{"id":7162,"date":"2011-10-11T08:15:05","date_gmt":"2011-10-11T06:15:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7162"},"modified":"2011-10-27T13:34:35","modified_gmt":"2011-10-27T11:34:35","slug":"predigt-lebt-als-kinder-des-lichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeindenetzwerk.de\/?p=7162","title":{"rendered":"Predigt &#8222;Lebt als Kinder des Lichts!&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Predigttext: Epheserbrief Kap. 5, Vers 8: &#8222;Lebt als Kinder des Lichts!&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Liebe Br\u00fcder und Schwestern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Apostolischen Briefe sind alle im Kreuzeszeichen geschrieben. Im ersten Teil geht es immer um Grundlegung des Glaubens, und im zweiten Teil geht es um die Ermahnung zur Liebe. Der Glaube zieht uns nach oben, und die Liebe zieht uns zum N\u00e4chsten. Das ist die doppelte Bewegung eines Christenmenschen. Da hat man gar keine Zeit, sich auf den Puls zu fassen, die eigenen Wehwehchen zu beklagen. Dann ist man befreit von sich selber, wenn diese zwei Bewegungen uns erreichen und erf\u00fcllen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heute sind wir im zweiten Teil des Epheser-Briefes, in der Ermahnung zur Liebe. Das kann man gerade im Epheserbrief sehr sch\u00f6n beobachten: Die ersten drei Kapitel handeln von der Grundlegung des Glaubens, die Kapitel 4 \u2013 6 enth\u00e4lt den Ermahnungsteil. Kap.4,1 beginnt: \u201eSo ermahne ich euch nun, ich, der im HERRN Gefangene\u2026\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ermahnungen stehen bei uns nicht so hoch im Kurs. Das liegt auch daran, da\u00df die christliche Ermahnung gar nicht richtig verstanden wird. Im griechischen Urtext steht f\u00fcr dieses Wort <em>parakaleo. <\/em>Das hei\u00dft: \u201eHerbeirufen\u201c. Wohin? Zum HERRN. Die christliche Ermahnung hat immer Trost. Die christliche Ermahnung ruft zum HERRN und sagt: Was der HERR von dir erwartet, das tut Er selber, und zwar durch dich im Glauben! Das ist christliche Ermahnung. Das m\u00fcssen wir verstehen. Es ist gar nicht so leicht, in rechter Weise christlich zu ermahnen. Der HERR lebt, und Er lebt in dir, wenn du im Glaubensgeheimnis mit Ihm dein Leben lebst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ermahnungen im Epheserbrief sind \u00e4u\u00dferst lohnenswert, gr\u00fcndlich studiert zu werden:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Kap.4: Ermahnungen an die Gemeindeleiter, an die \u201eBerufenen\u201c.<\/li>\n<li>Kap.5: An die Gesamtgemeinde. Unser Text ist aus diesem Teil entnommen<\/li>\n<li>Kap.6: An die Hausst\u00e4nde: Ehefrauen, Ehem\u00e4nner, Kinder, an Sklaven und Herren; wir w\u00fcrden heute sagen: An Lohnempf\u00e4nger und Arbeitgeber.<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieser zweite Teil im zweiten Teil des Epheserbriefes startet nun mit einem \u201eGarderobenwechsel\u201c. So nennt der j\u00fcngst verstorbene John Stott diese Stelle. Wir kennen das alle: \u201eLegt ab und zieht an\u2026\u201c Legt ab den alten Menschen und zieht an den neuen Menschen. Da soll die L\u00fcge abgelegt werden und die Wahrheit angezogen werden. Da soll unbeherrschter Zorn abgelegt werden und Vers\u00f6hnungsbereitschaft angezogen werden. Da soll Diebstahl abgelegt werden und Arbeitsamkeit soll angezogen werden, um den Bed\u00fcrftigen beistehen zu k\u00f6nnen. Da soll unn\u00fctze Rede abgelegt werden, Wahrheit soll gesprochen werden. Das ist der Abschnitt mit den christlichen Binnenregeln. So sollen wir als Christen miteinander umgehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unser Abschnitt steht unter dem Stichwort: \u201eLebt als Kinder des Lichts!