gesetze f\u00fcr Opfer und Tempeldienst. Die hat Christus mit seinem Tod am Kreuz schon l\u00e4ngst erf\u00fcllt. Die brauchen wir auch nicht zu halten. Und es gibt Gesetze, die regeln das Zusammenleben von uns Menschen. Die Zehn Gebote zum Beispiel und das Liebesgebot. Wir werden nicht dadurch selig, dass wir sie einhalten. Aber sie sind trotzdem Gottes Wille f\u00fcr uns, und wir werden uns bem\u00fchen, sie zu halten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und bei diesen m\u00fcssen wir wiederum differenzieren: Was m\u00fcssen wir buchst\u00e4blich einhalten, und was nur dem Sinn nach? Die Sklaverei war zur Zeit des Alten Testaments \u00fcberall gang und g\u00e4be, so, wie heute zum Beispiel die Leiharbeit. Das Gesetz des Alten Bundes bem\u00fcht sich, sie f\u00fcr die Betroffenen ertr\u00e4glich zu gestalten. Dass Paulus, wie im Philemonbrief, Sklaven als Geschwister im Herrn behandelt, hat der Sklaverei den Todessto\u00df versetzt. Ihre &#8211; leider viel zu sp\u00e4te Abschaffung war die logische Folge. Und deshalb werden wir sie, auch wenn das Gesetz sie vorsieht, niemals wieder einf\u00fchren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Gleiche gilt f\u00fcr die Hexenverbrennung. Nat\u00fcrlich sind okkulte K\u00fcnste nichts Gutes. Aber als Christen sollen wir nicht richten, sondern zum Glauben an Christus einladen. Etwas anderes ist es, wenn Ehen und Familien zerst\u00f6rt, oder noch ungeborene Menschen get\u00f6tet werden. Hier werden wir als Christen hoffentlich widersprechen. Und wenn Menschen gleichgeschlechtliche Beziehungen pflegen, verstehen wir das mit dem Apostel Paulus als Verkehrung der guten Ordnungen Gottes. Wir werden nichts dagegen unternehmen, denn, wie gesagt, das ist nicht unser Auftrag. Aber wir sollen zur Umkehr und zur Vers\u00f6hnung mit Gott einladen. Und wir sollen solche gottwidrigen Verhaltensweisen in der Gemeinde weder guthei\u00dfen, noch segnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie sehen, in Fragen der Ethik ist sorgf\u00e4ltiges theologisches Denken gefragt. Und das geduldige Gespr\u00e4ch mit Andersdenkenden. Wenn wir uns dem stellen, werden wir merken, ob unsere Gespr\u00e4chspartner irrende Mitchristen sind, oder ideologische Verf\u00fchrer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade in der Frage nach der Homosexualit\u00e4t wird uns in der Kirche schlie\u00dflich immer wieder das eine Argument begegnen: Das wichtigste ethische Kriterium ist doch nicht das Gesetz, sondern die Liebe. Noch ein Argument, das zun\u00e4chst mal richtig ist. Die Liebe ist in der Tat das Gr\u00f6\u00dfte, wie Paulus in seinem Hohelied der Liebe sagt. Da l\u00e4sst\u00a0 sich doch schwer was dagegen sagen, oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch. Und zwar das: Wir d\u00fcrfen Gottes Gebot und die Liebe nicht gegeneinander ausspielen. Im Gegenteil. Der Herr Jesus hat gesagt: <em>Wer mich liebt, der wird meine Gebote halten. <\/em>Und im Blick auf die letzte Zeit vor seiner Wiederkunft hat er festgestellt: <em>Die Gesetzlosigkeit wird \u00fcberhand nehmen, und die Liebe wird bei vielen erkalten.<\/em>Ich f\u00fcrchte, wir leben schon in dieser Zeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als Christen sind wir aufgefordert, bis zum Ende an Gottes Wort festzuhalten: An Gesetz und Evangelium. An der Liebe und an Gottes guten Ordnungen. Und wir sind aufgefordert, auch unsere Kirche dazu aufzurufen: Durch Gespr\u00e4che und Leserbriefe. Durch den Einsatz im Kirchenvorstand oder durch Mails an den Bischof. In der Jungschar und bei der Erziehung unserer Kinder und Patenkinder. Bei Diskussionen mit dem Pfarrer oder bei anderen Gelegenheiten. Setzen Sie sich daf\u00fcr ein, dass unsere Kirche in dem, was sie tut und lehrt, beim Wort des Herrn bleibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Pfr. Thomas Hilsberg, Vortrag beim Glaubens- und Besinnungstag in Rutesheim am 24.09.2011<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gottes Wort &#8211; Die Grundlage f\u00fcr Glauben und Handeln der Kirche &#8222;Du aber bleibe bei\u00a0 dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist;du wei\u00dft ja, von wem du gelernt hast,und dass du von Kind auf die Heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Jesus Christus.Denn alle Schrift, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":104,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[13,12,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7270"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/104"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7270"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7270\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7274,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7270\/revisions\/7274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}