\u201c Er beschreibt nun unser Verhalten der Welt gegen\u00fcber, der Gesellschaft, der Kultur, die zum ganz gro\u00dfen Teil gar keine christlichen Werte mehr kennt und pflegt. Die zentrale Aussage \u201eLebt als Kinder des Lichts!\u201c fu\u00dft auf der Feststellung: \u201eIhr seid Licht!\u201c Aber der Verfasser f\u00fcgt hinzu: \u201eIn dem HERRN!\u201c Ihr seid Licht in dem HERRN. Ihr seid Lichtmenschen. Ihr seid nun in der Lage, euer Leben im Licht Gottes neu ordnen, neu leben zu k\u00f6nnen. Denn das Licht macht euch g\u00fctig. Es macht euch gottesf\u00fcrchtig. Es macht euch wahrheitsliebend. Das sind Tatsachen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Pastor Kemner vom Geistlichen R\u00fcstzentrum in Krelingen hat \u00f6fters den Spruch gesagt: \u201eWas hat sich ge\u00e4ndert in deinem Leben, als du Christ wurdest?\u201c Diese Frage wollen wir uns heute auch stellen und stellen lassen. Mir steht ein schwer alkoholabh\u00e4ngiger Maurer vor Augen: Alwin Meyer. Er ist schon l\u00e4ngst im Reich der Lebendigen. Er war bei Pastor Kemner zum Glauben gekommen. Vorher war Alwin ein Alkoholiker, der seine Frau verpr\u00fcgelt hat. Er war ein schlimmer Geselle. Er kam nach Krelingen und hat dort das ganze Werk mit aufgebaut. Sine Frau war krank, Sch\u00fcttell\u00e4hmung. Das war in der Zeit, als wir nach Krelingen kamen, wohin uns Pastor Kemner berufen hat. Von meinem Arbeitszimmer aus habe ich es fast t\u00e4glich gesehen, wie dieser Mann, der vorher seine Frau windelweich gepr\u00fcgelt hat, sie nun auf seinen Armen trug und in den Rollstuhl setzte und wieder heraushob, weil sie sich selbst nicht mehr bewegen konnte. Dieser Mann steht mir jetzt vor Augen, wenn es darum geht, als Kinder des Lichts zu leben. Hier geht es um Tatsachen und keine Einbildungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun wird es ganz konkret. Unser Text spricht von drei Konsequenzen und drei Ver\u00e4nderungen, die f\u00fcr uns als Kinder des Lichts dran sind. Jetzt wird es sehr ernst. Kap.4, 17 hei\u00dft es: \u201eIch bezeuge euch in dem HERRN\u2026\u201c Das ist die massivste Art der Ermahnung, die uns im Neuen Testament begegnet. \u201eIch bezeuge euch in dem HERRN, da\u00df ihr nicht mehr leben d\u00fcrft wie die Heiden.\u201c Das ist ein heiliger Ernst, der hier \u00fcber diesen Worten steht. Warum dieser heilige Ernst? Weil es Verhaltensmuster unter uns Menschen gibt, die den Zorn Gottes auf sich ziehen und die vom Reich Gottes ausschlie\u00dfen. Das mu\u00df gesagt werden, aber nicht von einem hohen Ro\u00df und auch nicht von einer hohen Kanzel herunter. Sondern das mu\u00df mitleidend und in gro\u00dfer Barmherzigkeit gesagt werden: \u201eVerspiele nicht deine Ewigkeit, wenn du an diesem Verhalten festh\u00e4ltst!\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht hier um drei Verhaltensmuster:<\/p>\n<ul style=\"text-align: justify;\">\n<li>Es geht um unsere Geschlechtlichkeit<\/li>\n<li>Es geht um unseren Besitz, um unser Geld und dessen Verwaltung<\/li>\n<li>Es geht um unsere Redeweise<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind anscheinend die Einstiegsschneisen f\u00fcr den Teufel, wo er die Menschen zu manipulieren versucht. Das gilt nat\u00fcrlich auch uns Christen, und ich bin \u00fcberzeugt: Zuerst uns Christen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ich noch Studienleiter im Geistlichen R\u00fcstzentrum Krelingen war, lud ich immer verschiedene Dozenten zu Gastvortr\u00e4gen ein. Ich erinnere mich noch an Hans-J\u00f6rg Br\u00e4umer, der damals ein gro\u00dfes Diakoniewerk in Celle leitete. Er erz\u00e4hlte uns, da\u00df er etwa 800 Mitarbeiter hat. Er sah sich seine zuk\u00fcnftigen Mitarbeiter sehr intensiv an, da\u00df er auch gl\u00e4ubige Christenmenschen bekommt. Er sagte uns, da\u00df es f\u00fcr ihn immer wieder eine gro\u00dfe Belastung und Herausforderung war, da\u00df gerade auch die Christen an zwei Dingen festh\u00e4ngen und nicht weiterkommen: Sex und Geld. Das war f\u00fcr ihn eine Ern\u00fcchterung sondergleichen, dass diese alten Verhaltensmuster so z\u00e4hlebig sind, da\u00df sie auch das Leben vieler Christen bestimmen, bedr\u00e4ngen und vom klaren Kurs abbringen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">II.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sehen wir uns nun diese drei Verhaltensmuster an. Gerade, was die Geschlechtlichkeit betrifft, haben wir ja das Thema und den Anla\u00df, der diesen Tag heute bestimmt. Ich bin dankbar, da\u00df die Bibel sehr konkret und sehr offen \u00fcber diese Dinge spricht. Es gibt in unserer sexualisierten und pornographisierten Zeit jede Menge an Ver\u00e4nderungsbedarf, auch unter Christen \u2013 davon bin ich \u00fcberzeugt. Und wenn ich nicht schon l\u00e4ngst davon \u00fcberzeugt gewesen w\u00e4re, w\u00e4re ich bestimmt vor zwei oder drei Jahren \u00fcberzeugt worden, als v\u00f6llig unabh\u00e4ngig voneinander im zeitlichen Abstand zwei Br\u00fcder bei mir waren, die beide im Reich Gottes t\u00e4tig und gute Prediger sind und mir sagten: \u201eBruder Cochlovius, wir m\u00fcssen frei werden. Wir sitzen fest an pornographischen Bildern. Bestimmte Internetseiten lassen uns nicht los.\u201c Meine Erwiderung war: \u201eHabt ihr noch nicht gebetet?\u201c \u2013 \u201eNat\u00fcrlich haben wir schon oft gebetet! Aber wir kriegen diese Sachen nicht aus unseren K\u00f6pfen heraus. Diese Bilder sind eingebrannt in unserer Seele!\u201c Ich antwortete: \u201eDann m\u00fcssen wir auf die Knie gehen und das Blut Jesu anrufen.\u201c Das haben wir dann auch gemacht, sehr ernsthaft und intensiv. Mittlerweile bin ich auch davon \u00fcberzeugt, da\u00df Pornographie nur durch das Blut Jesu gel\u00f6scht und bedeckt werden kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Satan wei\u00df sehr wohl, wo er die Leute kriegt und wo die Schwachstellen in unserer Seele und in unserem Leben sind. Ich selber wei\u00df es bei mir. Das darf ich einmal offen erz\u00e4hlen. 1990 haben wir in der N\u00e4he von Krelingen ein Haus gebaut. In Krelingen hatten wir ein beh\u00fctetes Pflaster mit ganzen drei Fernsehprogrammen gehabt \u2013 mehr konnten wir da nicht empfangen. Aber nun waren wir verkabelt. Und ich sehe mich noch, wie ich eines Abends nach dem Einzug noch Regale aufstellte. Ich lie\u00df mich zwischendurch auf das Sofa fallen und sah mir die ganzen Programme an. Da landete ich bei einem Nacktsender. Ich war so fasziniert, da\u00df ich die Austaste nicht mehr fand. Das hat mich ein paar Mal so gereizt und geradezu in den Fernseher hineingezogen. Ich konnte kaum Widerstand leisten. Das hatte ich noch nie gesehen, da\u00df sich eine Frau im Fernsehen auszieht! Da \u2013 und deswegen erz\u00e4hle ich das \u2013 sah ich pl\u00f6tzlich vor meinem inneren Auge eine von mir sehr verehrte \u00e4ltere Frau sexualisiert. Das war der Punkt. Ich wu\u00dfte: \u201eWenn du jetzt nicht umschaltest, dann wirst du dieses Zeug nie wieder los!\u201c Ich erinnerte mich an Hiob 31,1. Auch dieser Gottesmann hatte Probleme mit der geschlechtlichen Phantasie. Und was hat er gemacht? Er schlie\u00dft einen Bund mit seinen Augen vor Gott dem HERRN. Da habe ich mich hingekniet, gebetet und gefleht: \u201eHERR, nimm diesen Schmutz wieder aus meiner Seele. Gib mir einen neuen Blick f\u00fcr meine eigene Frau und bedecke mich mit der Kraft Deines heiligen Blutes!\u201c Und das darf ich an dieser Stelle bezeugen: Nat\u00fcrlich ist man als Mann immer angefochten. Aber seit 1990 habe ich an dieser Stelle die Freiheit des HERRN! Das empfehle ich allen unseren Br\u00fcdern, die hier sind. Bitte sagt es auch euren Kindern und Enkelkindern weiter. \u00dcbrigens sind ja auch Frauen davon betroffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Meine Frau und ich halten seit langer Zeit Eheseminare. Allm\u00e4hlich wird mir immer klarer, was Gott uns in der Zweigeschlechtlichkeit geschenkt hat. Gott hat zwei Haupt-Charakterz\u00fcge:\u00a01.) Er \u00fcbernimmt Verantwortung, f\u00fcr Seinen Sohn, f\u00fcr Seine gesamte Sch\u00f6pfung. 2.) Er hilft all denen, die Ihn ernsthaft angehen und Ihn um Seine Hilfe bitten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese beiden Hauptcharakterz\u00fcge, Verantwortung und Hilfe, hat Gott hineingelegt in den Mann und in die Frau. Wir sind lebendige Verk\u00f6rperungen Seiner Hauptcharakterz\u00fcge. Ich als Mann bin berufen, Haupt zu sein, Verantwortung wahrzunehmen, zu entdecken \u2013 und das zuerst f\u00fcr meine Frau und meine Kinder. Wie viele unserer jungen M\u00e4nner wissen \u00fcberhaupt nicht mehr, was das hei\u00dft: Haupt zu sein, Verantwortung zu haben. Dann sitzen die jungen Ehepaar vor uns im Gespr\u00e4ch, und die junge Frau klagt: \u201eIch mu\u00df alles alleine machen, von der Steuererkl\u00e4rung angefangen bis zu Ferien- und Geldplanung. Mein Mann hat keinerlei Verantwortungsgef\u00fchl.\u201c Meine Frau und ich schimpfen dann aber nicht. Ich frage vielmehr den Mann: \u201eWas haben Sie f\u00fcr einen Vater?\u201c Aber oft brauche ich nicht einmal zu fragen \u2013 die Antwort kommt oft von allein: \u201eMein Vater? Den habe ich kaum gesehen. Er hat nur f\u00fcr sein Gesch\u00e4ft gelebt.\u201c Oder: \u201eEr hat seine Zeit nur im Wirtshaus verbracht.\u201c Wie soll da ein Mann zum Haupt werden? Das kann er nur in Christus werden. Das ist mir allm\u00e4hlich klar geworden: Haupt sein und Hilfe sein sind Charakterz\u00fcge Gottes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und aus dieser Grunderkenntnis heraus ist mir dann in 1.Kor. 7,3-4 etwas aufgegangen. Wir haben einige Meter Eheliteratur zu Hause. Das mu\u00df man haben, wenn man Eheberatung anbieten will. Aber diese zwei Verse in 1.Kor. 7 sind das Allerbeste, was es gibt, um eine Neueinstellung der Sexualit\u00e4t zu gewinnen. Ich \u00fcbersetze frei: \u201eIhr M\u00e4nner, gebt die Verf\u00fcgung \u00fcber eure Sexualit\u00e4t ab an eure Frauen. Ihr Frauen, gebt die Verf\u00fcgung \u00fcber eure Sexualit\u00e4t ab an eure M\u00e4nner.\u201c Meine geschlechtlichen Organe geh\u00f6ren mir nicht \u2013 sie geh\u00f6ren meiner Frau, und umgedreht. Und das sagt der gro\u00dfe Paulus! So deutliche S\u00e4tze und so tiefe Erkenntnis. Meine Sexualit\u00e4t geh\u00f6rt meiner Frau. Sie geh\u00f6rt nicht anderen Frauen. Sie geh\u00f6rt nicht der \u00d6ffentlichkeit. Sie geh\u00f6rt auch nicht anderen M\u00e4nnern. Sie geh\u00f6rt auch nicht mir selber. Sie geh\u00f6rt nur meiner Frau in der Ehe und umgekehrt! Das ist die kommunikative Schau der Bibel. Gott ist ein kommunikativer Gott. Alles, was Er macht, tr\u00e4gt kommunikative Z\u00fcge. Er gibt mir etwas, damit ich es weitergebe. Er gibt anderen etwas, damit sie es mir geben. Gott ist ein wunderbarer Gott. Wir d\u00fcrfen Sexualit\u00e4t neu buchstabieren lernen als ein Wunder zwischenmenschlicher Kommunikation.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">III.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun machen ja viele Menschen den Frommen gerade in den letzten Jahren immer wieder den Vorwurf, da\u00df sie sich nur um sexuelle Fragen k\u00fcmmerten. Wo bleiben die anderen S\u00fcnden? Da haben sie nat\u00fcrlich Recht. Deshalb bin ich sehr dankbar, da\u00df dieser Ephesertext in voller Klarheit und Deutlichkeit noch zwei andere Verhaltensmuster benennt, wo wir umschalten m\u00fcssen: N\u00e4mlich unseren Umgang mit Geld und Besitz und unseren Umgang mit unserer Zunge, unsere Redeweise.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch die Habs\u00fcchtigen sind vom Reich Gottes ausgeschlossen. Das mu\u00df man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Warum? Die Erkl\u00e4rung liefert der Epheserbrief gleich an derselben Stelle. Es ist ein G\u00f6tzendienst! Ich kannte einmal ein \u00e4lteres Ehepaar, das sich sozusagen einen Sport daraus gemacht hat, so wie andere Briefmarken sammeln, so haben sie Geld gesammelt, jedes Jahr noch ein paar Tausender mehr. Sie hatten keine Kinder, das geschah aus reiner Geldgier. Ich kannte sie gut, es war sehr schwer, \u00fcber das Wort Gottes mit ihnen zu reden. Es lief eine Fremdsteuerung mit. Ich wei\u00df, wovon ich rede. Ich bin Einzelkind und machte eine ordentliche Erbschaft. Nur kam ich nicht an das Erbe heran. Ich bin 1960 von meinem Vater nach Westberlin gebracht worden. Die Eltern wollten nachkommen, aber dann kam die Mauer dazwischen. So war ich allein in einem Heim in Westberlin. Ich habe dann studiert. Unterdessen verstarb mein Vater und hinterlie\u00df mir eine Erbschaft. Ich war im Westen, er im Osten. Das Erbe war f\u00fcr mich unerreichbar. Ich habe alles M\u00f6gliche probiert. Ich erinnere mich daran, da\u00df ich sogar an Franz Joseph Strau\u00df schrieb. Aber auch er konnte daran nichts \u00e4ndern. In meiner Seele sah es tr\u00fcb und finster aus. 1970 bin ich bewu\u00dfter Christ geworden bei Billy Graham in der N\u00fcrnberger Messehalle. Da habe ich pl\u00f6tzlich gemerkt: \u201eWo bist du hingekommen? Jahrelang k\u00e4mpfst du um dieses Geld. Du kannst nur noch das Eine denken.\u201c Das war furchtbar! Da habe ich mich im Lichte des HERRN gesehen. Und daf\u00fcr bin ich sehr dankbar. Aber es bedurfte noch eines sehr schmerzhaften Ansto\u00dfes. Meine Mutter, die damals noch lebte, w\u00e4re an meiner Geldgier fast zu Grunde gegangen. Sie bekam im Auto in Ostberlin einen Herzanfall. Ich sehe sie noch vor mir. Und dieses Ansto\u00dfes bedurfte es bei mir, da\u00df ich dann zu Hause auf die Knie ging und ein Absagegebet an Geld und Geldgier gesprochen habe. Das kann meine Frau bezeugen. Daf\u00fcr bin ich Gott so dankbar. Manchmal ist die Geldgier so gro\u00df, da\u00df tats\u00e4chlich nur noch ein Absagegebet hilft. Deswegen sage ich das. Aber das Allergr\u00f6\u00dfte war dann dies: Fast sieben Jahre hatte ich um dieses Geld gek\u00e4mpft. Aber in diesem Absagegebet habe ich gesagt: \u201eHERR, alles was ich je in meinem Leben verdiene, soll Dir geh\u00f6ren!\u201c Da kam drei Wochen sp\u00e4ter vollkommen unerwartet ein Brief vom Landratsamt Hof: \u201eSehr geehrter Herr Cochlovius! Wir haben noch einmal \u00fcber Ihren Antrag auf Erbentsch\u00e4digung nachgedacht. Wir k\u00f6nnen Ihnen heute die Mitteilung machen, da\u00df Sie eine Nachzahlung erhalten.\u201c Ich wurde ganz still. Nach sieben Jahren vergeblichen Kampf, der lebensgef\u00e4hrlichen Gef\u00e4hrdung von Mutters Gesundheit und dem Absagegebet schenkte Gott diese \u00dcberraschung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollten uns\u00a0 auch an dieser Stelle pr\u00fcfen, liebe Br\u00fcder und Schwestern, ob wir hier noch h\u00e4ngen, ob wir die Freiheit der Kinder Gottes haben. Nachher in der Kollekte kann man das \u00fcbrigens gleich einmal ausprobieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und dann noch das Letzte: Die Redeweise. Faules Geschw\u00e4tz sollte nicht \u00fcber unseren Mund kommen. Im Jakobusbrief gibt es eine lange Passage \u00fcber die Gefahr der Zunge. Wir sollten den Jakobusbrief immer wieder einmal in seiner ganzen Ernsthaftigkeit lesen und stehen lassen. \u201eDie Zunge, ein kleines Organ, kann die ganze Welt anz\u00fcnden\u201c, hei\u00dft es da. Das ist f\u00fcr mich keine blasse Theorie und keine \u00dcbertriebenheit oder \u00dcberheblichkeit. Wer wie ich und meine Frau in der DDR aufgewachsen ist, der wei\u00df, wozu eine Demagogie in der Lage ist: Noch heute geistert sie \u00fcber zwanzig Jahre sp\u00e4ter in den Herzen der Leute herum. Mit unserer Zunge k\u00f6nnen wir eine D\u00e4monie ausl\u00f6sen und Finsternis \u00fcber andere Menschen verbreiten \u2013 das ist furchtbar. Und nun hei\u00dft es: \u201eRedet die Wahrheit. Nehmt eure Zungen in Zaum.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neulich habe ich in den Lebenserinnerungen von Samuel Keller gelesen, diesem begnadeten Evangelisten. Er erz\u00e4hlte von einer Szene irgendwo in den Weiten Ru\u00dflands, wo er t\u00e4tig war. Er wurde in ein Krankenhaus gerufen. Als er kommt, sieht er den Patienten schon fast im Sterben liegen. Der Arzt ist noch da und redet dem Patienten gut zu: \u201eMorgen probieren wir ein neues Medikament aus.\u201c Aber Samuel Keller sah sofort den \u00e4u\u00dferst bedrohlichen Zustand des Patienten. Als sich der Arzt verabschiedet, geht ihm Samuel Keller nach und spricht ihn gem\u00e4\u00df der Sitte der Gelehrten damals auf Latein an. Das konnte der Patient nat\u00fcrlich nicht verstehen. Da sagte der Arzt, der eben noch dem Patienten gut zugesprochen hatte, zu Samuel Keller, da\u00df der Mann den morgigen Tag nicht \u00fcberleben werde. Samuel Keller seufzte gen Himmel und betet: \u201eHERR, gib mir Wahrhaftigkeit in Liebe und Liebe in Wahrhaftigkeit!\u201c Er geht zu dem Kranken und sagt ihm die Wahrheit. Da richtet sich der Kranke auf und sagt: \u201eHerr Pfarrer, ich bin Ihnen von Herzen dankbar. Bitte rufen Sie gleich meine Frau und meine Kinde, und bleiben Sie diese Nacht bei mir.\u201c Dann erz\u00e4hlt Keller, da\u00df er so einen gefa\u00dften und gesegneten Abschied noch nicht zuvor erlebt hat. Und das nur, weil er die Wahrhaftigkeit ge\u00fcbt hat. La\u00dft uns wahrhaftig sein, liebe Br\u00fcder und Schwestern, in Liebe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Ich schlie\u00dfe mit dieser Ermahnung, die wir auch in unserem Text hatten: \u201eLa\u00dft euch nicht verf\u00fchren mit nichtigen Worten\u201c. Ich zitiere noch einmal Heinrich Kemner. \u201eIn unserer heutigen Zeit wird die S\u00fcnde namenlos gemacht\u201c. Das ist das beste Wort, das ich je geh\u00f6rt habe \u00fcber diese Masche unserer Zeit, da\u00df die S\u00fcnde wegdiskutiert und namenlos gemacht wird. Darauf wollen wir aber bitte nicht hereinfallen. Wir m\u00fcssen S\u00fcnde S\u00fcnde nennen. Wir m\u00fcssen Menschen, die auf der falschen F\u00e4hrte sind in ihrer Geschlechtlichkeit, in ihrer Habgier und in ihrem faulen Geschw\u00e4tz ihre Tage verbringen, aus Liebe und Barmherzigkeit warnen und ihnen sagen: \u201eBitte folgt nicht den Schalmaient\u00f6nen, wo die S\u00fcnde hoff\u00e4hig gemacht wird und noch einen kirchlichen Segen erh\u00e4lt!\u201c Auch das mu\u00df man sagen. Folgt diesen Stimmen nicht, sondern seid und werdet Kinder des Lichts.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der HERR helfe uns allen dazu nach dem Reichtum Seiner Gnade. Amen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Predigt beim Glaubens- und Besinnungstag in Castell am 24.9.2011. Eine Audio-CD ist in der Gesch\u00e4ftsstelle des Gemeindehilfsbundes f\u00fcr 4.-\u20ac zuz\u00fcgl. Porto erh\u00e4ltlich (M\u00fchlenstr. 42, 29664 Walsrode; Tel.: 05161\/911330; E-mail: <a href=\"mailto:info@gemeindehilfsbund.de\">info@gemeindehilfsbund.de<\/a>).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigttext: Epheserbrief Kap. 5, Vers 8: &#8222;Lebt als Kinder des Lichts!&#8220; Liebe Br\u00fcder und Schwestern! Die Apostolischen Briefe sind alle im Kreuzeszeichen geschrieben. Im ersten Teil geht es immer um Grundlegung des Glaubens, und im zweiten Teil geht es um die Ermahnung zur Liebe. 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